Ich möchte mich vorstellen
Verfasst: 31.05.2012 05:22
Ich bin weiblich, 56 Jahre alt und lebe mit meinem nicht-deutschen Mann und zwei erwachsenen Kindern in einem nicht-
europäischen Ausland.
In der letzten Zeit hatte ich öfter depressive Einbrüche. Mir wurde wegen eines depressiven Ausfalls am Arbeitsplatz
(2 mal die Woche Sprachlehrerin an einem Culture-Center) nahegelegt, zum Arzt zu gehen, und mir wurde dort empfohlen,
eine längere Zeit (4-6 Monate) ein Antidepressivum zu nehmen, das dann mein Gehirn wieder richtig einstellen würde. Es
wurde aber gleich dazu gesagt, daß das meine Entscheidung sei, ob ich ein Antidepressivum nehmen wolle oder nicht, das
Krankenhaus hat einen sehr guten Ruf, glaube ich. Da ich das wollte, habe ich drei Tage lang Cymbalta eingenommen, aber
wegen der auftretenden Kopfschmerzen und der Zweifel, die mir durch das Lesen im Internet kamen, wieder aufgehört. Beim nächsten Mal habe ich dann dem Arzt gesagt, daß ich doch lieber kein Antidepressivum nehmen möchte und mich auch
schon besser fühle. Er sagte, es gäbe ja auch noch andere Antidepressiva, aber wenn ich keines möchte, könnte ich ja eine
zeitlang zum Krankenhaus kommen, nur um etwas zu sprechen. Dazu habe ich mich jetzt entschlossen, und beim letzten
mal hat mir der Arzt noch einen leichten Tranquilizer gegeben nur für Tage, an denen ich mich wieder sehr schlecht fühle.
(Ich nehme sowieso schon ein Thienodiazepin zum Schlafen, was ich vom Hausarzt bekomme. Das macht mir nichts aus
und möchte ich auch im Moment nicht absetzen.) Wenn ich allerdings so depressiv wäre, daß ich dieses Beruhigunsmittel
jeden Tag nehmen möchte, sollte ich doch lieber ein Antidepressivum nehmen, meinte der Arzt. Ich meine jetzt, daß das
nicht der Fall ist. Aber es geht mir oft so, daß ich negative Gedanken nicht abstellen kann.
Unsere ältere Tochter (25) ist früher ca dreieinhalb Jahre in Behandlung bei zwei Psychiatern gewesen, hat am Anfang ein
Neuraleptikum, beim zweiten Arzt aber mehr Antidepressiva bekommen. Aber dann hat sie die Behandlung ganz aufgehört,
der Arzt , den ich darüber benachrichtigte, sagte mir auch, daß das ginge. Seitdem ist sie fast 8 Jahre ohne Medikamente
und Behandlung. Ihr Zustand hat sich aber in dieser Zeit wieder verschlechtert, und wir wünschten uns, daß sie wieder in
ärztliche Behandlung gehen würde. Sie wollte das aber nicht mehr. Es gab immer bessere und schlechtere Zeiten. Anfang
dieses Jahres ging sie dann von sich aus eine Zeitlang zu einem Psychiater und nahm das Mittel Cymbalta ca 5 Wochen lang,
was sie deutlich aus ihrem negativen Zustand herausholte. Der Arzt wollte auch die Eltern zu einem Gespräch herbitten, was
für die Klinik spricht. Das wolle sie aber zu dem Zeitpunkt noch nicht, wie sie sagte. Dann brach sie die Behandlung aber
wieder ab. Sie sagte auch etwas über die Gefahren dieser Arzneien.
Nachdem ich jetzt soviel über die Gefahren dieser Medikamente gelesen habe, war ich ein wenig offener dafür, und sie
sagte mir, daß sie beim Absetzten der Medikamente damals Angstgefühle als Absetzerscheinung gehabt hatte.
Der Arzt, zu dem ich jetzt gehe, sagte mir, es sei gut , wenn sie, unabhängig davon, ob sie ein Mittel einnehme oder nicht,
zu einem Arzt, dem sie vertraue, regelmäßig gehen könnte.
Jetzt wußte ich nicht, ob ich das alles so schreiben sollte, auch das über meine Tochter, was ja nicht direkt mit mir zu tun
hat, aber ich habe das mal geschrieben, damit Ihr Euch ein Bild von meiner Situation machen könnt, da das ja zu meinem
Problem dazu gehört. Ich hoffe, daß es mir helfen kann, darüber zu sprechen und mich mit anderen auszutauschen.
