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X-ter Absetz-Versuch nach 20 Jahren AD-Einnahme (Escitalopram)

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Brevis
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X-ter Absetz-Versuch nach 20 Jahren AD-Einnahme (Escitalopram)

Beitrag von Brevis »

Hallo zusammen

Ich bin 50 Jahre alt, leide seit meinem 16 Lebensjahr unter Panikattacken, Depressionen, generalisierter Angststörung und Borderline.

Die Diagnosen wurden gestellt, als ich 30-jährig war. Ab dort begann auch meine AD-Einnahme.

Mehrfach habe ich versucht, die Medis abzusetzen, leider ohne Erfolg. Der Grund war, nach heutigem Wissen, dass ich A, zu wenig Geduld aufbrachte und B, weil mir meine Aerzte nicht glaubten, dass ich Absetzsymptome zeigte. Nein, sie gaben mir erneut AD's mit einem anderen Wirkstoff.

An meinem 50. Geburtstag habe ich beschlossen, dieses Mal hartnäckig zu bleiben und mir Zeit zu lassen. Ich bin eine so genannte "Niedrig-Dosis-Patientin, heisst, ich brauche sehr wenig Wirkstoff um zu "funktionieren". Dies hat mit meiner Hypersensibilität zu tun (eine weitere Diagnose).

Wieso der Entscheid, mit 50 Jahren nochmals einen Absetzversuch zu starten? Vielleicht, weil ich spüre, dass sich im Zug der Wechseljahre vieles verändert. Ich werde ruhiger und besonnener, geduldiger...
Zudem meditiere ich seit einigen Monaten täglich. Nur schon das alleine, hat viele Veränderungen im meinem Leben gebracht.

Mein Plan:
Escitalopram 10mg mit der Tropfenmethode jeden Monat 1 Tropfen weniger; falls die Absetzsymptome zu stark werden, alles 2-3 Monate einen Tropfen weniger. Begleitend Vitamin B-12 / Cimifemin forte von Zeller (Wechseljahrbeschwerden) und Lavendeltropfen von Ceres zum Schlafen.

Ich habe am 18. Dezember mit der Reduktion angefangen. Im Moment geht es mir, abgesehen vom Wattegefühl im Kopf, gut. Das Wattegefühl hatte ich jedoch schon bei 10mg... vielleicht etwas weniger intesiv. Doch für mich noch kein Grund, mich zu beschweren.

Ich freue mich auf einen regen Austausch. Schön, dass es dieses Forum gibt.
Zuletzt geändert von Annanas am 26.12.2016 10:52, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Wirkstoffname im Titel ergänzt
Generalisierte Angsstörung/Depressionen/Borderline/Panikattacken seit 1982
1996: Melitracen und Flupentixol Mediname: Deanxit
1998: Seroxat
Danach verschiedene AD's ausprobiert: Fluoxetin, Duloxetin, Venlafaxin, Moclobemid, Bupropion,
3x kalter Entzug mit verheerenden Folgen für meinen Gesundheitszustand
Lorazepam nach Bedarf (1x pro Monat)
Seit 2014 Escitalopram 10mg
Entzug Escitalopram seit 18.12.2016
von 10mg auf 9mg mit Tropfenmethode (verstärktes Wattegefühl im Kopf, ansonsten ok)
18. Januar 2017: Reduziert auf 8mg mit Tropfenmethode (Schweissausbrüche, Wattegefühl im Kopf, Uebekeit, Blähungen, Kopfschmerzen, Restless legs, seltsame Träume, Stimmungsschwankungen, tränende Augen)
22. Februar 2017: Reduziert auf 7mg mit Tropfenmethode (starke Schweissausbrüche, erhöhte Reizbarkeit, tränende Augen, Uebelkeit, Blähungen, Taubheit von Händen und Füssen, starkes Wattegefühl im Kopf, migräneartige Kopfschmerzen, Nackenschmerzen)
14. März 2017: Reduziert auf 6mg (unveränderte Symptome, zusätzlich grippeartige Symptome)
Annanas
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Re: X-ter Absetz-Versuch nach 20 Jahren AD-Einnahme (Escitalopram)

Beitrag von Annanas »

Hallo Brevis :) , herzlich willkommen im ADFD!
Schön, daß du zu uns gefunden hast u. von dem Psychopharmakon wegmöchtest, diese Medikamente
deckeln nur Symptome, können aber nie heilen.

Vorab noch eine Frage: Nimmst du noch andere Medikamente?
Könntest du deine Medikamenteneinnahme bzw den Absetzverlauf bitte in einer Signatur (rechts oben auf deinen Nickname,
persönl Bereich, Profil, Signatur ändern) dokumentieren?!
Wichtig wäre vor allem das letzte Jahr - vorher reichen auch ca.-Angaben, wenn du dich nicht mehr so genau
erinnern kannst.
Dankeschön - so bekommen alle Antwortenden gleich einen Überblick.
Brevis hat geschrieben:Mehrfach habe ich versucht, die Medis abzusetzen, leider ohne Erfolg. Der Grund war, nach heutigem Wissen, dass ich A, zu wenig Geduld aufbrachte und B, weil mir meine Aerzte nicht glaubten, dass ich Absetzsymptome zeigte. Nein, sie gaben mir erneut AD's mit einem anderen Wirkstoff.
Oje, da bist du leider kein Einzelfall - die meisten Ärzte kennen sich mit Absetzsymptomen nicht aus oder sagen schlichtweg, daß es
diese nicht gibt :evil: !

