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Robotnik: Minussymptomatik oder Nebenwirkungen der Neuroleptika (Paliperidon)

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robotnik
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Robotnik: Minussymptomatik oder Nebenwirkungen der Neuroleptika (Paliperidon)

Beitrag von robotnik » Montag, 08.01.18, 18:11

Hallo an Alle,

bin zurzeit auf 9 mg Invega(Paliperidon) eingestellt und versuche diese langsam auszuschleichen.

Meine große Frage, die mich schon eine längere Zeit beschäftigt, ob meine Situation der Medikamente geschuldet ist oder es Anzeichen der Erkrankung sind:

Ich leide unter starker Interessenlosigkeit, mich interessieren keine Bücher mehr, was in der Politk passiert, dafür habe ich auch keine Motivation. Vor der Medikamenteneinnahme bzw. ausgelösten Psychose war ich ein sehr neugieriger Mensch. War viel Reisen, las Bücher sehr gerne. Interessierte mich für viele Dinge. Das alles ist nun verschwunden. Das einzige was ich den ganzen Tag mache, ist mich über die Nebenwirkugen der Neuroleptika zu informieren.

Es gibt ja die Aussage das Dopamin für Antrieb, Motivation und Interesse verantwortlich ist. Durch die Blockade von diesen Rezeptoren(D1-D5) kommt es zu Dopaminmangel. Dafür klingt es doch relativ logisch, dass die Interesselosigkeit wegen dieser Blockade existent ist.


Was sagt ihr dazu; ist die Interessenlosigkeit und der reduzierte Antrieb Nebenwirkung der Medikamente, oder ist es wegen der Erkrankung. Kann man diese Frage beantworten oder wird das erst beim Ausschleichen ersichtlich?

Vielen Dank schonmal für alle Antworten.

lg aus Österreich

Robotnik
Zuletzt geändert von Murmeline am Samstag, 23.06.18, 19:10, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Titel im Nutzernamen ergänzt wegen Übersichtlichkeit
März 2017 erste Psychose mit Wahn und starker Ich-Bezogenheit- ca. 2 Wochen stationärer Aufenthalt in der Psychiatrie
April 2017 Tagesklinik
Mai 2017 zweiter stationärer Aufenthalt in der Psychiatrie: schwere postpsychotische Depression
Juni-Sept 2017 teilstationärer Aufenthalt Psychiatrie

Medikation:
März 2017: begonnen mit 4 mg Risperidon
April 2017: Wechsel des Antipsychotikums von Risperidon zu 12 mg Paliperidon: wegen erhöhter Prolaktinwerte
Mai 2017: Paliperidon(12 mg)/Dominal(80 mg)/Trittico(150 mg)/Akineton(4 mg)/Sertralin(100 mg)/Atarax(25 mg) bei Bedarf
Juni 2017: Erhöhung Sertralin auf 150-200 mg - keine Wirkung(niedirger Medikamentenspiegel)
Juli 2017: zusätzlich Duloxetin (60 mg) - Absetzen Trittico
August 2017: Absetzen Dominal
September 2017: Absetzen Akineton
Oktober 2017: Umstellung von Duloxetin auf Mirtazapin(30 mg) - Reduktion Setralin von 200/150 auf 100 mg
Dezember 2017: Aktuelle Medikation: Sertralin(100 mg)/Mirtazapin(30 mg)/Paliperidon(12 mg)
Dezember 2017: Reduktion Paliperidon von 12 auf 9 mg
Februar 2018: Reduktion Paliperidon von 9 auf 6 mg
März 2018: Reduktion Paliperidon von 6 auf 3 mg
Mai 2018: Reduktion Mirtazapin von 30 auf 15 mg
Juni 2018: Reduktion Sertralin von 100 auf 50 mg

Aktuelle Medikation: Paliperidon(3 mg)/Sertralin(50 mg)/Mirtazapin(15 mg)

Katja
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Re: Minussymptomatik oder Nebenwirkungen der Neuroleptika

Beitrag von Katja » Montag, 08.01.18, 19:45

Hallo Robotnik,

weswegen hast du denn das Paliperidon verschrieben bekommen? Wegen einer oder mehreren Psychosen?
Hast du Cannabis geraucht und bist du in einer Psychotherapie?

