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Liebe ADFDler,

wir wünschen Euch eine schöne Osterzeit mit möglichst entspannten Feiertagen und schönem Wetter.

Das Team ist während dieser Zeit u wahrscheinlich auch etwas länger anhaltend, aus verschiedenen Gründen personell stark unterbesetzt, so daß hauptsächlich nur administrative Aufgaben erledigt werden können.

Wir bitten Euch deshalb, verstärkt gegenseitig nach Euch zu schauen u zu unterstützen.

Danke für Euer Verständnis, liebe Grüße vom Team

---

An unsere neuen Mitglieder: Bitte lest euch zunächst selbst in unsere grundlegenden Absetzinfos ein: Antidepressiva absetzen | Benzodiazepine absetzen | Neuroleptika absetzen

MiShell: Krise durch Absetzen (Escitalopram)?

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
:schnecke: Bitte lies unsere Forenregeln, bevor Du Dich registrierst.
MiShell
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MiShell: Krise durch Absetzen (Escitalopram)?

Beitrag von MiShell »

Ihr Lieben,

Ich habe vor 4Jahren mit Cipralex 20mg begonnen und nach einem Jahr über zwei Jahre lang in 1mg Schritten langsam ausgeschlichen wegen Libidoverlust und Gleichgültigkeit.

Vor einem Jahr bei 1mg angelangt, soweit ging alles recht gut.
Unzufrieden und unerfüllt war ich jedoch immer aber das war eigentlich nichts neues.
Dann kam Trennung, Corona, Sohn in Pubertät, Ängste eine Ausbildung zu beginnen und zwei gescheiterte Absetzversuche (schlimme Verzweiflung, Angst, Panik und Verwirrtheit) mit wieder Eindosieren 1mg.
Dritter Absetzversuch in der Klinik gedeckelt mit 5mg Brintellix kurz vor Klinikaustritt, drei Nächte lang Panik mit Ohnmacht. Entlassung mit Temesta.

Dezember alleine zuhause überlebt und Januar wieder einarbeiten und Cipralex auf 10mg weil immer wieder Panik und Verzweiflung. Die Ängste haben sich noch verschlimmert und ich ging Februar wieder in die Klinik. Mirtazapin liess mich wieder schlafen und essen.
Hatte fast keine Kraft und keinen Lebenswillen mehr!
Nun bin ich im betreuten wohnen und habe immer noch starke Ängste und fühle mich seither verloren in meinem Leben.
Die Medis dämpfen zwar alles aber fühle mich abseits vom Leben und weiss nicht was ich tun soll.

Möchte das Cipralex gerne einmal loswerden.
Könnte es durch Mirtazapin 30mg einfacher werden es abzusetzen?
Meinem Nervensystem geht es nicht gut aber ich finde es so schlimm was die Medis resp. das Absetzen verschlimmert haben, dass ich am Liebsten frei davon sein möchte! Aber ich sollte wahrscheinlich jetzt zuerst mein Leben auf die Reihe kriegen und zufrieden werden.
Was meint ihr? Das Problem ist, dass ich unter einem geringen Selbstwert leide und dies nicht stärken kann unter Einfluss der Medis. Aber ohne geht es wohl auch nicht:(
Zuletzt geändert von Jamie am 08.04.2021 08:20, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel ergänzt, Absätze zur besseren Lesbarkeit eingefügt
März 2017 Escitalopram 20 mg
März 2018 bis März 2020 in 1 mg Tropfen intuitiv und mit eher erfreulichen Symptomen ausgeschlichen: Gefühle kamen zurück.
März 2020 von 1 mg auf 0: schlimme psychische Absetzsymptome nach zwei Tagen deshalb nach 5 Tagen wieder auf 1 mg
Dasselbe im Juni und im Oktober in der Klinik: versucht mit 5 mg Brintellix zu deckeln. Panikanfälle! Aufdosieren bringt nichts mehr.
Januar 2021 Escitalopram auf 10 mg hochdosiert und Brintellix 5 mg in zwei Schritten abgesetzt. Ängste noch schlimmer.
Februar 2021 Mirtazapin zuerst 15 dann 30 mg um schlafen und essen zu können, funktioniert. Jedoch Kreislaufprobleme und starke Angstwellen/Ohnmacht. In Reserve Temesta 0,5 bei starken Angstzuständen.
4.4.2021 Escitalopram 0,5 mg runter: starke Ängste/Anspannung, nach drei Wochen wieder besser
Immer noch viele und starke Ängste (Selbstunsicherheit) gefolgt von Verwirrung und Hoffnungslosigkeit :?
Sabs
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Re: MiShell: Krise durch Absetzen (Escitalopram)?

