Hallo zusammen!
Der Mann meiner Bekannten (Alter: 60) nimmt nun schon seit etwa drei Jahren Antidepressiva. Vermutlich ausgelöst wurde dieses "in ein Loch fallen" durch den Verlust des Arbeitsplatzes. Ich bekam mit, dass hier erst Frust und Wut über die nun schlechte soziale und finanzielle Situation einzogen, aber auch Gefühle des Versagens. Dann kam es - nach veschiedenen Kurzzeitbeschäftigungen - nochmal zu einem einjährigem Arbeitsverhältnis, welches jetzt vor einem Monat auslief. Jetzt ist es so, dass noch das "letzte Stück Weg" bis zur Rente irgendwie geschafft werden muss. Im Prinzip lebt der Mann ein Rentnerdasein: er hat den ganzen Tag Zeit, während die Ehefrau ihrem Halbtagsjob nachgeht. Allerdings ist es so, dass der Mann - kurz gesagt - alleine nichts auf die Reihe bekommt. Arbeit im und am Haus gäbe es genug, aber ohne Anleitung und ständiges Daraufhinweisen seitens der Frau kommt er gar nicht auf die Idee, was zu tun. Er sieht die Arbeit nicht, ist antriebsschwach, faul, übergewichtig. Des Weiteren scheint er kein Zeitgefühl zu haben: lebt in den Tag hinein, er frühstückt täglich mehrere Stunden, nebenbei läuft der Fernseher. Oder er sitzt stundenlang vor dem Computer (Internet).
Ich habe schon auf dieser Seite über Nebenwirkungen gelesen und da war immer die Rede davon, dass Menschen eher aktiv werden, im negativen Sinne.
Kann dennoch diese Antriebsschwäche, dieses Verfallen in Passivität, eine Folge solcher Medikamente sein?
Vielen Dank für Antworten im Vorraus!
willi