Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->

Liebe Fories, liebe Interessierte,

seit 1.8.2019 gibt es Änderungen im Forum. Es ist nur noch teilweise öffentlich zugänglich. Ohne Anmeldung können nur die Rubriken "Informationen", "Neue Teilnehmer" sowie "Erfahrungsberichte" gelesen werden.

Die anderen Rubriken sind nur noch für registrierte Mitglieder einsehbar. Dazu gehört auch der Bereich "Ausschleichen von Psychopharmaka" mit Dokumentation der einzelnen Verläufe (Tagebücher) zum Absetzen von Antidepressiva, Neuroleptika und Benzodiazepinen. Hier findet Ihr alle Neuerungen und Änderungen. Hier steht alles Wichtige für noch nicht registrierte Interessierte.

Wir sind ein Selbsthilfeforum. Wer sich registriert, um einen eigenen Thread zu eröffnen, entscheidet sich auch dafür, sich aktiv mit den bereitgestellten Informationen auseinanderzusetzen. Neue Mitglieder bitten wir daher, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten, die Grundlagentexte durchzulesen und anzueignen. Wer nach der Registrierung nur still mitlesen will, ist auch willkommen.

Ein Dankeschön an alle, die sich bereits aktiv in den Erfahrungsaustausch einbringen. Gegenseitige Unterstützung stärkt jede Selbsthilfegruppe.

Euer ADFD-Team

Kommt der Teufel wieder? Paroxetin Absetzen

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
:schnecke: Bitte lies unsere Forenregeln, bevor Du Dich registrierst.
Antworten
greenlight
Beiträge: 6
Registriert: Montag, 19.09.16, 19:20

Kommt der Teufel wieder? Paroxetin Absetzen

Beitrag von greenlight » Montag, 19.09.16, 20:02

Hallo, liebe Forenmitglieder!
Ich möchte mich kurz einmal vorstellen und gleichzeitig meinen Dank aussprechen, endlich etwas Klarheit geschaffen zu haben, da ich dieses Forum hier entdeckt habe und mich hier auch schon ein wenig umgesehen habe.

Im Grunde dreht sich im folgenden alles um das SSRI Paroxetin, welches mir seit 2013 verschrieben wird.
Ich bin männlich und 25 Jahre alt, bis vor einigen Jahren habe ich ein eigentlich ziemlich normales Leben geführt.

Es gab dann eine Zeit, in der ich beruflich nicht so den richtigen Weg gefunden habe, privat lief es auch nicht besonders angenehm.
Ich ging zum Arzt, weil ich nicht mehr schlafen konnte und auch sehr ausgelaugt war, depressiv. Ich musste mir alle Kraft aufsparen, um zur Arbeit zu gehen.

Ich bekam Paroxetin (40mg) und Mirtazapin (15mg) verschrieben. Die Schlafstörungen verschwanden sofort, nach der Einnahme von Mirtazapin und ich war in dem Moment sehr dankbar, da ich bestimmt 14 Tage nicht mehr richtig geschlafen habe, wenn dann habe ich nur gedöst.
Dann wurde ich erstmal aus dem Verkehr gezogen. Krankenschein und Psychotherapie.
Nach einem Jahr Pause habe ich einen neuen Job angenommen, alles lief zu dieser Zeit wieder in geregelten Bahnen.
Dann kam ich auf die prächtige Idee, die Medis abzusetzen, da ich wieder gesund war. Natürlich habe ich vorher alles mit meinem Arzt besprochen.
Also wurde das ganze heruntergefahren, ich bin von 40 mg auf 20 mg Paroxetin runter, direkt. Und das Mirtazapin wurde auch ausgeschlichen.
Nach 4 Wochen habe ich das Paroxetin nur noch jeden 2. Tag genommen und dann schließlich auch abgesetzt.

Es dauerte nicht lange, da fingen erste Symptome an. Und damals dachte ich, das wäre okay, das geht vorbei.
Ich wurde immer verpeilter, verpasste Termine, war eingehüllt wie in Watte, mein Blick war leer und ich emfand alles nur noch als eine riesige Anstrengung. Ich muss dazu sagen, das ich körperlich wirklich wenig beschwerden hatte. Alles lief auf der psychischen Ebene ab.
Der Prozess zog sich von Beginn des Ausschleichens im Mai bis zum Oktober, der große Knall.
Ich war auf der Arbeit, das Telefon klingelt, ich kann nicht mehr dran gehen. Ich hatte schreckliche Angst und fuhr Heim. Zuhause hatte ich eine heftige Panikattacke, ich dachte ich verliere meinen Verstand. Ich stand so neben mir, so etwas grausames habe ich nie zuvor erlebt.
Ich wusste das etwas mit mir nicht stimmt und ich wollte nur noch das mir endlich jemand hilft und diesen Albtraum beendet. Ich musste beim Arzt sagen, das ich große Probleme habe, er gab mir eine Einweisung in die Klinik. Nach drei Wochen wurde ich entlassen. Dazu wurden die Medikamente wieder angesetzt, ich bekam dazu noch Zyprexa, ein Neuroleptikum. Das alles habe ich dankend genommen, weil ich das als letzten Ausweg sah.

