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Vorby: Sertralin, Mirtazapin und Melperon

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Vorby
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Vorby: Sertralin, Mirtazapin und Melperon

Beitrag von Vorby » Mittwoch, 07.12.16, 9:03

Hallöchen,

ich stelle mich mal kurz vor. Ich heiße Volker bin 51 Jahre alt und bei mir wurde im Dez. 2013 einen schwere Depression diagnostiziert.
Nach einigem hin und her über Laif 900, Citalopram, Opipramol und zu guter letzt Mirtazapin sowie Promethazin, bin ich dann im Sommer 2015 in einer psychiatrischen Klinik gelandet.
Citalopram im Mix mit Promethazin hat mich in 2014 stabilisiert, aber immer wenn ich abdosieren wollte gab es Probleme. Das geschätzte Gefühl- und Gedankenchaos brauche ich nicht näher erläutern.
In der Klinik wurde ich auf Melperon 100 mg (25/25/25/25), Sertralin 200 mg (150/50) und Mirtazapin 30 mg eingestellt.
Irgendwann griff die Maßnahme und es ging langsam aber sicher bergauf. Ich habe es in der Zwischenzeit geschafft Melperon auf 30 mg (10/-/-/20) Sertralin 125 mg und Mirtazapin 30 mg zu reduzieren.
Ich habe bei Melperon jetzt die Schmerzgrenze erreicht. Das Abdosieren dieses Medis steht im Augenblick nicht zur Diskussion.
Nachdem ich Sertralin mit Hilfe von Zoloft auf 125 mg ggf. auch etwas zu fix reduzieren konnte, habe ich mir jetzt gedacht ich könnte Mirtazapin versuchen auf 22,5 mg zu reduzieren. Gestartet habe ich den Versuch am 14.11.2016.
Bumms hier bin ich: Erste Woche Unruhe und Neurodermitisschübe, Albträume und einer Nacht mit schwitzen (alles auszuhalten) schien es sich zu beruhigen und ich dachte mir - das wars. Habe am 28.11.2016 sodann mutig den Versuch gestartet mit Sertralin weiter zu machen :frust: , das habe ich aber seit 3 Tagen wieder revidiert und kann Gott sei Dank auch wieder etwas klarer denken. Trotz alledem schlafe ich seit ca. 3 Tagen immer schlechter, bin unruhig, ängstlich, leicht verspannt appetitlos, naja, das ganze Programm eben.

Ich hänge jetzt ein wenig in der Luft weil ich unschlüssig bin, ob ich Mirtazapin wieder auf 30 mg erhöhe um wieder zur Ruhe zu kommen, oder ob ich über die Wasserlösemethode versuche mich bei 27 mg einzupendeln. 30 mg wäre natürlich im Augenblick einfacher.
Aber man ist ja für jedes Grämmchen weniger dankbar.

Ich habe keine Probleme damit die Medikamente wieder etwas höher einzudosieren aber mit meinem jetzigen Zustand habe ich Probleme.
Die Unruhe und Angst machen mich kirre

Wenn es denn dauert dann dauert es, aber bitte mit etwas weniger Symptomen.
Signatur folgt.

Gruß Volker
Zuletzt geändert von Gwen am Freitag, 22.06.18, 13:07, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Namen im Titel ergänzt zur besseren Übersichtlichkeit im Forum
Melperon:   19.07.2018  11,875 mg (1,875/-/-/10) von 30 mg seit 06.02.2017
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Mirtazapin: 13.07.2018  15,00 mg von  30 mg seit 21.01.2017

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Re: Sertralin, Mirtazapin und Melperon

Beitrag von Murmeline » Mittwoch, 07.12.16, 9:30

Hallo Volker!

Willkommen im Forum.
Wenn es denn dauert dann dauert es, aber bitte mit etwas weniger Symptomen.
Das ist eine hilfreiche Einstellung! Der Grundsatz im Forum ist, lieber etwas langsamer und dafür stetig und alltagskompatibel bleiben.

Eine Signatur ist auf jeden Fall hilfreich. Rechts oben auf deinen Namen, persönlicher Bereich, Profil, Signatur ändern und dort Ausgangsproblematik, deine Medikamenten, den Absatzverlauf, ggf. frühere Medikamente eintragen, alles, was eben wichtig ist.

