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Liebe Mitglieder des ADFD, liebe Interessierte.
Aufgrund anhaltender Neuanmeldungen, Urlaubszeit und Unterbesetzung in den Teams sieht sich die Moderation leider gezwungen, das Forum temporär für Neuanmeldungen zu schließen.
Wir peilen einen Zeitraum von circa 8 Wochen an (ein Enddatum wird noch bekannt gegeben).
Wir bedauern diesen Schritt sehr, er ist aber nötig, um der Verantwortung füreinander, aber auch für unsere eigene Gesundheit, nachzukommen.

Neu-Interessierte finden alle wichtigen Infos rund ums Absetzen gut verständlich erklärt im öffentlich zugänglichen Teil des Forum.
Hier viewtopic.php?f=35&t=16516 findet ihr Antworten auf die wichtigsten Fragen und links zu weiterführenden Erläuterungen.

Die Teams des ADFD




Wechsel Citalopram auf Escitalopram

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
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Mwallus
Beiträge: 19
Registriert: Dienstag, 09.05.17, 18:16

Wechsel Citalopram auf Escitalopram

Beitrag von Mwallus » Dienstag, 09.05.17, 18:31

Hallo liebe User,

Ich bin neu hier und kämpfe seit 3 Jahren mit einer Angststörung gepaart mit einer Depression.
Ich hatte früher sehr hohe Erwartungen an mich selbst und habe mich auch sehr gestresst deswegen.
Dann hatte ich eine heftige Panikattacke im Urlaub und seit dem eine Benommenheit im Kopf, mal besser mal schlimmer und mal ganz weg.
Angefangen hatte ich mit 10 mg citalopram vor 2 jahren, was mir schon echt schwer gefallen ist. Hatte 4 wochen lang Probleme mit dem Medi, über knapp 3 Monate dann hoch auf 20mg, da war es dann okay, die Benommenheit war noch da, aber konnte besser damit leben. Vor knapp 4 monaten dann ausgeschlichen und sogar der Schwindel war weg.
Ich hatte kurz darauf 1 monat wieder viel stress auf der Arbeit, und Stress den ich mir selber gemacht habe. Es kam wieder panik, depression und benommenheit.
Ich habe wieder 10 mg citalopram verschrieben bekommen, und wieder ca 4 Wochen gebraucht bis es ging.
Nach 7 Wochen hatte ich nun eine neuvorstellung bei einem anderen Neurologen, da ich mit meinem alten nicht gut konnte. Er hat mich jetzt auf Escitalopram umgestellt.
Nehme es jetzt seit 6 Tagen ein und fühle mich so als würde ich wieder von vorne beginnen.. starke Benommenheit, Unruhe, Angst, Zukunftsängste und Weinerlichkeit.
Ich nehme aktuell 5mg und soll dann in 8 Tagen hoch auf 10 mg.

Nun meine Frage:
Macht eine Wechsel in der selben Medigruppe solche Probleme??

Vielen Dank für eure Antworten.

