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Polytoxicomanie / Lyrica (Pregabalin)

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shalai
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Polytoxicomanie / Lyrica (Pregabalin)

Beitrag von shalai » Freitag, 20.11.15, 21:58

Hallo. Nun habe ich auch dieses Forum gefunden und bin echt froh darüber. In meinem Bekanntenkreis (der sehr klein geworden ist) und erst Recht in meiner Familie stehe ich alleine da mit meinen Problemen. Da gelte ich nur als "die ist doch eh nicht normal, na, kein Wunder, so wie die gelebt hat". Ich habe schonmal vorab ein bischen im Forum rumgeschnüffelt, und ich glaube, hier bin ich nicht alleine. Meine Geschichte werde ich ein anderes Mal erzählen, ist ziemlich lang. Nu weiss ich schon nicht mehr weiter, bin ziemlich verunsichert. Ich bin auch nicht jeden Tag im Forum, manchmal geht es mir nicht so gut. Ein ganz klein wenig von mir: Ich bin nicht mehr die Jüngste, hab ca. 30-35 Jahre Drogen genommen, werde heute mit 7 ml Polamidon substituiert, nehme 10 mg Diazepam tgl. Seit ca. 6-8 Wochen nehme ich Lyrica (hab ich mir, was ich mir niemals hätte vorstellen können, von meinem Psychiater aufschwatzen lassen). Habe 6 Wochen 150 mg tgl. und 1 Woche 300 mg tgl. genommen. Da bin ich nun bei, von weg zu kommen. Die Zeit hört sich kurz an, aber es hat gereicht, dass ich jetzt mit 75 mg tgl. richtig gut Entzug habe. Hab heut angerufen weil ich 25 mg Tabl. brauche um besser runter zu kommen, aber da will mich Montag erst der Arzt sprechen. Hoch gehen wäre mit einem Anruf gegangen, aber nicht runter. Nehme jetzt Sa/So noch je 75 mg und dann ab Montag 50, zwei-drei Tage, dann 25 ein paar Tage länger. Mal sehen. Das war's erstmal von mir. Nochmal, schön, daß ich Menschen gefunden habe, die so sind wie ich :D . Wünsche Allen ein schönes Wochenende. LG Shalai

Jamie
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Re: Polytoxicomanie

Beitrag von Jamie » Freitag, 20.11.15, 23:09

Hallo shalai,

also mit Polamidon-Substitution kenne ich mich nicht aus, aber da das BtM-Sachen sind, wird dein Arzt ja wohl mit Adleraugen deine ganze Medikation und Co-Medikation bewachen (was, wie man im Lyrica-Fall sieht, nicht immer sonderlich vorteilhaft ist :wink: ).

Hör mal, wenn du 6-8 Wochen Lyrica genommen hast, teilweise auch so hoch (300mg) und dann in kurzer Zeit auf 75mg runter bist, dann hast du einen steilen Entzug hingelegt und dass du Absetzbeschwerden hast, das ist kein gutes Zeichen.
Du hast viel zu schnell abgesetzt!
Wir im ADFD empfehlen niemals die "Augen zu und durch"- Strategie und wenn du liest, wie der Körper AD verarbeitet, dann weißt du auch warum: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=6&t=8621


Es ist hoch wahrscheinlich, dass sich die Absetzsymptome weiter verstärken und kumulieren werden, wenn du jetzt nicht einen Stopp einlegst und deinem ZNS nicht die Chance gibst, sich zu stabilisieren. AD ... das ist im Entzug nicht zu vergleichen wie Nikotin, Alkohol oder Drogen. Die Beschwerden kommen oft erst zeitversetzt und zudem kann sich ein protrahierter Entzug entwickeln, bei dem die Auswirkungen schlimmstenfalls noch Monate oder Jahre gehen. Mit 3 Wochen Leidenszeit kann man leider zumeist nicht rechnen. Es können bei AD, Benzos und NL jahrelange Leidenswege entstehen, wenn man nicht richtig absetzt.

Ich kann dir nur empfehlen sofort Halt bei den 75mg zu machen, ggf. aufzudosieren auf 100mg, sich stabilisieren und dann sanfter runterzugehen.
Da du das AD nicht Jahre, sondern 6-8 Wochen genommen hast, wirst du schneller vorgehen können als die anderen hier im Forum, aber mit 3-4 Wochen Ausschleichzeit, wenn es gut läuft, solltest du schon rechnen.

Komisch, beim Hochsetzen spielen die meisten Ärzte immer gerne mit, aber wenn man absetzen will, dann ist das nicht jedem recht :wacko: ..
Manchmal helfen auch *räusper* kleine Notlügen, die Situation zu bereinigen.
Du kannst ja sagen, du hast auf 75mg abdosiert, spürst doch aber gewisse Beschwerden und möchtest darum wieder hochgehen, aber nur etwas - eben auf 100mg und nicht gleich wieder 150mg. Dazu brauchst du die 25mg Stärke.
Das ist ja noch nicht mal richtig gelogen, denn womöglich musst du das tatsächlich so handhaben, aber falls du dich doch bei 75mg stabilisieren kannst, dann nutzt du die 25mg *hust* eben zum Runtergehen.... :wink: .

Grüße und willkommen im ADFD :)
Jamie
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:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478


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Sneum
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Re: Polytoxicomanie

Beitrag von Sneum » Samstag, 21.11.15, 10:07

Willkommen, shalai! :) Schön, dass Du da bist. Hier bekommst Du viel Unterstützung bezüglich Eigenverantwortung und Selbstbestimmung.