Beitrag von Sabs »

Hi und willkommen :-)

Schlimm, dass du trotz langsamen absetzen so leiden musst - vielleicht warst du in den letzten Schritten zu schnell, viele vertragen im unteren Dosis Bereich nur noch 5-10% Schritte alle 4 Wochen.
Du warst also trotz langsamen Tempo, sehr schnell unterwegs.
Hier liegt auch die Chance: noch viel kleinschrittiger absetzen und hoffen, dass sich die Symptome dann in Grenzen halten.
MMn ist das erfolgversprechender, als mirtazapin zu erhöhen - mirtazapin kann den Citalopram - Entzug nicht abfangen, da völlig anderes wirkprinzip.
Ging es dir denn erst nach 0 richtig schlecht oder schon während den reduktionen? Bzw wie schnell nach 0 würde es schlimmer, das erkenne ich aus deinen Text die ganz.
Aber egal wie, ich würde beide medis ganz behutsam Ausschleichen und dir dann noch ein umdenken empfehlen, denn du wirst die medis noch ne zeitlang nehmen: wieso kannst du mit medis kein selbstwert aufbauen?
Jeder Raucher und Zuckerjunkie ist abhängig von einem Stoff und trotzdem fühlen sich deshalb nicht alle weniger Wert.
Ich gehe sogar soweit (habe mich viel mit Sucht beschäftigt und mit Suchtkranken gearbeitet) zu behaupten, dass jeder Mensch nach irgendwas süchtig ist, ob es Arbeiten, Sport, Musik, Rauchen, Medikamente oder sonst was ist.
Spannend ist nur die frage: ist meine "Sucht" ungesund?
Schränkt sie mein Leben ein? Und definiere ich mich über meine Abhängigkeiten?
Ich will dich nicht ermutigen für immer medis zu nehmen und drauf zu sch**ßen, zumal sie ja ungesund sind! Sondern dazu, dich trotzdem als wertvollen Menschen zu fühlen.
Diese kleinen Pillchen ändern doch nicht deinen Wert als Mensch.

Oder hast du den Eindruck, dass dieses Gefühl eher tatsächlich ein absetzsymptom ist, wie bspw Angst und du es gar nicht beeinflussen kannst?

Liebe Grüße Sabs
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Niemandsland
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Re: MiShell: Krise durch Absetzen (Escitalopram)?

Beitrag von Niemandsland »

Hallo MiShell,

willkommen im ADFD.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander. Mit der Anmeldung hast du dich für gelebte Selbsthilfe und aktiven Austausch auf der Basis der bereitgestellten Informationen entschieden.

Im Forum ist der Selbsthilfeaspekt zentral. Es ist sehr wichtig, dass du dich bemühst, dir selbstständig die wichtigsten Informationen anzueignen. Wenn du in den nachfolgenden Verlinkungen nicht fündig wirst, benutze bitte auch die Suchfunktion (rechts oben auf der Seite - Lupensymbol).

Bitte beachte, dass im Forum keine medizinischen Ratschläge gegeben werden. Du entscheidest dich selbstverantwortlich, ob du etwas von den Erfahrungen anderer Betroffener umsetzen möchtest.

Auch Teammitglieder sind keine medizinischen oder psychologischen "Berater", "Profis", "Fachleute" oder "Experten"! Wie alle anderen Teilnehmer auch, sind sie selbst Betroffene oder Angehörige und beteiligen sich, soweit es ihre Kräfte zulassen, am Austausch und geben Erfahrungen weiter.

Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva und Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen

Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.

Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen

Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen Umgang mit dem Entzug und Gesundheit. Eine Übersicht über ausgewählte Themen findest du unter Was finde ich wo im Forum? Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

Uns ist ein freundlicher, wertschätzender Umgang im Forum sehr wichtig.
Dazu gehört, Beiträge mit einem "hallo" zu beginnen und einem Gruß zu beenden.
Wenn du dich für eine Antwort bedanken möchtest, kannst du auf den Daumen hoch Button rechts oben in dem jeweiligen Beitrag klicken.

Wenn du Kraftausdrücke verwenden willst, benutze dafür bitte den censored smiley, also z.B. sch :censored: Beachte bitte auch unsere Regeln.

Damit die Beiträge besser lesbar sind, füge bitte Absätze und Leerzeilen ein.

Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe dann etwas Geduld.

Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.

Dein Thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen/ Benzodiazepine absetzen/ Neuroleptika absetzen verschoben.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
liebe Grüße

Niemandsland
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"Alt ist man erst, wenn man mehr Freude an der Vergangenheit hat als an der Zukunft!"

Euer Behandler erkennt Entzugssymptome nicht an? Zeigt ihm diese Patienteninformation -> viewtopic.php?p=401827#p401827
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Re: MiShell: Krise durch Absetzen (Escitalopram)?

