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Nevertheless: Absetzen von Seroquel Prolong (Quetiapin)

Beitrag von Neverthelessw11 » Samstag, 04.11.17, 20:22

Hallo ihr Lieben,

bereits vor zwei Jahren bin ich erstmals auf dieses Forum gestoßen, als ich das erste Mal die Idee hatte, mich von meinem Seroquel zu verabschieden. Durch Umwege (siehe unten) wurde ich davon abgehalten und habe den Plan erstmal zurückgestellt. Seit diesem Jahr merke ich allerdings eine enorme Talfahrt (siehe ebenfalls unten), sodass ich mich seit vielen Wochen hier durchs Forum gekämpft habe. Ich beeindruckt von der Nächstenliebe, die hier von vielen Usern gelebt wird. Trotz (oder gerade wegen) eigener leidiger Erfahrung wird hier geholfen - egal wie hoffnungslos der Einzelfall zu sein scheint. Die vielen tollen Beiträge hier haben mich bewogen, mit meiner Tablettengeschichte den Schritt hier ins Forum zu wagen.

Wer ich bin und wie es zur Medikamenteneinnahme kam?

Als ich 15 Jahre alt war, hatte ich mit massivsten Somatisierungsbeschwerden zu kämpfen, deren psychische Ursache bis heute ungeklärt ist. Ich traf auf Ärzte ohne Verständnis und Ahnung von psychischen Erkrankungen und hab von allen Ecken nur Spott bekommen, sodass ich das ganze lange mit mir ausmachen wollte. Als ich allerdings über Tage meine linke Körperhälfte nicht spürte und anschließend mein linker Arm zeitweiser gelähmt war, bin ich mit meiner Mutter ins Krankenhaus und traf dort erstmals auf eine Ärztin die mich wahrgenommen hat. Das Anfang vom Ende, denn sie musste mir schonend beibringen, dass meine anfangs noch händelbaren Somatisierungsbeschwerden mittlerweile eine extreme Angststörung (Panikstörung) und Depression ausgelöst hatten. Neben den Somatisierungsbeschwerden wurden einige organische Probleme am Skelett und Clusterkopfschmerzen gefunden, die viele Beschwerden auch erklären konnten.

Mittlerweile bin ich 23 Jahre, studiere in einem naturwissenschaftlichen Studiengang und habe eine Psychiatriekarriere vom feinsten hinter mir. Die Somatisierungsbeschwerden sind bis auf ein Mindestmaß zurückgefahren, die Depression im Rahmen und die Angststörung ...na ja, austherapiert. All das beschäftigt mich noch, kontrolliert aber nicht mein Leben.

Ich war über 1,5 Jahre (mit 2 langen, insg. 8 Monate, Aufenthalten) in der Kinder- und Jugenpsychiatrie, dann 3 Jahre in ambulanter Therapie, währenddessen nochmal 2 Monate in der Erwachsenenpsychiatrie. Das alles soll hier allerdings nur dazu dienen, dass ihr mich und meine Probleme einschätzen könnt.

Medikamente
Innerhalb der Klinikaufenthalte entbrannte ein regelrechter Wettstreit darum, wie man mich wohl am besten therapieren - und das hieß für diese Klinik leider, medikamentieren - könne. Erst wurde mir Fluoxetin gegeben - ich entwickelte eine Schlafstörung innerhalb von Wochen. Dann Dipiperon - ich bekam Aggression und konnte mich kaum davon abhalten die Wände einschlagen zu wollen. Dann kam die Lösung: Tavor. Bis zu 3x 2,5 mg + 5 mg bei Bedarf bekam ich stationär. Nach einem Krisenaufenthalt wurde ich mit 12,5 mg Tavor auf die Straße gesetzt (Minderjährig, ohne auf meine Mutter zu warten). Ich strauchelte irgendwie mehr schlecht als Recht in eine nahe gelegene Praxis einer Kinder- und Jugendpsychiaterin die mich ambulant sofort aufnahm und mit der ich innerhalb von 3 Tagen Tavor absetzte - ohne Symptome, trotz mehrmonatiger Einnahme. Da es mir weiter schlecht ging und ich zunehmend Suizidgedanken bekam, setzten wir Seroquel ein.

Seit 2012 nehme ich nun Seroquel Prolong, 150 mg abends. Und mir ging es - nach einem Monat Schlafproblemen - grandios. Meine Stimmung war stabilisiert und ich konnte das Psychiatriedrama hinter mir lassen.

Warum absetzen?
Als ich vor 2 Jahren absetzen sollte waren die Gründe:
- Massive Gewichtszunahme von 35 kg in 5 Jahren.
- Stabilere Psyche und der Wunsch nicht ewig Medis zu nehmen.

innerhalb des aktuellen Jahres allerdings, scheinen die Nebenwirkungen plötzlich extrem zu werden. Alle folgenden Symptome sind organisch abgeklärt und haben keine organische Ursache. (Falls jemand fragen sollte, warum ich "plötzlich auftretende Symptome" als Nebenwirkungen deklariere: da müsste ich etwas ausholen, aber ich bin mir ziemlich sicher)
  • Taubheitsgefühle in den Füßen/Händen
    Gewebeschwellungen an einem Bein
    Sprachstörungen (Silben, Aussprache, Grammatik, Begriffe)
    Extreme(!) geistige Verlangsamung
    Müdigkeit trotz viel Schlaf
    Konzentrationsschwäche
    Emotionsabflachung (weder positive noch negative Ausreißer)
Insbesondere die geistige Verlangsamung (ich denke viel langsamer, kann einfachste Aufgaben nicht mehr lösen etc) und die Müdigkeit (trotz Sport, trotz Schlaf, trotz frischer Luft, trotz Entspannung) machen mich wahnsinnig. Meine Leistungen brechen ein und ich kann mich kaum artikulieren. Manchmal habe ich das Gefühl in meinem Körper "eingeschlossen" zu sein - mich nicht ausdrücken zu können. Unter den Nebenwirkungen leide ich aktuell so so so viel mehr, als unter dem Psychischen.