Ich hab mir die gleichen Fragen wie du gestellt, in meinem Thread (Link in meiner Signatur unten) findest du also ein paar Antworten von anderen Mitgliedern.
So hat Arianrhod die Erfahrung gemacht, dass ihre Negativsymptome durchs Absetzen weggegangen sind, was mir natürlich auch Mut macht. Neben den Neuroleptika Olanzapin und Amisulprid nehme ich noch das Antidepressivum Sertralin und Fibie77 berichtet sich von der Rückkehr von mehr Gefühlen nach Absetzen von Sertralin.
Hast du denn auch diese Emotionslosigkeit oder "nur" die Interessen- und Antriebslosigkeit?
Ich finde, dass die Lebensfreude so kaum mehr durchkommen kann.Und ja, mich "interessieren" auch fast nur Krankheiten und Medikamente :(

Reduzierst du denn auch alle 5-10% als 4-6 Wochen, so wie hier empfohlen? Was ist denn deine Ausgangsdosid?

Viele Grüße Katja
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robotnik
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Re: Minussymptomatik oder Nebenwirkungen der Neuroleptika

Beitrag von robotnik » Montag, 08.01.18, 21:15

Danke für deine Nachricht Katja!

Ja, ich habe kurz davor Cannabis geraucht, dazu kam Umzug, stressige Reise, Uniwechsel und Schlafentzug, die dazu führten das ich eine Psychose hatte. Es blieb bei einer.

Meine Ausgangsdosis lag bei 12 mg. Mein Facharzt hat mir empfohlen, alle drei Monate zu reduieren. Daran werde ich mich auch halten.

Ja, Gefühle empfinde ich auch kaum, es fühlt sich an wie eine Schutzhaut, die dich von Emotionen isoliert. Auch eine Gedankenarmut lässt sich bemerken: Ich denke über nichts mehr nach...totale Leere

Eine Psychotherapie mache ich auch, bei mir heißt sie Beratung, da der "Therapeut" keiner ist sondern "nur" ein Berater. Wir behandeln hauptsächlich aktuelle Themen. Ich überlege eine richtige Therapie zu machen, die tiefer anaysiert. Die Beratung ist mir etwas zu oberflächlich, wobei ich eine sehr gute Gesprächsbasis zum Berater habe!

Auch nehme ich noch zwei Antidepressiva: ebenso Sertralin und Mirtazapin, wobei bei mir beides nicht wirkt(lt. Medikamentenspiegel).

Bist du bereits am Reduzieren? Wenn ja, verspührst du bereits eine Besserung bei der "Negativsymptomatik".
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Re: Minussymptomatik oder Nebenwirkungen der Neuroleptika

Beitrag von Katja » Montag, 08.01.18, 22:15

Hallo Robotnik,

da kam ja dann auch viel bei dir zusammen. Aber an deiner Stelle wäre ich beruhigt, wenn Cannabis der Hauptauslöser war, kannst du dich mit Cannabis-Abstinenz sicher gut vor einer neuen Psychose bewahren. Ich hab in der Woche vor meiner Psychose auch drei schlaflose Nächte durch Grübeln gehabt.
Hier gibt es auch einen ähnlichen Artikel dazu: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... -Symptomen

Das ist ja vorbildlich, dass du immer 3 Monate beim Reduzieren einhälst! Aber sind die Reduktionsschritte dann auch unter 10%? Am besten trägst du die auch zur Info für alle in deine Signatur ein.

In welcher Dosis nimmst du denn das Sertralin? Wirkung merke ich davon auch keine, aber kann man das auch am Medikamentenspiegel sehen? Ich wollte am Mittwoch Sertralin von 100mg auf 75mg reduzieren, weil ich mir davon mehr Gefühle erhoffe...
Haben sie dir denn auch das Sertralin gegen die Antriebslosigkeit nach der Psychose verschrieben?

Die Gedankenarmut und Leere habe ich auch.. Einziger Vorteil ist, dass ich keine Schlafstörungen durch Grübeln mehr habe.

