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Absetzen schwierig (Citalopram) - Hirnplastizität?

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Penelope
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Absetzen schwierig (Citalopram) - Hirnplastizität?

Beitrag von Penelope » Sonntag, 20.03.16, 20:12

Hallo ihr Lieben

Zunächst einmal: Vielen Dank für alle, die hier so hilfreiche Informationen reinstellen. Das hat mir schon mal weitergeholfen.

Meine Anfangssituation:
Im April vor 2 Jahren bekam ich plötzlich heftigste, psychische Symptome, die sich kein Mensch erklären konnte:
Panikattacken, die 4-6 Stunden andauerten
extremste Übererregtheit, so als hätte ich Amphetamine genommen
Schlaflosigkeit
starkes inneres Vibrieren
verschwommene Sicht
Kopfschmerzen
Trauergefühle aus dem nichts
Depersonalisation
Aggressivität
Permanentes Gefühl, als ob ich auf Watte gehe
Massive Gesichtsschmerzen und Kieferverspannungen

Es gab keinen äusseren Anlass dafür. Weder hatte ich Stress, noch emotionale Probleme. Ich ging in eine Therapie zu einer Psychologin, die nicht wirklich wusste, was wir besprechen könnten. Sie sah keinen Grund für diese heftigen Symptome. Und auch ich hatte nicht den Eindruck, dass Stress und Lebensumstände die Ursache sein konnten. Fast 2 Jahre ging ich von Arzt zu Arzt. Alle befanden, ich wäre wohl einfach gestresst oder hätte eine Angststörung. Aber die anfängliche Panik hörte auf, und ich merkte, dass ich nur Panik hatte, weil diese Symptome halt wirklich ziemlich abgefahren und schräg waren.

Ich habe mich ein halbes Jahr lang geweigert, Psychopharmaka zu nehmen, weil ich schon immer gegen so etwas war. Aber der Zustand wurde so schlimm, dass ich meinen Alltag nicht mehr bewältigen konnte. Berufstätig, Mutter etc... ich musste funktionieren, und mit durchschnittlich 3 Stunden Schlaf und diesen "bewusstseinsveränderten" Zuständen, in welchen ich kaum mit anderen kommunizieren konnte, machten mir es unmöglich. Darum nahm ich dann Citalopram. Schon nach 2 Wochen fühlte ich mich viel, viel besser. Die Symptome waren noch da, aber alle abgeschwächt und aushaltbar.

Ich habe das SSRI Citalopram nun 1.5 Jahre genommen. Nach sieben Monaten habe ich von den 20mg um die Hälfte reduziert. Mir ging es etwa 3 Monate ziemlich schlecht, dann hat sich der Zustand jenem angeglichen wie mit 20mg, obwohl ich zu keiner Zeit - weder mit 20 noch mit 10 mg jemals frei von meinen anfänglichen Symptomen war. Weil ich mich beruflich verändert habe, fuhr ich bis letzten Januar mit diesen 10 mg. Vor 4 Wochen habe ich dann von 10 auf 5 mg runtergefahren. Absetzsymptome hatte ich nur etwa 5 Tage. Aber nun von 5 auf 0 ist es wieder wie damals von 20 auf 10. Dank dieser Site hier weiss ich ja nun, warum.

Dennoch bin ich gerade ziemlich durch den Wind.
Die Vorstellung, dass es jetzt mehrere Monate so weitergeht, zieht mich ziemlich runter. Zudem arbeite ich jetzt in einem therapeutischen Bereich, habe täglich mit Menschen zu tun. Leider habe ich null Energie und eben diese vielen Symptome:
Kopfschmerzen, brain zaps, so ein seltsames Gefühl von gestauter Hitze im Körper, Magen-Darm-Beschwerden, Schlafprobleme

Erschwerend kommt hinzu, dass die Absetzsymptome in etwa gleich sind wie die Symptome, weswegen ich sie genommen habe. Ich kann sie nicht unterscheiden. Es sind einfach Serotonin-Mangelsymptome.

Ich hatte ja schon zig Thesen, warum ich überhaupt einen Mangel an Serotonin habe. Aktuell beschäftige ich mich mit Fructose-Malabsorption, was bei mir tatsächlich zutreffen könnte. Ich konsumiere jetzt Fructose nur noch minimal. Jetzt ist es aber doof, weil ich den "Entzug" vom SSRI durchmache und im Grunde gar nicht herausfinden kann, ob die Fructose im Endeffekt die Ursache ist/war. Und wenn die Absetzsymptome Monate dauern, dann muss ich auch enorm lange Geduld haben, um die Ursache herauszufinden.

Klar, es kann auch sein, dass in ein paar Wochen der Spuk vorbei ist. Aber wenn man täglich durch diesen Horror geht, ist man ja bekanntlich nicht mehr ganz so optimistisch und gelassen.

Mein Ziel: Habe mich bei der Ärztin gemeldet, um Cipralex-Tropfen zu bekommen, damit ich das Citalopram in Flüssigform langsamer ausschleichen kann. Also erst 4 mg, dann 3 mg, dann 2, dann 1. Und ich hoffe, dass sie mir dieses Medi überhaupt verschreibt, denn die Gute hat wirklich von gar nichts eine Ahnung. Von Ausschleichen an sich hat sie noch nie etwas gehört.

Sorry, ich hoffe, mein "Roman" hier war nicht zu lang. Tat aber auch gerade gut, sich das mal alles von der Seele zu schreiben.
Zuletzt geändert von Annanas am Mittwoch, 12.07.17, 14:20, insgesamt 2-mal geändert.

padma
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Re: Kann mich selber nicht mehr einschätzen

Beitrag von padma » Sonntag, 20.03.16, 21:54

hallo Penelope, :)

willkommen im ADFD.

Das hört sich wirklich schlimm an, was du da mitgemacht hast.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Absetzsymptome in etwa gleich sind wie die Symptome, weswegen ich sie genommen habe. Ich kann sie nicht unterscheiden. Es sind einfach Serotonin-Mangelsymptome.
Beim Absetzen kann es passieren, dass die ursprünnglichen Symptome in einer Art Reboundeffekt verstärkt wieder kommen.
Die Sache mit dem Serotoninmangel ist eine reine Hypothese, die wissenschaftlich nie belegt werden konnte. Mittlerweile ist sie widerlegt.
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 32#p109032 siehe Mythos 1
http://www.depression-heute.de/falschau ... ichgewicht
http://www.depression-heute.de/serotoni ... -widerlegt
Aber nun von 5 auf 0 ist es wieder wie damals von 20 auf 10. Dank dieser Site hier weiss ich ja nun, warum.
Dieser Schritt war definitiv zu gross. Gut, dass du dich schon eingelesen hast.
Mein Ziel: Habe mich bei der Ärztin gemeldet, um Cipralex-Tropfen zu bekommen, damit ich das Citalopram in Flüssigform langsamer ausschleichen kann. Also erst 4 mg, dann 3 mg, dann 2, dann 1.
Eine Wiedereindosierung ist eine gute Entscheidung. Dazu würde ich dir auch dringend raten.
. Wann genau bist du auf 0 gegangen? Ich würde jetzt möglichst schnell Citalopram wieder eindosieren. Wenn du erst ein paar Tage auf 0 bist, kannst du wieder auf 5 mg gehen. Dann stabilisieren und dann kannst du eine Umstellung auf Cipralex Tropfen versuchen.

Sollte deine Ärztin dir keine Tropfen verscheiben kannst du auch mit Citalopram Tabletten in Minischritten absetzen.
Möglich ist die Wasserlösemethode oder eine Feinwaage.
Hier die grundlegenden Infos:
AD Absetzinformationen

soviel fürs erste,
liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
25.10.2019: 0,01 mg bin auf der Zielgeraden angelangt :D



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


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Penelope
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Re: Kann mich selber nicht mehr einschätzen

Beitrag von Penelope » Montag, 21.03.16, 8:54

Hallo Padma

Herzlichen Dank für deine Antwort. Das mit dem Reboundeffekt wusste ich bislang nicht. Ist irgendwie beruhigend.
Und wegen dem Citalopram aufgelöst: Das werde ich mir mal merken, falls ich die Tropfen nicht kriege. :)

Was das Serotonin anbelangt, kann ich dem Mythos schon beipflichten. Ich denke auch nicht, dass Depressionen zwingend von einem Ungleichgewicht der Neurotransmitter kommen. Da gäbe es auch noch Nährstoffe, Hormone etc., welche die Psyche ebenso merklich beeinflussen. Und ich vermute mal, dass der Körper so derart komplex ist, und auch individuell von Mensch zu Mensch verschieden, dass wir dieses Zusammenspiel gar nicht auf einen Nenner bringen können.

