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Filzblume: Mein Tagebuch nach einem unfreiwilligen Kaltentzugs eines NL (Fluspirilen)

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Filzblume
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Filzblume: Mein Tagebuch nach einem unfreiwilligen Kaltentzugs eines NL (Fluspirilen)

Beitrag von Filzblume » Donnerstag, 09.02.17, 20:55

Hallo Zusammen,

ich habe in der letzen Zeit extrem viel hier im Forum gelesen. Da ich leider nicht ausschleichen konnte, weil das Medikament nicht mehr im Handel ist hier mal mein Tagebuch des Kaltenzugs. Vielleicht überlegt sich dann der eine oder andere so laaaaaaaaaaaaaaangsam wie möglich auszuschleichen. Ein Segen für jeden, der einen Arzt hat der sich damit auskennt bzw. auch auskennen will. Ich habe bis heute nur einen Arzt gefunden, der klar Stellung dazu bezogen hat, jedoch auch vollkommen überfordert ist. Der Rest - naja, kann man vergessen. Ich vermisse ein wenig die genaue Symtomatik hier im Forum. Deshalb dieses Tagebuch mit allem, was dazu gehört. Vielleicht hilft es einem zu sehen er ist nicht alleine, es geht im genauso und verinnerlich es dann schneller, dass es Entzug ist (wenn man das mal so nennen kann?!?)

Meine Absetzsymtome sind:

grippeartige Schmerzen in den Beinen, im Rücken und Schultern
Nacken total verspannt
Kopfschmerzen
Übelkeit
Schwindelgefühl
Konzentrationsschwäche
Koordinationsprobleme
was die Augen sehen, kommt im Hirn zum Teil gar nicht an
Abgeschlagenheit bis hin zu Depressionen, Lustlosigkeit
Appetitlosigkeit
reizüberflutet
pelziger Mund
abends saurer Geschmack im Mund
inhaltslose Gespräche machen mich fertig
bewegte Bilder sind ganz fürchterlich (TV, Auto fahren vor allem im dunklen)

Tagesablauf: :(

ca. 1 Stunde nach dem Aufstehen habe ich das Gefühl meine Gesicht rund um die Augen und meine Stirn ziehen sich zusammen. :cry: Es beginnt ein Dusel im Kopf. Die Augenlider werden schwer, das Gefühl von unendlicher Müdigkeit macht sich breit. Ich versuche etwas zu essen. Das ist dann immer die Sache mit dem Barfuss und dem Lackschuh. Entweder wird es mir speiübel oder alles ist gut in der Magengegend.

Ich gehe Vollzeit arbeiten. Das ist sehr anstrengend. Ich arbeite im Büro und da ich Probleme habe zu koordinieren, habe ich oft das Gefühl ich sei Edward mit den Scherenhänden. :zombie: Ich muss mir wirklich alles aufschreiben, denn was man mir vor fünf Minuten gesagt hat ist evtl. weg oder erst wieder abrufbar, wenn man mich daran erinnert. Wenn meine Kollegen mal wieder aufdrehen (kannst Du mal hier, kannst Du mal da, wo ist der Chef, ich versteh das nicht und dies nicht und ich werde zur zentralen Anlaufstelle für alle denen man alles 10 mal erklären muss) muss ich mich echt zusammenreißen nicht auszurasten. :evil:

Gegen Mittag esse ich eine kleine warme Mahlzeit. Die Betonung liegt auf klein, groß geht einfach nicht. Dann wird es mir sofort übel. :vomit:

Je länger der Arbeitstag wird, desto mehr macht sich Unruhe und Rastlosigkeit in mir breit. Es kommt ein Punkt, an dem nichts mehr geht. Dann lasse ich alles fallen und fahre nach Hause. Denn dann fühle ich mich so als wäre ich wirklich kurz vorm Ausrasten, wenn ich nicht endlich in die Entspannung gehe. Mein Chef ist informiert und sehr verständnisvoll - what a luck! J. du bist der Beste! :hug:

Wenn ich Feierabend habe, weiß ich manchmal nicht mehr ob ich einen bestimmten Anruf jetzt getätigt habe oder eine bestimmte Mail geschrieben habe. Kann manchmal ganz schön peinlich sein.

Nach Feierabend ganz schnell nach Hause. Klamotten regelrecht runterwerfen, bequeme Sachen anziehen. Ab aufs Sofa. Glotze an und feststellen, dass das jetzt wieder gar nichts geht. Glotze aus. Evtl. hier im Forum lesen, etwas zu wenig Essen. Austausch mit einem Bekannten, der Verständnis hat. Früh ins Bett, im Bett im Mund einen total sauren Geschmack kriegen, ein wenig Hörbuch hören und pennen wie ein Bär :bettzeit: bis der Wecker angeht und alles wieder von vorne losgeht. :zombie:

An den Wochenenden die von der Woche total verwüstete Wohnung aufräumen - aber ganz langsam, dennoch mit Ziel und das klappt auch. Den Rest des Wochenendes Zuhause und brüten. Für Unternehmungen fehlt mir einfach die Kraft. Und Montag dann wieder hü, ab ins Büro.

Heute ist Tag 103!

Bisher habe ich viel ausprobiert. Süßkram weggelassen, viel frisches Obst und Gemüse gegessen, frische Luft, Ablenkung, Omega 3, Magnesium, Vit B 12, D3, basisches Essen, Kräutertees, Entspannungsübungen. So ganz dolle war es nicht. Das frische Gemüse war bis jetzt das Beste. Aber irgendwann hat man dann auch mal den Papp auf vom Kaninchenfutter.Wenn man ohnehin schon nicht viel Essen kann, belastes das rohe Zeug den Magen enorm. Habe inzwischen viel an Gewicht verloren.

Ich bin der Meinung, dass die Knochenschmerzen nachgelassen haben. Auch ist die Übelkeit nicht mehr so tösend. :party2: Es gab bisher 5 Fenster, der Rest nur Wellen.

Ich lasse das Radio im Auto aus. Auch der Fernseher hat meistens Pause. Ich lese lieber und genieße die Ruhe. Gespräche mit Menschen, die nicht auf den Punkt kommen, nur negativ reden oder einfach nur sabbeln, weil sie gerade sabbeln wollen meide ich. Wenns mir zu anstrengend wird, gehe ich aus den Situationen raus. Ich nehme kein Parfüm und parfümiertes Deo, Waschmittel etc. Die Gerüche könnten reizen und einen auf den Nerv gehen. Spare ganz allgemein gesagt mit Reizen von außen.

Die Sache mit den Ärzten geht gar nicht. Ich komme mir vor wie ne Lügentante. Immer wieder der Tenor "NL machen keine Absetzungssymptome" oder "das ist ihr Krankheitsbild" - auch wenn die Symptome von jetzt nicht im Ansatz mit meinem Krankheitbild von vor vielen Jahren ?!?! zutun haben. Aber so sind sie halt die Ärzte! :frust:

Ich freue mich aber wie Bolle auf das was kommt, wenn das mal endlich weg ist. Ich frage mich, was ich dann alles in meiner Freizeit machen werde. Ich habe Nachholbedarf!