Beitrag von Felia »

Hi mishell,
Was war die letzte Dosis von der du abgesprungen bist?
Bist du von 1 MG auf 0?
Escitalopram ist ein sehr potentes Ad. Früher hat man gesagt es ist ca. 2-3 Mal so potent wie sein Vorgänger Citalopram. Mittlerweile gibt es Studien die behaupten es sei sogar 4 Mal so stark. Das würde dann bedeuten, dass bei 1 mg noch ca. 50 Prozent der Serotonin rezeptoren blockiert sind. Ich denke gerade wenn man escitalopram schon lange einnimmt, ist es so gut wie unmöglich von 1 mg auf 0 zu gehen. Auch im unteren Bereich 1 mg Schritte zu gehen, ist meistens zu großschrittig. Ich bin ungeduldiger Weise von 5 mg auf 2,5 mg gegangen.Es war schrecklich. Mein nächster Schritt war jetzt von 2,5 mg auf 2,2 mg zu gehen. Es ist wichtig gerade bei escitalopram weit unter 1 mg zu gehen bevor man auf 0 geht. Die meisten Ärzte denken leider, dass selbst 5 mg und 2,5 mg escitalopram wenig ist und sind sich der starken Potenz nicht bewusst. Mein Psychiater denkt auch noch, diese Dosen hätten keine Wirkung mehr, obwohl es sein Fachbereich ist. Leider ist gerade die Psychiatrie ein Bereich der Medizin in der neue Erkenntnisse nur langsam durchdringen. Lass dir nix einreden. Das ist nicht wenig. Setze sehr vorsichtig ab. Ich habe bisher mit Feinwaage und Nagelfeile gearbeitet, werde bald auf Tropfen umstellen und dann mit Wasserlöse Methode gerade unter 1 mg noch feiner weiter abdosieren.
LG felia
Diagnose: Rezidivierende Depression nun auch Angststörung. Seid mehr als 10 Jahren ssri. Erste Jahre Citalopram, dann Escitalopram. Teilweise bis 20 mg. Meiste Zeit 15 mg. März 2018 auf 0 gesetzt. Ab Ende Februar 2019 Wiedereinnahme Escitalopram 10 mg und zusätzlich Mirtazipin 15 mg.
► Text zeigen
..............................................
Aktueller Reduktionsverlauf: microtapering:alle 3 Tage 0,01 mg reduziert, zu schnell
27.04.20 7,5 mg Mirtazipin in einem Schritt:kein microtapering
05.05.20 auf 8,5 mg erhöht weil Unruhe und Bluthochdruck zu stark wurden
13.07.20 Start erster Versuch brassmonkey Methode: 2,5 % Reduktion Mirtazipin= 8,29mg , ich werde vermutlich 2 Wochen halten anstatt, wie eigentlich vorgesehen, nur eine Woche
27.07.20 2,5 % Senkung= 8,08 mg Mirtazipin
Nach wie vor 8,5 mg Escitalopram
20.08.20 2,5 % Reduktion = 7,87 mg Mirtazipin
03.09.20 2,5 % Reduktion = 7,67 mg Mirtazipin
10.09.20 " = 7,50 mg Mirtazipin
04.11.20 weiter mit Escitalopram von 8,5 mg auf 5 mg
Weiterhin 7,5 mg Mirtazipin
15.01.21 aus Verzweiflung und Ungeduld nächster
Riesenschritt: 2,5 mg Escitalopram
Innerhalb von weiteren 2 Wochen auf 2,3
Escitalopram
27.02.21 2,5 mg Escitalopram, weiterhin 7,5 mg
Mirtazipin
07.04.21 2,2 mg Escitalopram, 7,5 mg Mirtazapin
MiShell
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Re: MiShell: Krise durch Absetzen (Escitalopram)?

Beitrag von MiShell »

