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falsche Dosierung?
Verfasst: 15.10.2004 08:03
von Chelsea
Hallo Ihr Lieben,
nun mal meine erste Frage hier in dieser Runde... mal kurz ein paar Dinge zu meiner Person. Ich bin 35 Jahre alt und habe schon seit vielen, vielen Jahren teilweise ganz arge Depressionen und jede Menge psychosomatische Geschichten - war aber nie in Behandlung. Seit fast zwei Jahren sind nun auch noch Panikattacken dazugekommen. Nun ja, ich hab versucht, das Alles irgendwie alleine in den Griff zu bekommen - was aber nicht so wirklich funktioniert hat - und habe mir dann vor 2 Monaten einen neuen Hausarzt gesucht und hab ihm meine ganzen Probleme geschildert. Er hat mir dringend zu einer Therapie geraten - bin ich ganz seiner Meinung und mir geraten, erstmal ein AD zu nehmen. Nach langen Diskussionen (weil ich nicht wollte) hab ich dann Zoloft mitbekommen und sollte mit 50mg anfangen. Die ersten 14 Tage waren echt der Hammer! Sowas von Nebenwirkungen hab ich mir nicht träumen lassen.... gut, danach merkte ich doch eine deutliche Besserung meiner Stimmung. Ich war schon seit Jahren nicht mehr so ausgegelichen, ich kann nachts mal wieder schlafen, ich rutsche nicht mehr in diese depressiven Phasen ab, und und .... Habe auch einen (glaub ich mal) guten Therapeuten gefunden, bei dem ich jetzt erstmal meine Probesitzungen mache.
Also, bis vor 3 Tagen war ich zum ersten Mal seit vielen, vielen Jahren recht zufrieden und konnte mal wieder zuversichtlicher in die Zukunft blicken. Keine Ahnung was dann passiert ist...? Mittlerweile "sitze" ich wieder in diesem dunklen Loch und ich fühle mich total schlecht.... ich bin gerad - Gott sei Dank - noch allein im Büro und hab echt Mühe, nicht in Tränen auszubrechen....
Ist das normal bei der Einahme von Zoloft? Sollte ich evtl. das Medikament wechseln, oder evtl. die Dosis erhöhen?????? Für ein paar Tips und Ratschläge wäre ich echt dankbar!
liebe Grüße
Chelsea
Verfasst: 15.10.2004 08:44
von Uschi
Hallo Chelsea,
es kann sehr wohl sein, dass Dein Körper sich jetzt an die Dosis gewöhnt hat. Bei mir war das mit dem Paroxetin nach einem halben Jahr so, da hab ich dann erhöht. Sprich doch noch mal mit Deinem Arzt darüber.
Vielleicht ist die Dosis die Du nimmst noch zu wenig.
Hast Du Deine Therapie schon angefangen?
Was machst Du sonst noch gegen Deine Depressionen? Auf die Medikamente allein solltest du Dich nicht verlassen. Tägliche Bewegung ist auch sehr gut, gegen Depressionen.
Gruß an Dich Uschi
falsche Dosierung?
Verfasst: 15.10.2004 13:13
von Chelsea
Hallo Uschi,
lieben Dank für die schnelle Antwort... bei dem Therapeuten hab ich ja erstmal meine 6 Probesitzungen, aber ich / wir sind uns schon einig, dass wir die Therapie zusammen machen wollen - ist ein Verhaltenstherapeut. Ist übrigens ein gutes Stichwort gewesen. Ich war am Mittwoch dort zur Stunde und hab die Themen über die wir gesprochen haben wirklich als richtig unangenehm empfunden.... seit Mittwoch geht's mir auch wieder sichtlich schlechter. Da wird wohl ein Zusammenhang bestehen.
Tja, was mache ich sonst gegen meine Depressionen..? Wir haben zwei Hundis die beigeisterte Spaziergänger sind. Also hab ich unter der Woche (bin berufstätig) abends immer noch eine Stunde "Frischluft". Am Wochenende dann so 2 - 3 Stunden. Außerdem hatte ich auch mit dem Joggen begonnen, was mir dann leider einen Muskelfaserriss in der Wade eingebracht hat. Das Thema Sport ist damit erstmal wieder "auf Eis" gelegt. Nun ja......
