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Ein verspätetes frohes neues Jahr wünschen wir euch allen und eine Neuigkeit haben wir auch:

Im Laufe der Zeit haben sich einige Mitglieder gefunden, die Interesse haben, eine lokale Selbsthilfegruppe aufzubauen. Gleichzeitig wird immer häufiger nachgefragt, ob solche Angebote bereits existieren. In unserer neuen Rubrik "Selbsthilfegruppen" wollen wir Angebot und Nachfrage zusammenführen und unser virtuelles Anliegen in Form von persönlichen Treffen und Austausch auf "lebendige Füße" stellen.


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Hilfe beim Absetzen von Mirtazapin

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Linus2015
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Hilfe beim Absetzen von Mirtazapin

Beitrag von Linus2015 » Mittwoch, 16.12.15, 18:09

Liebes Forum,

ich bin neu hier und bräuchte Rat und Unterstützung beim Absetzen von Mirtazapin.
Ich habe schon einige Threads zu dem Thema in Eurem Forum gelesen und mit Sicherheit
aufgrund des Rates der Ärzte viel zu schnell reduziert.

Aber zunächst etwas zu mir. Ich leide seit meiner Jugend an Angstzuständen / vegetative Dystonie
und habe dagegen mit kürzeren Unterbrechungen seit ca. 25 Jahren Maprotilin / Ludiomil mite
in der kleinsten Dosis genommen (10 bzw. 12,5 mg). Damit habe ich ganz gut funktioniert.

Seit Dezember 2013 habe ich mich gesundheitlich immer schlechter gefühlt, teilweise bedingt durch
beruflichen und privaten Stress. Es kam zu mehreren Hörstürzen und Tinnitus auf dem linken Ohr.
Im Mai 2014 wurde ich mit Verdacht auf Schlaganfall in eine Klinik eingewiesen und dort eine Woche gründlich untersucht,
gefunden wurde aber organisch gar nichts trotz der langen Liste von Beschwerden:

 Angstzustände (häufig), Sehstörungen
 Zunge kribbeln
 Kiefer zittern (Mund), Arme & Beine (zeitweise)
 Nacken / HWS verkrampft
 Gangunsicherheit (zeitweise)
 Schwächegefühl in Armen und Beinen (zeitweise)
 Kopf (elektrische) Entladungen – aktuell wenige
 Spannungskopfschmerzen – linke Seite (zeitweise)
 Blutdruckschwankungen / niedriger Blutdruck nachts / Dips
 fühl mich komisch, stehe neben mir
 Kalte rechte Hand (häufig)
 Innerlich unruhig, immer müde, Gähne viel
 Aura ohne Migränekopfschmerz
 Sehr lichtempfindlichkeit Augen

Im Krankenhaus wurde ich von Maprotilin auf Citalopram (20 mg) bzw. Escitalopram (10 mg) umgestellt;
diese Medikamente mußte ich aber nach 4 Monaten wieder abrupt absetzen, da ich jeden zweiten Tagen
Migräne ohne Kopfschmerz mit Aura bekommen habe.

Von Oktober 2014 bis März 2015 habe ich diverse Ärzte konsultiert, um die Ursachen herauszubekommen,
aber ohne Erfolg, 3 MRT Schädel und der HWSwaren ohne Befund, internistisch ist außer einem
zu niedrigen Blutdruck (nachts double dip) nichst herausgekommen.

Statt AD habe ich versucht durch Supplementierung mit Aminosäuren und Vitaminen die Probleme zu beheben, ohne Erfolg.

Im April 2015 habe ich den Fehler begangen, mich stationäre behandeln zu lassen und ab diesem Zeitpunkt begann das Problem
erst richtig. Dort wurde ich drei Monate lang mit Tavor / Lorazepam ( bis zu 3 mg pro Tag) und Schritt für Schritt
mit Mirtazapin (bis 45 mg). Der positive Effekt war eine allgemeine Beruhigung und deutlich verbessertes Schlafen.´
Die negativen aber überwogen wie Schwindelanfälle, Bewußtseinstrübungen, ungutes Körpergefühl. Zaps, etc.
Um die psychosomatischen Beschwerden zu adressieren bekam ich - gottseidank nur kurz -
3 Tage Flupentixol und 10 Tage Risperidon in der niedrigsten Dosis. Aufgrund der eintretenden Depersonalisierung
habe ich die Medikamente aber wieder abgesetzt.