Absetzen - ja! Aber wie?
Ich habe Monate gebraucht um einen Termin bei einer Psychiaterin zu bekommen, doch am 22.11. ist es so weit - und länger hätte ich es nicht mehr ausgehalten. Nachdem ich mich viel informiert habe, bin ich sicher: ich will in ganz kleinen Schritten ausschleichen, ungefähr die 10%-Regel einhalten und auf mich hören. Aber ich sehe nicht, wie das gehen soll... Retard Tabletten in Wasserlösen fällt ebenso weg, wie das Zermahlen und abwiegen. Das Kügelchentablette gibt's es nicht. Darüber hinaus nehme ich aktuell 150 mg - es gibt aber keine 100 mg Tabletten. Daher einige konkrete Fragen:
  • Wie kann ich behutsam von retardiertem auf unretadiertes Seroquel wechseln?
    Kann ich 100 mg retadiertes Seroquel nehmen, indem ich 2x 50 mg ret. Seroquel nehme oder spricht da was gegen?
    Ist als erster Schritt denkbar, dass ich von 150 mg ret. abends auf 100 mg ret. abends plus einer 25 mg unret. Tablette wechsel?*
    Hätte jemand konkrete Ideen als Schritte? Also inkl. Umsetzbarkeitscheck?
*Meine Probleme tauchen zu 99% nur abends auf, sodass ich mir diesen Schritt gut zutrauen würde. Bei Bedarf hatte ich manchmal 25 mg unret. abends genommen und damit herrlich ruhig geschlafen.

Ich denke, wer sich bis hierhin durchgekämpft hat, der ist von meinem teils sicher zusammenhanglosen Gelaber erstmal erschlagen. Trotzdem würde ich mich unfassbar über Ideen freuen, wie ich das wirklich umsetzen kann. 10% ausrechnen kann ich selber - nur aufgrund der Probleme (keine 100 mg Tabletten, ret. Seroquel...) scheitert es am Umsetzen. Aber ich danke auch jedem, der einfach bis hier hin gelesen hat und sich überhaupt die Zeit genommen hat, das Leid einer Fremden zu ertragen, was ja oft auch nicht einfach ist.

Danke und liebe Grüße,
eure Never.

PS: Signatur folgt. Aber das einzig relevante ist eh:

Tavor und Fluoxetin sehr schnell und nebenwirkungsfrei abgesetzt.
Seit 2012 Seroquel Prolong 0-0-150 mg und seit 2017 massive Nebenwirkungen.
Zuletzt geändert von Murmeline am Donnerstag, 08.03.18, 17:06, insgesamt 2-mal geändert.
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Jamie
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Re: Absetzen von Seroquel Prolong - konkreter Plan gesucht

Beitrag von Jamie » Samstag, 04.11.17, 22:58

Hallo never,

willkommen im Forum :).

Du hast ja wirklich schon was durch und es tut mir leid, was du da für schlimme Erlebnisse hattest. :(
Mit 12,5mg Lorazepam als Teenie von der Psychiatrie auf die Straße gesetzt zu werden hinterlässt mich fassungslos und noch krasser finde ich es, dass du den anschließenden Entzug so gut weggesteckt hast.
Nun, dein jugendliches Alter wird sicher dazu beigetragen haben, dass du es gut verkraften konntest, aber eine Selbstverständlichkeit ist es nicht.
never hat geschrieben:Taubheitsgefühle in den Füßen/Händen
Gewebeschwellungen an einem Bein
Sprachstörungen (Silben, Aussprache, Grammatik, Begriffe)
Extreme(!) geistige Verlangsamung
Müdigkeit trotz viel Schlaf
Konzentrationsschwäche
Emotionsabflachung (weder positive noch negative Ausreißer)
Die von dir geschilderten Symptome sind klassische Neuroleptika-Nebenwirkungen und ich kann gut verstehen, dass man damit nicht leben möchte und sie auch massiv hinderlich für´s Studium sind.
Ich finde es daher eine gute Idee, dass du das Quetiapin langsam absetzen möchtest.
Wie kann ich behutsam von retardiertem auf unretadiertes Seroquel wechseln?
Kann ich 100 mg retadiertes Seroquel nehmen, indem ich 2x 50 mg ret. Seroquel nehme oder spricht da was gegen?
Ist als erster Schritt denkbar, dass ich von 150 mg ret. abends auf 100 mg ret. abends plus einer 25 mg unret. Tablette wechsel?*
Hätte jemand konkrete Ideen als Schritte? Also inkl. Umsetzbarkeitscheck?
Deine Ideen sind sehr gut, zielführend und gehen bereits in die richtige Richtung.
Es ist eben nur zu schauen, für welche Version man sich letztlich entscheidet.
Irgendwann muss auf jeden Fall unretardiertes Quetiapin ins Spiel kommen, weil man sonst nicht fein genug absetzen kann. Dieses kann man dann in Wasser auflösen und auf der Feinwaage zurecht bröseln.

Der Schritt auf Wechsel 100mg ret und 25mg unretardiert könnte einmalig klappen, aber danach kommt schon die Bearbeitung des unretardierten Quetiapins zum Tragen. Bei 125mg wäre der nächste Schritt dann auf 112,5mg; also die Halbierung der 25mg Tablette.
Und danach könntest du, wenn keine Probleme auftauchen, 10% weglassen und ziemlich glatt auf 100mg gehen. Danach wird es schwieriger und die Tabletten müssen bearbeitet werden, zB 50mg retard einnehmen und mit 40mg unretardiert ergänzen.
Aber machbar ist es!

Grüße
Jamie
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Neverthelessw11
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Re: Absetzen von Seroquel Prolong (Quetiapin) - konkreter Plan gesucht

Beitrag von Neverthelessw11 » Samstag, 04.11.17, 23:54

Guten Abend, Jamie.

Vielen Dank für deine lieben Worte und Ideen.

Ja, ich weiß im Nachhinein auch nicht, wie mein Körper (von der Psyche reden wir mal nicht) das damals überstanden hat. Ich hatte niemals Absetzerscheinungen - bei keinem der Medikamente. An vieles aus dieser Zeit fehlen mir aber auch die Erinnerungen - und ich denke das ist gut so. Das stimmt mich dennoch hoffnungsvoll für das anstehende Absetzen. Und das ist das, was ich aus der Vergangenheit auch momentan mitzunehmen versuche.

Ich hoffe sehr, dass die Symptome nach dem Absetzen, egal wie lange das dauern wird, nachlassen. Die momentane Situation ist kaum zu ertragen.

Ok, also um nochmal deutlich zu machen, wie ich dich verstanden habe:
Ausgangspunkt: 150 ret.
Erste Reduktion auf 2x 50 ret. + 25 unret.
Zweite Reduktion auf 2x 50 ret. + 12.5 unret.
Dritte Reduktion auf 2x 50 ret.