Hmm, werd mal in mich gehen, ob ich nochmal bei meinem Arzt vorbeischaue und frage, ob wir die Dosis nochmal erhöhen wollen. Hab nur Bedenken, dass dann auch wieder die ganzen Nebenwirkungen von vorne anfangen...
liebe Grüße
Iris
Verfasst: 15.10.2004 13:19
von Oliver
Hallo Chelsea.
Es kann gut sein, dass das Medikament Dir noch nicht mal wirklich hilft, sondern es Dir "nur" besser ging, weil sich jetzt was ändert. Das ist natürlich schon viel wert und du solltest die Ehre vielleicht eher anderen Faktoren zukommen lassen, als einem sehr fragwürdigem Medikament. Du hast eine Diagnose, einen Arzt der Dich ernst nimmt, du fängst eine Therapie an ... Du hast wieder Hoffnung - das sind alles extrem wichtige Faktoren, welche Deine Stimmung beeinflussen. Auch der Gedanke:"Wenn das Medikament so starke Nebenwirkungen hat, dann muss es ja wirklich was amtliches sein", könnte eventuell dazu beigetragen haben. Du hast natürlich auch Hoffnung in das Medikament. Fakt ist, dass der Placebo Effekt gerade bei Depressionen etc. eine weitaus größere Rolle spielt als im Allgemeinen angenommen. Ich möchte jetzt nicht zu weit ausholen, aber die Wirkung von SSRI wird generell stark überschätzt und die Wichtigkeit von anderen Faktoren bei der Genesung von seelisch Kranken wird extrem unterschätzt.
Erwarte keine Zauberdinge von Zoloft und Co. Wenn es jetzt noch nicht (oder schon nicht mehr) hilft, setze es ab. Lass Dich nicht auf das Spielchen:"Wenn es jetzt nicht hilft, hilft es vielleicht nächste Woche." ein. Du nimmst es jetzt schon lange genug, um die Wirkung abschätzen zu können. Lies mal hier im Forum und überlege Dir worauf du jetzt deine Hoffnung setzt.
Was die Dosierung angeht: die empfohlenen Dosen sind für die meisten Patienten sowieso zu hoch.
Noch was: wenn Du zu Beginn der Einnahme starke Nebenwirkungen hattest, solltest du das Zoloft auch nach so kurzer Zeit vorsichtig ausschleichen - Dein Arzt wird das für Quatsch halten, aber das ist meine Erfahrung und die Erfahrung vieler anderer mit SSRI, und die zählt für mich mittlerweile mehr als das was alle Ärzte dieser Welt zusammen sagen.
Alles Gute
Oliver
Verfasst: 15.10.2004 14:02
von Candy
Hallo Chelsea,
hab gerade deinen Beitrag gelesen.
Schau dich mal ein bischen in diesem Forum um, dann wirst du schnell merken, dass Oliver dir da wirklich gute Anstösse gegeben hat.
Also, ich war bis gestern 4 Monate in einer Klinik zur stationären Therapie und habe dort (dafür bin ich meinem Therapeuten und Arzt vor Ort auch sehr dankbar) Einiges an ADs ausprobieren dürfen, deswegen bilde ich mir jetzt mal ein

, dass ich weiss, wovon ich spreche.
1. Ich empfehle dir dringenst, die Dosis NICHT zu erhöhen. Grundsätzlich ist das, was die sogenannte "Normaldosis" pro Tag angeht für nicht gerade wenig Patienten viel zu viel. Einige, so wie ich, reagieren derart empfindlich, dass man ganz genau nachspüren muss, an welcher Stelle die Dosis so ok ist, bzw. was sich exakt verändert, wenn man die Dosis vorsichtig erhöht. Das ist eine schwierige Gratwanderung - gerade, wenn man sich noch nicht so auskennt damit. Aber wenn bei dir die anfänglichen Nebenwirkungen schon so heftig waren, dann solltest du auf keinen Fall die Dosis erhöhen.
