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Pummelchen stellt sich vor und schwitzt

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Pummelchen
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Pummelchen stellt sich vor und schwitzt

Beitrag von Pummelchen » Mittwoch, 03.02.16, 18:40

Hallo ich bin Pummelchen,

ich habe seit vielen Jahren schwere Depressionen mit psychotischen Symptomen und eine Angststörung.
Ich habe 5 Jahre diverse Psychopharmaka genommen (zuletzt 5 verschiedene Medikamente) und habe das Gefühl sie haben in meinem Körper etwas kaputt gemacht, auch wenn meine Psychiaterin das anders sieht.
Ich habe unter den Psychopharmaka so schrecklich viel geschwitzt, so dass es mich in meinem Leben und meiner Lebensqualität total eingeschränkt hat und im Laufe der Jahre immer schlimmer wurde. Angefangen hat es damals bei Venlafaxin und am Ende waren die Beschwerden auch unter Fluoxetin. Ich nahm auch Sormodren, was angeblich gegen das schwitzen helfen sollte, aber ich spürte keine Linderung, sondern es machte mich nur müde.
Im Oktober 2015 habe ich alle Medikamente in Absprache mit meiner Ärztin abgesetzt, weil meine Depression vorbei war, doch nach Wochen der Schock: das schwitzen blieb.

Seit Januar habe ich wieder eine schwere Depression und nehme Fluoxetin jetzt wieder ein. In niedrigster Dosis (20 mg). Das schwitzen tagsüber hat sich natürlich nicht geändert, aber jetzt schwitze ich nachts plötzlich so stark, dass mein ganzes Bett nass ist und ich Angst habe, meine neue Matratze bekommt Flecken oder schimmelt.

Alle Maßnahme das schwitzen in den Griff zu bekommen (Salbei, Deo, Sormodren, dünne Kleidung), haben versagt und ich weiß nicht mehr weiter. Ich möchte nicht bis an mein lebensende so stark schwitzen. Ich laufe nur noch in dunkelblauen T-shirts herrum, verwende Ur-Deo (mit bescheidener Wirkung) und muss mich andauernd frisch machen.

Wem geht es genauso und was hat euch geholfen?

Liebe Grüße,
Pummelchen

P.S. Außerdem habe ich seit Monaten Appetitverlust, Übelkeit und Gewichtsverlust mit Magenschmerzen. Diagnose: errosive Antrumgastritis. Ich vermute aufgrund von Stress und 5 Jahren Medikamenteneinnahme. (Die Ärzte sagen es läge nicht an den Medikamenten) Jetzt nehme ich Pantozol 40 mg.

padma
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Re: Pummelchen stellt sich vor und schwitzt

Beitrag von padma » Mittwoch, 03.02.16, 21:49

hallo Pummelchen, :)

herzlich willkommen im ADFD
ich habe 5 Jahre diverse Psychopharmaka genommen (zuletzt 5 verschiedene Medikamente) und habe das Gefühl sie haben in meinem Körper etwas kaputt gemacht, auch wenn meine Psychiaterin das anders sieht.
Psychopharmaka können schwere NW haben, nimmt man mehrere kommen Wechselwirkungen hinzu. Diese NW sind mit ein Grund dafür, dass wir hier im ADFD eine Langzeiteinnahme sehr problematisch finden. Psychiater nehmen dieses Problem oft leider nicht ernst.

Hinzu kommt, dass oft NW nicht erkannt und der "Grunderkrankung" zugerechnet werden.

Viele NW sind reversibel, der Körper erholt sich nach dem Absetzen wieder.
Ich habe unter den Psychopharmaka so schrecklich viel geschwitzt, so dass es mich in meinem Leben und meiner Lebensqualität total eingeschränkt hat und im Laufe der Jahre immer schlimmer wurde.
Übermässiges Schwitzen gehört mit zu den NW bei SSRI/SNRI und das kann in der Tat sehr belastend sein. NW können im Verlauf der Einnahme auch zunehmend stärker werden.
Im Oktober 2015 habe ich alle Medikamente in Absprache mit meiner Ärztin abgesetzt, weil meine Depression vorbei war, doch nach Wochen der Schock: das schwitzen blieb.
Du hast 5 Medikamente in einem Monat abgesetzt? :shock: Das war viel zu schnell. Wir empfehlen hier ein Medikament nach dem anderen in 10% Schritten alle 4 - 6 Wochen zu reduzieren. 5 Medikamente richtig auszuschleichen benötigt Jahre!
Seit Januar habe ich wieder eine schwere Depression
Dies ist vermutlich eine Folge des viel zu schnellen Absetzens. Absetzsymptome können sich wie eine Depression anfühlen und viele Ärzte erkennen nicht, dass es sich um eine Absetzsymptomatik handelt
Schau mal hier eine Symptomliste: http://www.antidepressiva-absetzen.de/Stufe_3.html
P.S. Außerdem habe ich seit Monaten Appetitverlust, Übelkeit und Gewichtsverlust mit Magenschmerzen.
Auch das sind typische NW/Absetzsymptome

Um dich unterstützen zu können, brauchen wir noch genauere Informationen:
Welche Psychopharmaka hast du in welcher Dosis genommen und wie genau abgesetzt?
Am besten du erstellst gleich eine Signatur: http://www.adfd.org/austausch/app.php/r ... -erstellen

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
25.10.2019: 0,01 mg bin auf der Zielgeraden angelangt :D



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.


Dane
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Re: Pummelchen stellt sich vor und schwitzt

Beitrag von Dane » Donnerstag, 04.02.16, 1:16

Hallo Pummelchen,

verstehe ich das richtig, dass man bei dir Fluoxetin, Risperidon, Pregabalin, Sormodren und Melperon mehr oder weniger gleichzeitig binnen eines Monats abgesetzt hat?! :o Da würde ja wohl glaube ich selbst das robusteste ZNS völlig frei drehen, das ist einfach nur übel! Fünf Kaltentzüge, das tut mir leid :(
Aber glaube mir, hier im Forum wurden schon einige Scherbenhaufen der Psychiatrie wieder ins Lot gerückt, dem regen Austausch unter den selbst Betroffenen sei Dank!