Weiter als bis dahin kann ich noch nicht richtig denken, mir macht diese Umstellung von ret. Auf unret. Sorgen... immerhin haben 50g ret. doch eine ganz andere Wirkung auf den Körper als 40g unret oder nicht? Also ich verstehe die Notwendigkeit der Umstellung zum Zwecke der genaueren Dosierbarkeit, aber mir erschließt sich noch nicht, wie man das dem Körper schonend verkaufen könnte.

Die Kombination zweier retardierter Tabletten ist gleichwertig zu einer einzelnen retardierten? Also kann ich die 100 einfach in 50+50 aufteilen aus Mangel an 100er?

Vielen Dank nochmal für deine Impulse, jetzt habe ich eine gute Vorstellung wie ich die ersten 3 Schritte angehen kann. Ich hoffe, dass die neue Psychiaterin den Weg mit mir gehen möchte und sich nicht als Vertreterin der "Ruhigstellpsychiatrie" entpuppt. Dann sehe ich nämlich echt schwarz...


Liebe Grüße,
Never
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Re: Absetzen von Seroquel Prolong (Quetiapin) - konkreter Plan gesucht

Beitrag von Ululu 69 » Sonntag, 05.11.17, 10:54

Hallo Never,

Auch von mir noch herzlich willkommen hier im Forum.

Ich habe auch ursprünglich 150 mg Quetiapin in retardierter Form genommen.
Dein Plan für die ersten drei Schritte klingt für mich soweit gut. Natürlich muss man dabei dein Befinden im Auge behalten und gegebenenfalls reagieren.
Du kannst dafür hier in deinem Thread berichten und wir helfen dir dann gerne.
Die Einnahme von 2x retardierten 50 mg Tabletten dürfte keine Probleme bereiten.
Wie du die Teilumstellung auf 25 mg unretardiertes Quetiapin verträgst, müsstest du schauen. Weil der Wirkstoff im Blut schneller angeflutet wird, solltest du es vor dem schlafen gehen nehmen, aber du kennst die Wirkweise ja schon vom Bedarfsmedikament.

Einen Tipp habe ich noch für die Wasserlösmethode. Ich würde mir dafür die 50 mg Tabletten verschreiben lassen, die 25 er lösen sich nämlich schlechter auf.

Schön, dass du es ohne Medikament versuchen möchtest, ich drücke dir die Daumen, dass es klappt und du auch bald die Nebenwirkungen los wirst.

LG Ute
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Re: Absetzen von Seroquel Prolong (Quetiapin) - konkreter Plan gesucht

Beitrag von micha68 » Sonntag, 05.11.17, 12:29

Hallo Never,

auch von mir ein herzliches Willkommen!

Die Darreichung für 100mg in 2mal 50mg retardiert ist m.E. unproblematisch- gut wäre Du nimmst den selben Hersteller wie die 150mg- dann hast Du da nicht auch noch eine Änderung.

Meine Idee zu Deiner ersten Umstellung wäre noch etwas vorsichtiger- sprich nicht gleichzeitig die Dosis reduzieren sondern als ersten Schritt 100mg retardiert und 50mg unretardiert. Ich würde die 50mg unretardiertes aufteilen, auf 25 mg abends und 25mg morgens...damit wärst Du gesamt immer noch auf 50mg und ungefähr auch über die "Zeitspanne" die sonst das retardierte hat... Das unretardierte flutet schneller an, d.h. konkret würde ich die unretardiert nicht schon um 18.00h einnehmen, sonst schläfst Du vllt schon um 20.00h, sondern zeitverzögert- etwa 2 Stunden vorm gewollten Einschlafzeitpunkt... Oder so wie Du es aus Deiner Erfahrung mit Deinem Bedarf gemerkt hast, nach welcher Zeit es bei Dir stärker schlafanstossend wirkt.
Aber das Ganze ist nur eine Idee von mir. Wie Du es dann machen möchtest ist natürlich ganz Dir überlassen! Wollte Dir nur diese Möglichkeit aufzeigen.

Wobei Du auch die Idee von Jamie und Ute aufgreifen kannst (100mg+25mg) und dann immer noch, wenn Du tagsüber merkst da fehlt was (die Reduktion war zu viel), dann erst den morgendlichen Schritt dazu nehmen kannst...

Wenn das dann gut verläuft, was ich ganz stark hoffe, kannst Du dann Schrittweise, wie es auch Jamie schreibt, die 25mg bzw. 50mg unretardiert reduzieren- (ich würde erst die Morgendosis reduzieren auf 0 bevor ich an die Abenddosis gehe). Bis Du insgesamt das unretardierte auf 0 hast und stellst dann wieder Schrittweise von retardiert auf unretardiert um (wie gesagt, ich würde immer erst nur umstellen und dann, wenn es sich gut anfühlt reduzieren).

Ich hoffe jetzt, dass ich Dich mit meiner Idee nicht verwirre :cry:

Bei Fragen einfach stellen, wir werde versuchen alles bestmöglich zu beantworten!

Ich wünsche Dir viel Erfolg! Mögen Deine Nebenwirkungen bald der Vergangenheit angehören!
Alles erdenklich Liebe und Gute für Dich!
Micha
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Re: Absetzen von Seroquel Prolong (Quetiapin) - konkreter Plan gesucht

Beitrag von ChristophK » Donnerstag, 09.11.17, 19:28

Hallo Never,

woher kommt Deine Angst vor der Umstellung auf unretardiertes Quetiapin? Untersuch das mal, ich halte diese Angst für irrational und unangebracht. Ist ja nach wie vor der gleiche Wirkstoff, nur die Verteilung über den Tag ist etwas anders.

Davon unabhängig ist die Angst natürlich vorhanden und entfaltet ihre Wirkung. Deswegen halte ich den Vorschlag von micha68 für sehr gut: Stell erstmal ohne Dosisänderung einen Teil auf unretardiert um und schau, was passiert.

Habe die Umstellung in den letzten Monaten selbst vorgenommen (siehe Signatur), allerdings auch immer mit einer Dosisreduzierung.

Gruß
Christoph
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Ich selbst bin 1982 geboren.

April 2007 - "auffälliges Verhalten" und Einweisung in geschlossene Psychiatrie für 10 Tage.
Medikation: Risperidon (Dosis weiß ich nicht mehr) und Lorazepam 7,5 mg / tägl. Lorazepam danach problemlos ausgeschlichen.