Ich bin z. B. gerade dabei, mal genau hinzuschauen, ob ich mit meiner sog. Normaldosis an Trevilor nicht meine Grenze schon überschritten habe, soll heissen, ich bin ganz schön dolle nervös und unruhig und werde mal austesten, ein Drittel der Dosis wegzulassen.
2. Medis können immer nur eine "Stütze" sein, die für einen gewissen Zeitraum eingesetzt werden sollten. Dass davon die Depressionen verschwinden, ist Utopie. Es ist halt einfach nur "aushaltbarer". Die Antwort, warum es dir seit 3 Tagen wieder schlechter geht, hast du dir ja schon selbst gegeben. Das IST Therapie. Belastende Themen werden berührt und aufgewühlt und schon geht es dir schlechter. Da wird dich auch kein AD vor bewahren können.
Also: versuchen, daran zu denken, dass du aus dem Loch auch wieder raus kommst, NICHT das AD erhöhen!!! Sieh zu, dass du das Zoloft alsbald wieder "ausschleichst". Diese Sch....tabletten haben noch keinem geholfen, wieder "gesund" und stabil zu werden - das geht nur mit Therapie, und da bist du ja schon auf dem richtigen Weg!
Allles Gute dir!
Gruß, Candy
Verfasst: 15.10.2004 14:11
von Chelsea
Hallo Oliver,
hmm, also, nun ja... grundsätzlich bin ich kein Freund von Medi's irgendwelcher Art. Als ich in der letzten Woche nochmal beim Doc vorbeigeschaut hab, wurde ich gleich wieder damit "aufgezogen", dass er noch nie einen Patienten erlebt hat, der sich so vehement gegen Tabletten gewehrt hat. Der Gute ist übrigens auch der Ansicht, dass solche Tabletten nie nicht Nebenwirkungen bei der Einnahme (war nur auf meine Ablehnung der Medi's zurückzuführen) oder beim Absetzen haben. Ich könnt von heut auf morgen damit aufhören... das sollte ich dann aber gemeinsam mit dem Therapeuten beschließen. Ok, nur mal so am Rande...
Wie Du siehst, grundsätzlich bin ich Deiner Meinung... und nun folgt (natürlich) das ABER.

Bevor ich mich zu Zoloft hab "überreden" lassen, bin ich kurz davor gewesen, von der nächsten Brücke zu springen, weil ich das Alles echt nicht mehr ertragen konnte.... und mit dieser Option, und zusätzlich vielleicht noch Absetzsymptomen, auf die Tabletten verzichten? Ehrlich, davor hab ich momentan eine Heidenangst....
viele Grüße
Chelsea
Verfasst: 15.10.2004 23:11
von Oliver
Hallo.
Chelsea hat geschrieben:
Bevor ich mich zu Zoloft hab "überreden" lassen, bin ich kurz davor gewesen, von der nächsten Brücke zu springen, weil ich das Alles echt nicht mehr ertragen konnte.... und mit dieser Option, und zusätzlich vielleicht noch Absetzsymptomen, auf die Tabletten verzichten? Ehrlich, davor hab ich momentan eine Heidenangst....
Ging mir genau so ... Ich habe mich erst auf Medikamente eingelassen, als ich dachte es geht nicht mehr ohne - zwar nicht in einer akuten depressiven Phase aber als ich meinte, wenn ich noch mal in so ein Loch falle, ist es vorbei. Mein Neurologe sagte damals auch:"SSRI sind so verträglich wie Leitungswasser", *müdegrins*. Für Ärzte gilt das gleiche, wie für uns alle: ein Großteil unserer Wahrnehmung wird durch unser Weltbild und unsere Erwartungen geprägt. Die Ärzte
wollen, dass die Medikamente helfen und filtern dementsprechend ihre Wahrnehmung.
Wenn Du im Moment das Gefühl hast, dass Zoloft Dich in irgendeiner Weise unterstützt dann nimm es halt weiter, ich hoffe nur, dass es dir nicht irgendwann mehr Probleme bereitet als beseitigt.