Ich würde auch Einiges dafür geben, diese Negativsymptomatik nicht mehr zu haben, hab zum Beispiel auch B-Vitamine ausprobiert:
viewtopic.php?f=4&t=13960

Also direkt merken tu ich durch die Reduktionsschritte nichts, aber ich bilde mir ein, dass es mir stimmungsmäßig besser geht als noch vor dem Reduzierbeginn im Juni. Ich glaube, meine Spracharmut ist etwas besser geworden.
Ich schaffe es jetzt auch, mir der Duolingo-App eine Sprache zu üben statt abends super früh aus Langeweile schlafen zu gehen.
Hat du denn auch Konzentrationsstörungen oder Entscheidungsprobleme? Scheint mir beides auch etwas besser bei mir geworden zu sein.
Am meisten vermisse ich echt den Spaß an Dingen..

Ach ja wegen der Therapie noch. Musst du die selbst zahlen? Aber du wohnst ja in Österreich. Mir wurde mal gesagt, dass man nach einer Psychose nicht zu sehr in der Kindheit wühlen dürfte. Mache aber auch eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, also meine Therapeutin geht schon manchmal auf solche tieferliegenden Themen ein. Finde es aber so oder so am wichtigsten, dass die Chemie passt.

Liebe Grüße und eine gute Nacht!
Katja
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robotnik
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Re: Minussymptomatik oder Nebenwirkungen der Neuroleptika (Paliperidon)

Beitrag von robotnik » Dienstag, 09.01.18, 19:30

Danke für deine Antwort Katja,

da es Invega nur in 3/6/9 mg gibt und diese Tabletten nicht teilbar sind, muss ich höhere Stufen reduzieren als 10%. Zurzeit nimm ich 100 mg Setralin, üblicherweise ist es über einen Medikamentenspiegel bestimmbar, inwieweit das Mittel wirkt.

Sertralin habe ich bekommen als ich in einer schweren postpsychotischen Depression war. Etwa 1,5-2 Monate nach der Psychose hat diese begonnen.

Konzentrationsprobleme habe ich auch, jedoch nicht so stark. Das wird sich dann beim neuen Job, den ich ab Montag antrete zeigen, inwieweit das noch ein Problem darstellt. Entscheidungsprobleme habe ich eigentlich keine.

Ja, es stimmt. Der Spaß und die Lust an kleinen Dingen. Es ist wirklich langweilig mit dieser Negativsymptomatik!! Hoffe, dass es mit der Reduktion/Absetzen besser wird.

Hast du bereits mehrere Psychosen erlitten oder nur eine?

Die Beratung die ich mache, ist öffentlich gefördert und damit relativ günstig. Aber ja, diese zahle ich selber. Wie sieht es bei dir aus? Zahlt die Krankenkasse für deine Therapien?

Beste Grüße
Robotnik
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Re: Minussymptomatik oder Nebenwirkungen der Neuroleptika (Paliperidon)

Beitrag von Katja » Dienstag, 09.01.18, 20:20

Hallo Robotnik,

dann werde ich morgen bei meinem Blutbild mal fragen, ob sie nicht auch den Medikamentenspiegel bestimmen können.

Hat das Sertralin dir dann bei deiner Depression geholfen? Bist du denn aus der Depression wieder rausgekommen? Freud- und Interessenlosigkeit ist ja auch ein Hauptsymptom einer Depression, manchmal frage ich mich, ob ich nicht auch in einer stecke. Die ganze Psychatrieerfahrung war so traumatisch, dass ich auch jetzt noch nach über 1,5 Jahren nach meiner Psychose daran zu knabbern habe.

Ja, das war meine einzige Psychose und hoffentlich bleibt es dabei. Im Jahr 2016 habe ich insgesamt etwa 5 Monate in Psychatrien verbracht, 2017 war ich dann nochmal für 3 Wochen in Reha (die Psychiater erhofften sich dadurch eine bessere Behandlung meiner evtl. durch MS verursachten Konzentrationsstörungen). Ich bin froh, dass wieder ein neues Jahr ist, und hoffe sehr, dass es ohne Psychiatrie weiter geht.

Willst du denn hauptsächlich wegen der Negativsymptomatik absetzen?
Schreib bitte auf jeden Fall hier, ob das Reduzieren die Negativsymptome lindert, ich finde, es fehlen (mutmachende) Berichte. :)

Meine Psychotherapie zahlt die Krankenkasse, ja. Vor allem mit meinem MS-Medikament dazu bin ich eh schon superteuer für die...

Ich drück dir die Daumen für deinen neuen Job! Hoffentlich wirst du ihn gut&gerne machen!