Chrissie
Beiträge: 164
Registriert: Dienstag, 21.02.17, 15:11

Re: Wechsel Citalopram auf Escitalopram

Beitrag von Chrissie » Dienstag, 09.05.17, 19:29

Hallo und willkommen hier im Forum!
Es wäre wichtig zu wissen in welchem Zeitraum du die 20mg Citalopram abgesetzt hast.
Eventuell warst du viel zu schnell beim Auschleichen und was dann kam waren Absetzsymptome.
Leg doch bitte eine Signatur an mit genauen Daten und Dosierungen, dann ist es leichter nachzuvollziehen, evtl. hab ich das jetzt auch falsch rausgelesen.
Du wirst noch weitere Rückmeldungen erhalten, bin noch etwas unerfahren, arbeite aber dran :D
Erstmal viele Grüße von Chrissie
Februar 2016: schwere depressive Episode mit Panikstörung Opipramol und Mirtazapin
März 2016: 2 Wochen Klinik, Umstellung auf Citalopram 20 mg
Dezember 2016: Citalopram auf 10 mg runterdosiert, erneute schwere Depression mit Suizidgedanken, Citalopram hoch auf 40 mg :cry: bin mittlerweile ziemlich sicher dass das keine erneute Depression war sondern massive Entzugserscheinungen, hatte aus Unwissenheit innerhalb einer Woche die Dosis halbiert
Ab 21.Juni 2017: wieder bei 20 mg Citalopram
Ab 13.Juli : 125 mg Pregabalin (neuropathische Schmerzen)
Ende August : 100 mg Pregabalin
Ab 21.September :450mg Quilonoum (Diagnose bipolar bekommen, nicht nur Depressionen :evil: )
Ab 02.Oktober : 75 mg Pregabalin
Ab Nov. : 675mg Quilonum
Ab Dez.: 50 mg Pregabalin
Ab Januar 2018 : 900mg Quilonum, 40mg Pregabalin
Ab März 20018 13wöchiger Klinikaufenthalt aufgrund extremer Stimmungsschwankungen , Diagnose bipolare Störung mit ultra rapid cycling ; Citalopram wurde ausgeschlichen ohne Probleme, wenigstens etwas!
Stand Februar 2019: 50 mg Pregabalin, 1125mg Lithium, 200mg Lamotrigin (seit Mai 2018), 10mg Abilify (seit 11.02.)
Das Abilify wurde gegen 50 mg Quetiapin ausgetauscht das ich ebenfalls seit Mai 2018 genommen habe
Für mich momentan der Horror, wollte alles loswerden und rutsche da nur von einem Medi zum Anderen :?

Mwallus
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Re: Wechsel Citalopram auf Escitalopram

Beitrag von Mwallus » Dienstag, 09.05.17, 20:04

Ich habe die 20 mg ca 3 monate genommen, dann war mir der Antrieb zu heftig.
Bin dann runter auf 15 dann auf 10 mg bei denen ich dann auch noch ca 4 Monate war. Da ging es mir dann auch wieder gut, keine panik mehr und angst, ich dachte ich wäre dann stabil und bin dann in kleinen schritten runter auf 0 ca 3 monate gedauert bis jetzt im Januar. Danach ging es mir echt gut ohne. Hatte vl 2 wochen absetzprobleme. Nach nem monat wieder rückschlag dann ging die Geschichte siehe oben weiter.

Mwallus
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Re: Wechsel Citalopram auf Escitalopram

Beitrag von Mwallus » Dienstag, 09.05.17, 20:10

Alles in allem kann man sagen dass ich gut ein jahr von 20 auf 0 runter bin

Mwallus
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Re: Wechsel Citalopram auf Escitalopram

Beitrag von Mwallus » Dienstag, 09.05.17, 20:15

Was mich Aber viel mehr interessiert:
Warum ist der direkte Umstieg von citalopram auf escitalopram aktuell so schwierig?ich hätte nicht gedacht, dass es mir wieder schlechter geht.. medis sind ja in der selben Gruppe und escitalopram soll ja besser verträglich sein.
Eigentlich will ich auch keine andere Gruppe einnehmen wegen nws.
Will nicht dass mein job gefährdet ist, war erst vor kurzem schon 4 wochen daheim wegen einschleichen und meinem Körper ne pause zu gönnen.

padma
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Re: Wechsel Citalopram auf Escitalopram

Beitrag von padma » Dienstag, 09.05.17, 22:31

hallo Mwallus, :)

willkommen im ADFD.

Das ADFD ist ein psychopharmakakritisches Forum, wir unterstützen uns hier gegenseitig beim Ausschleichen von Psychopharmaka.
Unser Anliegen ist nicht, das Umstellen von einem AD auf ein anderes.
Siehe hier: viewtopic.php?f=35&t=1811

Chrissie :) hat so genau nachgefragt, weil die Vermutung nahe liegt, dass das Wiederauftreten deiner Symptomatik nicht deine Grunderkrankung sondern eine Absetzproblematik ist.

