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Neu hier - meine Erfahrungen citalopram in der Schwangerschaft und absetzen Duloxetin

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Mieke87
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Neu hier - meine Erfahrungen citalopram in der Schwangerschaft und absetzen Duloxetin

Beitrag von Mieke87 » Dienstag, 11.04.17, 18:59

Moin
Ich möchte mich hier kurz vorstellen
Ich bin 29 Jahre alt und habe seit 2014 leider die Erfahrung mit ad machen müssen. Ich war 6 Wochen stationär und 9 Wochen in der TagesKlinik. Während der Zeit in der TagesKlinik bin ich ungeplant schwanger geworden. Da ich noch nicht stabil genug war, habe ich mit Rücksprache der Ärzte während der Schwangerschaft citalopram nehmen müssen. Nach der Geburt bin ich direkt wieder auf Cymbalta weil dass mein Mittel war um aus der Depression zu kommen. Mittlerweile bin ich so stabil dass ich seit November letzten Jahres die Dosis runter setze. Zu dem Entzug vom ad und Einnahme in der Schwangerschaft möchte ich später im Forum genauer eingehen.

Erstmal ein freundliches hallo :D
Zuletzt geändert von Mieke87 am Dienstag, 11.04.17, 20:51, insgesamt 2-mal geändert.
Kurz zusammengefasst was mich betrifft

Aktuelle Dosis
15 mg Duloxetin/ehemals Cymbalta (Lilly)

Diagnose
Depression / Angststörung

Therapie seit 2014

Schwangerschaft mit citalopram
Geburt meines Sohnes 04.2015

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Sneum
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Re: Neu hier

Beitrag von Sneum » Dienstag, 11.04.17, 19:16

Ein super-freundliches "Hallo" zurück und natürlich herzlich Willkommen! :)

Schön zu lesen, dass Du stabil bist und den Weg Richtung Null angetreten bist!

Ich nehme z.Z. selber noch Citalopram, setzte aber seit längerer Zeit ab. Ein Grund ist, dass ich einfach keine Medikamente mehr nehmen möchte (es geht mir jetzt mit geringerer Dosis auch deutlich besser als unter 20 mg) und dass mein Partner und ich auch irgendwann wahrscheinlich Kinder wollen. Daher bin ich auch schon sehr gespannt, was Du hier berichten wirst. :group:

Liebe Grüße
Sneum
Citalopram 20 mg von März 2009 bis Oktober 2014

Erster Absetzversuch Anfang 2012: 10 mg pro Woche. Kommentar Psychotherapeutin: "Absetzsymptome gibt es bei diesem Medikament nicht, Ihre Grunderkrankung ist noch da. Sie sind noch nicht so weit."

Zweiter Absetzversuch Anfang 2013: von 1 Tablette auf eine 3/4 Tablette, 2 Wochen gehalten, dann auf 1/2 reduziert. Starke Entzugserscheinungen. Psychotherapeutin nach einem Jahr wieder konsultiert. Dieselbe Antwort wie 2013: "Das ist die Grunderkrankung!"