Diagnose: Schizoaffektive Psychose

Neuroleptikum oft gewechselt wg. Unverträglichkeit: Olanzapin, Aripripazol, Ziprasidon, Amisulprid, seit 2011 Quetiapin retardiert, je nach Stimmung zwischen 100 und 200 mg (langsame Wechsel)

Medikation: Quetiapin retardiert 150-200 mg, 7/2015 bis 10/2016 tägl. 200 mg
Bisherige Absetzversuche: (Januar 2015 von 200 mg auf 150 mg reduziert, im Juli 2015 wieder auf 200 mg hoch wg. Reizbarkeit, gedrückter Stimmung, Leistungstief, etc.)

Dosierung Johanniskrautextrakt (Laif)
24.06.2017 - Angefangen mit 900 mg
13.09.2017 - Erhöhung auf 1800 mg (900-0-900)

Absetzverlauf Quetiapin
29.10.2016 - 200 mg (0-0-200)
30.10.2016 - 150 mg (0-0-150)
26.12.2016 - 100 mg (0-0-100)
06.03.2017 - 75 mg (0-0-75), 50 mg retardiert, 25 unretardiert
04.08.2017 - 75 mg (25-0-50), 50 mg retardiert, 25 unretardiert
07.10.2017 - 50 mg (25-0-25) unretardiert

bis auf Weiteres 50 mg Quetiapin und 1800 mg Johanniskrautextrakt

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Re: Absetzen von Seroquel Prolong (Quetiapin) - konkreter Plan gesucht

Beitrag von Arianrhod » Donnerstag, 09.11.17, 20:38

Hallo Never,

hier mein Absetzbericht von Quetiapin Retad viewtopic.php?t=10634 . Ich habe zwar von 800 mg angefangen, aber irgendwann war ich auch bei 150 mg - eventuell hilft dir das weiter.

liebe Grüße Arianrhod
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Re: Absetzen von Seroquel Prolong (Quetiapin) - konkreter Plan gesucht

Beitrag von Neverthelessw11 » Dienstag, 14.11.17, 17:40

Hallo ihr Lieben,

jedem von Euch einen herzlichen Dank für den jeweiligen Beitrag. Mir hilft eure Erfahrung und eure Ideen sehr weiter. Auf vieles möchte ich nochmal eingehen:
Die Einnahme von 2x retardierten 50 mg Tabletten dürfte keine Probleme bereiten.
Danke, das beruhigt mich. Sonst hätte ich ja schon bald Schwierigkeiten bekommen.
Wie du die Teilumstellung auf 25 mg unretardiertes Quetiapin verträgst, müsstest du schauen. Weil der Wirkstoff im Blut schneller angeflutet wird, solltest du es vor dem schlafen gehen nehmen, aber du kennst die Wirkweise ja schon vom Bedarfsmedikament.
Ja genau, das war mein Plan. Ich wollte die 100 mg Retard dann zur normalen Zeit nehmen und die 25 unret. direkt vorm Schlafengehen. Damit kenn ich mich schon aus.
Einen Tipp habe ich noch für die Wasserlösmethode. Ich würde mir dafür die 50 mg Tabletten verschreiben lassen, die 25 er lösen sich nämlich schlechter auf.
Du meinst, wenn ich später in den Bereich komme, wo ich das unret. Seroquel so fein dosieren muss richtig? Das werde ich mir merken und beherzigen! Danke.
Meine Idee zu Deiner ersten Umstellung wäre noch etwas vorsichtiger- sprich nicht gleichzeitig die Dosis reduzieren sondern als ersten Schritt 100mg retardiert und 50mg unretardiert. Ich würde die 50mg unretardiertes aufteilen, auf 25 mg abends und 25mg morgens...damit wärst Du gesamt immer noch auf 50mg und ungefähr auch über die "Zeitspanne" die sonst das retardierte hat...
Darüber hatte ich auch mal nachgedacht. Da ich aber 25 mg unret. abends sehr stark spüre, sehe ich nicht, wie ich (bei eh schon starker Tagesmüdigkeit) mit 25 mg unret. morgens die Uni schaffen soll. Ich verstehe den Ansatz und wäre eigentlich großer Freund davon, aber ich glaube das wäre kontraproduktiv. Wenn ich mich dafür entscheide ist es komplett logisch, dass ich erst die Morgendosis und dann die Abenddosis reduziere.
Ich denke ich werde mit der Umstellung an einem Freitag Abend beginnen - dann Samstag und Sonntag morgens jeweils 25 mg nehmen. Und ab Montag das weglassen... Dann hab ich quasi 2 Tage Puffer.
Ich hoffe jetzt, dass ich Dich mit meiner Idee nicht verwirre
Überhaupt nicht! ich hatte das wie gesagt schonmal überlegt. Denke mit den 2 Tagen Puffer hab ich einen guten Kompromiss gefunden. Weil die Uni ist mir sehr wichtig....
woher kommt Deine Angst vor der Umstellung auf unretardiertes Quetiapin? Untersuch das mal, ich halte diese Angst für irrational und unangebracht. Ist ja nach wie vor der gleiche Wirkstoff, nur die Verteilung über den Tag ist etwas anders.
Rein aus naturwissenschaftlicher Sicht halte ich meine Angst durchaus für berechtigt. Und Angst ist auch ein starkes Wort. (Ich habe eher Respekt, weil unret. Seroquel mich sehr müde macht und eine Einnahme von morgendlichem Seroquel bspw. die Uni stark gefährdet.) Aber generell sorgt die retardierte Form für einen konstanten, bei mir sehr geringen, Wirkstoffspiegel. Die Umstellung auf unret. Seroquel führt zu Wirkstoffspitzen, die mein Körper nur aus wenigen Bedarfseinnahmen zum Schlafen kennt - aber erst recht nicht morgens. Gleichzeitig fällt der Wirkstoffspiegel teilweise unter den bisherigen Spiegel, was ja auch zu NW führen kann, denn die Halbwertzeit ist nun nicht zu hoch.
Habe die Umstellung in den letzten Monaten selbst vorgenommen (siehe Signatur), allerdings auch immer mit einer Dosisreduzierung.
Danke für den Hinweis, ich habe einen Blick drauf geworfen. Ich denke auch dass die gleichzeitige Dosisreduzierung zumindest für die ersten 2 Schritte praktikabel ist.
Ich habe zwar von 800 mg angefangen, aber irgendwann war ich auch bei 150 mg - eventuell hilft dir das weiter.
Auch diesem Link bin ich gefolgt. Danke für die Hinweise.



am 22. 11. habe ich endlich den Termin bei der neuen Psychiaterin und ich freue mich regelrecht auf den Start ins Absetzen. Ich denke, dass ich bei 100 mg retardiertes Seroquel erstmal eine kleine Pause machen will, damit mein ZNS sich regenerieren kann. Ich denke meine Rezeptoren dürften nach all den Jahren sehr ausgeknocked sein und ich möchte eine Art Bumerangeffekt vermeiden - nicht, dass ich 3-4 Schritte mache und mein Körper dann plötzlich reagiert.

