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Straycat: Escitalopram/Bupropion/Trittico abgesetzt, Venlafaxin wird derzeit abgesetzt (Kügelchenmethode)

Wenn Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
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Straycat: Escitalopram/Bupropion/Trittico abgesetzt, Venlafaxin wird derzeit abgesetzt (Kügelchenmethode)

Beitrag von Straycat » Montag, 10.10.16, 20:11

Hallo,

ich habe vor mehr als 10 Jahren Escitalopram verschrieben bekommen. Ich befand mich damals schon einige Jahre in Psychotherapie (tiefenpsychologische Gesprächstherapie) und hatte trotzdem unerklärliche Weinattacken, von denen ich mich oft tagelang nicht erholt habe. Zunächst habe ich 5mg genommen und dann nach einer Woche 10mg. Mir ging es damals relativ rasch sehr viel besser (ca 5-7 Tage nach Beginn) und ich fühlte mich wesentlich stabiler.
Soweit so gut... Trotz der Besserung meiner Situation empfahl mir meine Ärztin damals die Medikation fortzusetzen, auch nach einem Jahr, in dem es mir dauerhaft gut ging. Sie meinte, dass meine Depression eine endogene Depression ist, weil keinerlei Anhaltspunkte in der Therapie gefunden wurden, dass die Depressionen von äußeren Umständen herrührten. Dementsprechend meinte sie, ich muss die Medikamente wohl mein Leben lang nehmen.
Ich ärgere mich rückblickend sehr, dass ich damals so naiv war, es nicht in Frage zu stellen oder die Ärztin zu wechseln.

Die ersten ca. 2 Jahre (kann es nach so langer Zeit nicht mehr so genau sagen) ging es mir dann gut und ich hatte keine Weinattacken mehr. Danach hatte ich immer wieder einzelne Tage, an denen ich mich stundenweise so wie vor der Medikation fühlte (unkontrolliertes und offenbar aus dem Nichts kommendes Weinen). Meine Ärztin meinte daraufhin, ich solle einfach die Dosis erhöhen und ich nahm von da an 15mg.

Ca. 2 Jahre nach Beginn der Medikation mit Escitalopram habe ich die Antibabypille abgesetzt, da ich immer wieder das Präperat wechseln musste, weil ich keines vertrug. Darauf folgte eine sehr antriebsstarke Zeit, die ich rückblickend definitiv dem Absetzen der Pille zuschreibe. Damals vermutete meine Ärztin jedoch deshalb eine bipolare Störung und ich nahm (zusätzlich zu 15mg Escitalopram) zunächst einige Wochen Lamotrigin (ich weiß leider nicht mehr in welcher Dosis), auf das mir jedoch ständig übel wurde und das ich deshalb wieder absetzte. Danach wurde mir Aripiprazol verschrieben, auf das ich Sehstörungen und Muskelzucken bekam (setzte ich schon nach 10 Tagen wieder ab). Schlussendlich begann ich nach einem knappen Jahr wieder mit der Antibabypille und die übermäßig antriebstarke Phase klang wieder ab.

In den nächsten 4 Jahren machte sich zunehmend eine Antriebslosigkeit breit, die phasenweise sehr ausgeprägt war (wollte gar nicht aus dem Haus und zum Teil auch nicht mehr aufstehen). Nach wie vor kamen und gingen depressive Episoden mit Weinattacken und Gefühlen der Hoffnungslosigkeit. Außerdem nahm meine Libido zunehmend ab. Ich setzte die Antibabypille erneut ab und blieb bis heute auch dabei. Ich hatte das Gefühl durch die Pille meinen Zyklus wie durch einen Schleier wahrzunehmen und mir fehlte der direkte Bezug zu meinem Körper. Ohne Pille erlebte und erlebe ich Gefühle wieder intensiver, aber auch authentischer. Es gab wieder eine sehr antriebstarke Zeit, doch diesmal wusste ich schon, dass es vom Absetzen der Pille kam und keine manische Phase ist. Diese "überdrehte" Phase verebbte auch nach ca. eine Dreivierteljahr von selbst ohne Medikamente. Da kam auch die Antriebslosigkeit zurück, die wieder phasenweise kam und ging (einen direkten Bezug zu meinem Zyklus konnte ich nicht herstellen, auch wenn ich direkt vor und während der Periode häufiger antriebslos war).
Ich sprach in dieser Zeit häufiger mit meiner Ärztin über die Möglichkeit Escitalopram abzusetzen, doch sie riet mir nur zu einer stärkeren Dosis (20mg), um die Weinattacken und die Antriebslosigkeit zu mildern. Tatsächlich wirkte das Steigern aber meist nur ein paar Monate, danach war alles wieder beim alten. Außerdem hatte ich unter der höheren Dosierung auch stärkere Nebenwirkungen (Mundtrockenheit, gelegentlich Kopfschmerzen, noch stärkerer Libidoverlust). Deshalb reduzierte ich die Dosis wieder und erhöhte sie dann aber auf Anraten der Ärztin auch wieder. Die Dosis wechselte dann zwischen 10, 15 und 20mg immer wieder.

Letztes Jahr (nach 9 Jahren Escitalopram-Einnahme) startete ich Ende des Sommers einen Versuch es von 20mg auszuschleichen (über 5 Wochen kontinuierliche schrittweise Verminderung der Dosis). Als ich bei 5mg angelangt war erlitt ich wieder viele Weinattacken, war sehr gereizt, fühlte mich schwach. Ich hielt diese Symptome für ein Zurückkehren der depressiven Erkrankung und steigerte die Dosis schrittweise wieder auf 20mg. Bei 15mg hatte ich ca. jede Woche eine Weinattacke und bei 20mg nur ca. 1 Mal im Monat. Nur die Antriebslosigkeit war dauerhaft enorm stark. Ich begann dann im Februar mit regelmäßigen Sporteinheiten, die ich mehr oder weniger regelmäßig machte. Ich hoffte damit die Antriebslosigkeit zu vertreiben, was mir aber nicht gelang.
Diesen Sommer habe ich mich intensiv mit anderen Präperaten und deren Wirkungen auseinandergesetzt. Da ich vordergründig unter der Antriebslosigkeit litt und ich auch las, dass diese eine Nebenwirkung bei Escitalopram sein kann, verschrieb mir meine Ärztin Bupropion (eine Woche 150mg und danach 300mg) und empfahl mir das Escitalopram über 2 Wochen auszuschleichen. Ich habe dann von mir aus gemeint, ich würde es lieber zumindest über ein Monat ausschleichen. Meine Ärztin meinte dazu "ja warum nicht, wenn Sie wollen".

Nun habe ich das Escitalopram schrittweise über 4 Wochen reduziert (jede Woche 5mg weniger) und 3 Tage nachdem ich gar kein Escitalopram mehr nahm traten folgende Symptome auf: Schwindel (aber nicht wie von niedrigem Blutdruck, was ich gut kenne, sondern der Schwindel geht von den Augen aus und ist stärker, wenn ich die Blickrichtung ändere oder von nah auf fern fokussiere und umgekehrt), Magenschmerzen, Bauchschmerzen, zeitweise aufgebläht wie ein Ballon, Artikulationsprobleme beim Sprechen (was aber laut meinem Partner nicht auffällt, sondern mehr mir so vorkommt, als würde ich zeitweise stottern und die Worte nicht finden), Zittrigkeit, Wechsel zwischen Schwitzen und Frieren (obwohl das auch noch unter der Einnahme von Escitalopram vorkam, vermehrt seit ich die Antibabypille abgesetzt habe), Aggressivität (wenn ich mich über etwas ärgere, dann viel viel stärker und aggressiver als ich es sonst von mir kenne), Verstärkung von Ticks, häufigeres und lebhafteres Träumen (teilweise auch mehr Albträume), intensivere Wahrnehmung von Gerüchen und dadurch verursachte Übelkeit, Schreckhaftigkeit bei lauten Geräuschen udgl., Gefühl von Stromschlag machmal, wenn ich mich am Kopf berühre. Alle diese Symptome hatte ich unter der Einnahme von Escitalopram nicht. Dazu kommt spontanes heftiges Weinen und ebenso aber auch Lachen (Achterbahn der Gefühle) - das Weinen kenne ich ja auch schon aus der Zeit als ich noch Escitalopram genommen habe, aber es ist jetzt seit dem Absetzen spontaner (ohne jegliche Vorankündigung), aber ich fühle mich gleichzeitig nicht so tief traurig (eher eine starke Reaktion auf alles mögliche).
Zunächst befürchtete ich, dass es sich um Nebenwirkungen des Bupropion handelt. Nun bin ich mir aber ziemlich sicher, dass dies alles Absetz-Symptome des Escitalopram sind. Ich habe mich zu diesem Thema nun auch eingelesen und gesehen, dass die Wahrscheinlichkeit für ein SSRI-Absetzsyndrom ansteigt, wenn man SSRI länger als 5 Jahre einnimmt. Da ich es 10 Jahre genommen habe, wundert es mich also nicht wirklich.
Darüber hinaus habe ich nun nicht mehr ein so extrem hohes Schlafbedürfnis. In den letzten rund 5-6 Jahren hatte ich oft bis zu 14 Stunden geschlafen und fühlte mich dauerhaft müde. Jetzt nach dem Absetzen von Escitalopram und der Einnahme von Bupropion schlafe ich durchschnittlich 8 Stunden, was ich sehr viel angenehmer finde.

Es kam in mir allerdings auch ein sehr, sehr großer Ärger über meine Ärztin auf, die mich nie dazu ermutigte oder mich dabei unterstützte, wenn ich das Escitalopram absetzen wollte. Sie vermittelte mir stattdessen, dass ich es lebenslang nehmen muss und es wäre ja nicht so schlimm, weil das Medikament praktisch nur positive Auswirkungen hat. Darüber hinaus ärgere ich mich auch über mich selbst, dass ich so lange weggesehen habe und nicht selbst die Initiative ergriffen habe. Vermutlich Bequemlichkeit und Feigheit und auch noch mangelnde Reife.