Ängste habe ich gar keine. Depressionen gesellen sich dazu, weil es einfach grausam ist und sicherlich keiner fröhlich auf dem Tisch tanzt, wenn er sowas hat. Gestern habe ich mir Entspannungshörbücher runtergeladen. Ich bin echt schwer mit Entspannungsübungen zu entspannen. Aber nichts unversucht lassen. Ich muss mir wirklich jeden Tag sagen "weitermachen, Du schaffst das schon, das packst Du, hast schon 103 Tage weg, den Rest kriegst Du hin"- auch wenn es echt nicht leicht ist. Mein Appell von heute - ausschleichen, ausschleichen, ausschleichen! Glaubt nicht den Ärzten, glaubt den Leuten hier im Forum. Denn die haben es im Gegensatz zu den Gelehrten hinter sich gebracht oder sind auf einem sehr sehr guten Weg. :party2:

Bis die Tage! Eure Filzblume :pillowtalk:
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Grund: Name im Titel ergänzt zur besseren Übersichtlichkeit im Forum
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2000 - 2016 Fluspirilen 1x pro Woche 1,2 ml - immer wieder mit Unterbrechungen, Krankheitsbild somatoforme Störungen
2006 Fluspirilen für 9 Monate abgesetzt - nichts passiert, alles ok, zwischenzeitlich Bachblütentropfen genommen, Fluspirilen dann wieder genommen wegen Schicksalsschlag
2009 - 2013 Doxepin 125 mg nach zweimaligem Schicksalsschlag
2013 - Doxepin entzogen, 6 Wochen Hölle (Kribbeln im Kopf, max 2 Stunden nachts geschlafen, Gedankenüberschläge, Knochenschmerzen, Unruhe, extrem geräuschempfindlich, reizüberflutet, TV gucken nicht möglich, Übelkeit
2002 - Mitte 2016 sporadisch Zolpidem, dann aber auch heftig aber keine Probs beim Absetzen, da es nicht kontinuierlich genommen wurde
seit 11. Oktober 2016 - Fluspirilen wird nicht mehr hergestellt, Kaltenzug, Schwindelgefühl, Konzentrationsstörungen, Knochenschmerzen, Muskelverspannungen,Ohrensausen, Übelkeit, Durchfall, Harndrang trotz leerer Blase, TV gucken nicht gut, Musik hören ok, Gespräche folgen ganz schlecht, Lesen OK. Zwischenzeitlich wurde Fluoxetin eingesetzt - nach der zweiten Tablette sofort sein gelassen - Blitzgewitter im Kopf, Boxhandschuh im Magen

September 2017 - noch einmal Fluspi eindosiert 1,0 ml. Dann im 2-3Wochen-Takt immer um 0,1 ml reduziert. Seit Anfang Dez. 2017 fertig mit der Reduzierung. Mitte Januar 2018 - es kommen erste Absetzsymptome. Macht nicht wirklich Freude.

Abschließende Diagnose: 2009 einen Schrank gekauft. Dieser Schrank war voller Giftstoffe, die sich Anfangs in Form vom innerer Unruhe und Blasenentzüngung gezeigt haben. 1,5 Jahr regelmäßig Antibiotika wegen der ständigen Blasenentzündung genommen und anscheinend damit den Darm abgeschossen. Mit dem Schrank kamen aber auch Unverträglichkeiten gegenüber Chemikalien. Wurde aber zunächst als Psychosomatik abgetan und ordentlich Fluspi gespritzt. Und schon war der Teufelskreis da.

Vorläufiges Endergebnis:
MCS-Syndrom (Multiple Chemikalien Sensibilität). Wohlmöglich verstärkt durch einen verkorksten Darm (Leaky-Gut-Sydrom) was diffuse Lebensmittelunverträglichkeitenund Allergien zurfolge hat. Die zweite Möglichkeit ist ein Enzymmangel, welches Giftstoffe verarbeitet. Wenn Schadstoff-Exposition dann gerät die Leber unter Stress. Sehr unangenehm. Ursächlich jedoch die lange Gabe von Fluspirilen.

In eigener Sache: Alles, was ich hier schreibe sind meine subjektiven Erlebnisse. Ich kann und will nur das schreiben, was mir geholfen hat bzw. mir gut tut. Wenn jemand daraus einen Nutzen ziehen kann, ist das sehr schön und damit das Ziel erreicht. Wem es nicht hilft oder wer mit dem was ich schreibe nicht konform ist - dann ist es eben so. Denn wir dürfen auf keinen Fall verallgemeinern. Jeder hier hat eine andere Geschichte, an anderes Umfeld, andere Möglichkeiten. Alles sehr individuell. Also ist es auch nicht schlimm, wenn ich den einen oder anderen Beitrag auch nicht für mich annehmen kann oder will. Immerhin ist ein Forum lediglich ein Austausch und keine Muss-Nummer. Thank you for reading!

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Re: Mein Absetztagebuch Neuroleptika

Beitrag von Filzblume » Donnerstag, 09.02.17, 21:03

Total vergessen: ich habe vor zwei Wochen eine Weiterbildung gemacht mit Prüfung am Ende. War echt hartes Brot. Aber ich habe es geschafft mit Glanz und Glorie diese Prüfung zu meistern. Das zum Thema der Kopf will nicht. Er kann doch, wenn er will! Auch wenn ich danach in ein Koma fiel! Lach! Und trotz der derzeit grauen Wolken - ich habe meinen Humor nicht verloren. Ich mache gerne Schabernack und albere herum und hau blöde Sprüche raus. Das haben mir die Medis nicht genommen und das finde ich richtig gut!
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Re: Mein Absetztagebuch Neuroleptika

Beitrag von padma » Freitag, 10.02.17, 19:06

liebe Filzblume, :)

danke dir, dass du deinen Verlauf hier dokumentierst.
Kann ich den Titel erweitern mit " nach unfreiwilligem Kaltentzug" ? oder Tagebuch nach einem unfreiwilligen Kaltentzugs eines NL ?

Ich finde es bewundernswert, dass du totz heftiger Entzugssymptome es schaffst, zu arbeiten.
Klasse, dass du deinen Humor nicht verloren hast. :rotfl:

Und herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung. :party2: :party2: :party2:
Unter solchen Umständen ist das echt eine herausragende Leistung. Da kannst du stolz auf dich sein.

liebe Grüsse,
padma
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seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

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Absetzverlauf:
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1.07.2018: 0,2 mg :schnecke:


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Re: Mein Absetztagebuch Neuroleptika

Beitrag von Filzblume » Freitag, 10.02.17, 20:14

Liebe Padma,

Du darfst! Das ist ganz in meinem Sinne. Denn als ich alles abgeschickt hatte fiel mir auf, dass die Überschrift so gar nicht den Punkt trifft und die Zielgruppe eher verfehlt. :cry:

Bussl Filzblume


Für alle, die wissen wollen wie es weiter geht - Info kommt im Wochentakt! :pillowtalk:
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Re: Mein Tagebuch nach einem unfreiwilligen Kaltentzugs eines NL (Fluspirilen)

Beitrag von lunetta » Samstag, 11.02.17, 11:13

Hallo Filzblume!

Wahnsinn was du durchgemacht hast udn wie tapfer du dich durchgekämpft hast!
Gratuliere dir auch zu bestandenen Prüfung! Respekt!!

LG
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ubik
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Re: Mein Tagebuch nach einem unfreiwilligen Kaltentzugs eines NL (Fluspirilen)

Beitrag von ubik » Samstag, 11.02.17, 19:09

Das ist ja selten, dass jemand der nach einem Neuroleptika Kaltenzug arbeiten geht. Wie schaffst du das?

Die Meisten kriegen nach kurzer Zeit heftigste Symptome.
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FilzblumeKatharina
Symptome jetzt: Diffuse Missempfindungen und Schmerzen in verschiedenen Körperbereichen
Symptome vorher: Dyskinesie (Würgen mit der Zunge), Schlechte Kopfhaut
Noch frühere Symptome: Schmerzen in den Beinen, Unruhe in den Beinen, Schläfrigkeit tagsüber, Bewusstseinstrübung, Krämpfe am Kopf, Schluckstörungen

Medikation:

2009: Riserpdal Consta 50 mg Depotspritze, Abilify 15 mg, Orfiril 800 mg wegen Psychose

2010: Risperdal Depotspritze abgesetzt, Orfiril abgesetzt, Abilify bei 10 mg

2011: Alle Medikamente nach und nach abgesetzt

2012: Rückfall Psychose, Zeldox 40-0-60 mg und Citalopram 30 mg morgens

Anfang 2013: Alle Medikamente abgesetzt, bis auf Zeldox 20 mg

2013: Erneuter Rückfall oder Absetzerscheinungen (?) Dann Zeldox 60-0-60 mg und Venlafaxin 75,5 - 0 - 75,5 mg

Ende 2013: Venlafaxin abgesetzt, Mirtazapin 10 mg abends eingeschlichen, Zeldox auf 40-0-60 mg reduziert

Ende 2013- Mitte2014: Mirtazapin ausgeschlichen. Heftigste Symptome wie Schmerzen am ganzen Körper

2014: Escitalopram 10 mg eingeschlichen.