Danke nochmal an alle,
LG Never
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Re: Absetzen von Seroquel Prolong (Quetiapin) - konkreter Plan gesucht

Beitrag von micha68 » Mittwoch, 15.11.17, 13:24

Hallo Never,

die Idee es an einem Freitag auszuprobieren halte ich für sehr gut!

Ich hatte die selben Bedenken wie Du. Dachte auch das mich die morgens 25mg Quetiapin bestimmt umhauen würden-deshalb hatte ich auch ein WE gewählt :wink: - zu meiner Überraschung habe ich die 25mg morgens nicht gemerkt- war nicht müde nach der Einnahme. Aber das wirst Du ja dann selbst merken, was das mit Dir macht und ob Du sie dann montags weglässt...

Ich habe sie trotzdem etwas zügiger als alle 4 Wochen 10% reduziert... und hatte bisher keine Absetzsymptome. Ich weiss, man kann nicht von sich selbst auf andere schliessen. Aber wollte Dir einfach ein positive verlaufendes Absetzen schildern- negative Beispiele gibt es ja genug :cry:

Wünsche Dir einen guten Absetzverlauf!!!!!
Alles Liebe und Gute für Dich!
Micha
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Re: Absetzen von Seroquel Prolong (Quetiapin) - konkreter Plan gesucht

Beitrag von Neverthelessw11 » Mittwoch, 15.11.17, 19:41

Danke Micha für die erneute Rückmeldung.

Das finde ich sehr interessant, dass die Morgeneinnahme dich nicht zusätzlich müde gemacht hat. Das kann ich mir aktuell gar nicht vorstellen, weil die 25 mg abends mich schon immer ermüden. Aber da "erwarte" ich diese Wirkung ja auch... vllt. Auch großteils Placebo. Ich versuche mal auf Basis deines Beitrags positiv dran zu gehen. Bisher hatte ich nie Probleme beim Absetzen- aber habe auch nie etwas ansatzweise so lange genommen wie das Seroquel. Naja. Die Probleme müssen trotzdem nicht plötzlich anfangen...


Mir ist grade noch eine andere Frage eingefallen... seit längerer Zeit habe ich sehr starken Durst und trinke oftmals 4-5 Liter. Dementsprechend renne ich natürlich auch ständig auf Toilette. Hatte das bei meiner Hausärztin angesprochen und sie hat über die Zuckerwerte Diabetes Gott sei Dank ausschließen können. Mir hat sich grade die Frage gestellt, ob auch das letztlich eine NW sein könnte. Hat da jemand Erfahrungen?
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Re: Absetzen von Seroquel Prolong (Quetiapin) - konkreter Plan gesucht

Beitrag von Ululu 69 » Mittwoch, 15.11.17, 19:58

Hallo Never,

hier zu den Nebenwirkungen von Quetiapin von der Apotheken Umschau Seite.

Sehr häufig (kann mehr als 1 Anwender von 10 betreffen):
Schwindel (kann zu Stürzen führen), Kopfschmerzen, Mundtrockenheit

Viele Psychopharmaka haben diese Nebenwirkung. Ich selbst kenne das auch. Manchmal kann ich kam sprechen, weil meine Zunge am Gaumen klebt.

Deswegen solltest du auch extrem gut auf deine Zähne aufpassen, die machen in Folge dessen auch gerne mal Probleme.

LG Ute
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Re: Absetzen von Seroquel Prolong (Quetiapin) - konkreter Plan gesucht

Beitrag von Neverthelessw11 » Freitag, 24.11.17, 22:07

Danke Ute für die Quelle. Das hatte ich durchaus gelesen, aber konnte "Mundtrockenheit" irgendwie nicht in den Bezug setzen zu meinen Durst und dem (hoffentlich!) daraus resultierenden ständigen Harndrang.


Hallo Liebe alle,

Am Mittwoch hatte ich bei meiner neuen Psychiaterin einen ersten Termin und bin so unglaublich dankbar. Das Schicksal hat es gut mit mir gemeint und mich über so viele Umwege zu ihr geführt - und sie ist für mich perfekt. Sie ist zwar sehr überzeugt, dass ich bei der geringen Ausgangsdosis keine Absetzsymptome bekommen werde, wenn ich von 150 mg alle 4 Wochen um 25 mg reduziere, doch war sie für meine Bedenken sehr offen. Wir haben uns auf einen kleinschrittigeren Plan geeinigt. Des Weiteren möchten wir beide das Ganze so gestalten, dass ich irgendwann nur noch 25 mg Seroquel bei Bedarf als Medikation habe. Sie hat von sich aus gesagt, dass sie nicht möchte, dass ich das Absetzen oder die Zeit danach mit anderen Medis kompensiere. Ich kann auch jeder Zeit bei Problemen vorbei kommen spontan oder anrufen. Und das coolste: sie erklärt mir alles sehr chemisch/neurobiologisch, was mir (als Chemiestudentin) das Gefühl gibt ernstgenommen zu werden. Und sie flüchtet sich nicht hinter pseudowissenschaftliche Aussagen die nur der Pharmaindustrie in die Karten spielen. Sie ist in diesem Moment perfekt für mich, das kann ich so sagen.

Heute ist der erste Tag an dem ich nur 100 statt 150 mg Retard nehme. Ein komisches Gefühl ist dabei, aber das ist nicht körperlich und auch nur ganz unterschwellig. Später nehme ich noch 25 mg unret Seroquel zum Schlafen. Morgen früh entscheide ich je nach Verfassung, ob ich noch 25 mg einnehme oder nicht. Ich hab mir das Wochenende frei genommen, sprich ich bin zuhause und kann ganz auf mich schauen, ob ich die 25 morgens Sa/So noch nehmen möchte oder nicht.

