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Cymbalta (Duloxetin)... Abhängigkeit?! Folgen?!

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Re: Cymbalta (Duloxetin)... Abhängigkeit?! Folgen?!

Beitrag von Annanas »

Hallo Johannes :) ,
schön, wieder von dir zu hören (zu lesen) und daß du deine Thematik jetzt angehen kannst.

Ich stelle dir hier nochmal unseren Einführungsthread zum AD Absetzen ein - lies dir bitte alles
in Ruhe durch:
Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen
Jonny90 hat geschrieben:Ich werde als erstes versuchen, eine Signatur anzulegen. Leider kann selbige nur sehr grob sein, da mir meine Psychiaterin nicht gesagt hat, zu welchen Zeiten ich Cymbalta in welcher Dosis genommen habe. Ich werde es heute ein letztes Mal per Mail probieren, aber ich denke nicht, dass diesbezüglich eine Antwort zu erwarten ist.
Vllt bekommst du es auch allein hin - wichtig wäre für uns vor allem das letzte Jahr bis zum heutigen Tag.
Jonny90 hat geschrieben:Insgesamt bin ich weiterhin auf 90mg Cymbalta und weiß nicht, wie ich nun am besten vorgehen soll.
Johannes, in dem oben verlinkten Thread sind bestimmt schon einige Fragen beantwortet -
die dann übrigbleiben :wink: , stelle bitte gern hier!

Liebe Grüße von Anna
Vorgeschichte:
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Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016
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seit April 2018 Absetzpause, bin bei 15 Kügelchen (ca. 4,5 mg)
:arrow: Was finde ich wo im Forum?
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Re: Cymbalta (Duloxetin)... Abhängigkeit?! Folgen?!

Beitrag von Jonny90 »

Liebe Anna,

Ich sitze jetzt seit 2,5 Stunden hier und lese verschiedene Threads hier im Forum. Ich habe mir auch einiges rausgeschrieben, was ich meiner Psychiaterin durchaus mal mitteilen möchte. Allerdings muss ich gestehen, dass mich das Ganze sehr mitnimmt. Mir war nicht bewusst, wie gefährlich diese Tabletten tatsächlich sind und ich habe große Angst, dass mein Körper bereits irreversibel zerstört ist.

Weiterhin würde ich gerne so schnell wie möglich weg von diesen Medikamenten kommen, aber ich weiß nicht, ob ich die Absetzerscheinungen riskieren kann, wenn ich bedenke, dass nach den Sommerferien das stressigste Berufsjahr meines Lebens auf mich wartet. Allerdings ist es auch so, dass ich im Moment nicht zu 100% leistungsfähig bin und das Gefühl habe, dass mein Gedächtnis mich des Öfteren im Stich lässt. Lange Rede, kurzer Sinn. Ich weiß absolut nicht, ob ich mit dem Absetzen beginnen soll, oder nicht. Ich wollte mich im Falle eines Falles an der 10% Methode orientieren. Allerdings scheint mir das unfassbar aufwändig zu sein. Ich habe gerade eine meine 60er Cymbalta Kapseln geöffnet und es ist sehr schwer, die sehr kleinen Kügelchen genau zu zählen. Ich bin letztendlich bei 587 Kügelnchen herausgekommen, was im Widerspruch zu einem Forumsbeitrag steht. Ein anderer Patient hatte bei Cymbalta 60mg 540 Kügelchen gezählt.

Nun habe ich in einem anderen Thread gelesen, dass man sich pro Packung 10 Tabletten nehmen sollte, die Kügelnchen zählen und dann den Mittelwert berechnen. Ich meine, auch das ist sehr aufwändig und sehr sehr fehleranfällig beim Zählen. Gibt es keine andere Methode bzw. Tipps, um die Kügelchen leichter/sicherer zu zählen. Ich bin verzweifelt und hilflos. Vielen Dank für die Mühen.

