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AD als Dauerlösung?

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
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Undine
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AD als Dauerlösung?

Beitrag von Undine » Dienstag, 10.08.10, 11:39

Hallo zusammen,

ich habe mich gerade erst hier angemeldet.
Vor fünf Wochen habe ich es geschafft, mein Sertralin abzusetzen.
Ich habe es ungefähr 4 1/2 Jahre lang genommen. Eigentlich nehme ich seit ungefähr 12 Jahren immer wieder Antidepressiva, immer in recht niedriger Dosierung, obwohl ich die Heftigkeit des Absetzens kenne. Und obwohl ich mir nach jedem Absetzen vornehme, nie mehr wieder damit anzufangen.
Nur leider geht es nie lange ohne gut.
Ich merke ja jetzt bereits wieder, wie ich eine immer traurigere und hoffnungslosere Stimmung bekomme und mir das ganze Leben zu viel ist.
Das war mit AD anders.
Aber das kann doch wohl nicht sein, dass ein Antidepressivum eine Dauerlösung ist?
Ich denke schon daran, einfach wieder mit meinem Medikament anzufangen.

Undine

Ulrich

Re: AD als Dauerlösung?

Beitrag von Ulrich » Dienstag, 10.08.10, 11:58

Hallo Undine!

Du kannst mal versuchen das Setralin in der Dosis wieder zu nehmen, und wenn Du nach 3-4 Tagen
Beschwerdefrei bist, waren das immer noch Absetzsymptome auch nach 5 Wochen! Nur so kann man das testen!

Lg Uli

Undine
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Re: AD als Dauerlösung?

Beitrag von Undine » Dienstag, 10.08.10, 17:18

Hallo Ulrich,

hab ich jetzt wirklich gemacht. Also wieder eine Tablette in der alten Dosierung genommen.

Überraschenderweise hab ich mich nach gut einer Stunde schon besser gefühlt.

Kann es sich da wirklich um Absetzsymptome handeln?

:?

mücke
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Re: AD als Dauerlösung?

Beitrag von mücke » Dienstag, 10.08.10, 17:36

Hallo Undine
Kann es sich da wirklich um Absetzsymptome handeln?
Ja, ist möglich, da die Besserung schon nach so kurzer Zeit aufgetreten ist.

In welchen Zeitabständen und welcher Dosis hast du reduziert?

Gruss Mücke

Undine
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Re: AD als Dauerlösung?

Beitrag von Undine » Dienstag, 10.08.10, 18:27

Hallo Mücke,

also ich hab 25 mg genommen,
ab 30. Mai 12,5 mg
seit 9. Juli 0 mg

Der erste Schritt auf 12,5 mg war ziemlich übel, dagegen die Reduktion auf 0 relativ erträglich. Von daher war ich ganz optimistisch.

Kann das wirklich ein Zeichen für Absetzsymptome sein, wenn ich mich nach eineinhalb Stunden bereits deutlich besser fühle?
Ich hatte schon die Befürchtung, das spräche für die absolute Einbildung. Denn dass das AD in eineinhalb Stunden ganz bestimmt nicht wirkt, ist mir klar.

Undine
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Re: AD als Dauerlösung?

Beitrag von Undine » Donnerstag, 12.08.10, 11:33

Jetzt bin ich doch ziemlich überrascht.
Die letzten beiden Tage hatte ich zwar körperliche Nebenwirkungen durch die Einnahme, stimmungsmäßig wurde es aber tatsächlich recht schnell wieder recht normal.

Einerseits zwar gut so, dass ich mich wieder stabil fühle.
Andererseits finde ich es auch schlimm. Denn wie soll ich denn dauerhaft von den Medikamenten los kommen, wenn sich danach alles so entwickelt?

Dazu muss ich sagen, dass ich mich seit mindestens 1 Jahr nicht depressiv gefühlt habe. Ich war sehr motiviert und optimistisch, als ich das Medi abgesetzt habe und habe überhaupt nicht damit gerechnet, so schnell in die totale Endzeitstimmung zu geraten.

Gibts da überhaupt eine Möglichkeit?