Seit August 2015 versuche ich schrittweise Mirtazapin auszuschleichen:
(1) Schritt von 45 mg auf 30 mg (6 Wochen bis zum 10. September 2015)
- massive Angstzustände.
(aber nach 6 Wochen stabilisiert)
(2) Schritt von 30 mg auf 15 mg (5 Wochen ab dem 10. September bis zum 15. Oktober 2015)
- massive Schwindel und Gleichgewichtsstörung
- Angstzustände
(aber nach 6 Wochen stabilisiert)
(3) Schritt von 15 mg auf 7,5mg (2 Wochen vom 15. Oktober 2015 bis zum 28. Oktober 2015)
- 8 Tage durchgehend massive Herzschmerzen mit leichter Atemnot
(danach Besserung, deshalb ..)
(4) Schritt von 7,5 mg auf 0 mg (seit dem 28. Oktober 2015)
- seit 9. November 2015: massives andauerndes Sodbrennen
(=> Refluxkrankheit neu aufgetreten, Speiseröhre entzündet, behandelt mit Pantoprazol 80 mg)
- massive Nackenverspannung
- Angstzustände
- Durchschlafstörungen ( 5 Stunden pro Nacht)
- massive Sehstörungen und Skotome
- Schwindelanfälle und Gangunsicherheit
- Blutdruck normal, aber Herzschlag konstant niedrig bei 50 Schlägen pro Minute
- massive körperlich und geistige Erschöpfung, ich muss abends immer um 20 Uhr ins Bett gehen
- bin absolut nicht arbeitsfähig


Ich hatte gehofft, dass sich nach 6 Wochen die Beschwerden wieder bessern, dass ist aber nicht der Fall.
Laut Aussage der behandelnden Psychiaterin habe ich bei der Ausphasung alles richtig gemacht und es können
keine Absetzsymptome sein. Ich war vor kurzem in der Schwindelambulanz in München Großhadern
und dort wurden diverse Untersuchungen einschließlich noch einmal ein CT und MRT des Schädels
sowie ein EEG durchgeführt, alles ohne Befund.

Ich weiß nicht, was ich machen soll, ich komme mir schon vor wie ein Simulant.
Leider kann mal wohl den Stoffwechsel oder das Durcheinander im Gehirn, dass AD anrichten können,
nicht messen.

Zwei konkrete Fragen:
(1) Macht es Sinn, Mirtazapin nach 8 Wochen wieder einzuphasen oder sollte man wenn es geht einfach durchhalten ?
(2) Gibt es Messungen, um zu sehen, inwieweit sich der Gehirnstoffwechsel wieder stablisiert hat ?
(3) Kann eine neu aufgetretene Refluxkrankheit ein Absetzsymptome sein ?
(4) Ist ein niedriger Herzschlag als Absetzsymptom bekannt ?
(5) Wie verbreitet sind Sehstörungen insbesondere Skotome unter Mirtazapin und in der Absetzphase ?

Über jeden Hinweis und Feedback bin ich Dankbar.
Schöne Grüße
Linus
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Re: Hilfe beim Absetzen von Mirtazapin

Beitrag von LinLina » Mittwoch, 16.12.15, 19:20

Hallo Linus,

Herzlich willkommen im ADFD :-)

Deine Beschwerden und Absetzprobleme sind für uns nichts ungewöhnliches, nein, du bist kein Simulant.

Gerade Mirtazapin macht besonders im unteren Bereich oft starke Probleme beim Abdosieren. Du bist insgesamt viel zu schnell vorgegangen, wir empfehlen alle 4-6 Wochen 10% oder im unteren Bereich sogar nur 5%. Insbesondere der Schritt von 15 mg auf 0 mg war eigentlich ein kaltabsetzen. Deine Ärztin hat offensichtlich keine Ahnung von Absetzproblemen und vom achtsamen Ausschleichen.

Wenn du Mirtazapin in die Suche eingibst und die Beiträge dazu liest, wirst du sehen, dass du mit diesem Problem nicht alleine bist. Ich bin auch gerade dabei es langsam auszuschleichen.

Zu deinen konkreten Fragen:

[1] Ja, ich denke in deinem Fall macht es Sinn, eine geringe Menge Mirtazapin wieder einzudosieren. Ich würde an deiner Stelle 3.75 mg ausprobieren, vielleicht auch erstmal nur 1.875 mg (eine achtel 15 mg Tablette) und dann nach einer Woche auf 3.75 mg erhöhen wenn du es gut verträgst.

[2] nein, die gibt es leider nicht

[3] ja, das kann gut sein, darüber klagen mehrere Mitglieder beim Absetzen vermehrt

[4] ich kenne dies eher als Nebenwirkung, da Absetzerscheinungen aber alle möglichen Organe und Systeme betreffen können, kann ich mir gut vorstellen dass es bei dir von der schnellen Reduktion kommt. Im zweifelsfall ärztlich nochmal abklären.

[5] Sehstörungen sind verbreitet beim Absetzen, ich leide auch darunter. Mit Skotomen habe ich mich nie beschäftigt, verbuche meine Sehstörungen unter Absetzsympomen und gehe davon aus dass es wie vieles andere wieder verschwindet.