Ab Ende Januar 2016: Escitalopram wird auf 7 mg reduziert

Ab Mitte April 2016: Escitalopram wird auf 5 mg reduziert

Ende Mai 2016: Escitalopram auf 4 mg reduziert. Zeldox auf 30-0-40 mg. (Weil man es nicht mehr aushalten kann)

1. Juli 2016: Zeldox auf 40-0-40 mg und Escitalopram 5 mg.

4. Oktober 2016: Zeldox auf 40-0-20 mg und Escitalopram 5mg

25. Dezember 2016: Zeldox auf 20-0-40mg und Escitalopram 5mg morgens

24. Januar 2017: Zeldox auf 20-0-35mg und Escitalopram 5mg morgens.

Aktuelle Dosis: Zeldox 20-0-40 mg und Escitalopram 5-0-0 mg, seitdem bessere Bewegungsabläufe und allgemeines besseres Vitalitätsgefühl.

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Re: Mein Tagebuch nach einem unfreiwilligen Kaltentzugs eines NL (Fluspirilen)

Beitrag von Filzblume » Samstag, 11.02.17, 21:00

Ubik, das frage ich mich teilweise auch. Jedoch bleibt mir keine andere Wahl. Mein Vertrag ist befristet und wenn ich jetzt einen langen Krankenschein ziehe, wird das nichts mit einer Verlängerung. :frust: Ich muss jedoch sagen, dass mir die Arbeit gut tut. Man hängt nicht alleine zuhause rum und beguckt sich von innen. So habe ich eine Aufgabe und kann mit Ablenkung auch viele überbrücken. :roll:

Mein Chef steht voll hinter mir. Er selbst hat einen Drogenentzug hinter sich. Wenn ich eine Auszeit brauche, dann nehme ich eine Auszeit - auch wenn es nur in Form von 5 Minuten Augen schließen ist. Er schottet mich in den Momenten komplett von den anderen ab. Jedoch ist er nicht derjenige der entscheidet, wer bleibt und geht. Und ich bin in einem Alter, wo es nicht wirklich leicht ist, einen Job zu finden. :frust: Meine Kollegen geben mir auch viel. Auch wenn sie nichts davon wissen, was sich derzeit bei mir innerlich abspielt. Aber sie geben mir Kraft. Zuhause wartet niemand auf mich und ich glaube ich würde dann echt verlottern und teilweise auch in Selbstmitleid vergehen. Ein Vorteil auch ist, dass ich super gut schlafen kann. :bettzeit: Klar, nach Feierabend spielt sich so gar nichts mehr ab. Bin mal gespannt wie es ist, wenn man sich wieder wohl fühlt. Weiß gar nicht mehr wie das ist. :party:

Die Fortbildung war schon knüppelhart. Zudem noch 60 km jeden morgen durch den Großstadtstau. Ich habe immer gedacht, ich falle jeden Moment vom Stuhl. So hat sich für meine Wahrnehmung da der Boden bewegt. :vomit:

Ich werde sehen, wie es weiter geht und ihr werdet es hier lesen.

Gruß Filzblume :zombie:
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September 2017 - noch einmal Fluspi eindosiert 1,0 ml. Dann im 2-3Wochen-Takt immer um 0,1 ml reduziert. Seit Anfang Dez. 2017 fertig mit der Reduzierung. Mitte Januar 2018 - es kommen erste Absetzsymptome. Macht nicht wirklich Freude.

Abschließende Diagnose: 2009 einen Schrank gekauft. Dieser Schrank war voller Giftstoffe, die sich Anfangs in Form vom innerer Unruhe und Blasenentzüngung gezeigt haben. 1,5 Jahr regelmäßig Antibiotika wegen der ständigen Blasenentzündung genommen und anscheinend damit den Darm abgeschossen. Mit dem Schrank kamen aber auch Unverträglichkeiten gegenüber Chemikalien. Wurde aber zunächst als Psychosomatik abgetan und ordentlich Fluspi gespritzt. Und schon war der Teufelskreis da.

Vorläufiges Endergebnis:
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In eigener Sache: Alles, was ich hier schreibe sind meine subjektiven Erlebnisse. Ich kann und will nur das schreiben, was mir geholfen hat bzw. mir gut tut. Wenn jemand daraus einen Nutzen ziehen kann, ist das sehr schön und damit das Ziel erreicht. Wem es nicht hilft oder wer mit dem was ich schreibe nicht konform ist - dann ist es eben so. Denn wir dürfen auf keinen Fall verallgemeinern. Jeder hier hat eine andere Geschichte, an anderes Umfeld, andere Möglichkeiten. Alles sehr individuell. Also ist es auch nicht schlimm, wenn ich den einen oder anderen Beitrag auch nicht für mich annehmen kann oder will. Immerhin ist ein Forum lediglich ein Austausch und keine Muss-Nummer. Thank you for reading!

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Re: Mein Tagebuch nach einem unfreiwilligen Kaltentzugs eines NL (Fluspirilen)

Beitrag von ubik » Sonntag, 12.02.17, 11:27

Wow, unglaublich! :-) Ich bin stolz auf dich ^^ :D

So einen Chef hätte ich auch gerne, der einen Drogenentzug hinter sich hatte und uns versteht. :-)
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Symptome jetzt: Diffuse Missempfindungen und Schmerzen in verschiedenen Körperbereichen
Symptome vorher: Dyskinesie (Würgen mit der Zunge), Schlechte Kopfhaut
Noch frühere Symptome: Schmerzen in den Beinen, Unruhe in den Beinen, Schläfrigkeit tagsüber, Bewusstseinstrübung, Krämpfe am Kopf, Schluckstörungen

Medikation:

2009: Riserpdal Consta 50 mg Depotspritze, Abilify 15 mg, Orfiril 800 mg wegen Psychose

2010: Risperdal Depotspritze abgesetzt, Orfiril abgesetzt, Abilify bei 10 mg

2011: Alle Medikamente nach und nach abgesetzt

2012: Rückfall Psychose, Zeldox 40-0-60 mg und Citalopram 30 mg morgens

Anfang 2013: Alle Medikamente abgesetzt, bis auf Zeldox 20 mg

2013: Erneuter Rückfall oder Absetzerscheinungen (?) Dann Zeldox 60-0-60 mg und Venlafaxin 75,5 - 0 - 75,5 mg

Ende 2013: Venlafaxin abgesetzt, Mirtazapin 10 mg abends eingeschlichen, Zeldox auf 40-0-60 mg reduziert

Ende 2013- Mitte2014: Mirtazapin ausgeschlichen. Heftigste Symptome wie Schmerzen am ganzen Körper

2014: Escitalopram 10 mg eingeschlichen.

Ab Ende Januar 2016: Escitalopram wird auf 7 mg reduziert

Ab Mitte April 2016: Escitalopram wird auf 5 mg reduziert

Ende Mai 2016: Escitalopram auf 4 mg reduziert. Zeldox auf 30-0-40 mg. (Weil man es nicht mehr aushalten kann)

1. Juli 2016: Zeldox auf 40-0-40 mg und Escitalopram 5 mg.

4. Oktober 2016: Zeldox auf 40-0-20 mg und Escitalopram 5mg

25. Dezember 2016: Zeldox auf 20-0-40mg und Escitalopram 5mg morgens

24. Januar 2017: Zeldox auf 20-0-35mg und Escitalopram 5mg morgens.

Aktuelle Dosis: Zeldox 20-0-40 mg und Escitalopram 5-0-0 mg, seitdem bessere Bewegungsabläufe und allgemeines besseres Vitalitätsgefühl.