Allerdings denke ich schon, dass die Erkenntnisse über die einzelnen Neurotransmitter einigermassen richtig sind. Was man daraus ableitet, halte ich aber für falsch. SSRI können sicher oft helfen, den Gesamtzustand zu verbessern, weswegen das Medikament vielen tatsächlich hilft. Leider begreifen viele nicht, dass die Ursache damit nicht beseitigt ist.

Bei mir habe ich allerdings schon stark das Gefühl, dass ich einen Mangel an Serotonin habe. Ich habe ja keine psychische Erkrankung, sondern psychische und körperliche Symptome. Und ausnahmslos alle lassen sich perfekt in die Funktionen von Serotonin einreihen. Gerade die körperlichen Symptome, die Kieferschmerzen/Verspannungen, die Muskelschmerzen und auch die zu geweiteten Bronchien sind ganz typische Symptome für einen Serotoninmangel. Depressionen und Angststörungen mögen nicht aus einem Serotonin oder sonstigem NT-Mangel kommen. Aber ich habe ja auch keine Depression und auch keine Angststörung gehabt. Ich war nie demotiviert, pessimistisch oder sonst irgendwie ängstlich. Die Panik entstand anfänglich nur aus einem Schock heraus, als ich die Symptome das erste Mal in dieser Heftigkeit erlebte. Darum denke ich, dass man schon einen Serotoninmangel haben kann und ich den leider habe.
Und es war ja auch so, dass das SSRI die psychischen wie auch körperlichen Symptome alle gleichermassen massiv gedrosselt hat. Wenn das nichts mit Serotonin zu tun hätte, womit dann?

Meine ganz eigene Theorie ist eher die Darm-Hirn-Theorie. Ich bin überzeugt, dass unser Verdauungssystem (Ernährung wie auch Entgiftung) am massivsten unsere Gesundheit beeinflusst. Und da Darm und Hirn ja auch eine direkte Kommunikationsverbindung haben, wirkt sich vieles aus dem Darm schliesslich auch im Hirn aus. Allerdings glaube ich, dass der Darm der "Chef" ist und nicht das Hirn. Aus unzureichend abgebauten Giftstoffen im Körper und durch Mangelernährung können meiner Meinung nach fast alle Krankheiten entstehen, die es überhaupt gibt. Ebenso psychische Störungen. Natürlich gibt es auch psychische Symptome durch psychische Probleme wie Traumata, falsche Verhaltensweisen etc., aber ich denke, das betrifft die Wenigsten.

Was mich bei der Widerlegung der Serotonin-Theorie interessieren würde: Wie erklären sich denn diese Mediziner die Ursache von z.B. Depressionen?
Symptome vor dem SSRI (Frühling 2014 - September 2014)

Kopfschmerzen, erhöhter Puls, Schlafstörung, innere Unruhe, Muskelschmerzen, Stimmungsschwankungen, Hirn wie unter Strom, inneres Vibrieren, Sehstörungen, Gedächtnisverlust, Wortfindungsstörung, Brustschmerzen, zu geweitete Bronchien

Citalopram (September 2014 - heute)

Dosierung ab September 2014: erst auf 10, 1 Woche später auf 20 mg
Beschwerden gingen alle massiv zurück, blieben nur noch leicht spürbar vorhanden

Dosierung ab Mai 2015: von 20 auf 10 mg
Absetzsymptome: 3 Monate lang gleich wie Grundsymptome, aber die Intensität ging zurück wie zuvor mit 20 mg

Dosierung ab Ende 2016: von 10 auf 5 mg
Absetzsymptome: nach 3 Tagen für 4-5 Tage (gleich wie im Mai 2015), dann bereits verschwunden

Dosierung ab 5. März 2016: von 5 auf 0
Absestzsymptome: nach 3 Tagen steigernd, gleiche Symptome wie vor SSRI, aber nicht so stark

Wechsel zum Ausschleichen auf Ecitalopram Tropfen

Aufdosierung ab 22. März 2016: Beginn mit 3 Tropfen (=3 mg)
Absetzsymptome: nach einer Woche für ein paar Tage sehr schlimm, dann rasche Besserung

Dosierung ab 2. Mai 2016: Beginn mit 2 Tropfen (= 2 mg)
Absetzsymptome: schlechter Schlaf, nach langer Zeit wieder einmal stark erhöhter Puls

Dosierung ab 1. Juni 2016: 1 Tropfen (=1 mg)
Keine Absetzsymtome mehr

Dosierung ab 14. Juli 2016: auf 0

6 Wochen später: Absoluter Terror. Angst, Unruhe, unaushaltbare Gefühle der Traurigkeit

Dosierung ab 8. September: Wiederaufnahme Escitalopram 3 Tropfen (=3 mg)
Sofortige Besserung am 1. Tag

8. Oktober: Erhöhung auf 4 Tropfen (4 mg Escitalopram)

1. Januar - 30. Mai: runter auf 3 Tropfen (3 mg)

30. Juni: Versuch unter 3 Tropfen misslungen (starke Symptome), auf 4 zurück

14. Juli: Runter auf 3.75 mg

Murmeline
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Re: Kann mich selber nicht mehr einschätzen

Beitrag von Murmeline » Montag, 21.03.16, 9:09

Hallo Penelope,

Du hast viele wichtige Puntke angesprochen, die Nährstoffe, Hormone, Darm, Traumata, Verhaltensweisen/Wertesysteme usw.
Was mich bei der Widerlegung der Serotonin-Theorie interessieren würde: Wie erklären sich denn diese Mediziner die Ursache von z.B. Depressionen?
Einmal verweise ich hierdrauf: Psychiater Tom Bschor sagt in diesem Artikel, wie wenig man wirklich weiß.
„Die pharmakologische Theorie ist da noch nicht ganz perfekt, so dass wir nicht wirklich genau verstehen, wie Antidepressiva wirken“, resümiert der Facharzt. Hinzu komme eine weitere Unklarheit: Die Konzentration der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin sei schon wenige Stunden nach der Einnahme erhöht, eine Besserung der Depressionssymptome trete in der Regel aber erst nach drei bis vier Wochen ein. Möglicherweise würden durch die Medikamente noch ganz andere Mechanismen angestoßen, die für den Behandlungserfolg entscheidend seien, so Bschor.
http://www.zdf.de/volle-kanne/medikamen ... 13792.html

Vielleicht sind es genau auch diese anderen Mechanismen, die das Absetzen so kompliziert machen können.

Zum anderen können ZNS-aktive Substanzen schon eine Wirkung haben, weil sie eben irgendwie das System beeinflussen. Welche Wirkung das ist, und wie sich die Beeinflussung langfristig auswirkt, das ist oftmals nur eine Wundertüte für jeden Einzelnen.
Und ich vermute mal, dass der Körper so derart komplex ist, und auch individuell von Mensch zu Mensch verschieden, dass wir dieses Zusammenspiel gar nicht auf einen Nenner bringen können.
Yep. Unter "Depression" versteht man inzwischen sehr viele unterschiedliche Symptome, die eben auch ganz viele unterschiedliche Gründe haben. Deshalb hat von Anfang an die "eine Glückspille für alle"-Sache nicht funktioniert. Und dass die Substanzen im großen und Ganzen für alle Betroffenen sicher und effektiv sind, dieser Eindruck ist auch dem Unterschlagen der Pharmafirmen von miesen Studienergebnissen als auch der Fälschung von Daten zuzuschrieben (es wurden z.B. Suizidtenzenden unter emotionale Labilität verklausuliert).

Grüße, Murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Penelope
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Re: Kann mich selber nicht mehr einschätzen

Beitrag von Penelope » Montag, 21.03.16, 16:49

Hallo Murmeline

Danke auch für deine Anmerkungen und Hinweise.