LG Johannes
Start der Einnahme von Psychopharmaka am 04.06.2009 Diagnose: Depressionen
04.06.-05.08. -->Tafil + Laif 960
05.08.-01.11.09 -->Cymbalta 60mg
14.04.10 - 28.07.10 -->Cymbalta 60mg
28.07.10 - 09.12.10 -->Cymbalta 90mg
09.12.10 - 10.03.11 -->Cymbalta 60mg
10.03.11 - 05.07.11 -->Cymbalta 30mg
05.07.11 - 26.09.11 -->Cymbalta 60mg
26.09.11 - 14.11.11-->Laif 900 + Mesabona
14.11.11 - 01.09.12-->Cymbalta 30mg
07.11.12 - 02.01.13-->Cymbalta 30mg
02.01.13 - 23.07.13-->Cymbalta 120mg
23.07.13 - 05.10.13-->Cymbalta 30mg
04.03.14 - 31.07.14-->Cy 60mg
31.07.14 - 19.05.15-->Cy 90mg
15.07.15 - 24.09.15-->Brintellix 5 bzw. 10mg
24.09.15 - 15.11.16-->Cymbalta 60mg
15.11.16 - 18.01.17-->Sertralin 50 bzw. 100mg
18.01.17 - 08.03.17-->Cymbalta 60mg
08.03.17 - heute -->Cymbalta 90mg
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Re: Cymbalta (Duloxetin)... Abhängigkeit?! Folgen?!

Beitrag von Murmeline »

Hallo Johannes,

Ein Tipp. Hier im Thread zur Kügelchenmethode gibt es in den Folgebeiträgen Infos, wie andere ADFDler sich das Zählen erleichtern. Findet sich ab hier: http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 82#p116982

Murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier
Annanas
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Re: Cymbalta (Duloxetin)... Abhängigkeit?! Folgen?!

Beitrag von Annanas »

Hallo Johannes :) ,
Jonny90 hat geschrieben:Ich sitze jetzt seit 2,5 Stunden hier und lese verschiedene Threads hier im Forum. Ich habe mir auch einiges rausgeschrieben, was ich meiner Psychiaterin durchaus mal mitteilen möchte.
Sei aber bitte nicht enttäuscht, wenn sie verständnislos reagiert oder sogar alles bestreitet.
Die Ärzte, die in Bezug auf Probleme bei längerer Einnahme, Wirkverlust oder gar Absetzsymptomen von Psychopharmaka,
eine Ahnung haben, kann man, trotz hoher Mitgliederzahl hier im Forum, fast an den Fingern einer Hand abzählen - leider :evil: !
Jonny90 hat geschrieben: Mir war nicht bewusst, wie gefährlich diese Tabletten tatsächlich sind und ich habe große Angst, dass mein Körper bereits irreversibel zerstört ist.
Den ersten Teil deines Satzes kann ich bestätigen - mir war das auch nicht bewußt.
Zum zweiten Teil: ich denke, es ist alles reversibel - das Gehirn ist neuroplastisch u. kann sich wieder regenerieren, dh.
auch ohne den Wirkstoff wieder in sein biologisch vorgesehenes Gleichgewicht gelangen.
(Ich nehme AD schon seit 1999 :o u. hoffe/glaube, daß sich alles wieder einpendeln wird.)
Jonny90 hat geschrieben:Weiterhin würde ich gerne so schnell wie möglich weg von diesen Medikamenten kommen, aber ich weiß nicht, ob ich die Absetzerscheinungen riskieren kann, wenn ich bedenke, dass nach den Sommerferien das stressigste Berufsjahr meines Lebens auf mich wartet. Allerdings ist es auch so, dass ich im Moment nicht zu 100% leistungsfähig bin und das Gefühl habe, dass mein Gedächtnis mich des Öfteren im Stich lässt.
Das ist jetzt schwierig zu beantworten oder dir zu raten. Aber es scheint ja so, daß du trotz oder gerade wegen der Einnahme
Probleme hast - diese Gedächtnisprobleme könnten damit zusammenhängen.

Wenn du dich entscheidest, abzusetzen, könntest du ja durchaus auch nur mit 5% starten u. schauen, wie die Entwicklung hinsichtlich
evtl auftretender Symptome verläuft. Es muß nicht zwangsläufig sein, daß es dir schlecht geht - gerade wenn man auch sehr achtsam
u. kleinschrittig absetzt.
Was ich dir von mir sagen kann, ist, daß ich mit sinkender Dosis wieder viel mehr Klarheit im Kopf verspüre.
(Ich setze Venlafaxin ab - ist auch ein SSNRI wie Duloxetin - auch mit der Kügelchenmethode).
Jonny90 hat geschrieben:Ich habe gerade eine meine 60er Cymbalta Kapseln geöffnet und es ist sehr schwer, die sehr kleinen Kügelchen genau zu zählen. Ich bin letztendlich bei 587 Kügelnchen herausgekommen, was im Widerspruch zu einem Forumsbeitrag steht. Ein anderer Patient hatte bei Cymbalta 60mg 540 Kügelchen gezählt.
Ja, es ist schwer, bei mir landeten die auch schon mal in der Ecke - vor Frust!! :o
Aber du könntest dir zur Erleichterung ggf. die kleineren Dosierungen verschreiben lassen, mWn gibt es Duloxetin auch als 30mg
Kapsel. Wenn du jetzt bei 60 mg bist - nimmst du dann eine komplette 30ger u. eine gezählte Kapsel (das ist dann nicht mehr ganz
so viel zum Zählen).