Vor 6 Jahren habe ich Paroxetin abgesetzt. Das war wirklich katastrophal. Ich habe 20 mg innerhalb eines ganzen Jahres in Mini-Schrittchen abgesetzt, und war danach glücklich, dass ich es geschafft habe.
Aber bereits 2 Monate später war ich wieder ziemlich depressiv, habe mir aber vorgenommen, dass ich niemals wieder ein Medikament anfassen werde. Das habe ich auch ca. 6 Monate so durchgezogen, bis letztendlich gar nichts mehr ging.
Danach habe ich eben mit Sertralin angefangen. Weil ich keinen anderen Ausweg mehr gesehen habe.

Damit wurde ich tatsächlich auch wieder lebensfähig.
Und ich dachte, ich hätte mich mittlerweile so weiterentwickelt, dass ich kein Medi mehr nötig hätte. Der Entzug vom Sertralin war nach 4 1/2 Jahren im Vergleich zum Paroxtin echt erträglich.

Ich bin ja (bis letzte Woche) der Meinung gewesen, dieses ganze Depressivsein sei keine Krankheit, sondern eher ein Ausdruck meiner Tendenz, bei Problemen ganz schnell mit Rückzug zu reagieren, sei. An die Stoffwechselstörung im Gehirn glaube ich ja gar nicht.
Und eigentlich habe ich
1. mittlerweile gelernt, mich nicht mehr so schnell zurückzuziehen, und
2. habe ich gar kein Problem, das einen Rückzug ausgelöst haben könnte.

Echt ratlose Grüße :?

yas1
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Re: AD als Dauerlösung?

Beitrag von yas1 » Donnerstag, 12.08.10, 12:29

Undine hat geschrieben: Ich bin ja (bis letzte Woche) der Meinung gewesen, dieses ganze Depressivsein sei keine Krankheit, sondern eher ein Ausdruck meiner Tendenz, bei Problemen ganz schnell mit Rückzug zu reagieren, sei. An die Stoffwechselstörung im Gehirn glaube ich ja gar nicht.
Und eigentlich habe ich
1. mittlerweile gelernt, mich nicht mehr so schnell zurückzuziehen, und
2. habe ich gar kein Problem, das einen Rückzug ausgelöst haben könnte.

Echt ratlose Grüße :?
hallo Undine,
hast du denn noch was anderes ausprobiert?

ich habe dieses jahr im mai auch mein ad abgesetzt (mirtazapin).
und ich will auch nie wieder psychopharmaka nehmen.
ich weiß, dass ich spätestens ab ende oktober wieder für ein halbes jahr lichttherapie machen werde, d.h. ich werde mich jeden morgen eine 1/2 stunde vor die lampe setzen.
nach meinen positiven erfahrungen mit lichttherapie die letzten beiden winterhalbjahre kann ich lichttherapie nur empfehlen (auch wenn es glaubich keine garantie für eine wirkung gibt).
ich habe inzwischen eine eigene lichttherapielampe, (150,- im internet bestellt, eine investition, die sich für mich schon gelohnt hat)

ich hoffe, das es mir gelingt, ohne medis stabil zu bleiben, weiß auch, das es harte arbeit ist.
und wünsche dir viel erfolg

y1

p.s.: die erfahrung, dass ich plötzlich wieder "grundlos depressiv werde" habe ich auch gemacht.

Marsupilami

Re: AD als Dauerlösung?

Beitrag von Marsupilami » Donnerstag, 12.08.10, 13:23

Hallo Undine,

Die Stoffwechsel-Theorie ist wissenschaftlich tatsächlich nicht haltbar, das ist richtig.
Inwieweit man die Krankheitsbegriffe der Ärzte für sich übernehmen will, das ist auch eine Frage der individuellen Sicht. Für mich sind negative Gefühle auch nicht krankhaft im Sinne psychiatrischer Diagnosen und ich habe mit der Pathologisierung von Gefühlen große Probleme, da das für mich nicht eine hilfreiche Herangehensweise ist.
Ich wünsche Dir, dass Du für Dich etwas findest, das Dir hilft, wenn Du merkst, dass es Dir nach wie vor nicht gut geht. Es wäre schön, wenn es eine Wundertherapie gäbe, die einem nachhaltig hilft, aber das gibt es wohl leider nicht...
@Yas: Was die Empfehlung mit der Lampe soll, ist mir rätselhaft. Das bringt doch nur etwas, wenn man diese saisonale Winterdepression hat, was bei Undine doch wohl nicht der Fall ist. Bei schwerwiegenden emotionalen Problemen benötigt man therapeutische Hilfe, da ist es mit sowas nicht getan.