Mir scheint halt, dass durch die Gabe von SSRI (mit den anderen kenne ich mich nicht aus), auf jeden Fall eine Sedierung erfolgt, eine gewisse Entspannung, besserer Schlaf, weil dies die Funktionen sind, die Serotonin hat. Im besten Fall deckt sich das mit den Krankheiten oder Symptomen des Betroffenen, manchmal aber auch gar nicht. Aber ich denke, das ist der Erfolg der SSRI. Dass sie viele Situationen zunächst entschärfen können. Und es gibt ja auch viele Psychiater und Psychologen, die SSRI so sehen: nicht als Heilmittel, sondern als Entschärfung, damit überhaupt eine Therapie begonnen werden kann. Allerdings gibt es leider auch viele (mehr als von den anderen), welche SSRI einfach mal so verschreiben.

Schockiert war ich z.B., als meine Grossmutter nach dem Tod meiner Grossvaters SSRI erhalten hat, ohne dass sie in einem extremen Zustand gewesen wäre. Klar, sie war unglücklich, traurig und bestürzt. Aber das sind ja Gefühle, die das Leben nun einmal erwirkt und die man zunächst selber zu verarbeiten versucht. Aber man hat sie gar nicht erst den Trauerprozess beginnen lassen, sondern gleich - 2 Wochen nach dem Verlust - mit Psychopharmaka begonnen. Die Begründungen waren für mich echt bekloppt: Man hätte Angst, dass alte Leute in eine frühe Demenz rutschen, wenn sie nicht sofort aufgefangen werden. Also ich weiss nicht... entmündigt und mit Medis zugedröhnt wäre wohl eher meine Auslegung der Massnahme.

Zum Serotonin: Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass man einen Serotoninmangel daran erkennen könnte, dass nicht nur die Psyche leidet, sondern auch der Körper. Wenn jemand körperlich total fit ist, aber psychisch niedergeschlagen, ist es schon ein Witz direkt zu behaupten, das läge am Serotonin. Ebenso ist das Messen des Neurotransmitters eine Farce, da ich auch denke, dass jeder andere Werte benötigt, um sich gut zu fühlen.

Ich für mich habe einfach ein paar Dinge ableiten können, die mir schon Hinweise auf das "genug" oder "zu wenig" Serotonin geben können.
Zum Beispiel ist Kaffee für mich sehr schlecht. Kaffee ist erwiesenermassen ein Serotoninräuber, und das merke ich auch. Wenn ich davon trinke (was ich oft nicht ganz lassen kann), kriege ich häufig Stimmungsschwankungen.
Ebenso habe ich herausgefunden, dass ich in der zweiten Zyklushälfte schlechter drauf bin und alle Symptome schlimmer werden, denn das verminderte Östrogen führt dazu, dass die Serotoninsynthese nicht mehr so gut funktioniert.
Ausserdem benötigte bei mir das SSRI nicht mehrere Wochen, bis es wirkte. Es wirkte im Grunde schon am zweiten Tag mit der ersten Dosierung. Nach einer Woche, als ich bei 20 war noch stärker. Womöglich deshalb, weil mein Körper genau diesen NT brauchte.

Zu den Tropfen habe ich leider noch keine Neuigkeiten. Ich erreiche die Ärztin nicht. Mist.
Symptome vor dem SSRI (Frühling 2014 - September 2014)

Kopfschmerzen, erhöhter Puls, Schlafstörung, innere Unruhe, Muskelschmerzen, Stimmungsschwankungen, Hirn wie unter Strom, inneres Vibrieren, Sehstörungen, Gedächtnisverlust, Wortfindungsstörung, Brustschmerzen, zu geweitete Bronchien

Citalopram (September 2014 - heute)

Dosierung ab September 2014: erst auf 10, 1 Woche später auf 20 mg
Beschwerden gingen alle massiv zurück, blieben nur noch leicht spürbar vorhanden

Dosierung ab Mai 2015: von 20 auf 10 mg
Absetzsymptome: 3 Monate lang gleich wie Grundsymptome, aber die Intensität ging zurück wie zuvor mit 20 mg

Dosierung ab Ende 2016: von 10 auf 5 mg
Absetzsymptome: nach 3 Tagen für 4-5 Tage (gleich wie im Mai 2015), dann bereits verschwunden

Dosierung ab 5. März 2016: von 5 auf 0
Absestzsymptome: nach 3 Tagen steigernd, gleiche Symptome wie vor SSRI, aber nicht so stark

Wechsel zum Ausschleichen auf Ecitalopram Tropfen

Aufdosierung ab 22. März 2016: Beginn mit 3 Tropfen (=3 mg)
Absetzsymptome: nach einer Woche für ein paar Tage sehr schlimm, dann rasche Besserung

Dosierung ab 2. Mai 2016: Beginn mit 2 Tropfen (= 2 mg)
Absetzsymptome: schlechter Schlaf, nach langer Zeit wieder einmal stark erhöhter Puls

Dosierung ab 1. Juni 2016: 1 Tropfen (=1 mg)
Keine Absetzsymtome mehr

Dosierung ab 14. Juli 2016: auf 0

6 Wochen später: Absoluter Terror. Angst, Unruhe, unaushaltbare Gefühle der Traurigkeit

Dosierung ab 8. September: Wiederaufnahme Escitalopram 3 Tropfen (=3 mg)
Sofortige Besserung am 1. Tag

8. Oktober: Erhöhung auf 4 Tropfen (4 mg Escitalopram)

1. Januar - 30. Mai: runter auf 3 Tropfen (3 mg)

30. Juni: Versuch unter 3 Tropfen misslungen (starke Symptome), auf 4 zurück

14. Juli: Runter auf 3.75 mg

Jamie
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Re: Kann mich selber nicht mehr einschätzen

Beitrag von Jamie » Montag, 21.03.16, 17:40

Hallo Penelope,

ich verstehe deine Fixierung auf das Serotonin ehrlich gesagt nicht.
Es gibt Studien, da hat man bei Gesunden, sich nicht depressiv Fühlenden sehr niedrige Serotoninwerte gefunden (was ja eigentlich gar nicht passt, wenn die Serotoninmangeltheorie stimmen würde) und bei solchen, die nachweislich depressiv waren, hohe Serotoninwerte.
Allerdings sind diese Werte immer aus Urin oder Blut gewonnen worden - der wirklich interessante Ort, wo das Serotonin flotiert (Gehirn, ZNS) kann nicht inspiziert werden, denn dafür müsste man das Gehirn sezieren, was bei Lebenden wohl nicht infrage kommt. :o

Es ist mittlerweile state of the art, dass bei der Depressionsentstehung anscheinend viele Körpersysteme und Neurotransmitter gestört oder außer Balance geraten sind; sprich der Ansatz ist multimodal, geht aber auch immer mehr in die Richtung, sich die psychosozialen Umstände der Betroffenen anzuschauen, was wir im ADFD sehr begrüßen.

Ich möchte auch eindeutig nochmal von meiner Erfahrung sprechen, dass bei mir durch die Gabe von SSRI erst alles eskalierte; - statt ruhiger zu werden litt ich an unerträglicher Panik, Unruhe, Nervosität und Akathasie und statt schlafen zu können, machte ich monatelang jede Nacht durch mit fatalsten Auswirkungen auf mein Leben! Ich hatte nie im Leben so einen Horror-Trip wie unter dem einen Jahr Sertralin und bin demenstprechend äußerst gereizt bei dem Thema, wenn ich mitbekomme, dass Ärzte mir wieder diese Medikamente andrehen möchten!
Heilen kann und konnte ich erst, nachdem sogut wie alles an Psychopharmaka an mir raus war und das waren sehr elende Jahre :(.

Natürlich möchte ich dir nicht deine Erfahrung absprechen, dass du sensibel auf serotonerge Substanzen reagierst und da Zusammenhänge siehst bzw. spürst, an welchen Schräubchen du da drehen musst.
Ich jedenfalls kann absolut nichts, aber das ist nur meine Erfahrung, am Serotonin finden oder verteidigen. Für mich ist das eine Mär, einen äu0erst komplexen Zusammenhang auf ein griffiges Thema reduzieren zu wollen.

Viele Grüße
Jamie
...........SIGNATUR...............


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Penelope
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Re: Kann mich selber nicht mehr einschätzen

Beitrag von Penelope » Dienstag, 22.03.16, 8:57

Hallo Jamie

Fixiert bin ich darauf nicht. Es ist einfach eine Hypothese. In den letzten zwei Jahren hatte ich sehr viele Hypothesen. Diese passt halt am besten. Aber ich schliesse nicht aus, dass es noch andere Gründe geben kann. Und hauptsächlich kümmere ich mich ja um die eventuelle Fructosemalabsorption und nicht per se um Serotonin.