Du bist in 3 Monaten von 10 mg auf 0 gegangen, das war viel zu schnell. Wir empfehlen Reduktionen von höchstens 10 % alle 4 - 6 Wochen. Da Absetzsymptome gerne zeitverzögert auftreten, ist es sehr wahrscheinlich, dass dein "Rückschlag" Absetzsymptome sind, getriggert durch den Stress, den du hattest.

Zu deiner Frage:
Die Umstellung auf ein anderes Medikament, auch wenn der Wirkstoff sehr ähnlich ist, kann durchaus grosse Probleme machen. Dies ist insbesonders dann der Fall, wenn das Nervensystem bereits durch zu schnelles Absetzen gereizt ist.
ich nehme aktuell 5mg und soll dann in 8 Tagen hoch auf 10 mg.
10 mg Escitalopram entspricht ungefähr 20 mg Citalopram. Du hättest dann wieder die gleiche aufputschende Wirkung. Der Sinn dieser Umstellung leuchtet mir nicht ein.

Ich würde zurück auf die 10 mg Citalopram gehen und die dann nach einer Stabilisierungsphase langsam ausschleichen
Hier die wichtigsten Infos zur Absetzproblematik und zum Ausschleichen viewtopic.php?f=18&t=12880

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




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Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.


Jamie
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Re: Wechsel Citalopram auf Escitalopram

Beitrag von Jamie » Dienstag, 09.05.17, 22:37

Hallo mwallus,
Warum ist der direkte Umstieg von citalopram auf escitalopram aktuell so schwierig?ich hätte nicht gedacht, dass es mir wieder schlechter geht.. medis sind ja in der selben Gruppe und escitalopram soll ja besser verträglich sein.
Ich kann dir diese Frage nicht beantworten, keiner kann das.
Es gibt nämlich überhaupt keine Garantie, dass es von vornherein gut gehen sollte.
Viele Menschen reagieren empfindlich auf AD und haben bereits beim Einschleichen Probleme, so wie du auch.

Dass man das Medikament einer Gruppe verträgt heißt nicht, dass man ein anderes Medikament der gleichen Gruppe auch verträgt.
Erschwerend kommt hinzu, dass das ZNS, je öfters es in Kontakt mit psychoaktiven Substanzen kommt, dazu neigt, von Mal zu Mal empfindlicher zu reagieren.
Einige Menschen können ein paar mal gut AD einnehmen und absetzen und irgendwann kommt der Knall, aus dem Nichts.

Ich nehme an, dass dein ZNS auch bereits gereizt ist und ferner, dass dein Körper das Escitalopram einfach auch nicht richtig verträgt.
Das schnelle Runterdosieren tut sein Übriges.
Man sollte hellhörig werden, wenn das Einschleichen solche Probleme macht. Oft geht es dann auch nicht viel besser weiter.

Es ist auch nicht wahr, dass Escitalopram besser verträglich ist als Citalopram. Das ist völlig individuell, wie etwas vertragen wird. Es wird genauso viele Menschen geben, die sagen, dass sie Citalopram besser vertragen [und andersrum auch].

Mittelfristig - und langfristig sowieso - wäre es gut für dich zu überlegen, ob du nicht auch Strategien findest, Stress und Druck in deinem Leben anders zu bewältigen als mit AD. Diese können ja nur deckeln und unterdrücken, aber nicht heilen. Auch "Rückfälle" kommen meist nicht aus dem Nichts, sondern kündigen sich an (werden aber zumeist ignoriert). Optimal wäre es, schon lange vor einem Crash Mittel und Wege zu finden, damit die Lage erst gar nicht eskaliert und sich damit selbst helfen zu können :).

PS. Wir achten hier auf ein höfliches Miteinander. Bitte beginne doch deine Beiträge mit einem Hallo o. Ähnliches und am Ende mit einem Abschiedsgruß. Das liest sich gleich viel freundlicher. Danke :).

Gute Nacht
wünscht Jamie

-------- edit: überschnitten mit padma :)
...........SIGNATUR...............


