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Mischmasch1: will keine Antidepris mehr, aber was tun...?

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Mischmasch1: will keine Antidepris mehr, aber was tun...?

Beitrag von mischmasch1 » Sonntag, 02.12.18, 21:17

Hallo zusammen,

zunächst einmal möchte ich den Machern des Forums hier meinen Respekt für ihre Arbeit aussprechen. Ich habe mich schon vor längerer Zeit hier angemeldet und seither immer wieder hin und her überlegt, ob ich hier wirklich schreiben soll und ob ich hier wirklich hingehöre... falls ihr der Meinung seid, dass nicht, nehme ich es auch niemandem übel, wenn er mir das offen mitteilt, wäre dann aber auch für einen Tipp, "wohin mit meinem Fall" dankbar.

Ich habe nämlich vor einem guten halben Jahr Sertralin abgesetzt, was zwar nicht ganz ohne Symptome abgegangen ist, diese waren jedoch sowohl vom Ausmaß als auch von der Zeitdauer überschaubar, im wesentlich waren dieses Schwindelgefühle und ein gewisses "Unwirklichkeitsgefühl" , unangenehm war es , ja, vor allem wenn ich unter vielen Leuten war, aber nicht wirklich schlimm (daher auch meine Frage, gehöre ich hier überhaupt her).
Allerdings geht es mir seither auch nicht so wirklich gut , allerdings auch nicht wirklich schlecht, auf Dauer würde ich die Lage schon gerne verbessern.

Und was tun wenn es nochmal schlimmer wird, denn Antidepris will ich nicht mehr, wie auch schon im Betreff geschrieben.

Aber vielleicht erst mal der Reihe nach: ich bin 51 Jahre alt und schleppe schon seit einem Alter von Anfang/Mitte zwanzig eine doppelte Suchtproblematik mit mir herum: Alkohol und Zigaretten.
In diesen beiden Suchtstoffen sehe ich zum einem eine Hauptursache für meine psychischen Probleme, zum anderen hat der Konsum die Probleme wahrscheinlich über Jahre und Jahrzehnte gedeckelt, so dass sie nie offen zum Vorschein gekommen sind, jedenfalls habe ich mir das zum Vorschein kommen niemals richtig bewusst machen müssen, ich wusste ja, tagsüber konnte ich alles "wegrauchen" und abends war oft auch die Gelegenheit alles zusätzlich wegzusaufen.

Trotzdem ist es mir gelungen, im Beruf relativ erfolgreich zu sein und eine Familie zu gründen (mittlerweile aber getrennt, sehe mein Kind aber sehr regelmäßig).

Nach der Trennung und meinem Auszug eskalierte mein Alkoholkonsum (war ja auch nicht mehr gezwungen, heimlich zu saufen) innerhalb eines halben Jahres, was ich aber Gott sei dank (und das meine ich wort-wörtlich) realisiert habe und mir in einer Selbsthilfegruppe Hilfe gesucht und auch gefunden habe. Die Abstinenz vom Alkohol ist mir mit der Selbsthilfegruppe leicht gefallen (ich hatte auch noch keine -jedenfalls keine starke- körperliche Abhängigkeit entwickelt, Alkoholiker bin ich dennoch, da psychisch süchtig).

Seit 5 Jahren bin ich nun trocken und vor 3 Jahren bin ich die nächste Baustelle angegangen, das Rauchen. Nach dem anfänglichen reinen Nitkotinentzug (der ja zeitl. noch recht überschaubar ist) habe ich eine - nach Diagnose des Neurologen - mittelschwere bis schwere Depression entwickelt ...( es ist mir an dieser Stelle auch wichtig, nicht missverstanden zu werden: es ging mir nicht schlecht, weil ich aufgehört habe zu rauchen, sondern weil ich 30 Jahre lange zum Schluss über 30 Kippen am Tag geraucht habe) Jedenfalls hatte ich massive Schlafstörungen, wochenlang höchstens 2 Stunden pro Nacht geschlafen, dass es einem dann Tags auch nicht gut gehen kann ist ja logisch.