Es mag schon sein, dass die Serotoninwerte von Gesunden und Depressiven im Blut und Urin nicht logisch sind hinsichtlich dem psychischen Zustand. Aber du sagst ja selbst, dass man die Werte im Hirn nicht messen kann. Also kann man weder behaupten, Serotonin sei für Depressionen zuständig, noch kann man behaupten, das sei es nicht. Ich habe dazu im Grunde gar keine Meinung, stelle aber an mir selber fest, dass alles logisch wird, wenn ich es mit Serotonin in Verbindung bringe.

Was man allerdings schon herausgefunden hat, ist, dass das, was der Darm an Serotonin produziert, dem Gehirn quasi vorgibt, worauf es sich einzustellen hat. Das sind auch sehr neue Forschungen. Zudem gibt ein Zuviel an Serotonin die gleichen Symptome wie zu wenig. Wenn Depressive also sehr viel Serotonin im Körper haben (ev. auch im Hirn), dann wäre es nicht unlogisch, dass sie davon auch psychische Symptome kriegen. Ich habe keine Ahnung, ob das so ist. Aber solange man der NT-SToffwechsel im Gehirn nicht genau messen kann, kann doch auch gar niemand sagen, wie es denn nun jetzt ist.

Wegen dem SSRI
Habe heute Morgen angerufen und konnte die Tropfen sogleich abholen. Habe nun mal die erste Dosis wieder aufgenommen. Übrigens habe ich die letzte Dosis Citalopram vor 10 Tagen genommen. Ich hoffe, dass nun die Tropfen rasch wieder "akzeptiert" werden. Denkt ihr, 10 Tage ist eine zu grosse Lücke?
Symptome vor dem SSRI (Frühling 2014 - September 2014)

Kopfschmerzen, erhöhter Puls, Schlafstörung, innere Unruhe, Muskelschmerzen, Stimmungsschwankungen, Hirn wie unter Strom, inneres Vibrieren, Sehstörungen, Gedächtnisverlust, Wortfindungsstörung, Brustschmerzen, zu geweitete Bronchien

Citalopram (September 2014 - heute)

Dosierung ab September 2014: erst auf 10, 1 Woche später auf 20 mg
Beschwerden gingen alle massiv zurück, blieben nur noch leicht spürbar vorhanden

Dosierung ab Mai 2015: von 20 auf 10 mg
Absetzsymptome: 3 Monate lang gleich wie Grundsymptome, aber die Intensität ging zurück wie zuvor mit 20 mg

Dosierung ab Ende 2016: von 10 auf 5 mg
Absetzsymptome: nach 3 Tagen für 4-5 Tage (gleich wie im Mai 2015), dann bereits verschwunden

Dosierung ab 5. März 2016: von 5 auf 0
Absestzsymptome: nach 3 Tagen steigernd, gleiche Symptome wie vor SSRI, aber nicht so stark

Wechsel zum Ausschleichen auf Ecitalopram Tropfen

Aufdosierung ab 22. März 2016: Beginn mit 3 Tropfen (=3 mg)
Absetzsymptome: nach einer Woche für ein paar Tage sehr schlimm, dann rasche Besserung

Dosierung ab 2. Mai 2016: Beginn mit 2 Tropfen (= 2 mg)
Absetzsymptome: schlechter Schlaf, nach langer Zeit wieder einmal stark erhöhter Puls

Dosierung ab 1. Juni 2016: 1 Tropfen (=1 mg)
Keine Absetzsymtome mehr

Dosierung ab 14. Juli 2016: auf 0

6 Wochen später: Absoluter Terror. Angst, Unruhe, unaushaltbare Gefühle der Traurigkeit

Dosierung ab 8. September: Wiederaufnahme Escitalopram 3 Tropfen (=3 mg)
Sofortige Besserung am 1. Tag

8. Oktober: Erhöhung auf 4 Tropfen (4 mg Escitalopram)

1. Januar - 30. Mai: runter auf 3 Tropfen (3 mg)

30. Juni: Versuch unter 3 Tropfen misslungen (starke Symptome), auf 4 zurück

14. Juli: Runter auf 3.75 mg

Kevin05

Re: Kann mich selber nicht mehr einschätzen

Beitrag von Kevin05 » Dienstag, 22.03.16, 9:41

Hallo Penelope,

ich hab mir deine Geschichte auch durchgelesen, du hast ja deine eigene Theorie bzw. Erklärung eigentlich schon gefunden.

Mein Zugang zu dem Thema ist eigentlich der, dass ich denke, dass es eben viele Dinge gibt, die man einfach nicht erklären kann und sich nicht wirklich eine definitive Ursache finden lässt bzw. dass die Ursachenforschung einerseits vom eigentlichen Problem ablenkt und auch somit eine Lösung erschwert.

Das mag jetzt sehr subjektiv sein, aber auf mich bezogen habe weder ich noch meine Ärzte je wirkliche Ursachen gefunden, die Zustände, Symptome, Erkrankungen erklären konnten und seien sie noch so banal gewesen.

Dass es dir von heute auf morgen schlecht ging, kann eine Erklärung haben, dass da in deinem Unterbewusstsein doch Dinge eben gearbeitet haben, die du so nicht wahrgenommen hast und die eben irgendwann mal raus kamen oder deine Erklärungen stimmen und last but not least es gibt eben keine Erklärung. Ich denke wirklich allgemein gesehen auf viele Dinge, die im Leben passieren gibt es nicht immer Antworten.

Was man schon tun kann ist dagegen zu steuern und da gibt es ja viele Instrumente, auch und gerade abseits der Schulmedizin, die oft zwar länger dauern bis sie helfen, aber dann eben nachhaltig bzw. kann man damit gefahrlos weiterarbeiten.

Psychopharmaka greifen sehr stark in den gesamten Körperhaushalt ein und selbst, wenn sie kurzfristig hilfreich sein mögen, auf längere Sicht kommt irgendwann der Punkt, wo sie entweder nicht mehr helfen oder sogar schaden und das siehst du ja auch jetzt beim Absetzen. Ein berühmter Suchtmediziner hat gesagt, wir bezahlen immer einen sehr hohen Preis für Angstlösende Substanzen, ob das nun natürliche Substanzen sind oder Medikamente, nämlich eben und vor allem dann, wenn man den Konsum eine längere Zeit aufrechterhält kommen die Symptome mit doppelter Wucht zurück.

Es ist einfach ein Faktum, dass gerade SSRI, aber generell sämtliche Substanzen die auf die Psyche wirken nicht nur sehr unerforscht sind sondern dass auch doch einige Fachleute, die dem Thema kritisch gegenüber stehen zugeben, dass es mehr verzweifelte Versuche sind, aber die Erfolge stehen für mich nicht dafür. Weil selbst bei denen die sie gut vertragen ist es ja so, dass sie nicht die selben sind wie ohne die Substanzen, also da gibt es durchaus auch Veränderungen in der Persönlichkeit und wenn ich mit Leute diskutiere, die wirklich viel mit solchen Menschen zu tun haben, die bestätigen mir immer wieder dass die Pharmaindustrie nicht wirklich Hilfeangebote hat bzw. sogar teilweise der Verdacht, dass das ja gar nicht das Ziel wäre, das sind zwar harte Worte, aber ich glaube sie.

Es gibt hilfreiche Medikamente, wenn man sie richtig einsetzt, keine Frage, ADs zählen für mich nicht wirklich dazu und sind maximal bei Menschen einzusetzen, die wirklich schwerste psychische Störungen haben oder massiv suizidgefährdet, aber alles was sie in einem anderen Rahmen bewegt, da müssten andere Ansätze gefunden werden, wie immer die auch aussehen.

Ist man mal in der Psychopharmakaspirale drinnen ist es auch schwer wieder rauszukommen, auch das ist ein wichtiger Punkt, der nachdenklich stimmen sollte und wie du erzählt hast bei deiner Großmutter, Tod, Leid, Krankheit sind Teile unseres Lebens und es sind wichtige Erfahrungen und wenn man die den Menschen nimmt ist das sicher nicht gut, weil die Trauer ist ja was natürliches und soll ja sein, wenn die moderne Medizin uns auch noch die Trauer um geliebte Menschen wegnehmen will, dann steuern wir mehr und mehr auf eine wirklich eiskalte Gesellschaft hin, alles Gute Kevin

lunetta
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Re: Kann mich selber nicht mehr einschätzen

Beitrag von lunetta » Dienstag, 22.03.16, 12:50

Hallo!