Es trat kurz Besserung ein, aber sobald ich wieder Arbeiten ging, fing der ganze Horror wieder von vorne an. Ich war so oft in diesr Klinik, wollte Antworten, wollte endlich Wissen was los ist. Alles was man mir immer sagte, sei, das sei die Krankheit.
Aber es tat sich nichts und ich wurde wieder entlassen, ich war krankgeschrieben, verfiel in Panik und Angst, ich lag den ganzen Tag einfach nur noch da.
Ich habe danach noch eine dreimonatige stationäre Therpie gemacht, das Zyprexa ausgeschlichen, Mirtazapin wurde übrigens seit dem ersten Absetzen weggelassen.
Jetzt habe ich seit 2015 noch das Paroxetin. Und das auf 20 mg. Und es ging mir prächtig im letzten Jahr, ich habe so unglaublich viel Freude und Glück gehabt.
Ich habe vor vier Wochen die Tabletten zerteilt und nehme 10 mg. Es ist zwar nicht so wie beim ersten Mal ausschleichen, aber die Nebenwirkungen:

nach 7 Tagen: Erektionen und verstärkte Libido, starkes Schwitzen, intensive Träume
Woche 2: Unruhe, Aggressionen, aber auch extreme gute Laune, gesteigertes Selsbtwertgefühl mit abwechselnder Unsicherheit
Woche 3: Weinerlichkeit, Angst, Misstrauen, Hoffnungslosigkeit, Heulkrämpfe, total Empfindlich, Lachkrämpfe, Schlafstörungen, Antriebslosigkeit, Grübeln und Gedankenschleifen, Kopfschmerzen
Woche 4: Schlaflosigkeit, Grübeln, Gedankenschleifen, Tinitus, Herzstolpern, trockener Mund, Gefühl wie im Kino mich selbst zu beobachten, aber auch Spaß an Hobbies, Lachen (teilweise ist meine Woche immer wie eine Achterbahnfahrt, ich weiß nie ob ich morgen ganz oben oder ganz unten bin)

Diese Achterbahn geht nun schon einige Tage.Aber ich versuche auch Kraft aus den positiven Tagen zu schöpfen. Was sich bei mir stark ausprägt, ist die Angst vor der Angst. Ich habe Angst davor, das ich doch für immer krank bin, das mich nie jemand verstehen wird. Das ich mich total ungerecht und misshandelt fühle, von diesen ganzen Tabletten und ich früher so leichtsinnig war. Ich habe auch Angst das nochmal ein großer Knall kommt, ich kann es nicht schon wieder ertragen, so lange auszufallen, um irgendwann wieder glücklich zu werden.
Aber die Symptome sind genau die gleichen, wie damals, als ich vor zwei Jahren versuchte, die Tabletten abzusetzen.
Das schlimmste ist die Erkenntnis, das ich so lange gedämpft war und ich frage mich, war ich das überhaupt? Das macht mir Angst. Ich glaube manchmal Paroxetin hat mir vieles Gleichgültig erscheinen lassen.
Heute ist ein guter Tag, ich habe viel Kraft obwohl ich sehr müde bin. Ich schlafe seit letzter Woche maximal vier Stunden. So fing damals alles an, deswegen ging ich zum Arzt. Es beängstigt mich, doch ich will den Kamp gewinnen. Ich will ohne Paroxetin leben!
Zuletzt geändert von Murmeline am Montag, 19.09.16, 20:05, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel ergänzt
Mai 2011: Erster Kontakt mit AD auf Grund von leichten psychischen Verstimmungen:
- Citalopram (20 mg) für ca. 6 Wochen, habe es aber nicht vertragen


März 2013: psychischer Zusammenbruch mit Panik, Angst, Schlafstörungen
- Mirtazapin (15 mg) und Paroxetin (40 mg)


Sommer 2013:
- Reduzierung Paroxetin von 40 mg auf 20 mg, weil Hände zitterten

Mai 2014:
- Ausschleichen des Paroxetins (für 4 Wochen alle 2 Tage 20 mg, danach weggelassen)

Oktober 2014:
- psychischer Zusammenbruch mit Klinikaufenthalt
- Absetzen von Mirtazapin -> Ersetzt durch Zyprexa (5 mg), bei Bedarf Tavor

Dezember 2014:
- Versucht wieder arbeiten zu gehen, erneuter Zusammenbruch
- Promethazin bekommen (25 mg bis zu 4 mal täglich bei Bedarf)

März 2015:
- Stationäre Therapie mit ausschleichen des Zyprexas (keine Probleme)

August 2016:
- Paroxetin von 20 mg auf 10 mg reduziert

Annanas
Moderatorenteam
Beiträge: 6072
Registriert: Montag, 25.01.16, 19:41

Re: Kommt der Teufel wieder? Paroxetin Absetzen

Beitrag von Annanas » Montag, 19.09.16, 21:09

Hallo greenlight, herzlich willkommen im ADFD!
Es ist immer so traurig, so eine Geschichte zu lesen - durch dieses ganze Medikamentendurcheinander, das Auf- und wieder
Abdosieren ist es kein Wunder, daß du solche Beschwerden hattest und hast.
greenlight hat geschrieben: Natürlich habe ich vorher alles mit meinem Arzt besprochen.
Also wurde das ganze heruntergefahren, ich bin von 40 mg auf 20 mg Paroxetin runter, direkt. Und das Mirtazapin wurde auch ausgeschlichen.
Nach 4 Wochen habe ich das Paroxetin nur noch jeden 2. Tag genommen und dann schließlich auch abgesetzt.
40 mg Paroxetin sind schon eine hohe Dosis und dann gleich auf 20 mg abdosiert, das geht in den wenigsten Fällen gut,
Genausowenig zu empfehlen, ist das Auslaßverfahren beim Abdosieren, weil die Wirkstoffspiegel ständig am Schwanken sind.
Du hast unter Entzugssymptomen gelitten und Paroxetin ist berüchtigt dafür, daß diese auch gerne noch zeitverzögert
eintreten, manchmal erst Monate später.