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Re: Mein Tagebuch nach einem unfreiwilligen Kaltentzugs eines NL (Fluspirilen)

Beitrag von Filzblume » Sonntag, 12.02.17, 15:20

:pillowtalk: Tag 106:

Und täglich grüßt das Murmeltier! - nein, nicht Du Murmeline! :D Ihr wisst, was gemeint ist.

Ich habe jetzt ein paar Tage frei auf Rezept. Ich war mit meinen Kräften wirklich am Ende.

Es läuft immer wieder der gleiche Film ab. Nach dem Aufstehen alles gut, nach ca. 1 Stunden das Zusammenziehen des Gesichts mit Dusel im Kopf. Gefühlt super müde. Gegen Mittag kommt dann der highest point. Wenn ich ich Möglichkeit habe, lege ich mich hin. Döppen zu und entspannen. Gegen Nachmittag tut mir dann alles weh. Der Schmerz hat sich aber schon verändert. Er ist dumpfer geworden. Dazu gesellt sich dann eine Unruhe die wirklich unangehm ist. Gebe ich dem nach und aggieren unruhig habe ich das Gefühl kurz vorm Durchdrehen zu sein. :frust: Notbremse ziehen! Gegen Abend wird es alles etwas gemäßigter. Er geht mir viel besser - doch zufriedenstellend ist anders. Manchmal geht es mir gegen Abend richtig gut, als wenn nichts ist. Das könnte es öfters geben.

Im Moment fange ich an eine Wut zu entwickeln auf die Pharma-Industrie, auf die Ärzte und auf das Umfeld, welches mir die ganze Misere beschert hat. :frust: Kriege einen Heulkrämpfe, die sich gewaschen haben. :cry: Ich verteufle alle Beteiligten, die mit der jetzigen Lage im Zusammenhang stehen. Einer der Menschen, die dafür verantwortlich sind hatte ich vor einigen Tagen am Telefon. Dieser Mensch zieht nach wie vor seine Masche durch - was er nicht will das will er nicht - gibt es aber nicht zu - beim Versuch ihm das aus der Nase zu ziehen redet er den berühmten Unfug den er braucht, um ganz sauber aus der Sache heraus zu kommen. Bloß nicht sagen, dass er was nicht will. Er könnte ja dann ein Problem kriegen, was er persé nicht beackert - aber die anderen dann beackern lässt. Er ist sauber raus und nach wie vor everybodys darling! Dr :censored: ck!! Dankeschön! Ich frage mich, wie ich das über Jahre ausgehalten habe und nicht gemerkt habe, wie der tickt und mich damit systematisch kaputt gemacht hat. :x Ich habe anderen mein Herz geliehen und sie haben es mir ohne Rücksicht auf Verluste kaputt zurück gegeben. Dabei wollte ich nur eins: auch glücklich sein. Hatte gestern das Gefühl, mein Herz zu beerdigen, weil es irgendwie nicht mehr lebt.

Richtig gut tut aber mir das Lesen hier im Forum und auch das Aufschreiben meiner Gefühle und was mir so durch den Kopf geht. Dann braucht sich mein Köpfchen nicht mehr damit beschäftigen und legt Ballast ab. Beim Lesen bin ich dann auch auf einen Artikel gestoßen, in dem es um Rückenprobleme beim Absetzen ging. Da habe ich auch meinen geregelten Ärger mit. Es ist aber schon viel besser geworden. Mein Nacken hat sich in den ersten Wochen extrem schmerzhaft zusammengekrampft. Das gabs auch beim Doxepin-Entzug. Vor vielen Jahren habe ich schonmal Fluspi abgesetzt - ohne Absetzungserscheinungen (frage mich warum). Damals habe ich Bachblüten genommen. Heute geht das nicht mehr, ich kann davon nicht schlafen. Jedoch hatte ich ca. 3 Monate nachdem ich clean war einen Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule. Habe das damals nicht miteinander in Verbindung gebracht.

Auch lese ich hier, wie die Medis einen in seiner Persönlichkeit entfremdet haben. Genauso ging es mir auch. Das merkt man aber erst so richtig, wenn das Zeug aus dem Körper raus war. Mit Fluspi habe ich mich klein gefühlt. Habe brav die Klappe gehalten und einfach alles über mich ergehen lassen. :schnecke: Zur Freude meiner Umwelt - denn ich wurde pflegeleicht. :hug: <----- ??? Meine Umwelt fand das einfach toll. War ja sehr komfortabel, dass ich nicht mehr meine Meinung gesagt habe und meinen Willen gelebt habe. Und dann sind wir wieder bei dem berühmten Teufelskreis von AD, NL und Benzos. Das Kernproblem wurde nicht beackert - eher noch schlimmer, gerade wenn es von außen kommt. Denn somit bot ich meinem Umkreis mal so richtig Angriffsfläche und alle meinten mein Leben mitleben zu müssen. Mittendrin die kleine Mücke, die ja eh nix dazu gesagt hat und alle hatten die Macht! Ganz schön perfide das System. :frust: Aber so sind sie eben die Menschen! Da könnte man Bibliotheken mit füllen.

Seit NL aus mir raus ist, laufe ich trotz der Absetzungssymtomatik persönlich wieder zu hochformen auf. Jedoch wesentlich diplomatischer und mit dem Geschick, allen gekonnt den Mund zu stopfen. :haha: :rotfl: :rotfl: Mein Selbstbewusstsein ist wieder da ebenso die Selbstsicherheit - das war immer eine meiner Stärken (und auch der Schutzpanzer). Das ist etwas, was mich richtig hoch hält und mir viel Mut gibt weiter zu machen. :sports: Auch der Gedanke mal ganz ohne Medis auszukommen reizt sehr. So richtig zu funktionieren - wie andere es auch tun. :wink:

In meiner unbändigen Wut habe ich gestern 16 Briefe an 16 verschiedene Neurologen aus dem umliegenden Stätten abgeschickt und darin die Problematik geschildet und um Hilfe gebeten. (hatte es schon zu einem anderen Thema gepostet). Mal sehen was da so kommt!

Einen Knaller habe ich aber noch. Nur eine kleine Geschichte von den Dingen, die vollkommen quer laufen. Es ist eher ein wenig zum lachen - aber leider bitterernst: Meine Körnersäcke sind im Moment meine besten Freunde. Ich die Dinger in die Micro gesteckt. Nach 5 Minunten auch wieder raus geholt und mit ins Wohnzimmer geholt. Nach ca. 30 Minuten fällt mir ein, dass da ja noch Körnersäcke in der Micro sind. Ich latsche zur Micro und sehe NIX DRIN! Hä??? Ich kann mich überhaupt nicht daran erinnern, dass das schon alles erledigt war. So geht es mir mit vielen Dingen im täglichen Leben und es nervt. Klar, wir sind alle mal kolone im Kopf. Doch die Häufigkeit ist echt erschreckend und auch belastend. Ich habe mich gefragt, warum es zu solchen Ausfällen kommt. Bin erstmal zu dem Ergebnis gekommen, dass man einfach nicht bei der Sache ist. Das wäre der Normalfall. Doch bei solchen Kloppern stelle ich immer wieder fest, dass mein Kopf eher wie leer gefegt ist. Das sogenannte Brett vorm Kopf, worüber wir Schmunzeln aber hier leider bitterer Ernst ist.