Ich kann Dir auch nur raten, Dich an Jamies Empfehlung zu halten:
Ich kann dir nur empfehlen sofort Halt bei den 75mg zu machen, ggf. aufzudosieren auf 100mg, sich stabilisieren und dann sanfter runterzugehen.
Da du das AD nicht Jahre, sondern 6-8 Wochen genommen hast, wirst du schneller vorgehen können als die anderen hier im Forum, aber mit 3-4 Wochen Ausschleichzeit, wenn es gut läuft, solltest du schon rechnen.
Oft ist "schnell" nämlich im Endergebnis die langsamere Methode, weil man dann Tage-im schlimmsten Fall Wochen, herumeiert und Symptome ertragen muss und am Ende dann doch enttäuscht hochdosieren und dann wieder 4-6 Wochen warten muss. Also wenn Du kannst, geb Dir Zeit und geh auf Nummer sicher.
Du kannst ja sagen, du hast auf 75mg abdosiert, spürst doch aber gewisse Beschwerden und möchtest darum wieder hochgehen, aber nur etwas - eben auf 100mg und nicht gleich wieder 150mg. Dazu brauchst du die 25mg Stärke.
Aber sowas von! Würde ich exakt so machen! Ehrlich. Ich tu mich auch total schwer mit sowas, aber jetzt bist einfach nur noch DU wichtig. Und wenn es zu Deiner Genesung führt, dann lüg den Ärzten meinetwegen das Blaue vom Himmel herunter. Ihnen tut es nicht weh aber Du profitierst davon mit einem selbstbestimmten Leben. Und das ist ja nun das, worum es geht!

Liebe Grüße und ebenfalls ein schönes Wochenende
Sneum
Citalopram 20 mg von März 2009 bis Oktober 2014

Erster Absetzversuch Anfang 2012: 10 mg pro Woche. Kommentar Psychotherapeutin: "Absetzsymptome gibt es bei diesem Medikament nicht, Ihre Grunderkrankung ist noch da. Sie sind noch nicht so weit."

Zweiter Absetzversuch Anfang 2013: von 1 Tablette auf eine 3/4 Tablette, 2 Wochen gehalten, dann auf 1/2 reduziert. Starke Entzugserscheinungen. Psychotherapeutin nach einem Jahr wieder konsultiert. Dieselbe Antwort wie 2013: "Das ist die Grunderkrankung!"

Bis 12.10.14: 20 mg

12.10.14 --- 18,5 mg Keine Symptome
12.11.14 --- 17,0 mg Keine Symptome
12.12.14 --- 15,5 mg Keine Symptome
12.01.15 --- 14,0 mg Keine Symptome
12.02.15 --- 12,5 mg Keine Symptome
12.03.15 --- 11,0 mg Erste Symptome: Übelkeit, Kopfschmerzen, Benommenheit, Konzentrationsschwäche, Grübeln, Stimmungsschwankungen, sinkendes Selbstwertgefühl. Aber aushaltbar. Habe es nicht mit dem Absetzen in Verbindung gebracht.
01.05.15 --- 10,0 mg Massive Symptome: Wattegefühl,Benommenheit, fast jeden Tag weinen, starke Traurigkeit, Angst, Gefühl von absoluter Wertlosigkeit Gefühl von "nicht mehr da sein wollen", Beklemmung, migräneartige Kopfschmerzen.
08.05.15 hochdosiert auf 12,1 mg, aber durch unterschiedliches Tablettengewicht gedacht, ich habe nur auf 11,4 hochdosiert. Deutlich besser als unter 10,0 mg. Stimmung stabiler, Zuversicht zurück.
04.06.15 Umstieg auf Wassermethode. Dabei versehentlich reduziert von 12,1 auf reelle 11,4 mg. Panik, Benommenheit, depressive Gefühle, Angst, Mutlosigkeit, Weltuntergangsstimmung.
09.06.15 aufdosiert auf 11,7 mg. Kurz war's gut, dann wurde es richtig schlimm
20.06.15 aufdosiert auf 11,9 mg.
19.07.15 0,1 ml abdosiert. Nur für das Gefühl, nicht stehengeblieben zu sein.
21.-25.07.15 täglich 0,1 ml abdosiert. Nachdem es super klappte, am 26.07. dann plötzliche Verschlechterung. Fazit: Blöde Idee.
27.07.2015 0,2 ml wieder hochdosiert.
02.08.2015 Leider nochmal aufdosiert. Symptome ließen einen normalen Arbeitsalltag nicht zu. Aktuell: 20,3 ml weg, 29,7 ml to go.
Mitte Oktober-Mitte November Gescheiterter Versuch mit NEMS und Akupunktur
09.11.15 Umstieg von Wasserlösmethode zurück auf Wiegemethode. Keine Probleme. (unglaublich aber wahr).
02.03.15 Der Februar war nicht gut, da viele unschöne Dinge passiert sind. Das einzige Fenster dauerte gerade mal 6 Tage. Bin deprimiert und kraftlos und frage mich, ob und wie ich das alles jemals schaffen soll.

Seit Ende November 2015: ? mg. Mein Partner hat das Abwiegen für mich übernommen und reduziert ohne, dass ich davon etwas weiß. Daher kann ich nicht sagen, auf wie viel mg ich aktuell bin. Kann den Tag kaum erwarten, an dem er mir sagen wird: "Du hast es geschafft, Du bist jetzt 2 Monate auf Null!"

