Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->

Liebe Fories, liebe Interessierte,

seit 1.8.2019 gibt es Änderungen im Forum. Es ist nur noch teilweise öffentlich zugänglich. Ohne Anmeldung können nur die Rubriken "Informationen", "Neue Teilnehmer" sowie "Erfahrungsberichte" gelesen werden.

Die anderen Rubriken sind nur noch für registrierte Mitglieder einsehbar. Dazu gehört auch der Bereich "Ausschleichen von Psychopharmaka" mit Dokumentation der einzelnen Verläufe (Tagebücher) zum Absetzen von Antidepressiva, Neuroleptika und Benzodiazepinen. Hier findet Ihr alle Neuerungen und Änderungen. Hier steht alles Wichtige für noch nicht registrierte Interessierte.

Wir sind ein Selbsthilfeforum. Wer sich registriert, um einen eigenen Thread zu eröffnen, entscheidet sich auch dafür, sich aktiv mit den bereitgestellten Informationen auseinanderzusetzen. Neue Mitglieder bitten wir daher, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten, die Grundlagentexte durchzulesen und anzueignen. Wer nach der Registrierung nur still mitlesen will, ist auch willkommen.

Ein Dankeschön an alle, die sich bereits aktiv in den Erfahrungsaustausch einbringen. Gegenseitige Unterstützung stärkt jede Selbsthilfegruppe.

Euer ADFD-Team

Hilfe:Farbwahrnehmung/Störung unter Duloxetin/SSRI

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
:schnecke: Bitte lies unsere Forenregeln, bevor Du Dich registrierst.
Katinka
Beiträge: 9
Registriert: Sonntag, 20.03.16, 16:34

Hilfe:Farbwahrnehmung/Störung unter Duloxetin/SSRI

Beitrag von Katinka » Mittwoch, 23.03.16, 11:06

Hallo,

folgende Beschwerden begannen vor ca. 4 Monaten: nervöse Unruhe, Getriebensein, Schlafstörungen, depressive Grundstimmung,
Müdigkeit etc.. Es folgte verändertes Empfinden: Depersonalisierung.
Habe dann für kurze Zeit ganz niedrig dosiert Mirtazapin eingenommen (15 mg, halbiert). Abgesetzt auf 0, vermeintlich ohne Nachwirkungen.

In letzter Zeit habe ich (leider) für den Zeitraum von 14 Tagen Duloxetin (30 mg) eingenommen. Nach 7 Tagen traten massive Störung der Farbwahrnehmung auf, alles grell und intensiv, scharfe Kontraste, überdeutliche Konturen. Überempfindlichkeit gegen Umweltreize.
Daraufhin habe ich abrupt abgesetzt, Wahrnehmung hat sich aber nicht verbessert.
Meine gesamte Umwelt sieht intensiv und verändert aus.

Mache mir große Sorgen. Bitte um Rat.

Lisamarie
Beiträge: 9529
Registriert: Freitag, 14.03.14, 19:16

Re: Hilfe:Farbwahrnehmung/Störung unter Duloxetin/SSRI

Beitrag von Lisamarie » Mittwoch, 23.03.16, 11:18

Hallo Katinka,

willkommen im ADFD.

Also du hast 7,5 mg Mirtazapin für 4 Monate eingenommen und dann einfach so abgesetzt oder ausgeschlichen ? Seit wann hast du es abgesetzt ? Nach vier Monaten hätte es ausgeschlichen gehört, wir hier im Forum setzen alle vier bis sechs Wochen höchstens 10% ab, bei dir wäre es vielleicht etwas schneller gegangen, weil du es nur vier Monate genommen hast. Aber zum direkten Absetzen hätten wir nicht geraten.

Ich denke das der Mirtazapinentzug mit Zeitverzögerung bei dir eingetreten ist und du es durch das Duloxetin noch weiter verschlimmert hast. Kommt jetzt drauf an wann du das Mirtazapin abgesetzt hast, eventuell würde dir helfen wieder eine kleine Menge einzudosieren um es dann auszuschleichen, würde da so an zwei drei mg denken. Ich schick dir mal unsere Liste unserer Absetzproblematiken, die sicher nicht vollständig ist.

http://www.antidepressiva-absetzen.de/Stufe_3.html

Hier die wichtigsten Fragen warum man langsam ausschleichen sollte.
viewtopic.php?f=19&t=9913

lg Petra
2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
Bis auf die Praxiten von heute auf morgen kalt abgesetzt, erste Absetzbeschwerden nach sechs Wochen, aber dann
6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:
► Text zeigen

Katinka
Beiträge: 9
Registriert: Sonntag, 20.03.16, 16:34

Re: Hilfe:Farbwahrnehmung/Störung unter Duloxetin/SSRI

Beitrag von Katinka » Mittwoch, 23.03.16, 11:29

Hallo Petra,

ich habe mich etwas missverständlich ausgedrückt. Hier nochmal die Fakten:

- Mirtazapin für ca- 3-4 Wochen eingenommen ´(Jan./Feb. diesen Jahres); dann abrupt abgesetzt
- vor kurzem 14 Tage lang Duloxedtin eingenommen, ebenfalls abgesetzt

Habe Angst vor schwerwiegender Erkrankung wegen veränderter Farbwahrnehmung, die immer noch anhält.
Möchte mir keine Neuroleptika verordnen lassen und alles noch schlimmer machen.