Ich weiss nicht ob ich es hier richtig mache mit antworten?
Ja, ab 3mg kamen schon stärkere Emotionen auch die schönen zurück, halt auch vermehrt Unruhe und Angst. Aber erst bei 1mg und vorallem ab dem erneuten Eindosieren nach den beiden Absetzversuchen von 1 auf 0 (mit einem kurzen Zwischenschritt 0,5) wurde es immer schwieriger, verstärkt durch die erwähnten Lebensunsicherheiten. Bei 0 jedesmal nach zwei Tagen absetzen ganz schlimme Symptome wie bereits beschrieben. Wirklich nicht auszuhalten! Seither bin ich immer wieder mehr oder weniger in diesem Zustand, da half eben auch das Aufdosieren und Mirtazapin nicht wirklich. So eine schlimme Angststörung hatte ich noch nie und ich hoffe, es wird sich irgendwann beruhigen:(
Danke für eure Anteilnahme und Antworten ❣️
Ach ja, in der Klinik gaben sie mir anstatt 2mg aus Versehen einmal 20mg, das war sicher auch nicht hilfreich...
Zuletzt geändert von MiShell am 08.04.2021 17:51, insgesamt 1-mal geändert.
März 2017 Escitalopram 20 mg
März 2018 bis März 2020 in 1 mg Tropfen intuitiv und mit eher erfreulichen Symptomen ausgeschlichen: Gefühle kamen zurück.
März 2020 von 1 mg auf 0: schlimme psychische Absetzsymptome nach zwei Tagen deshalb nach 5 Tagen wieder auf 1 mg
Dasselbe im Juni und im Oktober in der Klinik: versucht mit 5 mg Brintellix zu deckeln. Panikanfälle! Aufdosieren bringt nichts mehr.
Januar 2021 Escitalopram auf 10 mg hochdosiert und Brintellix 5 mg in zwei Schritten abgesetzt. Ängste noch schlimmer.
Februar 2021 Mirtazapin zuerst 15 dann 30 mg um schlafen und essen zu können, funktioniert. Jedoch Kreislaufprobleme und starke Angstwellen/Ohnmacht. In Reserve Temesta 0,5 bei starken Angstzuständen.
4.4.2021 Escitalopram 0,5 mg runter: starke Ängste/Anspannung, nach drei Wochen wieder besser
Immer noch viele und starke Ängste (Selbstunsicherheit) gefolgt von Verwirrung und Hoffnungslosigkeit :?
Felia
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Re: MiShell: Krise durch Absetzen (Escitalopram)?

Beitrag von Felia »

Hallo miShell,
Wie lange warst du auf 0,5 mg? Schlimme angstzustände hatte ich auch nach 0. Ich bin sogar von 5 mg auf 0 gegangen.
Vielleicht musst du länger pausieren zwischen den Schritten und noch niedriger abdosieren. Ich werde mindestens auf 0, 1 runterdosieren. Aber auch nach 0 können noch einige zeit entzugswellen auftreten. Das zns muss ja nach Antidepressiva eine Menge reparieren. Die Symptome der grunderkrankung können natürlich auch wieder stärker empfunden werden. Gerade Angst wird durch ad unterdrückt, aber auch gute emotionen, wie du ja auch schon festgestellt hast. Daran muss man anders arbeiten. Wenn die angsstörung jetzt schlimmer ist als vorher liegt es mit Sicherheit am Absetzen. Das Gehirn ist einfach sehr irritiert. Gegen die Lebensumstände helfen die Tabletten auch nicht.
Sehr interessant, dass sich die Ärzte in der klinik überhaupt darauf eingelassen haben dir 2 mg dosierung zu geben. Das ist meistens nicht so. Das Verständnis für langsam abdosieren meist nicht vorhanden.
Ja die hohe dosis ist erstmal schock fürs hirn. Aber war ja nur einmalig. LG Felia
Diagnose: Rezidivierende Depression nun auch Angststörung. Seid mehr als 10 Jahren ssri. Erste Jahre Citalopram, dann Escitalopram. Teilweise bis 20 mg. Meiste Zeit 15 mg. März 2018 auf 0 gesetzt. Ab Ende Februar 2019 Wiedereinnahme Escitalopram 10 mg und zusätzlich Mirtazipin 15 mg.
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Aktueller Reduktionsverlauf: microtapering:alle 3 Tage 0,01 mg reduziert, zu schnell
27.04.20 7,5 mg Mirtazipin in einem Schritt:kein microtapering
05.05.20 auf 8,5 mg erhöht weil Unruhe und Bluthochdruck zu stark wurden
13.07.20 Start erster Versuch brassmonkey Methode: 2,5 % Reduktion Mirtazipin= 8,29mg , ich werde vermutlich 2 Wochen halten anstatt, wie eigentlich vorgesehen, nur eine Woche
27.07.20 2,5 % Senkung= 8,08 mg Mirtazipin
Nach wie vor 8,5 mg Escitalopram
20.08.20 2,5 % Reduktion = 7,87 mg Mirtazipin
03.09.20 2,5 % Reduktion = 7,67 mg Mirtazipin
10.09.20 " = 7,50 mg Mirtazipin
04.11.20 weiter mit Escitalopram von 8,5 mg auf 5 mg
Weiterhin 7,5 mg Mirtazipin
15.01.21 aus Verzweiflung und Ungeduld nächster
Riesenschritt: 2,5 mg Escitalopram
Innerhalb von weiteren 2 Wochen auf 2,3
Escitalopram
27.02.21 2,5 mg Escitalopram, weiterhin 7,5 mg
Mirtazipin
07.04.21 2,2 mg Escitalopram, 7,5 mg Mirtazapin
Sabs
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Re: MiShell: Krise durch Absetzen (Escitalopram)?

