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MEHR SELBSTBEWUSSTSEIN!!

Verfasst: 02.04.2004 14:52
von AliBaba
Hallo,

ich merke immer mehr, dass es mir die ganze Zeit enorm an Selbstbewusstsein gefehlt hat. Wenn ich mir im nachhinein meine Verhaltensweisen in manchen Situationen vorstelle, dann bin ich echt erschreckt mit wie wenig Selbstvertrauen ich mich verhatlen habe (gegen Null :cry: ). Ich konnte mich gar nicht wehren und konnte nie meine eigene Meinung durchsetzen. Ich liess mir echt alles gefallen. Zur Zeit ziehe ich mich stark zurück und versuche mich selbst zu finden und zu erkennen wer ich wirklich bin. Die Leute sollen sich mit meiner Persönlichkeit abfinden und ich nicht meine Persönlichkeiten nach Ihren Vorstellungen richten :evil: . Wenn ich über manche Situatuionen nachdenke krieg regelrecht Wutausbrüche über meine Hilflosigkeit. Ich bin zwar momentan recht zuversichtlich, dass ich mich wieder auf den richtigen Weg befinde, aber so ein Medikament, was mir dabei hilft, wäre nicht verkehrt. Wollte schon mal koksen, aber davon lass ich hoffentlich die Finger. Ich bin momentan bei einem Neurologe, zur Suche nach dem geeigneten Medikament für mich. Ich werde ihm meine Forderungen an das Medikament mitteilen und hoffe das Richtige zu finden. Kennt ihr da ein Medikament, was gegen Depressionen ist und gleichzietig auch das Selbstwertgefühl verbessert?

Danke,
Alex

Verfasst: 03.04.2004 12:36
von Sina
Hallo Alex,

also gegen mangelndes Selbstbewusstsein ist meiner Meinung nach eine Psychotherapie das Sinnvollste!
Hat bei mir zumindest viel bewirkt!
Ein Medikament, was das Selbstbewusstsein stärkt, gibt es nicht! Und koksen ist erst recht Schwachsinn...damit wird es nur noch schlimmer!

Alles Gute!
Sina

Verfasst: 03.04.2004 13:03
von CloneX
Hi Alex,

das Selbstbewusstseinproblem kenn ich auch. Leider kann man das nicht von heute auf morgen ändern - aber ich arbeite auch daran.

Was das Medikament angeht: Gegen mangelndes Selbstbewusstsein ein Medikament zu nehmen is ja schon fast ein Widerspruch in sich. Denn dadurch arbeitest du nicht an dir sondern du überdeckst nur dein Problem. Wäre ja quasi das gleiche wie mit Alkohol wo man dann auch plötzlich selbstbewusster wird. Sowas hätte sicher auch eine große Abhängigkeitsgefahr. Die Antidepressiva bewirken soetwas nicht direkt - allerdings habe ich öfter mal gehört das einige eine "Scheiss-egal" Haltung bekommen und sich dadurch vielleicht selbstsicherer fühlen. Das lässt nach dem Medikament dann natürlich wieder nach und hat letztendlich nix gebracht. Ich glaube an Selbstbewusstsein kann man nur selber arbeiten :?

Verfasst: 04.04.2004 19:58
von AliBaba
Hallo,

ich habe schon ein paar Stunden Psychotherapie gemacht, aber das bringt irgendwie nicht so viel. Meine Psychotherapeutin gibt zwar ihr Bestes mich wieder zu einer normale Person zurückzuführen, aber irgendwie komme ich nicht weiter. Nach der Psychotherapie hab ich zwar ein paar tolle neue Vorsätze, aber die verschwinden schnell und es geht mir wieder so schlecht wie vorher. Ich habe jetzt gehört, dass bei manchen eine Kombination mit Antidepressiva unabdingbar ist. Ich glaub dieser Fall trifft auf mich zu. Ich meine ja nicht, dass so eine Psychotherapie von ihren Ansätzen her nutzlos ist. Das ist sie nämlich überhaupt nicht. Nur muss man meiner Meinung nach auch in der richtigen Verfassung sein, um auch davon zu profitieren.

