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Unruhe in den Beinen/ Kribbeln nach absetzen von Paroxat

Verfasst: 02.07.2004 23:42
von deutlicher
hallo,

ich hab vor kurzem (2 wochen) das AD paroxat/paroxetin/seroxat abgesetzt. Ich hab in meinen füsse ständig eine art kribbeln, vor allem wenn ich sie ruhig halte (insbesondere wenn ich ins bett gehe) eine art unruhe.
es ist so, als müsste ich sie ständig bewegen. ist etwas schwierig zu beschreiben aber es ist auch irgendwie als würde der fuss eingeschlafen sein nur mit diesem bewegungsdrang-
hab mal gehört das man ähnliches auf schlaftablettenentzug kriegen kann. ich meine die paroxat waren schon extrem schlaffördernd/ einschläfernd

kennt das jemand?
danke für eure antworten

Verfasst: 03.07.2004 08:40
von Uschi
Hallo Deutlicher,

herzlich willkommen hier im Forum.
In welcher Menge hast Du das Seroxat genommen, und wie hast Du abgesetzt? Langsam redziert oder auf einmal?
Du kannst Dir ja auch mal das Infopaket ansehen, da steht auch drin unter welchen Absetzsymptomen man leiden kann. Hattest Du die Unruhe in den Beinen auch bei Einnahme von Paroxetin?
Ich selbst nehme ja auch noch Paroxetin, kenne das Gefühl dass man ständig die Beine bewegen will auch. Vor allem im Schlaf habe ich meine Beine ständig bewegt. Mein Mann sagte mal " wie unser Hund ". Hunde bewegen ihre Beine auch im Schlaf, als ob sie laufen wollten.
Seit ich weniger Paroxetin nehme ist es jedoch weg.
Wenn es vom schnellen absetzen kommt , könntest Du auch nochmals auf Deine letzte Dosis gehen, und dann nochmals noch langsamer reduzieren. Natürlich nur wenn es für Dich sehr belastend ist. Hast Du auch noch andere Absetzsymptome?
Ansonsten heißt es Geduld haben, sicher verschwinden die Symptome auch nach ner Weile.

Gruß an Dich Uschi

Verfasst: 03.07.2004 11:52
von deutlicher
hi uschi, ne hab ganz langsam reduziert. ein monat von 30 auf 20. ein monat lang 10 mg. dann ca. 2 wochen 5 mg. hatte das schon als ich 5 mg nahm. hab zu dem absetzen noch eine depotspritze (neuroleptikum) bekommen, damit die angst nicht auftritt. deshalb habe ich nur das mit den beinen. keine unruhe od. ähnliches. mal sehen wies aussieht wenn die spritze nicht mehr wirkt.
Ich hab Paroxat wg. diffusen ängsten und daraus resultierenden leichten depris bekommen.

andere meinungen? kennt das jemand mit den beinen meine ich?

mfg

Verfasst: 03.07.2004 11:59
von karin
ein kribbeln (besonders vor dem schlafengehen) in den beinen/füßen dürften viele hier kennen. dagegen kann man wenig tun. das vergeht irgendwann.

lg,
karin

Verfasst: 03.07.2004 14:11
von Oliver
Moin.

Ich hatte das ganz extrem, als ich 20mg Paroxetin genommen habe - ich bin nachts sogar davon aufgewacht, weil ich förmlich mit den Füssen gegen das Bett getrommelt habe. Es gibt sogar einen medizinischen Terminus dafür: RLS (Restless Legs Syndrom).
http://www.rlshilfe.de/rls-allgemein.htm hat geschrieben: RLS Patienten beschreiben ihre Beschwerden häufig als "ziehende, reißende, kribbelnde, juckende, brennende, bohrende, krampfartige oder schmerzhafte Empfindungen in den Beinen". Der Fachmann spricht von "Parästhesien" oder Dysästhesien. Betroffen sind vor allem die Unterschenkel, manchmal auch Füße, Knie und Oberschenkel. Normalerweise empfinden die Betroffen die Beschwerden weniger an der Hautoberfläche, sondern eher in der Tiefe, so als gingen sie von den Muskeln oder Knochen aus.
Warum das bei Einnahme eines SSRI auftritt könnte folgenden Grund haben:
http://www.restless-legs.org/RLSeV/RLS_Forsch/Aetil_RLS.html hat geschrieben: Die Ursache der Erkrankung konnte zwar bisher nicht geklärt werden, viele Hinweise deuten jedoch darauf hin, dass an der Entstehung der Erkrankung hauptsächlich das dopaminerge und opioide System im Gehirn und Rückenmark beteiligt sind, d.h. Nervenzellverbände, deren Hauptüberträgerstoffe Dopamin und körpereigene Opiate sind.
Der Term Selektiv im Begriff SSRI in der Tat niehmen SSRI auf einige Vorgänge im Neurotransmittersystem Einfluss - Dopamin ist ein wichtiger Neurotransmitter.
Auf der gleichen Seite wird auch erwähnt, dass RLS durch Antidepressiva verstärkt (ich würde hinzufügen: ausgelöst) werden kann:
http://www.restless-legs.org/RLSeV/RLS_Forsch/Aetil_RLS.html hat geschrieben: Diese Annahme wird auch durch die Tatsache unterstützt, dass Medikamente, die das dopaminerge System blockieren, wie z.B. klassische Neuroleptika oder einige Antidepressiva, ein RLS verstärken können.
Bei mir ist das nach dem Reduzieren auf 10mg verschwunden.