Beitrag von Sabs »

Hi nochmal,

Vermutlich hast du nach dem Absetzen das Eindosieren nicht mehr so gut vertragen.. Das passiert häufig, dass der Stoff plötzlich nicht mehr toleriert wird.
Nun wäre wichtig zu wissen, ob du dich ohne Esci oder mit jetzt zum Schluss besser fühlst - also, ob der Kaltentzug schlimmer war als die evtl Unverträglichkeit.

Gruß Sabs
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MiShell
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Re: MiShell: Krise durch Absetzen (Escitalopram)?

Beitrag von MiShell »

Hm, ich denke es wäre besser gewesen die Entzugssymptome begleitet zu therapieren schlimmstenfalls mit Benzos durchzuhalten anstatt nochmals mehr schaden angerichtet zu haben und jetzt wieder abhängig zu sein ohne mich gut zu fühlen. Aber das konnte ich ja nicht wissen und hatte grosse Angst.
In den guten (nicht staatlichen) Schweizer Kliniken versuchen sie möglichst wenig Medis, sogar auch pflanzliche, einzusetzen aber weil man nur 6Wochen bleiben darf, versuchen sie trotzdem möglichst rasch zu stabilisieren. Jedenfalls werden die eigenen Wünsche sehr respektiert, das ist schon mal ein Fortschritt!
März 2017 Escitalopram 20 mg
März 2018 bis März 2020 in 1 mg Tropfen intuitiv und mit eher erfreulichen Symptomen ausgeschlichen: Gefühle kamen zurück.
März 2020 von 1 mg auf 0: schlimme psychische Absetzsymptome nach zwei Tagen deshalb nach 5 Tagen wieder auf 1 mg
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Januar 2021 Escitalopram auf 10 mg hochdosiert und Brintellix 5 mg in zwei Schritten abgesetzt. Ängste noch schlimmer.
Februar 2021 Mirtazapin zuerst 15 dann 30 mg um schlafen und essen zu können, funktioniert. Jedoch Kreislaufprobleme und starke Angstwellen/Ohnmacht. In Reserve Temesta 0,5 bei starken Angstzuständen.
4.4.2021 Escitalopram 0,5 mg runter: starke Ängste/Anspannung, nach drei Wochen wieder besser
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Re: MiShell: Krise durch Absetzen (Escitalopram)?

Beitrag von MiShell »

Würdet ihr trotzdem langsam ausschleichen auch wenn es mir schlecht geht? Einerseits geht es mir ja sowieso schlecht, anderseits sehne ich mich sehr nach Stabilität und etwas Zufriedenheit. Es ist schwierig!
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Re: MiShell: Krise durch Absetzen (Escitalopram)?

Beitrag von Straycat »

Hallo MiShell,

Auch von mir willkommen im Forum :)

Bitte lege dir erstmal eine Signatur an. Dann kann man dir besser Feedback geben.
Wie das geht und was in die Signatur gehört, findest du unter dem Link dazu im Begrüßungstext (siehe oben von Niemandsland :) )

Ich verlinke dir hier auch noch unsere FAQ zum Wiedereindosieren: https://www.adfd.org/austausch/viewtopi ... 15#p106315

Liebe Grüße,
Cat
Meine Geschichte und mein Absetzweg:
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Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.
Sabs
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Re: MiShell: Krise durch Absetzen (Escitalopram)?

Beitrag von Sabs »

Hey,
Ich denke, das muss jeder selbst abschätzen.
Ich habe mich genau aus dem Grund, dass es mir eh schlecht geht, fürs Ausschleichen entschieden und das scheint die richtige Wahl (in meinem Fall gewesen zu sein).
Da ich aber nun eine neue Arbeitsstelle habe, werde ich Mirtazapin (das mich schlafen und essen lässt) erstmal nicht Ausschleichen, um kein Risiko einzugehen..
Also Abwägungssache...

Gruß Sabs
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MiShell
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Re: MiShell: Krise durch Absetzen (Escitalopram)?

Beitrag von MiShell »

Hallo Sabs, ja Mirta lässt mich auch schlafen und essen aber durch die Ängste habe ich oft Hoffnungslosigkeit und sehe trotzdem nur schwarz. Cipralex wirkt da einfach nicht mehr. Deshalb versuche ich ganz langsam auszuschleichen und allenfalls später zu wechseln wenns nicht bessert.
Was genau hast du abgesetzt und wieviel Mirta nimmst du?
Danke! Lieber Gruss Michelle
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Re: MiShell: Krise durch Absetzen (Escitalopram)?

Beitrag von Sabs »

Hey,
Das kannst du genau in meiner Signatur nachlesen ;-)

Gruß Sabs
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MiShell
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Re: MiShell: Krise durch Absetzen (Escitalopram)?