Wir empfehlen hier, alle 4 -6 Wochen, ca 5 - 10% der Dosis abzusetzen, damit Absetzsymptome möglichst aushaltbar bleiben
u. man seinen Alltag weiterhin meistern kann.
Hier ist mal etwas Lesestoff:
häufig gestellte Fragen (FAQ) Absetzthematik
Brevis hat geschrieben:Escitalopram 10mg mit der Tropfenmethode jeden Monat 1 Tropfen weniger; falls die Absetzsymptome zu stark werden, alles 2-3 Monate einen Tropfen weniger. Begleitend Vitamin B-12 / Cimifemin forte von Zeller (Wechseljahrbeschwerden) und Lavendeltropfen von Ceres zum Schlafen.
Liebe Brevis, wieviel mg Escitalopram hat ein Tropfen???
Wenn 1 Tropfen ein Milligramm beinhaltet, wird das Reduzieren nach deinem Plan zu schnell/großschrittig.

Dann bitte aufpassen, ob du während der Reduktion B12 u. Lavendeltropfen weiterhin verträgst - einige Mitglieder
haben damit dann Probleme.
Cemifemin dürfte eigentlich keine Probleme machen - das ist Traubensilberkerze.
Ich schicke dir hier mal unsere LIste mit, was alles Absetzsymptome triggern kann (kann - muß nicht, ist sehr individuell):
Symptomtrigger

Brevis, das ist jetzt dein Thread - hier kannst du alle deine Fragen u. Anmerkungen loswerden - lies auch gerne im
Forum quer u. tausche dich mit den anderen Mitgliedern aus.

Das fürs Erste von mir,
liebe Grüße von Anna
Vorgeschichte:
► Text zeigen


Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016 (1999 - 2007 Paroxetin 20 mg)
► Text zeigen

25.01.2021 12 Kügelchen (ca. 3,6 mg)

Hinweis:
Meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und gründen sich auf Erfahrungswerten - meinen eigenen und denen anderer Betroffener sowie den wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.


Meine PN-Funktion ist vorübergehend deaktiviert!
Brevis
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Re: X-ter Absetz-Versuch nach 20 Jahren AD-Einnahme (Escitalopram)

Beitrag von Brevis »

Liebe Anna

Herzlichen Dank für deinen herzlichen Empfang.
Generalisierte Angsstörung/Depressionen/Borderline/Panikattacken seit 1982
1996: Melitracen und Flupentixol Mediname: Deanxit
1998: Seroxat
Danach verschiedene AD's ausprobiert: Fluoxetin, Duloxetin, Venlafaxin, Moclobemid, Bupropion,
3x kalter Entzug mit verheerenden Folgen für meinen Gesundheitszustand
Lorazepam nach Bedarf (1x pro Monat)
Seit 2014 Escitalopram 10mg
Entzug Escitalopram seit 18.12.2016
von 10mg auf 9mg mit Tropfenmethode (verstärktes Wattegefühl im Kopf, ansonsten ok)
18. Januar 2017: Reduziert auf 8mg mit Tropfenmethode (Schweissausbrüche, Wattegefühl im Kopf, Uebekeit, Blähungen, Kopfschmerzen, Restless legs, seltsame Träume, Stimmungsschwankungen, tränende Augen)
22. Februar 2017: Reduziert auf 7mg mit Tropfenmethode (starke Schweissausbrüche, erhöhte Reizbarkeit, tränende Augen, Uebelkeit, Blähungen, Taubheit von Händen und Füssen, starkes Wattegefühl im Kopf, migräneartige Kopfschmerzen, Nackenschmerzen)
14. März 2017: Reduziert auf 6mg (unveränderte Symptome, zusätzlich grippeartige Symptome)
Murmeline
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Re: X-ter Absetz-Versuch nach 20 Jahren AD-Einnahme (Escitalopram)

Beitrag von Murmeline »

Hallo Brevis,

Willkommen! 20 Jahre sind eine lange Zeit. Aber auch damit bist du nicht alleine, Sommersprosse zum Beispiel hat 35 Jahre Psychopharmaka hinter sich und das Ausschleichen klappt bei ihr soweit ganz gut. Das ist ihr Thread: http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=9800

Auszug aus Deiner Signatur:
3x kalter Entzug mit verheerenden Folgen für meinen Gesundheitszustand

Ich denke, dann ist es wirklich einen Versuch wert, in kleinen Schritte und mit Stabilisierungsphasen dazwischen auszuschleichen. Jedes Milligramm kann auch ein Gewinn sein.

