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Hallöchen!

Verfasst: 07.05.2009 13:09
von Jessileen
Hallo an Alle!

Auch ich möchte mich kurz vorstellen. Ich bin 29 Jahre alt und nehme seit November 2006 Antidepressiva.
(Okay, der Einleitsatz hört sich ganz schön nach AA an...)

Ich habe mich bislang immer gedrückt, mich mit dem Thema Depressionen auseinanderzusetzen. Leider habe ich in den letzten Wochen immer mehr das :shock: Gefühl, dass meine behandelnde Ärztin nicht die beste Wahl ist. Zugegeben, nach über 2 Jahren Behandlung eine recht späte Erkenntnis :whistle:

Wie wohl jeder von uns, hatte ich eine Zeitlang eine schwere Zeit. Nach anfänglichen Schwierigkeiten habe ich seinerzeit Fluoxitin verschrieben bekommen. Begleitend dazu habe ich auch psychologische Hilfe in Anspruch genommen. Zwischenzeitlich fühle ich mich weitaus besser, ich komme mit gewissen Situationen auch besser klar und hatte daher beschlossen, die Medikamente abzusetzen.

Zuvor ist eine Dosisreduzierung über knapp 7 Wochen von 15 mg auf 10 mg Fluoxetin erfolgt. Leider war ich wohl dann etwas voreilig und habe die letzte Dosis nicht nochmal halbiert sondern gleich abgesetzt. Leider habe ich zu diesem Zeitpunkt dieses Forum nicht gekannt, auch der Begriff "absetzungsbedingte Symptome" waren mir bis dahin nicht bekannt :twisted: Auch meine Ärztin hielt es nicht erforderlich, mich über die eventuell eintretenden Beschwerden zu informieren. Ich mußte mit Überraschung sogar feststellen, dass sie mich in meinem Wunsch, die Medikamente nunmehr abzusetzen, überhaupt nicht unterstützt hat. Es kamen von der Ärztin nur die typischen Floskeln, wie: "Ihre Dosis ist ja nicht sehr hoch, aber für manche Menschen ist dies ein wichtiger Anker." Kurzum, ich habe mich "durchgesetzt" und die Medikamente sodann abgesetzt. Die erste Woche verlief auch richtig gut, alles super - alles toll. Danach gings dann leider richtig los, das komplette Programm (starke Unruhe, Frieren, Weinkrämpfe). Darauf habe ich beschlossen, dass es jetzt reicht. Mir ging es die letzten Wochen so gut und auf einmal das? :shock:
Schließlich habe ich dieses Forum hier gefunden und mich erstmal belesen und war doch sehr überrascht. Zwischenzeitlich habe ich meine Ärztin nochmal aufgesucht, ich redete von "absetzungsbedingten Symptomen" und sie - oh Wunder - von einem eindeutigen Rückfall. Eine erneute Medikamentenaufnahme habe ich erstmal entsprochen, der vorgeschlagenen Erhöhung der Dosis habe ich strikt abgelehnt. Im Hinblick auf meinen zukünftigen Kinderwunsch hat meine Ärztin mir auch noch prompt ein anderes Medikament "aufgequatscht", da dieses laut ihrem Heftchen während der Schwangerschaft besser wäre - Sertralin.
Da mir schon vorher einige Sachen etwas merkwürdig vorkamen, habe ich mir abends erstmal die Pakungsbeilage des neuen Medikaments angesehen. Und dort wird ausdrücklich davon abgeraten, dieses Medikament während der Schwangerschaft einzunehmen. Zudem ist aufgeführt, dass bei einem Medikamentenwechsel - insbesondere von Fluoxetin auf Sertralin - eine Wartezeit von 2 Wochen eingehalten werden soll und dieser Wechsel doch unter besonderer ärztlicher Beobachtung erfolgen soll. Hm... also der nächste Termin steht erst in 4 Wochen an.

Ich werde ab jetzt die Aussagen meiner Ärztin nur noch mit Vorsicht genießen. Ich bin auch wirklich am Überlegen, ob ich mir nicht nochmal eine Zweitmeinung zu dem Ganzen einhole. Vielleicht finde ich hier in Berlin auch so eine Art Informationszentrum oder dergleichen. Kann mir da jemand vielleicht sogar einen Tipp geben?

Ich habe jetzt erstmal mit Freund gesprochen und wir haben entschieden, dass Antidepressiva während der Schwangerschaft für uns eh nicht in Betracht kommen. D. h. ich werde das Fluoxetin, mit dem ich bislang keine Probleme hatte, nicht durch Sertralin ersetzen und dann lieber nochmal die Reduzierung der Dosis in langsameren und kleineren Schritten einleiten und hoffe, hier ein wenig Hilfestellungen zu finden. :)

Re: Hallöchen!