Was du nicht außer acht lassen solltest ist einmal deine Schilddrüsenwerte bestimmen zu lassen!
Bei mir machte die SD solche Symptome wie du sie beschreibst! Man wird dann ganz schnell in die Psychoschublade gesteckt, dabei macht dieses Organ sehr viele Symptome, die einem wirklich Angst und Bange machen!!! Ich hatte auch Panikattacken, Genick- und Kieferschmerzen, Unruhe, Schlaflosigkeit, Herzrasen, usw.

Noch ein Ansatz wäre es vielleicht eine Vit. B Komplex Bestimmung und Vit. D aus dem Labor zu machen, auch das kann die von dir genannten Beschwerden verursachen.

Dzt. solltest du, wie schon empfohlen schnellstmöglich wieder Citalopram eindosieren, 4-6 Wochen eine Initialdosis halten und dann erst ganz lamgsam absetzen.

LG
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padma
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Re: Kann mich selber nicht mehr einschätzen

Beitrag von padma » Dienstag, 22.03.16, 13:47

hallo Penelope, :)
Übrigens habe ich die letzte Dosis Citalopram vor 10 Tagen genommen. Ich hoffe, dass nun die Tropfen rasch wieder "akzeptiert" werden. Denkt ihr, 10 Tage ist eine zu grosse Lücke?
Nach 10 Tagen ist eine Wiedereindosierung zumeist möglich. Kritisch wird es erfahrungsgemäss nach 6 Wochen ohne AD.
Dennoch kann es sein, dass dein ZNS mit Irritationen reagiert, das ist ein vorübergehender Effekt, es sei denn, du verträgst die Tropfen nicht.
Du kannst es auch zunächst mit einer sehr kleinen Dosis probieren, z.B. 2 mg.

Könntest du bitte noch eine Signatur erstellen Regeln Punkt 2 c.

Ich ergänze deinen Titel noch um das Medikament.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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25.10.2019: 0,01 mg bin auf der Zielgeraden angelangt :D



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


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Penelope
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Re: Kann mich selber nicht mehr einschätzen /Absetzsymptome Citalopram

Beitrag von Penelope » Dienstag, 22.03.16, 14:08

Danke Padma

Ich werde die Signatur noch befüllen mit meinen Infos.
Symptome vor dem SSRI (Frühling 2014 - September 2014)

Kopfschmerzen, erhöhter Puls, Schlafstörung, innere Unruhe, Muskelschmerzen, Stimmungsschwankungen, Hirn wie unter Strom, inneres Vibrieren, Sehstörungen, Gedächtnisverlust, Wortfindungsstörung, Brustschmerzen, zu geweitete Bronchien

Citalopram (September 2014 - heute)

Dosierung ab September 2014: erst auf 10, 1 Woche später auf 20 mg
Beschwerden gingen alle massiv zurück, blieben nur noch leicht spürbar vorhanden

Dosierung ab Mai 2015: von 20 auf 10 mg
Absetzsymptome: 3 Monate lang gleich wie Grundsymptome, aber die Intensität ging zurück wie zuvor mit 20 mg

Dosierung ab Ende 2016: von 10 auf 5 mg
Absetzsymptome: nach 3 Tagen für 4-5 Tage (gleich wie im Mai 2015), dann bereits verschwunden

Dosierung ab 5. März 2016: von 5 auf 0
Absestzsymptome: nach 3 Tagen steigernd, gleiche Symptome wie vor SSRI, aber nicht so stark

Wechsel zum Ausschleichen auf Ecitalopram Tropfen

Aufdosierung ab 22. März 2016: Beginn mit 3 Tropfen (=3 mg)
Absetzsymptome: nach einer Woche für ein paar Tage sehr schlimm, dann rasche Besserung

Dosierung ab 2. Mai 2016: Beginn mit 2 Tropfen (= 2 mg)
Absetzsymptome: schlechter Schlaf, nach langer Zeit wieder einmal stark erhöhter Puls

Dosierung ab 1. Juni 2016: 1 Tropfen (=1 mg)
Keine Absetzsymtome mehr

Dosierung ab 14. Juli 2016: auf 0

6 Wochen später: Absoluter Terror. Angst, Unruhe, unaushaltbare Gefühle der Traurigkeit

Dosierung ab 8. September: Wiederaufnahme Escitalopram 3 Tropfen (=3 mg)
Sofortige Besserung am 1. Tag

8. Oktober: Erhöhung auf 4 Tropfen (4 mg Escitalopram)

1. Januar - 30. Mai: runter auf 3 Tropfen (3 mg)

30. Juni: Versuch unter 3 Tropfen misslungen (starke Symptome), auf 4 zurück

14. Juli: Runter auf 3.75 mg

Penelope
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Re: Kann mich selber nicht mehr einschätzen /Absetzsymptome Citalopram

Beitrag von Penelope » Dienstag, 22.03.16, 14:44

Sorry, ich merke gerade, dass ich da die Daten etwas durcheinander geworfen habe. Es waren mehr als 10 Tage. Habe es mal richtig im Kalender nachgeschaut. Sorry, aber Gedächtnisprobleme ist eines meiner Symptome :-)
Symptome vor dem SSRI (Frühling 2014 - September 2014)

Kopfschmerzen, erhöhter Puls, Schlafstörung, innere Unruhe, Muskelschmerzen, Stimmungsschwankungen, Hirn wie unter Strom, inneres Vibrieren, Sehstörungen, Gedächtnisverlust, Wortfindungsstörung, Brustschmerzen, zu geweitete Bronchien

Citalopram (September 2014 - heute)

Dosierung ab September 2014: erst auf 10, 1 Woche später auf 20 mg
Beschwerden gingen alle massiv zurück, blieben nur noch leicht spürbar vorhanden

Dosierung ab Mai 2015: von 20 auf 10 mg
Absetzsymptome: 3 Monate lang gleich wie Grundsymptome, aber die Intensität ging zurück wie zuvor mit 20 mg

Dosierung ab Ende 2016: von 10 auf 5 mg
Absetzsymptome: nach 3 Tagen für 4-5 Tage (gleich wie im Mai 2015), dann bereits verschwunden

Dosierung ab 5. März 2016: von 5 auf 0
Absestzsymptome: nach 3 Tagen steigernd, gleiche Symptome wie vor SSRI, aber nicht so stark

Wechsel zum Ausschleichen auf Ecitalopram Tropfen

Aufdosierung ab 22. März 2016: Beginn mit 3 Tropfen (=3 mg)
Absetzsymptome: nach einer Woche für ein paar Tage sehr schlimm, dann rasche Besserung

Dosierung ab 2. Mai 2016: Beginn mit 2 Tropfen (= 2 mg)
Absetzsymptome: schlechter Schlaf, nach langer Zeit wieder einmal stark erhöhter Puls

Dosierung ab 1. Juni 2016: 1 Tropfen (=1 mg)
Keine Absetzsymtome mehr

Dosierung ab 14. Juli 2016: auf 0

6 Wochen später: Absoluter Terror. Angst, Unruhe, unaushaltbare Gefühle der Traurigkeit

Dosierung ab 8. September: Wiederaufnahme Escitalopram 3 Tropfen (=3 mg)
Sofortige Besserung am 1. Tag

8. Oktober: Erhöhung auf 4 Tropfen (4 mg Escitalopram)

1. Januar - 30. Mai: runter auf 3 Tropfen (3 mg)

30. Juni: Versuch unter 3 Tropfen misslungen (starke Symptome), auf 4 zurück

14. Juli: Runter auf 3.75 mg

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Re: Kann mich selber nicht mehr einschätzen /Absetzsymptome Citalopram

Beitrag von padma » Dienstag, 22.03.16, 17:36

hallo Penelope, :)

danke dir für die Signatur. :D Wieviel mg sind umgerechnet 3 Tropfen? Könntest du das bitte. noch in deiner Signatur vermerken?

liebe Grüsse,
padma
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Penelope
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Absetzen schwierig - Hirnplastizität?

Beitrag von Penelope » Mittwoch, 12.07.17, 10:46

Wenn ich unter 3 mg Escitalopram gehe (auch in ganz kleinen Schritten), fühle ich mich furchtbar. Das ist mal der IST-Zustand von mir.

