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Von Mirtazapin zu Sertralin?

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Schleicher
Beiträge: 3
Registriert: Samstag, 04.02.17, 15:01

Von Mirtazapin zu Sertralin?

Beitrag von Schleicher » Samstag, 04.02.17, 15:21

Hallo. Ich habe eine Frage. Ich leide an einer Depression mit Angstzuständen. Ich habe knapp sechs Wochen Mirtazapin 15 mg genommen bzw die ersten drei Wochen 15 mg, danach 30 mg pro Tag. Ich habe von dem Medikament keine Besserung verspürt, im Gegenteil eher. Habe es dann abgesetzt.Habe ich zu früh aufgegeben?
Mein Hausarzt hat mir dann Sertralin aufgeschrieben. Ich sollte das Mirtazapin einfach weglassen und am nächsten Morgen das Sertralin nehmen. Habe nun ein riesenproblem, ich bin voll durch den Wind und kann überhaupt nicht mehr schlafen. Habe hier gelesen, dass man das Mirtazapin langsamer ausschleichen soll. Was soll ich tun? Soll ich es wieder in geringer Dosis nehmen? Das letzte Mal habe ich es vor 5 Tagen genommen.
Und was mache ich mit dem Sertralin? Ich hab erst zwei mal eine halbe (25 mg) genommen morgens und heute ganz weggelassen, damit das mit den Schlafstörungen nicht noch schlimmer wird.
Könnt ihr mir etwas raten? Vielen Dank im Voraus.

padma
Moderatorenteam
Beiträge: 19526
Registriert: Sonntag, 06.01.13, 17:04

Re: Von Mirtazapin zu Sertralin?

Beitrag von padma » Samstag, 04.02.17, 16:02

hallo Schleicher, :)

willkommen im ADFD.

Das ADFD ist ein psychopharmakakritisches Forum.
Aufgrund unseren Erfahrungen und der Studienlage sehen wir Antidepressiva als wenig hilfreich an, zudem haben sie erhebliche Risiken. Mehr dazu findest du in unseren Hintergrundinformationen.

Dass AD nicht die erhoffte Wirkung haben ist nicht ungewöhnlich. Zudem können sie bestenfalls nur die Symptome deckeln, sie haben keine heilende Wirkung.

Zu deinem Anliegen:
Antidepressiva sind bereits nach 4 Wochen in den Hirnstoffwechsel eingebaut, sie müssen dann ausgeschlichen werden.
Es war sehr ungünstig, dass du Mirtazapin von 30 mg aus direkt weggelassen hast.

Deine Schlafstörungen sind sowohl Entzugssymptome von Mirtazapin (ganz typisch), als wahrscheinlich auch NW von Sertralin.

Da du es vor 5 Tagen zuletzt genommen hast, würde ich mit 15 mg wieder einsteigen. Sertralin sofort weglassen.
Wenn es dir dann wieder besser geht, kannst du Mirtazapin ausschleichen.

Bei deiner relativ kurzen Einnahmezeit ist es schwierig ein konkretes Tempo zu empfehlen. Die allgemeine Empfehlung ist 10 % weniger alle 4 - 6 Wochen, du wirst wahrscheinlich zügiger vorgehen können. Das muss man dann im Verlauf sehen.

Wichtig wäre, dass du versuchst deine Depression mit Angstzuständen auf andere Weise anzugehen.
Kennst du den Auslöser? Machst du Psychotherapie?

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
25.10.2019: 0,01 mg bin auf der Zielgeraden angelangt :D



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.


Schleicher
Beiträge: 3
Registriert: Samstag, 04.02.17, 15:01

Re: Von Mirtazapin zu Sertralin?

Beitrag von Schleicher » Samstag, 04.02.17, 19:19

Vielen Dank für Deine hilfreiche und ausführliche Antwort. Ich habe kommenden Freitag meinen ersten Gesprächstermin.
Eine Frage noch: die 30 mg habe ich nur ca 1,5 Wochen genommen. Soll ich wohl jetzt trotzdem 15 mg nehmen oder eher nur 7.5 mg?

LinLina
Moderatorenteam
Beiträge: 6844
Registriert: Montag, 14.09.15, 16:20

Re: Von Mirtazapin zu Sertralin?

Beitrag von LinLina » Samstag, 04.02.17, 19:26

Hallo Schleicher,

willkommen im forum.

Wenn du die 30 mg nur 1,5 Wochen lang genommen hast, würde ich es ab heute wieder mit 15 mg probieren. Berichte bitte wie es dir damit geht, es kann oft mindestens ein paar Tage dauern bis man sich wieder etwas stabilisiert.

Liebe Grüße
Lina
Im Absetzprozess seit 2014: Lorazepam (Benzo) erfolgreich abgesetzt. Mirtazapin aktuell (seit Sommer 2018) 0,005 mg.

Ich bin zur Zeit nicht im Forum aktiv. Bei Fragen und Bitten an das Team an padma, Ululu69 oder murmeline wenden.

Hinweis: Alle meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und begründen sich auf Erfahrungswerte - meine eigenen, und die anderer Betroffener - und die wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

Horni
Beiträge: 628
Registriert: Donnerstag, 12.03.15, 11:22

Re: Von Mirtazapin zu Sertralin?

Beitrag von Horni » Sonntag, 05.02.17, 20:49

Hallo
Ich heisse dich wilkommen bei Adfd.
LG
horni
"Berichtet euren Mitmenschen welche Verherende Wirkung Antidepressiva haben können und wie Verständnis los damit umgegangen wird."
Gebt uns eine Stimme!!!

Verküpfung zum Paroxetin Betroffenen Thread:
viewtopic.php?f=18&t=10777&hilit=Paroxetin+betroffenen

Schleicher
Beiträge: 3
Registriert: Samstag, 04.02.17, 15:01

Re: Von Mirtazapin zu Sertralin?

Beitrag von Schleicher » Sonntag, 05.02.17, 21:48

Wie lange denkt ihr soll ich die 15 mg noch nehmen, bevor ich wieder runter gehe?

TeaTime
Beiträge: 1843
Registriert: Mittwoch, 20.07.16, 13:07

Re: Von Mirtazapin zu Sertralin?

Beitrag von TeaTime » Sonntag, 05.02.17, 21:54

Hallo Schleicher,

willkommen hier im Forum.

Im Normalfall solltest Du nun warten bis Du Dich stabilisiert hast, also sich Deine momentanen Probleme gelegt haben.

Das kann etwas dauern, weil Du ja gewechselt hattest und die Höhe der Dosierung auch geändert hattest. (LinLina hatte das ja schon geschrieben)

Sobald Du merkst, dass es Dir einigermaßen gut geht, kannst Du die Dosis reduzieren. Wie genau, hat padma ja schon geschrieben.

Lieben Gruß,

TeaTime
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"Anfangs wollt' ich fast verzagen,
Und ich glaubt', ich trüg es nie,
Und ich hab es doch getragen,
Aber frag mich nur nicht: wie?"
(Heinrich Heine)

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