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Bettyna: Fluoxetin über 20 Jahre

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Bettyna
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Re: Bettyna: Fluoxetin über 20 Jahre

Beitrag von Bettyna » Montag, 04.02.19, 10:56

Towanda1 hat geschrieben:
Montag, 04.02.19, 10:39


Zitieren: Einfach in dem Beitrag, den Du zitieren willst, auf die Anführungszeichen rechts oben im Beitrag klicken, dann wird der ganze Beitrag im Antwortfeld zitiert. Da kannst Du Sätze, die Du nicht zitieren willst auslöschen, sodaß nur das für Dich wichtige stehen bleibt.

Alles Gute,

Towanda
ok, jetzt geht es! :)
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etliche gescheiterte Absetzversuche (Weinkrämpfe, zappelig, Suizidgedanken, wie zerbrochen sein, Ausweglosigkeit.
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alle 2-3 Monate 5 - 10 mg pro Woche weniger eingenommen. Was natürlich nicht gutging, wie ich mittlerweile weiß.
Ich bin Jahrgang 1959

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Melina 17
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Re: Bettyna: Fluoxetin über 20 Jahre

Beitrag von Melina 17 » Montag, 04.02.19, 11:58

Hi Bettyna,

also ich würd dir auch gern versuchen Mut zuzusprechen, ein Absetzen einfach zu versuchen. Und laß dich von Faktoren wie "lange Einnahmedauer", "Alter" bitte nicht abschrecken.

Ich selbst bin auch imerhin schon 51 und nehme seit fast 14 jahren Citalopram. Und ich kenn wie du die gescheiterten Absetztversuche, die vermutlich zu schnell waren und auch jedesmal in einer Depression mündeten.

Jetzt, nachdem ich dieses Forum entdeckt hab und entsprechend langsam reduziere, scheint es endlcih zu klappen, ich bin jetzt zumindest das erste Mal schon mal an einer Hürde vorbeigeschifft, wo ich sonst immer gescheitert bin (bei mir so bei 7mg).

Mit der Substanz, die du nimmst, kenn ich mich nicht aus, aber vermutlich ähnlich wie Citalopram. In den hohen Dosierungen konnte ich große Absetzschritte machen, also bin von 40 auf 30, auf 20, dann 15, 12,5 und 10 mg. und ab da wird`s haarig, also schöööööön laaaaaaangsam. ich persönlich muß auch noch langsamer machen als die Grundempfehlkung hier: 10% alle 4 Wochen, das mußt du austesten, wie das für dich am besten funktioniert. Und selbst jetzt ist es schon ein großer Erfolg, daß ich auf 6,5 mg bin, da merk ich schon positive Auswirkungen, also selbst ein reduzieren lohnt sich, auch wenn man es nie auf 0 schaffen sollte.

Ich wüßte aber nicht, warum das nicht klappen sollte, der menschliche Körper ist soo ein Wunderwerk und verfügt über großartige Selbstheilungskräfte, wenn wir ihm die optimale Umgebung bieten, und die heißt bei Psychoipharmaka wohl vor allem ZEIT.

Ich halte auch nix davon, lebenslang so ein Medikament zu nehmen, ich bezweifle auch, daß das funktioniert. Ich gehöre zu den (wenigen?) Menschen, bei denen es gut gewirkt hat, aber auch nur 8 Jahre, dann hörte die Wirkung auf und kippte dann sogar ins Gegenteil. Und das ist nicht das erste Medikament, wo sich langfristig herausstellt, daß der Preis, den man dafür bezahlt größer ist als der Nutzen.

Bei mir verläuft der Absetzverlauf übrigens sehr mild, also auch das ist individuell. Bei mir ist es sinnvoller, um geringere Dosen zu reduzieren, also momentan mach ich so ca 6-7% alle 4 bis 6 Wochen, da fahr ich ganz gut mit.