März 2017: seit dem 1. Märzwochenende bestehendes Grippegefühl + Deprimiertheit

Update 26.04.2017 Das Grippegefühl dauerte mehrer Tage, die miese Stimmung auch. Seither ist es ziemlich ok und ich habe mein Ziel wieder fest vor Augen.

shalai
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Re: Polytoxicomanie

Beitrag von shalai » Samstag, 21.11.15, 14:02

Vielen Dank für Eure Beiträge. Der Tipp mit der "Notlüge" ist super. Werd ich auf jeden Fall so machen. Als ich noch aktiv Drogenabhängig war, war ich froh einen Arzt zu haben der es nicht so genau nahm mit dem Aufschreiben. Zu dem geh ich nun schon lange nicht mehr. Aber einen der so richtig auf meine Medikation achtet, hab ich nicht gefunden. Da nimmt mein Hausarzt das ernster als mein Psych. Irgendwie hab ich das Gefühl, die haben mich alle aufgegeben. Oder ich bin denen zu schwierig. Einer sagte mal zu mir: Sie müssen sich damit abfinden das sie kaputt sind, aber dafür haben sie ja auch nicht schlecht gelebt, ha ha ha.Ich fand das gar nicht lustig, habe sehr geweint. Heute haben die Ärzte leider keine Zeit mehr. Und ich habe immer das Gefühl, ich bin denen eh egal. Einmal Drogen - immer Drogen. Mir wurde z.B. in einer Therapie beigebracht (und die mussten lange reden), daß ich auf Lebenszeit Polamidon nehmen müsste. Ich wollte damals unbedingt davon weg, aber die haben gesagt, meine Rezeptoren im Kopf haben ihre Arbeit eingestellt und ohne Pola würde ich den Verstand verlieren. Ich solle das so sehen wie Insulin, das müssten Diabetiker ja auch jeden Tag spritzen. Nun hab ich mich (was bleibt mir andres übrig) damit abgefunden es auf Lebenszeit zu nehmen. Und nu werden mir immer wieder deswegen Steine in den Weg gelegt. Ich bräuchte dringend eine Kur (Psychosomatisch oder Psychotherapie ), weil ich psychisch ziemlich daneben bin. Krieg ich aber nicht, weil es keine Institution gibt, die Doppeldiagnosen behandelt. Und schon gar nicht, wenn ich noch Polamidon nehme. Es ist schon alles verdreht. So, nun zu Lyrica. Gestern und vorgestern habe ich es geschafft mit 75 mg. Heute will ich um 16.00 Uhr wieder 75 mg nehmen. Aber ich muß zugeben, ich warte schon drauf. Gestern Abend war da was, was ich gar nicht mit Lyrica in Zusammenhang gebracht habe. Ich habe so um 21.30 Uhr am Fenster geguckt. Und dann hab ich überlegt was wohl passieren würde wenn ich springe (ich wohn im 1. Stock). Ich dachte, bei meinem Glück habe ich höchstens ein paar Brüche, aber zu mehr wird es nicht reichen. Hab dann Fenster zu gemacht und mich wieder hingesetzt. Heute bin ich erschrocken über die Gedanken, die ich hatte. Ich will ja nicht jammern, aber so wirklich lebenswert finde ich das Leben nicht. Aber 1. bin ich zu feige mir was anzutun und 2. hab ich immer noch die Hoffnung das es einmal anders wird. Psychisch krank zu sein finde ich schon echt schlimm. Die Menschen sehen nichts, und dann hab ich auch nichts. So einfach ist das. Bis dann.
45 Jahre durchgehend Benzos, immer wieder Entzüge, letzten 2014, nach Klinikaufenthalt sofort weiter Benzos genommen. Nehme heute 10 mg Diazepam, 7 ml Polamidon, 75 mg L-Thyroxin, 1 Omeprazol, 100 mg Lyrica.

Lisamarie
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Re: Polytoxicomanie

Beitrag von Lisamarie » Samstag, 21.11.15, 18:15

Hallo Shailai, auch von mir willkommen im ADFD.

Mit dem Polamidon kenn ich mich auch nicht aus, allerdings kommen mir die Aussagen warum du es weiter nehmen sollst sehr bekannt vor, wird auch vielen bei AD,s erzählt. Also da würde ich mich wirklich mal kundig machen, ob da wirklich was kaputt geht. Was ich bezweifle, das Gehirn ist neuroplastisch.

Zu dem Lyrika ist dir ja schon geschrieben worden, das dein Absetzplan so nicht hinhaut wie du geschrieben hast. Vor allem Jamie ist eins unserer erfahrensten Mitglieder. Das du suzidale Gedanken hast ist ein Absetzproblem das viele von uns kennen. Und ein Zeichen dafür das du zu rigoros unterwegs bist , was hast du denn ansonsten noch an Absetzproblemen ? Wie Jamie schon schrieb , ein Psychophamakaentzug ist kein leichter Weg und hat viele Tücken.

Ein paar der bekanntesten Absetzproblematiken
http://www.antidepressiva-absetzen.de/Stufe_3.html
Deshalb sollte man einen langsamen Entzug machen, damit es nicht zu schlimmen Folgen kommt.
Lg Petra
2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
Bis auf die Praxiten von heute auf morgen kalt abgesetzt, erste Absetzbeschwerden nach sechs Wochen, aber dann
6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:
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Kevin05

Re: Polytoxicomanie

Beitrag von Kevin05 » Samstag, 21.11.15, 21:29

Hallo shalai,

willkommen im Forum. Ich habe mich sowohl über deine Diagnose wie auch deine Ersatzmittel informiert, soweit das möglich war.

Zweifelsohne ein mächtiges Problem, ich habe sehr nahe Kontakte zu Sucht- und Drogenberatungen zumindest in meinem näheren Umfeld daher hab ich auch einige Erfahrungsberichte.

Wenn ich das richtig verstanden habe nimmst oder nahmst du verschiedene Drogen und mittlerweile auch Medikamente, das ist alles was mir nicht unbekannt vorkommt. Ich habe auch über die Prognose gelesen, wobei schwer zu sagen ist, was nun dein Hauptproblem ist, ich sehe es eher ganzheitlich, dass du dein Leben lang diese Ersatzsubstanz nehmen musst kann ich nicht beurteilen, ich weiß nur, dass Polydrogenabhängige, die so ziemlich alles nehmen was sie am Markt bekommen, also Heroin, Kokain, Canabis, Alkohol, Medikamente usw. das typische Klientel von Sucht- und Drogenberatungen sind.