Bis 12.10.14: 20 mg

12.10.14 --- 18,5 mg Keine Symptome
12.11.14 --- 17,0 mg Keine Symptome
12.12.14 --- 15,5 mg Keine Symptome
12.01.15 --- 14,0 mg Keine Symptome
12.02.15 --- 12,5 mg Keine Symptome
12.03.15 --- 11,0 mg Erste Symptome: Übelkeit, Kopfschmerzen, Benommenheit, Konzentrationsschwäche, Grübeln, Stimmungsschwankungen, sinkendes Selbstwertgefühl. Aber aushaltbar. Habe es nicht mit dem Absetzen in Verbindung gebracht.
01.05.15 --- 10,0 mg Massive Symptome: Wattegefühl,Benommenheit, fast jeden Tag weinen, starke Traurigkeit, Angst, Gefühl von absoluter Wertlosigkeit Gefühl von "nicht mehr da sein wollen", Beklemmung, migräneartige Kopfschmerzen.
08.05.15 hochdosiert auf 12,1 mg, aber durch unterschiedliches Tablettengewicht gedacht, ich habe nur auf 11,4 hochdosiert. Deutlich besser als unter 10,0 mg. Stimmung stabiler, Zuversicht zurück.
04.06.15 Umstieg auf Wassermethode. Dabei versehentlich reduziert von 12,1 auf reelle 11,4 mg. Panik, Benommenheit, depressive Gefühle, Angst, Mutlosigkeit, Weltuntergangsstimmung.
09.06.15 aufdosiert auf 11,7 mg. Kurz war's gut, dann wurde es richtig schlimm
20.06.15 aufdosiert auf 11,9 mg.
19.07.15 0,1 ml abdosiert. Nur für das Gefühl, nicht stehengeblieben zu sein.
21.-25.07.15 täglich 0,1 ml abdosiert. Nachdem es super klappte, am 26.07. dann plötzliche Verschlechterung. Fazit: Blöde Idee.
27.07.2015 0,2 ml wieder hochdosiert.
02.08.2015 Leider nochmal aufdosiert. Symptome ließen einen normalen Arbeitsalltag nicht zu. Aktuell: 20,3 ml weg, 29,7 ml to go.
Mitte Oktober-Mitte November Gescheiterter Versuch mit NEMS und Akupunktur
09.11.15 Umstieg von Wasserlösmethode zurück auf Wiegemethode. Keine Probleme. (unglaublich aber wahr).
02.03.15 Der Februar war nicht gut, da viele unschöne Dinge passiert sind. Das einzige Fenster dauerte gerade mal 6 Tage. Bin deprimiert und kraftlos und frage mich, ob und wie ich das alles jemals schaffen soll.

Seit Ende November 2015: ? mg. Mein Partner hat das Abwiegen für mich übernommen und reduziert ohne, dass ich davon etwas weiß. Daher kann ich nicht sagen, auf wie viel mg ich aktuell bin. Kann den Tag kaum erwarten, an dem er mir sagen wird: "Du hast es geschafft, Du bist jetzt 2 Monate auf Null!"

März 2017: seit dem 1. Märzwochenende bestehendes Grippegefühl + Deprimiertheit

Update 26.04.2017 Das Grippegefühl dauerte mehrer Tage, die miese Stimmung auch. Seither ist es ziemlich ok und ich habe mein Ziel wieder fest vor Augen.

padma
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Re: Neu hier

Beitrag von padma » Dienstag, 11.04.17, 19:17

hallo Mieke, :)

willkommen im ADFD

hier die wichtigsten Infos zum AD ausschleichen viewtopic.php?f=18&t=12880

Das hier ist jetzt dein thread, du kannst hier deinen Absetzverlauf dokumentieren und Fragen stellen.
Deine Erfahrung bzgl AD und Schwangerschaft kannst du gerne hier einstellen
viewtopic.php?f=6&t=8676

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
15.08.2019: 0,02 mg



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.


Mieke87
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Re: Neu hier

Beitrag von Mieke87 » Dienstag, 11.04.17, 20:01

Vielen dank für die liebe Aufnahme! Mir ist es auch wichtig anderen Frauen Mut zu machen
Ich werde mich bald ran machen und meine Erfahrungen und Tipps aufschreiben
Es ist beides sehr belastend. Ad während der Ss und die EntzugsErscheinungen beim absetzen bzw ausschleichen

LG mieke
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15 mg Duloxetin/ehemals Cymbalta (Lilly)

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Mieke87
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Erfahrung AD in der Schwangerschaft

Beitrag von Mieke87 » Dienstag, 11.04.17, 21:47

Zu erst vorweg. Es ist meine Erfahrung die ich gemacht habe. Es können keine Rückschlüsse getroffen werden, ob es bei dir auch so ist. Bitte immer Rücksprache mit Arzt/Therapeuten halten.

Nach einem körperlich und seelischen Zusammenbruch habe ich mich über meinen Hausarzt in die Psychiatrie überweisen lassen. Nach 6 Wochen stationären Aufenthalt bin ich in die TagesKlinik gewechselt. Dort bin ich auf Cymbalta umgestellt worden und mir ging es schlagartig besser. Während dessen bin ich schwanger geworden. Ich hätte niemals zu dem Zeitpunkt damit gerechnet , dass dieses möglich war bzw gerade dann passiert. (Dazu werde ich nochmal tiefer in einer Mini-Biografie eingehen)

Nach Rücksprache mit meinem Frauenarzt haben sich die Therapeuten darauf geeinigt, dass ich umgehend ohne Umwege auf Citalopram umgestellt werde. Ich war zu dem Zeitpunkt noch nicht stabil. Hinzu kam Ängste auch dieses Kind wieder zu verlieren.