Probier es aus, das ganze ist ein spannendes Abenteuer! Du hast nix zu verlieren.

ich wünsch dir ganz viel Glück dabei!

liebe Grüße

Melina
1994 erste Einnahme Doxepin ca 5mg zum Schlafen
1996-1997 Doxepin 20mg, Absetzen problemlos, jedoch ein Jahr gedauert, bis ich mich wieder wie "ich selbst" fühlte
Herbst 2004 erneute Einnahme von Doxepin wegen schwerer depri, raufdosiert auf 100mg
Frühling 2005 Abdosieren von Doxepin, Einschleichen von Citalopram ca 30mg
Frühling 2006 abruptes Absetzen von Citalopram, nach 4 Wochen extreme Depri, wieder Einnnahme; paar Wochen später Ausschleichen über ca 4 Wochen, nach drei Monaten schwere Depri
immer mal wieder Reduktion versucht, kam auch mal bis ca 7,5 mg, aber immer wieder depri, im Lauf der jahre Einnahme zwischen 10 und 40 mg (auch zwischendurch escitalopram)
ca Mai 2018 nach wasserlösmethode in 10% über 4 Wochen von 15 auf 7 mg reduziert, dann instabil geworden, wieder auf 10 mg hochgegangen
09.09.18 auf 9 mg Citalopram reduziert
17.09. zusätzlich 6 bzw 12 mg Doxepin abends zum schlafen (brauch ich oft im Herbst)
ca Anfang Oktober 2018 gleichmäßige Einnahme Doxepin 12,5 mg
24.10.18 8mg Citalopram
24.11.18 ca 7,5 mg
22.12.18 7 mg Citalopram, Doxepin nur noch bei Bedarf (entweder 6,25 oder 12,5 mg)
18.01.19 ca 6,5 mg Citalopram
11.02. 6,4 mg Citalopram
18.02. 6,3 mg
20.02. 6,0 mg
23.03. 5,7 mg
18.04. 5,3 mg
17.05. 5,7 mg (wegen Urlaub. erhoffte bessere Laune)
23.05. 6,0 mg (wegen Ängste im Urlaub)
29.05.5,7 mg (erhoffte positive Wirkung nicht stattgefunden, stattdessen eher weniger Genußfähigkeit)
zwischen 21.05 und 13.06 abends 6,25 bzw 12,5 mg Doxepin, einmal auch wegen starker Ängste 2 mg Tavor und ca 30 mg Doxepin
16.06. 5,3 mg
21.06. 5 mg
19.07. 4,7 mg

Annanas
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Re: Bettyna: Fluoxetin über 20 Jahre

Beitrag von Annanas » Montag, 04.02.19, 12:20

Liebe Bettyna :) ,
auch ich möchte dich ermutigen, das Absetzen zu wagen

Ich (Jahrgang 63) nehme auch seit 20 Jahren AD - seit 2007 das AD (Venlafaxin), welches ich ausschleiche.

Aufgrund der zusätzlichen immensen Belastung durch den Gesundheitszustand deines Mannes, würde ich auch eher kleine Reduktionen vornehmen, selbst beim Beginn des Absetzens.

Ich würde , wie Padma :) u Jamie :) schon schrieben, mit 1 mg Dosisreduktion starten u dann auch eine Stabilisierungsphase von mindestens 4, besser 6 Wochen einlegen.

Dabei schauen, wie es dir geht u danach das weitere Absetzen gestalten.
Was wir empfehlen, sind Richtwerte/Erfahrungswerte - wichtiger ist immer dein Befinden, so daß du deinen Alltag weiterhin meistern kannst.

Nur Mut, Bettyna, die Gesundheit wird profitieren und hier kannst du immer schreiben, wenn dir was auf dem Herzen liegt.

Liebe Grüße von Anna
Vorgeschichte:
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Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016
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seit April 2018 Absetzpause, bin bei 15 Kügelchen (ca. 4,5 mg)

Hinweis:
Meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und begründen sich auf Erfahrungswerten - meinen eigenen und denen anderer Betroffener sowie den wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

Bettyna
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Re: Bettyna: Fluoxetin über 20 Jahre

Beitrag von Bettyna » Montag, 04.02.19, 17:46

Habt Dank für Eure Antworten und für das Mutmachen!
Es tut gut, das zu lesen!
Ich werde mich noch weiter hier einlesen und es dann sicherlich versuchen...