In den letzten Monaten habe ich zumindest herausgefunden, was meine Symptome (körperliche wie auch psychische) in erster Linie verursacht hat. Ich habe CIRS (Chronique Inflammatory Response Syndrome). Leider ist das bei uns in Europa bei Ärzten gänzlich unbekannt und wird in der Medizinwelt auch sonst nicht so wahrgenommen. Ich habe das von langer Schimmelbelastung in unserer Wohnung.

Jedenfalls hat CIRS zur Folge, dass das Hirn a) schrumpfen kann, oder zumindest einige Areale und b) im Hirn Schwellungen entstehen.
Das SSRI hat mir insofern geholfen, weil es ja nachweislich die Plastizität im Hirn erhöht, also etwas, das mir durch CIRS verhindert wurde. Daher ist es wohl auch so schwer, die das SSRI abzusetzen. Es half mir wohl nicht wegen irgendwelchen Neurotransmittern, sondern wegen der Plastizität bzw. der Neuronen.

Momentan nehme ich "Binder", um die Biotoxine durch Schimmel zu binden und aus dem Körper zu befördern. Doch weil ich keinen Arzt finde, der mir die wirklich wirkungsvollen Medis verschreiben will, muss ich auch natürliche Binder zurückgreifen, die sehr, sehr lange brauchen, um die Toxine zu binden. Es ist also Geduld angebracht. Aber ich hoffe, dass ich danach auch mehr Ressourcen haben werde, um mein Hirn wieder zu regenerieren.

Zusätzlich teste ich gerade "Earthing/Grounding", eine relative neue Forschung in der Wissenschaft, die noch in den Kinderschuhen steckt und deshalb auch nicht zu 100% überzeugend ist (wissenschaftlich gesehen). Es geht darum, dass die Erde eine leicht negative Elektronenladung hat sowie der Mensch das in seinem natürlichen Zustand auch. Weil wir aber hauptsächlich in Schuhen rumlaufen und auch nicht auf der Erde schlafen, haben wir Menschen fast alle ein Ungleichgewicht unserer Elektronenladung im Körper. Gerade bei Krankheit is der Körper dann nicht in der Lage, die Selbstheilung anzukurbeln. Die Theorie besagt nun, dass man an Kraft und Ressourcen gewinnt, wenn man sich wieder mehr erdet bzw. mehr direkten Kontakt zum Erdboden hat.
Die Studien zu Earthing/Grounding sind signifikant, aber leider auch nur sehr klein. Aber dennoch sehe ich darin Potential, denn nicht genügend erforscht, heisst ja nicht, dass nichts dahinter ist.
Jedenfalls "grounde" ich mich jetzt täglich mindestens 1 Stunde lang (laufe einfach barfuss auf einer Wiese oder im Park). Nach einer Woche muss ich sagen: es geht mir deutlich besser. Ob das aber nur ein Zufall ist, kann ich nicht sagen. Bin von Natur aus Skeptikerin. Wenn es euch interessiert, werde ich weiter berichten.

Noch was zu "Neuroemotionen"
In einem anderen Thread hier im Forum habe ich über Neuroemotionen gelesen. Das ist exakt das, was ich auch erlebe. Gefühle, die nicht meine eigenen sind, nichts mit mir zu tun haben, an keinen Gedanken gekoppelt sind und sich anfühlen, als ob jemand einen Mantel um mich legt. Sie tauchen innert Sekunden auf und verschwinden auch so rasch wieder, ohne äusseren Anlass. Körperlich spüre ich sie aber schon vor dem Auftreten. Ich habe vor einer Neuroemotion immer Wasser in den Fingern und so ein seltsames Gefühl im Körper, als ob irgendetwas "wabert", so ganz komisch - wie ein nur ganz leicht wahrnehmbares Vibrieren, das sich gleichzeitig erhitzt anfühlt.
Geholfen hat mir hierfür oftmals "Burbur", ein pflanzliches Mittel. Die Neurogefühle gingen zwar nicht gänzlich weg, wurden aber abgeschwächt. Und eben auch das "Grounding". Sobald meine Füsse auf Erdboden aufliegen, dauert es etwa 5 Minuten und ich fühle mich wieder gut. Allerdings kommen die Gefühle/Stimmungen rasch zurück, sobald ich wieder in die Schuhe schlüpfe. Merkwürdig, all das, aber ich beobachte weiter.

Wenn noch jemand einen praktischen Tipp hat, wie man seine Hirnplastizität wieder auf Vordermann bringen kann, nur her damit :D
Ich habe das Buch von Norman Doidge "Wie das Gehirn heilt" gelesen, war aber ziemlich enttäuscht, weil die allermeisten praktischen Strategien mit einem Gerät verbunden sind, das man sich anschaffen muss oder eine Therapie, die durch einen Therapeuten begleitet werden muss. Ich suche also für mich etwas, was ich selber täglich tun kann (nebst Supplementierung durch z.B. Omega3).

Liebe Grüsse
Penelope
Symptome vor dem SSRI (Frühling 2014 - September 2014)

Kopfschmerzen, erhöhter Puls, Schlafstörung, innere Unruhe, Muskelschmerzen, Stimmungsschwankungen, Hirn wie unter Strom, inneres Vibrieren, Sehstörungen, Gedächtnisverlust, Wortfindungsstörung, Brustschmerzen, zu geweitete Bronchien

Citalopram (September 2014 - heute)

Dosierung ab September 2014: erst auf 10, 1 Woche später auf 20 mg
Beschwerden gingen alle massiv zurück, blieben nur noch leicht spürbar vorhanden

Dosierung ab Mai 2015: von 20 auf 10 mg
Absetzsymptome: 3 Monate lang gleich wie Grundsymptome, aber die Intensität ging zurück wie zuvor mit 20 mg

Dosierung ab Ende 2016: von 10 auf 5 mg
Absetzsymptome: nach 3 Tagen für 4-5 Tage (gleich wie im Mai 2015), dann bereits verschwunden

Dosierung ab 5. März 2016: von 5 auf 0
Absestzsymptome: nach 3 Tagen steigernd, gleiche Symptome wie vor SSRI, aber nicht so stark

Wechsel zum Ausschleichen auf Ecitalopram Tropfen

Aufdosierung ab 22. März 2016: Beginn mit 3 Tropfen (=3 mg)
Absetzsymptome: nach einer Woche für ein paar Tage sehr schlimm, dann rasche Besserung

Dosierung ab 2. Mai 2016: Beginn mit 2 Tropfen (= 2 mg)
Absetzsymptome: schlechter Schlaf, nach langer Zeit wieder einmal stark erhöhter Puls

Dosierung ab 1. Juni 2016: 1 Tropfen (=1 mg)
Keine Absetzsymtome mehr

Dosierung ab 14. Juli 2016: auf 0

6 Wochen später: Absoluter Terror. Angst, Unruhe, unaushaltbare Gefühle der Traurigkeit

Dosierung ab 8. September: Wiederaufnahme Escitalopram 3 Tropfen (=3 mg)
Sofortige Besserung am 1. Tag

8. Oktober: Erhöhung auf 4 Tropfen (4 mg Escitalopram)

1. Januar - 30. Mai: runter auf 3 Tropfen (3 mg)

30. Juni: Versuch unter 3 Tropfen misslungen (starke Symptome), auf 4 zurück

14. Juli: Runter auf 3.75 mg

Hoffnungsschimmer
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Re: Absetzen schwierig - Hirnplastizität?