Nach 9 Wochen Tk wurde ich entlassen und wurde ambulant weiter beobachtet. Ich hatte, bzw habe noch, das Glück einen super Psychotherapeuten gefunden zu haben.
Ich will ehrlich sein... Es war nicht einfach... Die Depression und die Hormone in der Schwangerschaft zu bewältigen. Hinzu kam die Angst meinem Kind durch das Medikament zu schädigen. Gleichzeitig der Überlebenskampf.

Ich wusste aber, dass ich die Zeit bis zur Geburt durchhalten musste. Die Depression war somit zeitlich begrenzt und hat mit das kämpfen einfacher gemacht.
Mein credo
Lieber eine Mama mit Medikamente die stabil ist, als eine die zu tief drin steckt und nicht in der Lage ist sich um das eigene Kind zu kümmern.
Aus diesem Grund habe ich auch nicht gestillt. Ich wollte nach der Geburt direkt zurück auf Cymbalta! Die Gefahr einer Wochenbettdepression war mir zu gefährlich.

In den letzten 10 Wochen habe ich die Dosis bis auf 10 mg runter gesetzt. Um meinem Baby keinen zu starken Entzug an zu tun. Im Bauch und auch nicht nach der Geburt. Ganz absetzten sollte ich nicht, da ich einen kleinen Spiegel im Blut halten sollte. 1. Um nicht auf schlag wieder mit AD zu beginnen und die Nebenwirkungen zu Beginn wieder zu haben und 2. Den Spiegel aufrecht zu halten für nach der Geburt, wg der postnatalen Depression vor zu beugen.


Abschließend. Der kleine Mann war bei der Geburt relativ ruhig hat nicht geschrien. Darauf wurde ich von allen Seiten aber drauf vorbereitet! Und konnte somit gut damit umgehen. Es ist wohl normal, dass die Babys unter AD nicht so agil sind. Habe ihn auch kaum im Bauch gespürt.
Ansonsten hat er sich so gut gemacht, dass wir nach 4 Tagen schon entlassen wurden.
Heute ist er ein sehr aufgewecktes Kerlchen mit einer zufriedenen Mama
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Shonah
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Re: Neu hier - meine Erfahrungen citalopram in der Schwangerschaft und absetzen Duloxetin

Beitrag von Shonah » Mittwoch, 12.04.17, 6:38

Liebe Mieke,

Erstmal ist es gut das dein Sohn alles gut überstanden hat.

Dennoch habe ich ein wenig Bauchweh, wenn ich deinen Post lese.

Wie wir ja nun alle wissen sind 10mg keine kleine Dosis wenn du dir die Rezeptorenbelegung ansiehst.

Und was dem Kind angetan wird wenn die Mutter AD nimmt ist noch nicht ausreichend erforscht. Das Babys, deren Mütter AD nehmen, nicht so agil sind, zeigt auch bei Ihnen eine Wirkung.
Und ich bin mir sicher das dein Sohn einen Entzug durchmachen musste.

Ich finde einfach nicht gut, das AD in der Schwangerschaft verharmlost oder bagatellisiert werden.

Die Verantwortung fängt vor der Schwangerschaft an und da gehört dazu das man ordentlich verhütet.

Ich möchte dich in keinem Fall angreifen, ich wollte nur darauf Aufmerksam machen das AD und Schwangerschaft, wenn möglich vermieden werden sollten.


LG Shonah
2008 Diagnosen: schwere depressive Episode
Generalisierte Angststörung mit PA