Bis dennchen zum nächsten :pillowtalk:

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2000 - 2016 Fluspirilen 1x pro Woche 1,2 ml - immer wieder mit Unterbrechungen, Krankheitsbild somatoforme Störungen
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2009 - 2013 Doxepin 125 mg nach zweimaligem Schicksalsschlag
2013 - Doxepin entzogen, 6 Wochen Hölle (Kribbeln im Kopf, max 2 Stunden nachts geschlafen, Gedankenüberschläge, Knochenschmerzen, Unruhe, extrem geräuschempfindlich, reizüberflutet, TV gucken nicht möglich, Übelkeit
2002 - Mitte 2016 sporadisch Zolpidem, dann aber auch heftig aber keine Probs beim Absetzen, da es nicht kontinuierlich genommen wurde
seit 11. Oktober 2016 - Fluspirilen wird nicht mehr hergestellt, Kaltenzug, Schwindelgefühl, Konzentrationsstörungen, Knochenschmerzen, Muskelverspannungen,Ohrensausen, Übelkeit, Durchfall, Harndrang trotz leerer Blase, TV gucken nicht gut, Musik hören ok, Gespräche folgen ganz schlecht, Lesen OK. Zwischenzeitlich wurde Fluoxetin eingesetzt - nach der zweiten Tablette sofort sein gelassen - Blitzgewitter im Kopf, Boxhandschuh im Magen

September 2017 - noch einmal Fluspi eindosiert 1,0 ml. Dann im 2-3Wochen-Takt immer um 0,1 ml reduziert. Seit Anfang Dez. 2017 fertig mit der Reduzierung. Mitte Januar 2018 - es kommen erste Absetzsymptome. Macht nicht wirklich Freude.

Abschließende Diagnose: 2009 einen Schrank gekauft. Dieser Schrank war voller Giftstoffe, die sich Anfangs in Form vom innerer Unruhe und Blasenentzüngung gezeigt haben. 1,5 Jahr regelmäßig Antibiotika wegen der ständigen Blasenentzündung genommen und anscheinend damit den Darm abgeschossen. Mit dem Schrank kamen aber auch Unverträglichkeiten gegenüber Chemikalien. Wurde aber zunächst als Psychosomatik abgetan und ordentlich Fluspi gespritzt. Und schon war der Teufelskreis da.

Vorläufiges Endergebnis:
MCS-Syndrom (Multiple Chemikalien Sensibilität). Wohlmöglich verstärkt durch einen verkorksten Darm (Leaky-Gut-Sydrom) was diffuse Lebensmittelunverträglichkeitenund Allergien zurfolge hat. Die zweite Möglichkeit ist ein Enzymmangel, welches Giftstoffe verarbeitet. Wenn Schadstoff-Exposition dann gerät die Leber unter Stress. Sehr unangenehm. Ursächlich jedoch die lange Gabe von Fluspirilen.

In eigener Sache: Alles, was ich hier schreibe sind meine subjektiven Erlebnisse. Ich kann und will nur das schreiben, was mir geholfen hat bzw. mir gut tut. Wenn jemand daraus einen Nutzen ziehen kann, ist das sehr schön und damit das Ziel erreicht. Wem es nicht hilft oder wer mit dem was ich schreibe nicht konform ist - dann ist es eben so. Denn wir dürfen auf keinen Fall verallgemeinern. Jeder hier hat eine andere Geschichte, an anderes Umfeld, andere Möglichkeiten. Alles sehr individuell. Also ist es auch nicht schlimm, wenn ich den einen oder anderen Beitrag auch nicht für mich annehmen kann oder will. Immerhin ist ein Forum lediglich ein Austausch und keine Muss-Nummer. Thank you for reading!

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Re: Mein Tagebuch nach einem unfreiwilligen Kaltentzugs eines NL (Fluspirilen)

Beitrag von Filzblume » Sonntag, 12.02.17, 20:29

Au Backe, ich habe da einen ganz ganz bösen Verdacht. Ich habe mir am Freitag mal die ganzen Daten vom Doc geholt, an denen ich Fluspi bekommen habe. Ebenso die Daten von dem Doc, zu dem ich mit meinen Entzugserscheinungen gegangen bin - und zwar von anfang an. Den Fluspi-Doc habe ich da zunächst rausgelassen (wer tät das nicht!)

Dann habe ich mir meine alten Kalender aus dem Keller gekramt. Es reicht zurück bis in das Jahr 2008. Ich habe mit immer aufgeschrieben, wann ich Zolpidem gemommen habe. Bis zu einem gewissen Punkt war das auch sehr moderat. Bis 2010 war alles ok. Dann kam was in meinem Leben, was so gar nicht ging und ich habe mir ab ca. 2011 Zolpidem ganz ordentlich reingeschaufelt. Nicht jeden Tag, aber einmal im Monat in drei Tagen 20 Tabletten rein! Abgeschossen sozusagen.

Ich habe jetzt mal alles übereinander gelegt und bin schockiert. Vieles passt nicht zusammen in Bezug auf NL und in Bezug auf Zolpidem. Aber eines kann ich mit Sicherheit sagen. Der NL-Entzug ist es nicht alleine. Da ist auch noch Benzo-Entzug mit drin. Ich habe lt. meinem Kalender im Frühjahr 2016 das letzte Mal Zolpidem genommen. das hatte ich so gar nicht mehr auf dem Schirm. Hatte danach nen ordentlichen Schädel und beschloss dann, damit aufzuhören. 2012 habe ich schon gemerkt, dass Zolpidem mit den Kopf vernebelt. Bin da aber im ganzen Streß nicht von weg gekommen.

Ergo - die Kalender verraten die bittere Wahrheit. Bin jetzt gerade richtig daneben. Im September 2016 war mein Doc nicht da. Also ging ich zur Vertretung. Diese Vertretung weigerte sich jedoch, mir Fluspi zu spritzen und gab mir Diazepam. Ich nahm das Diazepam, merkte aber dass ich eigentlich nur extrem müde davon wurde und entsorgte die Hälfte der Packung. So habe ich mal ganz geschickt für einen Rückschlag mit Benzos gesorgt ohne mir was dabei zu denken (Boah, nee, sowas von blöd!!!)

Jetzt haben wir die Frage "Was war zuerst, die Henne oder das Ei?" mal ganz klassisch und ich kann es nicht beantworten. Ich denke aber den meisten Anteil daran hat das Zolpidem.

Bin gerade gebügelt. Weiß nix zu sagen. Super traurig über mich selbst. Könnte mir selbst in den Allerwertesten treten. Da geht man wie ein :zombie: auf der Stelle!

Ich glaube ich gehe jetzt mal ne runde Heulen. :bettzeit: Mit Kuscheltuch und allem. Ich blödes Stück! Aber nichts desto trotz sollte ich nicht vergessen auf die Menschen sauer zu sein, die mich soweit gebracht haben. Ich wurde gerade von dem Freund mit der Canabis-Psychose gefragt was geschehen wäre, wenn ich 2001 in die richtige Hände gefallen wäre. Ohne Fluspi, mit einem guten Therapeuten..... sorry, aber da kamen mir die Tränen. Vielen lieben Dank ihr Ärzte und Therapeuten. (75 Stunden Psychotherapie und es wurde nur blöd gesabbelt! Problem auf dem Silbertablett präsentiert und mir wurde immer und immer nur gesagt "Leben Sie ein aktives Lebens!" - HaaaHaaaaaaa!) Bin gerade sehr begeistert! :frust:

Bis spädda Ihr Lieben! :cry:
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2002 - Mitte 2016 sporadisch Zolpidem, dann aber auch heftig aber keine Probs beim Absetzen, da es nicht kontinuierlich genommen wurde
seit 11. Oktober 2016 - Fluspirilen wird nicht mehr hergestellt, Kaltenzug, Schwindelgefühl, Konzentrationsstörungen, Knochenschmerzen, Muskelverspannungen,Ohrensausen, Übelkeit, Durchfall, Harndrang trotz leerer Blase, TV gucken nicht gut, Musik hören ok, Gespräche folgen ganz schlecht, Lesen OK. Zwischenzeitlich wurde Fluoxetin eingesetzt - nach der zweiten Tablette sofort sein gelassen - Blitzgewitter im Kopf, Boxhandschuh im Magen

September 2017 - noch einmal Fluspi eindosiert 1,0 ml. Dann im 2-3Wochen-Takt immer um 0,1 ml reduziert. Seit Anfang Dez. 2017 fertig mit der Reduzierung. Mitte Januar 2018 - es kommen erste Absetzsymptome. Macht nicht wirklich Freude.

