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Escitalopram Absetzsyndrom und Ausschleichen

Wenn Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
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Escitalopram Absetzsyndrom und Ausschleichen

Beitrag von Rosenrot » Montag, 20.03.17, 8:50

Hallo liebes ADFD-Team und Forumsteilnehmer,

wie schön, das es diesen Platz gibt, um sich auszutauschen. :group:

Ich habe schon viele Stunden hier verbracht und mir wertvolles Wissen angelesen.

Dennoch verbleibt bei mir eine Frage zum Ausschleichen von Escitalopram.

Zu meiner Historie:

Ich wurde 2012 wegen einer Panikstörung stationär auf 10 mg Escitalopram eingestellt und habe es 4 Jahre lang eingenommen. Dann ausgeschlichen in 1-mg/Monat-Schritten bis auf 5 mg. Dann Pause gemacht. Im September/Oktober 2016 weiter mit jeweils 1 mg runter auf 3 mg. Dann habe ich einen Fehler gemacht und die Einnahme abgebrochen.

In den folgenden Monaten ging es mir zunehmend schlecht (Schwindel, Schwäche, Weinen), bis ich am 17. Februar (3 1/2 Monate nach der letzten Einnahme) mit der Feuerwehr ins Krankenhaus gebracht wurde. Ich konnte mich im Bett nicht mehr selbst aufrichten.

Am selben Tag stellte sich bei mir eine Art Lagerungsschwindel ohne organischen Befund ein. Nach CT und MRT (ich hatte vor 7 Jahren einen Schlaganfall) ohne Befund wurde mir in der psychiatrischen Abteilung erklärt, dass meine Grunderkrankung zurückgekehrt sei und ich wurde erneut auf 10 mg Escitalopram eingestellt. Ich war nicht in der Lage, mich dagegen durchsetzen.

Meine Frage lautet:
Ist es in Ordnung, dass ich nach 3 Wochen mit 10 mg jetzt auf 9mg (in Tropfenform) runterdosiere oder sollte ich die 10 mg noch länger halten? Es gibt eine Information, wonach erst nach 6-monatiger Einnahme mit dem Ausschleichen begonnen werden sollte. An der Stelle bin ich jetzt etwas verunsichert...

Mein Ziel ist es, sukzessiv monatlich auszuschleichen und dabei diesmal ab 3 mg in 0,5-mg-Schritten pro Monat vorzugehen.

Vielen Dank, dass es dieses Forum gibt und dass vielleicht jemand eine Empfehlung geben kann.

Herzliche Grüße

Rosenrot
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Re: Escitalopram Absetzsyndrom und Ausschleichen

Beitrag von Annanas » Montag, 20.03.17, 9:40

Hallo Rosenrot (schöner Nick), herzlich willkommen im ADFD!

Vielen Dank vorab für deine Vorstellung und das Anlegen der Signatur.
Rosenrot hat geschrieben:Dann ausgeschlichen in 1-mg/Monat-Schritten bis auf 5 mg. Dann Pause gemacht. Im September/Oktober 2016 weiter mit jeweils 1 mg runter auf 3 mg. Dann habe ich einen Fehler gemacht und die Einnahme abgebrochen.
Die 1mg Schritte waren wahrscheinlich schon zu groß u. wie du richtig erkannt hast, hättest du die Einnahme bei 3 mg nicht beenden
dürfen.
Ich verlinke dir hier mal etwas Lesestoff (auf die Gefahr hin, daß du dich schon damit beschäftigt hast :D ):
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Rosenrot hat geschrieben:In den folgenden Monaten ging es mir zunehmend schlecht (Schwindel, Schwäche, Weinen), bis ich am 17. Februar (3 1/2 Monate nach der letzten Einnahme) mit der Feuerwehr ins Krankenhaus gebracht wurde. Ich konnte mich im Bett nicht mehr selbst aufrichten.
Ganz schlimm, was du da durchmachen mußtest - ich denke, es handelte sich hierbei um verzögerte Entzugssymptome,
die dann kumulierten u. im großen ZNS-Chaos mündeten. :(
Rosenrot hat geschrieben:Nach CT und MRT (ich hatte vor 7 Jahren einen Schlaganfall) ohne Befund wurde mir in der psychiatrischen Abteilung erklärt, dass meine Grunderkrankung zurückgekehrt sei und ich wurde erneut auf 10 mg Escitalopram eingestellt. Ich war nicht in der Lage, mich dagegen durchsetzen.
Gott sei Dank, daß sich nichts Organisches feststellen ließ - die Aussage von einem Rezidiv der Grunderkrankung ist natürlich
weniger schön - aber das kennen viele unserer Mitglieder hier.
Leider haben die meisten Ärzte kein Wissen über eine Absetzsymptomatik :evil: , schon gar nicht davon, daß Entzugssymptome auch
mit zeitlicher Verzögerung sehr stark einsetzen können.