Chelsea hat geschrieben:
Der Gute ist übrigens auch der Ansicht, dass solche Tabletten nie nicht Nebenwirkungen bei der Einnahme (war nur auf meine Ablehnung der Medi's zurückzuführen) oder beim Absetzen haben.
Der gute sieht halt was er sehen will - siehe oben ...
Du solltest Zoloft
auf jeden Fall ausschleichen - ob nach vier Wochen, vier Monaten oder vier Jahren. Dazu raten mittlerweile sogar die Hersteller von SSRI in ihren Beipackzetteln. Zoloft z.B. ist berüchtigt für die äußerst unangenehmen "Zaps" - das fühlt sich an wie elektrische Schläge im Gehirn ... Was Ärzte wie Deiner machen ist grob fahrlässig und nach heutigem Wissensstand nicht mehr zu rechtfertigen. Du kannst ja mal das Infopaket ausdrucken und ihm geben ... vielleicht ist er ja lernfähig.
Alles Gute
Oliver
falsche Dosierung
Verfasst: 18.10.2004 08:09
von Chelsea
Liebe Candy, lieber Oliver,
so, nun ist erstmal das Wochenende vorrüber und es geht doch wieder besser..... Bin seit 3 Wochen "glücklicher" Teilnehmer eines Abenstudiums und hatte mich Freitag dann mal aufgerafft, abends wieder zur Vorlesung zu gehen. Das hat doch gut getan und ich bin recht entspannt und ausgeglichen wieder nach Hause gekommen. Das Oliver unterstützt natürlich Deine Aussage, dass sich endlich mal was bewegt und ändert und damit auch ein positiver Einfluss auf die Psyche besteht.
Hab mir auch das ganze Wochenende überlegt, ob ich den Versuch das Zoloft abzusetzen/auszuschleichen einfach mal wagen sollte.... denke, ich werd am Donnerstag mal meinen Therapeuten darauf ansprechen und die Dosis dann mal halbieren. Mal schauen was passiert - die Option die Dosis zu erhöhen hab ich ja immer.
Sage mal Candy - vielleicht passt die Frage auch nicht ganz hierein - warum stationäre Therapie? Darüber nachgedacht hab ich auch schon. Ich persönlich wäre wirklich froh, mal eine gewisse Zeit eine Ausszeit zu bekommen, um mich mit meinen Problemen auseinanderzusetzen.... Kann man das selbst beantragen, oder wer entscheidet über solch einen Klinikaufenthalt? Sorry, bin halt ein absoluter Neuling auf dem Gebiet.
einen schönen Tag noch
Chealsea
Verfasst: 18.10.2004 20:08
von Candy
Hallo Chelsea,
deine Frage passt hier rein, und ich habe auch kein Problem damit, sie dir zu beantworten.
Schliesslich geht es in diesem Forum ja nicht ausschliesslich um Medis, sondern auch darum, was uns ansonsten, bzw. besser hilft, oder manchmal eben, um einfach auch mal mitteilen zu können, dass es einem nicht gut geht.
Antworten, Ratschläge oder auch Zuspruch bekommst du hier in jedem Fall!
Zu deiner konkreten Frage:
Bei mir war es so, dass es mir ab Februar diesen Jahres rapide schlechter ging (Depressionen, Panikattacken, dissotiative Zustände, Schlafstörungen, etc.). Bis April bin ich noch arbeiten gegangen, dann ging "nichts mehr". Ich habe schlicht die Warnsignale jahrelang zugedeckelt, und dann waren die Symptome so heftig und vielfältig, dass mein Hausarzt und auch die hinzugezogene Psychiaterin mir dringend zu einer stationären Therapie geraten haben, weil es für eine ambulante Therapie bereits "zu akut" war.
Ich habe vom Arzt eine Krankenhauseinweisung bekommen, musste den Aufenthalt in der Klinik von der Krankenkasse genehmigen lassen, mich bei der Klinik telefonisch anmelden und dann warten, bis "ein Bett frei war". In meinem Fall ging das recht schnell, weil mein Arzt zusätzlich telefonisch bei der Klinik die Dringlichkeit meiner Aufnahme dargestellt hat.
