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ich geb auf, ich hab die kraft mit seroxat nicht
Verfasst: 17.06.2004 18:09
von francisco
ich wachte gestern um 3 uhr morgens auf, mit einer angst und panik wie ich sie noch nie kannte, ich hatte ANGST , war verwirrt schwitzte zitterte und meine muskeln verkrampten. ich hab sofort 1mg alprazolam unter die zumge genommen und ab zum notdienst , wärend der fahrt wurde es mir dank den tabletten etwas besser, beim notdienst haben die mir zwar zugehört sagten es wäre ein panikataccke und ich hätte ja schon eine tablette genommen und schickten mich wieder heim (ich mein im grunde haben diese leute ja recht aber in solchen fällen such ich halt schutz und wo wenn nicht in einem notdienst.) auf der heimfahrt, merkte ich dass ich innerlich wieder etwas angespannt war, doch der effekt der tablette reichte aus um wenigstens daheim angekommen etwas zu schlafen da wear es schon 6-7 morgens, um 9 uhr morgens wachte ich auf, schonwieder hippernervös angst etc... gottseidank keine so schwere attacke wie die um 3 uhr. hab dann wieder eine tablette zumir genommen 0,5 mg alprazolam , jetzt bin ich den ganzen tag nervös habe panscihe angst vor dem schlafen gehen und vor der nächsten nacht. ich hab heute meine 2 ärzte angerufen, mein normaler arzt sagt ich soll seroxat weglassen , was ich auch heute getan habe.
sollten das nebenwirkungen sein von seroxat, werd ich dieses medikament nie wieder anfassen, das gestern abend war die hölle, seit 3 tagen esse ich auch nichts mehr und hab durchfall.
hat jemand änlich angehäufte panikattacken gehabt?
kann es in der tat seroxat sein?
ich bitte um eine antwort
lg
francisco
Verfasst: 17.06.2004 19:07
von CloneX
du machst ja was durch.
es kann vom seroxat kommen. wie gesagt, gerade die ersten wochen können schlimm sein und manche vertragen es nicht.
Verfasst: 17.06.2004 20:44
von Oliver
Hallo Francisco
Ja.
Oliver
Verfasst: 17.06.2004 22:14
von Astrid
Hallo Francisco,
drei Wochen und drei Tage lange hatte ich solche Erfahrungen gemacht ab der ersten Einnahme von Paroxetin.
Es gab nur einen Unterschied. Ich war nicht allein. Fand Schutz zu Hause. Sonst hätte ich es nicht ausgehalten.
Jahrelange Depressionen und Panick sind nicht zu vergleichen mit den alles in den Schatten stellenden Gefühlen unter der ersten Veränderung durch Paroxetin. Man ist im wahrsten Sinne des Wortes "verrückt" - weg von der Mitte, die man eh nicht mehr fand.
Wie nun weiter, francisco?
Was hast du vor?
Astrid
Verfasst: 17.06.2004 22:53
von francisco
hi astrid,
wie weiter? eine gute frage die ich mir schon seit 3 tagen stelle,
ich weiss ich muss was machen denn um so länger ich mit benzos die panikattacken im schach halte um so grösser wird die gefahr von benzos abhängig zu werden, deswegen bleibt mir nicht viel zeit ein mitel zu finden bei dem ich dann schritt für schritt die benzos absätzen kann.
was hab ich vor?
ich weiss es nicht, ich weiss es beim besten willen nicht.
du schreibts du hattest solche erfahrung gemacht, da wollte ich dich was fragen:
hattest du nach ca 10 tagen wenigstens das gefühl es geht aufwärts?
wieviel attacken hattest du am tag? oder in der woche?
wie hast du die attacken ausgebremst? auch mit benzos ?
wenn ja mit welchen ?
im nachhinein würdest du sagen es hat sich gelohnt?
lebst du nun wieder normal mit seroxat?
lg
francisco
Verfasst: 18.06.2004 17:14
von Astrid
Hallo Francisco,
jetzt hab ich mich erst mal in deine Situation eingelesen.