Daß es dir in dieser Lage nicht möglich war, noch lange herumzudiskutieren, ist mehr als verständlich :hug: !
Rosenrot hat geschrieben:Ist es in Ordnung, dass ich nach 3 Wochen mit 10 mg jetzt auf 9mg (in Tropfenform) runterdosiere oder sollte ich die 10 mg noch länger halten? Es gibt eine Information, wonach erst nach 6-monatiger Einnahme mit dem Ausschleichen begonnen werden sollte. An der Stelle bin ich jetzt etwas verunsichert...
Ich denke, diese 6-monatige Einnahme wird z.Zt. als Minimum der Einnahmezeit eines AD empfohlen, bevor man mit dem Ausschleichen
beginnen soll, um einem angeblichen Rückfall in eine Depression vorzubeugen.

Laß dich da nicht irritieren.
Wichtig wäre dein Befinden - wie geht es dir z.Zt.?

Wir nennen ja als Anhaltspunkt 5 - 10% der Dosis alle 4 - 6 Wochen abzusetzen - aber erst, wenn ca. 95% der Absetzsymptome
verschwunden sind.
Rosenrot hat geschrieben:Mein Ziel ist es, sukzessiv monatlich auszuschleichen und dabei diesmal ab 3 mg in 0,5-mg-Schritten pro Monat vorzugehen.
Liebe Rosenrot - Pläne sind meistens gut - aber bitte beim Absetzen dies nicht als Dogma sehen, sondern wirklich nach
deinem Befinden gehen.

Ich würde, wegen des großen Crashs, vllt besser von jetzt an, nur mit 0,5 mg Schritten beginnen u. dann später im unteren
Bereich (also ab 4 mg) mit max 10% oder eben noch weniger, je nachdem, wie sich die Symptomatik gestaltet, fortfahren.

Es ist dir sicher mehr geholfen, wenn die Symptome moderat bleiben u. du deinen Alltag bewältigst, als den Zeitraum
der Einnahme kurz zu halten.

Das fürs Erste von mir,
liebe Grüße von Anna
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Re: Escitalopram Absetzsyndrom und Ausschleichen

Beitrag von Rosenrot » Montag, 20.03.17, 10:17

Liebe Anna,

herzlichen Dank für deine schnelle und so verständnisvolle Antwort.

Ja, du hast recht: Mein Vorgehen zum Ausschleichen sollte sich an meinem Befinden orientieren und entsprechend flexibel gehandhabt werden. :schnecke: Ich werde darauf achten.

Glücklicherweise kann ich sagen, dass ich meine Ausschleichschritte runter bis auf 3 mg im vergangenen Jahr völlig ohne Probleme erlebt habe.

Auch jetzt geht es mir soweit gut. :) Aber mich belastet die Angst vor einer erneuten zeitverzögerten Symptomatik. Ich kann die Beschwerdefreiheit nicht so richtig genießen.