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Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478


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Mwallus
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Re: Wechsel Citalopram auf Escitalopram

Beitrag von Mwallus » Mittwoch, 10.05.17, 8:17

Hallo guten Morgen,

Vielen Dank für Eure Unterstützung.

Aktuell schwanke ich jeden morgen zwischen weinerlichkeit und angst bzw panik, dass war am Anfang mit Citalopram auch so.
Ich tu mir anscheinend generell mit ad schwer. Bei citalopram hat es auch 4 wochen gedauert, bis es mir besser ging.
Ich habe einfach schiss wenn ich jetzt wieder zurückgehe, dass es noch schlimmer wird.
Leider neige ich auch dazu sehr schnell aufzugeben.
Ich sitze gerade auf der Arbeit und könnte wieder nur weinen, vor 2 wochen war das nicht mehr so, als ich gut auf die 10 mg angesprungen bin.

Viele Grüße

Marcel

Mwallus
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Re: Wechsel Citalopram auf Escitalopram

Beitrag von Mwallus » Mittwoch, 10.05.17, 8:22

Hallo noch ein kleiner Edit,

Zur Zeit fühle ich mich auch so verpeilt,ich kann manchnal gar nicht richtig denken und arbeite halt viel mit zahlen, das macht das ganze nicht besser.
Mache zur zeit auch eine begleitende Psychotherapie.

Lisamarie
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Re: Wechsel Citalopram auf Escitalopram

Beitrag von Lisamarie » Mittwoch, 10.05.17, 9:22

Hallo Mwalius, ich denke du bist im Citalopram Entzug, du hast viel zu schnell abgesetzt , dazu ein Wechsel, der nicht den geringsten Sinn ergibt und deinem ZNS in neuen Stress versetzt. Also ich würde sofort das Escitalopram weglassen und wieder aufs Citalopram zurück wechseln. Und es dann langsam ausschleichen. So wie Padma schrieb.

Das du eine Psychotherapie machst ist der richtige Weg um einen anderen Umgang mit deiner Erkrankung zu erlernen. Psychopharmaka deckeln im besten Fall nur Symthome , heilen aber nicht, nie.
Lg Petra
2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
Bis auf die Praxiten von heute auf morgen kalt abgesetzt, erste Absetzbeschwerden nach sechs Wochen, aber dann
6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:
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Claudiiii
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Re: Wechsel Citalopram auf Escitalopram

Beitrag von Claudiiii » Mittwoch, 10.05.17, 9:29

Hallo Marcel,

Auch von mir willkommen im Forum.
Gut, dass du eine Psychotherapie machst. Denkst du es hilft dir, dass du dein Leben besser organisieren kannst, damit du nicht wieder in eine Überforderungssituation durch Stress kommst? Ich denke verschiedene Techniken zu erlernen, wie man auf sich selbst besser Acht geben kann und auch wie man mit auftauchenden Ängsten besser umgehen kann ist sehr wertvoll.

Die Medikamente geben dir zwar zunächst Sicherheit, aber es gibt viele Nebenwirkungen, die du auch schon kennen lernen durftest. Oft kommt es auch zum Abschwächen der Gefühle. Man möchte ja sein Leben nicht wie betäubt leben. Langzeitschäden dieser Medikamente kann auch niemand abschätzen. Gut für die Gesundheit ist es mit Sicherheit nicht.
Du nimmst das neue Medikament ja jetzt erst seit 6 Tagen. Da sich bei Antidepressiva relativ schnell eine Gewöhnung/Sucht einstellen kann, würde ich das Medikament so schnell wie möglich absetzen. Ich vermute auch, dass du noch mit dem Entzug des Citalopram zu kämpfen hast. Wenn du dich mal im Forum umschaust, wirst du feststellen, dass viele hier sehr langsam absetzen müssen und trotzdem extreme Absetzprobleme haben. Eine erneute Eindosierung des Citalopram könnte die Symptome abschwächen, sodass du dich erstmal wieder stabilisieren kannst. Dazu hast du ja schon Hinweise von Padma :) bekommen.