Viele Grüße und alles Gute
Dane
Zuletzt geändert von Dane am Donnerstag, 04.02.16, 10:36, insgesamt 2-mal geändert.
In den Wintermonaten 12/13 und 13/14: Einnahme von Johanniskraut (Laif 900, nicht ausgeschlichen)

06.2014 - 04.2015: Paroxetin (20/10mg) -> abrupt abgesetzt. Psychiaterin meinte: einfach weglassen!

Ende Juni beginnen die Absetzerscheinungen deutlich. Seitdem im kalten Entzug mit diversen Symptomen (vor allem Unruhe, Schwindel, Dauerübelkeit, Derealisation, Depression, Tinnitus, RLS, Druck/Ziehen hinter der Stirn, hohe Geräuschempfindlichkeit, kaum Libido).
Oft abwechselnd / wellenartiges Auftauchen & wieder verschwinden

> Versuch des krümelweise Wiedereinschleichens nach 2 Wochen abgebrochen! (Herzrasen, Panikattacken) <

Sep. - Nov. 2015: Promethazin (Atosil) bis zu 10 Tropfen -> zum Schluß heftige Symptomverschlimmerung :!:

Stand März 2016: Die meisten Symptome haben sich stark abgeschwächt; ich denke, ich befinde mich auf dem aufsteigenden Ast!

Was mir hilft: (oder zumindest nicht schadet)
Fischölkapseln
Passionsblumenkraut
Vitamin D3
Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training
und wenn es geht: viel Ruhe und Geduld :schnecke:

Murmeline
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Re: Pummelchen stellt sich vor und schwitzt

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 04.02.16, 8:26

Hallo Pummelchen,

ich hab 2012 Venlafaxin abgesetzt und in diesem Sommer hatte ich auch ein Schwitz-Problem, nach Deiner Breschreibung nicht ganz so heftig, aber ich weiß, wie unangenehm das ist. Das wurde dann aber nach und nach besser, im Sommer 2013 habe ich wieder ganz normal geschwitzt. Hier war also kein dauerhafter Schaden entstanden, wohl aber ein ordentliches Durcheinander in diesem Körpersystem durch die Substanzen der Psychopharmaka.
Ich habe 5 Jahre diverse Psychopharmaka genommen (zuletzt 5 verschiedene Medikamente)
Hm. Viele Betroffene hier berichten im Rückblick, dass sie es inzwischen so sehen, dass bei einzelnen Psychopharmaka Nebenwirkungen aufgetreten sind, die dann wieder mit anderen Medikamenten gedeckelt wurden. Wer z.B. ein SSRI/SNRI nimmt, kann sehr unruhig werden, so dass etwas zum Schlafen dazu kommt. Wer eher etwas dämpfendes genommen hat (Neuroleptika z.B.), braucht irgendwann ein AD, weil er sich depressiv und schlapp fühlt oder morgens keinen Antrieb mehr hat. Vielleicht willst Du unter diesem Blickwinkel mal zurückschauen?

Wir gehen hier grundsätzlich davon aus, dass Psychopharmaka Symptome deckeln können, aber nicht heilen. Das heißt, beim Absetzen, und vor allem bei einem schnellen Absetzen, holen einen emotionale Grundprobleme wieder ein - manchmal so heftig, dass die ganzen Strategien aus Therapien nicht angewendet werden können. Dazu kommen pharmakologische Gegenreaktionen, weil die Neurotransmitter und alle Körpersysteme durch die Wirkstoffe in ein quasi unnatürliches Gleichgewicht geschmissen wurden und sich erst wieder neu finden müssen. Für viele ein sehr schmerzhafter, anstrengender Prozess mit vielen, auch psychischen Symptomen, die leider oft Grundlage für weitere Diagnosen und Medikamente sind.

Wenn man komplexe psychische Zustände vor der Einnahme hatte, ist das natürlich schwer zu unterscheiden. Wichtig ist aber zu wissen, dass z.B. gesunde Studienteilnehmer nach einer Kurzzeiteinnahme von Psychopharmaka depressive Zustände bekamen oder Panikattacken. Studienteilnehmer mit Panikattacken bekamen nach dem Absetzen depressive Zustände, andere mit Depressionen erstmals massive Unruhezustände und Angst. So was gibt zu denken, ganz abgesehen von den Betroffenenberichten, die sich in Foren wie unserem finden lassen.
Im Oktober 2015 habe ich alle Medikamente in Absprache mit meiner Ärztin abgesetzt, weil meine Depression vorbei war, doch nach Wochen der Schock: das schwitzen blieb. Seit Januar habe ich wieder eine schwere Depression und nehme Fluoxetin jetzt wieder ein. In niedrigster Dosis (20 mg).
Gab es für die erneute Depression konkrete Auslöser? Ich kann mir vorstellen, dass es Dir derzeit ziemlich durcheinander geht. jetzt geht es wohl erst einmal darum, Dich zu stabilisieren. Und dann kannst du überlegen, wie es weitergehen kann.

Für die Matraze gibt es vielleicht so eine Zwischenauflage?

Viele Grüße, Murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
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Pummelchen
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Re: Pummelchen stellt sich vor und schwitzt

Beitrag von Pummelchen » Donnerstag, 04.02.16, 20:21

Vielen Dank für eure Antworten!

@Padma
Ich war 5 Jahre schwerst krank und habe die Medikamente wirklich gebraucht und habe auch sehr von ihnen profetiert. Sonst wäre ich glaube nicht mehr am Leben. SSRI´s sind eigentlich nicht so sehr dafür bekannt, dass man schwitzt, aber es steht überall in den NW mit drin. Aber Venlafaxin ist sehr dafür bekannt übermäßiges schwitzen auszulösen.