Eure, etwas aufgeregte, aber gleichwohl motivierte, Never.
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Re: Absetzen von Seroquel Prolong (Quetiapin) - konkreter Plan gesucht

Beitrag von Ululu 69 » Samstag, 25.11.17, 17:17

Hallo Never, :)

schön, dass jemand auch mal etwas Positives von seinem Arzt zu berichten hat.
Wenn auch der Absetzschritt von 25 mg ziemlich groß ist.
Vielleicht solltest du dir überlegen, morgens noch 12,5 mg einzunehmen, das wäre ein Kompromiss zwischen gar nichts zu nehmen und den 25 mg. Das ist aber natürlich deine Entscheidung. :)
Wichtig ist, dass du dann eine Weile auf einer gleichbleibenden Dosis bleibst, also nicht an einem Morgen 25 mg nimmst und am nächsten gar nichts. Solche wechselnde Einnahmen reizen das ZNS erfahrungsgemäß extrem.
Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute.

LG Ute
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Re: Absetzen von Seroquel Prolong (Quetiapin) - konkreter Plan gesucht

Beitrag von Neverthelessw11 » Samstag, 25.11.17, 19:03

Liebe Ute,

zur Ärztin: Sie hatte das zunächst vorgeschlagen, weil sie überzeugt war, dass ich keine großen Probleme haben werde... im generellen meinte sie, dass sie vorsichtiger absetzen würde...aber konkret bei mir denkt Sie, die 25 mg-Schritte würden klappen. Ich habe Bedenken geäußert und sie war sofort auf meiner Seite und hat das sehr verständnisvoll mit mir diskutiert, wie ich mich denn wohl fühlen würde. Außerdem sagte sie immer, dass ich jeden Schritt an meine Verfassung anpassen soll etc. Also Ja, ihre erste Idee war mir zu schnell, da stimme ich total zu. Aber ihr Art damit und mit mir umzugehen war gut. Ich habe sie prompt einer Freundin empfohlen, die seit Jahren ambulant Tavor nimmt und von ihrem Psychiater dazu "gezwungen" wird (Drohungen bzgl. Einweisung, da sie angeblich (im Leben nicht!!!) einen IQ von ~70 hat und einen gesetzlichen Betreuer hat).

Zum Absetzen: die Überlegung war bei mir, den ersten Absetzschritt wirklich in 25mg durchzuführen. Grund: ich habe im Leben noch nie tagsüber psychische Probleme gehabt... solange ich abends die Schlafanstoßende Wirkung habe, geht's mir also gut. Da ich heute morgen aber schon etwas aufgekratzt war und nur 4h Schlaf hatte (mein Nachbar fand es wäre der perfekte Tag für die erste laute Hausparty, die ich erleben musste), hab ich aber auch beschlossen kein Risiko einzugehen und habe morgens die 12.5 mg genommen. Ich habe mir definitiv vorgenommen das Ganze sehr behutsam anzugehen! Egal wie lange es dauert... Ich werde es schaffen.

Ich glaube die Schritte, die zu einer Erhöhung des akuten Wirkstoffspiegels am Abend führen, werden gut funktionieren (z.B. von 150mg Prolong auf 100 Prolong + 25 unret abends). Sehr gespannt bin ich vor dem ersten Schritt, der zu einer Reduktion des abendlichen Spiegels führt (von 100 Prolong+25 unret abends auf 100+ 12.5 mg abends oder gar auf 0 abends). Daher glaube ich auch, dass ich eine längere Pause machen werde, wenn ich bei 100 Ret Bin, damit mein Körper und meine Psyche sich dran gewöhnt ohne Abendspiegel einzuschlafen.
Aber selbstverständlich ist mir bewusst, dass ich so wenige Schwankungen wie eben möglich rein bringen darf. Danke für den Hinweis.

Um mich drauf einzustellen: Wann tauchen Absetzsymptome denn zeitlich auch? Also dass ein Rebound bis 6 Monate nach dem Absetzen eintreten kann, weiß ich. Aber sehr viele berichten ja schon bei kleinsten Dosisreduzierungen von "Symtomen"... kann ich quasi nach 2-3 Tagen nach der Reduktion freuen, dass ich ohne Probleme davon komme? (Und natürlich trotzdem 4-6 Wochen auf dem Niveau bleibe)

LG Never, die zufrieden ist bisher. (Ja, ich freu mich grade wirklich über den ersten kleinen Minischritt schon nach ein paar Stunden. Vielleicht bin ich naiv... Vielleicht vertraue ich aber auch einfach auf den Zauber des Anfangs)
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Re: Absetzen von Seroquel Prolong (Quetiapin) - konkreter Plan gesucht

Beitrag von Ululu 69 » Samstag, 25.11.17, 20:06

Hallo Never, :)

Das klingt wirklich gut, was du da von deiner Ärztin erzählst. Ich denke auch, dass das wichtigste ist, dass du deine Schritte deinen Befinden anpasst.

Wann du etwas von dem Absetzen merkst, kann dir leider keiner genau sagen, das ist individuell total verschieden. Manch merken es sofort andere sehr zeitverzögert und wieder andere merken, gerade am Anfang, überhaupt nichts.

Ich habe ursprünglich mal 150 mg Quetiapin retard genommen und mit dem Absetzen begonnen, als ich das Forum nicht kannte. Ich bin in 50 mg Schritten :o vorgegangen. Also viel zu schnell.
Ich hatte dann ziemlich heftige Wassereinlagerungen in den Füßen und massive Zxklusstörungen, sodass ich sogar eine Ausschabung brauchte.
Das war bei mir aber auch schon alles. Allerdings nehme ich auch noch andere Medikamente.

Ich drücke dir die Daumen, dass du möglichst symptomfrei bleibst.

Pass gut auf dich auf.

LG Ute
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Re: Absetzen von Seroquel Prolong (Quetiapin) - konkreter Plan gesucht

Beitrag von ChristophK » Samstag, 25.11.17, 23:23

Hallo Never!
Neverthelessw11 hat geschrieben: Um mich drauf einzustellen: Wann tauchen Absetzsymptome denn zeitlich auch? Also dass ein Rebound bis 6 Monate nach dem Absetzen eintreten kann, weiß ich.
Bei mir waren Symptome, die man als Absetzsymptome einordnen kann, innerhalb von 2-3 Wochen nach der Reduktion spürbar (ich nehme an Du meintest auch Reduktion, nicht nur das vollständige Absetzen)
Neverthelessw11 hat geschrieben: Aber sehr viele berichten ja schon bei kleinsten Dosisreduzierungen von "Symtomen"... kann ich quasi nach 2-3 Tagen nach der Reduktion freuen, dass ich ohne Probleme davon komme? (Und natürlich trotzdem 4-6 Wochen auf dem Niveau bleibe)
Nach meiner Erfahrung: Auf gar keinen Fall. Mir geht es 2-3 Tage nach jeder Reduktion extrem gut. Danach wird es dann (bei mir) schwieriger, die Stimmung geht runter, die Reizbarkeit hoch, usw.