Beitrag von MiShell »

Ich habe wieder so schlimme permanente Angststörungen, dass ich es ohne Temesta fast nicht mehr aushalte. Bin am Überlegen ob ich trotzdem versuchen sollte das Cipralex noch weiter hochzudosieren oder besser ein anderes wie Venlaflaxin? Ich bin richtig verzweifelt und weiss nicht wie weiter. Ich möchte mich einfach wieder einmal etwas besser fühlen....
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4.4.2021 Escitalopram 0,5 mg runter: starke Ängste/Anspannung, nach drei Wochen wieder besser
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Re: MiShell: Krise durch Absetzen (Escitalopram)?

Beitrag von Felia »

Hallo miShell,
Du hast doch schon aufdosiert? Du bist jetzt auf 10 mg cipralex? Das ist sehr viel, ich glaube nicht, dass sich da noch viel tut. Häufig wirken die ads nach absetzen nicht mehr wie früher und bei längerer Einnahme hat sich vermutlich eh schon toleranz eingestellt. Richtig super wirken die eh nicht. Dein Gehirn ist vom hin und her dosieren gereizt, vermutlich geht es dir deswegen so schlecht. Die angst muss nicht unbedingt die Grunderkrankung sein. Viele, die nie mit Angst zu tun haben, entwickeln Enzugsangst. Mir ging's und geht es teilweise jetzt noch in abgeschwächter Form genau so...
Mit hin und her, hoch und runterdosieren, riskierst du immer mehr Schädigungen
Ich hab seit Wiedereinnahme sehr massive sexualstörungen, viel schlimmer als bei der ersten Einnahme, bei denen ich nicht weiss ob sie sich wieder zurück bilden. Lass dein zns sich beruhigen und dosier dann ganz langsam ab. Und nicht wieder bei 1 mg auf 0 gehen. LG Felia
Diagnose: Rezidivierende Depression nun auch Angststörung. Seid mehr als 10 Jahren ssri. Erste Jahre Citalopram, dann Escitalopram. Teilweise bis 20 mg. Meiste Zeit 15 mg. März 2018 auf 0 gesetzt. Ab Ende Februar 2019 Wiedereinnahme Escitalopram 10 mg und zusätzlich Mirtazipin 15 mg.
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Aktueller Reduktionsverlauf: microtapering:alle 3 Tage 0,01 mg reduziert, zu schnell
27.04.20 7,5 mg Mirtazipin in einem Schritt:kein microtapering
05.05.20 auf 8,5 mg erhöht weil Unruhe und Bluthochdruck zu stark wurden
13.07.20 Start erster Versuch brassmonkey Methode: 2,5 % Reduktion Mirtazipin= 8,29mg , ich werde vermutlich 2 Wochen halten anstatt, wie eigentlich vorgesehen, nur eine Woche
27.07.20 2,5 % Senkung= 8,08 mg Mirtazipin
Nach wie vor 8,5 mg Escitalopram
20.08.20 2,5 % Reduktion = 7,87 mg Mirtazipin
03.09.20 2,5 % Reduktion = 7,67 mg Mirtazipin
10.09.20 " = 7,50 mg Mirtazipin
04.11.20 weiter mit Escitalopram von 8,5 mg auf 5 mg
Weiterhin 7,5 mg Mirtazipin
15.01.21 aus Verzweiflung und Ungeduld nächster
Riesenschritt: 2,5 mg Escitalopram
Innerhalb von weiteren 2 Wochen auf 2,3
Escitalopram
27.02.21 2,5 mg Escitalopram, weiterhin 7,5 mg
Mirtazipin
07.04.21 2,2 mg Escitalopram, 7,5 mg Mirtazapin
MiShell
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Re: MiShell: Krise durch Absetzen (Escitalopram)?

Beitrag von MiShell »

Ja, leider wirken 10mg Cipralex in dieser Dosierung gegen die Angst nicht (mehr) deshalb wäre vielleicht Venlafaxin besser. Mirtazapin hilft ja auch nicht gegen Ängste. Ich hatte schon immer soziale Ängste (vorallem Ohnmacht beim Sprechen vor Menschen) aber einfach starke Selbstunsicherheit. Gut möglich wurde das durch den Entzug und Lebensumstände verstärkt und ich komme da irgendwie nicht mehr raus.
März 2017 Escitalopram 20 mg
März 2018 bis März 2020 in 1 mg Tropfen intuitiv und mit eher erfreulichen Symptomen ausgeschlichen: Gefühle kamen zurück.
März 2020 von 1 mg auf 0: schlimme psychische Absetzsymptome nach zwei Tagen deshalb nach 5 Tagen wieder auf 1 mg
Dasselbe im Juni und im Oktober in der Klinik: versucht mit 5 mg Brintellix zu deckeln. Panikanfälle! Aufdosieren bringt nichts mehr.
Januar 2021 Escitalopram auf 10 mg hochdosiert und Brintellix 5 mg in zwei Schritten abgesetzt. Ängste noch schlimmer.
Februar 2021 Mirtazapin zuerst 15 dann 30 mg um schlafen und essen zu können, funktioniert. Jedoch Kreislaufprobleme und starke Angstwellen/Ohnmacht. In Reserve Temesta 0,5 bei starken Angstzuständen.
4.4.2021 Escitalopram 0,5 mg runter: starke Ängste/Anspannung, nach drei Wochen wieder besser
Immer noch viele und starke Ängste (Selbstunsicherheit) gefolgt von Verwirrung und Hoffnungslosigkeit :?
Felia
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Re: MiShell: Krise durch Absetzen (Escitalopram)?