Melperon ist ein Neuroleptikum (eher dämpfend, sedierend), Sertralin ein Selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (eher puschend) und Mirtazapin ein tetrazyklisches Antidepressiva, das ebenfalls auf Serotonin, aber auch auf Noradrenalin wirkt (oft bei Schlafproblemen verschrieben).
Ich habe bei Melperon jetzt die Schmerzgrenze erreicht. Das Abdosieren dieses Medis steht im Augenblick nicht zur Diskussion.
Das ist vielleicht ganz ok, machnmal kann es Sinn machen, ein eher dämpfendes Medikament als letztes abzusetzen oder eben im Wechsel abzudosieren, das wird sich im Verlauf ggf. zeigen, was da Sinn macht.
Nachdem ich Sertralin mit Hilfe von Zoloft auf 125 mg ggf. auch etwas zu fix reduzieren konnte, habe ich mir jetzt gedacht ich könnte Mirtazapin versuchen auf 22,5 mg zu reduzieren. Gestartet habe ich den Versuch am 14.11.2016. Bumms hier bin ich: Erste Woche Unruhe und Neurodermitisschübe, Albträume und einer Nacht mit schwitzen (alles auszuhalten) schien es sich zu beruhigen und ich dachte mir - das wars. Habe am 28.11.2016 sodann mutig den Versuch gestartet mit Sertralin weiter zu machen :frust: das habe ich aber seit 3 Tagen wieder revidiert und kann Gott sei Dank auch wieder etwas klarer denken.
Zurück auf die Dosis, wenn die Symptome für Dich zu heftig wurden, ist ein verständlicher Schritt. Wir empfehlen hier zumeist längere Stabilisierungsphasen zwischen den Reduktionsschritten, damit diese erst "verarbeitet" sind.
Trotz alledem schlafe ich seit ca. 3 Tagen immer schlechter, bin unruhig, ängstlich, leicht verspannt appetitlos, naja, das ganze Programm eben.
Es kann immer etwas dauern, bis sich das wieder reguliert.
Ich hänge jetzt ein wenig in der Luft weil ich unschlüssig bin, ob ich Mirtazapin wieder auf 30 mg erhöhe um wieder zur Ruhe zu kommen, oder ob ich über die Wasserlösemethode versuche mich bei 27 mg einzupendeln. 30 mg wäre natürlich im Augenblick einfacher.
Du warst dann etwa eine Woche auf dem Reduktionsschritt und bist seit 3 Tagen wieder hoch?

Es melden sich sicher noch andere bei Dir, du kannst auch imemr im Forum querlesen und mit anderen in deren Threads in den Austausch gehen.

Erste kurze Grüße, Murmeline
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Re: Sertralin, Mirtazapin und Melperon

Beitrag von Vorby » Mittwoch, 07.12.16, 10:05

Hallo Murmeline,

Danke für Deine schnelle Antwort.
Mirtazapin habe ich am 14.11.2016 reduziert von 30 mg auf 22,5 mg also vor ca. 3 Wochen
Sertralin habe ich am 28.11.2016 reduziert von 125 mg auf 120 mg und dann am 03.12.2016 auf 112 mg
Sertralin habe ich dann am 06.12 wieder auf 125 mg erhöht.

Signatur habe ich inzwischen eingestellt.

Ich habe im Forum jetzt irgendwo gelesen, dass bei Mirtazapin die Absetzerscheinungen mitunter erst nach 3 Wochen richtig zuschlagen.
Da ich die letzten 3 Nächte nicht mehr so lange geschlafen habe vermute ich eher Mirtazapin als Treiber als Sertralin.

Was mich dabei irritiert ist, dass ich wieder eher klar denken kann seit sich das Sertralin wieder erhöht habe.
Die körperlichen Befindlichkeiten sonst sind eher so lala. Ich kann es noch aushalten, hoffe jedoch auf merkliche Besserung.

Gruß Volker
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Re: Sertralin, Mirtazapin und Melperon

Beitrag von Jamie » Mittwoch, 07.12.16, 10:20

Hallo Vorby :),

das waren zu viele Reduktionen in zu kurzer Zeit.
Wir empfehlen dringend das zu unterlassen.
Erstens überlastet es das ZNS und zweitens weiß man nicht, welche Reduktion denn jetzt das Problem ausgelöst hat.
Deswegen immer eins nach dem anderen und immer schön 4-6 Wochen Pause danach einlegen und warten und beobachten.