Noch 2 Hinweise:

1. Deinen letzten beiden Beiträgen entnehme ich, dass Du sehr guter Stimmung bezüglich des Absetzens bist. Das ist grundsätzlich gut. Aber sei bitte wachsam und freu Dich nicht zu viel bzw. zu früh. Es hat Vorteile, dem Absetzen positiv gegenüber eingestellt zu sein. Klammere Dich aber nicht an die positive Stimmung jetzt, sondern lass Raum für die Realität und sei geduldig (das sage ich Dir insbesondere, weil Du fragtest, ob Du Dich nach 2-3 Tagen nach der Reduktion freuen könntest). Vielleicht läuft alles gut und nix passiert. Aber wenn etwas schief geht, ist es meiner Erfahrung nach exakt ein Tag nach der größten Freudenfeier. Das Problem daran ist, dass man aus einem Hoch viel tiefer fällt und der Aufschlag entsprechend härter wird.

Ich habe mir mittlerweile zum Grundsatz gemacht, nie wieder zu denken, dass alles gut gelaufen ist bzw. sei. Klingt vielleicht seltsam, aber solche Gedanken sind genau betrachtet nutzlos bis gefährlich. Stattdessen freue ich mich, wenn meine Stimmung heute gut ist und alles einwandfrei funktioniert. Aber ich gebe mich nicht der Vorstellung hin, dass jetzt und für immer alles überstanden sei.

2. Neben den Absetzsymptomen ist es gut möglich, dass Ursprungsprobleme wieder hoch kommen. Bei mir sind diese erst viele Wochen nach den Reduktionsschritten zutage getreten. Daher der Hinweis: Alle vier Wochen zu reduzieren, könnte unter Umständen zu schnell sein. Ich brauche jedenfalls relativ viel Zeit (Monate), um meine Probleme in Ruhe zu bearbeiten. Es kann aber durchaus sein, dass das bei Dir anders ist.

Viele Grüße
Christoph
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Ich selbst bin 1982 geboren.

April 2007 - "auffälliges Verhalten" und Einweisung in geschlossene Psychiatrie für 10 Tage.
Medikation: Risperidon (Dosis weiß ich nicht mehr) und Lorazepam 7,5 mg / tägl. Lorazepam danach problemlos ausgeschlichen.

Diagnose: Schizoaffektive Psychose

Neuroleptikum oft gewechselt wg. Unverträglichkeit: Olanzapin, Aripripazol, Ziprasidon, Amisulprid, seit 2011 Quetiapin retardiert, je nach Stimmung zwischen 100 und 200 mg (langsame Wechsel)

Medikation: Quetiapin retardiert 150-200 mg, 7/2015 bis 10/2016 tägl. 200 mg
Bisherige Absetzversuche: (Januar 2015 von 200 mg auf 150 mg reduziert, im Juli 2015 wieder auf 200 mg hoch wg. Reizbarkeit, gedrückter Stimmung, Leistungstief, etc.)

Dosierung Johanniskrautextrakt (Laif)
24.06.2017 - Angefangen mit 900 mg
13.09.2017 - Erhöhung auf 1800 mg (900-0-900)

Absetzverlauf Quetiapin
29.10.2016 - 200 mg (0-0-200)
30.10.2016 - 150 mg (0-0-150)
26.12.2016 - 100 mg (0-0-100)
06.03.2017 - 75 mg (0-0-75), 50 mg retardiert, 25 unretardiert
04.08.2017 - 75 mg (25-0-50), 50 mg retardiert, 25 unretardiert
07.10.2017 - 50 mg (25-0-25) unretardiert

bis auf Weiteres 50 mg Quetiapin und 1800 mg Johanniskrautextrakt

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Re: Absetzen von Seroquel Prolong (Quetiapin) - konkreter Plan gesucht

Beitrag von Neverthelessw11 » Sonntag, 26.11.17, 12:14

Hallo Christoph und vielen Dank für deine Antwort.

Obwohl es völlig logisch ist, dass es jeder total individuelle Erfahrungen mit dem Absetzprozess macht, finde ich es immer wieder spannend. Habe viel im Forum gelesen und von "alles paletti" über "nach einiger Zeit schwere Symptome" bis "instantan suizidgefährdet" sind ja alle Erfahrungen dabei.

Ich verstehe auf jeden Fall was du mir sagen möchtest und danke dir für deine Bedenken, die mich vor Enttäuschung und einem "Absturz" nach Euphorie bewahren sollen.