Du hast erlebt, dass das schnelle Absetzen zu diversen bedrohlich wirkenden Symptomen geführt hat, du solltest da deinem Gefühl vertrauen. Ich hoffe dass du die erneute Einnahme einer geringen Dosis gut verträgst, dann wirst du ja merken ob sich das ein oder andere wieder verbessert - dann war es mit ziemlicher Sicherheit ein Absetzsymptom.

Soweit erstmal, lg Lina
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Hinweis: Alle meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und begründen sich auf Erfahrungswerte - meine eigenen, und die anderer Betroffener - und die wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

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Re: Hilfe beim Absetzen von Mirtazapin

Beitrag von padma » Mittwoch, 16.12.15, 21:48

hallo Linus, :)

auch von mir herzlich willkommen im ADFD.
Du hast ja schon einiges hinter dir :(

Das Wesentliche hat Lina :) dir ja schon geschrieben. Ich würde ebenfalls eine Wiedereindosierung empfehlen.

Ich möchte noch ergänzen, dass du die Wiedereindosierung zunächst mit einem kleinen Krümelchen probieren solltest. Da du bereits 8 Wochen auf 0 bist, gibt es das Risiko einer Unverträglichkeit.

Hier noch einige wichtige Infos:
Absetzinfos: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=19&t=6456
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=19&t=9913
Zur Entstehung von Absetzsymptomen: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=6&t=8621

liebe Grüsse,
padma
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Re: Hilfe beim Absetzen von Mirtazapin

Beitrag von Kevin05 » Mittwoch, 16.12.15, 22:28

Hallo Linus,

willkommen im Forum. Puh, deine Geschichte ist aber auch heftig, wobei ich nur deine Symptome "beurteilen" mag, es ist zwar kaum zu glauben, aber ja, ich denke, das ist alles von den Medikamenten. Mirtazapin ist ja ein berüchtigt "Böses" und kann unglaublich viele Symptome erzeugen, je nach Mensch an ganz verschiedenen Stellen im Körper, also du bist schon krank, aber eben aufgrund der Medikamente und die müssen eben sukzessive raus, dazu haben dir kompetentere Menschen als ich geschrieben, wie du da vorgehen sollst. Ich wollte dir nur sagen, dass du nicht so viele Sorgen hast, was da alles mit dir passiert, ich mein zu sagen, es wäre alles "normal" klingt zwar fast ironisch ist aber so.

Du wirst viel Geduld brauchen, aber einen Ausweg gibt es immer und den wirst du hoffentlich finden, ich wünsche es dir, viel mehr bleibt mir da nicht zu sagen wie eben sorge dich nicht - und nein ich bin nicht Jesus, aber der wusste schon von was er sprach, so gesehen darf man ihn auch zitieren.

Es wird dir viel abverlangen da wieder rauszukommen, aber du willst ja wieder ganz gesund werden und da wirst du sicher einen Weg finden, einige Strategien werden dir hier aufgezeigt, einige wirst du selbst rausfinden, was dir gut tut und dann diesen Weg weitergehen, du hast eben lange was genommen und jetzt musst du auch geduldig versuchen das auszuhalten so gut es geht, eine rasche Lösung gibt es da für niemanden, aber es nimmt jeder anders wahr, also ich hoffe nicht zu viel Leid für dich, nicht noch mehr, hast eh schon genug Symptome, alles Liebe und Gute Kevin

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Nachfrage zu Hilfe beim Absetzen von Mirtazapin

Beitrag von Linus2015 » Donnerstag, 17.12.15, 8:55

Lina, Padma, Kevin,

vielen Dank für Eure schnelle Antwort,
das tut gut. In Eurer Antwort steht, dass bei einer
Wiedereindosierung das Risiko einer Unverträglichkeit besteht.
Was muß ich mir darunter vorstellen ?
Was versteht Ihr unter einem Krümel ? 1/ 8 von 15 mg ?
Wann muß man mit der Wiederaufdosierung beginnen oder kann man auch noch 1, 2 oder 3 Wochen warten ?
Wann ist es dafür zu spät ?
Kann man statt Mirtazapin auch etwas Pflanzliches wie Passionsblume einphasen oder ist das kontraproduktiv ?
Gibt es etwas z.B. Vitamine etc., das man einnehmen kann und die Symptome lindert oder sollte man
sowenig wie möglich dem Körper zuführen.

Ich sollte noch erwähnen, dass ich wegen eines massiven Grünen Stars 4 mal pro Tag Tropen muß und zwar
Trusopt S (3*) und Monoprost (1*).

Sorry, wenn ich Nachfrage aber ich möchte nach 8 Wochen ohne
AD nach einem zu schnellen Ausschleichen mit massiven Nebenwirkungen nicht den nächsten Fehler machen ?

