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citalopram und promethazin

Verfasst: 27.10.2003 17:25
von dornröschen
erstmal ein ganz liebes "hallo" an euch alle,
ich habe folgendes problem:
meine ärztin hat bei mir depressionen festgestellt und mir citalopram (20mg/tag) und promethazin (5-50mg, da soll ich rumprobieren) verordnet.
letzteres damit ich schlafen kann. das ist auch echt nötig, ich fühle mich seitdem ich das citalopram nehme- das sind jetzt sechs tage- total unruhig.
im internet habe ich gelesen, dass es beim absetzen der medikamente echte probleme geben kann und auch sonst die nebenwirkungen gravierend sind.
wer hat denn erfahrungen mit den medikamenten?
ich wäre für hilfe sehr dankbar.

dornröschen
... und ich würde so gerne hundert jahre schlafen...

Verfasst: 27.10.2003 17:41
von Hoschi
Hi Dornröschen,

ich nehme auch seit ca. 3Wochen Citalopram. Habe aber die ersten drei Tage mit 10mg angefangen, dann 20mg für weitere 3Tage und jetzt 30mg. Die ersten beiden Tag nach der Erhöhung habe ich auch tierisch gezittert und hatte einen dicken Schädel. Die Nebenwirkungen sind jetzt aber weg, bis auf ein ganz kleines "Rest-Zittern".

Hoffentlich hilft Dir das weiter :roll:
Hoschi

Verfasst: 27.10.2003 21:18
von dornröschen
ich hatte nicht erwähnt, dass ich zunächst remergil bekommen habe- davon bin ich aber total müde gewesen, wochenlang. immerhin ging es mir besser und mein hausarzt meinte ich könnte es absetzen... dann kam der tiefe fall.
wie gesagt, unter remergil war ich dauermüde und jetzt mit citalopram fühle ich mich so unruhig, ängstlich... fast wie auf drogen. ich dosiere es aber genau nach vorschrift meiner ärztin.
jetzt überlege ich halt ob ich es absetze oder ob ich da durch muss...

dornröschen

Willkommen im Forum!

Verfasst: 27.10.2003 23:42
von Linda
Liebes Dornröschen,

Zuerst willkommen im Forum.

Ich habe Deine Beiträge durchgelesen und bin gleich über den Satz "meine ärztin hat bei mir depressionen festgestellt" gestolpert.

Kannst Du uns erzählen, was Dir genau gefehlt hat? Glaubst Du auch, dass Du an Depressionen leidest?

Dann erwähnst Du, dass Dein Hausarzt Dir erzählt hat, Du könntest das Remergil, was Du "zunächst bekommen hast" (von wem?) absetzen.

"Dann kam der tiefe Fall".

Hhmm... es ging Dir also nach dem Remergil so schlecht, dass die Ärztin (die nach dem Hausarzt kam??) Dir Citalopram verschrieben hat (mit dem selbstzudosieren Medikament Promethazin) nach der Diagnose Depression - um die Absetzprobleme vom Remergil zu lösen??.......

Bin etwas verwirrt, kannst Du uns noch mehr erzählen? Dein Alias lässt auch vermuten, dass Du das Leben gerade nicht so toll findest.
Liebe Grüße Linda

Verfasst: 28.10.2003 13:33
von dornröschen
danke für eure antworten :-)
ich versuche mal meine etwas wirren angaben zu präzisieren:
mein freund hat ganz unvermittelt mit mir schluß gemacht nachdem er mir monatelang von der großen liebe erzählt hat... dann hatte ich so eine art nervenzusammenbruch. so einen ähnlichen fall hatte ich schon mal vor vier jahren, also ich weiß dass ich sehr emotional auf trennungen reagiere- deshalb hat mein hausarzt mir remergil verschrieben. ich habe das dann ungefähr fünf wochen genommen und mir ging es auch schon besser- ich war aber ständig müde und wie betäubt. mein arzt hat dann gemeint ich könnte das zeug absetzen- das habe ich auch gemacht. ging zwei wochen gut, dann habe ich mich total schlecht gefühlt, drei tage nur geheult und mich nicht mehr aus dem haus bewegt.
dann habe ich mir einen termin bei einer psychiaterin gegeben, die mir das citalopram verordnet hat...
sie meinte ich wäre ja nervlich völlig am ende und es würde mir helfen wieder klarer zu sehen. eine psychotherapie habe ich jetzt auch angefangen, aber dadurch kommen die gefühle immer wieder hoch und ich fühle mich noch schlechter...
was meint ihr dazu?

Verfasst: 28.10.2003 14:09
von CloneX
Hi Dornröschen,

Das sind ja fast Zustände wie in den USA. So schell verschreiben die mittlerweile Antidepressiva ? :roll:

Tut mir leid, das mit deinem Freund. Aber ich denke es wär sinnvoller gewesen, wenn dein Arzt dich ERST auf eine Therapie angesetzt hätte bevor er irgendwelche Medikamente verschreibt. Es macht wahrscheinlich mehr Sinn, wenn du lernst mit solchen Trennungen umzugehen. Es ist natürlich nicht immer leicht gleich einen guten Therapeuten zu finden.

Aber Antidepressiva sollten wirklich erst eingesetzt werden, wenn alle anderen Sachen versagt haben (Therapie, Sport, leichte natürliche Mittel wie Johanneskraut, Ablenkung, Meditation, usw.)

Ich weiß nicht ob es wert ist, sich gleich in den Kreislauf der Antidepressiva zu begeben. Wie du siehst sind die alle nicht ohne. Und vielleicht ging es dir die zwei Wochen nach Remergil auch auf einmal so schlecht weil du Ansätze von Absetzungserscheingungen hattest - möglich wärs, muss aber nicht.