Die Anzahl der Kügelchen variiert, sie sind nicht genormt - dh. die Kapseln werden nach Gewicht befüllt.
Deshalb kann es auch sein, daß innerhalb eines Blisters jede Kapsel eine unterschiedliche Anzahl an Kügelchen enthält.

Die kreativen Zählmethoden unserer Mitglieder hat dir Murmeline :) schon verlinkt.

Wenn du mit dem Zählen absolut nicht hinkommst, könntest du die Kapseln auch noch wiegen - dann müßtest du dir
aber eine Feinwaage besorgen - wenn die allerdings aus irgendwelchen Gründen den Dienst verweigert, stehst du
erstmal da u. kommst mit dem Kapselinhalt nicht mehr klar (Ist schon Jemandem hier passiert).

Liebe Grüße von Anna
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Re: Cymbalta (Duloxetin)... Abhängigkeit?! Folgen?!

Beitrag von Jonny90 »

Vielen Dank Anna. Es ist sehr lieb von dir, dass du versuchst, mich aufzumuntern.

Ich nehme im Moment sogar 90mg Cymbalta ein, sodass ich auch die 30er habe. Ich weiß noch nicht, was ich tun werde, bin sehr hilflos. Ich denke auch, dass mich das Zählen wahnsinnig machen wird. Ich kann unmöglich jede einzelne Tablette aufmachen und jeden Tag zählen. Ich werde die Methode anwenden, pro Packung 10 Tabletten zu zählen und den Mittelwert nutzen. Auch auf die Gefahr hin, dass es etwas ungenauer wird. Aber ansonsten kriegt man es ja erst recht an die Erbse. Ich hoffe, ich bin diesem Kram gewachsen, glaube im Moment noch nicht dran. Ich wünsche dir aber alles alles gute für dein Absetzen. Hattest du bisher irgendwelche schwerwiegenden kognitiven Absetzsymptome?
Start der Einnahme von Psychopharmaka am 04.06.2009 Diagnose: Depressionen
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28.07.10 - 09.12.10 -->Cymbalta 90mg
09.12.10 - 10.03.11 -->Cymbalta 60mg
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Re: Cymbalta (Duloxetin)... Abhängigkeit?! Folgen?!

Beitrag von Ululu »

Hallo Johannes,
zuerst einmal, ich finde es toll, wie du deinen Weg gehst und man spürt in deinen Posts, dass Lehrer für dich nicht nur ein Beruf sondern eine Berufung ist. Super, davon brauchen wir mehr.
Mein Eindruck ist, dass du dafür bisher 120 Prozent gegeben hast. Vielleicht hast du deine Grenzen dabei ein Wenig aus den Augen verloren. Das soll kein Vorwurf sein und vielleicht sehe ich das auch falsch, aber du sagst ja selbst, dass sich deine kognitiven Fähigkeiten bei einer höheren Dosis verbessern. Gruselig finde ich dabei, dass dich deine Psychiaterin dabei auch noch unterstützt.
In meinen Augen hat es durchaus einen Sinn, dass unser Gehirn irgendwann durch Unkonzentriertheit u.ä. Symptomen signalisiert, dass es jetzt eine Pause braucht. Diese Signale, quasi durch "Hirndoping" zu umgehen kann auf Dauer nicht gesund sein.
Du scheinst ja bisher sehr gute Ergebnisse erzielt zu haben, vielleicht genügen ja auch gute? Und du achtest dafür ein bisschen mehr auf dich und siehst zu, dass du ganz langsam und vorsichtig das Duloxetin los wirst?
Sei mir bitte nicht böse aber ich habe einen Sohn, der genauso große Ansprüche an sich selbst hatte wie du.
Die Folgen waren ein Selbstmordversuch, ein abgebrochenes Mathematikstudium und lange schwere Krankheit.
Er findet jetzt mit 28 langsam zurück ins Leben und backt deutlich kleinere Brötchen.
Ich will dir keine Angst machen, ich mache mir nur Sorgen.
Viel zu viele junge Menschen bleiben leider in unserer Leistungsbereitschaft auf der Strecke.
Im übrigen nehme ich selber unter anderem 90 mg
Duloxetin .Mich machen die Medis nur müde und dick.
Und ich habe vor nichts mehr Angst.