Migräne an Ostern und nun? Die Diagnose Depression liegt nahe, aber kommt sie nicht etwas vorschnell? Es ist so „en vogue“ Depressionen zu haben, dass ich manchem Arzt zutraue ruckzuck zu dieser Diagnose zu greifen. Hier im Forum las bereits wiederholt, wie fatal dies als Fehldiagnose sein kann. Ich möchte dich nicht noch mehr verunsichern, als du es Anbetracht deiner Situation schon selbst bist. Aber ich möchte es nicht versäumen, dich auf andere Möglichkeiten aufmerksam zu machen. Hast du dich mal komplett durchchecken lassen? Falls nicht, dann solltest du das tun. Ist bei dir die Schilddrüse schon mal untersucht worden? Ganz wichtig! Habt ihr mal über das ADS-Syndrom bei Erwachsenen nachgedacht? Es wäre wichtig, dass alles auszuschließen, damit man dich nicht auf der falschen Fährte, falsch behandelt.
Nun zu deinen Fragen an mich.
Nein, ich hatte während der ersten drei Wochen und drei Tage Einnahme von Paroxetin keineswegs das Gefühl, es ginge bergauf. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich dieses Gefühl zum ersten Mal hatte. Es war ein Freitag. Morgens merkte ich, dass sich was ändert und Mittags wusste ich, ab jetzt wirkt Paroxetin. Mein Neurologe bestätigte mir diesen Eindruck, da er von verschiedenen Patienten zu berichten wusste, die die Stunde und Minute nennen konnten, in der der innere Zustand sich besserte.
Wie viele Attacken ich hatte? Zum Schluß nur noch EINE. Diagnose: Chronifizierte Panik – Dauerpanik. Es war die nackte Hölle. Bei mir war es übrigens auch Ostern, als der totale Zusammenbruch kam.
Ausgebremst habe ich die Panikattacken nur anfangs in den 80er Jahren ansonsten habe ich sie durchlebt.
Damals gab es vom Hausarzt ein „Beruhigungsmittel“. Damals wusste ich aber noch gar nicht, was ich hatte. Irgendwie gab es noch keine Worte dafür – schon gar nicht bei jungen Menschen. „Das wird schon wieder.“ war das Allheilmittel.
Erstmals von Panikattacke sprach ein Neurologe, bei dem ich 194 nach einem Zusammenbruch am Arbeitsplatz zur Diagnostik war. Ähnlich wie bei dir. Er verschrieb mir ein Medikament, dass bei Attacken für ca. 8 Stunden für Besserung im Sinne von Ausbremsen sorgte. Doch leider zeichnete sich schon damals ab, dass die Panik chronisch wurde.
Meine Erfurcht vor Medikamenten und meine Angst vor Nebenwirkungen ließen mich nur im äußersten Notfall zu Medikamenten greifen. Erst 2002 ging nix mehr ohne (s. Erfahrungsbericht).
Im Nachhinein würde ich sagen, es hat sich gelohnt. Denn da wo ich war, da waren noch nicht allzu viele und da will ich nie nie wieder hin. Ich weiß nicht, ob ich es ohne Paroxetin geschafft hätte.
Wobei ich immer wieder betone: Nicht das Paroxetin hat mich gerettet, sondern die Therapie. Doch in der war ich schon ein Jahr lang, ohne dass sich was tat, weil es nur darum ging, meinen Zustand irgendwie wieder aufzubauen und zu halten. An Änderung war nicht zu denken. Dazu war ich erst in der Lage, nachdem ich durch Paroxetin stabiler wurde.
Kein Psychopharmakon kann Panikattacken, Depressionen und Ängste wegnehmen, sondern nur helfen, dass man in den Zustand kommt, sich selbst wieder helfen zu können.
Ich lebe mit Paroxetin schon länger wieder ganz normal. Von dem Mittel spüre ich im Alltag nichts. Nachteilig waren für mich die enorme Gewichtszunahme und das Nachlassen der Libido. Enttäuschend war mein erster Absetzversuch. Seitdem bin ich auf anderem Weg und schleiche so langsam wie möglich aus. Damit komme ich ganz gut klar. Ca. 2mg im Monat lässt mich hoffen, zum Jahresende „FREI“ zu sein.
Francisco, frag gerne weiter wenn du möchtest.