Mein Plan ist nun das Bupropion möglichst rasch auch wieder abzusetzen. Das würde ich gerne in der warmen Jahreszeit (also nächsten Frühling) probieren, da ich dann besser mit mehr Tageslicht, mehr Bewegung an der frischen Luft und solchen Dingen gegensteuern kann, falls die Antriebslosigkeit beim Absetzen vorübergehend wieder heftig wird. Hat jemand von euch damit Erfahrungen und kann mir dazu Tipps geben? Alleine aufgrund der Darreichungsform als Retardtabletten (Wellbutrin), stelle ich es mir schwierig vor, die Einnahme schrittweise zu verringern, da es meines Wissens nur 150mg oder 300mg Tabletten gibt...

Meine Fragen an euch bezüglich Escitalopram: Kennt ihr diese Absetz-Symptome? Wie lange dauerte es bei euch, bis sie wieder weg waren oder erträglicher wurden (befinde mich deshalb auch im Krankenstand und kann das natürlich nicht ewig bleiben...)? Gab es Sachen, die euch geholfen haben?
Ich überlege nun zumindest ein Vitamin-B-Präparat zu nehmen (wie zB Neurobion), um mein Nervenkostüm etwas zu stärken. Darüber hinaus praktiziere ich Yoga (bis zum Einsetzen dieser Schwindelanfälle wöchentlich - nun muss ich leider krankenstandsbedingt pausieren) und habe auch einen Termin bei meinem Osteopathen, der auch manuelle Energiearbeit macht (hatte damit sehr gute Erfahrungen vor einem Jahr, als es mir nach dem Absetzversuch so extrem schlecht ging).
Eine Angst von mir ist, dass es keine Absetz-Symptome sind, sondern nur ein neuerliches Aufflammen der Depression ist und ich am Ende wieder Antidepressiva nehmen muss... So wird es einem ja sehr oft von den Ärzten gesagt. Was für mich dagegen spricht ist, dass es sich einfach anders anfühlt.

Nach diesem extrem langen Roman danke ich allen, die sich das bis hierher durchgelesen haben und hoffe auf ein paar Tipps oder Anregungen, die mir eventuell helfen.

Alles Liebe,
Cat
Zuletzt geändert von Gwen am Sonntag, 01.07.18, 20:48, insgesamt 5-mal geändert.
Grund: Name im Titel ergänzt zur besseren Übersichtlichkeit im Forum
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Symptome : Weinen ohne Grund, grundlose Hoffnungslosigkeit, keine Motivation für irgendwas; Panikattacken/ Neuralgien seit 2017 Diagnose: unipolare Depression (2006), Panikstörung (2017)
Behandlung mit Escitalopram 10mg, später Steigerung auf 15mg und 20mg - ingsgesamt 10 Jahre
08/2016: Bupropion 300mg - eingeschlichen 1 Woche 150mg, dann 300mg
seit Volldosierung Bupropion (300mg) schrittweises Ausschleichen von Escitalopram (1 Woche 15mg, 2 Wochen 10mg, 1 Woche 5mg)
Bupropion: - 10 Tage 150mg (noch während voller Dosis Escitalopram), danach auf 300mg für 7 Wochen, dann wieder Reduzierung auf 150mg für 7 Tage aufgrund von übermäßiger Agitation und am 26.10.2016 auf 0mg (eigene Entscheidung ohne Arzt, da die Agitation und Panikattacken nicht abnahmen)
03-04/2017: starke Panikattacken, Diagnose: Burnout. Ich vermute aber eher verspätete Absetzerscheinungen und arbeitsseitige Überbelastung. Danach folgten 6 Monate Krankenstand und intensive Psychotherapie.
Seit 03/2017: 2 Wochen 37,5mg Venlafaxin, seither 75mg Venlafaxin
04-05/2017: 50mg Trittico, wieder abgesetzt
Seit 06.05.2018: Reduktion Venlafaxin um 10% (also Reduktion um 7,5 mg) - derzeit also 67,5 mg Venlafaxin
Seit 05.06.2018: Reduktion Venlafaxin um 10% der Restdosis (Reduktion um 6,7 mg) - derzeit 60,75 mg Venlafaxin
Seit 05.07.2018: Reduktion Venlafaxin um 10% der Restdosis (Reduktion um 6 mg) - derzeit 54,7 mg Venlafaxin
Seit 01.08.2018: Reduktion Venlafaxin um 10% der Restdosis (Reduktion um 5,5 mg) - derzeit 49,2 mg Venlafaxin
Seit 10.08.2018: leichte Anhebung wieder auf 54 mg Venlafaxin (aufgrund eines Kreislaufkollaps, von dem ich mir nicht sicher bin, ob eine Panikattacke dabei war)
Seit 19.09.2018: Reduktion Venlafaxin auf 50 mg (ca. um 7%)
Seit 14.11.2018: Reduktion Venlafaxin auf 42 mg
Seit 14.12.2018: Reduktion Venlafaxin auf 36 mg - seit Ende Dezember immer wieder leichte bis mittlere Panikattacken
Seit 03.01.2019: Erhöhung Venlafaxin auf 37,5 mg (wegen Absetzsymptomen, Panikattacken) - erstmal Reduktionspause, bis sich alles wieder stabilisiert hat
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Re: Escitalopram nach 10 Jahren ausgeschlichen/ Bupropion geplant auszuschleichen

Beitrag von padma » Montag, 10.10.16, 22:34

hallo Cat, :)

willkommen im ADFD.

Ich kann gerade nur kurz zu antworten, du bekommst noch ausführlichere Antworten.

Du hast Escitalopram viel zu schnell abgesetzt und leidest unter heftigen Entzugssymptomen. Sieh mal hier
http://www.antidepressiva-absetzen.de/Stufe_3.html

Bitte schreibe uns seit wann genau du auf 0 bist und wie genau du reduziert hast. Desweiteren ist es wichtig zu wissen, seit wann du Buproprion nimmst.
Am besten du erstellst dafür eine Signatur http://www.adfd.org/austausch/app.php/rules Punkt 2c

Dann können wir gemeinsam überlegen, wie du jetzt am besten weiter vorgehst.

liebe Grüsse,
padma
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Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
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Re: Escitalopram nach 10 Jahren ausgeschlichen/ Bupropion geplant auszuschleichen

Beitrag von Kaulquappe 411 » Montag, 10.10.16, 22:57

Halli hallo,

willkommen hier im Forum.

Ich kann dich beruhigen, die Angst, es können sich bei all diesen Symtpomen um eine neuere Depressione handeln, haben hier viele. Die Ärzte denken anscheinend auch nur daran, wenn so etwas auftritt, da die wenigsten sich mit Absetzsymtomen auskennen oder es nicht zugeben wollen, was auch immer.

Jedenfalls hast du einen ganz entscheidenden Satz gesagt, nämlich dass es sich anders anfühlt als eine richtige Depression. Bravo, du hast ein gutes Körpergefühl. Genau so habe ich es auch damals formuliert, als ich beim 'Absetzen (allerdings ein anderes Mittel als du) so eine masssive Erschöfung hatte, dass ich kaum noch aus dem Bett kam. Auch mir wollte man einreden, die Depression sei zurück, doch zum Glück habe ich auf mich selbst vertraut und nicht auf den Psychiater. :haha:
Ja, es fühlt sich anders an, da liegst du völlig richtig, vertraue auch darauf und auf dich, DU bist der FAchmann/ die Fachfrau, nicht deine Ärztin!

Natürlich hast du sehr, sehr schnell abgesetzt, da ist es kein Wunder, dass du jetzt diese Absetzsymptome hast. Das Forum hier kann dir sehr gute Tipps geben, wie am besten damit umgehen, dass es vielleicht aushaltbar wird oder sich gar bessert. Auf jeden Fall hast du die Bereitschaft, abzusetzen, und die Geduld dazu, da wird dir das Forum beistehen. Und kompetente Beratung wirst du hier ebenfalls finden, um deinen zu dir passenden Weg des Absetzens zu finden.

Wünsche dir einen hoffentlich guten ABend und bis demnächst wieder,

liebe Grüße,

Quäppchen :) :schnecke:
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Diagnosen: PTBS, Depression, Sozialphobie, Agoraphobie, Oralophobie, Migräne, craniomadibuläre Dysfunktion, Tendovaginitis an den Füßen
Erfahrungen mit Ximovan ( Paradoxe Reaktion), Melperon (drastische Alpträume), Taxilan (total abgeschossen) Fluoxetin (Depersonalisation), Lorazepam, Opipramol, Promethazin, Escitalopram, Cipralex, Valdoxan, Amitriptyllin.
Genannte Mittel nur kurze Zeit genommen und kalt abgesetzt, da angeblich keine Probleme nach so kurzer Einnahmedauer, hahaha!
2010 Venlafaxin 150 mg eingeschlichen, Kurzeitige Besserung der Stimmung bzw. Antriebs, jedoch Verstäkung der inneren Unruhe.
Hinzu kam Amisulprid 50mg, half sehr gut gegen Angst, jedoch horrende Nebenwirkungen (30 kg zugenommen, Kopfschmerzen, Diabetes, Hormonstörungen), daher kaltes Absetzen, weil angeblich unproblematisch. Nach 2 Tagen massive Suizidgedanken und Ängste, wieder auf 50 mg für 1 Jahr.
Sommer 2014 wegen Schlafstörungen 12 Tropfen Trimipramin, kaum Besserung, starker Nachhang, Depersonalisierung, Muskelsteifigkeit, Kurzatmigkeit, Nachlassen der körperlichen Belastbarkeit, eigenmächtiges kaltes Absetzen, daher wochenlang starke Schlafstörungen.
Amisulprid 50 mg Ende November 2014 eigenmächtig abgesetzt. Pro Woche 12, 5 mg weniger, keine Absetzsymptome
Venlafaxin 150 mg seit Mitte Dezember 2014 am Absetzen, innerhalb von 2 Wochen auf 37,5 mg mit starker Absetzsymptomatik,( Brainzaps, Weinerlichkeit, Verzweiflung, aggressive Ausbrüche, Bauchschmerzen, Durchfall, Sehstörungen)
11.1. auf 75 mg, da Absetzsymptome zu stark, nehmen im Verlauf des Sommers ab, Schneckenclubmitglied :schnecke:
Sept. 2015 Diagnose Autoimmunthyreoiditis, Einschleichen von Hormonen wegen unerträglichen Nebenwirkungen misslungen.
Regelmäßige Einnahme von Vitamin D, Leinöl, Basentee und versch. homöopath. Globuli bekommen mir sehr gut!!!