Meine Angst ist diese PLÖTZLICHE Überraschung der Absetzsymtome. Von JETZT auf GLEICH.
Da hab ic h solche Angst vor! Weil es auch während einer längeren Absetzphase unvorhergesehen auftreten kann....

Wenn ich noch an das letzte mal denke... da war nur ein miniminimini Vorfall zuhause gewesen und ich rastete regelrecht aus.

Liebe Grüße von Bettina
Seit 1999 Fluoxetin, 1x tägl. 20 mg
etliche gescheiterte Absetzversuche (Weinkrämpfe, zappelig, Suizidgedanken, wie zerbrochen sein, Ausweglosigkeit.
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Re: Bettyna: Fluoxetin über 20 Jahre

Beitrag von padma » Montag, 04.02.19, 18:19

liebe Bettina, :)

ich denke, es ist wirklich wichtig, dass die Abstände zwischen den Reduktionen lang genug sind. Ansonsten können Entzugssymptome sich anreichern und es braucht nur einen kleinen (oder gar keinen) Auslöser bis sie zu schlagen. So wie du es erlebt hast.

Fluoxetin ist aufgrund der langen HWZ da besonders "heimtückisch". Durchschnittlich ist erst nach ca 33 Tagen 90 % des Kummulationsgleichgewicht (Erklärung: https://flexikon.doccheck.com/de/Kumula ... ichgewicht) erreicht. Es kann bis zu 49 Tagen dauern. 100 % noch länger.

Und dann braucht es auch noch Zeit bis die Rezeptoren sich anpassen.
Ich würde dir daher raten mindestens 8 - 10 Wochen zwischen den einzelnen Reduktionen zu warten.

Kannst du bitte in deiner Signatur anstelle von 1/2 Tablette weniger, die mg Zahl eintragen? Es gibt ja verschiedene Stärken.
Wenn du immer um 5 mg alle 2 - 3 Monate reduzierst hast, so war das wirklich deutlich zu schnell und erklärt die Entzugssymptome.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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15.06.2019: 0,04 mg



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


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Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.


Mockingjay
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Re: Bettyna: Fluoxetin über 20 Jahre

Beitrag von Mockingjay » Dienstag, 05.02.19, 11:54

Melina 17 hat geschrieben:
Montag, 04.02.19, 11:58

Jetzt, nachdem ich dieses Forum entdeckt hab und entsprechend langsam reduziere, scheint es endlcih zu klappen, ich bin jetzt zumindest das erste Mal schon mal an einer Hürde vorbeigeschifft, wo ich sonst immer gescheitert bin (bei mir so bei 7mg).
<3 <3 <3 <3

Liebe Melina

so toll. Freu mich riesig für dich! Das macht Mut!!!!


LG Mockingjay
Meine Geschichte: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=11927

-------------------------------------------------------------------------------------------
Absetztagebuch:
Fluoxetin ab 2002 10mg (Angststörung), 2004 kaltes Absetzen ohne Probleme. 2000-2007 Drogenkonsum. Ab 2006 Wiederbeginn mit 20mg. Diagnose Borderline. Ab 2008 etliche gescheiterte Absetzversuche.
2016-2018:
Juni 2016 direkt von 20 auf 15mg -> schwere Probleme nach 2-3 Monaten, wieder aufdosiert.
Neuer Versuch ab Januar 2017 mit 1mg Schritten bis auf 10mg ab September 2017. 6 Monate Absetzpause.
Ab 18.04.2018 wieder rauf auf 15mg wegen akuter Suizidgefahr aufgrund neuer Jobsitutation. Anfang Juni während stationärem Aufenhalt auf 20mg und Abbruch des Absetzversuches bis auf weiteres. Seit Mai 2018 nicht mehr berufstätig. Beginn Abklärng Frührente (IV).
2019:
05.02. Reduktion auf 15mg.
Jahrgang 1974.

