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Lendormin absetzen
Verfasst: 18.01.2010 16:30
von geraldine
Ich habe vor ca. 3 Monaten begonnen, Lendormin 0,25mg nach mehrjähriger Einnahme abzusetzen. Tagesdosis damals 2 Tabl.
Anfang/Mitte Januar bin ich bei 1,25 Tabl. angelangt und habe letzte Woche an 2 Tagen auf 1 Tabl. reduziert, worauf
Kreislaufprobleme auftraten. Wahrscheinlich wollte ich zu schnell vorankommen. Heute nun bich auf dieses Forum aufmerksam geworden und habe die Empfehlungen zum Absetzen gelesen. Leider fehlt in der "Umrechnungstabelle" Lendormin. Kann mir jemand helfen? Besten Dank im Voraus.
Re: Lendormin absetzen
Verfasst: 18.01.2010 19:00
von mücke
Hallo Geraldine
Herzlich Willkommen.
Stimmt Lendormin ( Brotizolam ) ist nicht aufgeführt.
Hab im Netz mal geschaut.
Bin aber noch nicht fündig geworden.
Gruss Mücke
Re: Lendormin absetzen
Verfasst: 18.01.2010 23:08
von geraldine
Guten Abend Mücke,
schon mal vielen Dank für die schnelle Reaktion. Ich gehe jetzt mal auf 1,5 Tabl. zurück, denn
im jetzigen Zustand geht es nicht gut. Für einen Hinweis, wie mit Brotizolam vorzugehen ist
bin ich natürlich immer dankbar,
viele Grüsse
Geraldine
Re: Lendormin absetzen
Verfasst: 19.01.2010 18:19
von mücke
Hallo Geraldine
Ich gehe jetzt mal auf 1,5 Tabl. zurück, denn im jetzigen Zustand geht es nicht gut.
Mach das und warte mit der erneuten Reduktion bis du wieder stabil bist.
Da hier nur Vorstellung eröffne für den weiteren Verlauf ein neues Thema im entsprechenden Unterforum, wenn du magst.
Gruss Mücke
Re: Lendormin absetzen
Verfasst: 05.02.2010 16:15
von mücke
Hallo Geraldine
Leider habe ich bisher keine Tabelle für die Umrechnung gefunden, nur die Halbwertzeit, welche bei 4 - 6 Std. liegt.
Weißt du mittlerweile näheres?
Gruss Mücke
Re: Lendormin absetzen
Verfasst: 06.02.2010 14:20
von antianti
Hallo Geraldine,
selbst wenn es keine Umrechnungstabelle gibt, gilt als wichtigste Faustregel, auf Dein Wohlbefinden zu achten und so langsam wie möglich zu reduzieren.
Wenn Dir die Reduktion um eine Vierteltablette zu stark war, gibt es evtl. noch einige Tricks, mit denen sich die Dosis in kleineren Schritten verringern lässt. Ich hatte hier
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=5553 mal ein paar Methoden gesammelt.
Oft kann in solchen technischen Fragen ein Apotheker helfen, da er sich - manchmal besser als ein Arzt - mit den Wirkungen und Nebenwirkungen der Medikamente auskennt. Er sollte Dir sagen können, ob Deine Tabletten z.B. als Tropfen löslich sind oder in individuell dosierte Kapseln abzufüllen sind. Eventuell gibt es den Wirkstoff auch schon fertig als Tropfen, so dass Dein Arzt Dir ein Rezept dafür ausstellen könnte.
Vielleicht probierst Du es noch einmal mit 1 Tablette, wenn Du Dich gut fühlst. Falls Du dann wieder Probleme bekommst, wäre zu überlegen, ob Du z.B. mit Trickserei (s.o.) die Tablette achteln oder noch stärker verkleinern kannst.
LG
antianti
Re: Lendormin absetzen
Verfasst: 07.02.2010 19:18
von geraldine
Hallo Antianti,
vielen Dank für den Hinweis. Ich bin noch immer bei 1,5 Tabl. und versuche es Morgen mit 1/8 weniger.
Es geht nur langsam.
LG Geraldine
Re: Lendormin absetzen
Verfasst: 25.02.2010 06:04
von PhilRS
Hallo zusammen,
das ist wirklich nicht einfach, hab auch eine Weile gesucht, [EDIT: aber man muss es auch richtig machen!]
0,25mg Brotizolam = 10mg Diazepam
Quelle (1 von 3)
Kann in die Tabelle f. Lendormin. Jetzt hab ich 3 Quellen, die nicht voneinander kopiert haben.
Vorsicht: Die Halbwertzeit von Brotizolam ist viel kuerzer (wenige Stunden!) als die von Diazepam. 10mg Diazepam kann deshalb (wegen aktiver Metaboliten und Kumulation) nach einigen Einnahmen
stärker wirken als die Äquivalentdosis 0,25mg Brotizolam. Das gibt einen Sicherheitsrahmen immerhin.
MfG
-PhilRS.