300mg Venlafaxin

2009 : 150mg V.
75mg V.
2010 : 37,5 mg V.
11/2010: abgesetzt

12/2010 : 37,5mg V.
2011 : 75mg V.
2013 : 37,5mg V.
2014 : 37,5mg V. unret.
2015 : 18,25mg V. unret.
01.11.15 9mg V. unret.
12.11.15 : abgesetzt
17.11.15 18.25 mg V. unret.
29.12.15 : 9mg V. unret.
9mg V. unret.
12.01.16 : 9 mg V. unret. früh
7mg V. unret. Abend
11.02.16 : 9 mg V. unret. Früh
3mg V. unret. Abend
11.03.16 : 9 mg V. (u) früh
2 mg V. (u) spät
11.04.16 : 9 mg V.(u) früh
11.05.16 : 8 mg V.(u) früh
12.05.16 : betablocker halbiert da RR zu niedrig
auf ärztlichen Rat
Symptome : - Schwindel, Kreislaufbeschwerden,
Muskelzuckungen am ganzen Körper,
hin und wieder PA,
sehr oft starkes Frieren, Herzrasen,
körperliche Schwäche, laute
rumpelnde Darmgeräusche, Konzen-
trationsprobleme

01.07.16 8 mg V. ret.
04.07.16 8 mg V. unret.
06.07.16 9 mg V. u.
19.11.16 8,5 mg V. u.
06.01.17 8,0 mg V. u.
Symptome: Herzstolpern (auch in Salven), Schwindel,
Rückenschmerzen, extrem trockene Haut,
Kopfschmerzen, Schlafprobleme, geringe
Belastbarkeit, Augen brennen...
12.01.17 ProBioCult 3x1
Hepatodoron 0-0-0-2
8mg V. u.
9.2.17 alle NEM abgesetzt
Derzeitige Symptome: Pulsschwankungen (mal hoch, mal tief), tränende Augen, Bauchschmerzen (Blähungen), Rückenschmerzen (BWS, LWS), Gelenkschmerzen, Leistungsschwach

27.2.17 7,5 mg V. u.
08.04.17 7,0 mg V.u.
18.05.17 6,7mg V.u.
10.6.17 6,3 mg V. u.
30.6.17 5,7 mg V. u.
11.8.17 5,2 mg V. u.
19.9.17 4,5 mg V. u.
22.10.17 4,0 mg V. u.
25.11.17 3,7mg V. u.
20.12.17 3,4mg V. u.
20.1.18 3,2mg V. u.
20.2.18 3,0mg V. u.
20.3.18 2,8mg V. u.
20.5.18. 2,5mg V.u.
20.6.18 2,2mg V.u.
20.7.18 1,9 mg V.u.
5.9.18 1,7mg V.u.
14.10.18 1,7mg V. ret.

Psychiatrie, nix geht mehr

10.11.18 37,5 mg ret

Aktuelle Medikation:
Morgens: Venlafaxin ret. 37,5
Metoprolol ret. 25mg
Abends: Metoprolol ret. 25mg

Mieke87
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Erfahrung absetzen Duloxetin /Cymbalta von der Firma Lilly

Beitrag von Mieke87 » Mittwoch, 12.04.17, 9:40

Vorweg- es sind wieder Erfahrungen die ich persönlich gemacht habe.

Ich habe im Betreff bewusst die Firma erwähnt, weil ich die Erfahrung machen musste, dass von einem anderen Hersteller ich das Medikament nicht gut vertragen habe. Sprich Antriebslosigkeit und Aggression.

Ich habe nach Rücksprache mit meinem Psychiater und Therapeuten im November 2016 mit dem Absetzen begonnen. Ich war somit gute 1 1/2 Jahre auf 120 mg Duloxetin.

Mir wurde gesagt immer nach 6 Wochen 30 mg runter zu gehen. Diese Stufen habe ich relativ gut geschafft bis auf 60 runter. Ich hatte nur jeweils um die 3 Tage leichte Übelkeit, rauschen im Kopf und die berühmten Zaps.

Durch viele Ereignisse seit Anfang des Jahres bin ich nicht weiter runter gegangen, weil ich zu viel Angst vor einem Rückfall hatte. Diesen hatte ich nämlich im Mai 2016 nach einem Todesfall in der Familie wo ich auch kurzzeitig 3 Monate auf 90 mg war.

Ich bin Anfang März mit neuem Mut auf 30 runter. Und die Symptome wurden auch nach einer Woche nicht besser. Leider schlimmer. Habe dann aus Verzweiflung wieder mal eine 60 mg Kapsel genommen und mir ging es direkt wieder besser. Dann wieder auf 30 und es ging wieder von vorn los.
Verzweifelt habe ich mich in das Netz begeben und bin auf dieses Forum gestoßen.
Ihr seit meine Rettung :* dafür danke ich euch!
Ich hätte nie gedacht, dass das Absetzen so heftige körperliche Anzeichen auslöst. Ich habe mich in dem klinischen Bild sofort wieder erkannt und habe Informationen wie ein Schwamm aufgesogen so dass ich endlich einen Weg gefunden habe. Mit vollem Elan bin ich an die Kügelchen Methode ran gegangen und bin quasi kalt von 60/30 auf 15 mg runter und es geht mir körperlich endlich wieder besser.