Bettyna
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Re: Bettyna: Fluoxetin über 20 Jahre

Beitrag von Bettyna » Mittwoch, 06.02.19, 11:06

Hallo zusamen!
Puh...es gibt hier viel zu lesen! Vielen lieben Dank Euch, das Ihr soviel Hintergrundwissen zur Verfügung stellt und uns so viel von eurer Zeit schenkt!!!

Hier habe ich auch das erste mal von BRAIN ZAPS gelesen. Das kenne ich auch! Wie Gewitter im Kopf, ein Knallen!

Aber aufwändig ist es ja echt mit der Wasserlösmethode...
und dennoch glaube ich, das ich sie wohl machen werde.
Aber ich muss mich hier noch mehr einlesen und muss mutiger werden, denn ich hab so große Angst abzusacken!

Und wenn man mal krank ist, oder mal verreist...? Wie macht Ihr es dann bei der Wasserlösmethode??

Liebe Melina, wie hast du reduziert? Mit der Wasserlösmethode??
Melina 17 hat geschrieben:
Montag, 04.02.19, 11:58
Bei mir verläuft der Absetzverlauf übrigens sehr mild, also auch das ist individuell. Bei mir ist es sinnvoller, um geringere Dosen zu reduzieren, also momentan mach ich so ca 6-7% alle 4 bis 6 Wochen, da fahr ich ganz gut mit.
Melina
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Re: Bettyna: Fluoxetin über 20 Jahre

Beitrag von Ululu » Mittwoch, 06.02.19, 11:40

Hallo Bettyna,

nur Mut, das klingt aufwändiger, als es ist.
Du gewöhnst dich schnell daran.

Du brauchst auch nicht so viel dafür, als dass du es nicht mit in den Urlaub nehmen könntest.
Bei Krankheit ändert sich nichts zur Tabletteneinnahme.

Viele hier praktizieren die Methode, ich selbst übrigens auch.
Die meisten kommen gut zurecht.

LG Ute
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Melina 17
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Re: Bettyna: Fluoxetin über 20 Jahre

Beitrag von Melina 17 » Donnerstag, 07.02.19, 18:20

Hi Bettyna,

da brauchst du wirklich keine Angst zu haben, das ist ganz easy.

Also wenn ich mir jetzt z.B meine 6,5 mg mache, dann lös ich eine 10mg Tablette in 100 ml Wasser auf (mit ner Spritze, noch genauer ist es mit ner Waage), verwerfe 35 ml und trink den Rest. (Medikamentenreste bitte nicht in Abfluß, sondern in Müll)

Ich hab mir auch in der Vergangenheit das für mehrere Tage angesetzt, hab z.B 30 mg in 40 ml Wasser aufgelöst und jeweils täglich 10ml genommen (Achtung, hier wird empfohlen, nicht mehr als für 2 Tage anzusetzen, allein wegen Keimgefahr, das war mein persönliches Risiko)

Ich weiß jetzt aber nicht, ob deine 20 mg noch ne hohe Dosis sind oder nicht, evtl kannst du ja direkt auf 10 mg , dann könntest du erst mal einfach ne halbe Tablette nehmen. Aber auch da aufpassen, wie genau das geht; bei mir persönlich scheint das nicht viel zu machen, wenn die Tagesdosis etwas schwankt, aber auch da gibt es oftmals Empfindlichkeiten.

Vielleicht kann dir jemand hier genauer sagen, mit wieviel Dosisverringerung du am besten startest.