Ja ich habe alle Medikamente in Absprache mit meiner Psychiaterin in einem Monat abgesetzt, weil die Depression längere Zeit vorbei war und ich schwanger werden wollte und mir da aufgrund meines Alters nicht mehr viel Zeit bleibt. Ich hatte mit dem Absetzen auch überhaupt keine Probleme, bis auf das schwitzen was blieb. Ich kann leider überhaupt nicht rechnen, deswegen weiß ich nicht, wie viel 10 Prozent von einer Dosis sind, aber aus dem Bauch herraus würde ich sagen, kann man gar nicht alle meiner Medikamente in 10 Prozentschritten reduzieren.
Und ich habe ja auch nicht alle Dosen die ich dafür von einem Präparat benötige Zuhause. Da bräuchte ich theoretisch einen Arzt, der mir die verschreibt und das wird mein Facharzt nicht machen für 1 Jahr oder länger.

Ich denke nicht, dass die Depression zurück kam, weil ich zu "schnell" ausgeschlichen habe. Es gab verschiedene Auslöser die die Ursache dafür waren.
Wer hat die Symptomliste erstellt und was für eine Qualifikation hat derjenige?
Was für eine biologische Erklärung gibt es dafür, dass ein Medikament, was schon lange aus dem Körper raus ist und somit nicht mehr im Blut nachweißbar ist, noch Nebenwirkungen macht?
Die Signatur hatte ich sofort nach meinem 1. Beitrag erstellt, aber leider scheint sie dann für euch noch nicht sichtbar zu sein. Es wäre besser, wenn man die Signatur gleich mit oder vor dem 1. Beitrag sehen könnte.

@Murmeline
Ne, bei mir hatte jedes einzelne Medikament seinen eigenen Sinn und wurde nicht eingesetzt um andere Nebenwirkungen zu bekämpfen. Außer das Sormodren, dass hatte ich eben zusätzlich, weil ich von dem Antidepressivum so geschwitzt habe.
Wo finde ich die Studie darüber dass z.b. gesunde Probanden bei AD- Einnahme depressiv wurden?

Ja für die jetzige Depression gab es wieder akute Auslöser.

Der Mann im Matratzengeschäft meinte, es gäbe 2 Auflagen: eine die dünner ist und mehr Luft durchlässt und eine die keine Feuchtigkeit durchlässt (also für inkontinente) und weil ich das Milbenwachstum nicht zusätzlich fördern wollte, hatte ich mich für die dünne Auflage entschieden.

Meine Ausgangsfrage ist noch nicht ganz beantwortet, also wenn es hier noch jemanden gibt, der seit der Psychopharmakaeinnahme genauso unter schwitzen leidet und auch weiterhin schwitzt obwohl er die Medikamente bereits abgesetzt hat, würde ich mich sehr freuen, wenn er sich bei mir meldet!

liebe Grüße,
Pummelchen
Bisher eingenommene Psychopharmaka und Nebenwirkungen an die ich mich noch erinnern kann:

Sulpirid (2010)
Venlafaxin 300 mg (2011-2012) ->schwitzen, Obstipationen, Tachykardie
Sertralin 200 mg (2012)
Bupropion 300 mg (2012-2013) -> Krampfanfall darunter erlitten
Trazodon (2012-2013)
Opipramol (2012)
Fluoxetin (2012-2015) ->Schwitzen, Milchfluss, Obstipationen
Risperidon 4 mg (2012-2015) ->Muskelsteifigkeit (bekam die Finger nicht mehr richtig auseinander bei der Gartenarbeit)
Pregabalin (bis 2015) ->starke Müdigkeit, Schwindel und keine Linderung der Angstsymptomatik
Sormodren (bis 2015) ->Müdigkeit
Melperon 25 mg (bis 2015) ->Müdigkeit, Schwindel, Alpträume
Tavor (gelegentlich)

Murmeline
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Re: Pummelchen stellt sich vor und schwitzt

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 04.02.16, 21:06

Hallo Pummelchen,

Absetzsymptomen werden zum Beispiel in diesem fachartikel von 2015 aufgeführt
viewtopic.php?p=104330#p104330

Unsere Liste nimmt auch weitere Erfahrungswerte von Betroffenen auf.

Das mit den gesunden Probanten habe ich, meine ich, in einem der Bücher des amerikanischen Psychiaters Dr. Peter Breggin gelesen. Er hatte im Rahmen von Gerichtsverfahren Zugang zu den unveröffentlichten Unterlagen der Hersteller.

Zu deiner Frage:
Was für eine biologische Erklärung gibt es dafür, dass ein Medikament, was schon lange aus dem Körper raus ist und somit nicht mehr im Blut nachweißbar ist, noch Nebenwirkungen macht?

Hier einen Hinweis.
Es wird angenommen, dass neuroplastische Prozesse bezogen auf dendritische Verzweigung der behandlungsresistenten Depression zugrundeliegen, die im Rahmen einer chronischen Antidepressivaeinnahme auftritt.
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 89#p112789

Es geht hierbei um Rezeptorenveränderungen und Störungen im Gleichgewicht, die sich individuell erst nach und nach regulieren.
Hier ein Artikel von 2012:
There are a number of ways that antidepressants can disrupt properly functioning homeostatic mechanisms in the brain and periphery and cause disorder. The first way is derived from the fact that it takes several weeks for the decline in synthesis to bring extracellular levels of serotonin in the brain back down to equilibrium levels. During this time, serotonin levels are higher than what they should be. Antidepressants could potentially cause disorder prior to the restoration of equilibrium.

Second, the long-term use of antidepressants can strain homeostatic regulatory mechanisms, because they must make a number of accommodations to restore equilibrium, and this can degrade the functioning of those mechanisms. For instance, it has been suggested that depression could potentially be the result of decline in the functioning of regulatory mechanisms caused by prolonged stress (McEwen, 2000; Ganzel et al., 2010). The same principle suggests that long-term antidepressant use could potentially cause degradation in the functioning of the homeostatic mechanisms controlling serotonin.