Also bei uns werden auch diese Menschen versucht ambulant zu betreuen, wobei mir nicht bekannt ist, dass der Regelfall eine lebenlange Abhängigkeit von einer Ersatzsubstanz ist. Ich möchte hierzu bemerken, dass ich erst vorgestern genau über diese Themen mit immerhin jemand gesprochen habe, der sich auskennen sollte, weil der ja einerseits mich betreut, obwohl ich nicht in sein Raster falle, sondern eben Polyabhängige. Und seine Erfahrung ist die, dass diejenigen die eben nicht auf Ersatzsubstanzen wie Methadon und Co. umgestiegen sind, die deutlich höheren Chance hatten wieder zurück in eine Leben zu kommen und sogar wieder in einen Arbeitsprozess integriert werden konnten. Auf jeden Fall war die Botschaft ganz klar, dass die Substitutionsprogramme nicht funktionieren, schon gar nicht mit Sustanzen wie Methadon. Meines Wissens nach sind die Todesraten bei Methadon deutlich höher als bei Abhängigen, die ihre ursprüngliche Substanz nehmen und versuchen da weg zu kommen. Ich will auch gar nicht behaupten, dass dies einfach wäre, einfach ist es unter Anführungszeichen bei einer einzelnen Abhängigkeit und da kurioserweise scheint eine Heroinabhängigkeit das weitaus kleinere Übel zu sein als andere Abhängigkeiten bzw. Polyabhängigkeiten. So weit wurde ich auch schon aufgeklärt, bei Kokain ist der Entzug deutlich problamtischer, weil er massiv psychisch belastet, was bei Heroin nicht der Fall ist. Bei den Opiaten versucht man die Dosierungen ähnlich wie bei den Psychopharmaka niederzufahren.

Mit der Person, mit der ich sprach, die sah es übrigens durchaus problematisch, dass Polyabhängige auch noch Psychopharmaka in den Drogenberatungen bekommen.

Es kann auch durchaus sein, dass ich hier komplett am Thema vorbei schreibe, aber ein wenig Ahnung habe ich auch von Drogen. Lyrika ist tückisch, weil sogar Menschen, die keine Ahnung von Lyika hatten massive Probleme nach dem Absetzen hatten. Aber was du brauchst ist ein ganzheitliches Konzept, wie immer das aussehen mag und wo immer auf der Welt es so was geben mag, aber aufgeben würde ich da nicht, entgegen aller Prognosen kannst du es schaffen, so meine naive Sicht der Dinge.

Unsere Suchtberatung hat definitiv Erfolge gerade bei Polyabhängigken (heißt, Abhängige, die so ziemlich alles nehmen) - ich will jetzt nicht sagen, dass dies die Regel ist, aber es gibt die Erfolge, aber nochmals die Person mit der ich sprach, hat sich mehrfach die Zunge verbrannt in dem er öffentlich bei Todesfällen z.B. die Pharmaindustrie stark ins Gericht nahm, dass nämlich das Methadon die Todesfälle - also die Ersatzsubstanz ausgelöst hat.

Dein Fall ist zweifelsohne komplex und dieses Forum wohl etwas überfordert inklusive mir, weil was ich da schreibe ist ja auch alles andere als "sicher" im Sinne von richtig.

Ich möchte den Beitrag nur abschließen, dass du eben nicht denkst, dass dein Weg vorgezeichnet ist, nämlich ein Weg in den sicheren Tod durch die Substanzen, die du eingenommen hast, es gibt immer eine Möglichkeit auszusteigen, auch wenn das Ärzte bestreiten mögen, ich bestreite das was die Ärzte sagen, weil sie nichts wissen, also nicht aufgeben, wobei ich zugebe, es wird eine Gewaltleistung bedürfen da raus zu kommen, aber ich möchte dir einfach die Vision da lassen, dass du durchaus ein gleich endliches Leben vor dir haben kannst wie andere und nicht dass da eine Linie ist, wo du anstehen wirst, daran musst du fest glauben und auch alles ausschöpfen was es gibt und glaub bitte nicht alles was du hörst, alles Gute und viel Kraft Kevin

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Re: Polytoxicomanie

Beitrag von shalai » Sonntag, 22.11.15, 0:21

Hallo, vielen Dank für deinen Beitrag, du hast dir sehr viel Mühe gegeben. Ich habe mit 6 Jahren die 1. Tablette von meiner Mutter bekommen, weil ich in der Schule das 1. Diktat geschrieben habe und ich mich nicht aufregen sollte. Stattdessen musste man mich nach Hause bringen, weil ich eingeschlafen bin. Dann habe ich bis zum 14. Lebensjahr sporadisch immer mal wieder eine Oxaxepam bekommen. Mit 14 habe ich sie mir dann selber besorgt. Mit 17 war ich das 1. Mal im KH wegen Alkohol - Benzoentzug. Da habe ich einen Heroinabhängigen kennengelernt. Nach 3 Monaten wurde ich als Poly entlassen. Von da an habe ich durchgehend Drogen genommen. Zu meiner Spitzenzeit habe ich 5 g Heroin gespritzt, 1 Flasche Pernod getrunken und ca. 150 Benzos genommen (ehrlich). Ich habe in dieser Zeit 3 Kinder bekommen (habe unter ärztlicher Aufsicht grad soviel genommen das ich keinen Entzug bekomme), die Gott sei dank alle gesund sind, habe 1/2 tags im öffentlichen Dienst gearbeitet und 23 Jahre einen Haushalt geführt. Dann habe ich Hep. C gekriegt, die ich durch eine Interferontherapie besiegt habe. 2002 bin ich in eine sehr starke Psychose gefallen die 7 Jahre gedauert hat. Ich nehme jetzt seit 18 Jahren Polamidon und ehrlich, ich bin nicht mehr in der Lage den Entzug zu schaffen. Heute nehme ich 10 mg Diazepam und 7 ml Polamidon. Ja, und dieses Teufelszeug Lyrica. Den Entzug mach ich noch aber dann kann ich nicht mehr. Das ich jemals wieder richtig Spaß am Leben habe kann ich mir nicht vorstellen. Dazu ist zuviel passiert und die ganzen Drogen haben mich psychisch und physisch kaputt gemacht. Aber wenn ich von Lyrica weg bin ist alles gar nicht so schlecht. Ich habe 2 Enkel und 3 wunderbare Kinder. Leider sehe ich sie nicht oft, sie wohnen zu weit weg. Im Moment ist meine Stimmung nicht so gut, aber es wird schon wieder. LG
45 Jahre durchgehend Benzos, immer wieder Entzüge, letzten 2014, nach Klinikaufenthalt sofort weiter Benzos genommen. Nehme heute 10 mg Diazepam, 7 ml Polamidon, 75 mg L-Thyroxin, 1 Omeprazol, 100 mg Lyrica.