Gruß,

Marsu

Ulrich

Re: AD als Dauerlösung?

Beitrag von Ulrich » Donnerstag, 12.08.10, 14:18

Also Marsu jetzt muß ich mich mal einmischen. Du schreibst mir immer zu negativ, negativ und nochmal negativ was ich persönlich nicht gut finde. Wenn schon ein/e Betroffene/r berichtet, daß Ihm die Lichttherapie viel bringt so ist das absolut in Ordnung. Natürlich helfen diese Geräte allerdings ab 10000 Lux einigen Betroffenen. Und wenn das so ist, warum sollen sie dann eine Psychotherapie bevorzugen wo die Stunde 70-90€ kostet.
Als Betroffener muß ich doch überlegen, was helfen könnte und mit den Leuten hier zb. im Forum eine Lösung finden. Auch wenn wir bei der psychischen Erkrankung, gerade bei den Medikamenten zu recht eine skeptische Meinung haben, darf das kein Stillstand bedeuten, erst recht nicht nur negativ denken, auch wenn es manchmal schwer ist. Mit solch einer Denkweise hätte ich meinen Benzoentzug nie und nimmer überstanden! Jeder von uns hatte in der Vergangenheit bestimmt übelste Dinge erlebt, doch mit dem Wissen von heute haben wir doch eine Chance es anderst anzugehen, wobei eine etwas possitivere Einstellung auch eine anfangs Therapie bedeutet!

Lg Uli

Marsupilami

Re: AD als Dauerlösung?

Beitrag von Marsupilami » Freitag, 13.08.10, 13:59

Hallo Uli,

ich habe nur darauf hingewiesen, dass Undine keine Winterdepression hat, die mit Lichttherapie zu kurieren wäre, sondern ihre Depression offenbar emotionale Ursachen hat, das ist etwas Anderes und bedarf vermutlich ganz anderer Behandlungsweisen! Ich habe überhaupt nichts gegen persönlicheTipps, wie jemand ein bestimmtes Krankheitsbild bei sich lindern konnte, und wenn wer einen guten Tipp gegen Winterdepression hat, klasse, aber das kann man doch nicht auf einen Fall übertragen, der ganz anders gelagert ist und möglicherweise auch schwerwiegender ist. Jemandem, der eine Blinddarmentzündung hat zu raten, sich diesen rausnehmen zu lassen, ist ein guter Tipp, aber ihm zu empfehlen, sich die Mandeln rausholen zu lassen, geht doch einfach in die falsche Richtung...

Gruß,

Marsu

mücke
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Re: AD als Dauerlösung?

Beitrag von mücke » Freitag, 13.08.10, 15:22

Hallo Undine
also ich hab 25 mg genommen,
ab 30. Mai 12,5 mg
seit 9. Juli 0 mg
25 mg sind recht wenig. Aber 4,5 J. doch lang.
Ich hatte vor J. 100 mg genommen und die schon ab dem 4. Tg.
Ich bekam so viele NW, so daß ich es nach 2,5 Mon. abrupt absetze.
Die NW verschwanden, doch die alte Symptomatik war wieder da, Herzrasen und Panik.
Ich habe durchgehalten und es nicht bereut.
Kann das wirklich ein Zeichen für Absetzsymptome sein, wenn ich mich nach eineinhalb Stunden bereits deutlich besser fühle?
Ich hatte schon die Befürchtung, das spräche für die absolute Einbildung. Denn dass das AD in eineinhalb Stunden ganz bestimmt nicht wirkt, ist mir klar.
Schau auch hier: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 646#p39646

Gruss Mücke

Undine
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Re: AD als Dauerlösung?