Liebe Grüße
Katja

PS: Ich schreibe dem Foristen Walter mal, dass du auch unter der Negativsymptomatik leidest, der hatte nach anderen Erfahrungsberichten gesucht: viewtopic.php?f=35&t=13957&start=40
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Re: Minussymptomatik oder Nebenwirkungen der Neuroleptika (Paliperidon)

Beitrag von Jamie » Mittwoch, 10.01.18, 10:18

Hallo robotnik

willkommen im Forum :).
da es Invega nur in 3/6/9 mg gibt und diese Tabletten nicht teilbar sind, muss ich höhere Stufen reduzieren als 10%
Kannst du mal nachschauen, ob das Mittel retardiert ist?
Wenn es nur einen Film hat, dient dies in der Regel der besseren Schluckbarkeit und soll vor unangenehmem Geschmack schützen.
Wenn es nicht retardiert ist, darf es bearbeitet werden, zB auflösen oder die Dosen auf der Feinwaage zusammenbröseln.

Fast alle AD und Benzos und andere NL gibt es nicht in geeignet niedrigen Dosierungen, deswegen behelfen sich die Teilnehmer im Forum mit den o.g. Methoden um schonend abzusetzen und es klappt auch meist ganz gut.

edit:
So ein Pech. :(
Ich habe eine Tabelle zur Sondenapplikation gefunden; da steht leider, dass es retardiert ist und nicht bearbeitet werden darf. Also kommen die o.g. Ideen leider nicht infrage.
Es wird vorgeschlagen auf die Depotspritze umzusteigen (Xeplion), davon möchte ich aber dringend abraten, da wir durchweg nur schlechte Erfahrungen mit dem Depot gemacht haben und man das erst recht nicht ausschleichen kann.

http://www.spitalpharmazie-basel.ch/pdf ... letten.pdf

Viele Grüße
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Re: Minussymptomatik oder Nebenwirkungen der Neuroleptika (Paliperidon)

Beitrag von robotnik » Mittwoch, 10.01.18, 18:52

Danke für die Antworten.

@ Katja, ja die Depression ist vorüber. GottseiDank. Ich möchte hautpsächlich wegen der Negativsymptomatik reduzieren/absetzen und weil ich keine Chemie mehr freiwillig zu mir nehmen möchte, wenn es nicht mehr notwendig ist.
Danke fürs Daumendrücken. Bin schon gespannt auf die neue Herausforderung. Ich werde auf jeden Fall berichten, wie sich die Symptomatik mit dem Reduzieren entwickelt. Ob es da einen Zusammenhang gibt. Wie meinst du das mit den Psychatrieaufenthalten? War es so schlimm? Das tud mir leid das noch zusätzlich unter MS leidest!



@ Jamie, vermutlich werde ich in den Schritten 3/6/9 mg reduzieren müssen. Das Umstellen auf ein anderes Präparat hätte jetzt auch wenig Sinn oder?

Viele Grüße
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Re: Minussymptomatik oder Nebenwirkungen der Neuroleptika (Paliperidon)

Beitrag von Katja » Donnerstag, 11.01.18, 12:33

Hallo Robotnik,

was glaubst du denn, wie du aus der Depression rausgekommen bist?
Ja, die Hoffnung, dass die Negativsymptome mit der Reduzierung besser werden, ist neben einem evtl Kinderwunsch auch der Hauptgrund, warum ich absetzen möchte.
Ja, ich fand die Psychiatrieerfahrung schlimm. Erst die Mitpatienten in der Geschlossenen, die versucht hatten, sich selbst umzubringen. Dann die anderen Psychotiker, die über Gotteseingebungen oder Verschwörungstheorien redeten. Die Fixierung, die Gummizelle... Das Schreien anderer Patienten nachts. Die schlaflosen Nächte im völlig verqualmten Raucherzimmer. Dann die Monate im Vierbettzimmer auf der offenen Station. Die "Belastungserprobungen", wo man als ursprünglich selbständiger Erwachsener um Erlaubnis bitten musste, raus zu dürfen oder gar zuhause zu schlafen. Das Gefühl im Gefängnis zu sein..
Wie war das denn bei dir?

Die MS macht mir Gott sei Dank keine (körperlichen) Symptome. Das kann sich natürlich jederzeit ändern, aber im Moment ist es gut so. Sie hat laut Ärzten eventuell die Psychose verursacht, das finde ich tatsächlich auch schlimmer als körperliche Symptome..