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Re: Polytoxicomanie

Beitrag von Meistereder » Sonntag, 22.11.15, 8:23

Hi Shalai.

Ich jedefalls habe of gelesen dass methadon schwer sein soll. Das gleiche zu Lyrica. Les mich eben oft so durchs netz.

Habe übrigens meine Erfahrungen mit verschiedensten Drogen gemacht und war als Kind auf Ritalin.

Bin 30 und jetzt clean. Aber über jeden Austausch erfreut. mfg, eder
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Re: Polytoxicomanie

Beitrag von Jamie » Sonntag, 22.11.15, 9:03

Hallo Shalai,

es will mir nicht ins Hirn gehen, dass man nicht auch Polamidon ausschleichen könnte?
Es ist Quatsch, was dein Arzt da erzählt hat. Das Gehirn ist neuroplastisch und kann heilen. Ja, womöglich hast du bereits ein paar irreversible Schäden davongetragen (weniger durchs Polamidon als durch all den anderen Kram), aber unser Gehirn ist ein Wunderwerk der Natur.
Menschen, die Schlaganfälle hatten, können oft ihre Funktionen (zumindest teilweise) wiedererlangen, weil Teile des Gehirns die Funktion der abgestorbenen Areale mit übernehmen und kompensieren können.
Ich halte es mit dem Satz von Stephen Hawking "Wo Leben ist, ist Hoffnung".

Aber nebst Lyrica sehe ich ja, dass es da auch anscheinend ein Problem mit den Benzos gibt. Das sind sehr viele Baustellen und es kann immer nur eine nach der anderen angegangen werden.

Wenn man deinen Polamidon-Entzug nicht auf ein Jahr, sondern mehrere strecken würde, dann finde ich es absolut realistisch, dass du davon loskommen kannst. Respektive deine Sicht sollte diese sein: jedes reduzierte mg ist ein gesundheitlicher Gewinn für dich! Alleine deshalb ist es eben nicht egal sich damit abzufinden, sondern sich innerlich bewusst zu machen, dass du durchaus noch Chancen hast deinen Gesundheitszustand zumindest partiell positiv zu beeinflussen.
Wenn du dir jedes Jahr 1- 1,5ml vornehmen würdest, was wirklich super-sanft ist, könntest du in 5-7 Jahren Polamidon-frei sein; und womöglich nicht mal mit schlimmen Entzugszuständen. (?)
Ich betone nochmal, dass wir uns mit Drogenentzug nicht auskennen, aber mir scheint es viele Parallelen zwischen Psychopharmaka und Ersatzsubstanzen zu geben und würde dich gerne ermutigen, deine Lage nicht als auswegslos zu beurteilen.

Grüße und alles Gute
Jamie
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Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



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Kevin05

Re: Polytoxicomanie

Beitrag von Kevin05 » Sonntag, 22.11.15, 12:01

Ich kann mich da nur Jamie anschließen, dass dieses Ersatzmittel nicht abzusetzen ist, kann ich mir schwer vorstellen, wie gesagt, ich habe auch nahe Verbindungen zu unserer Drogenberatung und wie schon oben geschrieben haben die Ersatzsubstanzen deutlich mehr Schädigungspotenzial als die Originalsubstanz, also nochmals "meine" Suchtberatung berichtet über deutlich mehr Erfolge von Menschen die nicht substituiert wurden durch Medikamente wie Methadon usw.

Ich bin aber auch kein Drogenexperte, das gebe ich zu, ich spreche nur von Erzählungen, weil mich die Erfahrungen der Sucht- und Drogenberatung einfach interessiert haben und dass du 150 Stück Benzos genommen hast ist für mich auch keine Überraschung mehr. Weil ich Infos habe, dass es Leute gibt, die über Jahre rund 500 mg Diazepam nehmen, neben den anderen Substanzen.

Also das ist ja das Hauptaufgabengebiet bzw. die Zielgruppe schlechthin der Drogenberatungen, Menschen wie du, weil sie eben alle mögliche genommen haben, rein Medikamentensüchtige oder Cannabisabhängige nehmen die gar nicht - es muss mindestens eine Opiat oder eben Heroin, Kokain im Spiel sein, dann betreuen sie die Leute auch ambulant unter anderem leider mit Substitutionsprogrammen großteils, was für mich menschenunwürdig ist, weil das Süchtige jeden Tag in die Apotheke gehen müssen und ihre Ersatzsubstanz vor den Augen des Apothekenpersonals und auch Kunden nehmen müssen ist für mich mehr als demütigend. Ich hoffe, dass das in Deutschland besser organisierst ist.