Mit herzlichen Grüßen
von
Astrid
hi astrid danke für deine zeilen, heut ist freitag 18/06/04
Verfasst: 18.06.2004 22:11
von francisco
ich dank dir für deine zeilen, es ist ein gutes gefühl dass mir jemand "zuhört" .
ich versuche nervös und zitternd dir diese zeilen zu schreiben denn seit einer halben stunde (jetzt ist es 22:07) bin ich innerlich wieder sehr nervös, hab erst mal 1,5 mg bromazepam genommen, ich hoffe die tablette wirkt in ca. 30 minuten.
heute gab es 2 mal für ca 30 minuten ein gefühl von gereitztheit ich war da zwar nicht aggresiv aber irgendwie sauer, ging aber dann wieder,
sowas macht mich nervös diese ständigen stimmungschwankungen, ich war in meinem ganzen leben noch nie aggressiv ganz im gegenteil ich kenn sowas von mir garnicht.
sind dies auch syptome von seroxat?
frage: hat dein neurologe dir was gesagt welche langzeitschäden bei dauernder einnahme von seroxat entsteht?
wenn das mittel wirkt ist es dann so wie vorher? hat man innerlich dann wieder ruhe, keine angst mehr, keine dummen gedanken?
es kommt noch ein problem dazu:
ich esse seit ca. 3-4 tagen fast nichts mehr und wiege 69 kg bei 1:84 ich hab noch vor einigen wochen 75 kg gewogen.
du schreibst von nachteilen wie enorme Gewichtszunahme und das Nachlassen der Libido, normalisiert sich das wieder wenn man seroxat ausschleicht bzw. wenn man es nicht mehr einnimmt ?
lg
francisco
Verfasst: 19.06.2004 00:46
von Astrid
Hallo Francisco,
jetzt wirkt bromazepam schon seit weit über einer halben Stunde.
Ja, ich höre dir gerne zu. Weiß ich doch, wie es ist.
Oh ja, ich glaube gut und gerne, dass Aggressionen durch Seraxat (Paroxetin) freigesetzt werden können. Es wurde mir durch meinen Neurologen sehr plausibel erklärt.
Ich empfinde Wertschätzung für ihn als Mediziner, Psychiater, Mensch und Wissenschaftler. Er hat mir immer verdeutlicht, dass ich in meiner Entscheidung frei gestellt bleibe, ob ich das „Allheilmittel“ bzw. das „Teufelszeugs“ nehme. Er hat mich aber auch sofort darüber informiert, dass er Paroxetin niemals verschreiben würde, wenn eine Therapie als der „WEG NUMMER EINS“ nicht sicher gestellt sei. Der Mann weiß wovon er spricht .
Nach möglichen Langzeitschäden befragt, konnte er mir keine ausreichende Antwort geben, weil es die einfach noch nicht gibt. Das Mittel ist „erst“ seit ca. 20 Jahren auf dem Markt. Das ist aus pharmazeutischer Sicht sehr kurz, zu kurz für weitere fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse.
Du fragtest: „Wenn das mittel wirkt ist es dann so wie vorher? hat man innerlich dann wieder ruhe, keine angst mehr, keine dummen gedanken?“
Darauf kann ich dir nur antworten, wie es bei mir war:
„Ja, ich fühlte mich normal und wurde als normal wahrgenommen.!
Zum Thema Gewichtsprobleme:
Ich wog bei 1,68m immer so um die 54kg. Ich war auch mal leichter und um Weihnachten herum auch mal schwerer. Mit den Depressionen kam ich auf 56kg. Auch noch völlig normal. Doch jetzt wiege ich 66kg. Bin froh, denn es waren im Winter 68kg. Man sieht es mir deutlich an, dass ich zugenommen habe. Es schwabbelt für meine Verhältnisse. Ich war immer sehr schlank und musste mir nun komplett neue Kleidung kaufen.
Der Neurologe sieht es gelassen. Es sei normal, weil ich übers Essen kompensiere und ein Defizit aufhole. O.k., kann sein. Aber nun habe ich aufgeholt und will wieder abnehmen. Gar nicht so einfach.
Auch die Störungen im Lustempfinden gehören zu den üblichen Begleiterscheinungen von Paroxetin. Wohl dem, der mit einem Partner zusammen lebt, der dafür Verständnis zeigt. Ich habe das Glück, aber längst nicht jede(r).
Ob sich das alles wieder normalisiert weiß ich noch nicht. Noch bin ich nicht paroxetinfrei.
Aber ich bin zuversichtlich.
Die gleiche Zuversicht wünsche ich dir auch.
Mit herzlichen Grüßen
von
Astrid