Jedenfalls bekam ich Sertralin und Trazodon zum Schlafen verordnet. Das Trazodon hat auch wirklich geholfen ..... allerdings dummerweise nur bei der ersten Einnahme, da habe ich 12 Stunden am Stück geschlafen, das wars dann aber leider auch schon, die Nächte in der nachfolgenden Zeit waren vielleicht minimal besser als die Nächte vor der Einnahme. Vom Sertralin sollte ich eine halbe (25 mg) nehmen und wenn es dann nicht besser würde sollte ich auf 50mg steigern. Nun - gebranntes Kind scheut das Feuer (meine schon geschilderte Suchtproblematik) , es wurde zwar nicht wirklich besser, trotzdem blieb ich auf 25mg, ich wollte einfach nicht mehr. Auch mit dem Trazodon war ich sehr vorsichtig und habe es dann auch recht schnell wieder ausgesschlichen (nach ca. 3-4 monatiger Einnahme über einen Zeitraum von ein paar Wochen, weiß nicht mehr so genau). so wirklich gut ging es mir aber nicht, auch mit dem Schlaf war es so "la-la".

Dann Wechsel des Neurologen. Auf dessen dringendes Anraten hin habe ich das Sertralin auf 50mg gesteigert "weniger sei völlig unwirksam". Außerdem hat er mir Trimipramin zum Schlafen verordnet. Die Kombi schien anfangs auch ein wenig anzuschlagen, aber genau kann ich das auch nicht sagen da meiere Befindlichkeit seit dem ersten Auftreten der Depression (wenn es denn eine war/ist) ohnedies Tages-/Wochen-oder auch Monatsweise schwankt). Jedenfalls hat die Behandlung auch keine so eindeutige Verbesserung gebracht, dass ich hätte sagen können:"jipieehh, das isses , ich bin geheilt".
Die Kombi habe ich ein knappes Jahr genommen, dann Trimipramin aus eigenem Antrieb ausgeschlichen, recht problemlos, Situation weder verbessert noch verschlechtert.

Nach einem guten weiteren halben Jahr begonnen, Sertralin auszuschleichen. Erst von 50mg auf 25mg, etliche Wochen bin ich auf 25mg geblieben. Wollte erst noch kleinschrittiger runter (habe damals glaube ich auch schon ein wenig hier gelesen). Das war aber alles eine entsetzliche Bröselei mit dem Tabelettenteiler und ob ich nun 10mg oder 15mg eingenommen habe konnte ich natürlich nie so genau sagen.

Also nochmal Rücksprache mit dem Neurologen sein Argument: "Wenn sie jetzt direkt absetzen, wissen Sie recht schnell ob es gut geht oder nicht; wenn sie langsam runter dosieren quälen Sie sich vielleicht Monate rum, in denen es Ihnen nicht gut geht, aber auch nicht so schlecht geht, das Sie das Sartralin wieder ansetzten wollen". Das Argument zielt natürlich auf die Annahme, dass es kein Entzugserscheinung beim Absetzen von 25mg gibt, und dass allenfalls ein wieder Aufleben der Depression zu erwarten ist. Unter diesem Gesichtspunkt ist das Argument natürlich einleuchtend und so hat es mir damals auch eingeleuchtet und ich bin dem Rat gefolgt, habe also komplett abgesetzt.
Nun, dass das Absetzen zwar nicht ganz ohne Symptomatik, aber doch mit einer recht milden Symptomatik abgegangen ist, habe ich Anfangs ja schon geschrieben.

Alles in allem muss ich sagen, die Medis haben meine Situation weder versessert noch verschlechtert. Ich gehe mal davon aus, dass sich meine Situation so oder so verbessert hätte, zumal ich meine zu diesem Zeitpunkt gerade frisch überwundene Tabaksucht dafür verantworlich mache. Allenfalls das Trazodon und das Trimipramin haben eine "Strohfeuerwirkung" entfaltet, kurzzeitig "geholfen" und dann war auch schon ein Gewöhnungseffekt da.