Verfasst: 07.05.2009 13:26
von Marsupilami
Hallo Jessileen,

erstmal ein herzliches Willkommen hier! Deine Erfahrungen mit heftigster Unkenntnis von Ärzten ist eine Erfahrung, die fast jeder macht, der in Berührung mit psychiatrischen Praxen und Psychopharmaka kommt. Die Ärzte sind absolut mangelhaft ausgebildet und von den Prospekten der Pharmamultis so geblendet, dass das, was sie von sich geben, mit Wissenschaft wenig zu tun hat, geschweige denn, dass sie die Realität zur Kenntnis nehmen wollen. Ist ja klar, sie haben außer Rezepteschreiben ja sonst nichts zu bieten, und wenn sie die Menschen objektiv über die Risiken und die ganze zweifelhafte Basis dieser Medikamente ordnungsgemäß aufklären würden, hätten sie bald nur noch einen Bruchteil der Patienten, und sie wollen ja Kohle verdienen...
Dass Absetzsymptome als Rückfall gedeutet werden, ist auch völlig normal. Hier im Wissensbereich gibt es einen Bogen und Infos, wie man Rückfallerscheinungen von Absetzsymptomen unterscheiden kann und auch Infos zu AD-a in der Schwangerschaft. Es gibt Ärzte, die füttern ihre Patienten lebenslang mit Pillen und sagen regelmäßig, dass Absetzsymptome ein Rückfall seien, somit wird den Leuten eingeredet, sie seien sozusagen unheilbar krank und lebenslang auf Tabletten angewiesen.
Dein Ansatz, eine Schwangerschaft frei von diesen Mitteln zu planen, ist sicher sinnvoll. Du bist sicher durchaus selbst in der Lage zu erkennen, weshalb es Dir vielleicht nicht durchgehend gut geht und dass Du selbst etwas tun willst, dies zu ändern. Und wenn man das Gefühl hat, dass man das auch schaffen kann, ist das sicher besser, denn man ist dann aus sich selbst heraus stark, kann das Leben und die Herausforderung, die die Erziehung eines Kindes darstellt, aus sich selbst heraus bewältigen, nicht nur mit Hilfe der Krücke von Pillen.
Was eine Beratung in Sachen Psychopharmaka angeht, kann man Dir vielleicht hier helfen:

http://www.bpe-online.de/1/hilfen.htm

Bleib bei Äußerungen von Ärzten kritisch, für konkrete Fragen machst Du hier am Besten einen neuen Thread auf, da hier nur Vorstellungsrunde ist.

Grüße vom

Marsupilami

Re: Hallöchen!

Verfasst: 07.05.2009 21:49
von antianti
Liebe Jessileen,

lass Dich von Deiner Ärztin nicht verkohlen.

Du bist ein mündiger Bürger und hast das Recht, Deine eigenen Entscheidungen zu treffen. Wenn das Vertrauensverhältnis zu Deiner Ärztin erschüttert ist, hast Du das Recht, Dir eine neue zu suchen. Aber wie Marsu schon schrieb, die meisten Ärzte haben a) keine eigenen Erfahrungen mit AD, b) keine unabhängigen Informationen dazu (wer sucht sich schon Studien zu dem Thema, wenn der Pharmakonzern XY einem so schön die Worte in den Mund legt?), c) wirtschaftliche Interessen. Und d) sind das auch nur Menschen, und haben eventuell ihren Beruf verfehlt. Oder grad keinen Bock. Whatever.

Das mit dem anderen Medikament während der Schwangerschaft ist natürlich absoluter Bulls**t. Während einer Schwangerschaft sollte man keine SSRIs nehmen, da sie - das ist mittlerweile erwiesen - fruchtschädigend wirken können. Alternativ kann man seinem Kind damit auch eine schöne Abhängigkeit einbrocken.

Nun gut. Du wirst in diesem Forum viele Meinungen finden und auch weiterführende Infos. Und wenn Du jetzt nochmal versuchen willst, Dein AD abzusetzen, findest Du hier auch Unterstützung...

Alles Gute ANTIANTI
:sports:

Re: Hallöchen!

Verfasst: 08.05.2009 14:45
von Jessileen
Danke für die Willkommensgrüße und den Link!
Den Fragebogen zu Absetzungssymptomen habe ich bereits schon durchgearbeitet :)
So, wie ich es sehe, lohnt es sich gar nicht den Arzt zu wechseln. Zumal ein neuer Termin in einer anderen Praxis wieder sicher mit einer 3 Monats-Wartefrist verbunden ist. Bis dahin wollte ich eigentlich schon keine Medikamente mehr nehmen.
So dann werde ich hier auch gar keine Fragen weiter stellen, sondern in den entsprechenden Queue wechseln :D

Re: Hallöchen!

Verfasst: 08.05.2009 17:36
von Siggi
Hallo Jessileen,

nur kurz eine Zwischenfage:
Du erwähnst folgende Symptome: frieren, Unruhe, kribbeln in den Armen, Schwindel, Panikattacken...
Huch, das sind alles Symptome die auch ich hatte, BEVOR meine Schilddrüsen-Erkrankung diagnostiziert wurde.
Hast du mal deine S.Drüsen-Werte durchchecken lassen?
Z.B. TSH-Wert
fT3 Wert
fT4 Wert,
Ultraschall
Antikörper TG TRAK
Sonogramm der S.Drüse
Solltest du all diese Werte bestimmt haben, und deine Docs -mit: " alles im grünen Bereich" abgesegnet haben,
so sei dennoch misstrauisch, denn es gibt leider nur ganz wenige Ärzte die sich wirklich und wahrhaftig mit der S.Drüsen Diagnositik
auskennen.
Solltest du eventl. S.Drüsen Werte haben, so stelle sie bitte ( mit Referenzwert) ins Forum.
Lieben Gruß
Siggi

Re: Hallöchen!

Verfasst: 08.05.2009 17:48
von Siggi
Noch ein kleiner Nachtrag Jessileen,

du hast Kiwu angesprochen..... sollte tatsächlich etwas mit deiner Schilddrüse nicht in Ordnung sein , so weißt du auch sicher, dass du z.B.
große Probleme haben wirst, überhaupt schwanger zu werden!
Lb Gr.
Siggi