Beitrag von Felia »

Hallo mishell,
Antidepressiva können meist nur mässig Symptome deckeln und im Laufe der zeit stellen sich oft stärkere Nebenwirkungen und gesundheitliche Probleme ein. Ich finde mittlerweile Antidepressiva sind keine Dauerlösung. Sie sind auch kaum erforscht, besonders was eine Langzeiteinnahme betrifft. Ich wünschte ich hätte meinem zns und meinem Körper nicht so lange schaden mit diesem Medikamenten zugefügt. Ich zahle jetzt einen hohen preis dafür. Aber natürlich muss das jeder selbst entscheiden. Letztendlich haben bei mir die ad nicht nachhaltig geholfen. Viel nachhaltiger ist Psychotherapie. Sein Gehirn umprogrammieren. Ängste sind erlernt und können auch wieder verlernt werden...das braucht natürlich Zeit und Selbstdisziplin und klar man möchte die Angst gerne sofort weghaben und da erscheinen die angepriesenen pillen sehr verlockend. Venlafaxin hat bei vielen Menschen starke Nebenwirkungen und macht überdurchschnittlich oft schwere Absetzsymtome.
Da hier hauptsächlich Psychopharmaka geschädigte Menschen schreiben und das forum kritisch gegenüber eben genannten Medikamenten eingestellt ist, wirst du hier keine mediwechsel Tipps bekommen.
Ich verstehe dich, dass du die Angst weghaben möchtest, aus diesem Grund habe ich wieder ad genommen, bereue dies aber mittlerweile sehr.
Letztendlich muss du aber natürlich entscheiden was du möchtest.
LG Felia
Diagnose: Rezidivierende Depression nun auch Angststörung. Seid mehr als 10 Jahren ssri. Erste Jahre Citalopram, dann Escitalopram. Teilweise bis 20 mg. Meiste Zeit 15 mg. März 2018 auf 0 gesetzt. Ab Ende Februar 2019 Wiedereinnahme Escitalopram 10 mg und zusätzlich Mirtazipin 15 mg.
► Text zeigen
..............................................
Aktueller Reduktionsverlauf: microtapering:alle 3 Tage 0,01 mg reduziert, zu schnell
27.04.20 7,5 mg Mirtazipin in einem Schritt:kein microtapering
05.05.20 auf 8,5 mg erhöht weil Unruhe und Bluthochdruck zu stark wurden
13.07.20 Start erster Versuch brassmonkey Methode: 2,5 % Reduktion Mirtazipin= 8,29mg , ich werde vermutlich 2 Wochen halten anstatt, wie eigentlich vorgesehen, nur eine Woche
27.07.20 2,5 % Senkung= 8,08 mg Mirtazipin
Nach wie vor 8,5 mg Escitalopram
20.08.20 2,5 % Reduktion = 7,87 mg Mirtazipin
03.09.20 2,5 % Reduktion = 7,67 mg Mirtazipin
10.09.20 " = 7,50 mg Mirtazipin
04.11.20 weiter mit Escitalopram von 8,5 mg auf 5 mg
Weiterhin 7,5 mg Mirtazipin
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Innerhalb von weiteren 2 Wochen auf 2,3
Escitalopram
27.02.21 2,5 mg Escitalopram, weiterhin 7,5 mg
Mirtazipin
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Felia
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Re: MiShell: Krise durch Absetzen (Escitalopram)?

