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Es wird schlimmer - was mach´ich jetzt?

Verfasst: 04.08.2004 10:50
von ashnak
Hallo,

ich bin ende Dezember 2003 von 10mg auf 0mg Paroxetin gesprungen, weil ich so einiges damals nicht wusste...
Jetzt geht es mir immer schlechter. Gerade habe ich folgendes auf der Drugawareness-Seite gefunden (Jeweils mit zeilenweiser Übersetzung von mir):

Schneller Entzug führt zu:

Creating bouts of overwhelming depression
- Anfälle erdrückender Depressionen

Stark zunehmend bei mir.

Producing a MUCH longer withdrawal and recovery period than if you had come off slowly
- Die Entzugsperiode wird wesentlich länger als bei langsamem Entzug.

Hab´ich keinen Vergleich.

Overwhelming fatigue causing you to be unable to continue daily tasks or costing your job
- Erdrückende Müdigkeit, die zu Jobverlust führen kann.

Ich komme morgends kaum noch aus dem Bett undbin ständig müde.

Having a psychotic break brought on by the terrible insomnia from the rapid withdrawal, and then being locked in a psychiatric ward
- Risilo eines psychotischen Zusammenbruchs, ausgelöst von sterker Schlaflosigkeit. Einweisung und die Psychiatrie.

Seit Januar finde ich nur noch manchmal eine Nacht durchgehenden und erholsamen Schlafes von mehr als drei Stunden, wennich Medikamente nehme. (Lendormin oder Normoc).
Psychotisch, was heisst psychotisch? In letzter Zeit empfinde ichdie Welt irgenwie als bedrohlicher, habe das Gefühl, von anderen Menschen irgendwie getrennt zu sein, steigere mich in Sachen viel stärker ´rein.
Außerdem fühle ich mich oft irgendwie wie auf dem falschen Planeten, irgendwie völlig verdreht.

Ending up going back on the drugs (each period on the drugs tends to be more dangerous and problematic than the previous time you were on the drugs) and having more drugs added to calm the withdrawal effects
- Rückehr zur Medikamenteneinnahme mit erhhöhter Dosis. Jede neue Einnahmephase ist Problematischer.

Tja, isses das? Nochmal anfangen und dann langsam aufhören?
Oder werden meine Probleme irgendwann wieder verschwinden?

Seizures and other life threatening physical reactions
- Schlaganfälle(?) und andere lebensbedrohliche körperliche Reaktionen.

Will ich mal nicht hoffen.

Violent outbursts or rages
- Wutanfällte.

Das nicht gerade, aber ich bin innerlich oft sehr zornig.

Leute, ich weiß nicht, wie ich weitermachen soll. Ich bin kurz davor, endgültig fertig zu sein. Hab´seit Januar nicht mehr richtig geschlafen, leide unter Antriebslosigkeit und Müdigkeit, fühle mich nur noch krank.
Ich habe Angst, daß das nie wieder weg geht. Ich will endlich wieder normal schlafen; die Medikamente nehme ich nicht öfters als einmal die Woche, um eine Abhängigkeit zu vermeiden.

Habt ihr mir irgendeinen Rat?
Wisst ihr irgendwelche Ärzte, an die ich mich wenden kann, die die Problematik verstehen?

Gruß,
Ashnak

Verfasst: 04.08.2004 12:22
von Oliver
Hallo Ashnak.

Puhh ... dat is schwär ... janz schwär. Die Seite von Anne Tracy ist echt heftig und in meinen Augen eine Darstellung des äußerst seltenen Extrems dessen was passieren kann. Aber wenn es Dir wirklich ähnlich geht und Du wirklich vermutest, daß es durch das zu schnelle Absetzen von Paroxetin ausgelöst wurde, wäre der einzige logische Schritt wieder mit der Einnahme von Paroxetin zu beginnen und zu schauen, ob die Symptome sich bessern. Dann müsstest Du das Medikament nach einer gewissen Stabilisierungsphase gaaaanz langsam absetzen.

Alles Gute
Oliver

BTW: "seizures" sind Krämpfe/epileptische Anfälle - nicht Schlaganfälle (das wäre "stroke")

Verfasst: 05.08.2004 14:23
von CloneX
Hallo Ashnak,

tut mir leid dass es dir so schlecht geht.

Anne Tracy haut ziemlich auf den Putz - sie spricht wirklich von den extremsten Fällen. Sicher will sie Leute dazu bringen langsam auszuschleichen. Allerdings macht sie Leuten wie dir und mir auch Angst, die schon länger damit beschäftigt sind.

Da du dich mit Englisch etwas auszukennen scheinst möchtest du vielleicht hier mal Nachfragen: http://www.paxilprogress.org/phpBB2 . Ein ganzes Forum voller "Paroxetine-Abhängiger".

Guter Rat ist teuer.

Viele Möglichkeiten gibt es ja nicht. Entweder es durchstehen oder zurück (vielleicht reicht ja auch eine geringere Dosis).

Die Chance hier einen Arzt zu finden ist fast gleich Null - ich kenne deine Situation. Nichts hätte ich jetzt lieber als einen Arzt an den man sich wenden könnte und der einem sagt was zu tun ist. Die wenigstens haben von Entzug gehört und schon gar nicht von so einem "langen" über Monate. Da wirst du eher der(die?)jenige sein, der dem Arzt was erzählt.

Gehst du zur Zeit noch arbeiten ?