Liebe Grüße
Katja
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Re: Minussymptomatik oder Nebenwirkungen der Neuroleptika (Paliperidon)

Beitrag von padma » Donnerstag, 11.01.18, 13:55

hallo Robotnik, :)

du darfst sie nicht teilen.

Es scheint auch 1,5 mg Tabletten zu geben
https://www.patienteninfo-service.de/a- ... tabletten/
https://medikamio.com/de-de/medikamente ... letten/pil

Das scheint die Vertretung von Jansen in Österreich zu sein:
Österreich
JANSSEN-CILAG PHARMA GmbH. Tel: +43 1 610 300


Schau mal, ob du die bekommen kannst.

liebe Grüsse,
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Absetzverlauf:
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1.07.2018: 0,2 mg :schnecke:


Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


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Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

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Re: Minussymptomatik oder Nebenwirkungen der Neuroleptika (Paliperidon)

Beitrag von robotnik » Donnerstag, 11.01.18, 18:31

Hallo Katja,


Der Faktor Zeit hat eine wesentliche Rolle gespielt. Nach etwa 2 Monaten tiefer Depression bin ich wieder stabil geworden.


Ich war nur auf der offenen Station, da war es halbwegs erträglich. Während der Psychose war die Zeit in der Psychiatrie relativ ok. Natürlich fühlt man sich ein wenig eingesperrt und möchte sobald wie möglich die Klinik verlassen. So richtig schlimm war es bei mir während der Depression. Da war ich 6 Wochen durchgehened auf der Station, habe nur geschlafen und nicht mal Energie zum Essen und Duschen gehabt.

Hallo Padma, danke für die Info. Sehr nett von dir, dass du dich über die Medikation informiert hast.

lg
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Re: Minussymptomatik oder Nebenwirkungen der Neuroleptika (Paliperidon)

Beitrag von robotnik » Freitag, 12.01.18, 12:37

Hallo an das Forum,

gibt es hier jemanden der ebenso unter Interessenlosigkeit und verminderten Antrieb litt oder leidet, wo die Situation mit dem Reduzieren/Absetzen besser wurde.

Danke

Liebe Grüße
Robotnik
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Oktober 2017: Umstellung von Duloxetin auf Mirtazapin(30 mg) - Reduktion Setralin von 200/150 auf 100 mg
Dezember 2017: Aktuelle Medikation: Sertralin(100 mg)/Mirtazapin(30 mg)/Paliperidon(12 mg)
Dezember 2017: Reduktion Paliperidon von 12 auf 9 mg
Februar 2018: Reduktion Paliperidon von 9 auf 6 mg
März 2018: Reduktion Paliperidon von 6 auf 3 mg
Mai 2018: Reduktion Mirtazapin von 30 auf 15 mg
Juni 2018: Reduktion Sertralin von 100 auf 50 mg

Aktuelle Medikation: Paliperidon(3 mg)/Sertralin(50 mg)/Mirtazapin(15 mg)

Traurige
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Re: Minussymptomatik oder Nebenwirkungen der Neuroleptika (Paliperidon)

Beitrag von Traurige » Freitag, 12.01.18, 12:46

Hallo robotnick,

ja hier, ich auch. Bei mir war es eine Depression mit psychotischen Symptomen, die zur Einnahme von 2 mg Risperidon geführt hat. Zusätzlich zu meinen 60 mg Duloxetin täglich.

Mittlerweile habe ich auf 1 mg Risperidon reduzieren können und ich muss sagen, ich spüre schon eine deutliche Verbesserung, was Antrieb und Lebensfreude sowie Gefühle und Kommunikationsfähigkeit betrifft.

Mit 2mg Risperidon habe ich fast nur noch im Bett gelegen und geschlafen, jetzt mit 1 mg gehe ich wieder meinem Hobby Häkeln nach, kann mich wieder an einfachen Dingen freuen und in meinem Kopf ist nicht mehr die gähnende Leere wenn ich mich mit Freunden unterhalten möchte.

Insofern kann ich Dir da Mut machen, ja, die Lebensqualität steigt wieder mit dem Absetzen, vorausgesetzt es treten dann nicht wieder psychotische Symptome auf.