Aber deine Zeilen haben mir schon ein bischen mehr Vertrauen in mein Tun vermittelt.
Und mir gezeigt, wie viel ich hier schon gelernt habe.

Danke vielmals! :hug:

Alles Liebe

Rosenrot
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Re: Escitalopram Absetzsyndrom und Ausschleichen

Beitrag von Annanas » Montag, 20.03.17, 15:01

Liebe Rosenrot :) ,
Rosenrot hat geschrieben:Glücklicherweise kann ich sagen, dass ich meine Ausschleichschritte runter bis auf 3 mg im vergangenen Jahr völlig ohne Probleme erlebt habe.
Ja, das kann funktionieren, leider ist es nicht gesagt, daß es beim zweiten Mal auch so problemlos läuft -
ich will dir keine Angst machen, nur etwas vorwarnen - wirklich lieber kleinere Dosisänderungen
vorzunehmen.

Ganz wichtig ist es wirklich, die Stabilisierungsphasen zwischen den einzelnen Reduktionen einzuhalten -
so bekommt das ZNS, die Zeit, die es braucht, um mit weniger Wirkstoff zu funktionieren u. sich langsam
dahin umzubauen, daß es irgendwann ohne Medi wieder in sein biologisches Gleichgewicht findet.
Rosenrot hat geschrieben:Auch jetzt geht es mir soweit gut. Aber mich belastet die Angst vor einer erneuten zeitverzögerten Symptomatik. Ich kann die Beschwerdefreiheit nicht so richtig genießen.
Ich glaube dir das, aber wenn du, wie oben geschrieben, die Stabilisierungsphasen einhältst und zudem sehr vorsichtig/kleinschrittig
absetzt und zur Null hin (unter 5 mg) evtl noch einmal kleinere Abdosierungen vornimmst, wird es nicht zu diesem
Super-Gau, wie beim letzten Mal, kommen.

Du warst sicher mit der jeweiligen Absetzdosis von 1 mg zu schnell/großschrittig unterwegs und das Schlimmste war eben,
von 3 mg gleich auf Null zu springen.
Das ist kein Vorwurf, sondern soll nur zur Erklärung dienen.

Das wird schon u. wenn irgendwas sein sollte, melde dich hier,

lG von Anna
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Re: Escitalopram Absetzsyndrom und Ausschleichen

Beitrag von Rosenrot » Montag, 20.03.17, 15:59

Liebe Anna,

ich muss es bestätigen: 1 mg Reduktion ist jetzt zu viel. Hat leider nur bei der ersten Entwöhnung funktioniert. Ich hatte heute vormittag extreme Taubheitsgefühle in meinem ohnehin schon teilgelähmten Bein und aufsteigende Panik.

Danke, dass ich das durch deine Einschätzung gleich richtig einordnen und verstehen konnte.

Und danke für die zuversichtlichen und aufmunternden Worte. Das hilft sehr. :)

Liebe Grüße

Rosenrot
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Re: Escitalopram Absetzsyndrom und Ausschleichen

Beitrag von Jamie » Montag, 20.03.17, 16:03

Hallo Rosenrot,

auch von mir willkommen im Forum :).

Es tut mir leid, dass es gleich zu Beginn schon nicht optimal läuft. Es leider wirklich oft so, dass viele Betroffene ein, zwei oder drei Mal ... problemlos absetzen kommen und irgendwann kommt der Tag X, da klappt das alles nicht mehr.
Dein ZNS ist vermutlich noch stark gereizt von dem Sprung von 3mg auf Null und dem Wiedereindosieren; hast du denn vor, die Dosis wieder heraufzusetzen?
Du könntest es mit 9,25mg oder 9,5mg probieren.