Leider geht es mir nun aber auch nicht so 100%-ig gut. Auch die Schlafstörungen (vor allem Durchschlafproblematik) und eine gewisse Angstproblematik, vor allem Nachts und Morgens sind geblieben, wenn auch bei weitem nicht so extrem wie am Anfang. Trotzdem würde ich das gerne weiter verbessern, aber was tun? Vielleicht einfach darauf vertauen dass die Zeit es bringt?
Denn an meiner Lebensführung kann es eigentlich nicht liegen. Ich bin komplett drogenfrei (es sei denn man möchte nun Kaffee auch noch als Droge bezeichnen, den trinke ich allerdings nur bis ca. 1 Uhr Mittags, wenn auch bis dahin in leicht übertriebenen Ausmaß) , versuche mich halbwegs gesund zu ernähren (wenn ich mal vom abendlichen Eis und-/oder Süßkramkonsum absehe), achte auf recht regelmäßigen Tagesablauf mit ausreichend Ruhe- und Schlafzeit, mache viel Sport (1 bis 2 mal die Woche 18km rennen zuzügl. ab und an Schwimmen und zu mindestens in den Sommermonaten des öfteren Radfahren).

Vor allem beim Laufen zieh ich mit meinen 51 Jahren noch locker an den meisten 30-jährigen vorbei, worauf ich auch ziemlich stolz bin. Sport hilft mir auch sehr, meine Stimmung zu verbessern, allerdings ist das ja nun eher was für den Nachmittag. Das gute Gefühl hält sich dann schon bis zu Abend, hilft aber dann aber auch nichts gegen die nächtliche Durchschlafschwierigkeiten und nächtlichen bzw. morgentlichen Ängste.
Was kann ich also tun..?

Also wie gesagt, ich hatte zwar keine sehr großen Problem beim Absetzen (für Leute mit solchen Problemen ist dieses Forum ja wohl primär gemacht - so wie ich es verstanden habe), möglicherweise bin ich hier aber auch nicht so ganz verkehrt, da es hier ja auch so eine Rubrik, wie "Alternativen zu Psychopharmaka" gibt.
Irgendwie habe ich mich nie so wohl damit gefühlt, Antidepris zu nehmen und nachdem ich hier im Forum etwas gelesen habe, hat mich das weiter bestärkt, dass ich das nicht mehr will.

Liebe Grüße und vielen Dank fürs Lesen
Frank
Zuletzt geändert von Jamie am Montag, 03.12.18, 9:31, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Absätze zur besseren Lesbarkeit eingefügt

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Re: Mischmasch1: will keine Antidepris mehr, aber was tun...?

Beitrag von padma » Montag, 03.12.18, 17:42

hallo Frank, :)

willkommen im ADFD.
Du bist mit deinem Anliegen bei uns richtig.

Zunächst mal herzlichen Glückwunsch zur Alkohol und Nikotinabstinenz. :party2:
Schön, dass bei dir Sertralinentzug relativ glimpflich verlaufen ist. Nicht jeder entwickelt solche anhaltende Entzugssyptome, wie viele hier im Forum durchleiden.

Die AD haben dir ja nicht wirklich geholfen. Der Nutzen dieser Substanzen ist sowieso fragwürdig und nicht nachhaltig.

Du machst ja schon einiges für dich z.B, in Punkt Lebensführung und Sport. :D Das sind wichtige und hilfreiche Ansätze.

Hast du schon mal eine Psychotherapie gemacht? Es könnte wichtig sein, herauszufinden, was die eigentliche Ursache deiner Problematik ist.
Du scheinst dir ja auch nicht sicher zu sein, dass du tatsächlich eine Depression hattest. Ärzte sind mit der Diagnose oft recht schnell zur Hand.

Ich denke, dass es auch Zeit braucht bis sich das ZNS von dem Alkohol- und Nikotinkonsum erholt.

Ich möchte dir auf jeden Fall Mut machen, Wege für dich zu finden, dein Leben ohne Psychopharmaka zu bewältigen.

liebe Grüsse,
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Re: Mischmasch1: will keine Antidepris mehr, aber was tun...?