Menschen mit Polyabhängigkeit haben sicher keine schlechteren Prognosen wie Medikamentenabhängige im Sinne von Erfolg und wie Jamie schrieb, auch wenn ich kein Experte bin für Drogen, ich kann mir nicht vorstellen, dass man das nicht runterfahren kann und dass du wieder ein normaleres Leben hast.

Aber es ist klarerweise ein langer Weg, aber schau mal auf das was du unter all den Abhängigkeiten so alles geschafft hast, Kinder, Familie, Arbeit und bei den Dosen was du so über die Jahrzehnte deinem Körper eingeworfen hast muss man auch mal den menschlichen Körper bewundern, was der alles aushält.

Ich bleibe dabei, wie weit du kommst kann ich dir auch nicht sagen, aber eine deutliche Besserung und Stabilisierung sollte möglich sein und das sollte auch dein Ziel sein, an das du glauben kannst und nicht an Prognosen irgendwelcher Ärzte, mir sind diese negativen Szenarien nicht bekannt, man hat immer eine Chance!

Alles Gute, Kevin

LinLina
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Re: Polytoxicomanie

Beitrag von LinLina » Sonntag, 22.11.15, 12:30

Liebe Shalai,

Auch von mir herzlich Willkommen im Forum.

Du hast einiges hinter dir, schon als Kind Benzo's bekommen - das ist hart.

Wegen dem Lyrica, super dass du so schnell gemerkt hast dass es dir nicht gut tut noch eine Substanz zu nehmen. Du hast sicher schon unzählige heftige Entzüge hinter dir. Ich denke du solltest aber vielleicht wirklich ein bisschen langsamer machen um dich nicht zu sehr zusätzlich zu stressen.

Verständlich, dass du völlig erschöpft bist von dem ganzen jahrelangen Stress durch die Substanzen.

Die Entscheidung, ob für dich langfristig das Leben ohne oder mit Methadon Leben lebbar ist, und ob du dir eine Reduktion zutraust kannst du am Ende ja nur selbst treffen - aber Ärzte die von vornherein sagen, es ist nicht möglich würd ich nicht ernst nehmen. Ich kenne viele schwere Fälle von teils Jahrzehntelang Drogenabhängigen mit schlechter Prognose, die jetzt schon lange völlig clean leben. Es ist natürlich tendenziell viel schwerer im fortgeschrittenen Alter, aber nicht unmöglich.

Hast du denn andere Betroffene mit ähnlichen Geschichten mit denen du dich austauschen kannst, auch im echten Leben? Dass die Familie und "normale" Freunde das nicht verstehen ist ja klar. Aber es tut oft total gut, einer Gemeinschaft anzugehören, wo du dich nicht wie ein Alien fühlst. Hast du Kontakt z.B. zu Selbsthilfegruppen? Gibt es so etwas in deiner Nähe?

Alles Gute,

Lina
Im Absetzprozess seit 2014: Lorazepam (Benzo) erfolgreich abgesetzt. Mirtazapin aktuell (seit Sommer 2018) 0,005 mg.

Ich bin zur Zeit nicht im Forum aktiv. Bei Fragen und Bitten an das Team an padma, Ululu69 oder murmeline wenden.

Hinweis: Alle meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und begründen sich auf Erfahrungswerte - meine eigenen, und die anderer Betroffener - und die wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

shalai
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Re: Polytoxicomanie

Beitrag von shalai » Sonntag, 22.11.15, 13:02

Hallo, Eure Beiträge haben mir sehr geholfen. Zumindest ist in mir wieder ein Funken Hoffnung, daß ich von Pola wegkomme. Ich habe ja schon erwähnt das ich psychisch sehr instabil bin und ich eine Heidenangst vor einem Polaentzug habe. Aber die Möglichkeit 1 ml. im Jahr runter zu dosieren, ist mir sehr lieb. Das könnte ich mir vorstellen. Dann wäre ich in 7 Jahren weg von Pola (im Moment für mich unvorstellbar, eigentlich zu schön um wahr zu sein). Das ist ein sehr guter Vorschlag, vielen Dank. Ich habe am Freitag einen Termin bei der Drogenberatung, da werde ich das mal ansprechen. Ich bin ein wenig verunsichert was das Forum betrifft. Ihr habt nun schon ein paar Mal geschrieben, daß dies eigentlich nicht das richtige Forum ist (so ungefähr). Ich bin beim Suchen hierauf gestoßen und es hat sich richtig angefühlt.Aber ich weiß eigentlich gar nicht was ADFD heißt? AD schon aber FD? Ich hoffe, ich kann trotzdem hier bleiben und mit Euch schreiben. Ach so, ich bekomme 7 Fläschchen Pola mit nach Hause. Dort kann ich dann jeden Tag eins nehmen. Wünsch Euch noch einen schönen Sonntag. LG Conny (shalai ist die Abkürzung von 2 Hunden, fand ich gut, jetzt weiß ich nicht mehr wie ich es wegbekomme und meinen wirklichen Namen benutze :( )...
45 Jahre durchgehend Benzos, immer wieder Entzüge, letzten 2014, nach Klinikaufenthalt sofort weiter Benzos genommen. Nehme heute 10 mg Diazepam, 7 ml Polamidon, 75 mg L-Thyroxin, 1 Omeprazol, 100 mg Lyrica.

LinLina
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Re: Polytoxicomanie

Beitrag von LinLina » Sonntag, 22.11.15, 13:32

Liebe Conny,

Das ADFD bedeutet ursprünglich AntiDepressivaForumDeutschland.