liebe Grüße

Melina
1994 erste Einnahme Doxepin ca 5mg zum Schlafen
1996-1997 Doxepin 20mg, Absetzen problemlos, jedoch ein Jahr gedauert, bis ich mich wieder wie "ich selbst" fühlte
Herbst 2004 erneute Einnahme von Doxepin wegen schwerer depri, raufdosiert auf 100mg
Frühling 2005 Abdosieren von Doxepin, Einschleichen von Citalopram ca 30mg
Frühling 2006 abruptes Absetzen von Citalopram, nach 4 Wochen extreme Depri, wieder Einnnahme; paar Wochen später Ausschleichen über ca 4 Wochen, nach drei Monaten schwere Depri
immer mal wieder Reduktion versucht, kam auch mal bis ca 7,5 mg, aber immer wieder depri, im Lauf der jahre Einnahme zwischen 10 und 40 mg (auch zwischendurch escitalopram)
ca Mai 2018 nach wasserlösmethode in 10% über 4 Wochen von 15 auf 7 mg reduziert, dann instabil geworden, wieder auf 10 mg hochgegangen
09.09.18 auf 9 mg Citalopram reduziert
17.09. zusätzlich 6 bzw 12 mg Doxepin abends zum schlafen (brauch ich oft im Herbst)
ca Anfang Oktober 2018 gleichmäßige Einnahme Doxepin 12,5 mg
24.10.18 8mg Citalopram
24.11.18 ca 7,5 mg
22.12.18 7 mg Citalopram, Doxepin nur noch bei Bedarf (entweder 6,25 oder 12,5 mg)
18.01.19 ca 6,5 mg Citalopram
11.02. 6,4 mg Citalopram
18.02. 6,3 mg
20.02. 6,0 mg
23.03. 5,7 mg
18.04. 5,3 mg
17.05. 5,7 mg (wegen Urlaub. erhoffte bessere Laune)
23.05. 6,0 mg (wegen Ängste im Urlaub)
29.05.5,7 mg (erhoffte positive Wirkung nicht stattgefunden, stattdessen eher weniger Genußfähigkeit)
zwischen 21.05 und 13.06 abends 6,25 bzw 12,5 mg Doxepin, einmal auch wegen starker Ängste 2 mg Tavor und ca 30 mg Doxepin
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21.06. 5 mg
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Re: Bettyna: Fluoxetin über 20 Jahre

Beitrag von Annanas » Donnerstag, 07.02.19, 18:38

Hallo Bettyna u Melina,
Melina 17 hat geschrieben:
Donnerstag, 07.02.19, 18:20
Ich weiß jetzt aber nicht, ob deine 20 mg noch ne hohe Dosis sind oder nicht, evtl kannst du ja direkt auf 10 mg , dann könntest du erst mal einfach ne halbe Tablette nehmen.

Nein, um Gotteswillen - das ging doch schon nach hinten los.

Bettyna, am besten anfangs immer nur 1mg reduzieren u dann wie Padma :) schon schrieb, 8 - 10 Wochen Stabilisierungsphase zwischen den Reduktionsschritten einhalten.
Ich hatte 4 - 6 Wochen geschrieben, hatte aber nicht an die lange Halbwertszeit bei Fluoxetin gedacht.

Deshalb bitte an Padmas Empfehlungen orientieren.
Mit diesem Absetzplan müßtest du alltagskompatibel bleiben. :)

Den kann man dann je nach deinem Befinden anpassen.
Und schreibe ruhig immer mal, wie es dir geht!

Liebe Grüße von Anna
Vorgeschichte:
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Re: Bettyna: Fluoxetin über 20 Jahre

Beitrag von Bettyna » Freitag, 08.02.19, 9:27

Ihr Lieben,
Es tut mir gut, wenn Ihr mir Mut macht!
Ich will es nun doch noch mal versuchen, auch wenn ich mich schon entschieden hatte, es meine Leben lang zu nehmen.
Ich setze mir als Ziel auf 10 mg runter. und das erstmal zu halten. Dann seh ich ja wie es mir geht.

Ich hätte niemals gedacht, das es zu solchen schwerwiegenden Problemen kommt.
Meine Ärztin sieht es gar nicht so schlimm. Sie sagt immer, ich könne es einfach ausschleichen.
Als ich sagte, das ich dann so "absacke", meinte sie, das es Menschen gibt, die einen Serotoninmangel haben.
Es gibt ja auch Menschen, die ein Leben lang ein Herzmedikament einnehmen müssen, oder auch Diabetiker müssen es ein leben lang - so tröstet sie mich.

Empfehlt Ihr eine Waage - auch bei der Wasserlösmethode?


