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Fusselchen: 3 Wochen Doxepin-Absatzfrage

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
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Fusselchen
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Re: 3 Wochen Doxepin-Absatzfrage

Beitrag von Fusselchen »

Meinst du, auch so ein hochsensiebler Körper wie ich kann gesunden? :)

Wie so viele war ich mir der tiefe von AD's nicht bewusst. Am Anfang lief es auch relativ gut. Zwar mit Nebenwirkungen die ich nicht mochte (übelst intensives Träumen, abgeschlagenheit, stimmungsschwankung) ..aber es lief. dann hat mir jemand ins Gewissen geredet und sagte, ich kann meine Schlafprobleme auch ohne trügerische AD's behandeln. Und ich solle es schnell los werden. Mein Umfeld ist über die Entscheidung alles andere als begeistert und hält mich für blöd aber es lässt mich nicht los und als ich dieses Forum hier fand musste ich handeln gerade wegen Woche 3 und eben meinem Körper der immer anders auf alles reagiert als andere. Ich merkte ja auch wie die AD's schon auf mein Hirn zugegriffen haben. Manchmal fehlt mir gedanklich wie ein Zugang zur zb. Phantasie. Alles komisch.

Ich weiß nicht...am Ende lösen selbst 1,25 mg diese Reaktion aus und ich hab wieder nichts gekonnt oder? Es tendiert wohl zur 0

:?
Wegen Schlafstörungen und Ängstlichkeit im Bett vom 03.08.17~19.08.17// 10mg Doxepin (in dieser Zeit 2 mal sporadisch 20 g genommen)
20.08.17~24.08.2017//auf 5mg Doxepin reduziert
25.08.17// 0g Doxepin, da Paradoxreaktion
26.08.17// 2,5mg Doxepin, wieder Paradoxreaktion daher ab 27.08.17 auf 0 mg geblieben

Vom 17.08.17~19.08.17// Clomipramin (25mg>12,5mg>6,25mg>0mg)
carlotta
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Re: 3 Wochen Doxepin-Absatzfrage

Beitrag von carlotta »

Hallo Fusselchen,

niemand kann Dir sagen, wie Du auf eine geringere Menge reagierst. Wenn Dir Dein Bauchgefühl davon abrät, lass es.

Natürlich kannst Du gesunden. Gerade jemand, der sensitiv reagiert, kann sich mit PP auf Dauer das ZNS zerschießen. Ich wünschte, ich hätte das alles rechtzeitig gewusst, jetzt ist es nämlich zu spät und mein Leidensweg ist sehr lang dadurch.

Wenn Du vorher schon Schlafprobleme hattest, werden die sich nach dem Absetzen natürlich nicht in Luft auflösen. Falls sie vorübergehend verstärkt sein sollten, kann das vom Entzug sein. Das legt sich aber wieder. Alles was Deine ursprüngliche Problematik anbelangt, solltest Du ursächlich angehen.

AD können im besten Fall zeitweise Symptome deckeln, aber nicht heilen. Im Gegenteil verschlimmern sie bei längerer Einnahme häufig den ursprünglichen Zustand. Angehörige/Freunde wissen das alles meist nicht und vertrauen rein auf ärztliche Empfehlungen. Dazu sollte man aber wissen, dass Ärzte im Studium bezüglich Nebenwirkungen sehr wenig lernen, bezüglich Absetzen gar nichts. Das geht nach Trial and Error. :? Wer dabei auf die Nase fliegt, landet irgendwann u. U. hier.

Du hast Glück gehabt, dass Du rechtzeitig an diese Infos gekommen bist. Viele, die herkommen, stecken schon knietief im Entzug nach oft langjähriger Einnahme und einigen Präparatewechseln oder Polymedikation.

Liebe Grüße :group:
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Re: 3 Wochen Doxepin-Absatzfrage

Beitrag von Fusselchen »

Das beruhigt mich :) ist halt eben doof das mein gesamtes Umfeld nicht versteht warum ich es absetzen will und rät mir weiter zu machen. Natürlich handeln die auch nur nach Besten Wissen und Gewissen und wollen das Beste für nich... daher ist es schwer sich zu verteidigen. Ich habe das alles zwar schon erklärt aber glauben will mir keiner. Das nervt. Und wenn sich jetzt mein Zustand verschlechtert kommt wieder das..nehm einfach die Medikamente.

