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Hallo, Inge setzt gerade Cipralex ab
Verfasst: 03.05.2011 11:43
von Ingelein
Hallo und guten Tag zusammen,
im Thread "Cipralex absetzen" habe ich eben meinen ersten Beitrag in diesem Forum geschrieben.
Dort kann man das wichtigste lesen was meine Situation angeht.
Im Telegramstil
- Suizidversuch Okt 2010 /Einweisung Psychiatrie
- Depressionen seit- ich glaub seit immer -
- Seit Nov. 2010 nehme ich Cipralex
- jetzt geht's mir bedeutend besser und ich setze die Cipras gerade ab.
Es ist sehr schön für mich ein Forum gefunden zu haben in dem die Erfahrungen ausgetauscht werden. Zum einen gibt mir das das Gefühl nicht ganz alleine zu sein mit meinem "Kram". Und zum anderen habe ich Probleme beim Absetzen und gebe auch diese gerne weiter.
Euch allen wünsche ich das alles besser wird, oder wenn es schon besser ist, das es so bleibt.
Depressionen sind keine Schande und es ist tapfer von uns allen das wir uns diese nicht "gefallen lassen".
Gegen Bluthochdruck und Athrose und sonstwas gibt es Medikamente. Diese nimmt man mit einer Selbstverständlichkeit.
Gegen Depressionen auch.
Diese nimmt man oft hinter vorgehaltener Hand.
Ich bin da anders.
Hocherhobenen Hauptes stehe ich zu meiner "Störung" im Gehirn für die ich nichts kann.
Ich bin unendlich stolz auf mich, mein Problem in die Hand genommen zu haben und wünsche Euch das gleiche Gefühl.
Lieben Gruss Ingelein
Re: Hallo, Inge setzt gerade Cipralex ab
Verfasst: 03.05.2011 12:16
von Das-kleine-Runde
Hallo Inge

,
Herzlich Willkommen!
Ich antworte Dir in Deinem anderen Tread zum Thema Absetzen.
Hier nur kurz:
Gegen Bluthochdruck und Athrose und sonstwas gibt es Medikamente. Diese nimmt man mit einer Selbstverständlichkeit.
Gegen Depressionen auch.
Diese nimmt man oft hinter vorgehaltener Hand.
Depression läßt sich nicht als Stoffwechselstörung definieren:
http://www.adfd.org/wissen/Mythos_Stoff ... _im_Gehirn
Wenn man in AD das einizige Mittel sieht, an Depression etwas zu ändern, übersieht man einige Möglichkeiten und vereinfacht auch Zusammenhänge.
Denn an jeder Depression hat die Lebensgeschichte einen meist größeren Anteil. Beschäftigt man sich mit den daraus entstandenen Blackaden und Gefühslmustern z.B. in einer Psychotherapie, erlernt zuträglichere Verhaltensweisen und verändert die eigenen Lebensumstände so, daß sie den individuellen Bedürfnissen besser entsprechen, hat man bessere Chancen, langfristig von Depression verschont zu bleiben, als wenn man nur AD schluckt und dadurch "Heilung" erwartet.
AD kaschieren Symptome, - wird dadurch die Motivation zur Veränderung genommen, stehen sie der eigenen Entwicklung im Weg.
In Deinem anderen Thread hast Du eine Suchtproblematik erwähnt.
Was tust Du dagegen?
Liebe Grüße