Es grüßt Euch, Bettina
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Re: Bettyna: Fluoxetin über 20 Jahre

Beitrag von Jamie » Freitag, 08.02.19, 10:55

Hallo Bettyna, :)

die Analogie mit dem Diabetes bzw. dass Serotoninmangel an deinem Zustand schuld ist, ist falsch.
Es konnte nie nachgewiesen werden, dass Depressive einen Serotoninmangel haben; oder etwas direkter ausgedrückt: es ist eine Lüge. Es gibt nämlich auch Depressive mit hohen Serotoninspiegeln.

Einem Diabetiker fehlt wirklich etwas, nämlich das Insulin.
Was einem Depressiven "fehlt" (und das ist ja auch nur biologisch gedacht), wissen bis heute die besten Ärzte und Forscher nicht. Man tappt nach wie vor im Dunkeln.
Ja, Serotonin spielt sicher eine Rolle, aber nur eine von vielen.
Depression ist multifaktoriell.

10 Mythen über Psychopharmaka: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=6&t=10055

Für die Wasserlösemethode brauchst du keine Waage, nur einen gescheiten, eher kleineren Messbecher mit gut ablesbarer Skala (es gehen auch kleine Babyflaschen mit Skala) und Spritzen in ein paar Größen.

Viele Grüße
Jamie
...........SIGNATUR...............


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Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



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Re: Bettyna: Fluoxetin über 20 Jahre

Beitrag von Bettyna » Freitag, 08.02.19, 14:17

Oh, prima Jamie!
Vielen lieben Dank!
Bettina
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Re: Bettyna: Fluoxetin über 20 Jahre

Beitrag von Ululu » Montag, 11.02.19, 14:29

Hallo Bettyna,

wenn du die Diskussion lieber aus deinem Thread abgetrennt haben möchtest, gib kurz bescheid.

Einer von uns Teamies :) macht das dann.

LG Ute
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Re: Bettyna: Fluoxetin über 20 Jahre

Beitrag von Bettyna » Montag, 11.02.19, 17:45

Hallo zusammen,
ja, bitte, löscht es . Danke Ute!
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Re: Bettyna: Fluoxetin über 20 Jahre

Beitrag von padma » Montag, 11.02.19, 18:47

 ! Nachricht von: padma
hallo,
Diskussionsbeiträge wurden abgetrennt und nach hier verschoben https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 16#p289416
lg padma

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Re: Bettyna: Fluoxetin über 20 Jahre

Beitrag von Bettyna » Dienstag, 12.02.19, 9:35

Hallo zusammen,
ich habe mich nun entschieden, ab dem 1. März anzufangen zu reduzieren, 10% mit der Wasserlösmethode.

Meine große Sorge ist, das ich der Situation nicht gewachsen bin, wenn was mit meinem Mann sein sollte...
Das wäre schrecklich und lässt mich zögern.
Widerum denke ich, das mein Mann ja noch lange leben könnte (das weiß ja niemand) und dann wäre ich dies Zeugs schon längst los....eventuell.
Liebe Grüße von Bettina
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Re: Bettyna: Fluoxetin über 20 Jahre

Beitrag von Annanas » Dienstag, 12.02.19, 9:44

Hallo Bettyna :) ,
wenn du dir noch sehr unsicher bist, könntest du ja auch erst mit 5% starten.
Wenn damit alles problemlos läuft, kannst du den nächsten Schritt mit dann 10% wagen.

Ich denke, dir ist ja vor allem wichtig (verständlicherweise), daß du deinen Alltag ohne größere Einschränkungen meistern kannst u nicht so sehr die Dauer des Absetzens.

Daumen sind auf alle Fälle gedrückt u berichte bitte, wie es dir geht.