31. Oktober 2016 Fortsetzen vom Absetzen Venlafaxin 75 mg mittels Mikrotapering ( pro Kapsel ein Gewicht von 0,306 g)
Meine Absetzsymptome bei jedem Schritt, mal mehr, mal weniger: Weinerlichkeit, Pseudodepri, Pseudoschnupfen, Muskelschmerzen in den Beinen, Verspannungen Nacken und Kiefer, Brainzaps, Geräuschempfindlichkeit, leichte Übelkeit, Kopfschmerzen, Darmprobleme, Juckreiz, Hör- und Sehprobleme
4.11.: Kapselgewicht 0,304 g
7.11.: Kapselgewicht 0,302 g
10.11.: Kapselgewicht 0,300 g, Absetzsymptome zu stark, kurz hochdosiert, besser!
28.11.: Kapselgewicht 0,298 g
9.12.: KG 0,295 g
am 1.1. 2017 bei KG 0,292 g angekommen
17.01.2017 KG 0,290g
15.02.2017 KG 0,286 g
01.03.2017 KG 0,284 g
seit 24.04. 2017 KG 0,280 g
02.05.2017 KG 0,278 g
16.05. 2017 KG 0,276 g
mittlerweile bei KG 0,273 g
nun bei KG 0,270 g
mittlerweile bei KG 0,264 g mit Zwischenschritten
seit 15. 11. bei KG 0, 255 g ohne Zwischenschritte, drei Tage Absetzwelle, dann OK
seit 30.11. bei KG 0,245 g, das übliche an Absetzsymptomgedöns :-)
mittlerweile bei KG 0,230 g
mittlerweile bei KG 0,200 g kaum Absetzsymptome, solange ich auf passende Ernährung achte!
KG 170 g
22 Kügelchen
Seit dem 15. August 2018 auf NULL!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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Re: Escitalopram nach 10 Jahren ausgeschlichen/ Bupropion geplant auszuschleichen

Beitrag von Straycat » Montag, 10.10.16, 23:14

Hallo padma,
danke für den Tipp mit der Signatur - habe ich nun gleich erstellt.
Ja, ich denke auch, dass das Absetzen über 4 Wochen zu schnell war, wenn ich mir hier die Beiträge so durchlese. Umso schlimmer, dass meine Ärztin (die ich nun übrigens von meiner Liste gestrichen habe und nicht mehr konsultieren werde) meinte, ich soll über 2 Wochen ausschleichen... Eigentlich verstörend, wie wenig Ärzte über die Medikamente wissen, die sie tagtäglich verschreiben.
Nun nachdem ich schon abgesetzt habe, will ich es versuchen so durchzuziehen. Solange die Absetzsymptome nicht schlimmer werden, sind sie für mich aushaltbar. Ich hoffe nur, dass es kein Dauerzustand bleibt...

Hallo Kaulquappe,
danke für deine netten Worte. Ich denke auch, dass Achtsamkeit und Selbstkenntnis sehr wichtige Dinge sind, die einen beim Absetzen unterstützen. Wie oben schon geschrieben, hoffe ich einfach, dass dieser Zustand nicht von Dauer ist.
Anfangen will ich mit Escitalopram keinesfalls mehr und sobald es möglich ist, will ich dann auch Bupropion absetzen.

Es ist einfach erschreckend, wie wenig man über Nebenwirkungen und eben auch Absetzerscheinungen aufgeklärt wird und wie wenig Ärzte selbst darüber wissen... Mein Vertrauen in die Schulmedizin ist dadurch wirklich tiefgehend erschüttert. Selbstverständlich können Psychopharmaka in Akutsituationen oder Extremfällen eine wichtige Möglichkeit sein, Patienten zu helfen - Aber die Dauermedikation mit diesen Medikamenten mit einer Leichtfertigkeit als wären es ungefährliche Nahrungsergänzungsmittel besorgt mich wirklich.


Euch auch noch einen schönen Abend!
Liebe Grüße,
Cat
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AnnanasKaulquappe 411Murmeline
Symptome : Weinen ohne Grund, grundlose Hoffnungslosigkeit, keine Motivation für irgendwas; Panikattacken/ Neuralgien seit 2017 Diagnose: unipolare Depression (2006), Panikstörung (2017)
Behandlung mit Escitalopram 10mg, später Steigerung auf 15mg und 20mg - ingsgesamt 10 Jahre
08/2016: Bupropion 300mg - eingeschlichen 1 Woche 150mg, dann 300mg
seit Volldosierung Bupropion (300mg) schrittweises Ausschleichen von Escitalopram (1 Woche 15mg, 2 Wochen 10mg, 1 Woche 5mg)
Bupropion: - 10 Tage 150mg (noch während voller Dosis Escitalopram), danach auf 300mg für 7 Wochen, dann wieder Reduzierung auf 150mg für 7 Tage aufgrund von übermäßiger Agitation und am 26.10.2016 auf 0mg (eigene Entscheidung ohne Arzt, da die Agitation und Panikattacken nicht abnahmen)
03-04/2017: starke Panikattacken, Diagnose: Burnout. Ich vermute aber eher verspätete Absetzerscheinungen und arbeitsseitige Überbelastung. Danach folgten 6 Monate Krankenstand und intensive Psychotherapie.
Seit 03/2017: 2 Wochen 37,5mg Venlafaxin, seither 75mg Venlafaxin
04-05/2017: 50mg Trittico, wieder abgesetzt
Seit 06.05.2018: Reduktion Venlafaxin um 10% (also Reduktion um 7,5 mg) - derzeit also 67,5 mg Venlafaxin
Seit 05.06.2018: Reduktion Venlafaxin um 10% der Restdosis (Reduktion um 6,7 mg) - derzeit 60,75 mg Venlafaxin
Seit 05.07.2018: Reduktion Venlafaxin um 10% der Restdosis (Reduktion um 6 mg) - derzeit 54,7 mg Venlafaxin
Seit 01.08.2018: Reduktion Venlafaxin um 10% der Restdosis (Reduktion um 5,5 mg) - derzeit 49,2 mg Venlafaxin
Seit 10.08.2018: leichte Anhebung wieder auf 54 mg Venlafaxin (aufgrund eines Kreislaufkollaps, von dem ich mir nicht sicher bin, ob eine Panikattacke dabei war)
Seit 19.09.2018: Reduktion Venlafaxin auf 50 mg (ca. um 7%)
Seit 14.11.2018: Reduktion Venlafaxin auf 42 mg
Seit 14.12.2018: Reduktion Venlafaxin auf 36 mg - seit Ende Dezember immer wieder leichte bis mittlere Panikattacken
Seit 03.01.2019: Erhöhung Venlafaxin auf 37,5 mg (wegen Absetzsymptomen, Panikattacken) - erstmal Reduktionspause, bis sich alles wieder stabilisiert hat
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Re: Escitalopram nach 10 Jahren ausgeschlichen/ Bupropion geplant auszuschleichen

Beitrag von Murmeline » Dienstag, 11.10.16, 9:17

Morgen Cat, willkommen!
ja, ich denke auch, dass das Absetzen über 4 Wochen zu schnell war, wenn ich mir hier die Beiträge so durchlese. Umso schlimmer, dass meine Ärztin (die ich nun übrigens von meiner Liste gestrichen habe und nicht mehr konsultieren werde) meinte, ich soll über 2 Wochen ausschleichen...
Das schlimmste ist, das Ärzte damit "leitliniengerecht" handeln. Die Leitlinien zur Behandlung für unipolare Depressionen geben 4 Wochen absetzen als Vorgabe, ohne auf Dauer der Einnahme o.ä. einzugehen. Das ist ein großer "Systemfehler".
Eigentlich verstörend, wie wenig Ärzte über die Medikamente wissen, die sie tagtäglich verschreiben.
Ich habe in letzter Zeit mit mehreren kritischen Psychiatern gesprochen. Sie lernen auf der Uni, welche psychischen Erkrankungen es gibt, an welchen Symptomen man sie erkennt und mit welchen medikamentösen Mittel man da rangehen kann. So haben sie ihr Berufsleben auch begonnen - erst die Praxis hat sie "wacher" werden lassen.
Es ist einfach erschreckend, wie wenig man über Nebenwirkungen und eben auch Absetzerscheinungen aufgeklärt wird und wie wenig Ärzte selbst darüber wissen...
Es gibt dazu bis heute keine Hinweise im Studium (außer das typische, dass es eben zu selbstlimitierenden überschiessenden Reaktionen des Organismus kommen kann, die zumeist leicht sind). Es gibt zum Absetzen wenig Studien, die einzige Metastudie wurde bisher in deutschen Fachzeitschriften nicht aufgegriffen. Es gibt keine unabhängige Forschung (und die Firmen forschen daran nicht). Und es gibt keine verbindlichen Fortbildungen.
Mein Vertrauen in die Schulmedizin ist dadurch wirklich tiefgehend erschüttert. Selbstverständlich können Psychopharmaka in Akutsituationen oder Extremfällen eine wichtige Möglichkeit sein, Patienten zu helfen - Aber die Dauermedikation mit diesen Medikamenten mit einer Leichtfertigkeit als wären es ungefährliche Nahrungsergänzungsmittel besorgt mich wirklich.
So geht es den meisten ADFDlern, damit bist Du nicht alleine. :hug:

Zu Deiner aktuellen Situation:
Mein Plan ist nun das Bupropion möglichst rasch auch wieder abzusetzen. Das würde ich gerne in der warmen Jahreszeit (also nächsten Frühling) probieren, da ich dann besser mit mehr Tageslicht, mehr Bewegung an der frischen Luft und solchen Dingen gegensteuern kann, falls die Antriebslosigkeit beim Absetzen vorübergehend wieder heftig wird. Hat jemand von euch damit Erfahrungen und kann mir dazu Tipps geben? Alleine aufgrund der Darreichungsform als Retardtabletten (Wellbutrin), stelle ich es mir schwierig vor, die Einnahme schrittweise zu verringern, da es meines Wissens nur 150mg oder 300mg Tabletten gibt...
Du hast einen wichtigen Punkt erkannt, es lässt sich schwer schrittweise absetzen :!:

Jamie :) hat dazu bei einem anderen Teilnehmer geschrieben:
Das große Problem beim Bupropion ist, dass es in allen verfügbaren Markenmedikamenten (Elontril, Zyban, Wellbutrin) retardiert ist und dann auch nur in zwei Stärken (150mg, 300mg) verfügbar ist.
Das heißt man ist total unflexibel mit der Einnahme; vom Gefühl her hätte ich nämlich gesagt, probiere es doch mal mit 230-250mg (statt 300mg).
Elontril darf keinesfalls geteilt werden, weil die Gefahr besteht, dass durch die Beschädigung der Retardierung der Wirkstoff sofort anflutet, was bei Bupropion schlimmstenfalls Krampfanfälle auslösen kann! Diese Option besteht daher nicht.
Also gibt es leider erst mal keine schnelle Lösung für dein Problem. Da muss man jetzt mal in Ruhe weiter überlegen. :roll:

Ich habe etwas recherchiert und im Netz die Info gefunden, dass man es möglicherweise aus den USA importieren kann, wo es es auch in 75mg und 100mg gibt (unretardiert), allerdings sind die Hürden dafür sehr hoch.
Es wäre von deiner Seite aus zu überlegen, ob du da mal deinen Arzt ansprichst und bei der Krankenkasse nachfragst.
dein Tipp http://www.arzneimittelberatungsdienst.de war sehr gut.
Hier die Antwort für die, die es auch interessiert:

….vielen Dank für Ihre Anfrage. Sie baten um Informationen, ob Sie ein Medikament mit dem Wirkstoff Bupropion 75 mg in Deutschland beziehen können und ob die Kosten dafür von Ihrer Krankenkasse erstattet werden würden.

Wie Sie bereits richtig recherchiert haben, ist in Deutschland der Arzneistoff Bupropion unter dem Handelsnamen Elontril®(Hersteller GlaxoSmithKline) nur in den Wirkstärken 150 mg und 300 mg als Retardtabletten verfügbar. Diese Tabletten dürfen auf keinen Fall geteilt werden, da es sonst zu einer unbeabsichtigt schnellen Freisetzung des Wirkstoffs kommt und damit das Risiko für das Auftreten unerwünschter Wirkungen steigt. Sie haben somit derzeit keine Möglichkeit, ein niedrig dosierteres Medikament einzunehmen.

Die Firma GlaxoSmithKline vertreibt den Wirkstoff Bupropion in den USA unter dem Handelsnamen Wellbutrin® zusätzlich in den Wirkstärken 75 mg und 100 mg. Allerdings handelt es sich hierbei um Filmtabletten. Die in Deutschland zugelassenen Präparate sind hingegen Retardtabletten. Damit unterscheiden sich die Produkte nicht nur in der Wirkstärke sondern auch in der Freisetzung des Wirkstoffs. Bei Filmtabletten wird der in einer Tablette enthaltene Wirkstoff sofort nach der Einnahme komplett freigesetzt. Bei Retardtabletten wird der Wirkstoff dagegen über einen längeren Zeitraum kontinuierlich an den Körper abgegeben. Es sind dadurch unterschiedliche Wirkweisen zu erwarten. Es handelt sich damit bei den amerikanischen Präparaten nicht einfach nur um niedrig dosiertere Medikamente.
Sie sollten daher unbedingt noch einmal mit Ihrem Arzt sprechen, ob solch ein Therapieversuch wirklich sinnvoll ist.

Für in Deutschland nicht zugelassene Arzneimittel gibt es die Möglichkeit, sie als so genannten Einzelimport von Apotheken importieren zu lassen. Für diese Einzelimporte muss immer eine ärztliche Verschreibung vorliegen, wenn es sich um einen verschreibungspflichtigen Arzneistoff handelt oder das Präparat aus einem Staat außerhalb der EU stammt.

Als Auswahlkriterium für eine Erstattung von Einzelimporten zu Lasten der Krankenkassen gilt prinzipiell, dass es sich um eine lebensbedrohliche Erkrankung handelt und in Deutschland keine andere anerkannte Behandlung verfügbar ist. Folgende Voraussetzungen müssen zusätzlich erfüllt sein:
• Vor der Behandlung muss eine Nutzen-/Risiko-Analyse stattfinden, und zwar allgemein und speziell bezogen auf den konkreten Versicherten.
• Die - in erster Linie fachärztliche - Behandlung muss den Regeln der ärztlichen Kunst entsprechend durchgeführt und ausreichend dokumentiert werden.
• Angesichts zu befürchtender Gefahren und Nebenwirkungen ist eine ausdrückliche Zustimmung des Versicherten zur beabsichtigten Behandlung/Arzneimittelverabreichung nach entsprechender vorheriger ärztlicher Aufklärung erforderlich.
In Ihrem konkreten Fall sollten Sie bei Ihrer Krankenkasse nachfragen, ob diese bereit wäre, die Kosten für eine Behandlung mit Wellbutrin® 75 mg zu übernehmen. Allerdings schätzen wir die Chancen eher als gering ein, da eine Vielzahl von anderen Medikamenten zur Behandlung einer Depression zur Verfügung steht.

Bitte diskutieren Sie mit Ihrem Arzt daher ggf. noch einmal über Behandlungsalternativen.

Wir hoffen, Ihnen mit diesen Informationen weitergeholfen zu haben. Falls sich weitere Fragen ergeben, können Sie sich gern jederzeit an uns wenden.

Mit freundlichen Grüßen
http://fragen.sanego.de/Frage_72010_Elo ... -Budeprion
Es ist also gut abzuwägen, wie Du jetzt am besten weitermachst.
Ich sprach in dieser Zeit häufiger mit meiner Ärztin über die Möglichkeit Escitalopram abzusetzen, doch sie riet mir nur zu einer stärkeren Dosis (20mg), um die Weinattacken und die Antriebslosigkeit zu mildern. Tatsächlich wirkte das Steigern aber meist nur ein paar Monate, danach war alles wieder beim alten.
Von diesem Wirkungsverlust wird hier immer wieder berichtet. Dosissteigerungen auf Arztanweisung sind dann eine ganz typische Reaktionen.
Die dauerhafte Erschöpfung wird ebenfalls von vielen Teilnehmern berichtet.
Nun habe ich das Escitalopram schrittweise über 4 Wochen reduziert (jede Woche 5mg weniger) und 3 Tage nachdem ich gar kein Escitalopram mehr nahm traten folgende Symptome auf: Schwindel (aber nicht wie von niedrigem Blutdruck, was ich gut kenne, sondern der Schwindel geht von den Augen aus und ist stärker, wenn ich die Blickrichtung ändere oder von nah auf fern fokussiere und umgekehrt), Magenschmerzen, Bauchschmerzen, zeitweise aufgebläht wie ein Ballon, Artikulationsprobleme beim Sprechen (was aber laut meinem Partner nicht auffällt, sondern mehr mir so vorkommt, als würde ich zeitweise stottern und die Worte nicht finden), Zittrigkeit, Wechsel zwischen Schwitzen und Frieren (obwohl das auch noch unter der Einnahme von Escitalopram vorkam, vermehrt seit ich die Antibabypille abgesetzt habe), Aggressivität (wenn ich mich über etwas ärgere, dann viel viel stärker und aggressiver als ich es sonst von mir kenne), Verstärkung von Ticks, häufigeres und lebhafteres Träumen (teilweise auch mehr Albträume), intensivere Wahrnehmung von Gerüchen und dadurch verursachte Übelkeit, Schreckhaftigkeit bei lauten Geräuschen udgl., Gefühl von Stromschlag machmal, wenn ich mich am Kopf berühre. Alle diese Symptome hatte ich unter der Einnahme von Escitalopram nicht. Dazu kommt spontanes heftiges Weinen und ebenso aber auch Lachen (Achterbahn der Gefühle) - das Weinen kenne ich ja auch schon aus der Zeit als ich noch Escitalopram genommen habe, aber es ist jetzt seit dem Absetzen spontaner (ohne jegliche Vorankündigung), aber ich fühle mich gleichzeitig nicht so tief traurig (eher eine starke Reaktion auf alles mögliche).
Hier gibt es eine Übersicht zu potentiellen Symptomen: http://antidepressiva-absetzen.de/Stufe_3.html
Es kam in mir allerdings auch ein sehr, sehr großer Ärger über meine Ärztin auf, die mich nie dazu ermutigte oder mich dabei unterstützte, wenn ich das Escitalopram absetzen wollte. Sie vermittelte mir stattdessen, dass ich es lebenslang nehmen muss und es wäre ja nicht so schlimm, weil das Medikament praktisch nur positive Auswirkungen hat. Darüber hinaus ärgere ich mich auch über mich selbst, dass ich so lange weggesehen habe und nicht selbst die Initiative ergriffen habe. Vermutlich Bequemlichkeit und Feigheit und auch noch mangelnde Reife.
Es gibt überhaupt keine Studien, die länger gehen als wenige Jahre (ein, zwei). Die Dauergabe ist ein Mythos, den die Industrie in die Welt gesetzt hat. Dazu kannst Du gerne mal hier reinlesen: Unglück auf Rezept
Absetzsymptome: Wie lange dauerte es bei euch, bis sie wieder weg waren oder erträglicher wurden (befinde mich deshalb auch im Krankenstand und kann das natürlich nicht ewig bleiben...)?
Sie können Tage, Wochen, Monate oder länger anhalten, sie können vorübergehend chronifizieren oder sich regulieren sich zeitnah wieder. Das kann man für niemanden individuell vorhersagen. Im ADFD suchen v.a. diejenigen Hilfe, bei denen es schwerwiegenden und langwieriger war, da andere Anlaufstellen fehlen.
Gab es Sachen, die euch geholfen haben?
Da gibt es in den Threads der Teilnehmer viel zu entdecken, ein Blick lohnt sich auch in Gesundheit oder Alternativen zu Psychopharmaka.
Ich überlege nun zumindest ein Vitamin-B-Präparat zu nehmen (wie zB Neurobion), um mein Nervenkostüm etwas zu stärken.
Es gibt teilweise mit Fischöl gute Erfahrungen, es wird manchmal besser vertragen als B-Vitamine. Bei allem gilt, vorsichtig mit einer Kleinstmenge (einem Bruchteil der empfohlenen Dosis) beginnen und nur bei Verträglichkeit langsam steigern.
Darüber hinaus praktiziere ich Yoga (bis zum Einsetzen dieser Schwindelanfälle wöchentlich - nun muss ich leider krankenstandsbedingt pausieren) und habe auch einen Termin bei meinem Osteopathen, der auch manuelle Energiearbeit macht (hatte damit sehr gute Erfahrungen vor einem Jahr, als es mir nach dem Absetzversuch so extrem schlecht ging).
Beides kann hilfreich sein, achte auch hier auf die Reaktionen Deines Körpers und gehe es vorsichtig und bedacht an.
Eine Angst von mir ist, dass es keine Absetz-Symptome sind, sondern nur ein neuerliches Aufflammen der Depression ist und ich am Ende wieder Antidepressiva nehmen muss... So wird es einem ja sehr oft von den Ärzten gesagt. Was für mich dagegen spricht ist, dass es sich einfach anders anfühlt.
DAS ist eines der wichtigsten Unterscheidungskriterien!