Und dann auch noch Mirtazapin sofort abgesetzt und Zyprexa eindosiert, nach einiger Zeit wieder abgesetzt - dein Zentrales Nervensystem
war damit vollkommen überfordert.
greenlight hat geschrieben: Ich war so oft in diesr Klinik, wollte Antworten, wollte endlich Wissen was los ist. Alles was man mir immer sagte, sei, das sei die Krankheit.
Leider machen diese Erfahrung fast alle unserer Mitglieder hier, das Einzige, was den meisten Ärzten dann dazu einfällt, ist, ein
Wiederaufflammen der "Grunderkrankung" zu diagnostizieren. Die wenigsten wissen um die Symptomatik beim Eindosieren bzw beim
Absetzen schon mal gar nicht :cry: !
greenlight hat geschrieben:Jetzt habe ich seit 2015 noch das Paroxetin. Und das auf 20 mg. Und es ging mir prächtig im letzten Jahr, ich habe so unglaublich viel Freude und Glück gehabt.
Ich habe vor vier Wochen die Tabletten zerteilt und nehme 10 mg.
So, jetzt aber zum gegenwärtigen Problem:
Du setzt zu schnell ab, wir empfehlen hier, alle 4 -6 Wochen, die Dosis um 5 - 10% zu verringern, um Entzugssymptome
möglichst moderat zu halten u. alltagskompatibel zu bleiben.
Hier ist schon mal etwas Lesestoff dazu:
häufig gestellte Fragen (FAQ) Absetzthematik
Was passiert bei AD Einnahme u. im Entzug
greenlight hat geschrieben:nach 7 Tagen: Erektionen und verstärkte Libido, starkes Schwitzen, intensive Träume
Woche 2: Unruhe, Aggressionen, aber auch extreme gute Laune, gesteigertes Selsbtwertgefühl mit abwechselnder Unsicherheit
Woche 3: Weinerlichkeit, Angst, Misstrauen, Hoffnungslosigkeit, Heulkrämpfe, total Empfindlich, Lachkrämpfe, Schlafstörungen, Antriebslosigkeit, Grübeln und Gedankenschleifen, Kopfschmerzen
Woche 4: Schlaflosigkeit, Grübeln, Gedankenschleifen, Tinitus, Herzstolpern, trockener Mund, Gefühl wie im Kino mich selbst zu beobachten, aber auch Spaß an Hobbies, Lachen (teilweise ist meine Woche immer wie eine Achterbahnfahrt, ich weiß nie ob ich morgen ganz oben oder ganz unten bin)
Das sind Entzugssymptome, ausgelöst durch den großen Absetzschritt.
Aber was kannst du jetzt machen?
1. Du könntest jetzt auf den 10 mg bleiben u. schauen, wie es mit den Symptomen weitergeht, ob sie aushaltbar bleiben oder
noch etwas nachkommt,
2. Es wäre möglich, evtl wieder 2 mg (auf 12 mg) einzudosieren, um zu sehen, ob sich die Symptome verringern.

Egal, wie du dich entscheidest, wichtig ist jetzt vor allem, daß du ganz langsam die momentan 10 mg ausschleichst mit der
o.g. 5 - 10% Methode und dazwischen unbedingt 4 -6 Wochen auf der jeweiligen Dosis stabilisieren, bis ca. 95 % der Symptome
abgeklungen sind. Erst dann weiter abdosieren.

Diese krummen bzw kleinen Dosierungen bekommst du mit der Wasserlösmethode oder mit einer Feinwaage hin:
Wasserlösmethode
Tips für eine gute Feinwaage

Ich glaube, es gibt Paroxetin auch in Tropfenform - wird aber wohl nicht von Jedem so gut vertragen.
greenlight hat geschrieben:Das schlimmste ist die Erkenntnis, das ich so lange gedämpft war und ich frage mich, war ich das überhaupt? Das macht mir Angst. Ich glaube manchmal Paroxetin hat mir vieles Gleichgültig erscheinen lassen.
Das berichten einige Mitglieder, daß AD die Gefühlswelt abstumpfen lassen - mir ging es genauso - aber ich kann dich beruhigen,
das ist alles reversibel u. kommt wieder zum Vorschein!

Das hier ist jetzt dein Thread, du kannst hier alle deine Fragen stellen - lies gern im Forum quer u. tausche dich auch mit anderen
Mitgliedern aus - es gibt hier auch schon speziell für Paroxetin-Betroffene einen Thread:
Thread für Paroxetinbetroffene

Wir werden dich, so gut wie möglich, beim Absetzen unterstützen!

Jetzt hast du erstmal viel Lesestoff - das fürs Erste von mir,
liebe Grüße von Anna

PS: lieber greenlight, könntest du bitte noch eine Signatur anlegen (auf Nickname, pers Bereich, Profil, Signatur ändern),
die Medikamenteinnahme in mg, den Zeitraum, das Ein- und Abdosieren dokumentieren - wenn du nicht mehr alles genau weißt, wichtig
ist vor allem das letzte Jahr bis zum heutigen Zeitpunkt!
Dann haben alle Antwortenden den Verlauf gleich im Überblick, danke!
Vorgeschichte:
► Text zeigen
Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016
► Text zeigen

seit April 2018 Absetzpause, bin bei 15 Kügelchen (ca. 4,5 mg)

Hinweis:
Meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und gründen sich auf Erfahrungswerten - meinen eigenen und denen anderer Betroffener sowie den wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

Dane
Beiträge: 203
Registriert: Samstag, 29.08.15, 12:57
Wohnort: Saarland

Re: Kommt der Teufel wieder? Paroxetin Absetzen

Beitrag von Dane » Montag, 19.09.16, 23:58

Hallo greenlight,

herzlich willkommen auch von mir ;)

Schön, dass du dich schon etwas eingelesen hast. Annanas hat auch schon die allerwichtigsten Punkte angesprochen. Und nein: leichtsinnig hast nicht in erster Linie du gehandelt, sondern diejenigen, an die du dich in der Not vertrauensvoll gewandt hast! Man geht ja davon aus, dass die Ärzteschaft ihr Handwerk beherrscht und sie wissen, was sie tun. Tun sie nur leider viel zu oft nicht!
Wie du meiner Signatur entnehmen kannst, habe ich ebenfalls Paroxetin kalt abgesetzt... mit der Folge, dass ich wie so viele hier mit Paroxetinerfahrung in einen verzögerten Entzug geriet.