Viele Grüße
Jamie
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Re: Escitalopram Absetzsyndrom und Ausschleichen

Beitrag von Rosenrot » Montag, 20.03.17, 18:02

Hallo Jamie,

vielen Dank für deine lieben Worte. :)

Deine Frage kommt zum rechten Zeitpunkt: Ja, ich möchte unbedingt wieder aufdosieren, vielleicht auf 9,5 mg?
Ich bin aber völlig unsicher in der Handhabung. Habe hier Tropfen (1 Tropfen = 1 mg) und Tabletten (zu 5 mg) und eine 2 ml Spritze mit 20 Strichen.

Eigentlich sollte die Dosierung mit den Tropfen wohl am einfachsten sein...
Hmmmm... :?

Weißt du vielleicht, wie das geht?

Bin für jeden Rat dankbar.

Liebe Grüße

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Re: Escitalopram Absetzsyndrom und Ausschleichen

Beitrag von lunetta » Montag, 20.03.17, 18:24

Hallo und willkommen auch von mir!

Ich würde auch wieder aufdosieren, aber vielleicht würden auch 9,25 mg reichen...?
Jedes Quentchen das schon abgesetzt ist, ist schon ein Weg in die Medikamentenfreiheit...

Zu deiner Frage mit dem Abdosieren:
Du könntest 1 von den 5 mg Tabletten nehmen und den Rest von z.B. 9,5 mg, also 4,5 mg in Tropfenform folgendermaßen:
Du nimmst ein Glas mit Wasser und ziehst mit der 2ml Spritze 2x 2ml und 1x 1ml auf und spritzt das in eine 2. Glas, das sind dann 5 ml.
Da gibst du 5 Tropfen von deinen Tropfen hinein, rührst kurz um und davon ziehst du 0,5 ml ab und verwirfst es. Den Rest trinkst du, damit hast du mit der Tablette und den Tropfen genau 9,5 mg eingenommen.

Mit dieser Methode kannst du jede beliebige Menge absetzen.
Du mußt dir die Mengen nur mit dem Dreisatz entsprechend ausrechnen.

Alles Gute! LG
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Re: Escitalopram Absetzsyndrom und Ausschleichen

Beitrag von padma » Montag, 20.03.17, 18:29

hallo Rosenrot, :)

du könntest 1 Tablette mit 5 mg nehmen plus 4 1/2 Tropfen. 1/2 Tropfen kannst du herstellen, indem du 1 Trofen in 20 ml Wasser gibst und dann mithilfe der Spritze 10 ml einnimmst.

liebe Grüsse,
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Re: Escitalopram Absetzsyndrom und Ausschleichen

Beitrag von carlotta » Montag, 20.03.17, 18:48

Hallo Rosenrot,
hallo Lunetta,
lunetta hat geschrieben:davon ziehst du 0,5 ml ab und verwirfst es.
Achtung, an dieser Stelle stimmt die Rechnung nicht! Es hängt von der Gesamtwassermenge ab, wie viel anteilig entfernt werden muss.

Padma :) hat es richtig beschrieben.

Liebe Grüße :group:
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Re: Escitalopram Absetzsyndrom und Ausschleichen

Beitrag von Rosenrot » Montag, 20.03.17, 19:30

Hallo Lunetta!
Hallo Padma!
Hallo Carlotta!

Vielen Dank für eure Hilfe! :group:

Jetzt hab ich's begriffen. Eigentlich ganz einfach. Nur die Stellen hinterm Komma zu verdünnen, rechnet sich ja viel besser.

Liebe Lunetta, die 9,25 trau ich mich noch nicht so richtig. Dafür war es heute vormittag doch zu heftig. Aber danke für die Inspiration.

Seid alle herzlich gegrüßt

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Re: Escitalopram Absetzsyndrom und Ausschleichen

Beitrag von Rosenrot » Dienstag, 21.03.17, 11:46

Ihr lieben Alle,

nun habe ich dank eurer tollen Unterstützung zum ersten Mal einen Tropfen in Wasser aufgelöst und danach die halbe Menge aufgezogen und eingenommen. :)

3 Dinge gehen mir seitdem durch den Kopf...

- Die Größe der Tropfen scheint zu variieren. Das beobachte ich schon seit langem.