Soweit erst einmal von mir, Grüße Murmeline
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Sunnyrose
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Re: Escitalopram nach 10 Jahren ausgeschlichen/ Bupropion geplant auszuschleichen

Beitrag von Sunnyrose » Dienstag, 11.10.16, 11:13

Guten morgen Straycat

Herzlich willkommen :)

Da es schwierig ist das Bupoprion langsam auszuschleichen, bin ich mir am überlegen ob es nicht besser wäre das Bupoprion gleich wieder abzusetzten. Je länger du es nimmst, umso schwieriger könnte es dann werden. Vorallem weil es nicht möglich ist, es behutsam auszuschleichen. :?

Dein Gehirn verlangt nach Escitalopram und das ist auch nicht zu ersetzen mit Bupoprion. Escitalopram kann man zudem gut und kleinschrittig ausschleichen. Es gibt sie in Tropfenform oder man kann die Tablette mit der Wasserlösemethode ganz klein dosieren, die ich selbst auch anwende.

Das Bupoprion nimmst du zwar auch schon 2 Monate, richtig? Aber lieber jetzt gleich wieder weg damit, in 2 Schritten, anders geht ja nicht, und dafür das Escitalopram wieder minimal eindosieren.

Ich verstehe, dass du es eigentlich nicht mehr nehmen willst. Jedoch ist Bupoprion ja auch ein Psychopharmaka und zusätzlich nicht teilbar. Ich könnte mir gut vorstellen, dass es besser wäre, wieder zurück auf Escitalopram zu gehen, weil die Symptome die du hast, nur mit der verlangten Substanz aufzufangen sind. Und das ist Escitalopram. Nach einer Stabilisationsphase könntest du dann mit der 5-10% Methode langsam ausschleichen, so dass du nicht all den starken Symptomen ausgesetzt bist.

Was denkst du? Wäre das eine Möglichkeit? :hug:

Herzlich
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Absetzstart September 2015
2,5mg runter alle 2 Monate bis 15mg.
Dann in 10% Schritten. Bis 10mg.
Dann schnelleres Vorgehen wegen Leberwerte.
Januar 2017: 6,8mg
15.2.17: 6mg
8.3.17: 4mg (psychotische Nebenwirkungen)
20.3.17: 0mg

Achtung: nicht nachmachen. Der grosse Schritt zum Schluss war für mich eine Notlösung. Langsames Vorgehen (5-15% Schritte, je nach Höhe der Dosis), wenn irgendwie möglich, ist der bessere Weg.

Ich bin jetzt frei von Substanzen jeglicher Art. Haltet durch! es lohnt sich.

Straycat
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Re: Escitalopram nach 10 Jahren ausgeschlichen/ Bupropion geplant auszuschleichen

Beitrag von Straycat » Dienstag, 11.10.16, 11:48

Liebe Murmeline,

danke für deine Antworten - den Beitrag von Jamie habe ich schon gesehen zum Thema Ausschleichen von Bupropion. Meine Sorge ist, dass die Filmtabletten ja doch sehr anders wirken, als die Retardtabletten... deswegen weiß ich nicht, wie ich diese dosieren müsste, selbst wenn ich sie nach Deutschland bestellen könnte (alternativ wäre für mich auch nach Österreich möglich, da meine Schwester dort arbeitet). Ich fürchte fast, da werde ich um eine 50%ige Reduktion nicht herumkommen. Ich weiß auch nicht, ob es möglich ist, die Bupropion dann wenn man auf 150mg ist nur jeden 2. Tag zu nehmen, da ich noch nicht genug über die Halbwertszeit weiß. Und einen schwankenden Spiegel möchte ich tunlichst vermeiden, weil der ja meistens noch schlimmer ist, als zu schnelle Schritte beim Ausschleichen...

Vielen Dank jedenfalls für deine aufmunternden Worte. Dass hier alle ähnlich frustriert sind von Neurologen, Psychiatern und Hausärzten kann ich gut nachvollziehen - man fühlt sich echt verar :censored: und alleine gelassen. Wobei ich es zum Teil gar nicht den einzelnen Ärzten vorwerfe, sondern dem Medizinsystem, das nur auf Medikamente aufbaut und viel zu wenig Platz, Zeit und Geld für alternative Methoden lässt...

Von Fischöl habe ich auch sehr gutes gelesen (im Buch "Medizin der Emotionen" von David Servan-Schreiber - kann ich sehr empfehlen). Allerdings hat es nur bei sehr hoher Dosierung und der richtigen Zusammensetzung eine antidepressive Wirkung (habe mich da durch einige Studien auf PubMed gelesen). Allerdings könnte es auch bei niedrigeren Dosen einfach positiv auf das Nervensystem wirken und wäre zur Linderung der Absetzsymptome vielleicht einen Versuch wert. Werde das Neuobion mal ausprobieren und mit kleiner Dosierung beginnen und sehen, ob es mir hilft (werde euch dann auf jeden Fall über meine Erfahrungen berichten!).

Aber ich bin trotzdem frohen Mutes, dass ich es durchziehen und schaffen kann, endlich wegzukommen von diesen Medikamenten. ich sehe es wie bei Antibiotika, nach denen der Darm und vieles anderes völlig aus dem Gleichgewicht kommt - da braucht es auch viel Zeit und alternative Ansätze, um den Körper wieder in seine natürliche Balance zu bringen. Diese Zeit werde ich mir auch nehmen! Da ist mir meine Gesundheit einfach zu wichtig!


Liebe Deria,

ich habe auch überlegt, das Bupropion gleich wieder abzusetzen. Für mich sprechen da nur 2 Dinge dagegen: erstens weiß ich nicht, ob es gut ist beide Medikamente gleichzeitig abzusetzen, weil ich befürchte, dass dann die Absetzsymptome von beiden gleichzeitig auf mich einprasseln... Vor allem nachdem ich das Bupropion nun schon 2 Monate nehme, kann ich es nicht direkt weglassen. Aber eine Reduktion auf 150mg habe ich mir auch schon überlegt, wenn mal die schlimmste Phase nach der Escitalopram-Entwöhnung vorbei ist. Da Escitalopram und Bupropion ja auf verschiedene Rezeptoren wirken, mache ich mir sonst Sorgen, dass da zuviel "durcheinander" kommt. Ich will da lieber einen Schritt nach dem anderen machen. Aber ich will Bupropion auf jeden Fall auch nur so kurz wie möglich nehmen!
Escitalopram will ich keinesfalls wieder nehmen, solange meine Absetzsymptome nicht so extrem schlimm sind, dass ich es nicht mehr aushalte.

Mein Problem waren zuletzt (vor dem Absetzen von Escitalopram und Beginn von Bupropion) eine enorme Antriebsschwäche. Ich habe bis zu 16 Stunden täglich geschlafen und war extrem lethargisch. Diese Antriebschwäche hat sich nun deutlich gebessert und ich befürchte, wenn ich Bupropion gleich wieder absetze und mit Escitalopram wieder beginne, habe ich die selbe Problematik wie zuvor... Zumal die Absetzsymptome von Bupropion nicht selten "eine bleierne Müdigkeit" beinhalten, vor der ich mich echt fürchte... Das will ich lieber erst angehen, wenn sich mein Körper nach dem Absetzen von Escitalopram wieder halbwegs ausbalanciert hat.
Während der dunklen Jahreszeit war es bei mir mit der Antriebsschwäche immer noch viel schlimmer, weshalb ich glaube, dass es im Frühling am besten wäre Bupropion dann auszuschleichen (so gut es eben mit den 2 Dosierungsmöglichkeiten geht). Da kann ich von mehr Tageslicht, Bewegung an der frischen Luft und allgemein mehr Antrieb durch die warme Jahreszeit profitieren.

Zum Glück habe ich auch eine sehr gute Therapeutin gefunden, die mich beim Absetzen unterstützt und mit der ich die tiefsitzenderen Ursachen für meine Depressionszustände zu verstehen lerne. Das hilft mir auch sehr...

Habe auch schon begonnen mich in den Threads zu den Alternativen zu Psychopharmaka umzusehen. Da finde ich auch einige gute Anregungen.
Jetzt erhoffe ich mir auf jeden Fall mal etwas Besserung oder zumindest Linderung durch den Osteopathen morgen und ansonsten brauche ich wohl viel viel Geduld - nicht ganz einfach, aber ich sehe es auch als wichtige Erfahrung, bei der ich viel dazulernen kann über mich, meine Psyche und meine Persönlichkeit :)

Vielen Dank nochmal für eure Antworten!!