LG Ute
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Re: Cymbalta (Duloxetin)... Abhängigkeit?! Folgen?!

Beitrag von Annanas »

Lieber Johannes :) ,
Jonny90 hat geschrieben:Ich nehme im Moment sogar 90mg Cymbalta ein, sodass ich auch die 30er habe. Ich weiß noch nicht, was ich tun werde, bin sehr hilflos. Ich denke auch, dass mich das Zählen wahnsinnig machen wird. Ich kann unmöglich jede einzelne Tablette aufmachen und jeden Tag zählen. Ich werde die Methode anwenden, pro Packung 10 Tabletten zu zählen und den Mittelwert nutzen.
Ja, das kannst du durchaus machen - aber wie geschrieben, wenn du jetzt 90 mg (bitte denke noch an deine Signatur - sonst muß jeder Antwortende immer den ganzen Text lesen :roll: ) nimmst - dann brauchst du ja nur die 30mg Kapsel zu zählen - vorerst.

Wenn du einen guten Tag erwischst - bereitest du dir am besten gleich mehrere Kapseln vor - dann hast du die fertig,
wenn mal gar nichts in Bezug auf's Zählen geht.
Jonny90 hat geschrieben: Ich hoffe, ich bin diesem Kram gewachsen, glaube im Moment noch nicht dran.
Ach klar, das wird Routine u. irgendwann freut man sich, daß die Kügelchenanzahl abnimmt.

Sag mal, hast du denn auch mit Unruhe und Nervosität zu kämpfen?? Duloxetin wirkt ja auch sehr antriebssteigernd -
das kann selbst schon Stress auslösen. Ich konnte nicht 5 Minuten mehr stillstehen oder -sitzen - wäre am liebsten aus meiner
Haut gefahren - das dauerte aber, bis ich darauf kam, daß es vom Venlafaxin sein könnte.
Das hat sich aber mittlerweile, durch das Reduzieren, fast völlig verabschiedet, tritt nur noch ganz, ganz selten auf.
Jonny90 hat geschrieben:Hattest du bisher irgendwelche schwerwiegenden kognitiven Absetzsymptome?
Bei mir ist es so, daß ich immer in der 3. Woche nach einer Reduktion die meisten Symptome habe - da kann so ziemlich
alles dabei sein - kognitiv: manchmal Wortfindungsstörungen, Merkfähigkeit u. auch Denkvermögen etwas eingeschränkt - aber nicht
bei jeder Reduktion.

Aber das ist auch wirklich bei Jedem anders - es kann auch sein, daß du gar nicht so viel davon merkst - deshalb wäre es
vllt günstig (gerade in Anbetracht deiner Tätigkeit), mit 5% anzufangen. Da würdest du schon merken, wie sich das Absetzen
für dich gestaltet.

Es ist ja dann auch egal, wie lange es dauert, Hauptsache du kannst dein nächstes Jahr ohne große Absetzsymptome
durchziehen u. die Chance ist ggf. größer, wenn du eben kleinere Schritte machst.
Wenn du dann gar nichts davon merkst (das gibts auch), dann könntest du die nächste Reduktion vllt mit 10% fortführen oder
du bleibst bei den 5%.

Wenn man 2 oder 3 Reduktionen hinter sich hat, kann man erkennen, wieviel man absetzen kann, um alltagskompatibel u.
den beruflichen Anforderungen gewachsen zu bleiben.

Du kannst hier auch immer gern dein Befinden dokumentieren, dann können wir auch gemeinsam überlegen, wie die
Fortsetzung aussehen sollte.

Liebe Grüße von Anna
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Traurige
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Re: Cymbalta (Duloxetin)... Abhängigkeit?! Folgen?!

Beitrag von Traurige »

Lieber Johannes,

ich drücke Dir ganz fest die Daumen für Dein Vorhaben und bin überzeugt, mit der Hilfe der super netten Leute hier wirst Du das schaffen! Ich selbst habe den Entzug auch noch vor mir und blicke dem Ganzen recht zuversichtlich entgegen weil sich hier immer eine gute Unterstützung findet.