Abschließende Diagnose: 2009 einen Schrank gekauft. Dieser Schrank war voller Giftstoffe, die sich Anfangs in Form vom innerer Unruhe und Blasenentzüngung gezeigt haben. 1,5 Jahr regelmäßig Antibiotika wegen der ständigen Blasenentzündung genommen und anscheinend damit den Darm abgeschossen. Mit dem Schrank kamen aber auch Unverträglichkeiten gegenüber Chemikalien. Wurde aber zunächst als Psychosomatik abgetan und ordentlich Fluspi gespritzt. Und schon war der Teufelskreis da.

Vorläufiges Endergebnis:
MCS-Syndrom (Multiple Chemikalien Sensibilität). Wohlmöglich verstärkt durch einen verkorksten Darm (Leaky-Gut-Sydrom) was diffuse Lebensmittelunverträglichkeitenund Allergien zurfolge hat. Die zweite Möglichkeit ist ein Enzymmangel, welches Giftstoffe verarbeitet. Wenn Schadstoff-Exposition dann gerät die Leber unter Stress. Sehr unangenehm. Ursächlich jedoch die lange Gabe von Fluspirilen.

In eigener Sache: Alles, was ich hier schreibe sind meine subjektiven Erlebnisse. Ich kann und will nur das schreiben, was mir geholfen hat bzw. mir gut tut. Wenn jemand daraus einen Nutzen ziehen kann, ist das sehr schön und damit das Ziel erreicht. Wem es nicht hilft oder wer mit dem was ich schreibe nicht konform ist - dann ist es eben so. Denn wir dürfen auf keinen Fall verallgemeinern. Jeder hier hat eine andere Geschichte, an anderes Umfeld, andere Möglichkeiten. Alles sehr individuell. Also ist es auch nicht schlimm, wenn ich den einen oder anderen Beitrag auch nicht für mich annehmen kann oder will. Immerhin ist ein Forum lediglich ein Austausch und keine Muss-Nummer. Thank you for reading!

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Re: Mein Tagebuch nach einem unfreiwilligen Kaltentzugs eines NL (Fluspirilen)

Beitrag von ubik » Montag, 13.02.17, 9:39

Hmm.. Ja die Psychotherapeuten labern auch nur dummes Zeug, das nichts nützt. Im Grunde genommen wollen die nur ihre 100 Euro pro Stunde verdienen und mehr nicht.

Hast du es eigentlich schon mal mit Vitaminen versucht?

Ich habe damit gute Erfahrungen gemacht.

Allerdings sind Vitamine auch mit Nebenwirkungen verbunden. So kann zum Beispiel Niacin in Überdosierung Hautrötungen und Hitzewallungen verursachen. Im schlimmsten Fall kann es den Magen zerstören, aber das ist sehr, sehr selten und wenn dann müsste man sehr hohe Dosierungen einnehmen.

Hier ist eine Tabelle:

(muss ich leider wegen Urheberrecht löschen)

Wie du in der zweiten Spalte erkennen kannst, sind diese Substanzen verantwortlich für eine Erhöhte Aktivität und in der dritten Spalte für verminderte Aktivität.

Du brauchst also eine verminderte Aktivität von Dopamin, weil Fluspirilen das Dopamin blockiert.

Achtung mit Folsäure! Das kann Depressionen auslösen.

An deiner Stelle würde ich es mal mit 150-300 mg Niacin versuchen. Vielleicht hilft es ja ein wenig. Zusätzlich würde ich reichlich Tryptophan hinzuführen, um die Serotonin Werte zu erhöhen und Entspannung zu fördern. Dieses ist in Eiern, Fisch, Nüssen und Sojabohnen reichlich vorhanden. Außerdem würde ich noch Magnesium nehmen (über den Tag verteilt). Vitamin C ist auch wichtig, dieses ist am Meisten in Grünkohl enthalten. Vitamin B12 ist ebenfalls gut.

Folsäure würde ich lieber nicht nehmen, weil es eventuell Depressionen macht.

Je nachdem, ob du Depressionen hast oder überschwänglich euphorisch bist, kannst du dies anhand der Tabelle regulieren. :-)

Und nicht vergessen: "Erhöhte Aktivität" heißt, dass diese Vitamine die erhöhte Aktivität fördern. Nicht umgekehrt!

Versuch es mal, vielleicht bringt es nach einigen Wochen Besserung!
Zuletzt geändert von ubik am Dienstag, 14.02.17, 7:32, insgesamt 3-mal geändert.
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Symptome vorher: Dyskinesie (Würgen mit der Zunge), Schlechte Kopfhaut
Noch frühere Symptome: Schmerzen in den Beinen, Unruhe in den Beinen, Schläfrigkeit tagsüber, Bewusstseinstrübung, Krämpfe am Kopf, Schluckstörungen

Medikation:

2009: Riserpdal Consta 50 mg Depotspritze, Abilify 15 mg, Orfiril 800 mg wegen Psychose

2010: Risperdal Depotspritze abgesetzt, Orfiril abgesetzt, Abilify bei 10 mg

2011: Alle Medikamente nach und nach abgesetzt

2012: Rückfall Psychose, Zeldox 40-0-60 mg und Citalopram 30 mg morgens

Anfang 2013: Alle Medikamente abgesetzt, bis auf Zeldox 20 mg

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Ende 2013: Venlafaxin abgesetzt, Mirtazapin 10 mg abends eingeschlichen, Zeldox auf 40-0-60 mg reduziert

Ende 2013- Mitte2014: Mirtazapin ausgeschlichen. Heftigste Symptome wie Schmerzen am ganzen Körper

2014: Escitalopram 10 mg eingeschlichen.

Ab Ende Januar 2016: Escitalopram wird auf 7 mg reduziert

Ab Mitte April 2016: Escitalopram wird auf 5 mg reduziert

Ende Mai 2016: Escitalopram auf 4 mg reduziert. Zeldox auf 30-0-40 mg. (Weil man es nicht mehr aushalten kann)

1. Juli 2016: Zeldox auf 40-0-40 mg und Escitalopram 5 mg.

4. Oktober 2016: Zeldox auf 40-0-20 mg und Escitalopram 5mg

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Re: Mein Tagebuch nach einem unfreiwilligen Kaltentzugs eines NL (Fluspirilen)

Beitrag von Murmeline » Montag, 13.02.17, 9:47

Hallo Ubik,

bitte gib die Quelle an, sonst müsste ich das Foto wieder herausnhemen. Danke!

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Re: Mein Tagebuch nach einem unfreiwilligen Kaltentzugs eines NL (Fluspirilen)

Beitrag von ubik » Montag, 13.02.17, 9:56

Darf man das eigentlich aus Büchern einfach was einscannen und ins Internet setzen?
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Ab Ende Januar 2016: Escitalopram wird auf 7 mg reduziert

Ab Mitte April 2016: Escitalopram wird auf 5 mg reduziert

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Re: Mein Tagebuch nach einem unfreiwilligen Kaltentzugs eines NL (Fluspirilen)

Beitrag von padma » Montag, 13.02.17, 17:17

hallo Filzblume, :)

es ist gut möglich, dass da auch noch ein Benzoentzug mit reinspielt.

Mach dich deswegen nicht runter, Fakt ist, du hast es geschafft von den Benzos wegzukommen, das ist, was zählt.

Und du bist auf einem sehr guten Weg, dir wieder dein Leben zurück zu erobern :D

Falls du es mit Vitaminen versuchen möchtest, bitte vorsichtig austesten. Eins nach dem anderen versuchen und zunächst niedrig dosiert.