Alles Liebe,
Cat
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Symptome : Weinen ohne Grund, grundlose Hoffnungslosigkeit, keine Motivation für irgendwas; Panikattacken/ Neuralgien seit 2017 Diagnose: unipolare Depression (2006), Panikstörung (2017)
Behandlung mit Escitalopram 10mg, später Steigerung auf 15mg und 20mg - ingsgesamt 10 Jahre
08/2016: Bupropion 300mg - eingeschlichen 1 Woche 150mg, dann 300mg
seit Volldosierung Bupropion (300mg) schrittweises Ausschleichen von Escitalopram (1 Woche 15mg, 2 Wochen 10mg, 1 Woche 5mg)
Bupropion: - 10 Tage 150mg (noch während voller Dosis Escitalopram), danach auf 300mg für 7 Wochen, dann wieder Reduzierung auf 150mg für 7 Tage aufgrund von übermäßiger Agitation und am 26.10.2016 auf 0mg (eigene Entscheidung ohne Arzt, da die Agitation und Panikattacken nicht abnahmen)
03-04/2017: starke Panikattacken, Diagnose: Burnout. Ich vermute aber eher verspätete Absetzerscheinungen und arbeitsseitige Überbelastung. Danach folgten 6 Monate Krankenstand und intensive Psychotherapie.
Seit 03/2017: 2 Wochen 37,5mg Venlafaxin, seither 75mg Venlafaxin
04-05/2017: 50mg Trittico, wieder abgesetzt
Seit 06.05.2018: Reduktion Venlafaxin um 10% (also Reduktion um 7,5 mg) - derzeit also 67,5 mg Venlafaxin
Seit 05.06.2018: Reduktion Venlafaxin um 10% der Restdosis (Reduktion um 6,7 mg) - derzeit 60,75 mg Venlafaxin
Seit 05.07.2018: Reduktion Venlafaxin um 10% der Restdosis (Reduktion um 6 mg) - derzeit 54,7 mg Venlafaxin
Seit 01.08.2018: Reduktion Venlafaxin um 10% der Restdosis (Reduktion um 5,5 mg) - derzeit 49,2 mg Venlafaxin
Seit 10.08.2018: leichte Anhebung wieder auf 54 mg Venlafaxin (aufgrund eines Kreislaufkollaps, von dem ich mir nicht sicher bin, ob eine Panikattacke dabei war)
Seit 19.09.2018: Reduktion Venlafaxin auf 50 mg (ca. um 7%)
Seit 14.11.2018: Reduktion Venlafaxin auf 42 mg
Seit 14.12.2018: Reduktion Venlafaxin auf 36 mg - seit Ende Dezember immer wieder leichte bis mittlere Panikattacken
Seit 03.01.2019: Erhöhung Venlafaxin auf 37,5 mg (wegen Absetzsymptomen, Panikattacken) - erstmal Reduktionspause, bis sich alles wieder stabilisiert hat
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Re: Escitalopram nach 10 Jahren ausgeschlichen/ Bupropion geplant auszuschleichen

Beitrag von Straycat » Dienstag, 18.10.16, 18:48

Hallo ihr,

habe ein kurzes Update, falls noch jemand in meinem Thread liest ;-)
Heute war ich bei einer Neurologin, weil meine Hausärztin einen Befund verlangt, damit sie mir Rezepte für das Bupropion ausstellt (was ich ja sehr gut finde ansich, da ohenhin viel zu viele Ärzte ohne Nachdenken Antidepressiva verschreiben). War eine andere Neurologin als die, der ich die 10 Jahre Escitalopram verdanke. Diese Ärztin hat auf mich teilweise etwas kompetenter gewirkt. Zum einen hat sie das Absetzsyndrom gleich selbst diagnostiziert und ist mir nicht mit dem Blödsinn "das ist die Depression, die da wiederkommt" gekommen. Zum anderen hat sie gemeint, sie hätte niemals 10 Jahre Escitalopram verschrieben in meiner Situation, sondern aller spätestens nach 12 Monaten den ersten Absetzversuch gewagt, nachdem ich ja symptomfrei war und vorallem weil ich nie suzidial war.
Jedenfalls hat sie von sich aus auch vorgeschlagen das Bupropion auf 150mg herabzudosieren, da sie meinte 300mg sind die Höchstdosis und sie sieht eigentlich keinen Grund, warum ich die nehmen sollte. Da ich ja genau das gleiche schon vorschlagen wollte, finde ich es gut, dass sie scheinbar denselben Gedanken hatte.
Zu meiner Frage, wie ich Bupropion dann wieder ausschleichen kann (da es ja nur 150 und 300mg gibt) meinte sie, man könnte es vorsichtig mit nur jeden 2. Tag nehmen versuchen. Ich habe dann (dank der guten Hinweise hier im Forum ;-) ) gefragt, ob das kein Problem mit dem schwankenden Spiegel ist. Sie meinte, dass die Halbwertszeit von Bupropion lange genug sein könnte , aber man es sich sowieso nur von Einzelfall zu Einzelfall ansehen kann, weil jeder Mensch anders reagiert und eben auch verschieden schnell die Wirkstoffe verstoffwechselt.
Nachdem dieses doofe Bupropion aber ja echt leider nur in 150 und 300mg erhältlich ist, sehe ich leider sowieso keine andere Chance, als dass ich es dann mit "jeden zweiten Tag nehmen" probiere oder von heute auf morgen damit aufhöre :-/
Sie versteht auch den Wunsch möglichst bald auch das Bupropion wieder abzusetzen und unterstützt das auch. Sobald die Absetzsymptome vom Escitalopram weitestgehend weg sind, steht dem Absetzversuch also sogar aus ihrer Sicht nichts entgegen. Wobei ich sagen muss, ich würde in jedem Fall versuchen es abzusetzen, selbst wenn sie (wie meine letzte Ärztin) gemeint hätte, dass ich es länger nehmen soll... da habe ich nun schon genug schlechte Erfahrungen gemacht, dass ich da meinen Kopf durchsetzen und auf meinen Körper vertrauen würde.

Ich weiß nicht, ob ich bei dieser Ärztin einfach selbstbewusster aufgetreten bin und sie deshalb vernünftiger reagiert hat oder ob ich mit meiner letzten Ärztin einfach auch sehr viel Pech hatte. Vermutlich liegt es auch daran, dass ich bei der erstmaligen Verschreibung von Escitalopram erst 19 Jahre alt war - da ist man vielleicht auch noch unreifer (oder ich war es zumindest) und nimmt die Anordnung eines Arztes unhinterfragt hin.

Was meine Absetzsymptome betrifft nehmen sie langsam ab. Nur die Temperaturwechsel von extremen Hitzewallungen zu extrem frieren sind noch regelmäßig da und auch mein Bauch hat sich noch nicht ganz beruhigt. Aber der Schwindel wird immer schwächer und seltener und auch die Brain Zaps, starken Stimmungsschwankungen und die generelle Überempfindlichkeit aller Sinnesorgane scheint abzunehmen.
Ich hoffe so sehr, dass es jetzt stetig weniger wird und nicht nur eine gute Phase ist :-/
Aber vielleicht gehöre ich wirklich zu den Glücklichen, die so glimpflich davonkommen...

Alles in allem fühle ich mich trotz Absetzsymptome einfach freier, seit ich das Escitalopram abgesetzt habe. Ich habe das Gefühl wieder mehr "ich" zu werden!

Alles Liebe und einen schönen Abend euch allen,
Cat
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Symptome : Weinen ohne Grund, grundlose Hoffnungslosigkeit, keine Motivation für irgendwas; Panikattacken/ Neuralgien seit 2017 Diagnose: unipolare Depression (2006), Panikstörung (2017)
Behandlung mit Escitalopram 10mg, später Steigerung auf 15mg und 20mg - ingsgesamt 10 Jahre
08/2016: Bupropion 300mg - eingeschlichen 1 Woche 150mg, dann 300mg
seit Volldosierung Bupropion (300mg) schrittweises Ausschleichen von Escitalopram (1 Woche 15mg, 2 Wochen 10mg, 1 Woche 5mg)
Bupropion: - 10 Tage 150mg (noch während voller Dosis Escitalopram), danach auf 300mg für 7 Wochen, dann wieder Reduzierung auf 150mg für 7 Tage aufgrund von übermäßiger Agitation und am 26.10.2016 auf 0mg (eigene Entscheidung ohne Arzt, da die Agitation und Panikattacken nicht abnahmen)
03-04/2017: starke Panikattacken, Diagnose: Burnout. Ich vermute aber eher verspätete Absetzerscheinungen und arbeitsseitige Überbelastung. Danach folgten 6 Monate Krankenstand und intensive Psychotherapie.
Seit 03/2017: 2 Wochen 37,5mg Venlafaxin, seither 75mg Venlafaxin
04-05/2017: 50mg Trittico, wieder abgesetzt
Seit 06.05.2018: Reduktion Venlafaxin um 10% (also Reduktion um 7,5 mg) - derzeit also 67,5 mg Venlafaxin
Seit 05.06.2018: Reduktion Venlafaxin um 10% der Restdosis (Reduktion um 6,7 mg) - derzeit 60,75 mg Venlafaxin
Seit 05.07.2018: Reduktion Venlafaxin um 10% der Restdosis (Reduktion um 6 mg) - derzeit 54,7 mg Venlafaxin
Seit 01.08.2018: Reduktion Venlafaxin um 10% der Restdosis (Reduktion um 5,5 mg) - derzeit 49,2 mg Venlafaxin
Seit 10.08.2018: leichte Anhebung wieder auf 54 mg Venlafaxin (aufgrund eines Kreislaufkollaps, von dem ich mir nicht sicher bin, ob eine Panikattacke dabei war)
Seit 19.09.2018: Reduktion Venlafaxin auf 50 mg (ca. um 7%)
Seit 14.11.2018: Reduktion Venlafaxin auf 42 mg
Seit 14.12.2018: Reduktion Venlafaxin auf 36 mg - seit Ende Dezember immer wieder leichte bis mittlere Panikattacken
Seit 03.01.2019: Erhöhung Venlafaxin auf 37,5 mg (wegen Absetzsymptomen, Panikattacken) - erstmal Reduktionspause, bis sich alles wieder stabilisiert hat
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Re: Escitalopram nach 10 Jahren ausgeschlichen/ Bupropion geplant auszuschleichen