Liebe Grüße
von Maria
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2015 schwere Depression mit psychotischen Symptomen nach Absetzversuch von Duloxetin (Medikamente: Duloxetin 60 mg; Risperidon 2 mg)
2016 mittelschwere Depression mit psychotischen Symptomen nach Absetzversuch von Risperidon (Medikamente: Duloxetin 60 mg; Risperidon 2 mg)

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60mg Duloxetin
2mg Risperidon
Außerdem noch Cortison wegen Asthma und Blutdrucksenker wegen zu hohem Blutdruck - Update: Cortison abgesetzt wegen depressionsfördernder Wirkung. Blutdrucksenker reduziert auf 12,5 mg Hygroton täglich.

Ab Ende März zusätzlich Eferox 25 Mikrogramm
ab 23.07.2018 Erhöhung auf 37,5 Mikrogramm Eferox und Einnahme von Eisentabletten
ab 30.07.2018 Erhöhung auf 50 Mikrogramm Eferox
ab 06.08.2018 Reduzierung auf 37,5 Mikrogramm Eferox

18.05.2017 Reduzierung des Risperidon von 2 mg auf 1,5 mg
im August 2017 Absetzen des Cortisonpulvers, starke Verbesserung der Depression
21.09.2017 Reduzierung des Risperidon von 1,5 mg auf 1,25 mg
25.10.2017 Reduzierung des Risperidon von 1,25 mg auf 1,125 mg
05.11.2017 Reduzierung des Risperidon von 1,125 mg auf 1,0 mg
05.03.2018 Reduzierung des Risperidon von 1,0 mg auf 0,875 mg
09.04.2018 Reduzierung des Risperidon von 0,875 mg auf 0,75 mg
21.05.2018 Reduzierung des Risperidon von 0,75 mg auf 0,625 mg
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Re: Minussymptomatik oder Nebenwirkungen der Neuroleptika (Paliperidon)

Beitrag von Katja » Freitag, 12.01.18, 13:05

Hallo Maria,
Traurige hat geschrieben:Mittlerweile habe ich auf 1 mg Risperidon reduzieren können und ich muss sagen, ich spüre schon eine deutliche Verbesserung, was Antrieb und Lebensfreude sowie Gefühle und Kommunikationsfähigkeit betrifft.

Mit 2mg Risperidon habe ich fast nur noch im Bett gelegen und geschlafen, jetzt mit 1 mg gehe ich wieder meinem Hobby Häkeln nach, kann mich wieder an einfachen Dingen freuen und in meinem Kopf ist nicht mehr die gähnende Leere wenn ich mich mit Freunden unterhalten möchte.
das klingt super, damit machst du mir auf jeden Fall Mut!
Ich war nämlich grad schon wieder enttäuscht, dass ich von meiner letzten Reduktion (Sertralin von 100mg auf 75mg) rein gar nichts merke. Aber ich bin auch echt etwas ungeduldig ;) Ich weiß halt nie, welches von meinen drei Medikamenten die Anhedonie (Freudlosigkeit) verursacht, welches ich also weiter reduzieren sollte...

Hattest du denn dann durch diese gähnende Leere auch Spracharmut? Ein bisschen besser scheint das mir ja auch bei mir geworden zu sein.

Liebe Grüße
Katja
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Re: Minussymptomatik oder Nebenwirkungen der Neuroleptika (Paliperidon)

Beitrag von Traurige » Freitag, 12.01.18, 15:27

Hallo Katja,

ja, mit der gähnenden Leere meinte ich auch Spracharmut. Es fiel mir einfach kein Thema ein, über das ich mich unterhalten hätte können und auch in laufenden Gesprächen fiel mir oft nichts ein, was ich dazu beitragen könnte.

Ich habe früher auch gerne Geschichten geschrieben, das ging zum Beispiel gar nicht mehr und auch jetzt fällt es mir noch zu schwer, die richtigen Worte zu finden. Ich hoffe wirklich, dass sich das nach dem Absetzen vollends wieder findet.

Es freut mich, dass ich Dir Mut machen konnte Katja :D

Liebe Grüße
von Maria
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Außerdem noch Cortison wegen Asthma und Blutdrucksenker wegen zu hohem Blutdruck - Update: Cortison abgesetzt wegen depressionsfördernder Wirkung. Blutdrucksenker reduziert auf 12,5 mg Hygroton täglich.