Danke für weiteren Rat.

Lisamarie
Beiträge: 9529
Registriert: Freitag, 14.03.14, 19:16

Re: Hilfe:Farbwahrnehmung/Störung unter Duloxetin/SSRI

Beitrag von Lisamarie » Mittwoch, 23.03.16, 11:34

Hallo Katinka, ja dann sieht es schon anders aus, dann würde ich auf gar keinen Fall mehr was nehmen, ich denke du hast durch die beiden Medikamente ein gereiztes ZNS, das gibt sich mit der Zeit wieder und nein du bist nicht plötzlich schwer erkrankt, das ist wirklich eher ein Zeichen eines gereizten ZNS , das heilt mit der Zeit wieder, vielleicht nicht von heute auf morgen, aber sicher ist der Faktor Zeit das ausschlaggebende.
lg Petra
2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
Bis auf die Praxiten von heute auf morgen kalt abgesetzt, erste Absetzbeschwerden nach sechs Wochen, aber dann
6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:
► Text zeigen

Katinka
Beiträge: 9
Registriert: Sonntag, 20.03.16, 16:34

Re: Hilfe:Farbwahrnehmung/Störung unter Duloxetin/SSRI

Beitrag von Katinka » Mittwoch, 23.03.16, 11:57

Hallo Petra,
Danke, das beruhigt mich etwas. Frühwarnzeichen für schwere Erkrankungen sehen ähnlich aus, daher meine Sorge.
Letzte Frage: Können SSRI triggern oder induzieren? Hatte Sorge wegen meiner sonstigen Beschwerden, die zum Symptomenkreis passen.
LG

Murmeline
Moderatorenteam
Beiträge: 15030
Registriert: Sonntag, 11.01.15, 13:50

Re: Hilfe:Farbwahrnehmung/Störung unter Duloxetin/SSRI

Beitrag von Murmeline » Mittwoch, 23.03.16, 12:19

Hallo Katinka!

Auch von mir willkommen.
folgende Beschwerden begannen vor ca. 4 Monaten: nervöse Unruhe, Getriebensein, Schlafstörungen, depressive Grundstimmung,
Müdigkeit etc.. Es folgte verändertes Empfinden: Depersonalisierung.
Gab es denn Auslöser in Deiner Lebenssituation dafür und/oder was wurde körperlich abgeklärt, als diese Symptome vor vier Monaten auftraten?
Frühwarnzeichen für schwere Erkrankungen sehen ähnlich aus, daher meine Sorge.
Hattest Du schon einmal solch ein psychischer Durcheinander, das als Psychose klassifiziert wird? Weil Du von Frühwarnzeichen schreibst... Oder hat jemand diesen Begriff jetzt in den Raum gestellt?
Können SSRI triggern oder induzieren?
Der Erfahrung vieler ADFDler können SSRI/SNRI verschiedene Zustände hervorrufen, bei Beginn, während der Einnahme oder beim Absetzprozess. Dazu gehören z.B. auch hypomanische Phasen oder Phasen mit zu viel / zu wenig Emotionen oder eben auch mit Mißempfindungen und gestörte Wahrnehmung auf allen möglichen Ebenen, auch bzgl. der visuellen Reize.

Hast Du denn jemand mit Verständnis für Deine Situation um Dich herum?

Viele Grüße, Murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Monalinde
Beiträge: 576
Registriert: Freitag, 21.01.11, 16:10

Re: Hilfe:Farbwahrnehmung/Störung unter Duloxetin/SSRI

Beitrag von Monalinde » Mittwoch, 23.03.16, 13:06

Hallo Katinka,

ich glaube, dass du dich nicht sehr beunruhigen musst. Ich hatte diese seltsamen Farbwahrnehmungen, allerdings während der Einnahme von Mirtazipin und Venlafaxin auch. Welches Medikament der Hauptübeltäter war, kann ich nicht sagen. Ich habe zeitweise auch mit der Medikation etwas gespielt, d.h. immer etwas herunter- und dann wieder heraufdosiert, was ganz bestimmt sehr schlecht war, so wie ich heute weiss.