Third, antidepressants can trigger disorder when they are discontinued. Even though equilibrium is eventually restored with prolonged antidepressant use, it only does so because the accommodations made by the brain oppose the action of antidepressants (Andrews et al., 2011; Fava and Offidani, 2011). When antidepressants are discontinued, the accommodations made by the brain are unopposed, which should again cause serotonin levels to deviate from equilibrium. Thus, the discontinuation of antidepressants can cause disorder until the brain reverses the accommodations made during Treatment.

For instance, while antidepressants are modestly effective in reducing depressive symptoms, they increase the brain’s susceptibility to future episodes after they have been discontinued. Contrary to a widely held belief in psychiatry, studies that purport to show that antidepressants promote neurogenesis are flawed because they all use a method that cannot, by itself, distinguish between neurogenesis and neuronal death. In fact, antidepressants cause neuronal damage and mature neurons to revert to an immature state, both of which may explain why antidepressants also cause neurons to undergo apoptosis (programmed death).
http://journal.frontiersin.org/article/ ... 00117/full

Eine Zusammenfassung des Artikels des Biologen Paul Andrews gibt es in unseren Hintergrund Informationen. http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=6&t=10846

Interessante Studien gibt es auch hier: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 54&t=10870

Wenn du "schwitzen" in die Suchfunktion eingibt, findest du vielleicht auch Erfahrungsberichte.

Grüße, Murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

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Jamie
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Re: Pummelchen stellt sich vor und schwitzt

Beitrag von Jamie » Donnerstag, 04.02.16, 21:18

Hallo Pummelchen,

willkommen im adfd :)

Wir Moderatoren sind eine Truppe Ehrenamtlicher mit eigener Psychopharmaka-Erfahrung, die versuchen Menschen mit Problemen (verursacht durch Psychopharmaka und falsches Absetzen) zu helfen. Wir bekommen hierfür keinen Cent, machen alles in unserer Freizeit und danken an dieser Stelle auch den vielen anderen Teilnehmern hier, die mit beraten und denen das Schicksal der anderen Betroffenen nicht egal ist.
Wer hat die Symptomliste erstellt und was für eine Qualifikation hat derjenige?
Die Liste wurde über viele Jahre von den Teilnehmern immer wieder ergänzt und wird z.Zt. intern von uns überarbeitet und sie wird noch umfangreicher.
Die Erkenntnisse sind Erfahrungen, die das ADFD seit seiner Gründung gesammelt hat; zusammengetragen von den Betroffenen.
Eine wissenschaftliche Qualifikation können wir nicht vorweisen; die brauchen wir diesbezüglich aber auch gar nicht.
Was offiziell in der Medikamenten-Gebrauchsinformation (früher: Beipackzettel) steht kann jeder nachlesen; hier sind die Symptome gesammelt, die Betroffene zusätzlich durchleiden und die keine Erwähnung in den offiziellen Dokumenten finden.
Wer sie erstellt hat, wissen wir nicht mehr; das aktuelle Moderatorenteam ist mit Ausnahme von Oliver erst seit 2013 hier aktiv und da gab es die Liste bereits.
Was für eine biologische Erklärung gibt es dafür, dass ein Medikament, was schon lange aus dem Körper raus ist und somit nicht mehr im Blut nachweißbar ist, noch Nebenwirkungen macht?
Die biologische Erklärung gibt nicht das Medikament ab, sondern die Rezeptorenlage / Neurotransmitterlage im Gehirn, nachdem das Medikament (zu schnell) ausgeschleußt wurde.
Hier gibt es erste Infos: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=6&t=8621

Die Signatur hatte ich sofort nach meinem 1. Beitrag erstellt, aber leider scheint sie dann für euch noch nicht sichtbar zu sein. Es wäre besser, wenn man die Signatur gleich mit oder vor dem 1. Beitrag sehen könnte.
Diese Information werden wir an unseren Gründer und Administrator Oliver weiterreichen.

Du hast nach Betroffenen mit Schwitzproblemen gefragt. Ich war 8 Jahre lang Benzo-abhängig und habe 14 Monate lang Benzodiazepine (low-dose-Abhängigkeit) ausgeschlichen; 1mg Alprazolam, 15mg Zolpidem und etwa gleichviel Zopiclon --> substituiert durch Diazepam / überlappend umgestellt und dann nur noch Diazepam genommen und langsam und sorgfältig ausgeschlichen.
Mein abartiges Schwitzen (nicht so schlimm wie bei dir, aber massiv) und mein Bedürfnis alle 5 Minuten Wasser trinken zu müssen war nach dem Entzug noch ca. 10 Monate extrem präsent und wurde dann langsam besser. Jetzt bin ich 20 Monate auf Null und das Schwitzen hat sich sehr gebessert und das Trinken etwas.

Grüße
Jamie
...........SIGNATUR...............


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Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



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Re: Pummelchen stellt sich vor und schwitzt

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 04.02.16, 23:41

Nebenbei:

Ich glaube, das hier ist die erste Liste von Absetzsymptomen (aus dem Infopaket) mit dem das ADFD gearbeitet hat: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 4742#p4742

Übernommen wurde dies vom Psychiater Dr. David Healy (UK), der sich sehr früh mit dem Thema beschäftigt hat. Diese Infos waren auch Grundlage für die Infos aus "Antidepressiva absetzen", zu der auch die verlinke Liste gehört, ergänzt um Betroffenenerfahrungen.