Ich weiß nicht wie schlecht es dir geht, aber mein Ratschlag wäre, deine Probleme erstmal auf natürlichem Wege zu lösen. Natürlich is "Pillenschmeißen" einfacher, aber es löst nicht deine Probleme. Viele Menschen müssen Verluste und Trennungen hinzunehmen. Davon bricht die Welt nicht zusammen (ich weiß, das ist einfach zu sagen). Aber wenn du die Chance jetzt nutzt zu erlenen mit solchen Situationen umzugehen, dann wird es dir vielleicht später im Leben auch von Nutzen sein.

Wenn irgendwann alle Strick reißen kannst du doch immer noch ein AD nehmen.

Ich denke es wird dir auch irgendwann besser gehen wenn du deine Probleme rauslässt beim Therapeuten und nicht in dich hineinfrisst.

Das wird schon :)

Verfasst: 28.10.2003 15:17
von Linda
Liebes Dornröschen,

jetzt verstehe ich - danke.

Meines Wissens wurden Antidepressiva nicht entwickelt, um unangenehme Lebenssituationen zu beseitigen. Leider werden - insbesondere die SSRI (weil sie ja angeblich keine Nebenwirkungen haben und auch nicht abhängig machen) oft für solche Lebenskrisen verschrieben. Ich könnte Dir nicht erzählen, wie oft ich das gesehen habe.

Deine Reaktion auf eine Trennung ist eine normale menschliche Reaktion auf ein Verlusterlebnis. Diese Krisen sind auch da, damit wir mehr über uns und andere lernen können. Ohne diese Krisen können wir als Menschen nicht wachsen. Ich weiß, wie schmerzlich Trennungen sind, und wie sie uns in die tiefsten Löcher stürzen können. Aber eine Pille bewahrt Dich nicht vor einer weiteren Trennung - ich stimme Clonex zu, dass es besser wäre, Deine Gefühle zu hinterfragen und zu lernen, wie man mit einer Trennung und die damit gebundenen Ängsten usw. zurechtkommen kann.

Mit diesen Medikamenten gibt es auch die Gefahr, dass man auf eine Art Karussell kommt, von dem man nicht absteigen kann. Wenn es Dir vor dieser Trennung nicht schlecht ging, dann würde ich nicht meinen, dass Du depressiv bist.

Überlege es Dir, ob Du nicht auch ohne die Medikamente das Ganze anpacken könntest. Sie sind wirklich nicht eine Allzwecklösung, wenn das Leben nicht so läuft, wie wir uns das vorstellen.

Was meinst Du?

Liebe Grüße

Linda

Verfasst: 28.10.2003 15:47
von dornröschen
eigentlich ging es mir schon in der beziehung schlecht und ich habe oft geweint... ich habe irgendwie ein problem mit der liebe und mit männern, ich kann das noch nicht genau definieren.

ich fühle mich jetzt schon so schlecht, in der therapie muss ich dann ja auch noch über meinen ex und meine gefühle sprechen, dann kommt alles wieder hoch...

ich habe angst dass ich die therapie abbreche weil ich mich eigentlich seit wochen immer mieser fühle... obwohl mein therapeut echt nett ist...

meint ihr es ist sinnvoll ein medikament abzusetzen wenn doch gerade bald die erwünschte positive wirkung eintreten sollte?

ganz vielen lieben dank

Verfasst: 28.10.2003 17:03
von CloneX
hi dornröschen,

du hattest mir ja auch ne nachricht geschrieben.

wenn es dir während der beziehung auch schon schlecht ging, ist es natürlich etwas schwieriger die situation zu entscheiden. wenn du jetzt "nur" wegen der trennung schlecht drauf bist, dann würde ich das eher nicht als klinische depression einstufen. auch wenn es natürlich eine schlimmes erlebnis ist.

falls sich bei dir aber schon vorher eine depression angekündigt hat und die jetzt schlimmer geworden ist, dann ist es wieder etwas anderes.

es ist leider schwer eine ferndiagnose zu stellen. eigentlich sind diagnosen von depressionen sowieso immer schwer :-\

ich will dir auch keinen falschen rat geben.bin kein experte. wenn du immer tiefer in ein loch fällst muss natürlich etwas getan werden. vielleicht lässt es sich auch mit johanneskraut, etc behandeln ? joggst du (scheiss wetter dafür, ich weiß) ?

wenn du das ssri nimmst, sei dir gewisser risiken bewusst. es kann natürlich auch sein dass es wunderbar bei dir wirkt, du irgendwann aufhörst und du bist übers gröbste hinaus. oder es wird dadurch alles viel schlimmer. leider ist das eine verzwickte sache :-\

wie genau geht es dir denn schlecht ? kannst du das beschreiben ?

Verfasst: 28.10.2003 17:50
von dornröschen
also ich gehe schon so zweimal in der woche zum sport... neulich musste ich mitten in der stunde anfangen zu heulen und bin rausgerannt.
so kenne ich mich garnicht.
ich habe gehört das johanniskraut ewig braucht bis es wirkt... meine psychiaterin hat mir davon abgeraten.
ich weiss auch nicht... ich muss ständig daran denken, was ich in der beziehung falsch gemacht habe... mache mir die ganze zeit vorwürfe. manchmal ist mir richtig körperlich schlecht davon und ich bekomme kaum luft... sowas hatte ich noch nie. das war aber auch schon vor dem citalopram so, ist also wohl keine nw.
wie groß sind denn die risiken mit dem medikament und welche schwierigkeiten kriege ich noch?
oh... bitte nicht noch mehr probleme... ich weiß echt keinen rat