Bei mir waren die Farben, besonders beim Fernsehen, extrem grün oder rot , so dass ich zunächst dachte, dass der Fernseher seinen Geist aufgeben würde. Nachdem ich die einzige war, die das zu bemerken schien, wurde mir schon klar, dass es an mir liegen müsste. Ich bin damals sehr erschrocken, weil ich einfach keine Erklärung dafür fand. Ich dachte, dass ich nun bald überschnappe.
Vielleicht ist es einfach eine ganz seltene Nebenwirkung oder Nachwirkung der Psychopharmaka. Ich glaube, dass Murmeline da die richtige Richtung vorgegeben hat.
In einem Depressionsforum hat auch einmal jemand über diese Erscheinung geschrieben, allerdings nach der Einnahme von Neuroleptika. Meiner Erfahrung nach ist der Unterschied zwischen den Nebenwirkungen oder Nachwirkungen bei diesen Medikamenten nicht so sehr groß.

Was ich auch noch hatte, war ein übersteigertes Geruchsempfinden. Mich haben die Gerüche, vor allem von Pflanzen, manchmal fast erschlagen weil sie so intensiv waren. Seitdem habe ich etwas gegen Fliedergeruch.

Die gute Nachricht. Ich habe diese Erscheinungen nach dem Absetzen nie wieder gehabt. Dafür andere, aber das steht auf einem anderen Blatt. Meiner Einschätzung nach hängt das alles bei dir mit großer Wahrscheinlichkeit noch mit der Medikamenteneinnahme zusammen, wie bei mir auch.

Da du die Medikamente nicht sehr lange genommen hast, müsste der Spuk bald vorbei sein. Ich wünsche es dir jedenfalls.

LG Mona
2005 bis 2010 Einnahme von Remergil 7,5 mg und Trevilor bis zu 37,5 mg,
2010 bis 2012 Trevilor 37,5 mg ausschließlich,
Diagnose: Angst und Depression

Dezember 2012 auf Null abgesetzt, 10 Prozent im Rhythmus von 14 Tagen ( zu schnell)
Seit Dezembe 2012 im protahierten Entzug.
Symptome:
( Tinnitus 2011) , Speiseröhrenentzündung, Reflux, Schleim im Hals saures Aufstoßen seit 2014,
Albträume, Durchschlafstörungen, Erschöpfungszustände, Hautausschläge, Angstzustände,
Gelenkschmerzen, Schwindel, Schüttelfrost, Zwangsgedanken, Ohrwürmer, Neuroemotionen, Durchfälle)

2018:
Hautausschläge, Gelenkschmerzen, Schüttelfrost , Schwindel, verstopfte Nase, Albträume nicht mehr vorhanden, Reflux nur noch selten, Durchschlafstörungen sporadisch bei Stress

Ängste, Tinnitus, Neuroemotionen halten an.

Murmeline
Moderatorenteam
Beiträge: 15030
Registriert: Sonntag, 11.01.15, 13:50

Re: Hilfe:Farbwahrnehmung/Störung unter Duloxetin/SSRI

Beitrag von Murmeline » Mittwoch, 23.03.16, 13:32

Hallo Katinka,

ich weiß nicht, wie gut Dein Englisch ist, aber hier ist ein Artikel und die Betroffene beschreibt kurz nach der Einnahme von Escitalopram, dass innerhalb weniger Stunde ihre visuelle Wahrnehmung sich komplett verändert hat und alles aussah wie Bilder von Van Gogh.
It’s hard to describe what happened next. Within hours of taking the drug my visual senses went awry and everything appeared like a Van Gogh painting.
http://rxisk.org/the-year-of-my-life-that-was-stolen/

So wurde aus ihrem anfänglichen Durcheinander (hier eine sehr schlechte Phase nach einer Scheidung) und den nicht erkannten/thematisierten Nebenwirkungen des ersten SSRI ein "psychotische Depression" diagnostiziert und weiter behandelt - die Betroffene sagt, dies habe ihr ein Jahr ihrer Lebenszeit gekostet, inkl. Klinikaufenthalte.

Pass auf Dich auf!

Grüße, Murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Dane
Beiträge: 203
Registriert: Samstag, 29.08.15, 12:57
Wohnort: Saarland

Re: Hilfe:Farbwahrnehmung/Störung unter Duloxetin/SSRI

Beitrag von Dane » Mittwoch, 23.03.16, 17:32

Hallo Katinka,

Serotonin erfüllt nicht nur im Gehirn wichtige Aufgaben, sondern auch an allen anderen möglichen Stellen des Körpers. Und mittlerweile weiß man auch, das SSRI gar nicht so selektiv wirken, wie es einem der Name glauben machen möchte.