Ob nun eine ambulante oder stationäre Therapie erforderlich, bzw. erfolgversprechender ist, ist ja nun von Fall zu Fall sehr unterschiedlich. In der Regel rät einem der behandelnde Arzt oder Therapeut dazu.
Bei mir war es so, dass ich im Alltag quasi nicht mehr "funktionieren" konnte (Arbeit, Haushalt, Kinder, etc.).
Ich kann nun gar nicht einschätzen, wie sehr dich deine Symptome im Alltag einschränken, auf jeden Fall hört sich das mit dem Abendstudium ja schon mal richtig gut an.
Bei Panikattacken ist in jedem Fall Therapie zu empfehlen, weil man das wirklich "gut bearbeiten" kann. Zumindest würde ich, je nach dem, wie stark dein Bedürfnis ist, die Sache grundlegend anzugehen, eine ambulante Therapie in Erwägung ziehen, falls du die nicht schon machst.
Falls du dich ein wenig über die ganzen Medis in meiner Signatur "erschreckst" - die sind z. Zt. schlicht noch erforderlich und sinnvoll als Stütze, aber ich betrachte sie nicht als Lösung und schon gar nicht auf Dauer. Soll heissen, neben meiner Therapie arbeite ich auch daran, immer mal wieder ein Medi runterzudosieren, bzw. auszuschleichen. Erklärtes Ziel ist, so "schnell" es eben geht (oder halt auch langsam), ohne diese Psychopharmaka leben zu können.
So, ich hoffe, ich habe dich jetzt nicht zu sehr zugetextet.
Liebe Grüsse, Candy
Verfasst: 19.10.2004 14:32
von Chelsea
Liebe Candy,
natürlich "textest" Du mich nicht zu! Ich bin echt froh, dass es hier viele gibt, die nachvollziehen können, was Depressionen oder PA's bedeuten und ich auch mal darüber sprechen kann..... normalerweise stößt man damit immer auf völliges Unverständnis bei den "normalen" Menschen. Wenn mich die Leute so tagsüber im Büro erleben - immer die Powerfrau, entscheidungsfreudig, engagiert - kann sich wohl niemand vorstellen, dass es schon Phasen bei mir gibt, wo ich es morgens nach dem Aufstehen nicht mal mehr schaffe mir die Zähne zu putzen....
Doch, das mit der Therapie will ich auf jeden Fall machen. Ich bin mir nur nicht sicher, ob ich das Alles zusammen auf die Reihe bekomme. Wenn ich mal überlege, wie sehr mich die letzte Sitzung "runtergezogen" hat - und dabei sind wir ja immer noch beim Kennenlernen und nicht in den richtigen Therapiesitzungen.... Na ja, besser mal nicht den Kopf über ungelegte Eier zerbrechen.
Übrigens, werd das Zoloft jetzt runterdosieren. Hab gestern nur 25 mg genommen. Mal schauen, wie sich das in den nächsten Tagen so entwickelt.
vielen lieben Dank für Deine offenen Antworten
Chelsea
Verfasst: 19.10.2004 23:41
von Hannes Wien
Hi Candy!
Ich hab deiner Signatur deinen Benzokonsum gelesen und dass hat mich als ehemaligen Benzoabhängigen schockiert, das dir die Ärzte Rohypnol und Tavor in einer Gesamtdosis von (Tavor =2,5 * 10 = 25 mg Valium und Rohypnol 1*10= 10 mg Valium) 35 mg Valium geben, hat man dich darauf hingewiesen das es auf jeden Fall sehr starke Entzugerscheinungen geben wird ...?????
Ich mein durch das SNRI, was du sicher 8-12 Monate nach dem Benzo 0 nehmen musst, wirst du keine Ängste und Depressionen haben aber so „nette Sachen“ wie Herzrasen, Schwitzen, und die ganzen körperlichen Symptome werden dir nicht erspart bleiben.
Liebe Grüße
Hannes
falsche Dosierung
Verfasst: 21.10.2004 13:33
von Chelsea
so, nun bin ich es nochmal....
also, hab nun heut meine letzte "Probesitzung" beim Psychotherapeuten gehabt. Antrag an die Krankenkasse ist gestellt - mal schauen wie lange das nun dauert.