@ hallo Ubik :)
Ubik schrieb
Darf man das eigentlich aus Büchern einfach was einscannen und ins Internet setzen?
Ich glaube das darf man nicht, wegen des Urheberrechtes.

liebe Grüsse,
padma
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Beitrag von Filzblume » Montag, 13.02.17, 21:29

Hallo zusammen,

die Frage im Betreff - hat mal jemand darüber was gehört? :shock:

Gruß Filzblume

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2002 - Mitte 2016 sporadisch Zolpidem, dann aber auch heftig aber keine Probs beim Absetzen, da es nicht kontinuierlich genommen wurde
seit 11. Oktober 2016 - Fluspirilen wird nicht mehr hergestellt, Kaltenzug, Schwindelgefühl, Konzentrationsstörungen, Knochenschmerzen, Muskelverspannungen,Ohrensausen, Übelkeit, Durchfall, Harndrang trotz leerer Blase, TV gucken nicht gut, Musik hören ok, Gespräche folgen ganz schlecht, Lesen OK. Zwischenzeitlich wurde Fluoxetin eingesetzt - nach der zweiten Tablette sofort sein gelassen - Blitzgewitter im Kopf, Boxhandschuh im Magen

September 2017 - noch einmal Fluspi eindosiert 1,0 ml. Dann im 2-3Wochen-Takt immer um 0,1 ml reduziert. Seit Anfang Dez. 2017 fertig mit der Reduzierung. Mitte Januar 2018 - es kommen erste Absetzsymptome. Macht nicht wirklich Freude.

Abschließende Diagnose: 2009 einen Schrank gekauft. Dieser Schrank war voller Giftstoffe, die sich Anfangs in Form vom innerer Unruhe und Blasenentzüngung gezeigt haben. 1,5 Jahr regelmäßig Antibiotika wegen der ständigen Blasenentzündung genommen und anscheinend damit den Darm abgeschossen. Mit dem Schrank kamen aber auch Unverträglichkeiten gegenüber Chemikalien. Wurde aber zunächst als Psychosomatik abgetan und ordentlich Fluspi gespritzt. Und schon war der Teufelskreis da.

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In eigener Sache: Alles, was ich hier schreibe sind meine subjektiven Erlebnisse. Ich kann und will nur das schreiben, was mir geholfen hat bzw. mir gut tut. Wenn jemand daraus einen Nutzen ziehen kann, ist das sehr schön und damit das Ziel erreicht. Wem es nicht hilft oder wer mit dem was ich schreibe nicht konform ist - dann ist es eben so. Denn wir dürfen auf keinen Fall verallgemeinern. Jeder hier hat eine andere Geschichte, an anderes Umfeld, andere Möglichkeiten. Alles sehr individuell. Also ist es auch nicht schlimm, wenn ich den einen oder anderen Beitrag auch nicht für mich annehmen kann oder will. Immerhin ist ein Forum lediglich ein Austausch und keine Muss-Nummer. Thank you for reading!

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Re: Mein Tagebuch nach einem unfreiwilligen Kaltentzugs eines NL (Fluspirilen)

Beitrag von Murmeline » Montag, 13.02.17, 21:53

Hallo Filzblume,

bitte mach nicht für einzelne Fragen einen neuen Thread auf - ich hab das mal zusammengeschoben.
Es gibt hier einen ganzen Thread zum Thema, da kannst Du mal reinschauen:
viewtopic.php?f=57&t=7819

Murmeline
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Re: Mein Tagebuch nach einem unfreiwilligen Kaltentzugs eines NL (Fluspirilen)

Beitrag von padma » Dienstag, 14.02.17, 19:04

hallo Filzblume, :)

zumindest einige NL blockieren auch Histaminrezeptoren, daher kann der Entzug zu einer HIT führen.

liebe Grüsse,
padma
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Absetzverlauf:
► Text zeigen
1.07.2018: 0,2 mg :schnecke:


Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


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Re: Mein Tagebuch nach einem unfreiwilligen Kaltentzugs eines NL (Fluspirilen)

Beitrag von Filzblume » Mittwoch, 15.02.17, 11:35

Hallo Ihr Lieben,

der Kasus ist geknackt. :D Ich habe HIT. Endlich eine Diagnose, die auch Hand und Fuß hat. Und auch ein Arzt, der sich auskannte. Folgendes ist passiert:

Mein Senior-Chef rief mich an, um sich zu erkundigen, wie es mir geht. Habe ihm die ganze Misere erzählt und auch von meinem Verdacht mit HIT. Der hat nicht lange gefackelt, hat ein wenig telefoniert und mich dann nach Holland in eine Privatklinik gebracht. :hug: :fly: Er selbst ist Holländer und die HIt-Geschicht war ihm nicht unbekannt. Bei ihm in der Familie war das auch bei jemandem.

Die dort tätigen Ärzte waren richtig klasse. :party2: Eine wahnsinns Anamnese, Test über Test und vor allem: Man hat mir zugehört. :party2: Und das nicht nur mit einem halben Ohr. :party2: Die haben mich ausgefragt und wirklich jedes Detail beleuchtet und gewertet. :group:

Das Ergebnis war dann eindeutig. Folgende Parameter sind bei mir, die HIT ausgelöst haben: (Und über diese Parameter hätte eigentlich jeder Depp stolpern müssen. Eigentlich?) :frust:

Wechseljahre
einen hartnäckigen Darmpilz
Fluspi ist wie viele NL ein Histaminhemmer

Ich bin zwei Nächte dort geblieben. :bettzeit: Was genau ursächlich bei mir ist, könnte man jetzt auch noch herausfinden. Stellt sich nur die Frage, was es mir unterm Strich bringt. Es gibt verschiedene Ursachen für diese Störung. Um mir erstmal akut zu helfen gab man mir dort Antihistaminika und hat mich dort auf eine Histamin-Diät gesetzt. Zudem hat man mir 500 ml Blut abgezapft.

Ich bin jetzt wieder zuhause und bin fast symptomfrei.Ihr könnt Euch sicherlich vorstellen, wie schön das ist. Ich lebe wieder :party2: - traue aber dem Braten noch nicht so ganz über den Weg. Habe zuviel dummes Zeugs :frust: in den letzten Jahren von den Ärzten gehört. Da verliert man das Vertrauen. :frust: Ich lege heute einfach mal den Tag fest, an dem es endlich aufgehört hat. Habe mich jetzt fast 3,5 Jahre gequält.

Ich habe jetzt noch eine Darmsanierung vor mir, was auch ne ganze Zeit brauchen wird. Ebenso wie eine strenge Diät. Ich habe gute Karten, dass sich dauerhaft alles wieder reguliert.

Fragt mich jetzt bitte nicht, was das alles gekostet hat. :o Ich weiß es nicht und werde es wohl nie erfahren. Mein Chef hat das finanziert. Er hat das ganze Drama ja in den letzten Monaten hautnah miterlebt. Ich werde aber definitiv in der nächsten Zeit nicht nach einer Gehaltserhöhung fragen. :whistle: Er hat echt was gut bei mir. Ich stehe tief in seiner Schuld. Mein Chef ist trotz seines Imperiums und seiner Millionen einfach nur Mensch geblieben. Er lässt seinen Finanzstatus für normal auch nicht raushängen. Aber bei der Aktion in Holland kann man mal sehen, was Geld und Einfluss bewirken kann. Ich denke ich hätte als Kassenpatient ewige Zeiten auf einen Termin beim Allergologen warten müssen. V. ich danke Dir! <3 Du bist echt ein Knaller-Chef!

Was mich aber so richtig ärgert ist die Tatsache, dass die Ärzte aus meiner Vergangenheit (ja, sie sind Geschichte- da gehe ich nie wieder hin! :haha: ) nicht im Ansatz darauf gekommen sind. :frust: In Holland war auch ein Pharmakologe der es überhaupt nicht verstand, warum man mir nach Fluspi und mit den Symptomen verschiedene Medis aus dem Bereich das AD's gegeben haben. Er sagte wörtwörtlich: "Das sind zwei verschiedene Klompen!" (Klompen = Holzschuh! Hihi). Ich habe auch vor einiger Zeit bei meinen Ärzten meinen Verdacht mit der HIT geäußert. Wurde aber voll abgeschmettert. Welchen Spruch ich aber dann gehört habe: (brauche ich glaube ich gar nicht zus schreiben, den kennt Ihr alle) "Sie müssen in die Psychiatrie". Wenns nicht so traurig wäre, könnte man da ne Comedy draus machen. 3,5 Jahre meines Lebens einfach so in der Tonne!