Um Wikipedia zu zitieren: "Im menschlichen Organismus besitzt Serotonin vielfältige Wirkungen insbesondere auf das Herz-Kreislauf-System, den Magen-Darm-Trakt und das Nervensystem." Das deckt sich auch in etwa mit dem Nebenwirkungsprofil unter SSRI-Einnahme, denn diese tauchen in diesen Körpersystemen gehäuft auf.

Zum Thema Serotonin und Auge wird gesagt: "Im menschlichen Auge reguliert Serotonin über eine Aktivierung verschiedener Serotoninrezeptoren den Augeninnendruck über Nerven, welche unter anderem Serotonin als Neurotransmitter nutzen. Als mögliche Mechanismen kommen eine Steuerung der Kammerwasserproduktion im Auge und eine Öffnung oder Schließung des Pupillenverengermuskels Musculus sphincter pupillae in Frage. Auch eine Nebenwirkung sogenannter Selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), das gehäufte Auftreten eines Glaukoms, kann mit einer Wirkung von Serotonin auf den Augeninnendruck erklärt werden."

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Serotonin#Auge

Hast du eigentlich auch versucht, deine Probleme anderweitig in den Griff zu bekommen, z.B. durch Psychotherapie? Psychopharmaka heilen nicht, sondern sie deckeln bestenfalls für eine Zeit lang die Symptome...Sie sollten - wenn überhaupt - nur als "ultima ratio", also wenn alle anderen Therapieformen versagt haben, angewendet werden!
Du kannst gerne einen Blick in unsere Austauschrubrik werfen; dort sind (insbesondere unter den Themenpunkten "Alternativen zu Antidepressiva" und "Gesundheit") viele hilfreiche Tipps zu finden!

viewforum.php?f=44

Viele Grüße
Dane
In den Wintermonaten 12/13 und 13/14: Einnahme von Johanniskraut (Laif 900, nicht ausgeschlichen)

06.2014 - 04.2015: Paroxetin (20/10mg) -> abrupt abgesetzt. Psychiaterin meinte: einfach weglassen!

Ende Juni beginnen die Absetzerscheinungen deutlich. Seitdem im kalten Entzug mit diversen Symptomen (vor allem Unruhe, Schwindel, Dauerübelkeit, Derealisation, Depression, Tinnitus, RLS, Druck/Ziehen hinter der Stirn, hohe Geräuschempfindlichkeit, kaum Libido).
Oft abwechselnd / wellenartiges Auftauchen & wieder verschwinden

> Versuch des krümelweise Wiedereinschleichens nach 2 Wochen abgebrochen! (Herzrasen, Panikattacken) <

Sep. - Nov. 2015: Promethazin (Atosil) bis zu 10 Tropfen -> zum Schluß heftige Symptomverschlimmerung :!:

Stand März 2016: Die meisten Symptome haben sich stark abgeschwächt; ich denke, ich befinde mich auf dem aufsteigenden Ast!

Was mir hilft: (oder zumindest nicht schadet)
Fischölkapseln
Passionsblumenkraut
Vitamin D3
Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training
und wenn es geht: viel Ruhe und Geduld :schnecke:

Katinka
Beiträge: 9
Registriert: Sonntag, 20.03.16, 16:34

Re: Hilfe:Farbwahrnehmung/Störung unter Duloxetin/SSRI

Beitrag von Katinka » Freitag, 25.03.16, 14:15

Hallo Murmeline,

zu Deinen Fragen, auf die ich gern direkt antworten möchte. Vielleicht kannst Du mir irgendwie helfen bzw. raten, was
ich tun kann bzw. unterlassen sollte:
Ich befinde mich seit einigen Monaten in einer schwierigen Situation. Ich bin 2012 nach über 10 Jahren in Berlin wieder in meine Heimatstadt zurückgekommen und dort wohl zu lange geblieben, ohne die "Reißleine" zu ziehen.
In den vergangenen Monaten musste ich quasi vis-a-vis zum Vater meines Kindes leben, der den Kontakt ablehnt.
Ich habe allerdings den Fehler gemacht, mich zu stark mit dieser Person zu beschäftigen. Er war quasi meine erste Beziehung...
Ich schildere das so ausführlich, weil ich dringend Deinen Rat brauche.
Außerdem hat mich die Zeit mit Baby wieder in eine praktische Abhängigkeit zu meiner Mutter gebracht.
Alles sehr problematisch. Die Kleinstadt, eine Mutterrolle, die ich z.T. in Frage stellen etc.