Dass du Angst hast kann ich gut verstehen, denn niemand kann dir mit Sicherheit sagen, wie und wann es dir am schnellsten besser geht. Es kann schon sein, dass es noch eine Weile dauert, bis sich dein gereiztes Nervensystem wieder einpendelt.
Vielleicht hast du ein Bauchgefühl, was jetzt das richtige wäre? Ich kann dir nur sagen, dass vor allem die Team-Mitglieder des Forums sehr viel Erfahrung haben, wahrscheinlich viel mehr als die meisten Ärzte, da es hier viele schwere Fälle gibt. Deshalb ist ihr Rat vermutlich das Beste, was du gerade bekommen kannst.

Ich wünsche dir ganz viel Erfolg und drücke dir die Daumen, dass es bald besser wird,
Claudi

PS: Überschnitten mit Petra :)
Aufgrund von Panikattacken und Angst Venlafaxin bis 75mg eindosiert, außerdem 7,5mg Mirtazapin. Nach 1 Monat Beginn mit Absetzen, durch zu schnelles Absetzen extreme Symptome: Durchfall, Übelkeit bis zum Erbrechen, Traurigkeit, Angst und Panik schlimmer als je zuvor. Besserung durch erneutes Hochdosieren von Venlafaxin. Mirtazapin unter Qualen und Hartnäckigkeit losgeworden.

ab 08.07.16 37,5mg Venlafaxin
ab 15.07.16 75mg = Maximaldosis
ab 08.08.16 Beginn mit Absetzen
Nach viel zu schneller Reduktion (alle 4 Tage 12,5mg) und wieder minimalem Hochdosieren auf 25mg stabilisiert und auf Kügelchen-Präparat umgestiegen
20.10.16 55 Kügelchen 18mg
20.11.16 45 Kügelchen 15mg
15.12.16 35 Kügelchen 11,5mg
11.01.17 25 Kügelchen 6,9mg
08.02.17 15 Kügelchen 4,2mg
08.03.17 10 Kügelchen 2,8mg zu großer Schritt daher
09.03.17 12 Kügelchen 3,3mg schlimmste Symptome
11.05.17 13 Kügelchen 3,6mg Aufdosiert, da keine Stabilisierung in Sicht war
09.10.17 12 Kügelchen 3,3mg endlich weiter runter, seitdem kaum Symptome
10.10.17 11 Kügelchen 3,4mg (neue Packung mit weniger Kügelchen pro Kapsel)
11.11.17 10 Kügelchen 3,1mg
12.12.17 09 Kügelchen 2,8mg
18.01.18 08 Kügelchen 2,5mg
12.03.18 07 Kügelchen 2,2mg
25.04.18 06 Kügelchen 1,9mg
08.06.18 05 Kügelchen 1,6mg
20.07.18 04 Kügelchen 1,2mg
08.08.18 04 Kügelchen 1,1mg (neues Präperat mit mehr Kügelchen pro Kapsel)
22.08.18.03 Kügelchen 0,8mg
15.10.18 02 Kügelchen 0,5mg
04.12.18 01 Kügelchen 0,3mg
07.02.19 00 Kügelchen 0,0mg
Symptome nach (zu schneller) Reduktion am Morgen extrem und schrecklich: Nervosität, Anspannung, schneller Puls, Angst, Panik, extreme Blähungen, zeitiges Aufwachen, dann Durchfall, manchmal mit Übelkeit bis zum Würgen, teilweise Erbrechen.

Dann Symptome auch ganztägig verteilt: plötzliche Kraftlosigkeit, Müdigkeit, Gefühl das Gehirn schwitzt und ist warm, Unwirklichkeitsgefühl, vereinzelt Anflug von Panik, Traurigkeit, Weinerlichkeit, Pessimismus, wirre Träume.

Nachmittags ist es oft gut und es gibt auch Symptomfreie Tage, wenn ich dann endlich auf einer Dosis stabilisiert bin.

