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Kalter Entzug Venlafaxin

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marielousie
Beiträge: 2
Registriert: Montag, 14.08.17, 18:09

Kalter Entzug Venlafaxin

Beitrag von marielousie » Montag, 14.08.17, 18:25

Hallo,

ich hoffe das ich hier eventuell Hilfe bei einem mir sehr dringlichen Thema finde.

Vor ca. 4 Tagen entschied ich mich mein Venlafaxin abrupt abzusetzen. Eine Impuls Entscheidung und möglicherweise nicht die richtige.
Ich habe mit der Einnahme von Venlafaxin vor ca. 8 Monaten begonnen und hatte zuletzt eine Dosierung von 75mg. Vor ca. 4 Tagen entschied ich mich nun meine Einnahme abrupt zu beenden.
Seitdem treffen mich die Entzugserscheinungen natürlich mit voller Wucht; Schwindel, Schweißausbrüche, Übelkeit bis hin zum Erbrechen.
Es sei gesagt dass es mir psychisch trotzdem gut geht und ich mich geistig sehr gefasst fühle..
Meine Frage ist nun sollte ich meine Einnahme wieder aufnehmen und mein Venla doch langsam ausschleichen um die Heftigkeit der Symptome abzuschwächen? Oder doch lieber durchhalten und auf schnelle Besserung hoffen?
Was mir zu schaffen macht ist einfach das ich mich psychisch extrem gut fühle und ich möchte diesen Zustand ungern verlieren..
Allerdings bange ich auch um meinen Arbeitsplatz wenn die körperlichen Symptome weiterhin mit dieser Wucht anhalten.

Weiß von euch vielleicht jemand Rat?

- Marie

Lisamarie
Beiträge: 9530
Registriert: Freitag, 14.03.14, 19:16

Re: Kalter Entzug Venlafaxin

Beitrag von Lisamarie » Montag, 14.08.17, 19:28

Hallo Marie, willkommen im ADFD.

Ein Kaltenzug ist nie eine gute Idee, niemand kann dir sagen wie lange Entzugssymthome anhalten. Da ist von wochenlang bis im schlimmsten Fall Jahrelang alles drin. Und niemand kann dir sagen zu welcher Geuppe du gehören wirst. Wir hier im Forum raten alle vier bis sechs Wochen zwischen 5 und 10% abzusetzen. Bei 75 mg wäre das ein Jahresprojekt um das Venlafaxin auf schonende Art wieder aus dem Körper zu bekommen.

Ich würde heute wieder mit 60 mg anfangen , wenn du erst vier Tage ohne bist, dann abwarten bis du dich wieder stabilisiert hast um es dann langsam wieder auszuschleichen. Schick dir mal Infos zum lesen mit.

viewtopic.php?f=18&t=12880
Lg Petra
2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
Bis auf die Praxiten von heute auf morgen kalt abgesetzt, erste Absetzbeschwerden nach sechs Wochen, aber dann
6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:
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Shonah
Beiträge: 917
Registriert: Dienstag, 05.01.16, 13:09

Re: Kalter Entzug Venlafaxin

Beitrag von Shonah » Montag, 14.08.17, 19:39

Hallo Marie,

Willkommen im Forum :)

Auch ich rate dir wieder Venlafaxin zu nehmen und nach einer Stabilisierung langsam (alle 4-6 Wochen 10%) auszuschleichen.

Natürlich könnte es nach ein paar Wochen ausgestanden sein, aber genau so gut kann daselbst der Anfang sein und die Symptome können noch schlimmer werden und/oder ewig anhalten.

Ich schleiche auch Venlafaxin aus und weiß wovon ich spreche/schreibe.


LG Shonah
2008 Diagnosen: schwere depressive Episode
Generalisierte Angststörung mit PA

300mg Venlafaxin

2009 : 150mg V.
75mg V.
2010 : 37,5 mg V.
11/2010: abgesetzt

12/2010 : 37,5mg V.
2011 : 75mg V.
2013 : 37,5mg V.
2014 : 37,5mg V. unret.
2015 : 18,25mg V. unret.
01.11.15 9mg V. unret.
12.11.15 : abgesetzt
17.11.15 18.25 mg V. unret.
29.12.15 : 9mg V. unret.
9mg V. unret.
12.01.16 : 9 mg V. unret. früh
7mg V. unret. Abend
11.02.16 : 9 mg V. unret. Früh
3mg V. unret. Abend
11.03.16 : 9 mg V. (u) früh
2 mg V. (u) spät
11.04.16 : 9 mg V.(u) früh
11.05.16 : 8 mg V.(u) früh
12.05.16 : betablocker halbiert da RR zu niedrig
auf ärztlichen Rat
Symptome : - Schwindel, Kreislaufbeschwerden,
Muskelzuckungen am ganzen Körper,
hin und wieder PA,
sehr oft starkes Frieren, Herzrasen,
körperliche Schwäche, laute
rumpelnde Darmgeräusche, Konzen-
trationsprobleme

01.07.16 8 mg V. ret.
04.07.16 8 mg V. unret.
06.07.16 9 mg V. u.
19.11.16 8,5 mg V. u.
06.01.17 8,0 mg V. u.
Symptome: Herzstolpern (auch in Salven), Schwindel,
Rückenschmerzen, extrem trockene Haut,
Kopfschmerzen, Schlafprobleme, geringe
Belastbarkeit, Augen brennen...
12.01.17 ProBioCult 3x1
Hepatodoron 0-0-0-2
8mg V. u.
9.2.17 alle NEM abgesetzt
Derzeitige Symptome: Pulsschwankungen (mal hoch, mal tief), tränende Augen, Bauchschmerzen (Blähungen), Rückenschmerzen (BWS, LWS), Gelenkschmerzen, Leistungsschwach