Beitrag von fruzzel » Dienstag, 18.10.16, 21:55

Hallo Cat,

ich bin gerade dabei, Bupropion auszuschleichen. Ich habe mich nach einigen Gesprächen mit Apothekern und Ärzten dazu durchgerungen, meine 150 mg, die ich seit 1,5 Jahren nehme mit der Methode zunächst jeden 2. Tag und dann jeden 3. Tag Einnahme auszuschleichen. Die Tabletten sind ja nicht teilbar und eine geringere Dosierung hätte ich aus den USA bekommen können, die wäre aber auch nicht ganz vergleichbar mit dem deutschen Präparat gewesen. Ich habe die Phase jeden 2. Tag über 3 Wochen gehalten - anfangs war es nicht ganz leicht (aber nicht annähernd vergleichbar mit SSRI-Entzug). Dann wurde es leichter und nun bin ich bei jedem 3. Tag und es geht mir gut. Werde bald ganz aufhören. Habe ein gutes Gefühl. Ich teile die Meinung des Forums, dass es nicht das Optimale ist, aber das Präparat lässt einem ja nicht viel Spielraum. Wie schnell du Cipralex abgesetzt hast, ist ja schon erstaunlich...das habe ich mehrfach nicht geschafft....Aber das Bupropion bin ich wohl bald los. Drücke dir die Daumen. LG
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Re: Escitalopram nach 10 Jahren ausgeschlichen/ Bupropion geplant auszuschleichen

Beitrag von padma » Donnerstag, 20.10.16, 18:01

hallo Cat, :)

es freut mich zu hören, dass deine Entzugssymptome abgenommen haben und dass du eine Ärztun gefunden hast, die dich unterstützt. :D
Vielleicht magst du jemand aus dem Team per PN ihren Namen und Anschrift schicken, für unsere kleine interne Arztliste (wird nicht veröffentlicht sondern nur auf Anfrage per PN weiter gegeben.

Die HWZ von Bupropion und seinen Metaboliten beträgt wohl 20 bis 37 Stunden. http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Bupropion Eine Einnahme jeden zweiten Tag mag vielleicht noch gehen, ob allerdings jeden dritten noch Sinn macht, bin ich mir sehr unsicher.

liebe Grüsse,
padma
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Absetzverlauf:
► Text zeigen
1.01.2019: 0,1 mg :D



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


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Re: Escitalopram nach 10 Jahren ausgeschlichen/ Bupropion geplant auszuschleichen

Beitrag von Straycat » Freitag, 21.10.16, 15:14

Hallo fruzzel,

was du über das Absetzen von Bupropion schreibst, beruhigt mich schon mal ein Stück. ich weiß, dass es bei jedem anders ist, weil jeder anders reagiert, aber ich hoffe einfach, dass es einfacher wird, weil ich es noch nicht so lange nehme.
Hattest du mit Müdigkeit und Kopfschmerzen zu kämpfen? Das sollen ja häufige Entzugserscheinungen bei Bupropion sein...
Darf ich fragen wogegen du Bupropion bekommen hast?
Bei mir ist es nämlich wegen starker Antriebslosigkeit - von der ich bis heute nicht weiß, ob sie Teil meiner Depression ist oder eine Nebenwirkung vom Escitalopram war... Ich sorge mich ein wenig, dass ich nach dem Absetzen von Bupropion wieder zu 14 Stunden Schlaf und totaler Lethargie zurückkehre... :-/

Hallo padma,

danke für deine aufmunternden Worte! Ich hoffe, es geht so weiter und es kommen keine allzu schlimmen Rückschläge. Wenn ich hier so lese, was die meisten durchmachen, sehe ich, dass ich echt großes Glück hatte!!
Arztdaten schicke ich gerne per PM.
Die HWZ habe ich auch schon rausgesucht... allerdings ist die ja leider nicht so aussagekräftig, weil es auf die individuelle Verstoffwechselung ankommt, was man mir so gesagt hat. Aber ich muss sagen, da kenne ich mich nicht so gut aus. Ich werde es dann wohl mit dem Try&Error-Prinzip machen müssen, wenn ich Bupropion absetze. Das Halbieren der Dosis auf 150mg ist jetzt einmal gut gegangen - habe keine Änderung gespürt (ist aber auch erst der 4. Tag).

Alles Liebe,
Cat
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Behandlung mit Escitalopram 10mg, später Steigerung auf 15mg und 20mg - ingsgesamt 10 Jahre
08/2016: Bupropion 300mg - eingeschlichen 1 Woche 150mg, dann 300mg
seit Volldosierung Bupropion (300mg) schrittweises Ausschleichen von Escitalopram (1 Woche 15mg, 2 Wochen 10mg, 1 Woche 5mg)
Bupropion: - 10 Tage 150mg (noch während voller Dosis Escitalopram), danach auf 300mg für 7 Wochen, dann wieder Reduzierung auf 150mg für 7 Tage aufgrund von übermäßiger Agitation und am 26.10.2016 auf 0mg (eigene Entscheidung ohne Arzt, da die Agitation und Panikattacken nicht abnahmen)
03-04/2017: starke Panikattacken, Diagnose: Burnout. Ich vermute aber eher verspätete Absetzerscheinungen und arbeitsseitige Überbelastung. Danach folgten 6 Monate Krankenstand und intensive Psychotherapie.
Seit 03/2017: 2 Wochen 37,5mg Venlafaxin, seither 75mg Venlafaxin
04-05/2017: 50mg Trittico, wieder abgesetzt
Seit 06.05.2018: Reduktion Venlafaxin um 10% (also Reduktion um 7,5 mg) - derzeit also 67,5 mg Venlafaxin
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Seit 01.08.2018: Reduktion Venlafaxin um 10% der Restdosis (Reduktion um 5,5 mg) - derzeit 49,2 mg Venlafaxin
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Seit 14.12.2018: Reduktion Venlafaxin auf 36 mg - seit Ende Dezember immer wieder leichte bis mittlere Panikattacken
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fruzzel
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Re: Escitalopram nach 10 Jahren ausgeschlichen/ Bupropion geplant auszuschleichen

Beitrag von fruzzel » Freitag, 21.10.16, 18:46

Hallo Cat,
ich hatte das Bupropion bekommen, um vom Cipralex wegzukommen- was natürlich ein völlig dämlicher Plan war, denn ich habe trotzdem nicht geschafft unter 5 mg Cipralex zu kommen, weil das Absetzen so heftig wurde. Danach hatte ich dann beides an der Backe. Auch habe ich das B. bekommen, wegen Antrieb und Konzentrationsproblemen. Da hat es mir aber eigentlich gar nicht so sehr gut geholfen. Manchmal nimmt man ja dann ein AD einfach weiter, weil man denkt "ohne ist es vielleicht noch schlechter"... NW hatte ich keine vom B., daher nahm ich es eben erstmal.
Ein Arzt sagte mir im März, ich könne die 150 mg einfach so weglassen, da würde nix passieren.... war aber dann doch anders - nach 4 Tagen gings mir ganz schön mies stimmungsmäßig und aus Angst nahm ich es dann wieder und es ging mir schnell wieder besser. Dann hab ich mich jetzt halt nochmal länger damit befasst und informiert und mich für die Methode jeden 2. Tag entschieden. Ich nehme jetzt seit 5 Tagen gar kein B. mehr und es ist alles gut. Die Phase jeden 2.Tag hab ich 3 Wochen gehalten, danach jeden 3. Tag und so war ich nach 5 Wochen raus. Müdigkeit oder weniger Antrieb habe ich nicht. In der ersten Phase war ich etwas dünnhäutig und die Stimmung war nicht so gut, aber das kann auch die Angst vor möglichen Entzugserscheinungen gewesen sein. Also ich muss sagen, es war kein Vergleich zum SSRI. Ich drücke dir die Daumen..ich denke, das klappt bei dir auch! LG
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Re: Escitalopram nach 10 Jahren ausgeschlichen/ Bupropion geplant auszuschleichen

Beitrag von Straycat » Samstag, 22.10.16, 12:55

Hallo fruzzel,
danke für deine aufmunternden Worte! Ich bin jetzt immerhin mal auf 150mg und nicht mehr 300mg, das ist mir schon lieber. Fühlte mich mit 300mg auch etwas überdreht... jetzt warte ich mal ab, bis ich den Cipralex-Entzug ganz geschafft habe und dann werde ich das Bupropion absetzen. Ich denke ich werde es auch mit jeden 2. Tag nehmen versuchen... andere Optionen hat man wie gesagt ja ohnehin keine...

Liebe Grüße,
Cat
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08/2016: Bupropion 300mg - eingeschlichen 1 Woche 150mg, dann 300mg
seit Volldosierung Bupropion (300mg) schrittweises Ausschleichen von Escitalopram (1 Woche 15mg, 2 Wochen 10mg, 1 Woche 5mg)
Bupropion: - 10 Tage 150mg (noch während voller Dosis Escitalopram), danach auf 300mg für 7 Wochen, dann wieder Reduzierung auf 150mg für 7 Tage aufgrund von übermäßiger Agitation und am 26.10.2016 auf 0mg (eigene Entscheidung ohne Arzt, da die Agitation und Panikattacken nicht abnahmen)
03-04/2017: starke Panikattacken, Diagnose: Burnout. Ich vermute aber eher verspätete Absetzerscheinungen und arbeitsseitige Überbelastung. Danach folgten 6 Monate Krankenstand und intensive Psychotherapie.
Seit 03/2017: 2 Wochen 37,5mg Venlafaxin, seither 75mg Venlafaxin
04-05/2017: 50mg Trittico, wieder abgesetzt
Seit 06.05.2018: Reduktion Venlafaxin um 10% (also Reduktion um 7,5 mg) - derzeit also 67,5 mg Venlafaxin
Seit 05.06.2018: Reduktion Venlafaxin um 10% der Restdosis (Reduktion um 6,7 mg) - derzeit 60,75 mg Venlafaxin
Seit 05.07.2018: Reduktion Venlafaxin um 10% der Restdosis (Reduktion um 6 mg) - derzeit 54,7 mg Venlafaxin
Seit 01.08.2018: Reduktion Venlafaxin um 10% der Restdosis (Reduktion um 5,5 mg) - derzeit 49,2 mg Venlafaxin
Seit 10.08.2018: leichte Anhebung wieder auf 54 mg Venlafaxin (aufgrund eines Kreislaufkollaps, von dem ich mir nicht sicher bin, ob eine Panikattacke dabei war)
Seit 19.09.2018: Reduktion Venlafaxin auf 50 mg (ca. um 7%)
Seit 14.11.2018: Reduktion Venlafaxin auf 42 mg
Seit 14.12.2018: Reduktion Venlafaxin auf 36 mg - seit Ende Dezember immer wieder leichte bis mittlere Panikattacken
Seit 03.01.2019: Erhöhung Venlafaxin auf 37,5 mg (wegen Absetzsymptomen, Panikattacken) - erstmal Reduktionspause, bis sich alles wieder stabilisiert hat
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fruzzel
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Re: Escitalopram nach 10 Jahren ausgeschlichen/ Bupropion geplant auszuschleichen

Beitrag von fruzzel » Samstag, 22.10.16, 14:09

Hallo Cat,

wieviel Cipralex nimmst du noch? Den Entzug hab ich auch noch vor mir...