Beitrag von Felia »

Hallo nochmal,
Hast du es schon mit atemtechnik probiert?
Manche schwören auch auf z.b passionsblume oder cbd öl....es gibt auch ein buch von Klaus Bernhard, über Techniken gegen Ängste und Panikattacken.
LG Felia
Diagnose: Rezidivierende Depression nun auch Angststörung. Seid mehr als 10 Jahren ssri. Erste Jahre Citalopram, dann Escitalopram. Teilweise bis 20 mg. Meiste Zeit 15 mg. März 2018 auf 0 gesetzt. Ab Ende Februar 2019 Wiedereinnahme Escitalopram 10 mg und zusätzlich Mirtazipin 15 mg.
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Aktueller Reduktionsverlauf: microtapering:alle 3 Tage 0,01 mg reduziert, zu schnell
27.04.20 7,5 mg Mirtazipin in einem Schritt:kein microtapering
05.05.20 auf 8,5 mg erhöht weil Unruhe und Bluthochdruck zu stark wurden
13.07.20 Start erster Versuch brassmonkey Methode: 2,5 % Reduktion Mirtazipin= 8,29mg , ich werde vermutlich 2 Wochen halten anstatt, wie eigentlich vorgesehen, nur eine Woche
27.07.20 2,5 % Senkung= 8,08 mg Mirtazipin
Nach wie vor 8,5 mg Escitalopram
20.08.20 2,5 % Reduktion = 7,87 mg Mirtazipin
03.09.20 2,5 % Reduktion = 7,67 mg Mirtazipin
10.09.20 " = 7,50 mg Mirtazipin
04.11.20 weiter mit Escitalopram von 8,5 mg auf 5 mg
Weiterhin 7,5 mg Mirtazipin
15.01.21 aus Verzweiflung und Ungeduld nächster
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Re: MiShell: Krise durch Absetzen (Escitalopram)?

Beitrag von MiShell »

Danke Felia für deine Antwort. Es beruhigt, dass jemand der sich aus eigener Erfahrung auskennt einem hilft!
Da ich schon länger Ängste hatte, habe ich schon vieles ausprobiert und es bleibt mur nichts anderes übrig dort weiterzufahren. Leider spreche ich auf pflanzliches nicht so gut an und Cbd verstärkt die Angst weil ja auch Thc früher meibe soziale Phobie schon verstärkt hat. Komisch aber hatte durch cbd einmal panik als es mir eigentlich noch recht gut ging. Es könnte aber auch eine Wechselwirkung mit Cipralex gewesen sein.
Atmen tue ich auch oft und ein wenig beruhigts. Aber meine dunklen und panischen Gedanken kann ich nur mit Temesta besänftigen.
März 2017 Escitalopram 20 mg
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März 2020 von 1 mg auf 0: schlimme psychische Absetzsymptome nach zwei Tagen deshalb nach 5 Tagen wieder auf 1 mg
Dasselbe im Juni und im Oktober in der Klinik: versucht mit 5 mg Brintellix zu deckeln. Panikanfälle! Aufdosieren bringt nichts mehr.
Januar 2021 Escitalopram auf 10 mg hochdosiert und Brintellix 5 mg in zwei Schritten abgesetzt. Ängste noch schlimmer.
Februar 2021 Mirtazapin zuerst 15 dann 30 mg um schlafen und essen zu können, funktioniert. Jedoch Kreislaufprobleme und starke Angstwellen/Ohnmacht. In Reserve Temesta 0,5 bei starken Angstzuständen.
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Re: MiShell: Krise durch Absetzen (Escitalopram)?

Beitrag von Straycat »

Hallo MiShell,

wie Felia :) schon schrieb, wirken Antidepressiva nicht spezifisch gegen Depressionen oder Ängste. Sie können höchstens eine Zeit lang Symptome deckeln, aber die kommen sehr oft nach einiger Zeit wieder durch. Es ist daher sehr fragwürdig, ob dir ein anderes AD wirklich besser gegen deine Ängste hilft.

Hast du denn das Escitalopram gegen Ängste ursprünglich verschrieben bekommen?

Ich vermute, dass dein ZNS durch das zu rasche Abdosieren von Escitalopram und die Eindosierung von Mirtazapin ziemlich gereizt ist. Mirtazapin wirkt auch nur bis 15mg schlaffördernd und beruhigend, bei einer höheren Dosierung wird der Effekt häufig ins Gegenteil verkehrt und es wirkt eher antreibend.

Leider denkt man oft, dass die Lösung in einem anderen Wirkstoff liegt, übersieht dabei aber, dass häufig die Psychopharmaka viele der Probleme verursachen oder verstärken und eben nicht verbessern.

Ich habe noch zwei Bitten:
Erstens, könntest du dich bitte an unsere Netiquette halten? Das ist uns hier sehr wichtig, dass Beiträge mit einem Gruß begonnen und beendet werden - das liest sich gleich viel freundlicher :) (darauf wurde auch schon im Begrüßungstext hingewiesen)
Zweitens, könntest du bitte in deiner Signatur die Wirkstoffnamen verwenden und nicht die Medikamentennamen - also Escitalopram statt Cipralex. Das ist sehr wichtig, da Wirkstoffe unter vielen verschiedenen Präparatnamen erhältlich sind und es sonst unübersichtlich wird, welcher Wirkstoff das ist.
Danke :)

Liebe Grüße,
Cat
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