Fehldiagnose Depression! erschreckend häufig ist es aber
Verfasst: 05.04.2004 13:34
Hashimoto!
Ich hatte vor einiger Zeit berichtet, wie es mir in den lezten Jahren immer schlechter ging, wie mein Antrieb nachließ, die Müdigkeit zunahm, bis ich nicht mehr arbeitsfähig war und einen SSRI-Hemmer bekam. Damit ging es dann gut...aber wenn ich ihn absetzte: Lähmungserscheinungen, Elekrtoschocks usw. Ich war echt ein Wrack! Es ging mir schlechter als damals, als ich mit den SSRI begann.
Ich fand diese Homepage die mich darin bestärkte von dem Zeug loszukommen.
Ich kämpfte um eine Kur und bekam sie. Dort stellte man eine Autoimmunkrankheit fest, die auch meine Schilddrüse befallen hatte. Eine Hashimoto-Thyreoiditis.
Ich war so glücklich endlich zu wissen, was mich langsam dahinraffte....
Aber das war erst der Anfang der Geschichte!
Wieder zu Hause traten die typischen Symtome der NICHT-Einnahme von Cipramil auf. Ich wurde total verlangsamt, erst wurde ich grenzenlos müde, dann verlor ich alle Muskelkraft und weinte bei der kleinsten Aufregung. ALLE rieten mir wieder das Cipramil zu nehmen. (Mit dem Schilddrüsenhormon war ich noch ziemlich weit unten, weil die bei der Erkrankung nur sehr langsam hochgefahren werden dürfen).
Ich weiß, daß ich in der Tat das Bild einer Depressiven abgab.
Und auch der Endokrinologe meinte, daß meine minimale Schilddrüsenunterfunktion sicher nicht solche Beschwerden verursachen würde. Ich wurde unsicher ob ich das Cipramil nicht wieder nehmen solle...
Ich nahm das Cipramil aber nicht mehr!
Ich steigerte einfach gaaanz langsam meine Schilddrüsenhormone.
Ich bin immer noch nicht am Ende damit! Das wird noch dauern.
Aber meine Stimmung ist jetzt stabil, und ich habe die Kontrolle über meinen Körper zurück. Ich werde immer noch schneller müde als normal ist; aber das wird mit steigender Dosis auch besser werden!
Mir kam das spanisch vor: 28 Jahre hat man nicht erkannt was ich habe. (Inzwischen kann ich die Symtome meines ersten Schubes bis zu meinem 14 Lebensjahr zurückverfolgen, als ich plötzlich total depressiv wurde....und gleichzeitig eine ernorme und unerklärliche Schwellung einiger Lymphknoten unter den Achselsn und hinter dem Ohr hatte.
Lymphknotenschwellungen sind, wie ich inzwischen weiß, ein Hashimoto-Symtom.
Mit 20 hatte ich immer noch Depris und fing an so müde zu werden. Meine Schilddrüsenwerte waren FAST im Normalbereich. Kein Handlungsbedarf....
Das ist, wie ich inzwischen weiß, bei fast allen Hashimoto-Leuten so.
Fakt ist, daß sie etwas "straffer" eingestellt werden müssen mit den Schilddrüsenhormonen, als Gesunde.
Im Gegensatz zu Menschen mit einer "normalen" Schilddrüsenunterfunktion, haben sie aber schon bei leichten Normabweichungen extreme Symtome.
Ich habe mich genau belesen....
Wieso wirkte das Cipramil eigentlich so gut, wenn ich doch nicht depressiv bin?
Und wieso geht es mir so saudreckig wenn ich es absetze?
Weil alle SSRI-Hemmer den TSH-Wert senken! Dieser Wert steigt aber bei einerUnterfunktion an. Auch bei einer leichten!
Wieso hatte ich selbst den Eindruck, daß die Müdigkeit/Depression doch psychisch sei? Schließlich gab es da ja eine Geschichte im Vorfeld die als Erklärung reichte...: weil Hashimoto in Schüben verläuft und Streß die Erkrankung vorrantreibt.
Ich dachte an meine Mutter, die immer über Herzjagen klagt und nach Belastungen so müde ist. Ich fragte sie, ob mal ihre Schilddrüse untersucht wäre. Ja, wäre sie, aber die Unterfunktion wäre so leicht, daß man sie nicht behandeln bräuchte.
Ich bat sie beim Arzt Antikörper auf Hashimoto bestimmen zu lassen.
Volltreffer! Sie hat das auch. Jetzt, mit Schilddrüsenhormonen geht es hier schon wensentlich besser, obwohl sie auch noch nicht die optimale Dosis hat.