Ich habe mir psychotherapeutische Hilfe gesucht und bin von Freunden auch gewarnt worden, mich nicht mehr mit Vergangenem zu beschäftigen.
Die derzeitige Psychotherapeutin im städtischen Klinikum ist sehr gut, hat mich allerdings an das SSRI herangeführt.
Jetzt habe ich große Angst, in eine Psychose abzurutschen. Das Farbthema macht mir Angst. Leider sind die bemerkten Störungen nicht zurückgegangen, sondern intensivieren sich bei Stress, so scheint mir.
War Ende Februar auf einer Kurzreise in Leipzig, die ich auch nicht genießen konnte (starkes Gefühl von Unwirklichkeit, war irgendwie nicht ganz bei mir etc.)
Was würdest Du aus Deiner Sicht tun: Bereits mit harten Medikamenten beginnen oder alles ohne durchhalten und auf die Psychotherapie setzen?
Sind harte Medikamente wirklich nötig, wie viele Schulmediziner meinen? Oder schade ich mir, wenn ich sie nicht frühzeitig nehme?
Kann ich diese ablehnen? Machen Dopaminaufnahmehemmer niedrigdosiert Sinn?

Ich kann ab April hier am Ort die Tagesklinik besuchen, befürchte aber zuviel Stress und Schlafmangel wegen sehr früher Anfangszeiten.
Würde gern in eine externe Klinik gehen, um hier rauszukommen.


Danke für Deinen Rat und Deine Geduld,
Katharina

Murmeline
Moderatorenteam
Beiträge: 15030
Registriert: Sonntag, 11.01.15, 13:50

Re: Hilfe:Farbwahrnehmung/Störung unter Duloxetin/SSRI

Beitrag von Murmeline » Samstag, 26.03.16, 15:52

Hallo Katinka,

danke für Deine Offenheit :hug:

Du beschreibst vieles, was dich über eine längere Zeit belastet hat und es ist nachvollziehbar, dass zu irgendeinem Punkt Körper und Seele nicht mehr mitgekommen sind und "gestreikt" haben. Du has viele dieser Faktoren erkannt und soweit ich das verstehe, trägt die Psychotherapie auch dazu bei, was ich wichtig finde. Ich hoffe, sie hilft Dir auch, Lösungswege zu finden, zum Beispiel bzgl. der Depresonalisierung, die man vielleicht auch als Flucht der der Seele verstehen kann, weil ihr einfach alles zuviel ist.

Habt ihr schon mal über ein Notfall-Kit gesprochen? Jamie hat hierzu mal was geschrieben:
In so ein Kit gehört alles, was deine Aufmerksamkeit und Sinne schärft. Also z.B. extra-saure Lutschbonbons oder extra-starker Pfefferminzkaugummi, streng riechende ätherische Öle, Tabasko oder getrocknete Chilischoten, Haarbänder, die du um dein Handgelenk legst und dann dran zupfst, sodass es etwas (nur etwas!) weh tut oder du legst dir einen Kieselstein in deinen Schuh und spürst den leichten Schmerzreiz beim Laufen.
Es geht wohlgemerkt nicht darum, sich Schaden zuzufügen, sondern die Körperaufmerksamkeit auf etwas Konkretes zu lenken.
Denk doch mal drüber nach, was für dich stimmig wäre für so ein Kit. Das oben Genannte ist nur eine Anregung.
viewtopic.php?p=117257#p117257

Ich denke, es ist wichtig, in einer Therapie auch so so praktische Ideen für Entlastung zu bekommen, auch was Deine anderen Themen betrifft.
Die derzeitige Psychotherapeutin im städtischen Klinikum ist sehr gut, hat mich allerdings an das SSRI herangeführt.
Antidepressiva gelten heute als Mittel der Wahl, auch begleitend zur Therapie, deshalb werden sie auch vorgeschlagen. Ein Teil der Hilfesuchenden empfindet eine Erleichterung hinsichtlich unangenehmer Symptome (wobei diese unserer Meinung nach gedeckelt und nicht geheilt werden), ein anderer Teil merkt keine Veränderungen (dann kann es dazu kommen, dass nach und nach ein Medikament nach dem anderen ausprobiert wird) und ein Teil reagiert auf das Mittel mit Verschlechterungen, wobei diese unerwünschte Nebenwirkungen leider oft einer (sicher verändernden) Grunderkrankung zugeordnet werden und nicht als Nebenwirkungen gesehen oder kommuniziert werden. Der Diskurs um psychische Nebenwirkungen oder seltene Reaktionen ist ziemlich mies, ebenso wie der Diskurs um Absetzprobleme.