LG

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Re: Escitalopram nach 10 Jahren ausgeschlichen/ Bupropion geplant auszuschleichen

Beitrag von Straycat » Samstag, 22.10.16, 17:50

Hallo fruzzel,

ich nehme gar keines mehr. Habe über 1 Monat abgesetzt. Ist aber definitiv nicht zu empfehlen... Ich hatte noch Glück und meine Absetzsymptomatik hielt nicht allzu lange an bzw. wurde dann wieder deutlich schwächer. Wenn man sich hier so durch das Forum liest, sieht man aber, dass es Unmengen an Menschen gibt, bei denen es wesentlich heftiger verläuft.
Ich hatte nur ca. 2 Woche starke Absetzsymptome. Jetzt sind sie immer noch spürbar, aber deutlich schwächer. Vor ca. 1 Monat habe ich das letzte Cipralex (5mg) genommen.
Wie lange nimmst du denn schon Cipralex und aufgrund welcher Diagnose bzw. welcher Symptome?

Liebe Grüße,
Cat
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Re: Escitalopram nach 10 Jahren ausgeschlichen/ Bupropion geplant auszuschleichen

Beitrag von Jamie » Sonntag, 23.10.16, 10:44

Hallo straycat :),

es mehren sich ja bei uns die Fälle derjenigen, die auf Bupropion eingestellt sind und es absetzen möchten.
Das mit der Darreichungsform ist wirklich eine Katastrophe. :(

Ich drücke dir die Daumen, dass das mit der Auslassmethode klappt; wir empfehlen das ja nicht, aber du hast leider keine andere Wahl.
Ich wollte dich bitten, nach Möglichkeit, wenn du es einrichten könntest, regelmäßig zu berichten, wie es klappt, da diese Erfahrungen sehr wertvoll für uns sind und wir das irgendwann auch an andere Betroffene wetergeben können.
Andere haben das gleiche Problem und du leistest dazu sozusagen "Pionierarbeit" :roll:.

Wünsche dir einen schönen Sonntag
Jamie
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Re: Escitalopram nach 10 Jahren ausgeschlichen/ Bupropion geplant auszuschleichen

Beitrag von Straycat » Mittwoch, 26.10.16, 9:43

Hallo Jamie,

ich verspreche euch sehr gerne zu berichten, wie es läuft. Nachdem mir das Forum hier bei so vielen Problemen eine echte Hilfe war, hoffe ich mit einem Erfahrungsbericht auch anderen helfen zu können.
Allerdings hat sich eine kleine Änderung in meinem Plan ergeben. Ich habe seit einiger Zeit zu den Absetzsymptomen von Escitalopram eine extreme Nervosität und Agitation bei mir festgestellt. Daneben auch leicht aggressive Ansätze, die mir Sorgen machen. Außerdem - und darunter leider ich am meisten - werden meine Panikattacken häufiger. Ich hatte so etwas nie und ich kann nicht zu 100% sagen wieso, aber ich bin mir sicher sie kommen vom Bupropion und nicht vom Escitalopram-Entzug...
Deswegen habe ich mich entschieden die Bupropion jetzt wegzulassen - sozusagen von 150mg auf null ohne die Auslassmethode. Ich will diese Panikattacken und diese künstliche Unruhe einfach nicht mehr, es macht mir meinen Alltag zur Hölle. Davon abgesehen gab es bei mir Hinweise, dass ich Hypermetabolizer bin (also manche Medikamente schneller als "normal" verstoffwechsle). Deswegen mache ich mir Sorgen, dass die Auslassmethode bei mir erst recht zu Schwankungen führt.
Ich hoffe einfach das Beste, da ich das Bupropion ja erst 2 Monate genommen habe. Hoffentlich hat es einfach noch nicht so großen Schaden an meinen Rezeptoren und meinem ZNS angerichtet, wie das Escitalopram.
Ich habe jetzt Bupropion in folgender Dosierung genommen:
10 Tage 150mg
7 Wochen 300mg
7 Tage 150mg

Vielleicht wäre es empfehlenswerter die 150mg Dosierung noch länger als 7 Tage durchzuhalten, aber ich kann und will einfach nicht mehr. Ich bin so davon überzeugt, dass all diese Symptome und Probleme von den Medikamenten herrühren. Vielleicht ist es auch ein Nocebo-Effekt, aber auch dann ist es glaube ich besser, den "Übeltäter" aus meinem Alltag zu entfernen.
Ich mache weiterhin Gesprächstherapie und - sobald ich mich jetzt von einer lädierten Schulter kuriert habe - nehme ich auch mein Bewegungsprogramm wieder auf (Yoga und andere Formen von Bewegungung und Sport, die mir Spaß machen, möglichst jeden Tag). Diese beiden Sachen helfen mir bislang am allerbesten und sind absolut nebenwirkungsfrei.

Ich halte euch jedenfalls auf dem Laufenden. Heute ist der erste Tag mit 0mg Bupropion.

Alles Liebe,
Cat
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Re: Escitalopram nach 10 Jahren ausgeschlichen/ Bupropion geplant auszuschleichen

Beitrag von padma » Mittwoch, 26.10.16, 17:21

hallo Cat, :)

ich kann deine Entscheidung nachvollziehen.
Ich drücke dir die Daumen, dass du gut aus der Sache raus kommst.

Falls möglich, gönn dir Ruhe und vermeide alles, was Symptome triggern kann.
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=6442

liebe Grüsse,
padma
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Absetzverlauf:
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1.01.2019: 0,1 mg :D



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


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Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

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Re: Escitalopram nach 10 Jahren ausgeschlichen/ Bupropion geplant auszuschleichen

Beitrag von Straycat » Freitag, 28.10.16, 14:21

Hallo padma,

vielen Dank, das werde ich machen!

Blöderweise habe ich nun auch einen eingeklemmten Nerv in der Schulter und nehme seit einigen Tagen Sirdalud (Tizanidinhydrochlorid), zunächst 4 Tage lang 4mg, nun seit 4 Tagen 6mg. Ich habe nun gelesen, dass man dieses Medikament auch langsam ausschleichen sollte und dass es ebenfalls auf das ZNS wirkt und Absetzerscheinungen haben kann...
Hat irgendjemand von euch Erfahrung damit, wie ich das am besten ausschleiche? Oder ist das nur nötig, wenn ich das Medikament länger und in höherer Dosis genommen habe?
Ich will mein ZNS nicht jetzt damit auch noch quälen :(

Alles Liebe,
Cat
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08/2016: Bupropion 300mg - eingeschlichen 1 Woche 150mg, dann 300mg
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Bupropion: - 10 Tage 150mg (noch während voller Dosis Escitalopram), danach auf 300mg für 7 Wochen, dann wieder Reduzierung auf 150mg für 7 Tage aufgrund von übermäßiger Agitation und am 26.10.2016 auf 0mg (eigene Entscheidung ohne Arzt, da die Agitation und Panikattacken nicht abnahmen)
03-04/2017: starke Panikattacken, Diagnose: Burnout. Ich vermute aber eher verspätete Absetzerscheinungen und arbeitsseitige Überbelastung. Danach folgten 6 Monate Krankenstand und intensive Psychotherapie.
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Re: Escitalopram nach 10 Jahren ausgeschlichen/ Bupropion geplant auszuschleichen

Beitrag von LinLina » Freitag, 28.10.16, 14:40

Hallo Cat :-)

Ich denke, das Ausschleichen ist jetzt noch nicht unbedingt nötig - aber wenn du es über 2 Wochen lang nimmst, dann könnte es schon notwendig sein, es ist unterschiedlich. Du könntest aber z.b. jetzt erstmal wieder 2-3 Tage auf 4 mg gehen, dann noch 1-2 Tage auf 2 mg zur Sicherheit und dann wieder aufhören wenn es dir soweit ok geht.

Bei solchen Medikamenten ist es immer eine Abwägung, wenn dein eingeklemmter Nerv nur akut war dann sollte es ja bald wieder abklingen, und wenn du das Medikament verträgst ist es denke ich ok, es mal zu nehmen damit es sich möglichst schnell beruhigt und nicht zu chronischer verspannung führt.

Wenn das mit dem Nerv chronisch ist würde ich lieber auf andere Methoden wie Wärme und Salben ausweichen soweit möglich.

Liebe Grüße
Lina
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Im Absetzprozess seit 2014: Lorazepam (Benzo) erfolgreich abgesetzt. Mirtazapin aktuell (seit Sommer 2018) 0,005 mg.

Ich bin zur Zeit nicht im Forum aktiv. Bei Fragen und Bitten an das Team an padma, Ululu69 oder murmeline wenden.

Hinweis: Alle meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und begründen sich auf Erfahrungswerte - meine eigenen, und die anderer Betroffener - und die wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

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