Eine Arbeitskollegein: ein Jahr Psychatrie mit Erschöpfungszuständen. Diagnose Depression. SSRI-Hemmer helfen.
Ich frage sie, ob man eine leichte Unterfunktion festgestellt hat, die man nicht behandeln muss....ja, hätte man.....
Mir fällt da noch jemand aus meinem Bekanntenkreis ein....
Ich habe schon ein Suchraster entwickelt:
-Müdigkeit
-Depressionen
-Gewichtszunahme
-festgestellte minimale Unterfunktion die nicht behandelt werden braucht.
Bei den Leuten ist Hashi fast sicher.
-Streß vor der Verschlechterung
-keine Phasen in denen man sich richtig gut fühlt und sich alle Symtome vollständig zurückbilden.
Typische andere Symtome:
-Schlafstörungen
-Panikattacken
-Herzrasen
-Muskelschwäche
-geschwollene Lymphknoten
-schmerzende Gelenke
-Haarausfall
-Konzentrationsstörungen, Vergeßlichkeit
-trockene Schleimhäute
-Heißhungerattacken
usw...
Anscheinend erkennen es die Ärzte nicht, und wenn sie es erkennen wissen sie zu wenig darüber um eine geeignete Therapie einzuleiten.
Ich denke, wenn ICH in meinem Unfeld auf Anhieb 2 Leute erkenne, die das auch haben, nachdem ich mich über die Krankheit belesen habe, dann werden hier im Forum EINIGE sein, die auch von der Fehldiagnose betroffen sind.
Zur allgemeinen Info: Hashimoto verläuft in Schüben. Die Krankheit nimmt also über die Jahre zu, immer dann, wenn man wieder einen Schub hatte. Diese Schübe werden durch Streß ausgelöst weshalb man denken kann, daß es eine psychische Geschichte sei.
Zu Beginn der Erkrankung wird oft eine leichte Überfunktion der SD festgestellt, weil das sich auflösende Schilddrüsengwebe so Hormone freisetzt.
SSRI-Hemmer senken den TSH-Wert und somit werden einige Symptome kaschiert oder verlieren sich. Andere nicht.
Die Gewichtszunahme (die nicht sein muß aber häufig vorkommt) schreitet meist vorran.
Ich hoffe, das für einige hier jetzt die richtige Diagnose gestellt werden kann, und ihr Leiden ein Ende findet!
Gruß, Lill
Ich hatte vor einiger Zeit berichtet, wie es mir in den lezten Jahren immer schlechter ging, wie mein Antrieb nachließ, die Müdigkeit zunahm, bis ich nicht mehr arbeitsfähig war und einen SSRI-Hemmer bekam. Damit ging es dann gut...aber wenn ich ihn absetzte: Lähmungserscheinungen, Elekrtoschocks usw. Ich war echt ein Wrack! Es ging mir schlechter als damals, als ich mit den SSRI begann.
Ich fand diese Homepage die mich darin bestärkte von dem Zeug loszukommen.
Ich kämpfte um eine Kur und bekam sie. Dort stellte man eine Autoimmunkrankheit fest, die auch meine Schilddrüse befallen hatte. Eine Hashimoto-Thyreoiditis.
Ich war so glücklich endlich zu wissen, was mich langsam dahinraffte....
Aber das war erst der Anfang der Geschichte!
Wieder zu Hause traten die typischen Symtome der NICHT-Einnahme von Cipramil auf. Ich wurde total verlangsamt, erst wurde ich grenzenlos müde, dann verlor ich alle Muskelkraft und weinte bei der kleinsten Aufregung. ALLE rieten mir wieder das Cipramil zu nehmen. (Mit dem Schilddrüsenhormon war ich noch ziemlich weit unten, weil die bei der Erkrankung nur sehr langsam hochgefahren werden dürfen).
Ich weiß, daß ich in der Tat das Bild einer Depressiven abgab.
Und auch der Endokrinologe meinte, daß meine minimale Schilddrüsenunterfunktion sicher nicht solche Beschwerden verursachen würde. Ich wurde unsicher ob ich das Cipramil nicht wieder nehmen solle...
Ich nahm das Cipramil aber nicht mehr!
Ich steigerte einfach gaaanz langsam meine Schilddrüsenhormone.
Ich bin immer noch nicht am Ende damit! Das wird noch dauern.
Aber meine Stimmung ist jetzt stabil, und ich habe die Kontrolle über meinen Körper zurück. Ich werde immer noch schneller müde als normal ist; aber das wird mit steigender Dosis auch besser werden!