Nun hab ich ihn gleich mal auf das Thema Absetzen von Zoloft angesprochen.... jetzt könnt Ihr mal raten, wie die Antwort war....
NEIN! Ich sollte doch eher mal in Erwägung ziehen, die Dosis raufzusetzen. Schließlich wäre die 50 mg die Minimaldosierung... und, da es mir ja scheinbar auch hilft, warum ich es denn nicht weiterhin nehmen will... und, und, und
Na toll!
grübelnde Grüße
Chelsea
Zoloft
Verfasst: 21.10.2004 18:13
von naddl79
Hallo Chelsea!!!!
Ich nehme jetzt seit April 2004 Zoloft ein. Sie Anfangsdosis war 25 mg.
Da ich auch kein Medikamentenfreund bin( bin Krankenschwester) wollte ich es auch erst absetzén. Ich bemerkte auch bei 100 mg Keine Wirkung ausser den Nebenwirkungen!!!
Also sollte ich dann 150 mg nehmen. Nach ein paar Tagen bemerkte ich eine positive Wirkung. Ich konnte aufeinmal wieder alles machen was vorher nicht ging. Leide nämlich an Depressionen und besonders hab ich schlimme Panikattacken/Agoraphobie.
Ich konnte teilweise nicht mal mehr meine Wohnung verlassen oder einkaufen. Mußte alles meine Mutter machen obwohl ich 25 J. bin.Hab deshalb auch meinen Job verloren und war 1,5 Jahre krank geschrieben.
Mach auch zusätzlich ne Therapie ,die mir aber nicht soviel bringt.
Jetzt geht es mir so gut wie schon lange nicht.
Aber nicht jedem helfen die gleichen Medikamente,bei meiner Freundin helfen gar keine.
Muß man probieren...
Liebe Grüße Nadine
Zoloft
Verfasst: 22.10.2004 08:08
von Chelsea
Liebe Nadine,
vielen Dank für Deinen Beitrag! Ich hab mittlerweile wirklich das Gefühl, dass ich zwischen den besagten Stühlen sitze. Da bekommt man von "fachlicher" Seite (Arzt, Psychologe) bestätigt, dass die SSRI überhaupt nicht schlimm sind und wunderbar helfen; von anderen Betroffenen wird auch berichtet, dass sie diese Medi's als absolut positiv empfinden.... dann wiederum die Berichte, dass SSRI zu Abhängigkeiten führt, Entzugserscheinungen verusachen u.s.w. Dazu kommt dann auch noch meine enorme Abneigung gegen die Tabletten....
Also, ich empfinde es als total schwierig, da überhaupt eine Entscheidung zu treffen und habe das Gefühl, egal wofür ich mich entscheide, es ist verkehrt. Um ehrlich zu sein, DAS beschäftigt mich momentan mehr, als meine Depressionen und PA's....
Na ja, da muss ich wohl alleine durch.
liebe Grüße
Chelsea
Verfasst: 22.10.2004 12:21
von Oliver
Moin.
Da bekommt man von "fachlicher" Seite (Arzt, Psychologe) bestätigt, dass die SSRI überhaupt nicht schlimm sind und wunderbar helfen; von anderen Betroffenen wird auch berichtet, dass sie diese Medi's als absolut positiv empfinden.... dann wiederum die Berichte, dass SSRI zu Abhängigkeiten führt, Entzugserscheinungen verusachen u.s.w. Dazu kommt dann auch noch meine enorme Abneigung gegen die Tabletten....
Ich denke schon, dass es auch für Dich einen Weg gibt zu der richtigen Entscheidung für dich zu kommen. Dazu musst Du aber als Erstes mal aufhören, hauptsächlich auf die Meinungen und Erfahrungen anderer - seien es Ärzte, andere Betroffene oder wohlmeinende Verwandte/Freunde - zu hören. Höre zunächst mal auf Dein Gefühl bei der ganzen Sache ... irgendwas ist nicht in Ordnung, sonst würdest du ja glücklich Dein Leben leben, jeden Tag eine Pille schlucken und nicht hier im ADFD lesen und schreiben, oder?