Beitrag von mischmasch1 » Dienstag, 04.12.18, 22:51

Hallo Padma,
erst mal vielen Dank für die nette Begrüßung und den Zuspruch. Nein, eine Psychotherapie habe ich noch keine gemacht. Habe zwar schon mal dran gedacht, aber mich bis jetzt nicht ernsthaft darum gekümmert.
Und, ja, da hast du wohl recht, dass die Entwöhnung von Suchtstoffen seine Zeit braucht. Am Anfang ging alles rasend schnell so habe ich es empfunden, aber die berühmten letzten 10% ...das dauert.
Ist mir völlig schleierhaft, wie ich das früher alles geschafft habe, so Anfang der 2000er -Jahre , ich kannte ja nur Arbeiten und Party machen Freitags, Samstags und Mittwochs meistens auch noch und an den restlichen Tagen habe ich es mir dann mit meiner Standartration von 5 Bier ( 0.5l -Flaschen) zu Hause "gemütlich" gemacht,. Aber wann man es genau nimmt, so wirklich "alles geschafft" habe ich es ja damals auch nicht. Meine Arbeit habe ich geschafft, das ja, halbwegs gespflegt auszusehen, wenn ich aus dem Haus ging, das auch noch und Sport treiben (Laufen) trotz exzessiver Sauferei und Raucherei, das auch noch (ich denke heute, dass mir das sowohl körperlich als auch psychisch den A... gerettet hat, dass ich mir mein ganzes Lebend lang trotz meines ungesunden Lebenswandels mir eine gewisse Grundkondition erhalten habe, die ich in den letzten 3 Jahren doch seht stark ausgebaut habe).
Naja aber absehen davon dass ich meine Arbeit (über die ich mich übrigens auch immer sehr stark definiert habe) nicht nur erledigt habe, sondern darin auch recht erfolgreich war, und abgesehen davon, dass ich nach außen eben den Schein wahren konnte, habe ich eigentlich nichts geschafft. Ich war innerlich und äußerlich (meine Bude, u.s.w.) verloddert. Daran, mich irgendwie persönlich weiter zu entwickeln , und vielleicht ruhiger, weiser und gelassener zu werden, daran war überhaupt nicht zu denken.
Naja,nach der Trennung nahm ich meinen alten Lebensstil wieder auf. Aber das war nichts mehr mit Party. Da ging es nur noch ums Saufen, jeden Abend stundenlang auf dem Balkon gesessen, rechte Hand ne Kippe,linke Hand ne Pulle. Da habe ich mich regelrecht in die Einsamkeit gesoffen. Mein alter Freundeskreis aus meiner "Partyzeit" ist mir unterwegs irgendwie abhanden gekommen. Naja und so richtig habe ich in der Zwischenzeit auch keinen neuen Freundeskreis aufgebaut, das ist vielleicht auch mit ein Grund dafür, dass es mir jetzt so geht wie es eben geht. Naja, irgendwie bin ich wohl schon ganz schön einsam. Ich habe meiner Tochter, ja, aber auch mal ein freundschaftliches Gespräch unter Erwachsenen bracht ja trotzdem jeder Mensch. Außerdem - ich liebe meine Tochter sehr - aber sie ist im Moment mitten in der Pubertät und es ist schon verflucht anstrengend, die ewigen Konflikte.
Ich habe meine Selbsthilfegruppe (wegen Alkohol) und das ist auch gut so (ohne die wäre es ganz schön duster) . Da könnte ich schon mal Kontakte knüpfen und mal fragen ob man auch mal was außerhalb der Gruppentreffen Unternehmern soll, aber irgenwie bringe ich da auch nicht die Energie für auf.
Aber tut auch gut hier zu schreiben. In der Gruppe zu reden ist auch gut, aber schreiben hat dann auch noch eine eigene Qualität, da kommt man irgendwie mehr ans Denken, finde ich.
... und ja, Padma, so sicher bin ich mir nicht, dass ich jetzt aktuell wirklich eine Depression habe. Damals vor 3 Jahren, das denke ich schon, aber jetzt ist das eher was anderes , was damals vielleicht auch schon Mitspielte. War letzte Nacht wieder um kurz nach 2 wach, bin dann aber nicht mehr einschlafen. Entsprechend war der Vormittag natürlich von der Stimmung her nicht prickelnd, das schlug aber nicht auf meine Leistungsfähigkeit durch, ich habe sowohl beruflich als auch privat heute eigentlich sehr viel geschafft, das klingt nicht gerade nach ner Depression, oder? Vielleicht könnte man es Angststörung nennen... Wenn ich nachts aufwache grübel ich oft, wie das so mit der Umweltzerstörung weiter geht und ob meiner Tochter noch eine lebenswerte Zukunft haben wird.
Das ist natürlich ein ernstes Thema, aber ich denke in dem Maße in dem mich das beschäftigt ist das nicht normal. Da ist bestimmt irgendwie eine generelle, nicht gesunde Angst in mir, die da ihr Thema gefunden hat. Ja, ist bestimmt zu einem guten Teil so...meine Gesundheit war ja auch schon mal Thema der Angst, als ich gerade mit dem Rauchen aufgehört habe habe ich oft überlegt, ob ich schon Lungenkrebs habe.
Naja, auf jeden Fall kann ich bald ins Bett gehen. Ich widerstehe immer der Versuchung, schon um 9 Uhr abends ins Bett zu gehen , das wäre glaube ich nicht gut, auch wenn ich die Nacht vorher wenig geschlafen habe.
Nochmal Danke und gute Nacht
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Re: Mischmasch1: will keine Antidepris mehr, aber was tun...?

