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Ein Hallo / Amitriptylin abgesetzt

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Ginderle
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Ein Hallo / Amitriptylin abgesetzt

Beitrag von Ginderle » Freitag, 14.04.17, 20:15

Hallo liebe Gemeinde,
ich bin neu hier und möchte mich kurz vorstellen. Bin männl. 49 Jahre,195 groß und 105kg schwer und lebe in der Pfalz.
Mein Leidensweg begann 2010 mit Panikattacken,Depressionen und Agoraphobie. Ich hatte starke Suizidgedanken. Meine Neurologen verschrieben mir Amitriptylin. Es dauerte ca. 14 Tage bis die Wirkung eintrat. Die Panikattacken wurden weniger,ich konnten wieder durchschlafen. Die Nachteile waren: Verlust der Libido,Potenzstörungen,starke Gewichtszunahme(15 kg) schlagartiger Anstieg der Leberwerte. Ich fühlte mich nicht mehr als Ich,aber die Attacken belasteten nicht mehr meinen Alltag und ich konnte meinen Beruf wieder ausüben. Mit den Jahren durchlebte ich eine Wesensänderung,die mir aus meinem Freundeskreises bestätigt wurde. Meine Ärztin sagte nur,dass Patienten ein ganzes Leben mit dem Medikament Leben können. Ziel sei es,die Symptome behandeln zu können und dass es den Patienten gut geht. Das Amitriptylin sehr schädlich für den Organismus ist,wird scheinbar verharmlost. Ich habe vor zwei Jahren, während meinem Sommerurlaub, selbständig versucht von 50mg auf Null die Dosis abzusetzen,aber der Schuss ging sofort nach hinten los. Also gleich wieder angefangen. Seit letzter Woche habe ich Canabis-Öl entdeckt. Ich habe dann die Dosis des Amitriptylins auf Null zurückgefahren. Seit gestern aber die ersten Absetzerscheinungen wie:
Kopfschmerzen,Schlaflosigkeit bzw. Unruhe,Übelkeit,Appetitlosigkeit, Schwindelgefühl,leicht Panik, Frösteln sowie die Empfindung einer beginnenden Erkältung.
Ich habe Angst nicht davon loszukommen. Aber ich hätte gerne mein altes Leben zurück. Ich hoffe, mit dem CBD-Öl wird der Entzug nicht ganz so heftig. Es soll auch gut gegen die Syntome helfen,weswegen ich die Antidepressiva verschrieben bekommen habe.
Hat jemand eine unterstützende Maßnahme für mich,oder ein Generalrezept zum Entzug von Psychopharmaka?

Vielen Dank vorab und schöne Ostern
Zuletzt geändert von Murmeline am Freitag, 14.04.17, 20:16, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Überschrift ergänzt
Amitriptylin Kaltentzug seit 07.Apr.
Ginderle

lunetta
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Re: Ein Hallo / Amitriptylin abgesetzt

Beitrag von lunetta » Freitag, 14.04.17, 20:43

Hallo und willkommen lieber Ginderle!

Du befindest dich mitten in einem Kaltentzug!

Das was Ärzte verharmlosen ist aber der Fall - AD machen sehr wohl abhängig, und sollten auf keinen Fall von einem auf den anderen Tag komplett abgesetzt werden!
Nach ca. 4 Wochen sind Psychipharmaka in den Gehirnstoffwechseln eingebaut, und sollten langsam und mit Bedacht abgesetzt werden. Tut man diese nicht, läuft man Gefahr wochen - monate- manchmal sogar jahrelang unter einem protrahierten Entzugssndrom zu leiden.
Das möchte niemand und das wollen wir uns alle ersparen.

Wir hier setzen alle 4-6 Wochen 10% der letzten Dosis ab. Das sind in deinem Fall 5mg, also nimmst du für ca. 4 Wochen 45 mg ein.
Damit kann man sich immer wieder stabilisieren und gibt somit dem ZNS Zeit sich auf die kleinere Dosis einzustellen. Damit hält man die Symptome so gering wie möglich und bleibt halbwegs alltagspatibel.

Ich würde dir raten wieder einzudosieren, du bist noch nicht so lange ohne AD, und wenn du wieder stabil bist, also keine Symptome hast, kannst du ja dann langsamer machen und somit erfolgreich absetzen.

Wir können dir leider nichts anderes an Tipps anbieten, wenn es die gäbe, wären wir alle hier schon Medikamenten-frei;)
Generalrezept gibt es keines - LEIDER!