Alles Gute
Oliver

Verfasst: 05.07.2004 00:40
von deutlicher
das ist ja krass. Hab ich jetzt ne neue Krankheit. Das "restless legs syndrom"? naja mal abwarten ob es sich bessert. hoffe schon mal. habe das paroxat schon mal vor nem jahr abgesetzt und hatte es da auch, wurde eigentlich immer besser. hatte dann nen rückfall und ich mussste es wieder nehmen. dann war wieder alles vorbei. ich weiss nur nicht mehr recht ob das mit den beinen davor schon wieder vorbei, ehe ich paroxat wieder nahm. naja, komisch ist nur dass es manche bei einnahme des antidepressivums merken, manche beim reduzieren und manche bei bestimmten dosen.
Kennt sonst noch jemand die beschriebene symptomatik? hats wieder aufgehört?

Verfasst: 06.07.2004 21:12
von deutlicher
so jetzt hab ich mich nochmal schlau gemacht. Lass euch von oben geschriebenen beiträgen nicht beängstigen. das können auch typische absetzsymptome sein. oft tritt ähnliches nach schlafmittelentzug auf, da aber viele ADs schlaffördernd wirken, kann das auch hier auftreten. !

Sonst noch jemand?

Verfasst: 06.07.2004 21:24
von Oliver
Hallo deutlicher

Ich denke Du hast da was in den falschen Hals bekommen: Ich wolte mit meinem Beitrag nicht sagen, dass Du jetzt eine durch SSRI ausgelöste neue Krankheit hast, sondern dass diese Symptome eine SSRI Einnahme begleiten können. Sie sind vom RLS allerdings nicht unterscheidbar. Wie gesagt: es ist ein Symptom - die Tatsache, dass es als Neben/Absetzwirkung von SSRI auftritt zeigt aber wie tief und undifferenziert diese Medikamente in den gesamten Stoffwechsel eingreifen.

Oliver

Verfasst: 06.07.2004 22:09
von deutlicher
Oliver hat geschrieben: .. die Tatsache, dass es als Neben/Absetzwirkung von SSRI auftritt zeigt aber wie tief und undifferenziert diese Medikamente in den gesamten Stoffwechsel eingreifen.
tja, da muss ich dir recht geben. ich hoffe bei mir ist das jetzt gegessen und ich brauch das zeug nicht mehr. Hast/ nimmst du auch noch AD? welches Medikament und warum?
meine meinung ist eine gesunde psychotherapie zu machen und nur im äussersten notfall zu chemischen medikamenten zu greifen. alternativ vielleicht was natürliches wie johanniskraut.

Verfasst: 06.07.2004 22:33
von Oliver
Hallo deutlicher.

Ich hatte ziemlich genau vor einem Jahr kurzen heilsamen Kontakt mit SSRI - geheilt wurde ich da allerdings nur von der Hoffnung durch Medikamente von meinen Depressionen befreit zu werden. Auf unserer Webseite ist mein Erfahrungsbericht, den kannst Du Dir ja mal anschauen:
http://www.adfd.org/oliver.html
Was mir im endeffekt hilft/geholfen hat, habe ich hier schon mal aufgeschrieben:
http://forum.adfd.org/viewtopic.php?t=661

Bis denne
Oliver