Beitrag von padma » Mittwoch, 05.12.18, 18:08

hallo Frank, :)

es hört sich für mich so an, als ob du dich zunächst selbst finden müsstest. So die grundlegenden Fragen, "wer bin ich", was möchte ich mit meinem Leben anfangen", "was wünsche ich mir", "was brauche ich".

Dass du in einer Selbsthilfegruppe bist, ist schon mal viel wert. Aber vielleicht brauchst du doch noch etwas mehr an Austausch und Unterstützung.

liebe Grüsse,
padma
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Re: Mischmasch1: will keine Antidepris mehr, aber was tun...?

Beitrag von mischmasch1 » Donnerstag, 06.12.18, 22:42

hallo mischmasch, bitte füge unbedingt Leerzeilen ein. Ein Blocktext ist eine Qual. Danke (von Jamie)


Hallo Padma,
ja, das mit den grundlegenden Fragen, damit könntest du Recht haben. Das ist also die nächste Baustelle, nachdem ich jetzt die Sucht- Baustellen abgeschlossen habe.

Übrigens wollte ich noch erzählen: ich war vor vier-einhalb Jahren schon mal beim Neurologen weil es mir damals auch schon mal nicht so gut ging. Das war ein paar Monate nachdem ich trocken geworden bin .
Anfangs war ich regelrecht euphorisch darüber, dass ich es geschafft hatte und als das dann verflogen war kam doch irgendwie ein Loch.

Auf jeden Fall, der Neurologe steht im Ruf, der beste der Stadt zu sein, meine Ex hat mir eine Termin bei ihm vermittelt. Ich bin regelrecht mit dem Ziel hingegangen, mir was verschreiben zu lassen, weil ich von der naiven Vorstellung ausgegangen bin, dass drin ist, was drauf steht, nämlich ein ANTI - Depressivum.
Mir ist damals gar nicht in den Sinn gekommen, dass die Wirkung eventuell nicht das hält, was der Name verspricht. Und ich erinnere mich noch genau, dass der Dok sagte: "Ich tue mich sehr schwer damit, ein Medikament zu verschreiben, Sie könnten es erst mal mit Ergo--Therapie versuchen, das würde ich ihnen aufschreiben", solche Ärzte gibt es also auch.