Warum man 10 (oder gar 20mg) nicht einfach so absetzen kann, ohne in Teufelsküche zu geraten ist folgender: Bei 40mg sind ~90% der Rezeptoren mit dem Wirkstoff belegt; bei 20mg ~80% und bei 10mg noch knapp 70%. Der Sprung von 10 auf 0 ist also de facto ein Kaltentzug! Paroxetin sollte meiner Meinung nach in 1mg-Schritten über Monate ausgeschlichen werden. viewtopic.php?p=105711#p105714

Du wirst garantiert nicht für immer krank sein, dein ZNS ist wegen der ganzen Medikamente in einem unnatürlichen Zustand, für dessen Regeneration es nun Zeit und Ruhe braucht. Wichtige Vorraussetzung für die Gesundung ist natürlich auch, dass die Psychotherapie für dich hilfreich war, denn schwierige Lebenssituationen kann es immer wieder geben und Medikamente sind nun mal die schlechteste aller Bewältigungsstrategien...ich bin selbst männlich, anfang 20 und musste zeitweise zu meinen Eltern zurück ziehen. Außerdem habe ich ein Urlaubssemester genommen. Ich wüsste auch nicht, wie ich es sonst geschafft hätte. Mittlerweile kann ich wieder ganz normal studieren, was mir vor einem Jahr noch undenkbar schien! Nimm dir, wenn es nur irgendwie geht, die Zeit!

Viele Grüße
Dane
In den Wintermonaten 12/13 und 13/14: Einnahme von Johanniskraut (Laif 900, nicht ausgeschlichen)

06.2014 - 04.2015: Paroxetin (20/10mg) -> abrupt abgesetzt. Psychiaterin meinte: einfach weglassen!

Ende Juni beginnen die Absetzerscheinungen deutlich. Seitdem im kalten Entzug mit diversen Symptomen (vor allem Unruhe, Schwindel, Dauerübelkeit, Derealisation, Depression, Tinnitus, RLS, Druck/Ziehen hinter der Stirn, hohe Geräuschempfindlichkeit, kaum Libido).
Oft abwechselnd / wellenartiges Auftauchen & wieder verschwinden

> Versuch des krümelweise Wiedereinschleichens nach 2 Wochen abgebrochen! (Herzrasen, Panikattacken) <

Sep. - Nov. 2015: Promethazin (Atosil) bis zu 10 Tropfen -> zum Schluß heftige Symptomverschlimmerung :!:

Stand März 2016: Die meisten Symptome haben sich stark abgeschwächt; ich denke, ich befinde mich auf dem aufsteigenden Ast!

Was mir hilft: (oder zumindest nicht schadet)
Fischölkapseln
Passionsblumenkraut
Vitamin D3
Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training
und wenn es geht: viel Ruhe und Geduld :schnecke:

greenlight
Beiträge: 6
Registriert: Montag, 19.09.16, 19:20

Re: Kommt der Teufel wieder? Paroxetin Absetzen

Beitrag von greenlight » Dienstag, 20.09.16, 20:46

Annanas hat geschrieben: Du hast unter Entzugssymptomen gelitten und Paroxetin ist berüchtigt dafür, daß diese auch gerne noch zeitverzögert
eintreten, manchmal erst Monate später. (...)

Und dann auch noch Mirtazapin sofort abgesetzt und Zyprexa eindosiert, nach einiger Zeit wieder abgesetzt - dein Zentrales Nervensystem
war damit vollkommen überfordert.(...)

Leider machen diese Erfahrung fast alle unserer Mitglieder hier, das Einzige, was den meisten Ärzten dann dazu einfällt, ist, ein
Wiederaufflammen der "Grunderkrankung" zu diagnostizieren. Die wenigsten wissen um die Symptomatik beim Eindosieren bzw beim
Absetzen schon mal gar nicht :cry: !
Liebe Anna, erstmal herzlichen Dank für die Begrüßung und deinen Beitrag.
Es freut mich, hier endlich auf den Grund meiner Symptome zu kommen. Das würde auch erklären, wieso ich damals so einen starken Zusammenbruch hatte. Ich war ja quasi seit Juni von 20 mg auf 0 mg Paroxetin. Ab Juli gingen die ersten Symptome los.
Annanas hat geschrieben: So, jetzt aber zum gegenwärtigen Problem:
Du setzt zu schnell ab, wir empfehlen hier, alle 4 -6 Wochen, die Dosis um 5 - 10% zu verringern, um Entzugssymptome
möglichst moderat zu halten u. alltagskompatibel zu bleiben.

Das sind Entzugssymptome, ausgelöst durch den großen Absetzschritt.
Aber was kannst du jetzt machen?
1. Du könntest jetzt auf den 10 mg bleiben u. schauen, wie es mit den Symptomen weitergeht, ob sie aushaltbar bleiben oder
noch etwas nachkommt,
2. Es wäre möglich, evtl wieder 2 mg (auf 12 mg) einzudosieren, um zu sehen, ob sich die Symptome verringern.

Egal, wie du dich entscheidest, wichtig ist jetzt vor allem, daß du ganz langsam die momentan 10 mg ausschleichst mit der
o.g. 5 - 10% Methode und dazwischen unbedingt 4 -6 Wochen auf der jeweiligen Dosis stabilisieren, bis ca. 95 % der Symptome
abgeklungen sind. Erst dann weiter abdosieren.
Da ich nun schon einige Wochen mit den Absetzsymptomen lebe, und die Weinerlichkeit und Weltuntergangsstimmung zumindest seit einer Woche nicht mehr aufgetreten ist, werde ich es erstmal beobachten.
Eine erneute Erhöhung der Dosis wäre vielleicht auch für den Körper wieder ein Faktor, auf den er sich einstellen muss, sehe ich das richtig?