Es wurde ursprünglich gegründet um Betroffene über Nebenwirkungen und Absetzerscheinungen von modernen Antidepressiva zu informieren und sich gegenseitig zu unterstützen

Über das ADFD

Was dieses Forum ist und was es nicht ist

Inzwischen geht es hier aber nicht mehr nur um Antidepressiva, sondern um alle (verschreibungsfähigen) Psychopharmaka.

Du bist hier herzlich willkommen und wir unterstützen dich auch gerne beim Absetzten des Lyrica und dabei, in Zukunft möglichst die Finger von weiteren Psychopharmaka zu lassen ;-). Was andere Drogen und Substitutionssubstanzen wie Methadon angeht, kennen wir uns zumeist nicht gut aus und können daher nur sehr begrenzt Unterstützung bieten. Auch mit den Folgen und Begleiterscheinungen von jahrelanger Abhängigkeit speziell von illegalen Substanzen kennen wir uns nicht aus und können diesbezüglich oft nur sehr allgemein raten. Dies ist nicht die Ausrichtung des Forums, auch wenn es natürlich einige Mitglieder gibt, die sowohl legale als auch illegale Substanzen konsumiert haben.

Daher wäre es wichtig, dass du zumindest zusätzlich noch anderen Rat einholen kannst, auch wenn beim Entzug von Opiaten vieles ähnlich sein mag wie bei Psychopharmaka, gibt es dennoch sicher Besonderheiten über die hier im Forum wahrscheinlich kaum jemand etwas weiß. Wir sind nunmal auf Benzo's, Antidepressiva und Neuroleptika "spezialisiert".

Ich denke schon, dass du hier richtig bist, z.B. da du ja auch eine "Benzo-Karriere" hinter dir hast. Das wichtigste ist meiner Meinung nach aber, dass DU dich hier zugehörig fühlst - dann bist du auch zugehörig.

Schön, dass du wieder etwas Hoffnung bekommen hast :-) Stabilität ist aber für dich besonders wichtig, also das Projekt Pola-Reduktion extrem vorsichtig angehen und weiter schauen dass du mehr Unterstützung bekommst. Frag doch nochmal in der Drogenberatung nach Selbsthilfegruppen. Kennst du NA?

Liebe Grüße,
Lina
Im Absetzprozess seit 2014: Lorazepam (Benzo) erfolgreich abgesetzt. Mirtazapin aktuell (seit Sommer 2018) 0,005 mg.

Ich bin zur Zeit nicht im Forum aktiv. Bei Fragen und Bitten an das Team an padma, Ululu69 oder murmeline wenden.

Hinweis: Alle meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und begründen sich auf Erfahrungswerte - meine eigenen, und die anderer Betroffener - und die wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

Thomas
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Re: Polytoxicomanie

Beitrag von Thomas » Sonntag, 22.11.15, 13:42

Hallo Conny,

warum sollte das nicht das richtige Forum für Dich sein. Wenn sichs doch richtig anfühlt und Du schon so schnell so nett aufgenommen wurdest. Hab ich so nicht rausgelesen. Und muss ja auch nicht das einzige sein. Falls der Name auf Deine Geschichte nicht so recht passen will, such Dir einfach was andres raus: Was könnte die Abkürzung ADFD bedeuten? g

Zu Deinen persönlichen Problemen hab ich erstmal keine konstruktiven Ratschläge parat, weil mir in den Bereichen auch die Erfahrung fehlt. Aber ich bin der Meinung, dass jede Substanz irgendwie rauszukriegen sein muss.

Bleib mal hier.
Thomas
Persönliche Erfahrung mit Zyprexa/Olanzapin, Cipralex, Prometazin, Tavor, Diazepam. Mehrere aus Unkenntnis gescheiterte Absetzversuche. Endgültiges Ausschleichen seit 2014. Frei von Psychopharmaka seit August 2015.

Kevin05

Re: Polytoxicomanie

Beitrag von Kevin05 » Sonntag, 22.11.15, 18:51

Hallo Conny,

ich habe es ja schon geschrieben, ich habe diese Substanzen nie genommen, ich habe nur die Info bekommen, weil ich mich dafür interessiert habe, dass es wirklich einige geschafft haben und die höchsten Erfolgsquoten waren sogar ohne Ersatzsubstanzen. Das Methadon zum Beispiel wird wirklich als extrem kritisch gefährlich von Suchtexperten eingestuft, wie gesagt, der Leiter unserer Suchtberatung hat mir vor einigen Tagen als wir allgemein über die Chancen der einzelnen Substanzen gesprochen haben deutlich gesagt, die besten Erfolgen hatten sie mit Betroffenen, die nicht substituiert haben. Das sollte zu denken geben. Diese Erfolgsbeispiele arbeiten wieder und sind im normalen Alltag wieder eingebunden, ich will nicht sagen, dass es die Regel ist, aber es gibt sie, wie gesagt, mein "Freund" meint, dass die Pharmaindustrie hier keinerlei Hilfestellung in Form von Ersatzmitteln hat bzw. dass diese sogar für das Ableben vieler verantwortlich sind und nicht die Drogen selbst, aufgrund dieser öffentlichen Aussage in einer Zeitung hat er sogar Drohungen bekommen von Leuten der Pharmaindustrie und musste sogar bei seiner ranghöchsten Vorgesetzten Rede und Antwort stehen, aber er blieb bei seiner Meinung.

So wie ich es verstanden habe, werden auch die Substanzen langsam runter gefahren, ohne Substituierung. Ich kann hier nur aus dem Gedächtnis wiedergeben, was er mir sagte, aber ich habe bewusst das letzte Mal das Thema Suchtberatung als Ganzes gewählt und ihn dazu interviewt, über seine Klienten und über 20 Jahre Erfahrung und die hatten wie gesagt durchaus Erfolge. Mir ist es gänzlich unbekannt, dass man von einer Substanz gar nicht wegkommt, das hat er mir auch nie gesagt.