Ich habe übrigens auch festgestellt, dass ich manchmal (na ja fast immer :wink: ) viel zu energielos bin um meinen Standpunkt zu verteidigen. Da könnten doch ADs Abhilfe leisten oder ?

Gruss
Alex

Verfasst: 05.04.2004 13:31
von Time
Hallo Alex,

wenn Du einen Arzt hast, der experimentierfreudig ist, kannst Du ein paar mal 4 mg Methylphenidat (Ritalin) ausprobieren, um zu sehen was passiert. Wenn das die gewünschte Wirkung hat, würde ich jedoch lieber einen SSRI suchen, der auch den Dopaminspiegel hebt, z. B. Fluoxetin, denn es gibt auch weniger positive Aussagen zur chronischen Gabe dieser Stoffgruppe. Am besten Du machst Dich vorher ein wenig schlau darüber.

Ritalin wird nicht gerne verschrieben, weil es ein BTM-Rezept benötigt. Wenn kein echtes Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom vorliegt, dann würde ich es nur als Krisenmedikation nehmen oder auch therapeutisch, um zwischendurch zu sehen wie es ist, wenn man sich okay fühlt.

Neben Fluoxetin käme aus theoretischer Sicht noch der MAO-A-Hemmer Moclobemid (Aurorix) in Frage; er wirkt auf Serotonin und Noradrenalin in gleicher Weise und gilt als sehr antriebssteigernd.

Für einen Test, wie Dopamin wirkt, käme rein theoretischer auch der MAO-B-Hemmer Deprenyl (Selegiline) in Frage, er wirkt auf Dopamin. Achtung, Selegiline ist irreversible und damit zumindest theoretisch nicht unproblematisch!

Auch wenn Du damit sicherlich Erfolg hättest, von Kokain lass bitte die Finger, das geht in 90% der Fälle nach hinten los und ist deutlich teurer, auch, wenn der alte Freud das anders sah. Die Tatsache, dass Du Kokain erwähnst und dass Citalopram bei Dir, wie ich annehme, erfolglos war, lässt darauf schließen, dass ein Test in Richtung Dopamin vielleicht nicht verkehrt wäre. Hierzu gibt es jedoch verschiedene Meinungen. Eher ideologisch orientierte Neurologen würden das als Kunstfehler bezeichnen, andere sind da pragmatischer und konzentrieren sich auf die realen Bedingungen des Kunden.

Parallel würde ich an Deiner Stelle auf jeden Fall psychotherapeutisch weiterarbeiten, denn diese Medikamente heilen nicht, ganz im Gegenteil, sie verdecken die Problematik, was ja auch ihr Zweck ist. Ich würde mich dabei nicht nur auf einen Therapeuten verlassen. Es gibt genügend Literatur zum Thema; lies Dich ein und suche den Kern des Problems. Generell helfen bei geringem Selbstwert positives Feedback von außen und Risikobereitschaft zu neuen Erfahrungen von innen, was sich natürlich gegenseitig bedingt.

Gruß
Time

Verfasst: 07.04.2004 17:23
von AliBaba
Hi Time,

ich war heute bei meinem Neurologen und er hat mir nach ein paar Vorgesprächen Citalopram verschrieben. Also, entgegen deiner Vermutung, hat Citalopram bei mir nicht versagt. Im Gegenteil, es hat sogar sehr gut geholfen. Mit Paroxetin habe ich dagegen weniger gute Erfahrungen gemacht. Die häufigen Nebenwirkungen ständige Aggiertheit und die starke sexuelle Einschränkung haben mich zu unangenehm beeinträchtigt. Zudem hat das Medikament, nach zwei monatiger Einnahme, nicht den gewünschten Erfolg gebracht.