Mit dem cannbisöl habe ich persönlich keine Erfahrungen, vielleicht meldet sich ja noch wer dazu. Aber ich glaube nicht, dass du es anstatt eines AD einnehmen kannst, also du kannst schon, aber es wird nicht wirken als Ersatz oder Symptombekämpfer von Amytr.
Deine ZNS ist Amytr. gewöhnt udn will nun nur das!

Und du mußt keine Angst haben, du wirst das AD los, aber nicht so wie du es garde versuchst, der Schuß geht nach hinten los, glaub mir!
Wir hier setzen alle mehr oder weniger mühsam und jahrelang ab!

Wünsche dir erstmal alles Gute und nimm meinen Rat an und dosiere gleich wieder ein. je länger man wartet, desto größer wird die Gefahr dass man sein ehemaliges Medikament nicht mehr verträgt und paradox reagiert.

Und noch eine Bitte: bitte versuche eine Signatur anzulegen, wir tun uns dann leichter dir zu raten!
Geh dazu auf dein Profl, Profil ändern, und dann Signatur.

LG!
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Ginderle
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Re: Ein Hallo / Amitriptylin abgesetzt

Beitrag von Ginderle » Freitag, 14.04.17, 22:05

Wie macht ihr das mit der Verringerung der Dosis. Meine Darreichungsform ist ein Dragés mit 100mg,teilbar zu 25mg. Soll man bei Verringerung um 10% die Dosis zerstoßen und abwiegen? So eine Waage habe ich nicht

Grüße
Ginderle
Amitriptylin Kaltentzug seit 07.Apr.
Ginderle

Ginderle
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Re: Ein Hallo / Amitriptylin abgesetzt

Beitrag von Ginderle » Freitag, 14.04.17, 22:12

Danke lunetta
Amitriptylin Kaltentzug seit 07.Apr.
Ginderle

Jamie
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Re: Ein Hallo / Amitriptylin abgesetzt

Beitrag von Jamie » Freitag, 14.04.17, 22:45

hallo ginderle,

ich kann gerade aktuell nur eine hand benutzen, daher keine klein - und großschreibung - sorry. :)
erst einmal willkommen im forum :)

wenn du dich bedanken magst, kannst du das auch unkompliziert mit unserem danke-button. das symbol für danke befindet sich in der anzeige rechts oben und stellt ein *daumen hoch* symbol dar.

amitriptylin gibt es von recht vielen firmen in verschiedenen darreichungsformen; ich zb nehme es auch, ich habe es in tropfenform.
diese sind ideal zum ausschleichen. die firma, die das herstellt, heißt neuraxpharm. wäre es möglich, dass dein arzt dir das aufschreiben kann?
damit kann man sehr fein dosieren.

ich würde dir dringend empfehlen sofort oder spätestens morgen wieder einzudosieren. ein kaltentzug kann nicht gut gehen. dass es bei dir mehrfach gescheitert ist liegt nicht daran, dass du lebenslang amitriptylin brauchst, sondern dass du vermutlich durch das kalte entziehen nie eine chance hattest wirklich davon loszukommen. wer allerdings kleinschrittig über mehrere monate (manchmal auch jahre) absetzt, dessen gehirn hat die chance sich an das verminderte wirkstoffangebot anzupassen und bei dem halten sich dann auch die absetzsymptome in grenzen.

für den wiedereinstieg würde ich dir 25mg empfehlen. sollte das nicht ausreichen, kann man später immer noch höher dosieren.
mit cbd öl habe ich keine erfahrung, sehe es aber wie lunetta - es mag vielleicht individuell hilfreich sein, einen ad-entzug wird es jedoch nicht auffangen können - das kann man nur mit dem ad auffangen, das man zu schnell abgesetzt hat; sprich bei dir mit amitriptylin.

ich verlinke dir noch die wichtigsten einsteiger- infos:

situation im forum: viewtopic.php?f=43&t=12938
wie ad richtig absetzen?: viewtopic.php?f=18&t=12880

grüße
jamie
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:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478


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Jamie
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Re: Ein Hallo / Amitriptylin abgesetzt

Beitrag von Jamie » Samstag, 15.04.17, 10:24

Hallo Ginderle,

wir haben einen bestehenden CBD Öl - Thread.
Ich habe deinen Beitrag dorthin geschoben.

Über die Lupenfunktion rechts oben hast du die Möglichkeit im Forum zu stöbern und zu schauen, ob es bereits Beiträge zu einem Thema gibt, das dich interessiert.
Hier ist der Thread: viewtopic.php?f=4&t=12822

Grüße
Jamie
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