Zum psychischen Verlauf und zu dem schönen Nebeneffekt möchte ich auch noch was sagen.
Ich habe endlich wieder Gefühle die ich empfinde. Bin nur leider wie mein Sohn quasi in einer Trotz- und Findungsphase ... Ich muss wieder lernen mit Gefühlen umgehen zu können. Das führt mich zur Zeit wieder öfters zu EinzelGesprächen bei meinem Therapeuten, aber rückblickend ist es wieder schön etwas zu empfinden. Viele Jahre mit der Depression und auch die Zeit mit dem Medikament haben einen wirklich gelähmt in der Hinsicht.

Auch ist es eine Erleichterung nicht mehr so stark zu schwitzen und auch nicht mehr diese ekelhaften Albträume zu haben.

Auch den letzten Schritt werde ich schaffen ! Aber ich werde die 15 mg erst noch eine Weile nehmen und diese nochmals halbieren.
Mein Ziel ist es Ende des Jahres meinen 30. Geburtstag zu feiern und 3 Monate ohne Medikamente. So dass Anfang des Jahres die Planung für ein zweites Kind starten kann.

Ich finde es nicht gut, dass vor der Gabe eines ADs nicht über das Absetzen ausreichend ( wenn überhaupt wie in meinem Fall) aufgeklärt wird. Ich kann vollkommen verstehen, warum viele es nicht schaffen von dem Zeugs los zu kommen. Mich treibt der Wunsch nach einer zweiten Schwangerschaft an, ohne Medikamente. Ohne dem hätte ich schon längst aufgegeben.
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Was mir geholfen hat

Beitrag von Mieke87 » Mittwoch, 12.04.17, 9:42

Sport ( ja ich weiß ;-) aber es stimmt)

Wochenplan inkl Freizeit essen Haushalt und ganz wichtig die !Deadline! Im Monatsformat wie Fenster putzen zb... kommt halt des öfteren auch vor dass alles am 30./31. gemacht werden muss :-D

Zeit für sich... Fest verankert an einem bestimmten Tag/ Uhrzeit

Kultur wie mein lieber Therapeut sagt... Zeitung lesen gehört auch dazu ;-)

Mit Freunden Bekannten Familie treffen

ganz viel in sich selbst horchen. Nix muss!

Lernen nein zu sagen und dabei bleiben, an letzteres haperts noch

Wünsche klein stecken (MotorradFührerschein ... Man soll ja klein anfangen ...)

Erwartungen ziemlich scharf runter stellen mit ner prise Gleichgültigkeit ^^ das hat mir am meisten gebracht !!

Und - es ist, wie es ist. Absolute Akzeptanz
Zuletzt geändert von Mieke87 am Mittwoch, 12.04.17, 10:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Erfahrung AD in der Schwangerschaft

Beitrag von Mieke87 » Mittwoch, 12.04.17, 9:52

Liebe Shonah

Mir ist bewusst, das es ein großes Risiko ist welches ich eingegangen bin. Es soll bloß nicht den Eindruck machen, dass ich zu naiv an die Sache ran gegangen bin.

Ich würde auch nie wieder die Schwangerschaft mit Medikamente auf mir nehmen. Die SchuldGefühle kann ich nicht abschalten. Die Angst, ob er psychisch oder körperlich etwas davon getragen hat wird immer bleiben.

Ich habe mich anfangs gegen Medikamente gewehrt als ich mich eingewiesen habe, aufgrund meines Kindeswunsches.
Mir blieb zu dem Zeitpunkt leider nichts anderes möglich als welche zu nehmen. Ich habe da die Entscheidung getroffen aus Angst meinem Baby keine Mutter sein zu können. Dass ich so tief in der Depression stecken könnte. Ich habe mir selbst nie vertraut in den akuten Phasen. Die Gefahr eines Suizid war zu groß. Ich wollte meinem Baby niemals die Mama nehmen.