Re: Hallo, Inge setzt gerade Cipralex ab
Verfasst: 03.05.2011 14:09
von Ingelein
Hallo,
vielen Dank für die rasche Antwort.
Was ich gegen meine Suchtproblematik mache. Nichts mehr konsumieren !
DAS war ja auch einer der Auslöser für meine Depressionen, das weiß ich schon.
Das Bierchen oder das Glas Wein was man mal trinkt ist nicht das Problem. Das Kiffen, das Gras was heute auf dem Markt ist, löst definitiv Psychosen aus ( spreche aus 32 jähriger Erfahrung- hab 32 Jahre geraucht und kenne den Unterschied des "Zeugs" von früher und von heute. Und das eine hat mit dem anderen überhaupt nichts mehr zu tun. Die Wirkstoffe heutzutage sind ERSCHRECKEND ). Das Kokain hat mir das Genick gebrochen. Also...kein Konsum mehr.
Ich gehe noch ab und zu mit Freunden was trinken, aber an sonsten keine Drogen mehr. Nur so gehts.
Die Cipralex waren ein Begleitmedikament weil ich in einem wirklich tiefen Loch hing mit glitschigen Wänden wo ich einfach nicht mehr rauskam. Mein Tal war ganz schön tief.
Cipras haben mich gemeinsam mit meiner Drogenfreiheit Stückchen für Stückchen aus dem Loch kriechen lassen.
Ich habe schon seit Ewigkeiten mit Depressionen zu tun. Bin 47 Jahre alt und hatte meinen ersten Suizidversuch mit 15.
Von der Einnahme irgendwelcher Pillen habe ich mir ganz sicher keine "Heilung" versprochen.
Die Ärzte mussten mich in mehreren Gesprächen davon überzeugen das es begleitend zu meiner Therapie sehr nützlich bzw. unterstützend sein kann. So haben wir mit kleinen feinen 5 mg tg. angefangen.
Die 20 mg Dosis hat dann tatsächlich einen Tatendrang in meinen Alltag gebracht. Ich habe wieder Licht am Ende des Tunnels gesehen, viel nachgedacht über meinen Selbstmordversuch und meine Familie .
Nur jetzt ist der Punkt wo ich einfach mal überprüfen muss ob es ohne Medikamente auch geht. 6 Monate ist eine gute Zeit um nochmal in sich zu gehen und zu gucken ob das Gehirn genug "gelernt" hat um ohne Medis aus zu kommen.
Werde ja sehen wie es mir gelingt.
Zur Zeit ist es so das es mich schon ganz schön runterzieht. Aber, ich arbeite gegen an.
Lieben Gruss Ingelein
Re: Hallo, Inge setzt gerade Cipralex ab
Verfasst: 03.05.2011 14:21
von Das-kleine-Runde
Liebe Inge

,
Was ich gegen meine Suchtproblematik mache. Nichts mehr konsumieren !
Das ist schön

.
Von der Einnahme irgendwelcher Pillen habe ich mir ganz sicher keine "Heilung" versprochen.
Ich wollte es nur zur Sprache bringen, denn leider wird es genau so von Ärzten gerne dargestellt und nicht als vorübergehende Krücke, um wieder Fuß zu fassen...
Aber Du siehst die Thematik differenziert.
Werde ja sehen wie es mir gelingt.
Ich wünsche es Dir!
Liebe Grüße

Re: Hallo, Inge setzt gerade Cipralex ab
Verfasst: 03.05.2011 15:01
von Ingelein
Hallo kleines Rundes,
ja es ist und bleibt nach wie vor jeden Tag ein Kampf.
Immer in Habachtstellung das sich nicht wieder diese entsetzliche Letargie einschleicht.
Das nicht konsumieren fällt mir nicht leicht. Aber ich habe keine andere Wahl.
Nach, bzw.am Anfang der Therapie...direkt auf der geschlossenen hab ich keinen Alkohol, kein Gras, kein Kokain und keine Zigaretten mehr konsumiert.
Ich war derartig euphorisch .... das konnte nicht gut gehen. Das war ein Ticken zuviel auf einmal.
Meine Therapeutin hat mir dringend geraten falls ich Suchtdruck bekomme ( und ich kann versichern, den hatte ich ), sollte ich mir unbedingt eine Zigarette anmachen damit mein Körper zumindestens das Signal bekommt "eine Sucht ist befriedigt".
Das rauchen aufzuhören war "to much".
So, deshalb rauche ich jetzt wieder.
Irgendein Laster musste ich behalten damit ich mich nicht überfordere.
Mal davon abgesehen das ich in 8 Wochen 10 Kilo zugenommen habe, was mir überhaupt nicht gefiel.
Ich danke auf jeden Fall für die netten Antworten
Gruss Ingelein