Schöne Grüße und vielen Dank
Linus
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Re: Hilfe beim Absetzen von Mirtazapin

Beitrag von Lisamarie » Donnerstag, 17.12.15, 9:13

Hallo Linus, also ne Unvertröglichkeit kann nach einer Pause auftreten wo man das Medikament nicht genommen hat , das heißt das man es beim zweitenmal nicht mehr verträgt und z.b. Paradoxe Reaktionen auftreten , wie bei einem beruhigenden Medikament man plötzlich Unruhe entwickelt, Herzklopfen o.ä. Deshalb ist ja unsere Empfehlung einen Krümmel zu nehmen um das auszuloten. Ne Krümmel heißt ne winziges Stück rausbeissen höchstens 1 bis 2 mg.

So das dir selbst bei einer Unvertröglichkeit nichts passieren kann, eben weil du sehr wenig davon genommen hast. Wenn du das zwei Tage so genommen hast und es tritt keine Unveetröglichkeit auf kannst du etwas höher dosieren und dann so vorgehen wie Lina geschrieben hat.

Und ich würde nicht mehr lange warten , weil dann die Gefahr weiter steigt das es zu Unvertröglichkeiten kommt.

Du leidest unter einer Absatzproblematik , da wird Passionsblüte nicht bei greifen.
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Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:
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Re: Hilfe beim Absetzen von Mirtazapin

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 17.12.15, 9:17

Hallo Linus,

lies dich doch bitte auch mal hier ein, alle "häufig gestellten Fragen" sind interessant, zum wieder eindosieren gibt es auch einen extra Beitrag. Das ist schon mal eine gute Grundlage: viewtopic.php?f=19&t=9913

Grüße, murmeline
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

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Re: Hilfe beim Absetzen von Mirtazapin

Beitrag von padma » Donnerstag, 17.12.15, 11:29

hallo Linus, :)
Gibt es etwas z.B. Vitamine etc., das man einnehmen kann und die Symptome lindert oder sollte man
sowenig wie möglich dem Körper zuführen.
Viele scheinen unter AD bzw. während/nach dem Absetzen unter Vitaminmängel zu leiden. Bevor du etwas einnimmst, sollte das aber besser überprüft werden. Wichtig zu kontrollieren sind: Vit D, B Vitamine, besonders B12, Eisen, Ferritin und Folsäure, sowie Schilddrüsenhormone.

Manche Betroffene vertragen allerdings keinerlei Vitamine etc., deshalb sollte auch das immer vorsichtig getestet werden.

Fischölkapseln können beim Entzug hilfreich sein http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=15&t=9653

Manchen helfen pflanzliche Präparate, wie Baldrian, Hopfen, Passionsblume (bitte kein Johanniskraut), als zusätzliche Unterstützung.

liebe Grüsse,
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Re: Hilfe beim Absetzen von Mirtazapin

Beitrag von Linus2015 » Sonntag, 20.12.15, 14:01

Murmeline hat geschrieben:Hallo Linus,

lies dich doch bitte auch mal hier ein, alle "häufig gestellten Fragen" sind interessant, zum wieder eindosieren gibt es auch einen extra Beitrag. Das ist schon mal eine gute Grundlage: viewtopic.php?f=19&t=9913

Grüße, murmeline
Danke für den Link
Schöne Grüße
Linus
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Re: Hilfe beim Absetzen von Mirtazapin / Kompetenter Arzt in München

Beitrag von Linus2015 » Sonntag, 20.12.15, 14:13

Danke für Eure schnelle Antworten.
Beim Thema Absetzsyndrom bzw. Symptom
stoß ich bei meinem Arzt auf taube Ohren.
Tenor: Kann bei der Halbwertzeit nicht mehr sein.
Kennt Ihr fachkundige Ärzte in München ?
Gruß Linus
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Re: Hilfe beim Absetzen von Mirtazapin

Beitrag von LinLina » Sonntag, 20.12.15, 16:38

Hallo Linus,
ja das Problem mit den Ärzten haben wir fast alle,*seufz* leider. Dieses Argument mit der Halbwertszeit ist unlogisch. Das Problem beim Entzug ist denke ich das Fehlen der Substanz, auf die der Körper mit diversen Symptomen reagiert, und das kann auch noch lange nachdem alles aus dem Körper draußen ist Probleme machen. Ich kann mal auf unserer Liste (die nicht sehr lang ist, leider) nachsehen ob ein Arzt nähe München dabei ist. Aber auch die Ärzte auf unserer Liste kennen sich nicht unbedingt gut damit aus, es sind vor allem welche, bei denen wir davon ausgehen, dass sie dem Thema gegenüber etwas aufgeschlossener und kritischer gegenüber stehen.