Oliver, du kannst mich ja korrigieren, wenn ich daneben liege.
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Re: Pummelchen stellt sich vor und schwitzt

Beitrag von Pummelchen » Montag, 08.02.16, 18:02

Hallo liebe Forianer,
vielen Dank für eure Antworten! Ich bin nicht nur schlecht im rechnen, sondern kann auch kein Englisch. Noch dazu bin ich durch meine Erkrankung gerade kognitiv sehr eingeschränkt, aber wenn es mir wieder besser geht, lese ich mich mal durch die deutschen Links.

@Jamie
Wer ist denn dieser "Rhi" von dem du diesen Text übersetzt hast?
Ich frage mich folgendes nachdem ich deine Übersetzung gelesen habe: Ist es nicht so, dass bei einer Depression zu wenig Botenstoffe im Gehirn vorhanden sind und deswegen die Antidepressiva eingesetzt werden, damit sie wieder in ausreichender Zahl vorhanden sind?
Wenn die Medikamente nicht die Lösung sind, wie kann man dann das Gehirn anregen, wieder eine physiologische Anzahl an Botenstoffen im Gehirn zu produzieren? Ich glaube Lichttherapie und Johanniskraut alleine reicht da nicht. Zumindest nicht bei mir.
Vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht zum Thema "schwitzen". Es tröstet ein klein wenig zu wissen, dass es auch anderen so ging.

@Murmeline
Gibt es irgendwo Texte von oder über den Psychiater Dr. David Healy in Bezug auf Antidepressiva die ins deutsche übersetzt wurden?

Ansonsten macht mich dieses Nachtschwitzen so fertig, dass ich jetzt doch überlege, die Bettauflage für Inkontinente zu kaufen, um die Matratze vor Schimmel zu bewahren. Vielleicht muss ich mich entscheiden: Milben oder Schimmel!? Trau mich gar nicht mehr zu verreisen und bei anderen zu übernachten, wenn ich alles nass schwitze. Auch wenn ich das in der jetzigen akuten Erkrankung sowieso nicht machen würde. Aber es geht ums Prinzip. Und ständig Bettwäsche und Kleidung zu wechseln und zu waschen ist auch mühsam.

liebe Grüße,
Pummelchen
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Sulpirid (2010)
Venlafaxin 300 mg (2011-2012) ->schwitzen, Obstipationen, Tachykardie
Sertralin 200 mg (2012)
Bupropion 300 mg (2012-2013) -> Krampfanfall darunter erlitten
Trazodon (2012-2013)
Opipramol (2012)
Fluoxetin (2012-2015) ->Schwitzen, Milchfluss, Obstipationen
Risperidon 4 mg (2012-2015) ->Muskelsteifigkeit (bekam die Finger nicht mehr richtig auseinander bei der Gartenarbeit)
Pregabalin (bis 2015) ->starke Müdigkeit, Schwindel und keine Linderung der Angstsymptomatik
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Melperon 25 mg (bis 2015) ->Müdigkeit, Schwindel, Alpträume
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Re: Pummelchen stellt sich vor und schwitzt

Beitrag von Jamie » Montag, 08.02.16, 18:58

Hallo Pummelchen,

dass bei Depressiven ein Botenstoffmangel im Gehirn herrscht, ist ein Mythos.
Er wurde längst widerlegt.
Die Pharmaindustrie hat es sehr lange geschafft diese Mär aufrecht zu erhalten, aber sie stimmt nicht. Es war nur eine so schöne griffige Erklärung, die jeder auf Anhieb verstand.
Mittlerweile gibt es sogar AD auf dem Markt, die den Serotoninspiegel senken!
Es gibt Studien, die belegen, dass gesunde, nicht-depressive Menschen einen niedrigen Serotoninspiegel haben und kranke, depressive Meschen einen hohen. Das untermauert nur die aktuellen Forschungsergebnisse, dass man Depressionen nicht an der Höhe von Neurotransmittern festmachen kann und dass immer noch viel zu wenig darüber bekannt ist, wie Depressionen entstehen (und wie AD wirken!).
Ich stelle nicht in Abrede, dass manche Menschen davon profitieren - das ADFD weist aber zurecht darauf hin, dass der Nutzen weit überschätzt wird.

Prof. Gotzsche hat einen wunderbaren Text dazu verfasst: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=6&t=10055
und hier Peter Ansari, ein Biochemiker mit kritischem Blick auf AD: http://www.depression-heute.de/falschau ... ichgewicht

Rhi ist glaub ich eine Frau mit pharmazeutischem Background, wenn ich mich recht erinnere, aber beschwören kann ich es nicht.
Leider interessieren sich nur wenige Spezialisten für "unser" Problem, nämlich was AD für große Probleme beim Absetzen verursachen können und welche seltsamen Nebenwirkungen sie haben. :(

Zu deinem Schwitzproblem. Ich wünschte ich hätte eine gute Idee dazu, aber mein Gefühl sagt mir, dass du besser nicht diese Inkontinenzmatte käufst, weil vereinfacht gesagt liegst du dann da vermutlich in deinem eigenen Saft, da ein Okklusiveffekt entsteht :( . Ich glaube, ich würde ein paar günstige große Handtücher erwerben und damit mein Bett ausstatten. Das muss zwar auch alles gewaschen werden und Co, ist aber pflegeleicht.

Grüße
Jamie
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Re: Pummelchen stellt sich vor und schwitzt

Beitrag von sybsilon » Montag, 08.02.16, 19:11

Hallo Pummelchen,

das mit dem Schwitzen kenne ich. Hab mir zum Schutz meiner Matratze schon länger ein Unterbett gekauft. Herrlich, man liegt wie auf Wolken und die Matratze bleibt trocken. Man kann es selber waschen, aber da es aus Microfaser ist transportiert es die Feuchtigkeit ab. Habe mein ganzes Bettzeug umgestellt, auch die Bettwäsche und Schlafanzug . Seitdem ist Morgens nicht mehr Alles nass. Wenn du Infos möchtest, sag ich Dir gern wo ich es her habe. War nicht teuer. Schick mir einfach ne PN.