Liebe Grüße
von Maria
1999 Burnout mit Diagnose V.a. paranoide Psychose, vorübergehende psychotische Störung (Medikament: Perazin, 60 mg; 2003 langsam ausgeschlichen ohne Probleme)
2011 schwere Depression mit psychotischen Symptomen (Medikament: Duloxetin 60 mg)
2015 schwere Depression mit psychotischen Symptomen nach Absetzversuch von Duloxetin (Medikamente: Duloxetin 60 mg; Risperidon 2 mg)
2016 mittelschwere Depression mit psychotischen Symptomen nach Absetzversuch von Risperidon (Medikamente: Duloxetin 60 mg; Risperidon 2 mg), Angststörung
April 2019 1 Woche Klinik, Diagnose schwere Depression mit psychotischen Symptomen
November 2019 eine Woche Klinik wegen Depression und Panik, Ängsten. Steht auch wieder psychotische Symptome drin :cry:

18.02.2017
Täglich
60mg Duloxetin
2mg Risperidon
Außerdem noch Cortison wegen Asthma und Blutdrucksenker wegen zu hohem Blutdruck - Update: Cortison abgesetzt wegen depressionsfördernder Wirkung. Blutdrucksenker reduziert auf 12,5 mg Hygroton täglich.
November 2019 Hygroton wird durch Ramipril ersetzt. Dieses entwässert nicht. Gewichtszunahme.

Ab Ende März zusätzlich Eferox 25 Mikrogramm
ab 23.07.2018 Erhöhung auf 37,5 Mikrogramm Eferox und Einnahme von Eisentabletten
ab 30.07.2018 Erhöhung auf 50 Mikrogramm Eferox
ab 06.08.2018 Reduzierung auf 37,5 Mikrogramm Eferox
inzwischen wieder erhöht auf 50 Mikrogramm (genauen Zeitpunkt muss ich recherchieren)
ab 03.04.2019 25 Mikrogramm Eferox
29.01.2020 derzeit 50 Mikrogramm Eferox

Ab 17.08.2018 Duphaston 10 mg morgens und abends für 14 Tage - massive gynäkologische Blutungen
Januar 2020 Ausschabung

18.05.2017 Reduzierung des Risperidon von 2 mg auf 1,5 mg
im August 2017 Absetzen des Cortisonpulvers, starke Verbesserung der Depression
21.09.2017 Reduzierung des Risperidon von 1,5 mg auf 1,25 mg
25.10.2017 Reduzierung des Risperidon von 1,25 mg auf 1,125 mg
05.11.2017 Reduzierung des Risperidon von 1,125 mg auf 1,0 mg
05.03.2018 Reduzierung des Risperidon von 1,0 mg auf 0,875 mg
09.04.2018 Reduzierung des Risperidon von 0,875 mg auf 0,75 mg
21.05.2018 Reduzierung des Risperidon von 0,75 mg auf 0,625 mg
17.07.2018 Reduzierung des Risperidon von 0,625 mg auf 0,5 mg
22.08.2018 Reduzierung des Risperidon von 0,5 auf 0,375 mg
01.10.2018 Reduzierung des Risperidon von 0,375 auf 0,25 mg
ab Anfang April 2019 Erhöhung Risperidon von 0,25 auf 0,5 mg

Bei Bedarf Neurexan
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Re: Cymbalta (Duloxetin)... Abhängigkeit?! Folgen?!

Beitrag von Jonny90 »

Vielen Dank für die netten Antworten und Beiträge. Ich habe mich dazu durchgerungen, das Ganze mal zu versuchen. Ich meine, im schlimmsten Fall muss ich eben wieder hochdosieren, aber die Chance, dass es mir besser geht, ist natürlich auch gegeben. Ich würde allerdings sehr gerne bereits mit 10% anfangen.
Als ich die Tablette relativ abrupt, also in den Schritten 120, 90, 60, 30, 0 innerhalb von wenigen Wochen abgesetzt habe, habe ich eigentlich nur wenige bemerkenswerte Absetzsymptome bemerkt, zumindest solange kein größerer Stress an der Universität anstand, sodass ich dache, ich brächte die Tablette nicht. Als der Stress aber wieder losging, musste ich mehrmals wieder eindosieren. Dieses Mal soll dies nicht passieren, weswegen ich angedacht hatte, dass ich immer um 10% reduziere, aber eben in 6 Wochen Schritten. Denkt ihr, dass das eine gute Alternative ist?