Ab Ende März zusätzlich Eferox 25 Mikrogramm
ab 23.07.2018 Erhöhung auf 37,5 Mikrogramm Eferox und Einnahme von Eisentabletten
ab 30.07.2018 Erhöhung auf 50 Mikrogramm Eferox
ab 06.08.2018 Reduzierung auf 37,5 Mikrogramm Eferox

18.05.2017 Reduzierung des Risperidon von 2 mg auf 1,5 mg
im August 2017 Absetzen des Cortisonpulvers, starke Verbesserung der Depression
21.09.2017 Reduzierung des Risperidon von 1,5 mg auf 1,25 mg
25.10.2017 Reduzierung des Risperidon von 1,25 mg auf 1,125 mg
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Re: Minussymptomatik oder Nebenwirkungen der Neuroleptika (Paliperidon)

Beitrag von robotnik » Freitag, 12.01.18, 17:20

Danke Maria für deinen Beitrag,

es gibt wirklich etwas Hoffnung. Hier fehlt es an solch positiven Berichten!

Diese Leere und Antriebsarmut, fehlendes Interesse für Alles...ist echt mühsam nicht zu wissen wann und ob es überhaupt besser wird. Es ist echt schwierig wenn einen alles langweilt.

Mein letzter Facharzt meinte das sich bei mir die Krankheit chronifiziert hat (paranoide Schizophrenie) wegen dieser Interessenlosigkeit.
Er schiebt die Schuld natürlich auf die Erkrankung und nicht auf die gewinnbringenden Medikamente. Diese Neuroleptika werden viel zu schnell und zu hoch verabreicht. Als ich ihn überzeugen wollte die Dosis von 12 auf 9 mg zu reduzieren, seine erste Bemerkung, "dies halte ich für keine gute Idee, sie könnten wieder an einer Psychose leiden und ins Krankenhaus kommen".

Meine Reaktion dazu war, dass ich nun zu einem Wahlarzt gehe, wo ich aufmunternde Worte bekomme, und dieser meine Reduktion unterstützt. Es gibt Unmengen an fachspezifischen Arbeiten die sagen, dass zu hohe Dosen mehr Nebenwirkungen bringen als Nutzen.

Liebe Grüße
Robotnik
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Mai 2017 zweiter stationärer Aufenthalt in der Psychiatrie: schwere postpsychotische Depression
Juni-Sept 2017 teilstationärer Aufenthalt Psychiatrie

Medikation:
März 2017: begonnen mit 4 mg Risperidon
April 2017: Wechsel des Antipsychotikums von Risperidon zu 12 mg Paliperidon: wegen erhöhter Prolaktinwerte
Mai 2017: Paliperidon(12 mg)/Dominal(80 mg)/Trittico(150 mg)/Akineton(4 mg)/Sertralin(100 mg)/Atarax(25 mg) bei Bedarf
Juni 2017: Erhöhung Sertralin auf 150-200 mg - keine Wirkung(niedirger Medikamentenspiegel)
Juli 2017: zusätzlich Duloxetin (60 mg) - Absetzen Trittico
August 2017: Absetzen Dominal
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Re: Minussymptomatik oder Nebenwirkungen der Neuroleptika (Paliperidon)

Beitrag von Arianrhod » Freitag, 12.01.18, 17:44

hallo Robotiknik,

mdas mit der Minussymptomatik musst du dir so vorstellen: Für das Gehirn ist die Aufrechterhaltng einer Psychose Schwerstarbeit, es leistet richtig was , wenn es beispielsweise Hallus erzeugt.
Nach dem Abklingen der Symptome kommt so was wie ein Burnout, man ist ausgebrannt, antriebslos, verflacht, nicht aufnahmefähig.
Wann man von "Minussymptomatik" und wann von "Postpsychotischer Depression" spricht, konnte mir bisher noch kein Arzt eindeutig erklären; die Depression leuchtet mir als eine Art Erschöpfungsdepression ein.
Normalerweise würde man sich aber auch da wieder erholen, obwohl diese phase deutlich länger dauern kann als die floride.
und hier kommen nun die NL ins Spiel....
der Pflegewiki schreibt: (und eigentlich ist der nicht medikamentenkritisch).
Problematisch an den Neuroleptika ist, dass sie wenig spezifisch wirken, also auch nicht betroffene Gehirnbereiche angreifen. Dadurch entstehen unerwünschte Nebenwirkungen. Es besteht die Gefahr der Verstärkung einer Minussymptomatik, wie Antriebsarmut.
Also NL verursachen einige der Minussymptome wie die kognitive Verlangsamung, und verstärken alle anderen postpsychotischen Depressionssymptome;.

liebe Grüße Arian
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Re: Minussymptomatik oder Nebenwirkungen der Neuroleptika (Paliperidon)

Beitrag von Clarissa » Freitag, 12.01.18, 17:55

Hallo.