Grüße Sybsilon
Diagnose: Angst-Panikstörung
06/14 Venlafaxin 37,5 mg
07/14 Venlafaxin 75 mg
08/14 Venlafaxin 112,5 mg
10/14 Venlafaxin 75 mg
dann bis 02/15 Venlafaxin reduziert auf 37,5 mg
seit 14.2.15 auf anraten von Ärztin auf "0".
Seit Dezember 14 Schwindel, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Kreislaufprobleme, Ohnmachtsangst, Gangunsicherheit, elektrische Schläge im Magen, Panikattacken, Kribbeln Arm und Bein links, Massive Nackenprobleme. Herzrasen, Extrasystolen und starke Stimmungsschwankungen.
von 1.6.15-28.7.15 wieder Psychiatrieaufenthalt. 3 Wochen Mirtazapin erst 15mg dann 30mg aber wegen RLegs abgesetzt, dann Doxepin 25mg nacher Woche 50mg und nach ein paar Tagen auf 75mg aber wegen massiver Magenschmerzen, Suizidgedanken und RLegs auch abgesetzt.
Seit 20.7.15 Medikamentenfrei.
aktuelle Symptome: kribbeln, ziehen in Beinen und Armen, Leichte Übelkeit( nicht immer), sehr nervös, sehr geräuschempfindlich, vermehrte Panikattacken. Ab und zu Herzstolpern, aber nicht mehr so häufig. Das Haus zu verlassen fällt mir schwer.
Oktober 2015 :
Immer wieder Gangunsicherheit, leichter Schwindel und Übelkeit. Das löst Angst und Panik bei mir aus.
Einen Versuch mit Laif900 (Johanniskraut) gestartet aber wieder abgesetzt wegen Symptomverstärkung.
Ab 04.11.2015 Aufenthalt psychosomatische Klinik
Seit 19.1.16 wieder zu Hause. In der Klinik 3 Tage Trimipramin 12,5mg ausprobiert, aber zu starke NW.
Seit 27.1.16 Wiedereingliederung im Job, Beginn mit 4Std am Tag, danach sehr erschöpft, aber ansonsten wenig Symptome. Gegen Abend (ab ca.18.00Uhr) inneres Frieren und ganz leichte Übelkeit mit leichtem Magendrücken.
Stand 13.2.2016: Magenprobleme mit Rückenschmerzen, Rücken übersät mit großen Pickeln, Schlafprobleme, nach Vit.D Einn. Panikattacke.
4.3.16 Im Moment Welle/sehr erschöpft. Blutuntersuchung :B12=350, Vitamin D =18,1, Ferritin=15,5. Von Eisentabletten schon nach 1Tag Herzrasen mit Panikattacke. Abgesetzt. Ich vertrage absolut gar nichts mehr.
6.4.16 habe noch leichte Stimmungsschwankungen, Frieren in den Abendstunden nach der Arbeit (ca. 17-19 Uhr), Energiebereich schwankt sehr, Nackenschmerzen. Seit 1.4.16 nehme ich Nachtkerzenöl Kapseln, und ich habe das Gefühl sie tun mir gut.
18.6.16 Ich habe wenig Energie. Arbeite wieder voll seit 8.3., aber es strengt sehr an. Kann abends und am Wochenende Nichts unternehmen. Bei Anstrengung kommt leichte Übelkeit. Kann meine Vitaminspeicher nicht auffüllen da ich noch immer Nichts vertrage .:zombie: .Gefühle sind sehr gleichgültig und irgendwie macht mir alles keinen Spaß und ist sinnlos.
Seit 14.2.2015 "0" Venlafaxin
Seit 20.7.2015 "0" Mirtazapin und Doxepin
Seit 21.7.2015 definitiv medikamentenfrei!!!!
Zustand 21.7.2016: sehr erschöpft, leichte Übelkeit hin und wieder, kribbeln in linker Hand und Fuß und linke Gesichtshälfte. Psyche ganz o.k.! Blutwerte 21.7.2016: Vit.B12 253;Ferritin 19,5;Vit.D 31.
18.8.16:Entfernung Kupferspirale
Zustand 24.8.16: Seit 2 Tagen total erschöpft, Kopfrauschen, Nackenschmerzen, Übelkeit aber nicht vom Magen verbunden mit depressiver Stimmung, fast keinen Geruch und Geschmackssinn. Kein Durst- und Hungergefühl.
16.10.16: Zustand viel besser seit Kupferspirale entfernt. Ausschlag auf Rücken nahezu weg. Übelkeit weniger, depressive Stimmung nur noch etwas in der Zeit um die Regel. Brauche noch viel Ruhe und vertrage keine Hektik und Stress mehr. Energie etwas mehr vorhanden.
20.3.17 Vitamin D und B12 vertrage ich wieder.
20.12.17 Übelkeit so gut wie weg.

Lisamarie
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Registriert: Freitag, 14.03.14, 19:16

Re: Pummelchen stellt sich vor und schwitzt

Beitrag von Lisamarie » Montag, 08.02.16, 19:25

Hallo Pummelchen, so wie es sybsilon gemacht hat habe ich es auch gemacht , das Unterbett hab ich von hier
http://www.qvc.de/qvc.product.810569.ht ... 53&cm_mmc=

Und den Rest hab ich auch in Microfaser, also Bettzeug und Bettwäsche. Seitdem liege ich wunderbar trocken , ich hab es angeschafft weil ich in den Wechseljahren auch schlimm geschwitzt hab und mich pro Nacht bestimmt zweimal umziehen musste und das Bett neu beziehen, seitdem ich die Mikrofaser hab ist das Gott sei dank vorbei.
Lg Petra
2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
Bis auf die Praxiten von heute auf morgen kalt abgesetzt, erste Absetzbeschwerden nach sechs Wochen, aber dann
6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:
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sybsilon
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Registriert: Montag, 03.08.15, 19:16

Re: Pummelchen stellt sich vor und schwitzt

Beitrag von sybsilon » Montag, 08.02.16, 20:11

:D Petra,

da hab ich es auch her.