LG mieke
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Lisamarie
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Re: Neu hier - meine Erfahrungen citalopram in der Schwangerschaft und absetzen Duloxetin

Beitrag von Lisamarie » Mittwoch, 12.04.17, 10:14

Hallo Mieke,

herzlichen Glückwunsch zu deinem kleinen Mann, schön das alles gut ausgegangen ist in deinem Fall, das es auch anders hätte sein können war dir sicher klar. Man sollte wirklich nie unter Psychopharmaka schwanger werden, die Ärzte sagen zwar oft das Riskio ist bei dem oder dem Psychopharmaka gering , aber da die so wenig erforscht sind ist das natürlich ein nach oben offenes Riskio.
Mit vollem Elan bin ich an die Kügelchen Methode ran gegangen und bin quasi kalt von 60/30 auf 15 mg runter und es geht mir körperlich endlich wieder besser.
Das ist nicht das was wir empfehlen, wir empfehlen alle vier bis sechs Wochen höchstens 10%. Und von 90 mg wäre mindestens ein Jahresprojekt gewesen. Den Rest würde ich wirklich langsam ausschleichen, weil gerade im unteren Bereich noch übermässig viele Rezeptoren mit Wirkstoff belegt sind. Ich lass dir mal was zum lesen da

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lg Petra
2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
Bis auf die Praxiten von heute auf morgen kalt abgesetzt, erste Absetzbeschwerden nach sechs Wochen, aber dann
6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:
► Text zeigen

Shonah
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Re: Neu hier - meine Erfahrungen citalopram in der Schwangerschaft und absetzen Duloxetin

Beitrag von Shonah » Mittwoch, 12.04.17, 11:39

Liebe Mieke,

Es ist ja nun so wie es ist.

Ich wünsche deinem Sohn von Herzen das nichts nachkommen wird.

Und dir wünsche ich das du von dem Zeug los kommst und es nie wieder brauchen wirst.


LG Shonah
2008 Diagnosen: schwere depressive Episode
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2009 : 150mg V.
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2010 : 37,5 mg V.
11/2010: abgesetzt

12/2010 : 37,5mg V.
2011 : 75mg V.
2013 : 37,5mg V.
2014 : 37,5mg V. unret.
2015 : 18,25mg V. unret.
01.11.15 9mg V. unret.
12.11.15 : abgesetzt
17.11.15 18.25 mg V. unret.
29.12.15 : 9mg V. unret.
9mg V. unret.
12.01.16 : 9 mg V. unret. früh
7mg V. unret. Abend
11.02.16 : 9 mg V. unret. Früh
3mg V. unret. Abend
11.03.16 : 9 mg V. (u) früh
2 mg V. (u) spät
11.04.16 : 9 mg V.(u) früh
11.05.16 : 8 mg V.(u) früh
12.05.16 : betablocker halbiert da RR zu niedrig
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Symptome : - Schwindel, Kreislaufbeschwerden,
Muskelzuckungen am ganzen Körper,
hin und wieder PA,
sehr oft starkes Frieren, Herzrasen,
körperliche Schwäche, laute
rumpelnde Darmgeräusche, Konzen-
trationsprobleme

01.07.16 8 mg V. ret.
04.07.16 8 mg V. unret.
06.07.16 9 mg V. u.
19.11.16 8,5 mg V. u.
06.01.17 8,0 mg V. u.
Symptome: Herzstolpern (auch in Salven), Schwindel,
Rückenschmerzen, extrem trockene Haut,
Kopfschmerzen, Schlafprobleme, geringe
Belastbarkeit, Augen brennen...
12.01.17 ProBioCult 3x1
Hepatodoron 0-0-0-2
8mg V. u.
9.2.17 alle NEM abgesetzt
Derzeitige Symptome: Pulsschwankungen (mal hoch, mal tief), tränende Augen, Bauchschmerzen (Blähungen), Rückenschmerzen (BWS, LWS), Gelenkschmerzen, Leistungsschwach

27.2.17 7,5 mg V. u.
08.04.17 7,0 mg V.u.
18.05.17 6,7mg V.u.
10.6.17 6,3 mg V. u.
30.6.17 5,7 mg V. u.
11.8.17 5,2 mg V. u.
19.9.17 4,5 mg V. u.
22.10.17 4,0 mg V. u.
25.11.17 3,7mg V. u.
20.12.17 3,4mg V. u.
20.1.18 3,2mg V. u.
20.2.18 3,0mg V. u.
20.3.18 2,8mg V. u.
20.5.18. 2,5mg V.u.
20.6.18 2,2mg V.u.
20.7.18 1,9 mg V.u.
5.9.18 1,7mg V.u.
14.10.18 1,7mg V. ret.