Mutmachende Grüße von Anna
Vorgeschichte:
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Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016
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seit April 2018 Absetzpause, bin bei 15 Kügelchen (ca. 4,5 mg)

Hinweis:
Meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und begründen sich auf Erfahrungswerten - meinen eigenen und denen anderer Betroffener sowie den wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

Melina 17
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Registriert: Sonntag, 15.07.18, 11:43

Re: Bettyna: Fluoxetin über 20 Jahre

Beitrag von Melina 17 » Dienstag, 12.02.19, 13:23

Hi Bettyna,

ich drück dir auch alle Daumen!!

ich glaub, deine Sorge ist recht unbegründet, weil, wenn du entsprechend langsam machst, hast du immer die Zeit, sofort wieder zu reagieren, wenn irgendwas unschön wird. Und wenn du nur geringe Dosisänderungen vornimmst, halten sich die Symptome auch meist in Grenzen. Und du bist glaub ich schon noch recht hochdosiert, da ist das auch noch unkritischer. Je weiter nach unten du dich bewegst, desto schwieriger wird es (stell ich auch gerade fest).

Aber du packst das!

liebe Grüße

melina
1994 erste Einnahme Doxepin ca 5mg zum Schlafen
1996-1997 Doxepin 20mg, Absetzen problemlos, jedoch ein Jahr gedauert, bis ich mich wieder wie "ich selbst" fühlte
Herbst 2004 erneute Einnahme von Doxepin wegen schwerer depri, raufdosiert auf 100mg
Frühling 2005 Abdosieren von Doxepin, Einschleichen von Citalopram ca 30mg
Frühling 2006 abruptes Absetzen von Citalopram, nach 4 Wochen extreme Depri, wieder Einnnahme; paar Wochen später Ausschleichen über ca 4 Wochen, nach drei Monaten schwere Depri
immer mal wieder Reduktion versucht, kam auch mal bis ca 7,5 mg, aber immer wieder depri, im Lauf der jahre Einnahme zwischen 10 und 40 mg (auch zwischendurch escitalopram)
ca Mai 2018 nach wasserlösmethode in 10% über 4 Wochen von 15 auf 7 mg reduziert, dann instabil geworden, wieder auf 10 mg hochgegangen
09.09.18 auf 9 mg Citalopram reduziert
17.09. zusätzlich 6 bzw 12 mg Doxepin abends zum schlafen (brauch ich oft im Herbst)
ca Anfang Oktober 2018 gleichmäßige Einnahme Doxepin 12,5 mg
24.10.18 8mg Citalopram
24.11.18 ca 7,5 mg
22.12.18 7 mg Citalopram, Doxepin nur noch bei Bedarf (entweder 6,25 oder 12,5 mg)
18.01.19 ca 6,5 mg Citalopram
11.02. 6,4 mg Citalopram
18.02. 6,3 mg
20.02. 6,0 mg
23.03. 5,7 mg
18.04. 5,3 mg
17.05. 5,7 mg (wegen Urlaub. erhoffte bessere Laune)
23.05. 6,0 mg (wegen Ängste im Urlaub)
29.05.5,7 mg (erhoffte positive Wirkung nicht stattgefunden, stattdessen eher weniger Genußfähigkeit)
zwischen 21.05 und 13.06 abends 6,25 bzw 12,5 mg Doxepin, einmal auch wegen starker Ängste 2 mg Tavor und ca 30 mg Doxepin
16.06. 5,3 mg
21.06. 5 mg
19.07. 4,7 mg

Bettyna
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Re: Bettyna: Fluoxetin über 20 Jahre

Beitrag von Bettyna » Dienstag, 12.02.19, 16:22

Habt vielen Dank für eure Antworten!

Ich hab noch mal eine Frage bzgl der unterschiedlichen Hersteller.
Meistens habe ich Fluoxetin von 1A Pharma.
Manchmal auch eine andere Firma.
Macht das einen Unterschied?

Liebe Grüße von Bettina
Seit 1999 Fluoxetin, 1x tägl. 20 mg
etliche gescheiterte Absetzversuche (Weinkrämpfe, zappelig, Suizidgedanken, wie zerbrochen sein, Ausweglosigkeit.
Absetzversuche waren:
alle 2-3 Monate 5 - 10 mg pro Woche weniger eingenommen. Was natürlich nicht gutging, wie ich mittlerweile weiß.
Ich bin Jahrgang 1959

18mg Fluoxetin 17.02.2019

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