Sybsilon
Diagnose: Angst-Panikstörung
06/14 Venlafaxin 37,5 mg
07/14 Venlafaxin 75 mg
08/14 Venlafaxin 112,5 mg
10/14 Venlafaxin 75 mg
dann bis 02/15 Venlafaxin reduziert auf 37,5 mg
seit 14.2.15 auf anraten von Ärztin auf "0".
Seit Dezember 14 Schwindel, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Kreislaufprobleme, Ohnmachtsangst, Gangunsicherheit, elektrische Schläge im Magen, Panikattacken, Kribbeln Arm und Bein links, Massive Nackenprobleme. Herzrasen, Extrasystolen und starke Stimmungsschwankungen.
von 1.6.15-28.7.15 wieder Psychiatrieaufenthalt. 3 Wochen Mirtazapin erst 15mg dann 30mg aber wegen RLegs abgesetzt, dann Doxepin 25mg nacher Woche 50mg und nach ein paar Tagen auf 75mg aber wegen massiver Magenschmerzen, Suizidgedanken und RLegs auch abgesetzt.
Seit 20.7.15 Medikamentenfrei.
aktuelle Symptome: kribbeln, ziehen in Beinen und Armen, Leichte Übelkeit( nicht immer), sehr nervös, sehr geräuschempfindlich, vermehrte Panikattacken. Ab und zu Herzstolpern, aber nicht mehr so häufig. Das Haus zu verlassen fällt mir schwer.
Oktober 2015 :
Immer wieder Gangunsicherheit, leichter Schwindel und Übelkeit. Das löst Angst und Panik bei mir aus.
Einen Versuch mit Laif900 (Johanniskraut) gestartet aber wieder abgesetzt wegen Symptomverstärkung.
Ab 04.11.2015 Aufenthalt psychosomatische Klinik
Seit 19.1.16 wieder zu Hause. In der Klinik 3 Tage Trimipramin 12,5mg ausprobiert, aber zu starke NW.
Seit 27.1.16 Wiedereingliederung im Job, Beginn mit 4Std am Tag, danach sehr erschöpft, aber ansonsten wenig Symptome. Gegen Abend (ab ca.18.00Uhr) inneres Frieren und ganz leichte Übelkeit mit leichtem Magendrücken.
Stand 13.2.2016: Magenprobleme mit Rückenschmerzen, Rücken übersät mit großen Pickeln, Schlafprobleme, nach Vit.D Einn. Panikattacke.
4.3.16 Im Moment Welle/sehr erschöpft. Blutuntersuchung :B12=350, Vitamin D =18,1, Ferritin=15,5. Von Eisentabletten schon nach 1Tag Herzrasen mit Panikattacke. Abgesetzt. Ich vertrage absolut gar nichts mehr.
6.4.16 habe noch leichte Stimmungsschwankungen, Frieren in den Abendstunden nach der Arbeit (ca. 17-19 Uhr), Energiebereich schwankt sehr, Nackenschmerzen. Seit 1.4.16 nehme ich Nachtkerzenöl Kapseln, und ich habe das Gefühl sie tun mir gut.
18.6.16 Ich habe wenig Energie. Arbeite wieder voll seit 8.3., aber es strengt sehr an. Kann abends und am Wochenende Nichts unternehmen. Bei Anstrengung kommt leichte Übelkeit. Kann meine Vitaminspeicher nicht auffüllen da ich noch immer Nichts vertrage .:zombie: .Gefühle sind sehr gleichgültig und irgendwie macht mir alles keinen Spaß und ist sinnlos.
Seit 14.2.2015 "0" Venlafaxin
Seit 20.7.2015 "0" Mirtazapin und Doxepin
Seit 21.7.2015 definitiv medikamentenfrei!!!!
Zustand 21.7.2016: sehr erschöpft, leichte Übelkeit hin und wieder, kribbeln in linker Hand und Fuß und linke Gesichtshälfte. Psyche ganz o.k.! Blutwerte 21.7.2016: Vit.B12 253;Ferritin 19,5;Vit.D 31.
18.8.16:Entfernung Kupferspirale
Zustand 24.8.16: Seit 2 Tagen total erschöpft, Kopfrauschen, Nackenschmerzen, Übelkeit aber nicht vom Magen verbunden mit depressiver Stimmung, fast keinen Geruch und Geschmackssinn. Kein Durst- und Hungergefühl.
16.10.16: Zustand viel besser seit Kupferspirale entfernt. Ausschlag auf Rücken nahezu weg. Übelkeit weniger, depressive Stimmung nur noch etwas in der Zeit um die Regel. Brauche noch viel Ruhe und vertrage keine Hektik und Stress mehr. Energie etwas mehr vorhanden.
20.3.17 Vitamin D und B12 vertrage ich wieder.
20.12.17 Übelkeit so gut wie weg.

Murmeline
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Re: Pummelchen stellt sich vor und schwitzt

Beitrag von Murmeline » Montag, 08.02.16, 21:32

Hallo Pummelchen,
Gibt es irgendwo Texte von oder über den Psychiater Dr. David Healy in Bezug auf Antidepressiva die ins deutsche übersetzt wurden?
Es gibt leider wenig/kaum Texte von Dr. David Healy oder von Dr. Peter Breggin, die auf Deutsch verfügbar sind.

Wir haben hier selbst etwas von Healy bzgl. Serotonin aus dem British Medical Journal (medizinische Fachzeitschrift in England) übersetzt:
viewtopic.php?f=6&t=9799
Ist es nicht so, dass bei einer Depression zu wenig Botenstoffe im Gehirn vorhanden sind und deswegen die Antidepressiva eingesetzt werden, damit sie wieder in ausreichender Zahl vorhanden sind?
Das sagte man mir 2001 in einer Psychiatrischen Insitutsambulanz. Es hieß, dass ich einen genetisch bedingten, vererbten Serotoninmangel habe und bei Auslösern immer wieder Depressionen haben werde. Die passenden Medikamente könnten aber dafür sorgen, das sich ein ganz normales Leben führe. Hat in jahrelanger Behandlung mit Antidepressiva nicht geklappt. Die reaktiven Krisen hatte ich trotzdem.