- Woher weiß ich, dass das Medikament sich gleichmäßig im Wasser verteilt?

- Der Eichstrich der Skalierung verschwindet unter einem ziemlich dicken schwarzen Balken. Ich weiß, er soll oben unter dem Balken abschließen. Aber das kann ich doch nur schätzen unter diesem Balken.

Da es sich um sehr kleine Mengen handelt, die es abzumessen gilt, gibt mir das zu denken.

Ich hoffe, ich bin nicht zu pingelig. :roll:

Seid herzlich gegrüßt.

Rosenrot
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Re: Escitalopram Absetzsyndrom und Ausschleichen

Beitrag von Jamie » Dienstag, 21.03.17, 15:53

Hallo Rosenrot :)
Die Größe der Tropfen scheint zu variieren. Das beobachte ich schon seit langem.
Das wäre bedenklich. Sollte nicht so sein, denn diese Medikamente haben einen sog. Normtropfenzähler eingebaut.
Achte bitte mal darauf, dass du das Fläschchen ganz genau senkrecht hältst, denn das sind i.d. Rg. sog. Senkrechttropfer.
Sicherheitshalber kannst du auch noch mal in den Beipackzettel gucken.
Woher weiß ich, dass das Medikament sich gleichmäßig im Wasser verteilt?
Durch Umrühren. Die Tropfen sind eine Lösung, physikalisch gesehen gibst du sie in ausreichend Volumeneinheiten Lösungsmittel (Wasser). Nachdem du ein paar Mal gerührt hast, ist die Verteilung perfekt.
Der Eichstrich der Skalierung verschwindet unter einem ziemlich dicken schwarzen Balken. Ich weiß, er soll oben unter dem Balken abschließen. Aber das kann ich doch nur schätzen unter diesem Balken.
Dann wähle einen anderen Eichstrich, den du besser ablesen kannst, zB 1 Tropfen in 18ml Wasser geben, rühren, 9ml entfernen.

Grüße
Jamie
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Re: Escitalopram Absetzsyndrom und Ausschleichen

Beitrag von Rosenrot » Donnerstag, 23.03.17, 20:18

Hallo zusammen, :group:

heute ist leider kein so guter Tag.

Ich habe seit meinem Schlaganfall vor 7 Jahren eine linksseitige Hemiparese, d.h. teilweise Halbseitenlähmung.

Normalerweise kann ich damit einigermaßen gehen, da ich über die Innenseite meiner Ferse noch den Kontakt zum Boden spüren kann.

Nun ist aber seit Montag die gesamte Ferse taub, d.h. dass ich beim Auftreten immer wieder das Gefühl habe, in einen Abgrund zu treten und entsprechende Sturzgefahr habe.

Ich habe heute deswegen die Wohnung nicht verlassen können.

Überlege, was ich tun soll. Aushalten oder aufdosieren? Bin echt traurig... :cry:

Danke euch.

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Re: Escitalopram Absetzsyndrom und Ausschleichen

Beitrag von carlotta » Freitag, 24.03.17, 11:39

Hallo Rosenrot,

das ist echt eine schwierige Situation. Du hast ja gerade erst aufdosiert, von daher würde ich sagen, noch etwas abwarten. Aber so ist es natürlich kein Dauerzustand.

Das Problem ist, dass es nicht sicher ist, dass sich das Symptom beim Aufdosieren sofort gibt, auch dann kann es einige Tage dauern. Falls Du aufdosierst, würde ich es aber erst einmal mit einem Viertel-mg versuchen, also 0,25 mg mehr, evtl. reicht das aus und Du musst nicht wieder komplett auf 10 mg.