Beitrag von Hoffnungsschimmer » Mittwoch, 12.07.17, 12:28

Hallo Penelope,
Kurkuma ist gut fürs Gehirn :wink:
LKH
Hoffnung
2010 Sertralin mg?? Wegen Panikattacken
2011 Umstieg auf Citalopram 10mg (wegen Kinderwunsch)
2014 hochdosiert auf 20mg (wegen erneuten Panikattacken)
08/15 runterdosiert auf 10mg (Totalzusammenbruch)
09/15 hochdosiert auf 20mg + 12,5mg Atarax + 75mg
11/15 hochdosiert auf 30 mg + 12,5 mg Atarax + 50mg Trittico
12/15 Trittico reduziert auf 12 mg
5.1.16 Trittico abgesetzt
14.1.16 Atarax reduziert auf 11,25 mg
15.1.16 auf 9,375mg
18.1.16 auf 8,125mg
24.1.16 auf 6,25mg (beginn der Zwangsgedanken, aber noch eher schwach, Halsschmerzen, Ohrgeräusch lauter)
31.1.16 auf 5,625mg (immer wieder ZG)
3.2.16 auf 5mg (immer wieder ZG)
5.2.16 auf 4,375mg (immer wieder ZG)
8.2.16 auf 3,75mg - (Kopfschmerzen, starke Halsschmerzen und immer wieder ZG)
18.2.16 auf 3,25mg - ab jetzt wirds schwierig! Ohrgeräusch wieder lauter
21.2.16 auf 2,50mg - ich gebe nicht auf ;-)
29.2.16 auf 2,19mg - Reduktionsschritte werden jetzt kleiner (1x Panikattacke und 3Tg Schwindel, Durchfalll)
21.3.16 auf 1,88mg - (Ängste, und Unruhe)
26.3.16 auf 1,56mg - keine Absetzsymptome nur ganz leichte ZG
29.3.16 auf 1,25mg - keine Absetzsymptome nur ganz leichte ZG
01.4.16 auf 0,97mg - keine Absetzsymptome nur ganz leichte ZG
04.4.16 auf 0,63mg - keine Absetzsymtome (Zyklus hat sich um 3 Tage verschoben)
07.4.16 auf 0,32mg - (Halsschmerzen, starke Kopfschmerzen)
10.4.16 auf 0,16mg - keine Absetzsymptome
14.4.16 auf 0mg :D
mir gehts SUPER!!! Zwangsgedanken sind wie weggeblasen!!!!
_____________________________________________________
13.3.16 Citalopram mit 5% angetestet - ging gut
Citalopram Start am 2.6.2016 Ausgangsdosis 28,5mg
2.6.16 auf 25,5mg
4.7.16 auf 22,5mg
7.8.16 auf 21,75mg
24.8.16 auf 20mg
21.9.16 auf 19mg
22.10.16 auf 17,5mg
18.11.16 auf 16mg
15.12.16 auf 13,5mg
11.1.17 auf 12,5mg
8.2.17 auf 11,25mg
9.3.17 auf 10,5mg
25.3.17 auf 10mg :party2: 2 Drittel weg (auf Marke Bluefisch gewechselt)
22.4.17 auf 9,5mg (nicht geeignet für die Wasserlöstechnik)
4.5.17 gewechselt auf Marke Sandoz
19.5.17 auf 9mg
12.6.17 auf 8,5mg
3.7.17 auf 8mg, 5.7.17 wieder zurück auf 8,5mg
24.7.17 auf 8mg
24.8.17 auf 7,5mg
26.9.17 auf 7mg
24.10.17 auf 6,5mg
21.11.17 auf 6mg
22.12.17 auf 5,5mg
27.1.18 auf 5mg
7.4.18 auf 4,5mg
13.5.18 auf 4,25mg
10.6.18 auf 4mg
8.7.18 auf 3,5mg
5.8.18 auf 3mg
5.9.18 auf 2,5mg
25.10.18 auf 2,25mg
23.11.18 auf 2mg
22.12.18 auf 1,75mg
19.1.19 auf 1,40mg
10.3.19 auf 1,20mg
5.4.19 auf 1mg
3.5.19 auf 0,80mg

Seit Juni 30mg Citalopram und 150mg Trittico

Rosenrot
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Re: Absetzen schwierig - Hirnplastizität?

Beitrag von Rosenrot » Mittwoch, 12.07.17, 12:52

Hallo Penelope, :)

ich finde deine Erfahrungen und deinen Anspruch sehr interessant und würde mich freuen, wenn du weiter berichtest.

Gute Besserung und herzliche Grüße

Rosenrot
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padma
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Re: Absetzen schwierig - Hirnplastizität?

Beitrag von padma » Mittwoch, 12.07.17, 13:36

hallo Penelope, :)

willkommen im ADFD
In den letzten Monaten habe ich zumindest herausgefunden, was meine Symptome (körperliche wie auch psychische) in erster Linie verursacht hat. Ich habe CIRS (Chronique Inflammatory Response Syndrome). Leider ist das bei uns in Europa bei Ärzten gänzlich unbekannt und wird in der Medizinwelt auch sonst nicht so wahrgenommen. Ich habe das von langer Schimmelbelastung in unserer Wohnung.
Leider ist es bei vielen derartigen Erkrankungen so, dass sie nicht ernst genommen werden.
Vielleicht magst du dich mit Filzblume :) austauschen, sie leidet ebenfalls unter heftigen Symptomen aufgrund einer Schimmelbelastung http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 51&t=13242
Das SSRI hat mir insofern geholfen, weil es ja nachweislich die Plastizität im Hirn erhöht, also etwas, das mir durch CIRS verhindert wurde.

Wo hast du das denn gelesen mit der Erhöhung der Neuroplastizität? Das ist mir völlig neu, hast du dafür eine wissenschaftliche Quelle?
Ich bezweifle das sehr.
Daher ist es wohl auch so schwer, die das SSRI abzusetzen. Es half mir wohl nicht wegen irgendwelchen Neurotransmittern, sondern wegen der Plastizität bzw. der Neuronen.
Ich denke eher, dass es schwer ist, weil dein ZNS bereits durch CIRS sehr belastet ist.
"Geholfen" hat es möglicherweise, indem es die Symptome von CIRS überlagert hat.

Mit dem Earthing/Grounding hört sich interessant an. Erden wird ja erfolgreich in der Psychotherapie eingesetzt. Ob es nun an der elektronischen Ladung liegt, oder einfach daran, dass Menschen als "Erdenwesen" den Kontakt zur Erde brauchen, sei mal dahingestellt.

Die Neuroemotionen beschreibst du sehr gut. Ich denke, die Ursache dafür ist auch bei dir, das SSRI, bzw. das Absetzen.
Dosierung ab 14. Juli 2016: auf 0

6 Wochen später: Absoluter Terror. Angst, Unruhe, unaushaltbare Gefühle der Traurigkeit

Dosierung ab 8. September: Wiederaufnahme Escitalopram 3 Tropfen (=3 mg)
Sofortige Besserung am 1. Tag
Das ist recht typisch für ein Entzugssyndrom. Zeitverzögerte Absetzsymptome, und schnelle Besserung nach der Wiedereinnahme.
Wenn ich unter 3 mg Escitalopram gehe (auch in ganz kleinen Schritten), fühle ich mich furchtbar.
Das zeigt, dass dein ZNS empfindlich reagiert. Die Konsequenz daraus ist, in deutlich kleineren Schritten zu reduzieren.
Du hattest in 1 mg Schritten reduziert, was für viele Betroffene im untersten Dosisbereich deutlich zu viel ist.

Du solltest zur Stabilisierung jetzt mindestens 4 - 6 Wochen auf 3 mg bleiben.
Danach dann in höchsten 10% Schritten der letzten Dosis reduzieren.

Ich würde als nächsten Schritt 2,75 mg vorschlagen.
Dafür nimmst du 2 Tropfen normal ein. 1 Tropfen gibst du in 40 ml Wasser, rührst gut um und entnimmst mit einer Einmalspritze 10 ml, die du verwirfst. Den Rest trinkst du.
(Wasserlösemethode)

Bitte lies dich in unseren Infos gründlich ein http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 18&t=12880

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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25.10.2019: 0,01 mg bin auf der Zielgeraden angelangt :D



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


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Annanas
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Re: Absetzen schwierig (Citalopram) - Hirnplastizität

Beitrag von Annanas » Mittwoch, 12.07.17, 14:22

Hallo Penelope :) - auch von mir ein Willkommen zurück -
möchte dich nur kurz informieren, daß ich deine neuen Beiträge mit dem alten Thread
zusammengeführt habe, so bleibt der Verlauf im Zusammenhang.

Den Titel habe ich angepaßt.

Lieben Gruß von Anna
Vorgeschichte:
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Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016
► Text zeigen

seit April 2018 Absetzpause, bin bei 15 Kügelchen (ca. 4,5 mg)

Hinweis:
Meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und gründen sich auf Erfahrungswerten - meinen eigenen und denen anderer Betroffener sowie den wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

Penelope
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Re: Absetzen schwierig (Citalopram) - Hirnplastizität?

Beitrag von Penelope » Mittwoch, 12.07.17, 19:38

Liebe Alle

Danke für eure lieben Antworten!