Beitrag von Undine » Sonntag, 15.08.10, 10:19

Hallo zusammen,

vielen Dank an Euch alle, die Ihr mir hier geantwortet habt.

Im Moment bin ich weiterhin ratlos und unentschlossen.
Ich wünsche mir natürlich auch, endlich ohne AD leben zu können. Und wenn das Schlechtfühlen der letzten Zeit auch nur Absetzsymptom war, dann ist es ja dämlich, deswegen wieder damit anzufangen.

Die letzten 5 Tage habe ich 12,5 mg Sertralin genommen. Ich weiß, das ist nicht viel und hat sicherlich auch keine unmittelbar antidepressive Wirkung.
Vielleicht ist es besser, gleich mal wieder damit aufzuhören, bevor ich mich wieder mehr an den Wirkstoff gewöhne?

Dass ich mich letzte Woche so schlecht gefühlt habe, das könnte durchaus damit zusammenhängen, dass ich zur Zeit Urlaub habe und mir die Tagesstruktur fehlt. Sonst arbeite ich so viel, dass ich nun ein wenig überfordert bin, so viel freie Zeit füllen zu müssen. Obwohl ich mich zuvor durchaus darauf gefreut habe und ich mir schon alles mögliche vorgenommen habe, zu dem ich mich aber dann letztendlich gar nicht motivieren kann.

Egal. Jedenfalls denke ich schon auch darüber nach, was mir denn anstatt dem Sertralin helfen könnte.
Gestern habe ich beschlossen, mit dem Joggen zu beginnen. Gestern habe ich es auch gemacht, es hat mir auch ganz gut getan. Heute konnte ich mich noch nicht ganz dazu aufraffen, werde es aber bestimmt noch machen.

Da ich merke, dass mir Sonnenlicht immer ganz gut tut, hab ich auch schon daran gedacht, mich über eine Lichtlampe zu informieren, falls ich im Winter eine Verschlechterung merken sollte.
Nur dass ich schon vor Wintereinbruch so einen Stimmungseinbruch haben könnte, damit hab ich gar nicht gerechnet.

Heute habe ich mein Sertralin noch nicht genommen und möchte es glaube ich auch nicht mehr nehmen.
Und ich weiß auch, dass mir kein Mensch auf dieser Welt - erst recht kein Arzt - sagen kann, was ich tun soll.
Trotzdem, vielleicht kann mir jemand sagen, ob er das für eine gute oder eine schlecht Idee hält.

Ich schwanke immer selbst zwischen der Motivation, es einfach zu probieren und dann wieder die Erinnerung daran, wie hoffnungslos ich Anfang der Woche war. Das geht von einer Minute auf die andere so.

Würde mich sehr über eine Antwort freuen.
Viele Grüße
Undine

Marsupilami

Re: AD als Dauerlösung?

Beitrag von Marsupilami » Sonntag, 15.08.10, 13:49

Hallo Undine,

Mistsituation, dass einem kein Arzt und kein Therapeut sagen kann, was das Richtige sein könnte, dass dieser Berufsstand so sehr im Spekulativen operiert. Ob man ohne AD-um auskommt, kann man wohl nur herausfinden, wenn man es absetzt und dann lange genug wartet, bis man ausschließen kann, dass man noch Absetzsymptome hat. Hat man Dir denn eine Winterdepression diagnostiziert oder meinst Du, dass Du eine hast (saisonal abhängige Depression oder irgendwie so heißt das ja auf Neu-Ärztedeutsch)? Dann könnte die Lichttherapie ja eine passende Therapieart sein. Ansonsten gestaltet sich die Suche nach Lösung leider schwieriger. Es gibt Menschen, denen so einfach Dinge wie Sport helfen, aber das hängt natürlich stark vom Schweregrad der Depression ab. Jeder hat wohl so seine eigenen Wege, sich irgendwie von den Psycho-Symptomen abzulenken, was wohl dazu führt, dass es einem in dem Moment subjektiv besser geht, weil man eben die Symptome nicht spürt, was aber nicht bedeutet, dass sie weg sind. Wie schwer ist denn Deine Depression? Das ist ja ein so weit gefasster Begriff, der von leichter Niedergeschlagenheit bis zu einer kompletten Unfähigkeit, ein normales Leben zu führen, gehen kann. Das war es, was ich meinte, als ich sagte, dass man mit Ratschlägen vorsichtig sein muss, weil der Begriff Depression auch sehr wischiwaschi ist und es sicher sehr darauf ankommt, wie sehr man eingeschränkt ist in seinem Empfinden und der Möglichkeit, sein Leben aktiv und bewusst gestalten zu können.

