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Black: Amisulprid (heil und unheil zugleich)

Beitrag von Black » Montag, 14.05.18, 0:49

Hallo liebe Forumgemeinde :)
Erst einmal ein dickes Lob für dieses Forum und jene die es betreiben! :party2:

Ich bin der Andi, bin 33 und seit 2003 Pyschose Patient.
Mit der Pubertät merkte ich, das einiges bei mir nicht richtig läuft.
Hatte einschlaf-probleme, seltsame Gefühle und Ängste wenn ich draußen bin. Hinzu kam mein Temperament was ich nie unter Kontrolle hatte zu der Zeit.
Durch und durch ein schwieriges Kind für meine Mutter, was ich im Erwachsenenalter zutiefst bereue.

Es kam die Zeit der Trennung, weil ich mittlerweile eine echte Zumutung geworden war und das führte mich zu meiner ersten eigenen Wohnung.

Ich hatte einen Job, der mir mit der Zeit immer mehr über den Kopf hinaus wuchs. Irgendwann kamen Freunde von Freunden zu mir, da machte ich das erste mal Bekanntschaft mit Cannabis. Die erste Zeit damit war wunderbar, jedoch ab dem 2.Monat fingen die Symptome an: Paranoia und verstärkte Schizophrenie begleitet von Todesängsten...

Ich überspringe jetzt mal 15 Jahre.. :D

Erst nach qualvollen 7 Jahren fand ich endlich ein Mittel was mir wirklich geholfen hat.
Jetzt nehme ich seit 8 Jahren Amisulprid und bin nicht mehr so glücklich darüber wie am Anfang.
In all den Jahren (2003-2018) habe ich von 60 auf heute 130 kg zugenommen.
Das Ami ist nicht nur für astronomische Prolaktinwerte bekannt, sondern auch (ab zu hoher) Dosis Depression fördernd/verursacher.

Ehrlich gesagt wird man all die Zeit alleine gelassen mit seiner Erkrankung und den Medikamenten.
Niemand hat mir jeh gesagt, so eines Tages werden sie Amisulprid absetzen und glücklich werden.
Ganz im Gegenteil, ich werde mein ganzes Leben daran gebunden sein hieß es.

Ich bin wirklich froh darüber nicht mehr herumzuspinnen oder eben die Symptome zu haben wie früher, aber der Preis dafür ist ziemlich hoch.
Ich habe vergeblich dutzende Male versucht das Ami zu reduzieren, jedoch ohne Erfolg. Die Gedanken werden wirre, wahnhaft, die Ängste stärker.
Da ich hierher gestoßen bin, frage ich mich ernsthaft ob es meine Erkrankung an sich ist, die ausbricht sobald ich reduziere oder ob es womöglich die Absetzungserscheinungen sind?

Ich würde mich freuen auf eure Ideen und Erfahrungen diesbezüglich. :)


Liebe Grüße Andi
Zuletzt geändert von Murmeline am Freitag, 22.06.18, 16:27, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel ergänzt
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Seit 2011 Amisulprid 2x 450 = 900 mg täglich
23 Mai 100 mg Amisulprid abgesetzt
3 Jahre Abilify 5 mg - Seit dem 23. Mai 2018 abgesetzt

Seit Juni ?? zurück zur 900mg Amisulprid und 5mg Abilify
Pantoprazol 40 mg
Lorazepam 4 x 0,5
Seroquel 75 mg zum schlafen

Ungefähr seit Anfang Juni 25 mg morgens und abends 25 mg weniger Solian. Wochenlang Kopfschmerzen.
Akineton eingenommen seit Anfang Juni.

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Re: Amisulprid (heil und unheil zugleich)

Beitrag von inandout » Montag, 14.05.18, 7:04

Hi Andi,

willkommen hier im Forum! Es wird dir bestimmt noch jemand hier aus dem Team schreiben. Es wäre sicher gut, wenn du noch so genau wie möglich deine bisherigen Reduzierungsversuche von Amisulprid in die Signatur eintragen könntest.