Sertralin kann genau so verzögert Absetzsymptome auslösen wie Mirtazapin. Es ist auch stark pushend. Ich vermute fast, dass das Zurückgehen auf 125mg der Grund der Schlafprobleme ist, wenngleich du ja auch zumindest kognitiv davon profitiert hast - du schreibst ja, du kannst klarer denken.
Sagt dir der Begriff ´brain fog´ was? Fühlt es sich bei dir so an? Gehirn wie in Nebel / Watte? Das ist ein ganz typisches Absetzsymptom und Zeichen, dass das ZNS überreizt ist und mit der Reduktion nicht gut mitkommt.

Aktuell würde ich überhaupt nichts ändern, sondern erst mal zuwarten, wie sich die Situation entwickelt.
Wenn es nicht aushaltbar ist, würde ich vielleicht am ehesten mit dem Mirtazapin noch mal 2 oder 3mg hochgehen.
Womöglich hast du auch die Melperon-Reduktion nicht verkraftet; das ist sogar ziemlich wahrscheinlich.
Am besten ist es, sich jetzt erst mal auszuruhen und zu schonen, sofern möglich. Und eben mal schauen, was die Symptome machen.

Viele Grüße und willkommen im Forum :).

PS. Kannst du in diesem Zustand denn arbeiten oder geht das nicht?
PS2. Depressionen kann man mit AD und Co nicht heilen, nur Symptome deckeln. Machst du denn eine Therapie? Was war denn der Auslöser für die Depression?

Jamie
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Re: Sertralin, Mirtazapin und Melperon

Beitrag von Jamie » Mittwoch, 07.12.16, 10:25

Ergänzung: Kannst du bitte auch das Mirtazapin (Reduktionsschritte) in deine Signatur aufnehmen? Dankeschön :) Du bist aktuell doch nicht auf 30mg, oder habe ich da was falsch verstanden?

LG

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Re: Sertralin, Mirtazapin und Melperon

Beitrag von Vorby » Mittwoch, 07.12.16, 10:46

Hallo Jamie,
das waren zu viele Reduktionen in zu kurzer Zeit.
Das habe ich jetzt leider auch gemerkt
Sertralin kann genau so verzögert Absetzsymptome auslösen wie Mirtazapin. Es ist auch stark pushend. Ich vermute fast, dass das Zurückgehen auf 125mg der Grund der Schlafprobleme ist, wenngleich du ja auch zumindest kognitiv davon profitiert hast - du schreibst ja, du kannst klarer denken.
Sagt dir der Begriff ´brain fog´ was? Fühlt es sich bei dir so an? Gehirn wie in Nebel / Watte? Das ist ein ganz typisches Absetzsymptom und Zeichen, dass das ZNS überreizt ist und mit der Reduktion nicht gut mitkommt.
Das war mir noch nicht bekannt, obwohl ich mir schon sehr viele Sachinformationen auch dank dieses Forums angeeignet habe.
Aktuell würde ich überhaupt nichts ändern, sondern erst mal zuwarten, wie sich die Situation entwickelt.
Wenn es nicht aushaltbar ist, würde ich vielleicht am ehesten mit dem Mirtazapin noch mal 2 oder 3mg hochgehen.
Das war auch meine Überlegung - rauf auf 27mg, das wären dann die empfohlenen 10%.
Womöglich hast du auch die Melperon-Reduktion nicht verkraftet; das ist sogar ziemlich wahrscheinlich.
Melperon habe ich seit Juli nicht mehr angerührt und das ist bis dato auch gut so.
Ich wollte erst einmal mit den anderen beiden Medis in einen annehmbaren Bereich kommen.
Am besten ist es, sich jetzt erst mal auszuruhen und zu schonen, sofern möglich. Und eben mal schauen, was die Symptome machen.

Viele Grüße und willkommen im Forum :).