Nun nochmal zurück zu meinem verschriebenen Citalopram. Bei der Besprechung wollte ich meinen Arzt davon überzeugen mir Escitalopram zu verschreinben . Dieses Rindvieh :wink: war aber nicht darüber unterrichtet und wollte mir deswegen das Medikament nicht verschreiben. Er kam mir dann mit so Floskeln "Mit so neuen Medikamenten sollte man immer vorsichtig sein". Natürlich sollte man das, aber das Medikament hat sich schliesslich schon bewährt und ist nichts anderes als eine Modifizierung (sprich Verbesserung) seines Vorgängers Citalopram. Also wo ist das Problem. Bei diesem Medikament hat man die immer vorhandene Isomerie aufgehoben, d.h. die beiden Moleküle (S-Citalopram und R-Citalopram) voneinander getrennt. Da das S-Citalopram hauptsächlich zur Bekämpfung der Depressionen geeignet ist und das R-Citalopram grösstenteils für die Nebenwirkungen verantwortlich ist, ist die Trennung ein eindeutiger Fortschritt. Vielleicht könnt ihr mich ja in meiner Entscheidung etwas unterstützen. Würde mich jedenfalls sehr freuen.

Gruss
Alex

Verfasst: 07.04.2004 20:06
von Time
Hallo Alex,

sag ihm, dass das vorsätzliche Körperverletzung ist, wenn er Dir gegen besseres Wissen ein Medikament gibt, das Dir nicht so gut hilft :-)

Wenn er humorlos ist, sag ihm, dass Du Dich freimütig und selbstlos als Versuchskaninchen speziell für Ihn zur Verfügung stellt (...dass er seine lausige Bildung erweitern kann. - was Du natürlich nur denkst!) :-)

Ah ja, dann schick ihm an seine Emailadresse noch eine Liste der interessantesten Links, aber nicht zu viel, Ärzte habe keine Zeit für Patientenunsinn, das weißt Du ja sicherlich :-)

Gruß
Time

PS: Ich dachte, weil Du mit Paroxetin weitergemacht hast, wäre Citalopram nicht so Dein Ding gewesen.

Verfasst: 07.04.2004 22:00
von clash
Hallo guten abend,
bin neu hier möchte aber meine eigenen erfahrungen wiedergeben.
hab mit fluoxetin ganz gute erfahrungen gemacht, es hat mir die nötige ruhe und den antrieb gegeben mich überhaupt auf eine psychotherapie einlassen zu können. kann auch nix über grosse nebenwirkungen sagen, nur leichte gewichtszunahme, kann aber eher an der mangelnden bewegung liegen. eingeschränkter sexualtrieb??? mal so mal so, weiss aber nicht obs am AD
liegt, der auslöser für meine depressionen lag im beziehungsbereich und depressionen machen auch nicht grad geil.
das medi wirkt imo eher soft, dauert eine weile bis man die wirkung selber richtig wahrnimmt. bewahrt einen leider auch nicht vor gelegentlichen derben depressiven schüben, erleichtert das leben aber schon spürbar.
die abstürze die einen trotzdem manchmal ereilen sollte man aber auf garkeinen fall mit Coca oder Heroin unterdrücken. Coca wirkt eher psychotisch und heroin sediert zwar ist aber die grösste falle in die man tappen kann (aus eigener erfahrung).
also mühsam ernährt sich das eichhörnchen :?
und therapie ist auf dauer immernoch der einzig gangbare weg.
Grüsse an alle
Clash

Verfasst: 13.04.2004 11:26
von AliBaba
Hi Clash,

ich denke, dass ich auch nur mit Hilfe eines Medikamentes eine hilfreiche Psychetherapie bestehen kann. In der Zeit, in der ich ADs genommen habe, dachte ich fälschlicherweise auch ohne Therapie auszukommen. In den kommenden Tagen werde ich mit Cipralex anfangen und dabei auch eine Psychotherapie machen.

Zu den sexuallen Problemen. Also da bin ich mir ganz sicher, dass diese auf Grund des AD's entstanden sind. Da die Auswirkungen so gravierend waren (nahezu Impotenz) und eine Depression ja nur den Antrieb, aber bestimmt keine Potenz, lindern kann, ist dies ziemlich eindeutig. Aber natürlich varriert der Schweregrad. Ich glaube bei Paroxetin ist das ziemlich schlimm.

Im Falle der Drogen gebe ich euch völlig recht. Ich war damals halt so verzweifelt, bin aber jetzt ziemlich sicher mit ADs nicht mehr das Verlangen zu haben.

Gruss
Alex