Ich möchte mein ZNS nicht unnötigem, weiteren Dosisveränderungen ausssetzen. Außerdem geht es mir (bis auf die Schlafstörungen) tatsächlich etwas besser als vor einigen Tagen noch. Ich weiß, das sich das bei jedem anders auswirkt, aber ich merke doch, das die Symptome abflachen und es zumindest erträglicher wird.
Eine Angst bleibt jedoch, nämlich das ich nach ca. 3 Monaten wieder diese schreckliche Panikattacken bekomme und wieder denke, ich würde meinen Verstand verlieren.
Jedoch habe ich auch Hoffnung, heute sind ein paar Faktoren anders, als bei meinem Absetzversuch vor 2 Jahren:

1) Ich habe ein stabileres Umfeld
2) In der Therapie habe ich hilfreiche Methoden kennengelernt
3) Mein Job ist weitaus besser als früher (damals arbeitete ich in einer Firma mit 5 Leuten, da blieb viele Verantwortung und Stress auf meinen Schultern, zudem kamen Aufgaben dazu, die rein gar nicht ins Berufsbild passten, was mich zunehmend unzufrieden machte - in meinem jetzigen Job kann ich mir auch Phasen erlauben, in denen ich nicht so stark eingespannt bin)
4) Ein zweites Mittel, welches meinem Körper zugesetzt hat (damals Mirtazapin) ist nicht mehr vorhanden
5) Ich weiß heute das es Absetzsymptome gibt (damals war ich überzeugt, etwas stimmt nicht mit mir, das mindert die Angst vor dem "Unbekannten")
6) Damals war ich in einer sehr nervenaufreibenden und instabilen Partnerschaft
7) Ich nehme noch 10 mg Paroxetin und nicht wie damals von heute auf morgen gar nicht mehr.

Ich habe nicht vor, es bis zum nächsten Sommer weiter auszuschleichen und werde die 10 mg erstmal behalten.

Annanas hat geschrieben: Ich glaube, es gibt Paroxetin auch in Tropfenform - wird aber wohl nicht von Jedem so gut vertragen.
Die Tropfen würden dann eventuell im nächsten Jahr in Frage kommen, Methoden wie die mit der Feinwaage oder Wassermethode sind für mich persönlich nicht zutreffend.
Mai 2011: Erster Kontakt mit AD auf Grund von leichten psychischen Verstimmungen:
- Citalopram (20 mg) für ca. 6 Wochen, habe es aber nicht vertragen


März 2013: psychischer Zusammenbruch mit Panik, Angst, Schlafstörungen
- Mirtazapin (15 mg) und Paroxetin (40 mg)


Sommer 2013:
- Reduzierung Paroxetin von 40 mg auf 20 mg, weil Hände zitterten

Mai 2014:
- Ausschleichen des Paroxetins (für 4 Wochen alle 2 Tage 20 mg, danach weggelassen)

Oktober 2014:
- psychischer Zusammenbruch mit Klinikaufenthalt
- Absetzen von Mirtazapin -> Ersetzt durch Zyprexa (5 mg), bei Bedarf Tavor

Dezember 2014:
- Versucht wieder arbeiten zu gehen, erneuter Zusammenbruch
- Promethazin bekommen (25 mg bis zu 4 mal täglich bei Bedarf)

März 2015:
- Stationäre Therapie mit ausschleichen des Zyprexas (keine Probleme)

August 2016:
- Paroxetin von 20 mg auf 10 mg reduziert

greenlight
Beiträge: 6
Registriert: Montag, 19.09.16, 19:20

Re: Kommt der Teufel wieder? Paroxetin Absetzen

Beitrag von greenlight » Dienstag, 20.09.16, 20:51

Dane hat geschrieben:ich bin selbst männlich, anfang 20 und musste zeitweise zu meinen Eltern zurück ziehen. Außerdem habe ich ein Urlaubssemester genommen. Ich wüsste auch nicht, wie ich es sonst geschafft hätte. Mittlerweile kann ich wieder ganz normal studieren, was mir vor einem Jahr noch undenkbar schien! Nimm dir, wenn es nur irgendwie geht, die Zeit!

Viele Grüße
Dane
Hallo Dane, vielen Dank auch für deinen lieben Beitrag.
Ich bin auch wieder vorrübergehend bei meinen Eltern, es ist zwar ein Rückschritt, aber ich habe auch entschieden, so viel Stress wie möglich zu vermeiden. Mittlerweile finde ich es auch nicht mehr schlimm. Damals habe ich wirklich gekämpft, ich wollte nicht wieder zuhause einziehen.

Ich konnte das ganze letzte Jahr auch normal arbeiten, das wäre vor zwei Jahren nicht denkbar gewesen. Ähnlich wie bei dir.

Danke für den informativen Link, ich habe nun auch etwas gelernt, das würde auch nochmal bekräftigen, wieso ich bei dem "Kaltentzug" in ein sehr tiefes Loch gefallen bin.
Dann will ich mal hoffen, das eine Belegung von ca. 70 % erst einmal reichen. Alles weitere ausschleichen habe ich mir auf nächstes Jahr gelegt.

Wie du schon sagst, man sollte sich Zeit dafür nehmen.
Mai 2011: Erster Kontakt mit AD auf Grund von leichten psychischen Verstimmungen:
- Citalopram (20 mg) für ca. 6 Wochen, habe es aber nicht vertragen


März 2013: psychischer Zusammenbruch mit Panik, Angst, Schlafstörungen
- Mirtazapin (15 mg) und Paroxetin (40 mg)


Sommer 2013:
- Reduzierung Paroxetin von 40 mg auf 20 mg, weil Hände zitterten

Mai 2014:
- Ausschleichen des Paroxetins (für 4 Wochen alle 2 Tage 20 mg, danach weggelassen)

Oktober 2014:
- psychischer Zusammenbruch mit Klinikaufenthalt
- Absetzen von Mirtazapin -> Ersetzt durch Zyprexa (5 mg), bei Bedarf Tavor

Dezember 2014:
- Versucht wieder arbeiten zu gehen, erneuter Zusammenbruch
- Promethazin bekommen (25 mg bis zu 4 mal täglich bei Bedarf)