Ich wünsche dir gutes Gelingen. Grüße, Murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier
Anerom
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Re: X-ter Absetz-Versuch nach 20 Jahren AD-Einnahme (Escitalopram)

Beitrag von Anerom »

Hallo Brevis

Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass das richtige Ausschleichen das A und O ist. Habe auch 6 Jahre Escitalopram (Cipralex) eingenommen.

Bin nun seit 4 Monaten AD frei, nehme aber seither Johanniskraut. Dies weil ich noch leichte Depressionen habe resp. ein auf und ab habe. Meine Panikattacken habe ich noch ab und zu.

Ich wünsch dir ganz viel Erfolg und gutes Gelingen.

Grüsse
Anerom
2010 Cipralex täglich 10mg wegen starken Panikattacken
2013 kalter Entzug (wusste damals nicht dass man es einfach so absetzen kann)
war der Horror. Ging zum Hausarzt weil ich nicht wusste wieso es mir so schlecht geht. Sofortige Einnahme von 10mg

18.05.2016 - Beginn auszuschleichen mit 5mg (hatte das Gefühl wieder zu leben :party2: )
24.05.2016 - 4mg (fast täglich Müdigkeit)
05.06.2016 - 3mg (manchmal das Gefühl ich sei auf einem Schiff, etwas niedriger Blutdruck)
11.07.2016 - 2mg psychisch gut, physisch gelegentlich Übelkeit, sehr müde, vermutlich weil mein Blutdruck zu tief ist
25.07.2016 - 1mg und es geht mir zum Glück gut bis jetzt
seit 14.08.2016 - 0mg
seit Oktober 2017 3x300mg Johanniskraut, VitaminB Komplex, Vitamin D3
seit April 2017 zusätzlich Passionsblume
Seit ca November 2018 nur noch 300mg Johanniskraut
Passionsblume sporadisch
Brevis
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Re: X-ter Absetz-Versuch nach 20 Jahren AD-Einnahme (Escitalopram)

Beitrag von Brevis »

Hallo zusammen

Herzlichen Dank für Eure Antworten. Für mich - und ich denke auch für viele andere - ist ein Formum wie dieses Gold wert.

Ein sonniger Gruss aus der Schweiz :)
Brevis
Generalisierte Angsstörung/Depressionen/Borderline/Panikattacken seit 1982
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3x kalter Entzug mit verheerenden Folgen für meinen Gesundheitszustand
Lorazepam nach Bedarf (1x pro Monat)
Seit 2014 Escitalopram 10mg
Entzug Escitalopram seit 18.12.2016
von 10mg auf 9mg mit Tropfenmethode (verstärktes Wattegefühl im Kopf, ansonsten ok)
18. Januar 2017: Reduziert auf 8mg mit Tropfenmethode (Schweissausbrüche, Wattegefühl im Kopf, Uebekeit, Blähungen, Kopfschmerzen, Restless legs, seltsame Träume, Stimmungsschwankungen, tränende Augen)
22. Februar 2017: Reduziert auf 7mg mit Tropfenmethode (starke Schweissausbrüche, erhöhte Reizbarkeit, tränende Augen, Uebelkeit, Blähungen, Taubheit von Händen und Füssen, starkes Wattegefühl im Kopf, migräneartige Kopfschmerzen, Nackenschmerzen)
14. März 2017: Reduziert auf 6mg (unveränderte Symptome, zusätzlich grippeartige Symptome)
Sunnyrose
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Re: X-ter Absetz-Versuch nach 20 Jahren AD-Einnahme (Escitalopram)

Beitrag von Sunnyrose »

Hallo Brevis
Auch ein sonniger Gruss aus der Schweiz :D
Herrlich, wie schön der Himmel heute aussieht <3

Ich setze auch Escitalopram ab und ich gratuliere dir zu deinem Entscheid!

Es ist auf jedenfall zu schaffen. Wichtig ist, dass du langsam und vorsichtig vorgehst. Und vorallem auf dein Befinden hörst.

Herzlich willkommen bei uns und toitoitoi
Deria
Abgesetzt:
Lorazepam, Concerta, Truxal, Escitalopram

Zuletzt abgesetzt:
Escitalopram. Ursprünglich 30mg
Absetzstart September 2015
2,5mg runter alle 2 Monate bis 15mg.
Dann in 10% Schritten. Bis 10mg.
Dann schnelleres Vorgehen wegen Leberwerte.
Januar 2017: 6,8mg
15.2.17: 6mg
8.3.17: 4mg (psychotische Nebenwirkungen)
20.3.17: 0mg

Achtung: nicht nachmachen. Der grosse Schritt zum Schluss war für mich eine Notlösung. Langsames Vorgehen (5-15% Schritte, je nach Höhe der Dosis), wenn irgendwie möglich, ist der bessere Weg.

Ich bin jetzt frei von Substanzen jeglicher Art. Haltet durch! es lohnt sich.
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