Letztes Jahr sagte ein anderer Psychiater ebenfalls in einer PIA zu mir, man könne ja nicht sagen, bei wem was individuell durcheinander wäre. Leider könne man bis heute nicht durch diagnostische Meßverfahren herausfinden, wo genau was warum durcheinandergewirbelt ist. Hm.

Grüße, Murmeline

PS: Wenn Du Dich für deutschsprachige Artikel interessiert, empfehle ich diesen hier: viewtopic.php?f=6&t=10466
Kann man sich als Kennenlernartikel kostenlos zuschicken lassen.

Dort finden sich übersetzte Infos aus aktuellen englischsprachigen Artikeln und die Autoren machen deutlich, das das Thema Absetzproblematiken/Entzugssyndrome (auch nach Null) unzureichend systematisch erforscht sind bisher und was das für eine Konsequenz für die Verschreibung und die Behandlung hat, auch weil der Diskurs über diese Symptome nicht ausreichend ist. Es werden z.B. drei Formen von Entzugssymptomen unterschieden:
1. erstmals neu auftretende, unspezifische und spezifische Entzugssymptome
2. pharmaklogische Gegenreaktion mit verstärkten, bisher rein symptomatisch unterdrückten Krankheitssymptomen
3. neue, langanhaltende komplexe Störungen nach dem Absetzen
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Pummelchen
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Registriert: Mittwoch, 03.02.16, 18:15

Re: Pummelchen stellt sich vor und schwitzt

Beitrag von Pummelchen » Freitag, 19.02.16, 19:31

Hallo,

vielen Dank für eure Tipps! Also ist Microfaser besser als Baumwolle? Das ist aber hoffentlich nicht dieses Material, was sich so kalt anfühlt, wenn man sich drauf legt?
Die Preise für Unterbetten sind enorm und ich hatte eins gesehen, was für meine Bettmaße 160 Euro gekostet hätte. Das hat mich erschrocken. Bei QVC konnte ich leider keins in meinen Maßen finden. Ich werde mal durch die Geschäfte tigern...
Hat schonmal jemand Salbeitropfen probiert? Helfen die? Schmecken die ecklig?

Es ist wirklich belastend. Diese Woche war ich nach 45 min. an der Arbeit durchgeschwitzt...

Liebe Grüße,
Pummelchen
Bisher eingenommene Psychopharmaka und Nebenwirkungen an die ich mich noch erinnern kann:

Sulpirid (2010)
Venlafaxin 300 mg (2011-2012) ->schwitzen, Obstipationen, Tachykardie
Sertralin 200 mg (2012)
Bupropion 300 mg (2012-2013) -> Krampfanfall darunter erlitten
Trazodon (2012-2013)
Opipramol (2012)
Fluoxetin (2012-2015) ->Schwitzen, Milchfluss, Obstipationen
Risperidon 4 mg (2012-2015) ->Muskelsteifigkeit (bekam die Finger nicht mehr richtig auseinander bei der Gartenarbeit)
Pregabalin (bis 2015) ->starke Müdigkeit, Schwindel und keine Linderung der Angstsymptomatik
Sormodren (bis 2015) ->Müdigkeit
Melperon 25 mg (bis 2015) ->Müdigkeit, Schwindel, Alpträume
Tavor (gelegentlich)

Jamie
Moderatorenteam
Beiträge: 18664
Registriert: Montag, 04.02.13, 22:37

Re: Pummelchen stellt sich vor und schwitzt

Beitrag von Jamie » Freitag, 19.02.16, 20:42

Hallo.

Aldi Süd verkauft zZt angeblich besonders feuchtigkeitsaufsaugende Bett-Auflagen aus Zwirn-Calmuc

https://www.aldi-sued.de/de/angebote/an ... 8-februar/

Ich weiß nicht, ob das was wäre. Bei dem Preis wäre es zumindest nicht schlimm, wenn es nicht das Optimum ist.


Grüße
jamie
...........SIGNATUR...............


Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis. Bei dringenden Problemen / Anfragen das Forum betreffend bitte an forenmaster@adfd.org wenden

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Katharina
Beiträge: 5178
Registriert: Samstag, 28.08.04, 22:24

Re: Pummelchen stellt sich vor und schwitzt

Beitrag von Katharina » Samstag, 20.02.16, 16:27

Liebes Pummelchen!

Ich habe nach Einnahme von Psychofarmaka im letzten Jahr eine Temperaturstörung bekommen.
Ich habe so geschwitzt das ich unter weiten Baumwollblusen bunte oder einfarbige Baumwolltücher die ich mehrfach im Rucksack hatte zum Austauschen, sowie feuchte Waschlappen zum Abwischen des Nackens, dort läuft mir das Wasser unabhängig von der Themperatur.

Gut sind auch die alten Stoffbabywindeln aus den Baumwollstoffen,sie gibt es weiss, ich stärke sie nach dem Waschen mit Bügelstärke und wickele sie wie einen Wurm,
bis die trocken sind, dann sehen die modern gecrinkelt aus.

Ich bin verzweifelt genug, um sie wie selbstverständlich zu tragen,
mit einer Kette darüber und Reseven im Rucksack.

Ich trage ausschließlich Baumwolle, weite Kleidung und Westen die ich schnell an und ausziehen kann.

Es gibt Zeiten das ist dies Schwitzen geringer oder weg.
Eine ganz ganz lästige Nebenwirkung da man sich so schnell einen steifen Hals holen oder sich erkälten kann.

Ich wünsche Dir gute und baldige Erleichterung,
Katharina
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