März 2015:
- Stationäre Therapie mit ausschleichen des Zyprexas (keine Probleme)

August 2016:
- Paroxetin von 20 mg auf 10 mg reduziert

padma
Moderatorenteam
Beiträge: 19423
Registriert: Sonntag, 06.01.13, 17:04

Re: Kommt der Teufel wieder? Paroxetin Absetzen

Beitrag von padma » Dienstag, 20.09.16, 22:26

hallo Greenlight, :)

auch von mir noch willkommen im ADFD
Eine erneute Erhöhung der Dosis wäre vielleicht auch für den Körper wieder ein Faktor, auf den er sich einstellen muss, sehe ich das richtig?
Ja, das siehst du richtig.
Da ich nun schon einige Wochen mit den Absetzsymptomen lebe, und die Weinerlichkeit und Weltuntergangsstimmung zumindest seit einer Woche nicht mehr aufgetreten ist, werde ich es erstmal beobachten.
Wenn sich die Symptomatik gerade bessert, würde ich jetzt auch erstmal noch abwarten.

Gönne dir jetzt möglichst viel Ruhe und vermeide alles, was dein ZNS zusätzlich reizen könnte
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=6442
7) Ich nehme noch 10 mg Paroxetin und nicht wie damals von heute auf morgen gar nicht mehr.
Das ist ein ganz erheblicher Unterschied. Auch die anderen Veränderungen sind unterstützend.
Ich habe nicht vor, es bis zum nächsten Sommer weiter auszuschleichen und werde die 10 mg erstmal behalten.
Eine längere Stabilisierungsphase ist jetzt sicherlich gut. Wie lange genau, kannst du ja noch sehen. Beim weiteren Ausschleichen werden wir dich dann gerne unterstützen.

Ich hoffe, dass deine Symptome sich beruhigen. Sollten grössere Probleme auftreten, melde dich bitte. (Du kannst dich natürlich auch ansonsten gerne zwischendurch melden)

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
25.10.2019: 0,01 mg bin auf der Zielgeraden angelangt :D



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.


greenlight
Beiträge: 6
Registriert: Montag, 19.09.16, 19:20

Re: Kommt der Teufel wieder? Paroxetin Absetzen

Beitrag von greenlight » Dienstag, 27.09.16, 20:17

Hallo,
ich wollte mich mal wieder melden und berichten, wie es mir zur Zeit ergeht.

Die meisten Symptome, die mich stark eingeengt haben, sind abgeklungen.
Das heißt grundloses weinen, depressive Stimmung, Angst und Panikzustände die fast ins paranoide gehen.
Ich bin richtig gut gelaunt und fröhlich.

Letzte Woche hatte ich starke Konzentrationsschwierigkeiten.
Gerade beim Autofahren gab es einige Situationen, wo ich nicht gut aufgepasst habe, man kann es als etwas schusselig bezeichnen.
Seit dem Wochenende scheint sich aber das mit der Konzentration gelegt zu haben.

Was mich sehr beruhigt ist, das mein Schlaf wieder einen normalen Zustand angenommen hat. Ich schlafe 8 Stunden durch und wache auch nicht nachts auf. Tagsüber bin ich jedoch nach wie vor müde, ich komme morgens schwer raus.
Ich hoffe das sich das auch noch bessert und da ich in 2 Wochen eine Woche Urlaub habe, sich mein Körper nochmal richtig entspannen kann.
Mai 2011: Erster Kontakt mit AD auf Grund von leichten psychischen Verstimmungen:
- Citalopram (20 mg) für ca. 6 Wochen, habe es aber nicht vertragen


März 2013: psychischer Zusammenbruch mit Panik, Angst, Schlafstörungen
- Mirtazapin (15 mg) und Paroxetin (40 mg)


Sommer 2013:
- Reduzierung Paroxetin von 40 mg auf 20 mg, weil Hände zitterten

Mai 2014:
- Ausschleichen des Paroxetins (für 4 Wochen alle 2 Tage 20 mg, danach weggelassen)

Oktober 2014:
- psychischer Zusammenbruch mit Klinikaufenthalt
- Absetzen von Mirtazapin -> Ersetzt durch Zyprexa (5 mg), bei Bedarf Tavor

Dezember 2014:
- Versucht wieder arbeiten zu gehen, erneuter Zusammenbruch
- Promethazin bekommen (25 mg bis zu 4 mal täglich bei Bedarf)

März 2015:
- Stationäre Therapie mit ausschleichen des Zyprexas (keine Probleme)

August 2016:
- Paroxetin von 20 mg auf 10 mg reduziert

Annanas
Moderatorenteam
Beiträge: 6072
Registriert: Montag, 25.01.16, 19:41

Re: Kommt der Teufel wieder? Paroxetin Absetzen

Beitrag von Annanas » Dienstag, 27.09.16, 20:23

Hallo greenlight :) ,
schön, daß du dich wieder gemeldet hast und es freut mich zu lesen, daß es dir
besser geht!
greenlight hat geschrieben:Ich bin richtig gut gelaunt und fröhlich.

Letzte Woche hatte ich starke Konzentrationsschwierigkeiten.
Es kann auch immer mal wieder passieren, daß sich leichte Symptome (Wellen) mit Zeiten ohne
Symptomen (Fenster) abwechseln.

Aber insgesamt zeigt die Ampel ja mehr auf "grün" :wink: !!

Bitte jetzt möglichst gut auf dich achten und nicht überfordern! Aber du hast ja bald Urlaub,
das tut dann sicher auch gut!

Ich wünsche dir schöne Urlaubstage und melde dich gern wieder!