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Re: Hilfe beim Absetzen von Mirtazapin

Beitrag von LinLina » Sonntag, 20.12.15, 16:48

Hallo Linus,
ich habe auf unserer internen Ärzteliste nachgeschaut, leider gibt es keinen Arzt darauf der in der Nähe von München praktiziert. Wobei es wie gesagt wirklich hier auch keine Sicherheit gibt, dass der Arzt gut ist bzw. sich gut mit Absetzsymptomen auskennt.

Viele suchen schon lange nach Ärzten mit denen wir uns auch mal über diese Problematik austauschen könnten, aber erschreckenderweise ziemlich vergeblich :-(

Allerdings ist es auch so, dass Ärzte nicht viel machen können - außer begleiten, die Medikamente in der Ausschleichphase verordnen, in der Not krank schreiben und ernst nehmen der Symptome.

Hier gibt es eine Diskussion dazu wie können Ärzte das absetzen erleichtern

lg Lina
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Re: Hilfe beim Absetzen von Mirtazapin

Beitrag von Toku » Dienstag, 22.12.15, 0:17

Hallo Linus,

ich habe deine "Leidensgeschichte", die leider wahr ist, mit Interesse verfolgt. Mir geht es momentan beim Versuch des Absetzens von Mirtazapin ähnlich schlecht. Habe gerade heute Abend auch einen Beitrag hier im Forum fortgesetzt. Diese Absetzsymptome, die Du beschreibst, habe ich z.T. genauso auch:
- jeden Tag einseitiger Kopfdruck/Ziehen im Kopf
- Angstzustände, sogar wieder Panikattacken (die ich so seit 4 Jahren nicht mehr hatte)
- Durchschlafstörungen aber keine Einschlafstörung ( werde nach 4 bis 5 Stunden wieder wach)
- häufiger Gang zur Toilette in der Nacht (2 bis 3 mal)
- Schwindelanfälle und Gangunsicherheit/ Gleichgewichtsstörungen
- frierend wie Schüttelfrost aber kein Fieber, besonders nachts, wenn ich aufwache
- Nackenschweiß nachts
- Albträume/ intensive Träume

Vielleicht liest du meinen Beitrag auch einmal. Aus der eigenen Erfahrung vermute ich auch, dass Du auch viel zu schnell reduziert hast (von 7.5 auf 0 geht gar nicht). Da sich die Tabletten nur sehr ungenau teilen lassen, habe ich seit 2 Wochen auf Mirtazapin Lösung umgestellt, um quasi in 0.5 mg Schritten reduzieren zu können. Die verschiedenen Möglichkeiten des feinen Abdosierens, z.b. durch die Wasserlösemethode (Auflösen der Tabletten in Wasser) oder Umstellen auf Lösung, wird hier im Forum sehr gut beschrieben. Positiv kann ich Dich ermutigen, dass ich schon einmal 2010 Mirtazapin nach 9 Jahren Einnahme erfolgreich ausschleichen und schließlich ganz absetzen konnte.
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Re: Hilfe beim Absetzen von Mirtazapin

Beitrag von Linus2015 » Freitag, 22.04.16, 18:15

Liebes Forum,

ich wollte mich nach mehreren Monaten wieder melden.
Ich habe zwar zwischendurch immer wieder die Blogs
zum Thema Mirtazapin verfolgt, mich aber nicht aktiv beteiligt.

Leider habe ich auf Eure Ratschläge nicht gehört und nicht wieder
eingeschlichen in der Hoffnung, dass sich mein Zustand auch so Schritt für Schritt
wieder bessert.

Pustekuchen, hat sich leider nicht so erfüllt. Einige Symptome haben sich
zwar gebessert, andere dagegen eher verschlimmert:

- Sodbrennen / Magen-/Darmprobleme
=> sind eher noch schlimmer geworden, wobei organisch wenig zu finden ist
=> 2 Magenspiegelungen und eine Darmspiegelung haben außer einem erhöhten Calprotektin Wert und zu hoher Anteil
an Clostridien Bakterien nichts gebracht
=> PPIs wie Esomeprazol und Pantropazol habe ich schnell wieder abgesetzt
=> Ober- und Unterbauch Sonographie und MRT sind alle ohne Befund / habe nur zu viel Luft im Bauch
=> ein Allgemeinmediziner hat mir Procain-Basen-Infusion und Vitamin C Infusionen empfohlen;
da mir diese nicht gut bekommen, habe ich es nach 6 Infusionen wieder eingestellt
- massive Nackenkrämpfe
=> sind eher etwas besser geworden, werden abends generell besser
- jeden Tag einseitiger Kopfdruck links
=> nach wie vor; habe nach wie vor Schwächegefühl und lokalisiere das im linken Ohr
=> kann laut Neurologen nicht sein, die halten mich sowieso für unglaubwürdig
- Angstzustände
=> sind besser geworden
- Durchschlafstörungen aber keine Einschlafstörung
=> etwas besser geworden, kann jetzt ca. 5 Stunden am Stück schlafen, ist aber nach wie vor nicht erholsam
- häufiger Gang zur Toilette in der Nacht (2 bis 3 mal)
=> nach wie vor, Ober- und Unterbauch Sonographie und MRT sind alle ohne Befund
- massive Sehstörungen und Skotome besonders am Nachmittag
=> Sehstörungen sind eher noch schlechter geworden; ich bin im Januar in der Neurologie
in München Großhadern gewesen; dort hat man festgestellt, dass ich neben Migräne / Aura an einem
Visual Snow Syndrom leider (wahrscheinlich auch bedingt durch Mirtazapin / Maprotilin Einnahme)
http://eyeonvision.org/visual-snow.html
- Schwindelanfälle und Gangunsicherheit
=> nach wie vor, aber Intensität von Tag zu Tag verschieden. In der Deutschen Schwindelambulanz in München / Großhadern
hat man trotz CT und MRT Schädel sowie EEG keine organische Ursache herausgefunden;
=> den Vorschlag den Schwindel mit Neuroleptika zu behandeln habe ich dankend abgelehnt
- Blutdruck normal, aber Herzschlag konstant niedrig bei 50 Schlägen pro Minute
=> nach wie vor
- frierend wie Schüttelfrost aber kein Fieber
=> nach wie vor, wird im Frühjahr aber etwas besser
- ungewöhnlich trockene Hände, Hände kribbeln und schlafen leicht ein
=> nach wie vor
- massive körperlich und geistige Erschöpfung
- Neu !! Öfter das Gefühl den Verstand und das Bewußtsein zu verlieren; ganz schlimmer Zustand,
ich denke ich werde dement, obwohl nichts dafür spricht

Ich bin im Februar 2016 bei einem Neurostress Experten Dr. Bieger in München gewesen,
um den Neuroendokriner Status bestimmen zu lassen. Ich weiß, dass Ihr im Forum nicht viel davon haltet, aber da man den
Neurotransmitter Status im Gehirn nicht messen kann, hat es mich einfach interessiert

Die Ergebnisse:
- GABA stark erniedrigt und Glutamat deutlich erhöht
GABA ist herausragend wichtig für die Angststeuerung.
- Serotonin mäßig defizitär
- Katecholamine sind schwer einzuschätzen, Dopamin unterliegt hoher Metabolisierungsrate,
wobei der Übergang von Dopamin zu DOPAC durch die MAO A/B katalysiert wird – ebenso wie die Metabolisierung von Serotonin zu 5HIES,
die deutlich weniger auffällig ist. In der Summe ist gesteigerte MAO B(A)-Aktivität und als Folge ev. ein zentraler Mangel an Neurotransmitter-
Verfügbarkeit anzunehmen.
- Noradrenalin, das aus Dopamin gebildet wird, ist deutlich vermindert, dazu auch der Endmetabolit VMS,
was für einen relevanten absoluten Mangel spricht, der durch verstärkte Gabe von Katecholaminvorstufen ausgeglichen werden sollte.
Sowohl zu niedriges als auch zu hohes Noradrenalin sind für die Angststeuerung mitbestimmend!
- Grenzwertig niedriges Pregnenolon(sulfat); das zu den wichtigsten Neurohormonen zählt, Das freie Pregnenolon,
das um den Faktor 100 geringer konzentriert im Blut vorkommt als das Sulfat,
war deutlich vermindert, der Wert der Depotform PregSulfat war ebenfalls niedrig.
Pregnenolon ist eines der wichtigsten Neurohormone und hat große Bedeutung für Kognition, Gedächtnis,
Motivation, Aktivität, Entspannung, Stimmungslage, Schlaf und Ängste.

Die vorgeschlagene Aminosäuren Substitutionstherapie habe ich nach 3 Tabletten wieder abgebrochen,
da ich jeden Tag Auren bekommen habe. Danach war das Problem wieder weg.

Außerdem habe ich noch Schwermetallanalysen / Haaranalyse durchgeführt,
aber das hat auch nicht viel ergeben:
- LANGSAMER STOFFWECHSEL (TYP 1)
** Parasympathikusdominanz
** Verminderte Schilddrüsenfunktion (reduzierte Hormonausschüttung)
** Verminderte Nebennierenfunktion (reduzierte Hormonausschüttung)
- schlechte Retention von Kalium
- zu niedriger Manganspiegel
- Natrium-Kalium-Profil liegt über dem Normalbereich
- Im Vergleich zu Kalium hoher Calciumspiegel => häufig ein Anzeichen für eine Neigung zu Hypothyreose (Unterfunktion der Schilddrüse)
- HOHES ZINK/KUPFER-VERHÄLTNIS (Zn/Cu
- NIEDRIGES NATRIUM/MAGNESIUM-VERHÄLTNIS (Na/Mg)
=> Das Natrium/Magnesium-Profil spiegelt eine verringerte Nebennierenrindenfunktion wider.
- SÄMTLICHE VORLIEGENDEN VERHÄLTNISSE TOXISCHER METALLE LIEGEN INNERHALB DES AKZEPTABLEN BEREICHS

Also insgesamt auch nicht viel Neues. Ich hoffe immer auch das eine Problem und die
eine Wunderlösung, aber die gibt es wohl nicht.