27.2.17 7,5 mg V. u.
08.04.17 7,0 mg V.u.
18.05.17 6,7mg V.u.
10.6.17 6,3 mg V. u.
30.6.17 5,7 mg V. u.
11.8.17 5,2 mg V. u.
19.9.17 4,5 mg V. u.
22.10.17 4,0 mg V. u.
25.11.17 3,7mg V. u.
20.12.17 3,4mg V. u.
20.1.18 3,2mg V. u.
20.2.18 3,0mg V. u.
20.3.18 2,8mg V. u.
20.5.18. 2,5mg V.u.
20.6.18 2,2mg V.u.
20.7.18 1,9 mg V.u.
5.9.18 1,7mg V.u.
14.10.18 1,7mg V. ret.

Psychiatrie, nix geht mehr

10.11.18 37,5 mg ret

Aktuelle Medikation:
Morgens: Venlafaxin ret. 37,5
Metoprolol ret. 25mg
Abends: Metoprolol ret. 25mg

NEM: VitD3/K2 Öl (600iE/ 20mykrogr)
150 mg Magnesiumcitrat

marielousie
Beiträge: 2
Registriert: Montag, 14.08.17, 18:09

Re: Kalter Entzug Venlafaxin

Beitrag von marielousie » Montag, 14.08.17, 21:20

Vielen lieben Dank für die Antworten.

Ich werde ab morgen wieder mit der Einnahme von Venlafaxin beginnen und habe mich jetzt auch nochmal an meinen behandelnden Arzt gewendet.
Mir war schon fast klar dass es mit der von heute auf morgen Methode nichts wird, aber manchmal mutet man sich einfach viel mehr zu als der Körper leisten kann..

Absetzen möchte ich noch immer, nur wird es wohl doch ein längerer Prozess, damit muss ich mich einfach abfinden.

Vielen Dank für eure Ratschläge. Das ist wirklich ein tolles Forum.

Sommersprosse
Beiträge: 699
Registriert: Montag, 01.06.15, 6:18

Re: Kalter Entzug Venlafaxin

Beitrag von Sommersprosse » Dienstag, 15.08.17, 9:47

Hallo und guten Morgen marielouise, ich begrüße dich und heiße dich recht Bild im ADFD

Wie schön, das auch du dieses Forum gefunden hast. Das du wieder eindosieren möchtest finde ich sehr vernünftig.
Ich denke jeder hier möchte so schnell wie möglich von den Psychopharmaka loskommen. Sicherlich hast du dich schon einmal quergelesen
und feststellen müssen, das das zu schnelle Absetzen mit Konsequenzen verbunden ist.

Selbst schreibe ich nicht gern, das ich davon nicht betroffen bin, da ich dieses Forum VOR meiner Absetzentscheidung fand.
Doch halte ich es für ebenfalls wichtig, einmal aufzuzeigen, das eine schonende Reduzierung und Erfolg möglich ist.
Sicherlich zeitaufwendig und doch geht es immer weiter vorwärts. Das Ziel vor Augen, denke ich, macht jeden stolz es schaffen zu wollen,
zu schaffen.

Ich wünsche dir viel Glück mit dem eindosieren und das deine Absetzsymtome bald der Vergangenheit angehören.

Liebe Grüße kommen von der Sommersprosse (n) Bild
Ich habe z.Zt. ein kleines, techn. Problem - kann bei einigen Threads keine DANKSAGUNG vergeben, u. bitte um Verständnis

2. Reduzierungsverlauf:
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Fledermaus
Beiträge: 853
Registriert: Sonntag, 05.03.17, 10:04

Re: Kalter Entzug Venlafaxin

Beitrag von Fledermaus » Mittwoch, 16.08.17, 8:50

Hallo Marie,
Auch von mir ein herzliches Wilkommen.
Ich bin auch ein Venla-Opfer und rate dir, mach langsam.
Wichtig ist, dass du einen Hersteller mit vielen kleinen Kügelchen in der Kapsel hast. Heumann z.b. ist ungeeignet, da in der Kapsel Pellets sind. Diese Absetschritte sind zu viel.
Welche Firma hast du, retart oder unretart?
Schreibfehler bitte entschuldige, ich schreib mit Handy.

Lg Fledermaus
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Jamie
Moderatorenteam
Beiträge: 19470
Registriert: Montag, 04.02.13, 22:37

Re: Kalter Entzug Venlafaxin

Beitrag von Jamie » Mittwoch, 16.08.17, 9:33

Hallo marielousie,

ich hoffe du liest das hier irgendwann, du hast ja bereits zahlreiche Antworten erhalten :).

Bitte dosiere unbedingt dein Venlafaxin wieder ein, irgendwas zwischen 37,5mg und 50mg; du hast völlig falsch abgesetzt (ein Kaltentzug! Schlechter geht es kaum :( ) und riskierst schwere Symptome, die möglicherweise monatelang anhalten können.

Grüße und willkommen im Forum :)
Jamie
...........SIGNATUR...............


Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478


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