Ich nehme das Mittel übrigens seit 2009. Aus den ganz hohen Dosisbereichen hatte ich mit der Reduktion nach meiner Erinnerung keine Probleme, was wohl daran lag, dass ich mehr Wirkstoff intus hatte, als Rezeptoren belegt werden konnten. Jetzt, im Niedrigdosisbereich, ist es sehr sehr hakelig.

Liebe Grüße und alles Gute für dich,
inandout
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Re: Amisulprid (heil und unheil zugleich)

Beitrag von padma » Montag, 14.05.18, 17:24

hallo Andi, :)

auch von mir willkommen.
Mit der Pubertät merkte ich, das einiges bei mir nicht richtig läuft.
Hatte einschlaf-probleme, seltsame Gefühle und Ängste wenn ich draußen bin. Hinzu kam mein Temperament was ich nie unter Kontrolle hatte zu der Zeit.
Schwierigkeiten in der Pubertät sind ja nicht so ungewöhnlich, bei manchen ist es eben heftiger. Vielleicht bist du einfach besonders sensibel
da machte ich das erste mal Bekanntschaft mit Cannabis. Die erste Zeit damit war wunderbar, jedoch ab dem 2.Monat fingen die Symptome an: Paranoia und verstärkte Schizophrenie begleitet von Todesängsten...
Das hört sich nach einer Canabis induzierten Psychose an. Das ist gar nicht so selten. Das gleich als Schizophrenie zu diagnostizieren, halte ich für sehr fragwürdig.
Hattest du denn mehrere Psychosen?
Erst nach qualvollen 7 Jahren fand ich endlich ein Mittel was mir wirklich geholfen hat.
Das heisst, es wurden alle möglichen Psychopharmaka ausprobiert?
Ganz im Gegenteil, ich werde mein ganzes Leben daran gebunden sein hieß es.
Neuere Studien belegen, dass eine lebenslange Medikation die Lebensqualität bei vielen deutlich verschlechtert im Vergleich zu einem Leben ohne NL. Von den irreversiblen Schäden einer Langzeiteinnahme mal ganz zu schweigen.
Ich habe vergeblich dutzende Male versucht das Ami zu reduzieren, jedoch ohne Erfolg. Die Gedanken werden wirre, wahnhaft, die Ängste stärker.
Wie genau hast du reduziert? Wenn die Symptome im zeitlichen Zusammenhang mit der Reduktion aufgetreten sind, hat es sich jeweils höchstwahrscheinlich um eine Absetzpsychose gehandelt.

Könntest du bitte in deine Signatur noch die Reduktionsversuche eintragen?

Du nimmst extrem viel an Psychopharmaka. :shock: Du würdest von einer Reduktion sicherlich deutlich profitieren.
Bist du denn überhaupt "funktionsfähig" mit all diesen Medikamenten?

Nimmst du Lorazepam täglich? Das heisst, du bist auch benzoabhängig. :(
Was ist der Einnahmegrund für Lorazepam und wie lange nimmst du es bereits?

Sobald wir noch die Information über deine früheren Reduktionsversuche haben, können wir überlegen, wie du am besten reduzierst. Wenn du das möchtest.

Hier noch zum Einlesen viewtopic.php?f=32&t=12884

liebe Grüsse,
padma
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Re: Amisulprid (heil und unheil zugleich)

Beitrag von Black » Samstag, 19.05.18, 22:26

Erst einmal danke @inandout und @padma :)
Tut mir leid das ich nicht schneller antworten konnte.
Wegen der Depression schaffe ich oft nur wenig am Tag.

@padma ja, ich hatte danach 2x einen Pyschose Ausbruch. Einmal weil ich damals Risperidon abgesetzt habe und ein anderes mal wieder wegen Cannabis.
Bin seit 2011 thc frei.

Mein Bruder leidet unter der selben Diagnose und trinkt bis heute nicht mal Kaffee, geschweige denn jemals Drogen genommen zu haben. Unser Arzt ist der Meinung das es Veranlagung ist.
Nur Drogen wie thc machen eben bei mir alles schlimmer.