Immer wieder, auch außerhalb der schlimmen Wellen:
schmerzhafte Nacken- und Rückenverspannungen, ständig Blähungen und täglich Durchfall, selten kurzes aber schmerzhaftes Stechen im rechten Unterbauch, Schwindel, Kopfschmerzen

***Mittlerweile erfolgreich abgesetzt und völlig symptomfrei! Ich fühle mich super ohne Medikamente und besser als je zuvor. *** :party2:

Mwallus
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Re: Wechsel Citalopram auf Escitalopram

Beitrag von Mwallus » Mittwoch, 10.05.17, 10:39

Hallo,

danke erstmal für die vielen Aussagen.
Aktuell verstehe ich nicht warum ich einen citalopramentzug haben soll?
Ich nehme doch escitalopram ein, das ist ja theoretisch auch citalopram?
Aktuell kann ich leider nicht ohne ein Medikament, fühle mich einfach nicht wohl ohne.citalopram hat mir die Angst genommen und ich konnte an mir arbeiten.
Wenn ich jetzt escitalopram wieder absetze und gar nichts mehr nehme, wäre dass für mich und mein zns kein guter weg glaube ich.

LinLina
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Re: Wechsel Citalopram auf Escitalopram

Beitrag von LinLina » Mittwoch, 10.05.17, 11:15

Hallo Mwallus :-)

Escitalopram ist sehr ähnlich, aber nicht identisch mit Citalopram.

Citalopram enthält ein Gemisch aus zwei spiegelbildlichen Molekülen (Racemat). Diese beiden Moleküle wirken ähnlich, aber nicht identisch.

In Escitalopram ist nur eines der beiden Moleküle enthalten. Also bedeutet die Umstellung für deinen Körper, auch eine Umstellung auf eine etwas andre Wirkung, und deswegen befindest du dich im Entzug von citalopram und hast außerdem Nebenwirkungen von der etwas anderen Wirkung des Escitalopram.

Ich verstehe überhaupt nicht warum dein neuer Arzt dich umgestellt hat, wenn du das Citalopram gut vertragen hast.

Niemand hat gesagt du sollst jetzt sofort gar nichts mehr nehmen, dir wurde geraten zurückzuwechseln, das hast du falsch verstanden.

Ich schließe mich den anderen an und würde an deiner Stelle wieder 10 mg Citalopram nehmen und nach einer Stabilisierungsphase ganz langsam absetzen, so dass du möglichst nicht wieder einen Rebound (stärkeres Auftreten bekannter Symptome) bekommst.

Liebe Grüße
Lina
Im Absetzprozess seit 2014: Lorazepam (Benzo) erfolgreich abgesetzt. Mirtazapin aktuell (seit Sommer 2018) 0,005 mg.

Ich bin zur Zeit nicht im Forum aktiv. Bei Fragen und Bitten an das Team an padma, Ululu69 oder murmeline wenden.

Hinweis: Alle meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und begründen sich auf Erfahrungswerte - meine eigenen, und die anderer Betroffener - und die wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

Mwallus
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Re: Wechsel Citalopram auf Escitalopram

Beitrag von Mwallus » Mittwoch, 10.05.17, 12:28

Hallo,

Okay dann habe ich das falsch gedeutet.
Tut mir leid.
Mein größtes Problem ist aktuell die Arbeit, irgendwie möchte ich gehen, aber irgendwie bin ich auch nicht aufnahmefähig.
Würde am liebsten eine Woche zu hause bleiben um meinem körper Ruhe zu gönnen.
Es fliegen aktuell so viele Dinge in meinem Kopf rumm und ich habe Angst vor der Zukunft und um meinen Job.