Eine Langzeitlösung sind sie meiner Meinung nicht, sie gehören mit Abstand zur Krise langsam ausgeschlichen. Manche Betroffene sehen im Rückblick, dass eine Krise eben so lange dauert, wie sie dauert und dass man Schritt für Schritt wieder an die gewohnte Normalität anschließt. Ob Substanzen dazu beitragen oder nicht, wird sehr individuell bewertet.
Jetzt habe ich große Angst, in eine Psychose abzurutschen. Das Farbthema macht mir Angst. Leider sind die bemerkten Störungen nicht zurückgegangen, sondern intensivieren sich bei Stress, so scheint mir.
Ja, Stress ist ein bekannter Trigger. Vielleicht kannst Du herausfinden, in welchen Situationen Du mit dieser Farbstörung etwas besser zurechtkommst und wann nicht, so dass Du die verstärkenden Situationen etwas meiden kannst? Den Alltag so reizarm wie möglich zu gestaltet und Ruhepausen einzubauen kann dabei auch hilfreich sein.
Was würdest Du aus Deiner Sicht tun: Bereits mit harten Medikamenten beginnen oder alles ohne durchhalten und auf die Psychotherapie setzen?
Mit harten Medikamenten meinst Du Neuroleptika? Hat die Ärztin da etwas vorgeschlagen? Ich möchte minestens den Hinweis geben, dass es meiner Meinung nach schnell passieren kann, dass man zu hoch dosiert ist und es zu lange nimmt. Einer Deiner Symptome ist nach Deiner Beschreibung ja eine leider länger anhaltende Nebenwirkung eines SSRI, und daher nicht automatisch ein Zeichen für eine mögliche Psychose. Man weiß, ob ein NL nicht auch zusätzliche Symptome machen würde.

Die englische Psychiaterin Joana Moncrieff sagt, dass es auch Betroffene mit psychotischem Erleben gibt, bei denen sich die Symptome von alleine wieder zurückbilden. Sie befürwortet, wenn es denn in ganz akuten Phasen notwendig erscheint, einen kurzen und niedrigdosierten Einsatz, bei einer Langzeiteinnahme sieht sie keine Vorteile.
Ich kann ab April hier am Ort die Tagesklinik besuchen, befürchte aber zuviel Stress und Schlafmangel wegen sehr früher Anfangszeiten.
Hast Du Dir die Tagesklinik schon einmal angeschaut, wie war Dein Eindruck? Medikamente spielen dort leider auch oft eine Rolle, ggf. kann man im Vorfeld fragen, ob es respektiert wird, falls man erst einmal ohne Medikamente vom Angebot profitieren möchte, falls Du Dich dafür entscheiden würdest.
Würde gern in eine externe Klinik gehen, um hier rauszukommen.
Was wäre das denn für eine Klinik? Eine ADFDler haben gute Erfahrungen mit psychosomatischen Kliniken gemacht.

Grüße, Murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Katinka
Beiträge: 9
Registriert: Sonntag, 20.03.16, 16:34

Re: Hilfe:Farbwahrnehmung/Störung unter Duloxetin/SSRI

Beitrag von Katinka » Dienstag, 29.03.16, 20:49

Liebe Murmeline,

vielen Dank für Deine rasche Antwort. Bin von einer zweitägigen Reise zurückgekommen, die mir nicht wirklich gutgetan hat und meine Beschwerden zum Teil verstärkt hat. Zugfahrten und ähnlicher Stress haben mir gezeigt, dass ich derzeit nicht sehr belastbar bin, nach wie vor ist alles grell farbig um mich herum. Zusammen mit meiner Mutter, die sehr verständnisvoll, aber leider auch teil des Problems ist, habe ich hin und her überlegt, was der beste Weg sein könnte. Zu Deiner Frage: Ich hatte darüber nachgedacht, mit Kind zusammen ins Mutter-Kind-Zentrum der Charite zu gehen, allerdings sind die Wartezeiten lang.
Alternative wäre, mich auf die Diagnose Depression hin (die an sich schon schlimm genug ist, aber hoffentlich noch stimmt) in Heiligenfeld (leider extrem teuer, aber eine Freundin war dort) oder auch in Kliniken wie der Segeberger Klinik für Psychosomatik behandeln zu lassen.
Mich nerven diese anstrengenden Überlegungen selbst und ich wünschte, ich hätte das SSRI nie eingeworfen.

Mit welchen Kliniken haben ADFDler denn persönlich gute Erfahrungen gemacht? Da ich mal in Berlin gelebt habe, denke ich auch über die großen Kliniken dort oder in Hamburg nach (Asklepios...), aber das ist wahrsch. pure Schulmedizin. Keine Ahnung, wie verständnisvoll die vorgehen.