Ich hatte nie eine Psychose, bekam jedoch im Benzoentzug bzw. zum Schlafanstoß NL verordnet - volle Breitseite der Negativsymptome einer Psychose! Ich dachte, jetzt geht es los. Es war irre.

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los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Kaltabsetzen

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

aktuell im protrahierten Entzug (?) mit sehr unangenehmen, v.a. körperlichen Symptomen

Inzwischen fast 4 Jahre frei von Medikamenten. NR, keinerlei Alkohol und Koffein mehr, weil alles triggert. "Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt.

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Re: Minussymptomatik oder Nebenwirkungen der Neuroleptika (Paliperidon)

Beitrag von robotnik » Freitag, 12.01.18, 18:28

Hallo Arian,
danke für deinen Beitrag.

Krass finde ich es, wenn wegen dieser Minussymptomatik(möglicherweise verursacht oder verstärkt durch NL) die Behauptung entsteht, das man chronisch Schizophren sei.


Hallo Clarissa,
wie hast du die Negativsymptome erlebt? Hast du bereits abgesetzt?

Liebe Grüße
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Medikation:
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Mai 2017: Paliperidon(12 mg)/Dominal(80 mg)/Trittico(150 mg)/Akineton(4 mg)/Sertralin(100 mg)/Atarax(25 mg) bei Bedarf
Juni 2017: Erhöhung Sertralin auf 150-200 mg - keine Wirkung(niedirger Medikamentenspiegel)
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Re: Minussymptomatik oder Nebenwirkungen der Neuroleptika (Paliperidon)

Beitrag von Katja » Samstag, 13.01.18, 14:45

Hallo Maria, hallo Robotnik,
Traurige hat geschrieben:
Freitag, 12.01.18, 15:27
Es fiel mir einfach kein Thema ein, über das ich mich unterhalten hätte können und auch in laufenden Gesprächen fiel mir oft nichts ein, was ich dazu beitragen könnte.

Ich habe früher auch gerne Geschichten geschrieben, das ging zum Beispiel gar nicht mehr und auch jetzt fällt es mir noch zu schwer, die richtigen Worte zu finden. Ich hoffe wirklich, dass sich das nach dem Absetzen vollends wieder findet.
das hätte fast 1:1 von mir sein können! Wobei ich auch vor der Psychose dazu geneigt habe, die Themen in Unterhaltungen auszusuchen/zu bestimmen, sodass mir das auch besonders fehlt.

Vor der Psychose habe ich davon geträumt, Journalistin (für Fachartikel) zu werden, weil ich auch so gerne geschrieben habe, aber dazu fehlt mir jetzt auch die Kreativität/das Selbstbewusstsein. Schon krass, wie einschneidend so eine Psychose ist und wie sie alles verändert.

Je weniger Medikamente ich nehme, desto normaler fühle ich mich auch wieder.
robotnik hat geschrieben:
Donnerstag, 11.01.18, 18:31
So richtig schlimm war es bei mir während der Depression. Da war ich 6 Wochen durchgehened auf der Station, habe nur geschlafen und nicht mal Energie zum Essen und Duschen gehabt.
Das klingt ja auch nach einer schweren Zeit! :hug: Gut, dass das "nur" zwei Monate angehalten hat! "Nur", wenn man das mit der Länge der Dauer dieser ver:censored: Minussymptome vergleicht..

Dass jemand bei mir deswegen von einer Chronifizierung sprechen würde, fände ich auch schlimm und entmutigend. Gott sei Dank sind meine Ärzte und meine Psychotherapeutin bis jetzt sehr verständnisvoll und hoffen mit mir mit, dass es an den Psychopharmaka liegt.

Arianrhods ebenfalls mutmachenden Absetzbericht kennst du mittlerweile wahrscheinlich?
viewtopic.php?f=51&t=10634&p=120447#p120447

Liebe Grüße
Katja
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