Hoffentlich erholt sich mein Gehirn im Laufe der Zeit. Viel Hoffnung habe ich aber
nicht mehr, da der Zustand schon so lange andauert.

Nachdem ich das Wieder Eindosierungsfenster verpasst habe, bleibt mir wohl nur abzuwarten oder ?

Schöne Grüße

Linus
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Re: Hilfe beim Absetzen von Mirtazapin

Beitrag von LinLina » Freitag, 22.04.16, 19:02

Hallo Linus,

Danke für deinen Bericht. Es tut mir sehr leid zu hören, dass du immer noch sehr unter den Nachwirkungen des schnellen Absetzens leidest :-(

Aber die Hoffnung aufgeben, das solltest du auf keinen Fall.

Es ist ganz typisch, dass die Nachwirkungen Monate andauern können. Es können aber auch durchaus 1-2 Jahre vergehen, bis du eine deutliche Besserung verspürst, genaue Prognosen sind ganz schwer, denn es ist ganz individuell.

Aber etwas, das eigentlich fast allen Betroffenenberichten gemeinsam ist: Es bessert sich langsam.

Du hast ja in letzter Zeit sehr viele Untersuchungen gemacht und teilweise auch Dinge probiert, die dir nicht gut getan haben (Infusionen, Aminosäuren). Das kann durchaus die Heilung verzögern bzw. den Zustand wieder verschlechtern. Ich würde versuchen, in Zukunft solche Dinge nur ganz vorsichtig auszuprobieren, damit du es nicht schlimmer machst.

Hier ist unsere Liste von Symptomverstärkern http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=6442


Ob eine Wiedereindosierung bei dir jetzt noch Sinn macht, kann ich nicht sagen. Es könnte sein, aber ist sehr unsicher.

Solltest du dich dafür entscheiden, dann nur eine ganz kleine Menge (ca. 1 -2 mg) und du solltest aber diesmal nach einigen Monaten Stabilisierung extrem langsam und vorsichtig abdosieren, da dein System schon so sehr gereizt ist - das heißt, es könnte ein Ausschleichen über einige Jahre werden, trotz einer Einnahme von nur wenigen mg. Dessen solltest du dir bewusst sein, und dafür solltest du bereit sein wenn du es versuchen willst denke ich. Sonst macht es keinen Sinn, und ich würde sagen halte besser durch, es wird ganz ganz langsam sicher etwas besser.

Es wieder einzunehmen und dann wieder zu schnell abzusetzen würde eher alles noch schlimmer machen.


Liebe Grüße

Lina

P.S. Lina und Linus, beide Mirtazapingeplagt, wie passend ;-)
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Ich bin zur Zeit nicht im Forum aktiv. Bei Fragen und Bitten an das Team an padma, Ululu69 oder murmeline wenden.

Hinweis: Alle meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und begründen sich auf Erfahrungswerte - meine eigenen, und die anderer Betroffener - und die wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

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Re: Hilfe beim Absetzen von Mirtazapin

Beitrag von Lisamarie » Freitag, 22.04.16, 19:08

Hallo Linus, du hast ja viele Untersuchungen machen lassen. :o

Mit dem Eindosieren würde ich versuchen, wenn du mit einer geringen Dosis von 1 bis höchstens 2 mg einsteigst, kann dir im Falle einer Unverträglichkeit nicht viel passieren. Also ich würde es zumindest versuchen.
Lg Petra
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Re: Hilfe beim Absetzen von Mirtazapin

Beitrag von Halmackenreuther » Samstag, 23.04.16, 1:42

Hallo @Linus2015,

Du hast einen sehr detaillierten und sachlichen Absetzbericht eingestellt. Danke dafür.

Davon können sicherlich auch andere Betroffene (und mitlesende Ärzte) profitieren.