Viele Grüsse
Veilchen
europäischen Ausland.
In der letzten Zeit hatte ich öfter depressive Einbrüche. Mir wurde wegen eines depressiven Ausfalls am Arbeitsplatz
(2 mal die Woche Sprachlehrerin an einem Culture-Center) nahegelegt, zum Arzt zu gehen, und mir wurde dort empfohlen,
eine längere Zeit (4-6 Monate) ein Antidepressivum zu nehmen, das dann mein Gehirn wieder richtig einstellen würde. Es
wurde aber gleich dazu gesagt, daß das meine Entscheidung sei, ob ich ein Antidepressivum nehmen wolle oder nicht, das
Krankenhaus hat einen sehr guten Ruf, glaube ich. Da ich das wollte, habe ich drei Tage lang Cymbalta eingenommen, aber
wegen der auftretenden Kopfschmerzen und der Zweifel, die mir durch das Lesen im Internet kamen, wieder aufgehört. Beim nächsten Mal habe ich dann dem Arzt gesagt, daß ich doch lieber kein Antidepressivum nehmen möchte und mich auch
schon besser fühle. Er sagte, es gäbe ja auch noch andere Antidepressiva, aber wenn ich keines möchte, könnte ich ja eine
zeitlang zum Krankenhaus kommen, nur um etwas zu sprechen. Dazu habe ich mich jetzt entschlossen, und beim letzten
mal hat mir der Arzt noch einen leichten Tranquilizer gegeben nur für Tage, an denen ich mich wieder sehr schlecht fühle.
(Ich nehme sowieso schon ein Thienodiazepin zum Schlafen, was ich vom Hausarzt bekomme. Das macht mir nichts aus
und möchte ich auch im Moment nicht absetzen.) Wenn ich allerdings so depressiv wäre, daß ich dieses Beruhigunsmittel
jeden Tag nehmen möchte, sollte ich doch lieber ein Antidepressivum nehmen, meinte der Arzt. Ich meine jetzt, daß das
nicht der Fall ist. Aber es geht mir oft so, daß ich negative Gedanken nicht abstellen kann.
Unsere ältere Tochter (25) ist früher ca dreieinhalb Jahre in Behandlung bei zwei Psychiatern gewesen, hat am Anfang ein
Neuraleptikum, beim zweiten Arzt aber mehr Antidepressiva bekommen. Aber dann hat sie die Behandlung ganz aufgehört,
der Arzt , den ich darüber benachrichtigte, sagte mir auch, daß das ginge. Seitdem ist sie fast 8 Jahre ohne Medikamente
und Behandlung. Ihr Zustand hat sich aber in dieser Zeit wieder verschlechtert, und wir wünschten uns, daß sie wieder in
ärztliche Behandlung gehen würde. Sie wollte das aber nicht mehr. Es gab immer bessere und schlechtere Zeiten. Anfang
dieses Jahres ging sie dann von sich aus eine Zeitlang zu einem Psychiater und nahm das Mittel Cymbalta ca 5 Wochen lang,
was sie deutlich aus ihrem negativen Zustand herausholte. Der Arzt wollte auch die Eltern zu einem Gespräch herbitten, was
für die Klinik spricht. Das wolle sie aber zu dem Zeitpunkt noch nicht, wie sie sagte. Dann brach sie die Behandlung aber
wieder ab. Sie sagte auch etwas über die Gefahren dieser Arzneien.
Nachdem ich jetzt soviel über die Gefahren dieser Medikamente gelesen habe, war ich ein wenig offener dafür, und sie
sagte mir, daß sie beim Absetzten der Medikamente damals Angstgefühle als Absetzerscheinung gehabt hatte.
Der Arzt, zu dem ich jetzt gehe, sagte mir, es sei gut , wenn sie, unabhängig davon, ob sie ein Mittel einnehme oder nicht,
zu einem Arzt, dem sie vertraue, regelmäßig gehen könnte.
Jetzt wußte ich nicht, ob ich das alles so schreiben sollte, auch das über meine Tochter, was ja nicht direkt mit mir zu tun
hat, aber ich habe das mal geschrieben, damit Ihr Euch ein Bild von meiner Situation machen könnt, da das ja zu meinem
Problem dazu gehört. Ich hoffe, daß es mir helfen kann, darüber zu sprechen und mich mit anderen auszutauschen.
Viele Grüsse
Veilchen