Ich hoffe auch dir ein wenig Mut machen zu können, weil es ist auch normal nicht mein Thema, es hat mich nur der Vergleich interessiert zwischen Heroin und Benzos als Beispiel und dort sind wirklich nur Polyabhängige und von denen haben es einige geschafft, also sollte das auch für dich möglich sein, weil die nahmen auch Unmengen an Substanzen über Jahre, wie ich schon mal schrieb, Tagesdosen bis zu 500 mg Diazepam und das über Jahre und die meisten davon leben auch und ich glaube auch nicht, dass die Erfolgsquote schlechter ist als bei rein medikamentenabhängigen Menschen.

Viel Kraft, übrigens in der Drogenberatung werden sie dir sagen, dass es nicht möglich ist, also sei vorsichtig, was du dort sagst bzw. würde ich auch Interneterfahrung nicht preisgeben, weil die sagen nur - "ja, Internet, da sind die die es nicht schaffen" - du musst dran glauben und wie gesagt ich finde auch du bist hier im Forum gut aufgehoben, gib dir und dem Forum eine Chance, wir können von dir lernen und umgekehrt, alles Gute und wie gesagt, weniger den Ärzten trauen oder vertrauen - so ein Unterschied ist zwischen den Substanzen nicht, Heroin ist sogar leichter als Benzos abzusetzen, das ist was ich drüber weiß, auch wenn das vermessen klingen mag, also wird es auch für dich einen Weg geben, LG Kevin

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Re: Polytoxicomanie

Beitrag von Jamie » Sonntag, 22.11.15, 20:41

Hallo shalai,

klar bist du hier richtig. Für´s Lyrica sowieso und beim anderen können wir uns auch Mühe geben, wenngleich ich sicher auch im Namen der anderen spreche, mich etwas unsicher zu fühlen. Optimal wäre es, wenn du uns hättest und zusätzlich noch Unterstützung von Leuten, die sich auch mit Polamidon auskennen. Vielleicht findet sich ja auch da ein Forum?

Grüße und wenn es recht ist, würde ich gerne deinen Titel abändern und das Lyrica mit reinnehmen.

Grüße
Jamie
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Re: Polytoxicomanie / Lyrica (Pregabalin)

Beitrag von shalai » Montag, 23.11.15, 13:32

Hallo, komme grad vom Psychiater und das mit den 25 mg Lyrica hat geklappt. Nur, daß es jetzt keine "Notlüge" mehr war. Ich habe gestern wieder 75 mg Lyrica genommen und, zwar nicht so ganz schlimme, aber sehr unanagenehme Absetzerscheinungen gehabt (kribbeln im ganzen Körper, totales Unwohlsein, Kopfschmerzen). Vor allem mit meinen Gefühlen stimmt was nicht. Wenn ich z.B. etwas anfasse, spüre ich es "so sehr". Und ich bin auch völlig empflindlich mit Gerüchen. Es riecht alles so stark. Mein Mann isst seit Wochen nur Brötchen mit Wurst, weil ich, wenn er sich etwas brät, das kaum aushalten kann. Selbst wenn unser Hund sein Futter kriegt gehe ich ins Wohnzimmer, mach die Tür zu und Fenster auf. Das kann nicht in Ordnung sein. Ich bin total müde hab aber Angst einzuschlafen, weil ich denke, vll spüre ich alles so sehr weil ich bald sterbe. Das ist mir peinlich aufzuschreiben, aber es ist halt so. :( Der Psych. hat mir eine 100er Packung Lyrica (25 mg) geschenkt. Da habe ich gleich eine genommen. Und nachher nehme ich die 75 mg. Dann bin ich wieder auf 100 mg. Das passt mir überhaupt nicht. Ich habe nicht so viel Ahnung wie man vernünftig absetzt. Ich habe immer alles entsorgt und dann einen (manchmal fast mit tödlichem Ausgang) Entzug gemacht. Das habe ich dann nicht ausgehalten und das 3fache wie vor dem Entzug genommen. Wenn einer von Euch so lieb wäre und mir aufschreiben könnte wie ich absetzen soll ohne viel Enzug? Das wäre wirklich lieb, weil ich jetzt schon wieder schwarz sehe, weil ich anstatt runter nun 25 mg rauf gegangen bin. Das würde ich mir dann ausdrucken und genau so machen. Ist schon ein Ding, daß ich nach zig Entzügen immer noch nicht weiß wie man vernünftig absetzt. Naja, Vernunft war noch nie meine Stärke. LG Conny
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Re: Polytoxicomanie / Lyrica (Pregabalin)

Beitrag von shalai » Montag, 23.11.15, 13:34

Ich hab noch eine Frage. Bei manchen Beiträgen steht drunter wer sich und wie oft bedankt hat. Muß ich dafür extra etwas anklicken? (Komm mir im Moment ziemlich blöd vor)... LG
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Re: Polytoxicomanie / Lyrica (Pregabalin)

Beitrag von Meistereder » Montag, 23.11.15, 13:35

Neben den Beiträgen ist ein "Daumen nach oben" Symbol ;) LG
You should be able to honor, respect, appreciate and hold high your head and your feelings for the things that you have done.

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Re: Polytoxicomanie / Lyrica (Pregabalin)

Beitrag von Meistereder » Montag, 23.11.15, 13:38

[...]und ich bin auch völlig empflindlich mit Gerüchen. Es riecht alles so stark.[...]Das kann nicht in Ordnung sein. Ich bin total müde hab aber Angst einzuschlafen, weil ich denke, vll spüre ich alles so sehr weil ich bald sterbe.
Hi Shalai.

Das sind Absetzsymptome. Eindeutig. LG, deda
You should be able to honor, respect, appreciate and hold high your head and your feelings for the things that you have done.

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