@Hoffnungsschimmer
Ja, Kurkuma nehme ich auch. Ich denke, es tut mir gut, merke aber nicht so viel inpunkto Stimmungsschwankungen.

@Rosenrot
Ja, mach ich gerne. Vielleicht find ich ja etwas, was auch andere probieren könnten. Mal schauen :-)

@Padma
Phu, die Quelle... wegen dem SSRI und der Neuroplastizität - muss ich nachschauen. Bin leider (aus bekannten Gründen) sehr vergesslich. Ich glaube, es stand auch in dem Buch von Doidge, bin aber nicht mehr sicher. Jedenfalls wurde da eine Studie erwähnt, bei der man gesehen hat, dass SSRI den Hippocampus hat wachsen lassen bzw. Neuronen vermehrt hat.

Zwischen Januar und Mai bin ich von 4 auf 3 Tropfen in 10% Schritten runter. Es war ein Auf und Ab, aber die Wirkung vom Absetzen von 10% dauerten immer nur so 3-4 Tage. Beim Schritt von 3 auf 2.75 (3 x versucht) hören die Symptome einfach nicht auf. Das ist ja das Verflixte. Vielleicht muss ich halt jetzt eine Weile bei 3 bleiben und z.B. im Herbst wieder mit Reduzierung anfangen. Was meinst du?

Und danke wegen dem Link zu Filzblume. Werde mich mal in ihrem Thread herumtummeln.

@Anna
Ja, danke dir.
Symptome vor dem SSRI (Frühling 2014 - September 2014)

Kopfschmerzen, erhöhter Puls, Schlafstörung, innere Unruhe, Muskelschmerzen, Stimmungsschwankungen, Hirn wie unter Strom, inneres Vibrieren, Sehstörungen, Gedächtnisverlust, Wortfindungsstörung, Brustschmerzen, zu geweitete Bronchien

Citalopram (September 2014 - heute)

Dosierung ab September 2014: erst auf 10, 1 Woche später auf 20 mg
Beschwerden gingen alle massiv zurück, blieben nur noch leicht spürbar vorhanden

Dosierung ab Mai 2015: von 20 auf 10 mg
Absetzsymptome: 3 Monate lang gleich wie Grundsymptome, aber die Intensität ging zurück wie zuvor mit 20 mg

Dosierung ab Ende 2016: von 10 auf 5 mg
Absetzsymptome: nach 3 Tagen für 4-5 Tage (gleich wie im Mai 2015), dann bereits verschwunden

Dosierung ab 5. März 2016: von 5 auf 0
Absestzsymptome: nach 3 Tagen steigernd, gleiche Symptome wie vor SSRI, aber nicht so stark

Wechsel zum Ausschleichen auf Ecitalopram Tropfen

Aufdosierung ab 22. März 2016: Beginn mit 3 Tropfen (=3 mg)
Absetzsymptome: nach einer Woche für ein paar Tage sehr schlimm, dann rasche Besserung

Dosierung ab 2. Mai 2016: Beginn mit 2 Tropfen (= 2 mg)
Absetzsymptome: schlechter Schlaf, nach langer Zeit wieder einmal stark erhöhter Puls

Dosierung ab 1. Juni 2016: 1 Tropfen (=1 mg)
Keine Absetzsymtome mehr

Dosierung ab 14. Juli 2016: auf 0

6 Wochen später: Absoluter Terror. Angst, Unruhe, unaushaltbare Gefühle der Traurigkeit

Dosierung ab 8. September: Wiederaufnahme Escitalopram 3 Tropfen (=3 mg)
Sofortige Besserung am 1. Tag

8. Oktober: Erhöhung auf 4 Tropfen (4 mg Escitalopram)

1. Januar - 30. Mai: runter auf 3 Tropfen (3 mg)

30. Juni: Versuch unter 3 Tropfen misslungen (starke Symptome), auf 4 zurück

14. Juli: Runter auf 3.75 mg

Hoffnungsschimmer
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Re: Absetzen schwierig (Citalopram) - Hirnplastizität?

Beitrag von Hoffnungsschimmer » Donnerstag, 20.07.17, 6:58

Hallo Penelope,
Mich würde interessieren, ob du bevor das alles angefangen hat mit den Pankattacken vielleicht impfen warst, oder ein Antibiotikum eingenommen hast? Bin jetzt vor kurzem darauf aufmerksam geworden, dass ich das erste mal eine heftige Panikattacke hatte kurze Zeit nach einer Zeckenimpfung.
Lg
Hoffnung
2010 Sertralin mg?? Wegen Panikattacken
2011 Umstieg auf Citalopram 10mg (wegen Kinderwunsch)
2014 hochdosiert auf 20mg (wegen erneuten Panikattacken)
08/15 runterdosiert auf 10mg (Totalzusammenbruch)
09/15 hochdosiert auf 20mg + 12,5mg Atarax + 75mg
11/15 hochdosiert auf 30 mg + 12,5 mg Atarax + 50mg Trittico
12/15 Trittico reduziert auf 12 mg
5.1.16 Trittico abgesetzt
14.1.16 Atarax reduziert auf 11,25 mg
15.1.16 auf 9,375mg
18.1.16 auf 8,125mg
24.1.16 auf 6,25mg (beginn der Zwangsgedanken, aber noch eher schwach, Halsschmerzen, Ohrgeräusch lauter)
31.1.16 auf 5,625mg (immer wieder ZG)
3.2.16 auf 5mg (immer wieder ZG)
5.2.16 auf 4,375mg (immer wieder ZG)
8.2.16 auf 3,75mg - (Kopfschmerzen, starke Halsschmerzen und immer wieder ZG)
18.2.16 auf 3,25mg - ab jetzt wirds schwierig! Ohrgeräusch wieder lauter
21.2.16 auf 2,50mg - ich gebe nicht auf ;-)
29.2.16 auf 2,19mg - Reduktionsschritte werden jetzt kleiner (1x Panikattacke und 3Tg Schwindel, Durchfalll)
21.3.16 auf 1,88mg - (Ängste, und Unruhe)
26.3.16 auf 1,56mg - keine Absetzsymptome nur ganz leichte ZG
29.3.16 auf 1,25mg - keine Absetzsymptome nur ganz leichte ZG
01.4.16 auf 0,97mg - keine Absetzsymptome nur ganz leichte ZG
04.4.16 auf 0,63mg - keine Absetzsymtome (Zyklus hat sich um 3 Tage verschoben)
07.4.16 auf 0,32mg - (Halsschmerzen, starke Kopfschmerzen)
10.4.16 auf 0,16mg - keine Absetzsymptome
14.4.16 auf 0mg :D
mir gehts SUPER!!! Zwangsgedanken sind wie weggeblasen!!!!
_____________________________________________________
13.3.16 Citalopram mit 5% angetestet - ging gut
Citalopram Start am 2.6.2016 Ausgangsdosis 28,5mg
2.6.16 auf 25,5mg
4.7.16 auf 22,5mg
7.8.16 auf 21,75mg
24.8.16 auf 20mg
21.9.16 auf 19mg
22.10.16 auf 17,5mg
18.11.16 auf 16mg
15.12.16 auf 13,5mg
11.1.17 auf 12,5mg
8.2.17 auf 11,25mg
9.3.17 auf 10,5mg
25.3.17 auf 10mg :party2: 2 Drittel weg (auf Marke Bluefisch gewechselt)
22.4.17 auf 9,5mg (nicht geeignet für die Wasserlöstechnik)
4.5.17 gewechselt auf Marke Sandoz
19.5.17 auf 9mg
12.6.17 auf 8,5mg
3.7.17 auf 8mg, 5.7.17 wieder zurück auf 8,5mg
24.7.17 auf 8mg
24.8.17 auf 7,5mg
26.9.17 auf 7mg
24.10.17 auf 6,5mg
21.11.17 auf 6mg
22.12.17 auf 5,5mg
27.1.18 auf 5mg
7.4.18 auf 4,5mg
13.5.18 auf 4,25mg
10.6.18 auf 4mg
8.7.18 auf 3,5mg
5.8.18 auf 3mg
5.9.18 auf 2,5mg
25.10.18 auf 2,25mg
23.11.18 auf 2mg
22.12.18 auf 1,75mg
19.1.19 auf 1,40mg
10.3.19 auf 1,20mg
5.4.19 auf 1mg
3.5.19 auf 0,80mg

Seit Juni 30mg Citalopram und 150mg Trittico

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