PS. Kannst du in diesem Zustand denn arbeiten oder geht das nicht?
Was man so arbeiten nennt. Bis letzten Freitag war es soweit ganz OK. Gestern habe ich meinen Chef informiert, dass ich Probleme auf Grund des Absetzens habe. Ich gehe sowieso sehr offensiv mit dem Thema um, da meine Auffassung die ist, daß verstecken noch zusätzliche Probleme bereitet. So wissen die Kollegen wenigstens woher es kommt. Ab 17.12.2016 habe ich dann 3 Wochen Urlaub.
Ich möchte das Weihnachtsfest jedoch einigermaßen fröhlich verbringen.
PS2. Depressionen kann man mit AD und Co nicht heilen, nur Symptome deckeln. Machst du denn eine Therapie? Was war denn der Auslöser für die Depression?
Ja, ich mache eine Therapie.
Auslöser haben sich summiert aber hauptsächlich Stress. Wenn ich etwas mache dann Plane ich schon soweit im vorraus, dass es eine wahre Freude ist und es muß natürlich auch alles 100%ig sein. Umstrukturierung bei uns auf der Arbeit. 2 Kids im Alter von jetzt 7 und 12.
Und noch so ein paar Dinge mehr.

Gruß Volker
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Re: Sertralin, Mirtazapin und Melperon

Beitrag von carlotta » Mittwoch, 07.12.16, 13:04

Hallo Volker,

von mir auch herzlich willkommen! Du hast ja schon viel Hilfreiches geschrieben bekommen, ich habe nur noch eine kleine Ergänzung:
Jamie hat geschrieben:Womöglich hast du auch die Melperon-Reduktion nicht verkraftet; das ist sogar ziemlich wahrscheinlich.
Vorby hat geschrieben:Melperon habe ich seit Juli nicht mehr angerührt und das ist bis dato auch gut so.
Wenn Reduktionen zu groß sind bzw. schlecht vertragen werden, können sich die Auswirkungen in der Tat über mehrere Monate erstrecken. (Es muss nicht daher rühren, es kann aber durchaus noch eine Rolle spielen.) Daher sollten die Absetzschritte immer so gewählt werden, dass sich Entzugssymptome sowohl von der Intensität als auch von der Dauer möglichst in Grenzen halten.

Natürlich waren die weiteren Reduktionen der anderen Medikamente viel zu schnell und lagen zu dicht beisammen, das kommt noch hinzu. Bei destabilisierter Ausgangslage (etwa durch eine vorangegangene Reduktion, die das ZNS noch nicht richtig verarbeitet hat) potenzieren weitere vorschnell vorgenommene Reduktionen dann die Entzugsproblematik, das ist die Krux an der Sache.

Liebe Grüße :group:
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Re: Sertralin, Mirtazapin und Melperon

Beitrag von Vorby » Mittwoch, 07.12.16, 16:23

Hallo Carlotta,

Danke für Deine hilfreichen Hinweise.
Ich werde jetzt erst einmal Mirtazapin wieder aufdosieren.
Ich hadere noch mit mir ob auf 30 mg zurück oder auf 27 mg respektive 28 mg.
30 mg erscheint mir im Augenblick einfacher. Da muß ich nix messen.
Aber nach 3 Wochen könnte etwas weniger schon ein erster Schritt sein.
Bis zur Einnahme heute zur Nacht habe ich ja noch wenig Zeit.
Und dann heißt es Ruhe bewahren.
Abwarten und Tee trinken tue ich sowieso schon.

Gruß Volker
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Re: Sertralin, Mirtazapin und Melperon

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 08.12.16, 13:44

Hallo Volker,

An anderer Stelle hast Du etwas zu Deinen Erfahrungen der Gefühlsneutralität geschrieben. Vielleicht ist dieser Artikel für Dich interessant? Da geht es um Erfahrungen mit solche unerwünschten Wirkungen: viewtopic.php?p=132636#p132636

Wie hast Du Dich gestern entscheiden mit der Einnahmemenge?

Grüße, Murmeline
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
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Re: Sertralin, Mirtazapin und Melperon