1. Deinen letzten beiden Beiträgen entnehme ich, dass Du sehr guter Stimmung bezüglich des Absetzens bist. Das ist grundsätzlich gut. Aber sei bitte wachsam und freu Dich nicht zu viel bzw. zu früh. Es hat Vorteile, dem Absetzen positiv gegenüber eingestellt zu sein. Klammere Dich aber nicht an die positive Stimmung jetzt, sondern lass Raum für die Realität und sei geduldig [...] Aber wenn etwas schief geht, ist es meiner Erfahrung nach exakt ein Tag nach der größten Freudenfeier.
Du hast absolut Recht und ich bin eher nicht naiv. Aber ich habe ewig nach der Möglichkeit gesucht, das Absetzen beginnen zu dürfen und einen Beistand zu haben. Für mich ist es ein Riesenerfolg überhaupt anzufangen. Ich weiß, dass ich den Entzug vermutlich noch verfluchen werde - aber ich bin gerade glücklich. Ich bin dankbar, dass ich überhaupt den Versuch starten darf und das ist ein Grund zur Feier.
Ich habe mir mittlerweile zum Grundsatz gemacht, nie wieder zu denken, dass alles gut gelaufen ist bzw. sei. Klingt vielleicht seltsam, aber solche Gedanken sind genau betrachtet nutzlos bis gefährlich. Stattdessen freue ich mich, wenn meine Stimmung heute gut ist und alles einwandfrei funktioniert. Aber ich gebe mich nicht der Vorstellung hin, dass jetzt und für immer alles überstanden sei.
Das tue ich auch nicht, ich weiß dass noch viel bevorsteht. Meine Nachfrage bzgl. des Zeitversatzes von Symptomen diente in erster Linie dazu, dass ich einschätzen kann, womit ich wann rechnen kann und muss.
Umgekehrt: Ich habe Jahre lang nur "negativ" gelebt. Immer mit dem schlimmsten gerechnet. Irgendwann konnte ich mich am Aktuellen nicht mehr erfreuen, weil ich immer nur darauf fokussiert war, wie negativ es noch werden könnte. Habe mir quasi selber mein Glück genommen, um mich vor Enttäuschung zu bewahren. Und gerade bei einem Psychopharmaka-Entzug spielt die Psyche mit: Ich glaube, dass mich meine positive Vorfreude auch vor Negativem bewahren kann. Nein, das heißt nicht, dass ich glaube, dass alles heiter Sonnenschein wird. Aber ich glaube, dass es schlimmer würde, wenn ich auf den Crash warte. Auf einen Absturz, der vielleicht nie kommt.
Ich nehme mir viel Zeit momentan für mich, sodass ich viel auffangen kann. Ich ernähre mich sehr gut und mache viel Sport, sodass ich hoffe zumindest an diesen Baustellen "Ruhe zu haben". Durch die Achtsamkeit werde ich aber natürlich auch merken, was mit mir passiert... und wenn ich negative Entwicklungen beobachte, kann ich mich damit immer noch beschäftigen, denn mein Rettungsnetz habe ich vorher mühsam zusammengebastelt.
Neben den Absetzsymptomen ist es gut möglich, dass Ursprungsprobleme wieder hoch kommen. [...] Alle vier Wochen zu reduzieren, könnte unter Umständen zu schnell sein. Ich brauche jedenfalls relativ viel Zeit (Monate), um meine Probleme in Ruhe zu bearbeiten. Es kann aber durchaus sein, dass das bei Dir anders ist.
Danke auch für diesen Hinweis. Das Gute (oder Schlechte?) bei mir ist, dass ich nie einen Effekt des Seroquels auf meine echten Probleme beobachten konnte. Sprich ich hatte und habe immer schon Angst und Panikattacken gehabt unter dem Medikament. Daher wird kein "Rebound" an Symptomen kommen, die das Medikament unterdrückt hat. Außerdem habe ich noch 2 Jahre ambulant eine Therapie gemacht, ich weiß eigentlich alles über die Angst und habe einen großen Koffer an Methoden an der Hand, wie ich damit umgehen kann. Außerdem habe ich mir extra für das Absetzen eine Therapeutin gesucht, die das begleitet. Wenn mich etwas überfordert, was wiederkommt, dann hab ich Hilfe.

Ich glaube am interessantesten wird es, wie ich mich verhalte, wenn meine Kraft und Motivation wieder kommt, sodass ich wieder aktiv meinen Alltag gestalten kann und nicht 10-12 Stunden schlafe. Da wird der Schlaf/Die Müdigkeit eine Lücke hinterlassen, die ich dann füllen muss. Habe daher angefangen, eine Liste zu schreiben mit Dingen, die ich machen möchte. Zum Beispiel ein Konzert besuchen (habe ich mich nicht getraut, weil ich oft, wenn ich unterwegs bin, schon ab 20 Uhr einschlafen könnte), einen bestimmten Sportkurs belegen (zu anstrengend, schon 2 mal versucht, aber nach 20 Minuten hat der Kreislauf aufgegeben)... etc.

Also: Ich verstehe deine Bedenken und teile sie, definitiv. Aber ich versuche, dass sie nicht meinen Absetzverlauf bestimmen.

Liebe Grüße,
Never
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Re: Absetzen von Seroquel Prolong (Quetiapin) - konkreter Plan gesucht

Beitrag von Annanas » Sonntag, 26.11.17, 19:48

 ! Nachricht von: Annanas
Hallo Joseph, deine Nachfrage wurde in deinen Ursprungsthread http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 48#p218248 verschoben - Antwort ist erfolgt - lG Anna
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Beitrag von Neverthelessw11 » Freitag, 01.12.17, 8:36

[/spoil]Guten Morgen,

heute vor einer Woche habe ich von 150 Retard Seroquel auf 100 Retard Seroquel Plus 12.5-0-25 mg unretardiertes Seroquel umgestellt. Daher ein kurzes Update

Negativsymptome: Am ersten Tag morgens ein bisschen unruhig, danach gar keine mehr. Jippie.
Positivsymptome: Ich komme morgens merklich besser aus dem Bett. Das war die letzten 2 Jahre eine bloße Qual und bedeutet gerade eine echte Verbesserung! Die Tagesmüsigkeit ist unverändert, ich hoffe aber, dass das besser wird, wenn ich die 12.5 mg morgens nicht mehr nehme.

Den nächsten Schritt werde ich daher schon am 08.12. machen. Da ich eigentlich den ersten Schritt direkt um -25 mg machen wollte, ist das denke ich nicht zu schnell. Die 0-0-25 werde ich dann auch wirklich 6 Wochen halten. Vermutlich sogar länger, weil ich sonst genau in der Klausurenphase den nächsten Schritt machen müsste... das wäre dumm. Man muss ja kein Risiko eingehen, das nicht sein muss.

Fazit: Es läuft sehr gut! Ich wurde sogar von meiner Chefin angesprochen, dass ich irgendwie fitter wirke (sie hat mich ja die letzten 2 Jahre sehr oft um 8 Uhr morgens ertragen müssen, wo ich kaum die Augen aufbekommen hab). Und meine Crosstrainerleistung im FitX konnte in auch schon wieder steigern und bin sehr stolz drauf.

Eure Never!
Zuletzt geändert von Murmeline am Donnerstag, 08.03.18, 16:56, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel geändert
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Re: Absetzen von Seroquel Prolong (Quetiapin) - konkreter Plan gesucht

Beitrag von padma » Freitag, 01.12.17, 11:30

liebe Never, :)

das freut mich sehr zu hören, dass es dir bereits mit 12,5 mg weniger soviel besser geht. :party2:
Und die teilweise Umstellung auf Nichtretardiertes hat ja auch gut geklappt. :D

Dein weiterer Plan hört sich gut an.

liebe Grüsse,
padma
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Absetzverlauf:
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1.07.2018: 0,2 mg :schnecke:


Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


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