Liebe Grüße,
Katinka

Lisamarie
Beiträge: 9529
Registriert: Freitag, 14.03.14, 19:16

Re: Hilfe:Farbwahrnehmung/Störung unter Duloxetin/SSRI

Beitrag von Lisamarie » Mittwoch, 30.03.16, 9:50

Hallo Kathinka, ich kann mir vorstellen das du in deinem Zustand schnell überreizt bist und dir soviel Ruhe wie möglich gönnen solltest.

Was versprichst du dir von den Kliniken ? Dort kennt man meistens nur Medikamentenlösungen und es würden höchstens neue Psychopharmaka an dir ausprobiert, die wahrscheinlich neues Unheil bedeuten. Du brauchst Zeit und Geduld , sicher nicht neue Medikamente um dich zu erholen. Das wird schon wieder du hast ja nicht lange Psychopharmka genommen.
Lg Petra
2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
Bis auf die Praxiten von heute auf morgen kalt abgesetzt, erste Absetzbeschwerden nach sechs Wochen, aber dann
6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:
► Text zeigen

Murmeline
Moderatorenteam
Beiträge: 15030
Registriert: Sonntag, 11.01.15, 13:50

Re: Hilfe:Farbwahrnehmung/Störung unter Duloxetin/SSRI

Beitrag von Murmeline » Mittwoch, 30.03.16, 12:19

Hallo Katinka,

einen Austausch zu Kliniken gibt es hier: viewtopic.php?f=8&t=9073
Da ich mal in Berlin gelebt habe, denke ich auch über die großen Kliniken dort oder in Hamburg nach (Asklepios...), aber das ist wahrsch. pure Schulmedizin. Keine Ahnung, wie verständnisvoll die vorgehen.
Das kann leider gut sein. Man sollte nach Möglichkeit vorher abklären, ob Medikamente für die Behandlung unerlässlich sind. Es scheint mir aber auch etwas mit der Krankenkasse zu tun haben, leider. Wer stationär betreut werden muss, ist "so krank", dass er auch medikamentös Hilfe braucht, um "schnell auf die Beine" zu kommen... Wenn das nicht klappt, hat man immerhin "alles versucht"...

Ich möchte Dir rückmelden, dass Du auf mich nicht so wirkst, als ob Du kurz vor einer Psychose stehst. Das ist zumindest mein Eindruck aus der virtuellen Ferne. Ich habe eine Freundin, die ich schon kurz vor psychotischen Phasen erlebt habe. Da ist sie weder abwägend noch kann sie mögliche Wege bedenken.
Mich nerven diese anstrengenden Überlegungen selbst und ich wünschte, ich hätte das SSRI nie eingeworfen.
Kann ich verstehen. Ggf. wäre auch jemand hilfreich, der Dich ganzheitlich betrachtet, ein Heilpraktiker oder sowas?

Grüße, Murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Katinka
Beiträge: 9
Registriert: Sonntag, 20.03.16, 16:34

Re: Hilfe:Farbwahrnehmung/Störung unter Duloxetin/SSRI

Beitrag von Katinka » Freitag, 15.04.16, 12:30

Hallo Murmeline,

ich besuche seit 2 Wochen die Tagesklinik hier sm Ort, sehr stressig, kein körperl. Erholungseffekt, wenig Schönes. Aber das Miteinander mit den anderen Patienten bringt mir etwas, Therapieprogramm ist auch ok. Beschwerden (übersteigerte Wahrnehmung) sind geblieben. Unter Stress kommt mir alles novh deutlicher vor.
Leider habe ich mir, wie Petra es formulierte, etwas "andrehen" lassen: Sertralin, 25mg Startdosis...einschleichend.
Andere Patienten, die das auch nehmen wirkten stabil.
würde am liebsten wieder aufhören damit und Therapie ohne Medikamente versuchen.

LG

Murmeline
Moderatorenteam
Beiträge: 15030
Registriert: Sonntag, 11.01.15, 13:50

Re: Hilfe:Farbwahrnehmung/Störung unter Duloxetin/SSRI

Beitrag von Murmeline » Freitag, 15.04.16, 12:42

Hallo Katinka,

Es kostet viel kraft, sich in diesem Umfeld durchzusetzen, auch wenn der Patient per Gesetz Mitspracherecht und Wahlmöglichkeit hat. Es stände dir zu, den Aufenthalt auch ohne Medikamente wahr zu nehmen. Ich selbst kam damals aber auch nicht drum herum. Im Zweifel kann man nach dem Aufenthalt schrittweise absetzen.