Liebe Grüße von Anna
Vorgeschichte:
► Text zeigen
Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016
► Text zeigen

seit April 2018 Absetzpause, bin bei 15 Kügelchen (ca. 4,5 mg)

Hinweis:
Meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und gründen sich auf Erfahrungswerten - meinen eigenen und denen anderer Betroffener sowie den wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

greenlight
Beiträge: 6
Registriert: Montag, 19.09.16, 19:20

Re: Kommt der Teufel wieder? Paroxetin Absetzen

Beitrag von greenlight » Dienstag, 27.12.16, 21:42

Hallo ihr Lieben,

ich habe eine Frage: Wenn ich jetzt von 10mg wieder auf 20 mg erhöhe, würden dann auch nochmal Symptome auftreten, wie Weinerlichkeit, Ängstlichkeit etc. ? Also quasi das selbe wie beim Absetzen nur eben beim Erhöhen?

Zur Zeit ist es sehr hart. Ich bin so müde manchmal und ich bin wie ein Zombie. Mir kommt es so vor, als hätte ich bei 20 mg einfach mehr "Schwung" gehabt. Komisch zu beschreiben.

Vielen lieben Dank!
Mai 2011: Erster Kontakt mit AD auf Grund von leichten psychischen Verstimmungen:
- Citalopram (20 mg) für ca. 6 Wochen, habe es aber nicht vertragen


März 2013: psychischer Zusammenbruch mit Panik, Angst, Schlafstörungen
- Mirtazapin (15 mg) und Paroxetin (40 mg)


Sommer 2013:
- Reduzierung Paroxetin von 40 mg auf 20 mg, weil Hände zitterten

Mai 2014:
- Ausschleichen des Paroxetins (für 4 Wochen alle 2 Tage 20 mg, danach weggelassen)

Oktober 2014:
- psychischer Zusammenbruch mit Klinikaufenthalt
- Absetzen von Mirtazapin -> Ersetzt durch Zyprexa (5 mg), bei Bedarf Tavor

Dezember 2014:
- Versucht wieder arbeiten zu gehen, erneuter Zusammenbruch
- Promethazin bekommen (25 mg bis zu 4 mal täglich bei Bedarf)

März 2015:
- Stationäre Therapie mit ausschleichen des Zyprexas (keine Probleme)

August 2016:
- Paroxetin von 20 mg auf 10 mg reduziert

Jamie
Moderatorenteam
Beiträge: 18661
Registriert: Montag, 04.02.13, 22:37

Re: Kommt der Teufel wieder? Paroxetin Absetzen

Beitrag von Jamie » Dienstag, 27.12.16, 22:46

Hallo greenlight,
ich habe eine Frage: Wenn ich jetzt von 10mg wieder auf 20 mg erhöhe, würden dann auch nochmal Symptome auftreten, wie Weinerlichkeit, Ängstlichkeit etc. ? Also quasi das selbe wie beim Absetzen nur eben beim Erhöhen?
Das ist leider möglich. Ich habe keine Glaskugel, aber mit solchen Symptomen ist zu rechnen. Es kann aber auch sein, dass man nicht viel bemerkt und kaum Probleme hat.
Spielst du denn mit dem Gedanken zu erhöhen? Ist denn etwas passiert, weswegen du darüber nachdenkst?
Wenn ja, dann bitte nicht gleich auf 20mg, sondern lege einen Zwischenschritt bei 15mg ein. Solche großen Dosissprünge (das ist ja eine Verdoppelung) nimmt einem das ZNS zumeist übel, deswegen ist es auch möglich, dass es beim Aufdosieren Probleme gibt (siehe oben).

Dass du mit 20mg mehr Schwung hattest, so wie du es formulierst, ist nicht verwunderlich. SSRI wie Paroxetin sind extrem pushend und antriebsteigernd; allerdings wird dieser "Schwung" künstlich (medikamentös) erzwungen.
Hier sieht man auch die Grenze zum Lifestyle-Medikament verwischen. SSRI haben das Potential leicht high zu machen - das kann man dann schön nutzen; sich zB legal dopen (Hirndoping)- mehr Leistung bringen, aktiver sein, weniger schlafen etc. - allerdings auch mit allen bekannten Risiken.

Grüße
Jamie
...........SIGNATUR...............


Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis. Bei dringenden Problemen / Anfragen das Forum betreffend bitte an forenmaster@adfd.org wenden

-----------------------------

Infos über mich:
► Text zeigen

greenlight
Beiträge: 6
Registriert: Montag, 19.09.16, 19:20

Re: Kommt der Teufel wieder? Paroxetin Absetzen

Beitrag von greenlight » Mittwoch, 28.12.16, 13:08

Ok danke für deine schnelle Antwort.
Ich habe auch zu große Angst, wieder zu steigern, vor all Dingen, da ich es so weit geschafft habe seit August.
Heute ist wieder alles anders, ich warte vielleicht noch ein paar Tage ab.
Es geht eben wie in einer Achterbahn. Ich bekomme meine 20 mg Tabletten auch nicht genau mittig geteilt. Also ab und zu sind die Stücke unterschiedlich groß, trotz Tablettenteiler. Kann so etwas auch schon die ganze Dosierung durcheinander bringen?

Ich versuche gleich mal ein Bild davon zu machen.
Mai 2011: Erster Kontakt mit AD auf Grund von leichten psychischen Verstimmungen:
- Citalopram (20 mg) für ca. 6 Wochen, habe es aber nicht vertragen


März 2013: psychischer Zusammenbruch mit Panik, Angst, Schlafstörungen
- Mirtazapin (15 mg) und Paroxetin (40 mg)


Sommer 2013:
- Reduzierung Paroxetin von 40 mg auf 20 mg, weil Hände zitterten

Mai 2014:
- Ausschleichen des Paroxetins (für 4 Wochen alle 2 Tage 20 mg, danach weggelassen)

Oktober 2014:
- psychischer Zusammenbruch mit Klinikaufenthalt
- Absetzen von Mirtazapin -> Ersetzt durch Zyprexa (5 mg), bei Bedarf Tavor