Re: Lendormin absetzen
Verfasst: 25.02.2010 08:01
von PhilRS
Hi Geraldine,
Du warst also bei 20mg Diazepam-Äquivalent und bist jetzt bei 15mg. 1/8 wäre fast 2mg. Das nach mehrjähriger Einnahme könnte zu schnell sein, also wundere Dich nicht, wenn es nicht direkt geht.
Alles Gute
-PhilRS.
Re: Lendormin absetzen
Verfasst: 26.02.2010 10:04
von geraldine
Guten Tag PhilRS,
herzlichen Dank für Deine Recherche und die Nachricht. Was Du über die kurze Halbwertzeit von Lendormin schreibst, stimmt mit meinen Erfahrungen mit Lexothanil, das ja eine erheblich längere HWZ hat, überein (der Arzt hat mir dies "zwischenhinein" verschrieben).
Aber jetzt weiss ich Bescheid und bleibe für 3-4 Wochen bei einem Achtel weniger. Bislang geht es einigermassen. Ich nehme jetzt die ganze "Portion" zum Einschlafen, nicht wie vorher in 2 Teilen, den 2. Teil nach dem Erwachen um ca. 3 Uhr. Mit dieser ganzen "Portion" erwache ich etwas später und liege dann bis zum Aufstehen wohl nur noch dösend im Bett. Mehr als max. 5 Std. schlafe ich nie.
Schön, dass es dieses Forum gibt, da einem Fachkundige zur Seite stehen. Mein Arzt (Internist) hat von diesen Dingen nicht viel Ahnung und empfiehlt mir angesichts meines fortgeschrittenen Alters (72), mich "nicht zu quälen" und die 2 Lendormin doch weiterhin zu nehmen. Das jedoch geht mir vollkommen gegen den Strich. Ich fahre fort - mit einer scharfen Klinge zum Zerteilen der Tablette.
Vielen Dank nochmals und mfG,
Geraldine
Re: Lendormin absetzen
Verfasst: 26.02.2010 16:22
von antianti
geraldine hat geschrieben:und empfiehlt mir angesichts meines fortgeschrittenen Alters (72), mich "nicht zu quälen"
Naja, wenn Dein Arzt mal in das Alter kommt, wird er feststellen, dass das Leben dann noch lange nicht vorbei ist und man gerne noch etwas davon hätte - möglichst ohne Drogen. Lass Dich nicht beirren und verfolge Dein Vorhaben weiter... aber mach langsam. Wenn Du beim nächsten Schritt merkst, dass ein Achtel zu viel ist, gibt es bestimmt einen Weg, die Tabletten noch kleiner zu machen. Wie gesagt, technisch kann einem oft die Apotheke weiterhelfen...
LG
antianti
Re: Lendormin absetzen
Verfasst: 27.02.2010 09:58
von geraldine
Danke für die Unterstützung.
LG, Geraldine
Re: Lendormin absetzen
Verfasst: 27.02.2010 16:27
von Remigius
Hallo Geraldine,
ich hab mal eine Frage wegen Deiner Reduzierung:
Beeinträchtigt Dich das Lendormin so arg, das du es ganz absetzen möchtest?
ich frag deshalb, weil meiner Ansicht , in Deinem alter, so ein Entzug schon eine gewagte Angelegenheit bedeutet!
Denn durch das absetzen des Benzos verändert sich ja ne Menge im Gehirn.
Nun ist es fraglich, ob es in einem bestimmten Alter überhaupt noch sinnvoll ist, das Benzo ganz auszuschleichen?
Ich hab mir bei mir im Alter von damals 53 schon meine Gedanken darüber gemacht!
aber wenn du trotz allem Clean leben willst, dann find ich, das Du die auch in Angriff nehmen solltest!
Wünsch dir alles erdenklich Gute!
Gruss
Remi

Re: Lendormin absetzen
Verfasst: 28.02.2010 10:29
von geraldine
Guten Tag Remigius,
zunächst: ich habe hohen Respekt vor Deiner Leistung und wünsche Dir auch alles Gute. Ja, das schlafregulierende Zentrum des Gehirns soll sich wieder aufs normale Funktionieren umstellen. Ob das noch möglich ist, wird sich zeigen. Aber ich will von Lendormin weg: abgesehen davon, dass ich einfach wieder ohne Mittel einschlafen und einen gesunderen Schlaf haben möchte, vermute ich einen Zusammenhang zwischen seit einem guten Jahr eingetretenen kalten/brennenden u. rosafarbenen Fingern und Füssen, v.a. auf der rechten Seite, und der Einnahme von Lendormin. Andere mögliche Ursachen für diese Beeinträchtigungen sind ausgeschlossen worden.
Mit freundlichen Grüssen, Geraldine
Remigius hat geschrieben:Hallo Geraldine,
ich hab mal eine Frage wegen Deiner Reduzierung:
Beeinträchtigt Dich das Lendormin so arg, das du es ganz absetzen möchtest?
Wünsch dir alles erdenklich Gute!
Gruss
Remi