Psychiatrie, nix geht mehr

10.11.18 37,5 mg ret

Aktuelle Medikation:
Morgens: Venlafaxin ret. 37,5
Metoprolol ret. 25mg
Abends: Metoprolol ret. 25mg

Mieke87
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Re: Neu hier - meine Erfahrungen citalopram in der Schwangerschaft und absetzen Duloxetin

Beitrag von Mieke87 » Mittwoch, 12.04.17, 13:33

Ich danke euch!
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Depression / Angststörung

Therapie seit 2014

Schwangerschaft mit citalopram
Geburt meines Sohnes 04.2015

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Luce
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Re: Neu hier - meine Erfahrungen citalopram in der Schwangerschaft und absetzen Duloxetin

Beitrag von Luce » Montag, 17.04.17, 13:47

Hallo Mieke,

herzlichen Glückwünsch zum kleinen Mann und danke, dass du deine Erfahrungen mit der SS mit uns teilst.
Ist ein für mich sehr interessantes Thema. Allerdings will ich weg von den ADs, bevors los geht.
Theoretisch, sollte man ja 2 Jahre Medifrei sein bevor man schwanger wird ;-)
Würde sagen, dass ist eine Motivation für deine zweite SS ;)

Alles Liebe Luce
Achtung ich bin ungeplant schwanger - und versuche ab Nov. (SSW5) schneller abzusetzen als die 10% Regel!

Mein Absetzverlauf davor war innerhalb der 5 % - 10% Regel und hat großartig geklappt. Auch wenn :schnecke: Anders hätte das Vollzeitarbeiten inkl Überstunden und Doktorratstudium fertig machen nicht funktioniert.
Meine Medis, meiner Meinung nach fehldiagnostiziert. Saroten (Amitriptylin - max Dosis 40mg ) und Paroxetin (max Dosis 10 - 5 mg)

Absetzen Paroxetin

Ausgansdosis: ich schätze zwischen 4.5 - 5-5 mg Paroxat (keine Waage vorhanden vor Weihnachten 2016)

Meine üblichen Neben und Absetzsymptome:
Unruhe, wütend, Aggression, weinerlich, erhöhter Puls, Verdauungsstörungen

ab 23.12.16 4.1mg zum Stabilisieren

7.2.17 3.9 mg
6.4.17 3.7 mg
25.4.17 3.6 mg
ZURÜCK da ab 4.5. Nebenwirkungen/Absetzerscheinungen (zuviel Stress und Unruhe im allgemeinen System - der Doktor muss fertig werden)
6.5. ca 3.7 - 3.6 mg
24.5 3.5 mg
(7.6.2017 Einschub Amitriptylin (saroten) von 40 mg --> 35 mg)
8.7. 3.3 mg
6.8. 3.1 mg
9.9. 2.8 mg - 2.7 mg
9.10 2.4 - 2.3 mg

11.11.2017 positiver Schwangerschaftstest

14.11 2 mg
26.11 1.8 mg (2x die Woche 5 Globuli Paroxetin C30)
9.12. 1.5 mg
21.12. 1.2 mg
3.1.18 0.9 mg
(Einschub Ami 20 --> 15)
13.1 0.6 mg
25.1 0.3 mg
7.2 0 mg

Absetzen Amitryptilin (Saroten)
7.6.2017 Einschub Amitriptylin (saroten) von 40 mg --> 35 mg
Kurzschlussreaktion wegen positiven SS Test Reduktion von Amitriptylin (saroten)
11.11. 35 mg --> 25 mg
1.12 20 mg
5.1 15 mg (Wasserlösemethode, ab nun alle 2-3 Tage homöophatische Ami)
x.2 12.5mg
17.3 10mg
11.4 7.5mg
1.5 5mg
21.5 2.5mg
5.6 1.25mg
13.6 0mg

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