Ich weiss nicht, ob das für dich ein gangbarer Weg ist, aber für mich war es auf jeden Fall der richtige: Ich habe mich einfach selber "fachlich" schlau gemacht und mich so unabhängig von den Meinungen anderer gemacht. Deshalb poste ich hier soviel in der Infosektion - weil ich denke, dass diese Informationen der beste Weg aus der Zwickmühle - in der Du Dich gerade befindest - sind.
Wenn Du erstmal die Geschichte der Psychopharmaka kennst und weisst, wie wenig selbst die Experten über Entstehung und Behandlung von Depressionen, Panikattacken, etc. wissen, dann fällt die Entscheidung nicht mehr schwer die Medikamente wegzulassen, wenn sie Dir sowieso nicht richtig helfen.
Ich kann Dir nur empfehlen, Dich durch das Material in der Infosektion zu beissen, und bei ausreichenden Englischkenntnissen die Bücher aus meinen Lesetipps zu lesen. Dann wirst Du wissen, dass SSRI nichts weiter als eine extrem gut vermarktete Droge ist (die Pharmas geben doppelt soviel für Werbung aus, wie für Forschung) die manchen hilft, manchen nicht hilft, einigen das Leben zur Hölle macht und manche ins Grab bringt ... und keiner weiß warum, weil keiner weiß, was das Zeug im Endeffekt macht. Und damit meine ich jetzt nicht die molekulare Ebene - die ist gut erforscht, sondern die Ebene auf die es ankommt, die Ebene unserer Seele, unseres Bewusstseins unserer Gefühle.
Wenn Zoloft Naddl hilft, ist das ja toll, wobei man auch bei ihr in Endeffekt nicht sagen kann, ob ihr wirklich die Droge oder der Placebo-Effekt hilft, aber das ist ja auch nicht wichtig. Wenn Du allerdings mit der Wirkung nicht zufrieden bist - kann es einer Millionen anderer Menschen helfen, wenn es
Dir nicht hilft, gibt es keinen Grund ein so nebenwirkungsreiches, stark risikobehaftetes Medikament mit nicht zu unterschätzendem Abhängigkeitspotential weiter einzunehmen.
Alles Gute
Oliver
Verfasst: 22.10.2004 13:44
von Chelsea
Hallo Oliver,
Ich denke schon, dass es auch für Dich einen Weg gibt zu der richtigen Entscheidung für dich zu kommen. Dazu musst Du aber als Erstes mal aufhören, hauptsächlich auf die Meinungen und Erfahrungen anderer - seien es Ärzte, andere Betroffene oder wohlmeinende Verwandte/Freunde - zu hören. Höre zunächst mal auf Dein Gefühl bei der ganzen Sache ... irgendwas ist nicht in Ordnung, sonst würdest du ja glücklich Dein Leben leben, jeden Tag eine Pille schlucken und nicht hier im ADFD lesen und schreiben, oder?
ja, da hast Du unbestritten Recht!! Im Moment fühl ich mich auch noch recht ausgeglichen.... Hab von Montag bis Mittwoch die Zoloft auf 25mg reduziert und gestern gar keine mehr genommen.... den Rosenwurz hab ich auch bestellt und heut Nachmittag werden noch die Fischölkapseln besorgt. So, und nun werd ich meine (momentan vorhandenen) Energien mal sinnvoll nutzen und die blöden Tabletten komplett weglassen!
Wetter soll gut werden für's Wochenende - vielleicht ist der Muskelfaserriss in der Wade schon soweit abgeheilt, dass ich auch mal wieder eine kleine Joggingrunde einlegen kann. Außerdem hab ich am Wochenende ein Cabrio als Vorführwagen geliehen.... Ups, so viel positives von meiner Seite - bin schon ganz erstaunt über mich selber.
Deine Beiträge im Infoteil lese ich auch schon fleissig.
liebe Grüße und ein wunderschönes Wochenende!
Chelsea