Du musst für dich schauen, ob du die kraft hast auf zunächst medikamentenlose Behandlung zu bestehen oder ob du diese Kraft eher für dich brauchst. Ansonsten kannst du darauf achten, dass die Dosis nicht unnötig hochgeschraubt wird. Oftmals ist man schnell überdosiert, kleine Dosierungen können auch schon Wirkung haben. Ich habe damals Nebenwirkungen als Argument genutzt, dass ich wieder reduzieren und auf einer kleinen Dosis bleiben konnte. Ich wusste aus Erfahrung, dass mir hohe Dosierungen nichts bringen.

Konzentriere dich auf das, was gut tut, der austausch mit den anderen und einzelne Angebote.

Alles gute, murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

padma
Moderatorenteam
Beiträge: 19526
Registriert: Sonntag, 06.01.13, 17:04

Re: Hilfe:Farbwahrnehmung/Störung unter Duloxetin/SSRI

Beitrag von padma » Freitag, 15.04.16, 17:58

hallo Katinka, :)
würde am liebsten wieder aufhören damit und Therapie ohne Medikamente versuchen.
Wenn du es erst ein paar Tage nimmst, könntest du es einfach wieder weglassen. Wenn dich die Diskussionen darüber zu sehr anstrengen, was ich gut verstehen kann, gibt es vielleicht die Möglichkeit, es "heimlich" wegzulassen. ( :vomit: )
Klar, ist das nicht schön, aber manchmal ist der Weg des geringsten Widerstandes sinnvoll. Es geht um deinen Körper und darum, was du möchtest.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
25.10.2019: 0,01 mg bin auf der Zielgeraden angelangt :D



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.


Lisamarie
Beiträge: 9529
Registriert: Freitag, 14.03.14, 19:16

Re: Hilfe:Farbwahrnehmung/Störung unter Duloxetin/SSRI

Beitrag von Lisamarie » Freitag, 15.04.16, 18:53

Hallo Kathinka, kann mich Padma nur anschließen, nimm nichts was du nicht willst und das andere stabil damit erscheinen heißt für dich leider gar nichts. Nimm sie an und entsorg sie wieder. So gib es keine Diskusionen und du brauchst dich nicht rechtfertigen, obwohl ich das wirklich ein Unding finde , das überhaupt zu müssen.
Lg Petra
2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
Bis auf die Praxiten von heute auf morgen kalt abgesetzt, erste Absetzbeschwerden nach sechs Wochen, aber dann
6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:
► Text zeigen

Katinka
Beiträge: 9
Registriert: Sonntag, 20.03.16, 16:34

Re: Hilfe:Farbwahrnehmung/Störung unter Duloxetin/SSRI

Beitrag von Katinka » Samstag, 16.04.16, 20:58

Hallo Murmeline,
ich denke, ich werde das Sertralin einfach wieder absetzen, nach 4 Tagen Einnahme sollte das noch problemlos möglich sein, oder? Hatte heute
einen heftigen Nachmittag: Einkauf in einem Drogeriemarkt, Fußgängerzone belebt, Musik etc. Bin überhaupt nicht mehr stresstolerant. Stattdessen: Derealisation, wenn man es so nennen will, evt. verstärkt durch das SSRI? Fühle mich nicht mehr fähig, am normalen Leben, vor allem an Vergnügungen (Tanzengehen etc.) teilzunehmen.
Andere Mitpatienten schaffen das locker.
Stelle Hausgeräte erst an, wenn ich das Haus verlasse. Fühle mich visuell überflutet, alles sehr traurig. Die Tagesklinik ist irgendwie auch nicht die optimale Lösung, gerade am Wochenende hänge ich in meinem vertrauten und sehr problematischen Umfeld fest, kann mich körperlich unter der Woche kaum erholen, sehr früher Beginn dort, KInd versorgen etc.
Wo soll ich nur hin? ...
Drifte mit meiner Wahrnehmung immer mehr ab, mache aber auch viele Fehler und mute mir ungewollt zum Teil noch mehr Stress zu (Nachhilfejob nach der Tagesklinik, Fahrt durch den Verkehr und solche Dummheiten).
Jetzt hoffe ich auf eine Kur oder Reha in 10 Wochen, nach Ende der Tagesklinik.
LG

Katinka
Beiträge: 9
Registriert: Sonntag, 20.03.16, 16:34

Re: Hilfe:Farbwahrnehmung/Störung unter Duloxetin/SSRI

Beitrag von Katinka » Samstag, 16.04.16, 21:04

PS: Hallo Murmeline,
stelle außerdem verstärkt Ohrenrauschen fest, vor allem nachts. Bin mir im Klaren darüber, dass dies Überlastungszeichen sind.
Weiß nicht, ob die Tagesklinik eine große Herausforderung, hier am Ort zu bleiben ist oder schlichtweg zu viel.
Depression lässt sich sicher auch ohne Medikamente gut therapieren, deshalb werde ich wohl absetzen.

Antworten