Leider wollte ich davon damals nichts wissen, das wäre ja womöglich mühsam gewesen.
Ich wollte nichts tun , ich wollte eine Pille schlucken, die gefälligst zu helfen hatte. Auch eine Art von süchtigem Verhalten. Gut dass ich damals bei einem Arzt mit so viel Verantwortungsgefühl gelandet bin. Naja jedenfalls hat er ich auch noch zum MRT geschickt um auch wirklich alles organische auszuschließen.

In Hinblick auf die ganz schlimmen Sachen (Tumor oder so) war ja zum Glück alles in Ordnung. Aber der Röntgenarzt hat mich direkt gefragt, ob ich rauche. Als ich bejahte, meinte er, er hätte gar nicht fragen brauchen, und hat mir gezeigt, wo die ganz feien Äderchen schon anfangen zu verstopfen. So was kann ja wohl auch eine Ursache für psychische Probleme sein, denke ich.
Mal ganz Abgesehen davon, dass Nikotin ja ohnehin schon ein Nervengift ist und darüber hinaus im Tabakrauch noch etliche weitere Stoffe vorhanden sind, die ähnlich wie Psychopharmaka wirken.

Ein paar Wochen später habe ich dann nach 8-jähriger Pause wieder angefangen zu laufen und begonnen, mich mit dem Gedanken zu beschäftigen, dass es ja eventuell doch machbar sein könnte, mit dem Rauchen aufzuhören, was ich ja dann ein gutes weiters Jahr später auch tatsächlich geschafft habe, im ersten Anlauf. Hätte ich damals Pillen geschluckt, hätte ich mich wahrscheinlich nicht damit beschäftigt, was ich erst einmal aus eigener Kraft für mich tun kann.
Vielleicht ist es jetzt auch so. Klingt vielleicht abgedroschen , aber eine Kriese kann auch immer eine Chance sein. Aber das gilt natürlich nur, wenn man sich nicht mit künstlichen Stoffen die Sicht vernebelt hat.

Dadurch, dass ich den Umweg über die Sertralin-Einnahme gegangen bin, bin ich wenigstens von der fixen Idee befreit, dass Antidepressiva eine Art Wundermittel sind. Ich hatte ja bei weitem nicht so schlimme Symptome beim Absetzen, wie viele hier, aber dass ich überhaupt welche hatte, und das bei der sehr geringen Dosis von 50mg, die ich genommen habe, hat mich schon kritisch dem gegenüber gemacht, und auch die Tatsache, dass ich überhaupt nicht mit Bestimmtheit sagen kann, ob die die Einnahme irgendetwas bewirkt hat. Ich könnte noch nicht einmal sagen, ob auch nur die Symptome vorübergehend gelindert wurden.

Ich bin jedenfalls froh, dass ich davon weg bin. Dafür musste ich aber auch die Initiative ergreifen. Der Neurologe hat es zwar befürwortet, dass ich absetze , wäre aber von sich auf niemals auf die Idee gekommen. Wenn man jetzt böse ist, könnte man auch sagen: Ist ja auch leicht verdientes Geld, alle 3 Monate mal nach der Befindlichkeit fragen und ein neues Rezept zu unterschreiben.

Liebe Grüße
Frank

hallo mischmasch, bitte füge unbedingt Absätze ein. Einen Blocktext lesen zu müssen ist eine Qual. Danke (von Jamie)
Zuletzt geändert von Jamie am Donnerstag, 06.12.18, 22:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Mischmasch1: will keine Antidepris mehr, aber was tun...?

Beitrag von padma » Samstag, 08.12.18, 18:58

hallo Frank, :)
ja, das mit den grundlegenden Fragen, damit könntest du Recht haben. Das ist also die nächste Baustelle, nachdem ich jetzt die Sucht- Baustellen abgeschlossen habe.
Ich denke, dass ist oft das eigentliche Thema. Die Sucht erfüllt ja einen Zweck, eine Ersatzbefriedigung oder überdecken von Dingen, die schmerzen. Jetzt wo du keine Suchtstoffe mehr nimmst, kommen die eigentlichen Themen/Fragen wieder hoch.

Ich glaube auch, dass es eine Chance ist herauszufinden, was und wie du wirklich leben möchtest.

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