Ich habe alle Atypischen Neuros durch außer Zeldox.
Und natürlich hast du recht das eine Langzeit Einnahme von Neuroleptika, Schäden verursachen, zb seit dem ich mit Seroquel durch bin, leide ich unter starken tinitus und Herzproblemen.

Ich habe vorletzte Woche versucht langsam Amisulprid zu reduzieren. 25 mg weniger und das ging 4 Tage "gut". Ab Tag 5. kam meine überempfindlichkeit gegenüber natürlichen Geräuschen und stärkere Ängste usw.

Mit 900 mg Ami bin ich natürlich nicht zu großem in der Lage. Die meiste Zeit bin ich Depressiv/erschöpft.
Ich brauche eine Betreuung und dann wird einmal die Woche eingekauft und einmal fahren wir zb in die Natur.

Lorazepam nehme ich seit 2010, damals mit 3,5 mg.
Ich habe es erst letztes Jahr geschafft auf 2 mg zu reduzieren. Der Grund für die Einnahme damals war, das ich mich unwohl in meiner Haut gefühlt habe trotz erfolgreicher Pyschose Therapie mit dem Ami.
Schon nach 3 Monaten waren der Wahn und damit verbundenen Probleme behoben, wie ein Wunder dachte ich. Aber die Depression kam immer näher und näher, mit Tavor konnte ich mich vorerst selbst betrügen bevor auch das zu einem Problem wurde.

Natürlich würde ich gerne das Ami reduzieren.
Falls es wieder nicht klappt, werde ich Biperiden als bedarf ansetzen lassen. Es nimmt mir die Last von den Schultern. Natürlich ist auch hier wieder Suchtpotenzial gegeben.

Liebe Grüße Andi
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Re: Amisulprid (heil und unheil zugleich)

Beitrag von Bella2 » Sonntag, 20.05.18, 11:12

Lieber Andi,

ich bin zwar hier nur mit mir selbst beschäftigt, aber deine Geschichte bewegt und interessiert mich sehr.

Alle Kraft der Welt,


LG Bella2
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Mitte 2012 in der Psychiatrie bis auf 750mg Seroquel eingestellt. Durch Seroquel 45kg zugenommen.-> im Laufe der Jahre immer mehr.

(Körp. Krankheiten: Mitochondriale Myopathie, CFS, ADH Mangel, seit Sept 2017 festgestellter Diabetes Typ 2, hochsensibel, Bluthochdruck)

Habe auch eine ungeklärte organische Hirnsymptomatik+hormonelle Störungen seit Pubertät)

Irgenwannn Umstellung von Seroquel Prolong auf Quetiapin Redard.
(Umstellung gemerkt-mir ging es schlechter)

Nach 5 Jahren:

Am 21.Sept. 2017 erster Versuch es zu reduzieren.

Nach 1 Monat- 21.OKt. 2017 bei 450 mg. (vorher 750mg tägl.)

Zustand: Wieder Ängste, alle Reize zu viel- werde erstmal bei 450 mg bleiben.

Zu hause reduziert.

Biorythmus seit Reduktion nur noch nachts wach.

Seit Mitte Nov. 2017. Mir geht es wieder besser. Entzug der Reduktion ist durch. Rythmus auch endlich wieder normal.

AKTUELL: Mitte März bis Mitte April 2018 auf 300mg Quetiapin reduziert. ->

EXTREME ÄNGSTE

Versuch von Citalopram und Milanneurax, aber vertrage keinerlei AD wegen Schmerzmedi-Wechselwirkung.


Weitere Medis:

Melperon= derzeit 150mg gegen Angst. tägl.

Seit 11 Jahren Tavor tägl., war schon bei 13,5mg... nun seit August auf 3mg täglich+ 17.5mg Diazepam tägl.damit es wieder hilft. Habe eine hirnorganische schlimme Reizverarbeitungsstörung. Deswegen die Benzo's.
Das ist ein ganz schlimmes körperliches Gefühl im Kopf-diese Überreiztheit.

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Re: Amisulprid (heil und unheil zugleich)

Beitrag von inandout » Sonntag, 20.05.18, 11:24

Hallo Andi,

nicht schlimm, jeder schreibt so wie und wann er kann. Es tut mir sehr leid, was du schon alles für Medikamente ausprobiert hast oder an dir ausprobiert wurden.

Aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen, dass bei 900mg Amisulprid Depression kein Wunder ist, mir ging es mit 800mg genauso, ich hatte an nichts Freude, keine emotionalen Schwingungen, völlige Gleichgültigkeit.

Vielleicht hilft es dir hier im Forum noch nach Rezeptorbelegungen zu suchen. Ich selbst hatte in diesem hohen Dosisbereich, in dem du dich auch bewegst, keine Probleme mit dem Reduzieren. Meiner Meinung nach, weil ich mehr Wirkstoff genommen hatte, als im Gehirn überhaupt verarbeitet wurde. Wenn du also liest, dass du eventuell sowieso völlig überdosiert bist, könnte es dir helfen. Ich glaube dir natürlich deine starke Empfindlichkeit nach dem Versuch, um 25mg zu reduzieren.

Ganz allgemein ist aber denke ich ein Placeboeffekt einzubeziehen, das gilt eigentlich für uns alle. Damit meine ich: wir haben bestimmte Erwartungen, was das Reduzieren betrifft, und wir achten empfindlich genau auf jede Veränderung, die nach einer Reduktion eintritt. Dadurch kann es auch dazu kommen, dass wir einen Absetzeffekt unbewußt vergrößern.

Liebes Team, schreitet ein, wenn ich damit aus eurer Sicht unrecht habe oder die Forumslinie sträflich verletze ;) Aber mir kommt es schon so vor, bei mir und auch bei anderen. Und den Placeboeffekt gibt es ja wirklich, nicht nur bei uns Absetzern.

LG, inandout
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Re: Amisulprid (heil und unheil zugleich)

Beitrag von Arianrhod » Sonntag, 20.05.18, 19:25

Hallo Andi,

ich habe Amisulprid abgesetzt, ich hatte auch 800 mg. Mich machtte es lethargisch , depressiv, dick und dumm im Kopf.
Bis 400 mg spürte ich keinen Unterschied, was wohl daran lag , dass ab da schon alle Rezeptoren belegt waren und ich NUR noch Nebenwirkungen hatte :(
Auch bis 100 mg ging das Ausschleichen gut - dann machte ich den blöden Fehler und ließ alles auf einmal weg - und rutschte in eine Absetzpsychose, die sich gewaschen hatte.
Mein Hauptsymptom waren stundenlange Panikattacken, körperliche Symptome - was ja stark auf Entzug hinweist : unstillbares Erbrechen, sehr schnelle Gewichtsabnahme (gut, da war ich nicht böse drum, aber es war zu schnell und gab Gallensteine.)
Also: Amisulprid ist je näher du der 0 kommst, umso schwieriger abzusetzen- heisst man muss langsamer und kleinschrittiger vorgehen
(hätte ich hier das Forum gekannt, wäre mir viel erspart geblieben, das war 2007).

Also lies dich bitte ein und geh langsam raus , als Schnecke kommt man auch ans Ziel - ohne Umweg über die Psychiatriestation. Dann wirst du es schaffen.

alles Gute Arian
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Re: Amisulprid (heil und unheil zugleich)

Beitrag von padma » Montag, 21.05.18, 14:08

hallo Andi, :)
ja, ich hatte danach 2x einen Pyschose Ausbruch. Einmal weil ich damals Risperidon abgesetzt habe und ein anderes mal wieder wegen Cannabis.
Okay, aber da gab es ja beides mal einen klar erkennbaren Auslöser. Ich denke, das ist gut für die "Prognose". Entscheidend ist wirklich absolute Abstinenz und sehr langsames Ausschleichen.
Unser Arzt ist der Meinung das es Veranlagung ist.
Nur Drogen wie thc machen eben bei mir alles schlimmer.
Eine wirkliche "Psychose Veranlagung" gibt es nicht. Möglicherweise wird eine besondere Empfindlichkeit weitergegeben, so dass Drogen leichter eine Psychose auslösen können.
Ich habe vorletzte Woche versucht langsam Amisulprid zu reduzieren. 25 mg weniger und das ging 4 Tage "gut". Ab Tag 5. kam meine überempfindlichkeit gegenüber natürlichen Geräuschen und stärkere Ängste usw.
Dann war auch dieser Schritt für dich zu gross. Ich würde es mit noch kleineren Schritten versuchen.
Eine Alternative wäre, zunächst Abilify zu reduzieren. Das kann deine Ängste verstärken und vielleicht liegt da der Knackpunkt. Es wäre denkbar, dass Amisulprid die NW von Abilify etwas dämpft und diese stärker durch kmmen, wenn du Amisulprid reduzierst