Einen kleine faden Beigeschmack hat die Sache jedoch - mein Senior-Chef weiß jetzt Dinge über mich, die er so eigentlich gar nicht wissen sollte. Aber - es ist mir total egal! :party:

Mir fällt dazu spontan der Spruch von Gaymann ein "Mache ich jetzt ne Therapie oder trink ich erst ne Tasse Kaffee!" Ich ändere den Spruch wie folgt: Gehe ich jetzt in die Psychiatrie oder trink ich noch eine Tasse Kaffee" :sports: :whistle: Ich nehm den Kaffee! :party2:

Ihr Lieben, ich danke Euch für Eure Geduld mit mir. Ohne Euch wäre ich jetzt nicht da, wo ich jetzt bin.

Eure Filzblume :party2:

PS - Und den ------> :zombie: schicke ich jetzt erstmal in Wüste.
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2000 - 2016 Fluspirilen 1x pro Woche 1,2 ml - immer wieder mit Unterbrechungen, Krankheitsbild somatoforme Störungen
2006 Fluspirilen für 9 Monate abgesetzt - nichts passiert, alles ok, zwischenzeitlich Bachblütentropfen genommen, Fluspirilen dann wieder genommen wegen Schicksalsschlag
2009 - 2013 Doxepin 125 mg nach zweimaligem Schicksalsschlag
2013 - Doxepin entzogen, 6 Wochen Hölle (Kribbeln im Kopf, max 2 Stunden nachts geschlafen, Gedankenüberschläge, Knochenschmerzen, Unruhe, extrem geräuschempfindlich, reizüberflutet, TV gucken nicht möglich, Übelkeit
2002 - Mitte 2016 sporadisch Zolpidem, dann aber auch heftig aber keine Probs beim Absetzen, da es nicht kontinuierlich genommen wurde
seit 11. Oktober 2016 - Fluspirilen wird nicht mehr hergestellt, Kaltenzug, Schwindelgefühl, Konzentrationsstörungen, Knochenschmerzen, Muskelverspannungen,Ohrensausen, Übelkeit, Durchfall, Harndrang trotz leerer Blase, TV gucken nicht gut, Musik hören ok, Gespräche folgen ganz schlecht, Lesen OK. Zwischenzeitlich wurde Fluoxetin eingesetzt - nach der zweiten Tablette sofort sein gelassen - Blitzgewitter im Kopf, Boxhandschuh im Magen

September 2017 - noch einmal Fluspi eindosiert 1,0 ml. Dann im 2-3Wochen-Takt immer um 0,1 ml reduziert. Seit Anfang Dez. 2017 fertig mit der Reduzierung. Mitte Januar 2018 - es kommen erste Absetzsymptome. Macht nicht wirklich Freude.

Abschließende Diagnose: 2009 einen Schrank gekauft. Dieser Schrank war voller Giftstoffe, die sich Anfangs in Form vom innerer Unruhe und Blasenentzüngung gezeigt haben. 1,5 Jahr regelmäßig Antibiotika wegen der ständigen Blasenentzündung genommen und anscheinend damit den Darm abgeschossen. Mit dem Schrank kamen aber auch Unverträglichkeiten gegenüber Chemikalien. Wurde aber zunächst als Psychosomatik abgetan und ordentlich Fluspi gespritzt. Und schon war der Teufelskreis da.

Vorläufiges Endergebnis:
MCS-Syndrom (Multiple Chemikalien Sensibilität). Wohlmöglich verstärkt durch einen verkorksten Darm (Leaky-Gut-Sydrom) was diffuse Lebensmittelunverträglichkeitenund Allergien zurfolge hat. Die zweite Möglichkeit ist ein Enzymmangel, welches Giftstoffe verarbeitet. Wenn Schadstoff-Exposition dann gerät die Leber unter Stress. Sehr unangenehm. Ursächlich jedoch die lange Gabe von Fluspirilen.

In eigener Sache: Alles, was ich hier schreibe sind meine subjektiven Erlebnisse. Ich kann und will nur das schreiben, was mir geholfen hat bzw. mir gut tut. Wenn jemand daraus einen Nutzen ziehen kann, ist das sehr schön und damit das Ziel erreicht. Wem es nicht hilft oder wer mit dem was ich schreibe nicht konform ist - dann ist es eben so. Denn wir dürfen auf keinen Fall verallgemeinern. Jeder hier hat eine andere Geschichte, an anderes Umfeld, andere Möglichkeiten. Alles sehr individuell. Also ist es auch nicht schlimm, wenn ich den einen oder anderen Beitrag auch nicht für mich annehmen kann oder will. Immerhin ist ein Forum lediglich ein Austausch und keine Muss-Nummer. Thank you for reading!

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Re: Mein Tagebuch nach einem unfreiwilligen Kaltentzugs eines NL (Fluspirilen)

Beitrag von ubik » Mittwoch, 15.02.17, 15:15

Was ist denn HIT?
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Filzblume
Symptome jetzt: Diffuse Missempfindungen und Schmerzen in verschiedenen Körperbereichen
Symptome vorher: Dyskinesie (Würgen mit der Zunge), Schlechte Kopfhaut
Noch frühere Symptome: Schmerzen in den Beinen, Unruhe in den Beinen, Schläfrigkeit tagsüber, Bewusstseinstrübung, Krämpfe am Kopf, Schluckstörungen

Medikation:

2009: Riserpdal Consta 50 mg Depotspritze, Abilify 15 mg, Orfiril 800 mg wegen Psychose

2010: Risperdal Depotspritze abgesetzt, Orfiril abgesetzt, Abilify bei 10 mg

2011: Alle Medikamente nach und nach abgesetzt

2012: Rückfall Psychose, Zeldox 40-0-60 mg und Citalopram 30 mg morgens

Anfang 2013: Alle Medikamente abgesetzt, bis auf Zeldox 20 mg

2013: Erneuter Rückfall oder Absetzerscheinungen (?) Dann Zeldox 60-0-60 mg und Venlafaxin 75,5 - 0 - 75,5 mg

Ende 2013: Venlafaxin abgesetzt, Mirtazapin 10 mg abends eingeschlichen, Zeldox auf 40-0-60 mg reduziert

Ende 2013- Mitte2014: Mirtazapin ausgeschlichen. Heftigste Symptome wie Schmerzen am ganzen Körper

2014: Escitalopram 10 mg eingeschlichen.

Ab Ende Januar 2016: Escitalopram wird auf 7 mg reduziert

Ab Mitte April 2016: Escitalopram wird auf 5 mg reduziert

Ende Mai 2016: Escitalopram auf 4 mg reduziert. Zeldox auf 30-0-40 mg. (Weil man es nicht mehr aushalten kann)

1. Juli 2016: Zeldox auf 40-0-40 mg und Escitalopram 5 mg.

4. Oktober 2016: Zeldox auf 40-0-20 mg und Escitalopram 5mg

25. Dezember 2016: Zeldox auf 20-0-40mg und Escitalopram 5mg morgens

24. Januar 2017: Zeldox auf 20-0-35mg und Escitalopram 5mg morgens.

Aktuelle Dosis: Zeldox 20-0-40 mg und Escitalopram 5-0-0 mg, seitdem bessere Bewegungsabläufe und allgemeines besseres Vitalitätsgefühl.

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Re: Mein Tagebuch nach einem unfreiwilligen Kaltentzugs eines NL (Fluspirilen)

Beitrag von Murmeline » Mittwoch, 15.02.17, 15:29

Histaminintoleranz
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