Schließlich wollte ich nachfragen, ob man die Pillen denn stets wieder befüllen muss, oder ob man auch die Kügelchen ohne die Hülle schlucken kann. Vielen Dank für alles.

Ich werde jetzt erstmal knapp 2 Wochen Urlaub machen, aber danach fange ich mit dem Reduzieren an. Ich werde euch auf dem Laufenden halten.

Liebe Grüße
Johannes
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28.07.10 - 09.12.10 -->Cymbalta 90mg
09.12.10 - 10.03.11 -->Cymbalta 60mg
10.03.11 - 05.07.11 -->Cymbalta 30mg
05.07.11 - 26.09.11 -->Cymbalta 60mg
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02.01.13 - 23.07.13-->Cymbalta 120mg
23.07.13 - 05.10.13-->Cymbalta 30mg
04.03.14 - 31.07.14-->Cy 60mg
31.07.14 - 19.05.15-->Cy 90mg
15.07.15 - 24.09.15-->Brintellix 5 bzw. 10mg
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Re: Cymbalta (Duloxetin)... Abhängigkeit?! Folgen?!

Beitrag von Traurige »

Hallo Johannes,

meines Wissens sollten die Kügelchen zum Einnehmen wieder in die Kapsel gepackt werden. Und man kann sich auch Leerkapseln kaufen, dann werden die übrig gebliebenen Kügelchen nicht verschwendet sondern können ebenfalls verwendet werden.

Liebe Grüße
von Maria
1999 Burnout mit Diagnose V.a. paranoide Psychose, vorübergehende psychotische Störung (Medikament: Perazin, 60 mg; 2003 langsam ausgeschlichen ohne Probleme)
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2015 schwere Depression mit psychotischen Symptomen nach Absetzversuch von Duloxetin (Medikamente: Duloxetin 60 mg; Risperidon 2 mg)
2016 mittelschwere Depression mit psychotischen Symptomen nach Absetzversuch von Risperidon (Medikamente: Duloxetin 60 mg; Risperidon 2 mg), Angststörung
April 2019 1 Woche Klinik, Diagnose schwere Depression mit psychotischen Symptomen
November 2019 eine Woche Klinik wegen Depression und Panik, Ängsten. Steht auch wieder psychotische Symptome drin :cry:

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Außerdem noch Cortison wegen Asthma und Blutdrucksenker wegen zu hohem Blutdruck - Update: Cortison abgesetzt wegen depressionsfördernder Wirkung. Blutdrucksenker reduziert auf 12,5 mg Hygroton täglich.
November 2019 Hygroton wird durch Ramipril ersetzt. Dieses entwässert nicht. Gewichtszunahme.

Ab Ende März zusätzlich Eferox 25 Mikrogramm
ab 23.07.2018 Erhöhung auf 37,5 Mikrogramm Eferox und Einnahme von Eisentabletten
ab 30.07.2018 Erhöhung auf 50 Mikrogramm Eferox
ab 06.08.2018 Reduzierung auf 37,5 Mikrogramm Eferox
inzwischen wieder erhöht auf 50 Mikrogramm (genauen Zeitpunkt muss ich recherchieren)
ab 03.04.2019 25 Mikrogramm Eferox
29.01.2020 derzeit 50 Mikrogramm Eferox

Ab 17.08.2018 Duphaston 10 mg morgens und abends für 14 Tage - massive gynäkologische Blutungen
Januar 2020 Ausschabung

18.05.2017 Reduzierung des Risperidon von 2 mg auf 1,5 mg
im August 2017 Absetzen des Cortisonpulvers, starke Verbesserung der Depression
21.09.2017 Reduzierung des Risperidon von 1,5 mg auf 1,25 mg
25.10.2017 Reduzierung des Risperidon von 1,25 mg auf 1,125 mg
05.11.2017 Reduzierung des Risperidon von 1,125 mg auf 1,0 mg
05.03.2018 Reduzierung des Risperidon von 1,0 mg auf 0,875 mg
09.04.2018 Reduzierung des Risperidon von 0,875 mg auf 0,75 mg
21.05.2018 Reduzierung des Risperidon von 0,75 mg auf 0,625 mg
17.07.2018 Reduzierung des Risperidon von 0,625 mg auf 0,5 mg
22.08.2018 Reduzierung des Risperidon von 0,5 auf 0,375 mg
01.10.2018 Reduzierung des Risperidon von 0,375 auf 0,25 mg
ab Anfang April 2019 Erhöhung Risperidon von 0,25 auf 0,5 mg

Bei Bedarf Neurexan
Annanas
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Re: Cymbalta (Duloxetin)... Abhängigkeit?! Folgen?!