Auch wenn viele in diesem hohen Dosisbereich grössere Schritte machen können, so trifft es eben nicht auf alle zu.
Ich würde da auch nicht von einem Nocebo Effekt ( negativer Placebo Effekt) ausgehen. Dein Nervensystem scheint super empfindlich zu sein und eine Zunahme an Symptomen würde ich immer erst nehmen.
Lorazepam nehme ich seit 2010, damals mit 3,5 mg.
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Das ist schon mal ein Erfolg :D . Bei der langen Einnahmezeit hast du vermutlich keinen eigentlichen Nutzen mehr davon, sondern die Einnahme dient nur dazu, dass du nicht entzügig wirst. Gut wäre, wenn du die Dosis so halten könntest (nicht erhöhen).
Falls es wieder nicht klappt, werde ich Biperiden als bedarf ansetzen lassen. Es nimmt mir die Last von den Schultern. Natürlich ist auch hier wieder Suchtpotenzial gegeben.
Biperiden wird ja eingesetzt um starke NW von NL zu dämpfen. Eine wirkliche Lösung ist es nicht, zumal es ja auch eine psychisches Suchtpotential hat.

Ich wünsche dir sehr, dass es dir gelingt in kleinen Schritten die Psychopharmak zu reduzieren.

liebe Grüsse,
padma
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Re: Amisulprid (heil und unheil zugleich)

Beitrag von Black » Montag, 21.05.18, 17:37

@Bella2
Danke, wünsche dir ebenfalls viel Kraft und alles gute für die Zukunft. :)

@inandout
Der Nocebo Effekt ist mir natürlich auch bekannt.
Das intensive beobachten der Psyche und des Körpers und das alles.
Ich denke jedoch das ich bei der Reduktion unterscheide zwischen Einbildung und dem Wahn u. damit verbundenen Problemen/Symptome.

@Arian
Da hast du aber was hinter dich gebracht, Respekt :)
Nun ich habe 2011 von 1200 mg (höchstdosis) auf täglich 400 mg reduziert und deswegen stimme ich dir zu. So höher die Dosierung desto "leichter" kommt man in der Regel runter. War jedoch noch nie auf 100 mg beim Solian.

@padma
Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen.
Ich nehme Abilify seit 2015 und seit dem bin ich viel gereizter, schneller Puls und vor allem die Ängste sind gesteigert. Meine Ärztin hatte es sogar mal auf 10 mg erhöht und davon bekam ich Alpträume.

Meinst du das ich morgen Abilify weg lassen kann und gleichzeitig 25 mg runter vom Solian?
Ehrlich gesagt müsste ich soviel wie möglich vom Solian runter, weil wenn Abilify weg ist, stehe ich ganz im Dunkeln (Depris).


Liebe Grüße Andi
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Re: Amisulprid (heil und unheil zugleich)

Beitrag von Arianrhod » Dienstag, 22.05.18, 13:41

Hallo Black,
Black hat geschrieben:
Montag, 21.05.18, 17:37
Meinst du das ich morgen Abilify weg lassen kann und gleichzeitig 25 mg runter vom Solian?
Ehrlich gesagt müsste ich soviel wie möglich vom Solian runter, weil wenn Abilify weg ist, stehe ich ganz im Dunkeln (Depris).
ich bin nicht Padma, denke jedoch an diesen Spruch:
"Niemals an zwei Schrauben gleichzeitig drehen"
Der Grund ist, wenn etwas nicht gut geht und du Absetzsymptome kriegst, dann weisst du nicht, an was es gelegen hat..... und stressiger ist es für dein ZNS auch.

liebe Grüße Arian
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Re: Amisulprid (heil und unheil zugleich)

Beitrag von padma » Dienstag, 22.05.18, 14:09

hallo Andi, :)

ich würde keinesfalls 5 mg Abilify einfach weglassen :shock: . Das ist ja keine niedrige Dosis und muss ausgeschlichen werden.