Beitrag von Vorby » Donnerstag, 08.12.16, 14:11

Hallo Murmeline,

Danke für Hinweis auf den Artikel.
Ich habe mich für 30 mg entschieden und hatte den Eindruck ich hätte etwas länger geschlafen. Ich bin etwas unsicher, ob der komplette Rückschritt nicht doch zuviel ist. Heute bekomme ich einen Mörser, ich werde das heute Abend noch einmal reflektieren.
Im Augenblick bin ich jedoch sehr aufgekratzt, unruhig, traurig und fühle mich meiner kleinen Familie gegenüber schuldig so ungeduldig gewesen zu sein. Meine Frau ist diesbezüglich schon ein wenig abgestumpft aber sie tut mir sehr leid.
Endlich hatte ich eine gewisse Stabilität und war auf dem Weg zurück zur Normalität - aktiver, lustiger, freudiger, positiver - und dann lege ich mir so ein Eigentor rein. Das nächste mal werde ich die Dosisveringerungen mit ihr abstimmen. Ich glaube sie hat ein besseres Gefühl dafür, ob überhaupt was geht und ich werde mich dann an die kleinen Schritte halten. In diesem Zusammenhang bin ich heute auch auf Rhi's allgemeinen Rat zur Dosisreduktion gestossen. Ich habe mir nie die Mühe gemacht meine Befindlichkeiten zu notieren, da ich der Auffassung bin, daß man sowieso zu viel in sich hineinhört.
Aber der Weg der Langsamkeit, so wie er beschrieben wird, klingt schlüssig.
Was mich zusätzlich trifft ist, daß ich gerade soweit war wieder viel mehr nach außen zu reflektieren. Mein Therapeut war sehr angetan von mir und jetzt dieser Tiefschlag.
Meine Frau sagte mir heute morgen, daß sie vor etwa seit 2 Wochen schon damit gerechnet hat. Ich wurde unruhiger und andere Dinge, da hat sie mich auf die Dosisreduktion angesprochen und war der Auffassung, daß es nicht gut war oder zu viel. Sie hat recht behalten. Das ärgert mich nicht einmal. Ganz im Gegenteil ich glaube das hat gerade soetwas wie ein noch tieferes Vertrauen in sie ausgelöst. Offensichtlich kennt sie mich besser als ich mich selbst.

Liebe Grüße

Volker
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Sertralin:  18.07.2018   9,00 mg von 175 mg seit 08.07.2016 
Mirtazapin: 13.07.2018  15,00 mg von  30 mg seit 21.01.2017

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Re: Sertralin, Mirtazapin und Melperon

Beitrag von padma » Donnerstag, 08.12.16, 18:35

hallo Volker, :)
Ich bin etwas unsicher, ob der komplette Rückschritt nicht doch zuviel ist. Heute bekomme ich einen Mörser, ich werde das heute Abend noch einmal reflektieren.
Vermutlich würde etwas weniger reichen. Geh nach deinem Gefühl
Im Augenblick bin ich jedoch sehr aufgekratzt, unruhig, traurig und fühle mich meiner kleinen Familie gegenüber schuldig so ungeduldig gewesen zu sein.
Du brauchst dich nicht schuldig zu fühlen. Es ist ein Lernprozess, un du bist dabei herauszufinden, wie du am besten reduzieren kannst.
Was mich zusätzlich trifft ist, daß ich gerade soweit war wieder viel mehr nach außen zu reflektieren. Mein Therapeut war sehr angetan von mir und jetzt dieser Tiefschlag.
Das ist natürlich wirklich frustrierend. Ich würde es jedoch nicht als Tiefschlag bezeichnen. Du hast jetzt die Erfahrung wieviel besser es dir mit einer geringeren Dosis geht und du wirst ja wieder dahin kommen, nur eben langsamer.

Sieh es als notwendigen Umweg, auf deinem Weg zur Psychopharmakafreiheit.
Das nächste mal werde ich die Dosisveringerungen mit ihr abstimmen. Ich glaube sie hat ein besseres Gefühl dafür, ob überhaupt was geht und ich werde mich dann an die kleinen Schritte halten.
Das ist gut, dass deine Frau, dir da Rückmeldungen gibt. Mit der Zeit wirst du auch selbst ein besseres Gefühl dafür entwickeln.

liebe Grüsse,
padma
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Re: Sertralin, Mirtazapin und Melperon