Gruß,

Marsu

Undine
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Re: AD als Dauerlösung?

Beitrag von Undine » Sonntag, 15.08.10, 15:00

Hallo Marsu,

zur Zeit habe ich sicherlich keine vollständige Depression wie zu meinen schlimmsten Zeiten.

Falls Du Dir alle Beiträge durchgelesen haben solltest, hast Du vielleicht gelesen, dass ich nach dem Absetzen von Paroxetin vor ca. 6 Jahen erst mal durchgehalten habe, weil ich wirklich kein AD mehr nehmen wollte. Aber es ging kontinuierlich bergab bis ich - außer mich irgendwie zur Arbeit quälen, heulen und an Suizid denken - nichts mehr konnte. Und das über viele Wochen. Und genau an den Punkt möchte ich nicht mehr kommen.

Nach dem diesmaligen Absetzten habe ich gemerkt, dass es jetzt wieder schneller geht, dass ich von dem Gefühl von absoluter Sinnlosigkeit erfasst werde, aber das war zumindest noch so veränderbar, dass ich mich im Lauf eines Tages sowohl gut als auch schlecht fühlen konnte. (Ich hoffe, das war jetzt verständlich).

Nun und letzte Woche (also bevor ich mit dem Beitrag begonnen habe), da gab es drei, vier Tage, an denen es mir durchgängig schlecht ging und ich mich und das Leben kaum ertragen konnte. Hätte mir jemand sagen können, das würde in ein paar Tagen auch wieder verschwinden oder würde verschwinden, wenn ich einfach wieder aktiver werde und mich beschäftige, dann wäre der Zustand durchaus aushaltbar gewesen. Mit der Befürchtung, ab jetzt geht es wieder kontinuierlich bergab und in wenigen Wochen werde ich wieder völlig depressiv und lebensunfähig sein, war er nicht auszuhalten.

Eine saisonal abhängige Depression habe ich übrigens nicht.

Grüße
Undine

Marsupilami

Re: AD als Dauerlösung?

Beitrag von Marsupilami » Mittwoch, 18.08.10, 16:00

Hallo Undine,

ja, das ist echt ..., dass Ärzte eigentlich immer von Grunderkrankung sprechen, wenn es auch sein kann, dass man ähnliche Symptome vom Absetzen hat. Man ist halt immer alleine, weil keiner nix Genaues weiß und die Ärzte und auch Therapeuten erschreckend ahnungs-, verantwortungs- und gefühllos sind.
Ich wünsch Dir alles Gute, harre aus,

M.

Undine
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Re: AD als Dauerlösung?

Beitrag von Undine » Mittwoch, 18.08.10, 22:31

Danke, Marsu.

Ich hab jetzt ne Entscheidung gefällt.
Kein AD mehr!!!

Mir war das echt nicht klar, dass es ein ganz typischer Verlauf ist, dass Wochen nach Absetzen wieder größere Probleme auftreten.
Ein Grund mehr, zu lernen, endlich ohne auszukommen.

:sports:

Undine

Marsupilami

Re: AD als Dauerlösung?

Beitrag von Marsupilami » Donnerstag, 19.08.10, 15:04

Hallo Undine,

das ist ja auch sehr schwer zu beurteilen, weil die Symptome ja der "Grunderkrankung" oft ähneln und weil die Absetzproblematik von der Fachwelt nach wie vor in weiten Teilen hartnächig geleugnet wird, nach dem Motto, dass nicht sein kann, was nicht sein darf.
Ich drücke Dir ganz doll die Daumen, dass Du es ohne die Teile schaffst.

M.

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