Der erste Schritt wäre auf 4,5 mg zu gehen. Und wie auch Arian :) schreibt, nicht gleichzeitig Amisulprid reduzieren.

Ich würde jetzt als erstes mit der Reduktion von Abilify beginnen. Wenn du dann merkst, dass die müde machende Wirkung von Amisulprid zu stark wird, könntest du dann bei Abilify die Dosis halten und etwas an Amisulprid reduzieren. Also wechselseitig, immer je nachdem, welche NW besonders stark zutage tritt.

liebe Grüsse,
padma
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Re: Amisulprid (heil und unheil zugleich)

Beitrag von Flummi » Dienstag, 22.05.18, 18:21

Hallo Andi,

ich nehme gerade Abilify und habe von 5 mg ein dreiviertel Jahr nun ausgeschlichen (auf 0,6 mg runter). Möchte Dir auch raten, es nicht gleich wegzulassen.

Liebe Grüße,
Claudia
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Re: Amisulprid (heil und unheil zugleich)

Beitrag von Black » Mittwoch, 23.05.18, 20:13

Ich bedanke mich für eure Tipps :)

@padma
Genau so mache ich es jetzt auch.
Früher hatte ich null Plan und habe mich deswegen an die Klinik Methoden gehalten und zu 95% versagt.
Dort wird einem auf biegen und brechen 200 mg aufeinmal entzogen. Eine Krankenschwester die ich zu der Zeit angesprochen habe, meinte das die Krankenkassen nicht gerne, zu lange Aufenthalte bezahlen würden. Also eine Sparmaßnahme auf Kosten unserer Gesundheit. :censored:
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Re: Amisulprid (heil und unheil zugleich)

Beitrag von Black » Sonntag, 27.05.18, 13:03

Hallo alle zusammen :)

@padma hatte vollkommen recht.
Ich bin seit 4 Tagen runter vom Abilify.
Natürlich weiß ich, das man das nicht tun sollte, habe jedoch bis heute keine erkennbaren Absetzungserscheinungen.

Ich musste gleichzeitig schnell handeln, bevor die Depression stärker wird und habe 100mg Amisulprid abgesetzt. Auch hier keine Absetz oder Entzugsympthome.

Aber trotzdem will ich, in diesem Punkt kein Vorbild sein und warne ebenfalls, vor zu schnellem Absetzen.
Ich hatte nur keine wahl, weil wenn das Ami konstant bleibt und Abilify auf Null ist, wird's sehr düster um mich herum.

Ich werde jetzt nicht's mehr ändern und 2. Monate abwarten.


Liebe Grüße Andi
Pyschose mit 18 Jahren
Abgesetzte Medikamente
Risperdal, Zyprexa, Zopiclon

Seit 2010 erfolgreich auf Amisulprid umgestellt
2015 Prolaktin Werte zu hoch, immernoch unbehandelt

Medikamenten-Plan:
Seit 2011 Amisulprid 2x 450 = 900 mg täglich
23 Mai 100 mg Amisulprid abgesetzt
3 Jahre Abilify 5 mg - Seit dem 23. Mai 2018 abgesetzt

Seit Juni ?? zurück zur 900mg Amisulprid und 5mg Abilify
Pantoprazol 40 mg
Lorazepam 4 x 0,5
Seroquel 75 mg zum schlafen

Ungefähr seit Anfang Juni 25 mg morgens und abends 25 mg weniger Solian. Wochenlang Kopfschmerzen.
Akineton eingenommen seit Anfang Juni.