Beitrag von Vorby » Donnerstag, 08.12.16, 19:07

Hallo Padma,

vielen Dank für Deine warmen Worte. Ich wünsche mir nur, daß dieses Intermezzo nicht so lange dauert. Die letzten Jahre (seit Dez 2013) waren nicht so berühmt und ich habe mich lange und ausgiebig hier im Forum durchgelesen was so empfehlenswert ist und mich so langsam aber sicher nach oben gearbeitet und therapiert. Offensichtlich sind mir ein paar Dinge durchgerutscht. Was ich als sehr hilfreich empfinde sind die SSRI Kurven die belegen wieviel Prozent der rezeptoren mit welcher (kleinen) Menge Medikament schon beeinflußt wird. Schade, dass es so etwas nicht für andere Medikamente gibt. Ich hatte die Hoffnung, dass der kritische Bereich bei Mirtazapin ab 15 mg losgeht. OK, da habe ich mich geirrt.
Die Tatsache, daß mir das passiert ist erachte ich auch nicht als schlimm. Einige Nebenwirkungen sind einfach nur elendig. Man durchlebt jeden Tag eine andere Absetzerscheinung, die dann langsam wieder abklingt. Am schlimmsten finde ich die unbezogenen Ängste, denn Angst frißt Seele auf. Wie gesagt hoffe ich, daß dieses Intermezzo nicht so lange dauert. An weitere Schritte denke ich in diesem Jahr sowieso nicht mehr.

Liebe Grüße

Volker
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Mirtazapin: 13.07.2018  15,00 mg von  30 mg seit 21.01.2017

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Re: Sertralin, Mirtazapin und Melperon

Beitrag von padma » Freitag, 09.12.16, 13:25

hallo Volker, :)
Schade, dass es so etwas nicht für andere Medikamente gibt. Ich hatte die Hoffnung, dass der kritische Bereich bei Mirtazapin ab 15 mg losgeht.
Es ist unterschiedlich, ab wann es für den einzelnen kritisch wird. Manche haben bereits im höheren Dosisbereich grössere Probleme.
Die Kurven sind vor allem hilfreich um zu zeigen, dass man niedrige Dosen nicht einfach weglassen kann, wie viele Ärzte meinen. :frust:
Am schlimmsten finde ich die unbezogenen Ängste, denn Angst frißt Seele auf.
Ja, das kenne ich auch. Es ist sehr anstrengend mit diesen Ängsten seinen Alltag zu bewältigen.

liebe Grüsse,
padma
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Re: Sertralin, Mirtazapin und Melperon

Beitrag von Vorby » Freitag, 09.12.16, 14:58

Hallo Padma,

ich war gerade auf dem Weg die Ängste los zu werden. Es gab Momente am Tag wo diese unterschwellig aufzukeimen schienen. Ich habe das registriert, kurz innegehalten, keinen Grund für die Angstgefühle gesehen und mir dann gesagt "OK Volker, das verschwindet auch noch komplett" und habe dann weiter gemacht oder meine Tätigkeit kurz unterbrochen und mir eine Tasse Tee zubereitet. Was auch immer, die positive Tendenz war nicht nur sichtbar sondern für mich endlich auch tiefer im inneren spürbar. Und dann dieser Fauxpas. Na gut, da muß ich jetzt durch und ich merke auch schon wieder eine Besserung. Drück mir die Daumen, daß es morgen noch ein Stück weit besser ist. Denn morgen Abend ist Film gucken mit den Kids angesagt - ich denke wir werden uns "Alles steht Kopf" gönnen, so wie es aussieht.

Liebe Grüße
Volker
Melperon:   19.07.2018  11,875 mg (1,875/-/-/10) von 30 mg seit 06.02.2017
Sertralin:  18.07.2018   9,00 mg von 175 mg seit 08.07.2016 
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lunetta
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Re: Sertralin, Mirtazapin und Melperon

Beitrag von lunetta » Freitag, 09.12.16, 18:13

Hallo Volker!

Willkommen bei uns, schön dass du uns gefunden hast:)

Ich denke, dass du zu viele Medikamente in der fast selben Zeit abgesetzt hast. Das bringt das ZNS komplett aus dem Takt, und man weiß auch nciht, welches Medikament an bestimmten Symptomen schuld hat.

Ich würde mich an deiner Stelle für 1 Medikament entscheiden, das du zuerst los sein möchtest, und dieses setzt du dann langsam und behutsam ab
Und erst dann das nächste. Oder du legst zwischendurch einen Stopp bei einem Medikament ein, und machst dann bei einem anderen eine Etappe weiter.

Alles Gute! LG
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Medlem
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Re: Sertralin, Mirtazapin und Melperon

Beitrag von Medlem » Freitag, 09.12.16, 19:18

Hallo Volker,

auch von mir willkommen! Ich denke, auch, dass es zu viel auf einmal war.