Gruß Helmut
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1993-2006 diverse Benzos
2002 und 2006 Tavorentzug von 1,0
Seit 2006 Benzofrei
1995-2009 Fluvoxamin in unterschiedlichen Dosierungen; ohne Probleme abgesetzt
2006-2010 Doxepin in unterschiedlichen Dosierungen; ohne Probleme abgesetzt
seit 8/2015 30 mg Mirtazapin (eine Woche auf 45 mg)
11/2015 Dosisänderung von 30 auf 15 mg; nach zwei Tagen heftige Absetzsymptome; ohne größere Probleme zurück auf 30 mg
18.-21.12.2015 Dosisänderung von 30 auf 26,25 mg; nach vier Tagen heftige Absetzsymptome
seit 22.12.2015 wieder 30 mg; große Probleme trotz Dosiserhöhung; nach ca. 10 Tagen wieder ok.
28.01.16 27 mg; 05.03.16 24 mg; 19.04.16 22 mg; 15.07.16 20 mg; 22.10.2016 17 mg; 09.12.2016 15 mg; 12.01.2017 14 mg; 12.03.2017 13 mg; 01.05.2017 22,5 mg

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Re: Hilfe beim Absetzen von Mirtazapin

Beitrag von Linus2015 » Samstag, 23.04.16, 14:27

Danke für den netten Kommentar. Ich sehe mich allerdings als schlechtes abschreckendes Beispiel, weil ich mich nicht an die <10% Regel gehalten habe. Im Jahr 2014 bei Maprotilin und Citalopram habe ich auf die Ärzte vertaut und nicht besser gewußt; bei Mirtazapin war ich aufgrund der Informationsfülle im Forum gewarnt aber einfach zu ungeduldig ...
Gruß Linus
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Re: Hilfe beim Absetzen von Mirtazapin

Beitrag von Linus2015 » Samstag, 23.04.16, 14:32

Danke für die aufmunternden Worte Lina; ich werde wohl nicht wieder ein dosieren und einfach abwarten.
Schönes Wochenende
Linus :schnecke:
LinLina hat geschrieben:Hallo Linus,

Danke für deinen Bericht. Es tut mir sehr leid zu hören, dass du immer noch sehr unter den Nachwirkungen des schnellen Absetzens leidest :-(

Aber die Hoffnung aufgeben, das solltest du auf keinen Fall.

Es ist ganz typisch, dass die Nachwirkungen Monate andauern können. Es können aber auch durchaus 1-2 Jahre vergehen, bis du eine deutliche Besserung verspürst, genaue Prognosen sind ganz schwer, denn es ist ganz individuell.

Aber etwas, das eigentlich fast allen Betroffenenberichten gemeinsam ist: Es bessert sich langsam.

Du hast ja in letzter Zeit sehr viele Untersuchungen gemacht und teilweise auch Dinge probiert, die dir nicht gut getan haben (Infusionen, Aminosäuren). Das kann durchaus die Heilung verzögern bzw. den Zustand wieder verschlechtern. Ich würde versuchen, in Zukunft solche Dinge nur ganz vorsichtig auszuprobieren, damit du es nicht schlimmer machst.

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Ob eine Wiedereindosierung bei dir jetzt noch Sinn macht, kann ich nicht sagen. Es könnte sein, aber ist sehr unsicher.

Solltest du dich dafür entscheiden, dann nur eine ganz kleine Menge (ca. 1 -2 mg) und du solltest aber diesmal nach einigen Monaten Stabilisierung extrem langsam und vorsichtig abdosieren, da dein System schon so sehr gereizt ist - das heißt, es könnte ein Ausschleichen über einige Jahre werden, trotz einer Einnahme von nur wenigen mg. Dessen solltest du dir bewusst sein, und dafür solltest du bereit sein wenn du es versuchen willst denke ich. Sonst macht es keinen Sinn, und ich würde sagen halte besser durch, es wird ganz ganz langsam sicher etwas besser.

Es wieder einzunehmen und dann wieder zu schnell abzusetzen würde eher alles noch schlimmer machen.


Liebe Grüße

Lina

P.S. Lina und Linus, beide Mirtazapingeplagt, wie passend ;-)

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Re: Hilfe beim Absetzen von Mirtazapin

Beitrag von Halmackenreuther » Sonntag, 24.04.16, 0:28

Hallo @Linus2015,

in Beitrag #1 schreibst Du:
Linus2015 hat geschrieben:
(4) Schritt von 7,5 mg auf 0 mg (seit dem 28. Oktober 2015)
- seit 9. November 2015: massives andauerndes Sodbrennen
(=> Refluxkrankheit neu aufgetreten, Speiseröhre entzündet, behandelt mit Pantoprazol 80 mg)
Hattest Du den Eindruck, dass die höherdosierte Einnahme von Mirtazapin die Magensäureproduktion drosselt und umgekehrt dann beim Absetzen eine verstärkte Produktion von Magensäure einsetzt ?
(das ist zwar ein Paradebeispiel für eine Suggestivfrage, aber was soll`s)

Gruß Helmut
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11/2015 Dosisänderung von 30 auf 15 mg; nach zwei Tagen heftige Absetzsymptome; ohne größere Probleme zurück auf 30 mg
18.-21.12.2015 Dosisänderung von 30 auf 26,25 mg; nach vier Tagen heftige Absetzsymptome
seit 22.12.2015 wieder 30 mg; große Probleme trotz Dosiserhöhung; nach ca. 10 Tagen wieder ok.
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