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Flummi
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Re: Amisulprid (heil und unheil zugleich)

Beitrag von Flummi » Sonntag, 27.05.18, 13:11

Hallo Andi,

ich will jetzt nicht negativ klingen, aber das klingt nach Psychose im Anmarsch. Vier Tage ist nichts, man bekommt ein paar Honeymoon-Gefühle beim schnellen Absetzen und dann geht es abwärts.
Hast Du Dir einen Notfall-Plan vorher ausgedacht? Hast Du ein Umfeld, was von den Absetzplänen weiß?

Liebe Grüße,
Claudia
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Re: Amisulprid (heil und unheil zugleich)

Beitrag von Arianrhod » Sonntag, 27.05.18, 14:14

Hallo Andi,

Amisulprid von 100 mg auf 0: Habe ich 2007 auch gemacht. Dauerte bis Tag 10 , bis buchstäblich die Hölle losbrach...bedeutet, neun Tage war ich guter Dinge, feierte noch Sylvester und stieß um Mitternacht auf mein neues Leben an....ich ahnte nicht, dass ich noch lange nicht mit dem Entzug durch war......:( Du bist auch noch NICHT durch .... daher volle Vorsicht .....

liebe Grüße Arian
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Re: Amisulprid (heil und unheil zugleich)

Beitrag von Ululu 69 » Sonntag, 27.05.18, 21:09

Hallo Andi,

:shock:
Das ist aber nicht das, was Padma :) gemeint hat.

Es macht Sinn das Abilify und das Amisulprid wechselseitig abzusetzen aber auf gar keinen Fall in dieser Größenordnung. :shock:
Ich kann dir nur ganz dringend raten, das nicht so durchzuziehen. Du riskierst eine schwere Absetzpsychose wie dir ja Arianrhod :) und Flummi :) schon geschrieben haben.
Oftmals sind Absetzpsychosen schwerer als die vorigen.
Pass bitte gut auf dich auf.

LG Ute
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Re: Amisulprid (heil und unheil zugleich)

Beitrag von padma » Sonntag, 27.05.18, 21:58

hallo Andi, :)

ich bin sehr besorgt. Das kann übelst schief gehen.
Ich hatte nur keine wahl, weil wenn das Ami konstant bleibt und Abilify auf Null ist, wird's sehr düster um mich herum.
Du hast schon eine Wahl. Wie auch Ute :) schreibt, wechselseitig in kleinen Schritten reduzieren.

Ich rate dir dringend zu einer Wiedereindosierung von beiden NL, Abilify 4,5 mg, mit Amisulprid auf 100 mg zurück.

Überlege es dir.

liebe Grüsse,
padma
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Re: Amisulprid (heil und unheil zugleich)

Beitrag von Black » Dienstag, 29.05.18, 22:52

Ich danke euch sehr für eure Anteilnahme und Tipps. :)
Bis jetzt spüre ich die Solian - typischen Absetzungserscheinungen nicht.

Die Abilify Abstinenz macht sich jedoch bemerkbar.
Es wird etwas düster um mich herum, aber ich kenne viel schlimmeres, wie zb 6mg Risperdal :?
Ich weiß das ich etwas akrobatische Dinge mit den Medis mache, und vor allem ist ja die Devise langsam aber sicher. Daran werde ich mich auch halten, sobald das Solian nicht mehr so derbe auf die Laune schlägt.
Bin innerhalb einer Woche von 2x 450 auf 1x 400 & 1x 350 mg Amisulprid. Abilify auf 0.
Mein Ziel ist es 2x 350 mg Ami.

Liebe Grüße Andi
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Re: Amisulprid (heil und unheil zugleich)

Beitrag von Black » Sonntag, 03.06.18, 20:14

Hallo alle zusammen :)

Einige von euch haben es sicher geahnt, nun mein absetz-versuch ist mal wieder gescheitert.
Ich wollte die Depression in Schach halten und bin deswegen schneller unterwegs gewesen.

Ich versuche erstmal 14 Tage die alte Dosis weiter zu nehmen, um etwas zur Ruhe zu kommen und werde dann versuchen etwas gegen die hohen Prolaktin -Werte zu bekommen.

Liebe Grüße Andi
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