Mir kam das spanisch vor: 28 Jahre hat man nicht erkannt was ich habe. (Inzwischen kann ich die Symtome meines ersten Schubes bis zu meinem 14 Lebensjahr zurückverfolgen, als ich plötzlich total depressiv wurde....und gleichzeitig eine ernorme und unerklärliche Schwellung einiger Lymphknoten unter den Achselsn und hinter dem Ohr hatte.
Lymphknotenschwellungen sind, wie ich inzwischen weiß, ein Hashimoto-Symtom.
Mit 20 hatte ich immer noch Depris und fing an so müde zu werden. Meine Schilddrüsenwerte waren FAST im Normalbereich. Kein Handlungsbedarf....
Das ist, wie ich inzwischen weiß, bei fast allen Hashimoto-Leuten so.
Fakt ist, daß sie etwas "straffer" eingestellt werden müssen mit den Schilddrüsenhormonen, als Gesunde.
Im Gegensatz zu Menschen mit einer "normalen" Schilddrüsenunterfunktion, haben sie aber schon bei leichten Normabweichungen extreme Symtome.
Ich habe mich genau belesen....
Wieso wirkte das Cipramil eigentlich so gut, wenn ich doch nicht depressiv bin?
Und wieso geht es mir so saudreckig wenn ich es absetze?
Weil alle SSRI-Hemmer den TSH-Wert senken! Dieser Wert steigt aber bei einerUnterfunktion an. Auch bei einer leichten!
Wieso hatte ich selbst den Eindruck, daß die Müdigkeit/Depression doch psychisch sei? Schließlich gab es da ja eine Geschichte im Vorfeld die als Erklärung reichte...: weil Hashimoto in Schüben verläuft und Streß die Erkrankung vorrantreibt.
Ich dachte an meine Mutter, die immer über Herzjagen klagt und nach Belastungen so müde ist. Ich fragte sie, ob mal ihre Schilddrüse untersucht wäre. Ja, wäre sie, aber die Unterfunktion wäre so leicht, daß man sie nicht behandeln bräuchte.
Ich bat sie beim Arzt Antikörper auf Hashimoto bestimmen zu lassen.
Volltreffer! Sie hat das auch. Jetzt, mit Schilddrüsenhormonen geht es hier schon wensentlich besser, obwohl sie auch noch nicht die optimale Dosis hat.
Eine Arbeitskollegein: ein Jahr Psychatrie mit Erschöpfungszuständen. Diagnose Depression. SSRI-Hemmer helfen.
Ich frage sie, ob man eine leichte Unterfunktion festgestellt hat, die man nicht behandeln muss....ja, hätte man.....
Mir fällt da noch jemand aus meinem Bekanntenkreis ein....
Ich habe schon ein Suchraster entwickelt:
-Müdigkeit
-Depressionen
-Gewichtszunahme
-festgestellte minimale Unterfunktion die nicht behandelt werden braucht.
Bei den Leuten ist Hashi fast sicher.
-Streß vor der Verschlechterung
-keine Phasen in denen man sich richtig gut fühlt und sich alle Symtome vollständig zurückbilden.
Typische andere Symtome:
-Schlafstörungen
-Panikattacken
-Herzrasen
-Muskelschwäche
-geschwollene Lymphknoten
-schmerzende Gelenke
-Haarausfall
-Konzentrationsstörungen, Vergeßlichkeit
-trockene Schleimhäute
-Heißhungerattacken
usw...
Anscheinend erkennen es die Ärzte nicht, und wenn sie es erkennen wissen sie zu wenig darüber um eine geeignete Therapie einzuleiten.
Ich denke, wenn ICH in meinem Unfeld auf Anhieb 2 Leute erkenne, die das auch haben, nachdem ich mich über die Krankheit belesen habe, dann werden hier im Forum EINIGE sein, die auch von der Fehldiagnose betroffen sind.
Zur allgemeinen Info: Hashimoto verläuft in Schüben. Die Krankheit nimmt also über die Jahre zu, immer dann, wenn man wieder einen Schub hatte. Diese Schübe werden durch Streß ausgelöst weshalb man denken kann, daß es eine psychische Geschichte sei.
Zu Beginn der Erkrankung wird oft eine leichte Überfunktion der SD festgestellt, weil das sich auflösende Schilddrüsengwebe so Hormone freisetzt.
SSRI-Hemmer senken den TSH-Wert und somit werden einige Symptome kaschiert oder verlieren sich. Andere nicht.
Die Gewichtszunahme (die nicht sein muß aber häufig vorkommt) schreitet meist vorran.
Ich hoffe, das für einige hier jetzt die richtige Diagnose gestellt werden kann, und ihr Leiden ein Ende findet!
Gruß, Lill