Zeit spielt bei Depressionen eine große Rolle. Bis eine Depression "zum Ausbruch" kommt vergeht meistens viel Zeit, es summieren sich viele Dinge und irgendwann kommt der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Man versteht die Welt nicht mehr, denn gestern war doch noch "alles gut". Die Behandlung der Depression sind dann meist Antidepressiva. Ob sie wirklich helfen, weiß man nicht (schau mal nach dem Buch von Peter Ansari "Unglück auf Rezept"). Ich wage zu behaupten: nein. Denn in der Zeit, in der man sie einnimmt, tut man auch andere Dinge die zur Gesundung beitragen (Therapie, Lebensumstände ändern (sich) etc). Jedenfalls vergehen so oft auch ein bis zwei Jahre. Dann fühlt man sich wieder gut und will die ADs los werden. Nur leider geht das nicht von heute auf morgen sondern braucht auch wieder Zeit.

Ich würde an Deiner Stelle jetzt auch erst mal abwarten und nichts weiter reduzieren. Ich gehe mal davon aus, dass sich bis Weihnachten alles einigermaßen stabilisiert hat und Du die Feiertage genießen kannst.

Im neuen Jahr kannst Du dann in Ruhe entscheiden, welches Medikament Du zuerst absetzen möchtest. Und dann nur in kleinen Schritten.

Was waren denn Deine ursprünglichen Symptome? Du nimmst gleichzeitig Sachen, die pushend und sedierend sind. Wobei Mirta ja nur bis zu 15 mg sedierend sein soll. Deine aktuellen Absetzsymptome wie Durchfall, schlechter Schlaf und Angst sind sicher Mirtazapin zuzuschreiben. Ich lese aus Deinen Beiträgen heraus, dass Dir diese Symptome eher zu schaffen machen. Wenn ich das richtig rauslese, sind sie ca. 3 Wochen nach dem Absetzschritt von 30 mg auf 22,5 mg aufgetreten. Das ist für Mirta ein ganz typischer Verlauf! Vielleicht würde das dafür sprechen, erst mal das Setralin loszuwerden. Aber, nichts überstürzen!

Parallel kannst Du überlegen, ob Du Dinge in Deinem Leben ändern kannst, die Druck und Stress rausnehmen können. Oft geht mehr als man denkt und man muss nur manchmal etwas fordern (bei mir z.B. Arbeitszeitreduktion). Und es stellt sich dann raus, dass es gar kein Problem ist. Und viele Dinge müssen auch nicht 100%ig sein, sondern 80% reichen völlig (eigene Ansprüche herunterschrauben).

Also, rege Dich nicht über den "Fauxpas" auf. Fehler sind dazu da, um daraus zu lernen.

Jetzt wünsche ich Dir erst mal ein schönes Wochenende und viel Spaß beim Filmschauen!

Alles Gute!

Medlem
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Ganzheitliche Maßnahmen: Darmsanierung mit Symbioflor und Flohsamen, Vitamin-D und Zink (beides starker Mangel), Magnesium tut mir gut

Mirtazapin-Einnahme 12/14 - 6/15 und Absetzen 7/15 - 8/16:
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09/16: Innerhalb kurzer Zeit 2-3 kg abgenommen (ohne Diät). Kann wieder essen, wozu ich Lust habe.
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Vorby
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Re: Sertralin, Mirtazapin und Melperon

Beitrag von Vorby » Freitag, 09.12.16, 23:16

Hallo Medlem,

zurückblickend würde ich sagen, ich wäre heute auch ohne die Medikamente da wo ich bin. Es ist jedoch müßig darüber nachzudenken, es ändert nichts.
Doch in der Zwischenzeit hat sich vieles getan und wenn ich ehrlich bin hat man uns ja in der Klinik immer wieder Achtsamkeit, Yoga usw. vermittelt. Es hat (ich war 10 Wochen stationär, dann 2 Wochen Pause und dann noch 10 Wochen ambulant untergebracht) allerdings erst 14 Tage vor Ende der ambulanten Unterbringung klick gemacht und bei mir kam auf einmal der Bodyscan an. Es war so etwas wie ein Ahaeffekt. Heute gönne ich mir eher Yoga Nidra, das empfinde ich als angenehmer. Jeden Tag übe ich es nicht mehr, dann wäre es wieder Streß aber es ist ein wichtiger Bestandteil meiner Entspannung und ich sehe zu, daß ich nach 2x Kraftausdauersport auch 2x diese Form der Entspannung übe.