Beitrag von Annanas »

Hallo Johannes :) ,
Jonny90 hat geschrieben:Als ich die Tablette relativ abrupt, also in den Schritten 120, 90, 60, 30, 0 innerhalb von wenigen Wochen abgesetzt habe, habe ich eigentlich nur wenige bemerkenswerte Absetzsymptome bemerkt, zumindest solange kein größerer Stress an der Universität anstand, sodass ich dache, ich brächte die Tablette nicht. Als der Stress aber wieder losging, musste ich mehrmals wieder eindosieren.
Vllt haben sich da doch Absetzsymptome bemerkbar gemacht - gerade, wenn dir das Eindosieren wieder eine Besserung
brachte. Diese Symptomatik kann auch gern zeitverzögert (manchmal um Monate :cry: ) auftreten!

Das ist auch das Schlimme - niemand, die Ärzte schon mal gar nicht, bringen das dann in Verbindung, sondern
diagnostizieren eine Wiederkehr der "Grunderkrankung" u. empfehlen im besten Fall eine Wiedereindosierung (meistens aber zu hoch) oder
verordnen ein anderes AD. :evil:
Jonny90 hat geschrieben: aber die Chance, dass es mir besser geht, ist natürlich auch gegeben. Ich würde allerdings sehr gerne bereits mit 10% anfangen.
Auf jeden Fall besteht da eine große Chance u. du kannst ruhig mit 10% anfangen - die 5% waren auch nur eine Empfehlung -
ggf. muß man dann in die eine oder andere Richtung nachjustieren.Wichtig ist dein eigenes Be- u. Empfinden.

Die Kügelchen bitte in der Kapsel einnehmen - dazu hat dir Maria :) ja schon geantwortet.

Dann bleibt mir nur noch, dir erstmal einen schönen Urlaub zu wünschen Bild, erhol' dich gut!

Melde dich gerne, wenn du den Urlaub "überstanden" hast,
lG von Anna
Vorgeschichte:
► Text zeigen
Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016
► Text zeigen

seit April 2018 Absetzpause, bin bei 15 Kügelchen (ca. 4,5 mg)
:arrow: Was finde ich wo im Forum?
Hinweis:
Meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und gründen sich auf Erfahrungswerten - meinen eigenen und denen anderer Betroffener sowie den wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.


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Re: Cymbalta (Duloxetin)... Abhängigkeit?! Folgen?!

Beitrag von Jonny90 »

Hallo Anna,

Vielen Dank für deine Antwort.
Leider habe ich mich noch nicht dazu durchringen können, mit meinem Unterfangen zu starten. Ich möchte mein Referendariat um jeden Preis gut abschließen. Es ist so, dass ich wirklich realisiere, dass ich für diesen Beruf prinzipiell sehr gut geeignet bin, da ich mit den Schülerinnen und Schülern sehr gut umgehen kann und von allen rückgemeldet bekomme, dass ich eine tolle Ausstrahlung und Persönlichkeit für diesen Beruf hätte. Das sei das, was sich nicht erlernen lässt und was man mitbringen sollte.
Das Einzige, das ich jetzt noch brauche, ist ein einigermaßen funktionierender Kopf, damit ich mir die nötigen Inhalte, Methodik etc. erarbeiten kann. Leider fühle ich mich im Moment kaum dazu in der Lage. Ich kann mich nur sehr schwer konzentrieren und ich bin oft unglaublich müde und antriebslos. Dementsprechend weiß ich wirklich nicht, was ich tun soll. Ich nehme im Moment 90mg Cymbalta ein, was angeblich positiv auf kognitive Fähigkeiten wirken soll.
Vor 2,5 Jahren, als ich vor den Abschlussprüfungen an der Universität stand, ging es mir bereits ähnlich. Da habe ich auf 90 MG erhöht und das hat wirklich zu besseren Leistungen beim Lernen geführt, sodass ich meinen Abschluss mit 1,6 machen konnte. Ich meine, ich habe wohl das Potential und nur durch die Krankheit sind die kognitiven Leistungen stellenweise eingeschränkt. Aber im Moment scheint mir der Kram überhaupt nicht mehr zu helfen, wobei ich eben auch nicht weiß, wie es komplett ohne wäre.
So, nun schlage ich mich schon so lange mit dieser Entscheidung herum und nerve euch hier im Forum. Ich habe meine Psychiaterin um eine Auflistung der verschriebenen Medikamente gegeben. Dem ist sie nachgekommen. Das Ganze ist nicht all zu ausführlich, aber ich werde auf der Basis dieser Auflistung versuchen, eine möglichst genaue Signatur zu erstellen.
Ich bitte so sehr um Rat. Ich habe in den kommenden Wochen und Monaten zwar sehr wenig Zeit durch das Referendariat, aber ich werde versuchen, weiterhin viel Sport zu machen, regelmäßig zu schlafen und etwas für mich zu tun, um die Symptome nicht noch schlimmer werden zu lassen. Ich möchte mir mein Leben nicht versauen und habe das Gefühl, dass ich es aufgrund der Krankheit, oder vielleicht aufgrund der Medikation tue. Bitte, ich brauche eure Hilfe. Soll ich es versuchen, um 10% zu reduzieren?!