Mwallus
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Re: Wechsel Citalopram auf Escitalopram

Beitrag von Mwallus » Mittwoch, 10.05.17, 15:20

Hallo meine Lieben.
Ich habe jetzt mit meinem Chef geredet.
Er hat Verständnis für mich.
Ich werde jetzt bis nächste Woche Freitag nochmal zu Hause bleiben.
Am Montag habe ich eine weitere Neurologenvorstellung. Ich hatte dass Glück das 2 neurologen zeit für mich haben in relativ kurzer Zeit.
Mit diesem werde ich auch nochmals über die aktuelle Unstellung sprechen und dann weiter entscheiden.
Vl gibt es ja dann auch schon positive Neuigkeiten zu verkünden.
Aktuell habe ich natürlich Angst vor einem weiteren Mediwechsel, da ich ja anscheinend schon die Nebenwirkungsarmen SSRI nicht so gut vertrage.
Ich möchte jetzt auch nicht ohne die Absprache mit einem Arzt einfach so wieder auf Citalopram gehen, denn vl verwirrt es mein System dann noch mehr.
Habt ihr noch Vorschläge und Ideen für mich?
Die letzte neue Neurologenvorstellung, also der Arzt an sich ist super!
Leider hat er mir jedoch nicht erzählt dass so Probleme kommen können, dann hätte ich es mir vermutlich 2 mal überlegt.
Er hatte nochwas von Venlafaxin erzählt..

Viele Grüße,
Marcel

Mwallus
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Re: Wechsel Citalopram auf Escitalopram

Beitrag von Mwallus » Mittwoch, 10.05.17, 15:22

Nochmals kleiner Edit:
Im laufe des Tages legt sich meistens auch alles wieder auch der Schwindel geht weg. Ich habe meistens nach der Einnahme bis ca 14-17 uhr meine Probleme.
Vl hilft das ja noch weiter?

LinLina
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Re: Wechsel Citalopram auf Escitalopram

Beitrag von LinLina » Mittwoch, 10.05.17, 16:02

Hallo Marcel :-)

SSRI sind leider nicht so nebenwirkungsarm, das war eher ein Marketingtrick ;-)

Umso schneller du auf das Citalopram zurückwechselst, umso leichter wird es deinem System fallen. Wenn du jetzt noch länger wartest, wird es wahrscheinlich eher schwieriger.

Aber natürlich kann es schon sein, dass du dich auch erstmal wieder umgewöhnen musst. Ich halte das aber für eine bessere Variante als ein Medikament weiter zu nehmen das du nicht gut verträgst.

Ärzte sind unserer Erfahrung nach nicht hilfreich, sie haben wenig Erfahrung mit Unverträglichkeiten und Umstellungs- und Absetzproblemen.

Ich würde keine anderen Medikamente probieren, das bringt nur neues Potential für Nebenwirkungen und Stress für deinen Körper mit sich.

Ich würde das Risiko nicht eingehen, gerade nicht weil du mit dem Citalopram zurecht gekommen bist. Ich verstehe absolut nicht warum dein Arzt dir ein anderes Medikament gibt, anstatt dir das zu geben das du vertragen hast?

Die Wirkung von Antidepressiva wird meist überschätzt, akut können sie manchmal helfen eine Zeit zu überbrücken aber längerfristig gesehen haben sie viele Risiken und die Wirkung lässt nach einer gewissen Zeit nach. Der Versuch, dann andere Medikamente zu nehmen verschärft das Problem meistens.

Bitte überdenke nochmal ob du wirklich weiter auf medikamente setzen willst, lies dich doch noch ein wenig in unserer Rubrik "Hintergrundinformationen" ein.

Eine Wiedereinnahme des ursprünglichen Medikaments und ein langsames Ausschleichen ist meist die Risikoärmste Variante.

Liebe Grüße
Lina
Im Absetzprozess seit 2014: Lorazepam (Benzo) erfolgreich abgesetzt. Mirtazapin aktuell (seit Sommer 2018) 0,005 mg.

Ich bin zur Zeit nicht im Forum aktiv. Bei Fragen und Bitten an das Team an padma, Ululu69 oder murmeline wenden.