Was ich auf alle Fälle noch weiter ändern muß ist meine eigenen Ansprüche runterschrauben. daß ist ein Bigpoint bei mir.

Auch Dir ein schönes Wochenende und ich drücke Dir die Daumen, daß Du es endgültig überstanden hast.

Liebe Grüße
Volker
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Jamie
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Re: Sertralin, Mirtazapin und Melperon

Beitrag von Jamie » Dienstag, 13.12.16, 20:03

Hallo Vorby :),

ich sehe, du liest anscheinend fleißig mit und stöberst hier im Forum. Find ich klasse.
Wie geht es dir denn? :hug:

Viele Grüße
Jamie
...........SIGNATUR...............


:arrow: Eure Mithilfe ist gefragt - wer benutzt die Wasserlösemethode?


:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): viewtopic.php?f=51&t=12478


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Re: Sertralin, Mirtazapin und Melperon

Beitrag von Vorby » Mittwoch, 14.12.16, 7:46

Hallo Jamie,

Danke der Nachfrage. Es geht mir erstaunlich gut. Das Aufdosieren war eine gute Idee. Meinen Verlauf habe ich in der Signatur ergänzt. Ich überlege, ob ich nicht für jedes Medikament eine eigenen Thread aufmache. Irgendwann passen die Infos nicht mehr in die Signatur und spätesten dann werde ich das wohl tun, um dann nur noch die Reduktionsdaten mit einem kurzen Hinweis auf Probleme zu hinterlegen.
Ich hege gerade die Überlegung eventuell doch schon etwas eher mit der Sertralinreduktion weiter zu machen. Ich nutze hier auch schon im oberen Dosisbereich Zoloft als Unterstützung.

Was das Querlesen im Forum anbelangt habe ich viel interessantes gefunden und ich glaube ich verstehe jetzt auch das den Weg in mein Seelentief.
Ich muß hier allerdings noch einmal meine vorherige Medikamentengabe reflektieren. Ich schaue mal, ob ich noch zusammenbekomme was ich so alles zu mir genommen habe.
Auch verstehe ich warum ich beim abdosieren meiner vorher verabreichten ADs immer auf die Nase gefallen bin. Es ging mir, wie vielen hier, immer zwei bis 3 Wochen gut, und dann kam der Hammer.

Was mich aber interessieren würde ist, ob auch schon Laif 900 massive Probleme auslösen kann ?

Das war das erste Medikament, daß ich bekommen habe und nach ca. 2 Wochen ging es mir super. Nach 4 Wochen dann der Hammer. In der Nacht vom 2. Weihnachtsfeiertag, bin ich dann um 4:00 Uhr nachts mit massiven Suizidgedanken aufgewacht. Ich bin heute froh, daß meine Frau so ruhig geblieben ist. Ich darf fast nicht zurückdenken - das ist jetzt 3 Jahre her.

Liebe Grüße
Volker
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Re: Sertralin, Mirtazapin und Melperon

Beitrag von Murmeline » Mittwoch, 14.12.16, 8:19

Morgen Volker!

Schön, dass Du aus den anderen Beiträgen viel für dich mitnehmen kannst. Das ist ja auch Sinn der Sache, wenn jeder seinen Verlauf und seine Erkentnisse dokumentiert und sich mit anderen austauscht.

Bitte belasse es bei einem thread, wenn für die Signatur kein Platz ist, finden wir eine lösung.

Johanniskraut wirkt individuell ähnlich wie andere Antidepressiva, es kann ähnliche Nebenwirkungen und Absetzfolgen auslösen. Typisch wäre ein emotionaler Zusammenbruch kombiniert mit unbekannten körperlichen Symptomen, aber es gibt viele Varianten. Es gibt hier einige Bericht zu Johanniskraut und Problemen/Verschlechterungen. Das wird leider oft unterschätzt, wie das ganze Thema.

Prima, dass das aufdosieren hilfreich war und du soweit optimistisch bist, es nach der Stabilitätsphase wieder anzugehen!

Grüße, Murmeline
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