Liebe Grüße
Johannes
Start der Einnahme von Psychopharmaka am 04.06.2009 Diagnose: Depressionen
04.06.-05.08. -->Tafil + Laif 960
05.08.-01.11.09 -->Cymbalta 60mg
14.04.10 - 28.07.10 -->Cymbalta 60mg
28.07.10 - 09.12.10 -->Cymbalta 90mg
09.12.10 - 10.03.11 -->Cymbalta 60mg
10.03.11 - 05.07.11 -->Cymbalta 30mg
05.07.11 - 26.09.11 -->Cymbalta 60mg
26.09.11 - 14.11.11-->Laif 900 + Mesabona
14.11.11 - 01.09.12-->Cymbalta 30mg
07.11.12 - 02.01.13-->Cymbalta 30mg
02.01.13 - 23.07.13-->Cymbalta 120mg
23.07.13 - 05.10.13-->Cymbalta 30mg
04.03.14 - 31.07.14-->Cy 60mg
31.07.14 - 19.05.15-->Cy 90mg
15.07.15 - 24.09.15-->Brintellix 5 bzw. 10mg
24.09.15 - 15.11.16-->Cymbalta 60mg
15.11.16 - 18.01.17-->Sertralin 50 bzw. 100mg
18.01.17 - 08.03.17-->Cymbalta 60mg
08.03.17 - heute -->Cymbalta 90mg
Jamie
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Re: Cymbalta (Duloxetin)... Abhängigkeit?! Folgen?!

Beitrag von Jamie »

Hallo Johannes,

90mg Duloxetin sind ja nicht gerade wenig.
Ich denke du leidest, wenn ich mir deine Beschreibung durchlese, an poop out.
Sprich Wirkverlust.
Alle AD bergen dieses Risiko, weil sich das Gehirn in deren Anwesenheit umbaut und Gegenregulationsmechanismen ergreift.
Meist steigern die Ärzte dann die Dosis, das geht dann ein par Wochen und Monate gut und dann ist man wieder beim gleichen Stand wie vorher.
AD Dosen sind aber nicht beliebig steigerbar; irgendwann ist das Ende der Fahnenstange erreicht.

Falls du oder deine Ärztin also erwägen die Dosis auf 120mg zu steigern, sei dir das ein Hinweis und gleichzeitig eine Warnung. Das wäre Höchstdosis.

So lange du nicht weißt, was du möchtest, ist es natürlich schwer für uns zu helfen.

Es kann sein, dass deine Symptome Nebenwirkungen des Duloxetins sind. Oder Zeichen des poop outs.
Ob sie etwas mit "Grunderkrankung" zu tun haben, das weiß ich nicht und wage auch zu bezweifeln.
AD können ja auch nicht heilen, sie deckeln nur oder pushen eben phasenweise.

Wie lange geht das denn noch mit deinem Referendariat? Wann ist das vorbei?
Irgendwann solltest du, spätestens nach dem Referandariat und wenn dein Job in sicheren Tüchern ist, wirklich weg davon; es sind ja jetzt bereits schon Anzeichen da, dass das Duloxetin dir nicht gut tut.

Du kannst auch wahlweise tatsächlich mal schauen, ob was passiert (und was passiert), wenn du auf 80mg gehst (also ca. 10% weniger)? Es ist ja wirklich so, dass AD, die man nicht so gut verträgt, oft besser verträglich werden (im Sinne von NW reduzieren sich), wenn man die Dosis senkt. Das wäre ein Versuch, über den du nachdenken kannst.

Grüße
Jamie
...........SIGNATUR...............


Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478


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