Dezember 2014:
- Versucht wieder arbeiten zu gehen, erneuter Zusammenbruch
- Promethazin bekommen (25 mg bis zu 4 mal täglich bei Bedarf)

März 2015:
- Stationäre Therapie mit ausschleichen des Zyprexas (keine Probleme)

August 2016:
- Paroxetin von 20 mg auf 10 mg reduziert

Luce
Beiträge: 163
Registriert: Samstag, 17.12.16, 12:37

Re: Kommt der Teufel wieder? Paroxetin Absetzen

Beitrag von Luce » Mittwoch, 28.12.16, 17:33

Hi greenlight und herzlich willkommen,

ich bin selber noch nicht lange hier, aber auch auf Grund des Paroxats.
Es ist traurig und gleichzeitig schockierend zu lesen wie deine Story gelaufen ist, und so wies es schon vorher gesagt wurde, bist du einerseits nicht alleine, und andererseits wirst du mit viel Geduld und Achtsamkeit wieder gesund werden.

Zum Reduzieren und Teilen der Tabletten. Ich war zwar nie sehr weit oben mit der Dosis und habe das Absetzten damals zwar relative langsam gemacht, aber unkontrolliert. d.h in die Hälfte brechen, bis hin zum Schluss dass ich nur noch ein paar Bröseln genommen habe.
Ich glaube, dass es bei so einem potenten Wirkstoff extrem wirchtig ist die genaue Dosis einzuhalten, deshalb habe ich mir letzte Woche endlich eine Waage gekauft. Den link dazu hat Lana mal gepostet (sobald ich ihn finde lass ich ihn dir zukommen). Sonst ist dein ZNS nur noch verwirrt und dadurch vermutlich gereizt.

Wir schaffen das!

Alles Liebe

P.S.: lass dir doch die 10mg Tabletten aufschreiben, dann tust du dir leichter
Achtung ich bin ungeplant schwanger - und versuche ab Nov. (SSW5) schneller abzusetzen als die 10% Regel!

Mein Absetzverlauf davor war innerhalb der 5 % - 10% Regel und hat großartig geklappt. Auch wenn :schnecke: Anders hätte das Vollzeitarbeiten inkl Überstunden und Doktorratstudium fertig machen nicht funktioniert.
Meine Medis, meiner Meinung nach fehldiagnostiziert. Saroten (Amitriptylin - max Dosis 40mg ) und Paroxetin (max Dosis 10 - 5 mg)

Absetzen Paroxetin

Ausgansdosis: ich schätze zwischen 4.5 - 5-5 mg Paroxat (keine Waage vorhanden vor Weihnachten 2016)

Meine üblichen Neben und Absetzsymptome:
Unruhe, wütend, Aggression, weinerlich, erhöhter Puls, Verdauungsstörungen

ab 23.12.16 4.1mg zum Stabilisieren

7.2.17 3.9 mg
6.4.17 3.7 mg
25.4.17 3.6 mg
ZURÜCK da ab 4.5. Nebenwirkungen/Absetzerscheinungen (zuviel Stress und Unruhe im allgemeinen System - der Doktor muss fertig werden)
6.5. ca 3.7 - 3.6 mg
24.5 3.5 mg
(7.6.2017 Einschub Amitriptylin (saroten) von 40 mg --> 35 mg)
8.7. 3.3 mg
6.8. 3.1 mg
9.9. 2.8 mg - 2.7 mg
9.10 2.4 - 2.3 mg

11.11.2017 positiver Schwangerschaftstest

14.11 2 mg
26.11 1.8 mg (2x die Woche 5 Globuli Paroxetin C30)
9.12. 1.5 mg
21.12. 1.2 mg
3.1.18 0.9 mg
(Einschub Ami 20 --> 15)
13.1 0.6 mg
25.1 0.3 mg
7.2 0 mg

Absetzen Amitryptilin (Saroten)
7.6.2017 Einschub Amitriptylin (saroten) von 40 mg --> 35 mg
Kurzschlussreaktion wegen positiven SS Test Reduktion von Amitriptylin (saroten)
11.11. 35 mg --> 25 mg
1.12 20 mg
5.1 15 mg (Wasserlösemethode, ab nun alle 2-3 Tage homöophatische Ami)
x.2 12.5mg
17.3 10mg
11.4 7.5mg
1.5 5mg
21.5 2.5mg
5.6 1.25mg
13.6 0mg

Mein AD Historie bevor ich das Forum gefunden haben
► Text zeigen
Meine Vorgeschichte:
► Text zeigen

Lisamarie
Beiträge: 9529
Registriert: Freitag, 14.03.14, 19:16

Re: Kommt der Teufel wieder? Paroxetin Absetzen

Beitrag von Lisamarie » Mittwoch, 28.12.16, 19:27

Hallo greenlight, ich schick dir mal den Link zu unseren Feinwaagen, es wäre schon wichtig immer die gleiche mg Zahl zu nehmen. Immer wechselnde sind Reizungen fürs ZNS.

http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=15&t=9608

Gibt auch noch die Wasserlösmethode, mit der viele von uns auch arbeiten.

http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=16&t=7936

Lg Petra
2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
Bis auf die Praxiten von heute auf morgen kalt abgesetzt, erste Absetzbeschwerden nach sechs Wochen, aber dann
6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:
► Text zeigen

Jamie
Moderatorenteam
Beiträge: 18661
Registriert: Montag, 04.02.13, 22:37

Re: Kommt der Teufel wieder? Paroxetin Absetzen

Beitrag von Jamie » Mittwoch, 28.12.16, 19:35

Liebe Petra, hallo greenlight

Wasserlösemethode geht bei Paroxetin nicht, es löst sich leider nicht.
greenlight sollte auf die Feinwaage zurückgreifen.

Grüße
Jamie :)
...........SIGNATUR...............


Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis. Bei dringenden Problemen / Anfragen das Forum betreffend bitte an forenmaster@adfd.org wenden

-----------------------------

Infos über mich:
► Text zeigen

Antworten