Liebe Grüße :group:
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Zuletzt geändert von carlotta am Freitag, 24.03.17, 15:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Escitalopram Absetzsyndrom und Ausschleichen

Beitrag von Rosenrot » Freitag, 24.03.17, 15:14

Herzlichen Dank, Carlotta. :)

Dem Fuß geht es jetzt besser, so dass mir das Aufdosieren hoffentlich erspart bleibt und ich wieder etwas positiver nach vorne schauen kann...

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende an alle.

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Re: Escitalopram Absetzsyndrom und Ausschleichen

Beitrag von Annanas » Samstag, 25.03.17, 10:23

Hallo Rosenrot :) ,
ich weiß, daß es schwierig ist, mit einer Vorerkrankung noch mit den Absetzsymptomen umzugehen -
kenne ich aus eigener Erfahrung.

Zumal diese Symptome in den wildesten Kombinationen auftreten u. da sie eigentlich mehr
oder weniger alle Organe/Körperteile betreffen können (da unser ZNS, unsere Steuerzentrale durch die Einnahme/das Absetzen
in Mitleidenschaft gezogen wird) - ist das doppelt schwierig, zu beurteilen, ob
jetzt eine Notwendigkeit besteht, das ärztlich abklären zu lassen.

Mit der Zeit lernt man aber, damit umzugehen, zumal eben alles wieder verschwindet, um bei
der nächsten Reduktion evtl wieder aufzutauchen.

Vllt legst du dir dazu ein Absetztagebuch an, wo du jeden Tag dein Befinden/die Symptomatik einträgst -dann
kann man gut nachvollziehen, was schon mal da war - bzw die Entwicklung der Symptome.
Mich beruhigt das immer.

Dir auch ein schönes, sonniges WE wünscht Anna
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Re: Escitalopram Absetzsyndrom und Ausschleichen

Beitrag von Rosenrot » Samstag, 25.03.17, 16:05

Hallo Anna,

hab Dank für deine aufmunternden Zeilen. :)

Inzwischen habe ich - sozusagen - wieder Boden unter den Füßen. Keine Ausfälle mehr.

Das Tagebuch habe ich am Montag angefangen. Es ist bestimmt hilfreich, dort immer mal wieder nachsehen zu können und Zusammenhänge zu erkennen.

Parallel dazu habe ich ein zweites Tagebuch angelegt. Es heißt "Counting your blessings". Dort schreibe ich alles auf, was mir am jeweiligen Tag gutgetan hat. Z.B. "Ein Freund hat sich gemeldet" oder "Ich habe ein Lied gesungen". Ich finde, es ist eine gute Methode, den Blick für die kleinen persönlichen Kraftquellen zu schärfen und Dankbarkeit zu kultivieren. Ganz besonders in den schwierigen Zeiten des Ausschleichens...

So hoffe ich denn ein wenig gewappnet zu sein, für die Dinge, die noch kommen mögen.

Ich danke dir und dem Team, dass ihr mich an euren Erfahrungen teilhaben lasst! :group:

Alles Liebe

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Re: Escitalopram Absetzsyndrom und Ausschleichen

Beitrag von Jamie » Dienstag, 18.04.17, 19:25

Hallo Rosenrot :),

ich wollte dir in deinem Thread mal ein Dankeschön da lassen, weil ich gesehen habe, dass du auch bei den Anderen reinschaust und ein paar gute / liebe und informative Worte da lässt. Das ist für "Neulinge" ja nicht selbstverständlich; deswegen vielen Dank für dein Engagement <3 .

Grüße, schönen Abend
Jamie
Zuletzt geändert von Jamie am Mittwoch, 19.04.17, 15:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Rosenrot
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Re: Escitalopram Absetzsyndrom und Ausschleichen

Beitrag von Rosenrot » Mittwoch, 19.04.17, 12:44

Hallo Jamie, das freut mich. Dankeschön!

Ich bin froh, wenn ich etwas beitragen kann. Dies ist ein so wertvoller Ort.

Herzliche Grüße :hug:

Rosenrot
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Jamie
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