Hinweis: Alle meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und begründen sich auf Erfahrungswerte - meine eigenen, und die anderer Betroffener - und die wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

Mwallus
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Re: Wechsel Citalopram auf Escitalopram

Beitrag von Mwallus » Mittwoch, 10.05.17, 18:39

Hallo Lina,

vielen Dank für deine Antwort.
Das Ding ist, dass ich damals bei dem Einschleichen von Citalopram ähnliche NW hatte, die auch 3 wochen anhielten, ich muss auch dazu sagen, dass ich mich mit citalopram besser gefühlt habe aber manche nws sind nicht wegegegangen, deswegen wollte der Arzt auch wechseln.
So dumm wie es sich anhört, ich bin froh, dass es diese Medis gibt, das Cita hat mich damals von ganz unten rausgeholt.
Ich habe einfach gerade angst jetzt wieder einfach so ohne Absprache am medi rumzuspielen, gerade weil ich es jetzt schon 7 tage genommen habe.
Ich kann deine Aussage sehr verstehen, habe aber auch Angst wieder alles schlimmer zu machen.

LinLina
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Re: Wechsel Citalopram auf Escitalopram

Beitrag von LinLina » Mittwoch, 10.05.17, 19:23

Hallo Mwallus :-)

ich verstehe deine Bedenken gut, und ich kann auch gut verstehen dass du froh bist, dass das Medikament dir erstmal geholfen hat.

Meine Sorge bezieht sich darauf, dass die Medikamente längerfristig auch gravierende Probleme bereiten können bzw. irgendwann an Wirkung verlieren und die Grundproblematik verschlimmern können. Deswegen macht es Sinn, frühzeitig zu hinterfragen ob es nicht andere Wege gibt mit zukünftigen Krisen umzugehen.

Ich spreche dir nicht ab, dass du positive Erfahrungen mit dem Citalopram gemacht hast, und es ist doch super, dass du damit aus deinem tief rauskommen konntest. Es ist nur leider nicht sicher ob es dir auch in Zukunft genauso hilft und birgt eben auch Risiken, deswegen macht es Sinn die Einnahme zeitlich begrenzt zu sehen und achtsam zu reduzieren.

Wenn du dich damit sicherer fühlst sprich erst mit deinem Arzt. Aber ich vermute, du wirst nur neue Medikamentenvorschläge bekommen. Leider wissen die Ärzte noch nicht viel über neuere Erkenntnisse über Langzeitfolgen und Absetzsymptome.

Ich vermute, dass du auch bei anderen Antidepressiva mit Nebenwirkungen zu tun hast, und wenn du wieder abrupt wechselst, wie es meist vorgeschlagen wird, besteht die Gefahr stärkerer Absetzsymptome die auch länger anhalten können.

Lies dich doch mal weiter in unseren Hintergrundinfos und in den Threads anderer Mitglieder ein in den nächsten Tagen und denke in Ruhe darüber nach. Letztlich ist es dein Körper, und niemand kann und soll dir die Verantwortung und Entscheidung darüber abnehmen, wir nicht, und auch nicht die Ärzte.

Ich drück dir die Daumen dass du für dich eine gute Vorgehensweise findest.

Liebe Grüße
Lina
Im Absetzprozess seit 2014: Lorazepam (Benzo) erfolgreich abgesetzt. Mirtazapin aktuell (seit Sommer 2018) 0,005 mg.

Ich bin zur Zeit nicht im Forum aktiv. Bei Fragen und Bitten an das Team an padma, Ululu69 oder murmeline wenden.

Hinweis: Alle meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und begründen sich auf Erfahrungswerte - meine eigenen, und die anderer Betroffener - und die wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

Mwallus
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Registriert: Dienstag, 09.05.17, 18:16

Re: Wechsel Citalopram auf Escitalopram

Beitrag von Mwallus » Mittwoch, 10.05.17, 21:49

Hallo Lina,

Ganz klar, die Grundproblematik muss erstmal behandelt werden, da hilft das beste Medikament nicht.
Zum Glück habe ich noch eine Therapieverlängerung bekommen mit 25 stunden.
Jetzt kann ich einfach hoffen, dass es bald besser wird und ich mit einem Medi einfach klarkomme.

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