Aber du hast Recht, viele haben hier schon einen langen Leidenweg hinter sich mit unzähligen PP's und ups and downs, da kann ich froh sein, das ich mich kurz vor knapp noch informieren konnte. Meine Bedenken sind halt nur das gerade das meine Sensibilität den Weg schwer macht und es zum Extremfall wird, fühleich mich ja jetzt schon komisch :(

Aber dein Zuspruch hilft mir. <3
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Re: 3 Wochen Doxepin-Absatzfrage

Beitrag von Fusselchen »

8-)
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Re: 3 Wochen Doxepin-Absatzfrage

Beitrag von Fusselchen »

Puh, ich bin es nochmal. Ich hatte gestern so eine Panikattacke das ich schon was hier rein gepostet habe...habe es aber wieder umgeändert als ich nich beruhigen konnte. Wollte sofort wieder zum Medikament greifen aber nachdem ich mich beruhigen konnte blieb ich auf 0 mg. Nichts desto trotz habe ich eine Frage.. ab welchen Zeitraum voller Symptome sollte man wieder ans eindosieren denken? Obwohl es nur 3 wochen waren geht die Party ganz schön ab und ich frag mich jetzt schon ob es richtig war oder ich einfach tapfer durchhalten sollte. Separat macht mir der nervöse Magen bzw die Apetitliosigkeit zu schaffen.. geht das wieder weg? Ich mag nicht gern so am nerven sein aber es sind besondere Zeiten :(
Danke für die Unterstützung <3

Ps. Ich finde es immernoch krass auf wie wenig Verständnis man stöst. Selbst in engster Familienumgebung versteht man mich nicht und meint das wir nun wieder am selben Ausgangspunkt seien wie vor der AD einnahme... Erklärungen stoßen auf taube Ohren. Pures Missverständnis fürs Absetzen :( Schade
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Re: 3 Wochen Doxepin-Absatzfrage

Beitrag von carlotta »

Hallo Fusselchen,

das geht alles wieder weg und Deine Reaktionen sind v. a. zu Beginn "normal". Aber es kann ein Weilchen dauern.

Ich fürchte, dass Du eine weitreichendere Abhängigkeit riskierst, wenn Du jetzt wieder eindosierst. Es wird dann irgendwann immer schwerer mit dem Absetzen.

Hast Du geschlafen?

Schau doch mal in unseren Bereich zu Umgang mit dem Entzug, ob Du da Hilfreiches für Dich findest. Wie gesagt, kannst Du auch Pflanzliches/Homöopathisches zur Unterstützung nehmen, gerade wenn es akut wird. Atemübungen bei Panik sind auch gut.

Kannst Du den Leuten in Deinem Umfeld nicht sagen, dass Du das Mittel ganz schlecht verträgst und es Dir davon noch schlechter geht? Das stimmt ja sogar, Du hattest ja paradoxe Reaktionen. Es kann doch nicht sein, das Du Dir deretwegen Deine Gesundheit ruinierst!

Es ist ganz wichtig zu versuchen, Ruhe zu bewahren und sich immer zu sagen: "Das ist Entzug, das geht vorbei."

Es bleibt Deine Entscheidung, wie Du weiter vorgehst, wir können Dir nur aus unserer Erfahrung unsere Einschätzung mitteilen.

Schau doch mal, wie es sich die nächsten 10 Tage entwickelt und zieh Bilanz - gerne im Austausch hier. :)

Bist Du eigentlich krankgeschrieben?

Liebe Grüße :group:
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Re: 3 Wochen Doxepin-Absatzfrage

Beitrag von Fusselchen »

Hallo :)

Ich bin jetzt auf Arbeit gegangen um zu schauen wie ich es packe. Ich bin gespannt.

Nachdem ich meine Unruhe in den Griff bekommen hatte packte mich auch die Müdigkeit (auch ohne AD einnahme) und ich konnte ein wenig schlafen. Zwar nicht optimal viel aber ich schlief. Frühs pocht dann halt immer das Herz bzw Kreislauf, das setze ein schon während ich auf 5 mg gegangen bin. Mal schauen ob sich das wieder reguliert.

Meine Problematik mit der Schlaflosigkeit war halt, dass ich irgendwann richtig panisch war wenn ich im Bett lag. Darauf hin der Griff zum AD um auch diese Panik zu bewältigen. Mein Umfeld sieht halt nur das es mir eine Zeit lang besser ging mit AD. Was soweit auch stimmte, dennoch hatte ich NW und die Krönung nun diese Paradoxreaktion. Da ich also vorm AD auch schon Angstzustände erlitt wegen der Schlafsache..meinte man ich solle es jetzt weiter nehmen damit ich nicht irgendwann völlig abrutsche und das Haus nicht mehr verlassen will etc. Das verunsichert mich zusätzlich :( Es ist gerade schwer den richtigen Weg zu finden.

Die Einträge im Umgang mit Panik Thread waren hilfreich für mich :)

Danke für deine Korrespondenz und Geduld <3
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Re: 3 Wochen Doxepin-Absatzfrage

Beitrag von Ululu »

Hallo Fusselchen,

morgens steigt der Cortisolspiegel im Blut an. Das macht auch Sinn, damit wir aus dem Bett und in die Gänge kommen.
Wenn man allerdings ohnehin schon unter Spannung steht, kann sich das unangenehm anfühlen. Zum Beispiel so wie du es beschreibst als Herzklopfen.
Der Gegenspieler zum Cortisol in unserem Körper ist Insulin, das produziert wird, wenn wir Zucker zu uns nehmen.
Du könntest mal versuchen, ob es dir hilft, morgens zum Beispiel einen Keks oder ein Stück Schoki zu essen.
Vielen hier hat das geholfen.

LG Ute
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Re: 3 Wochen Doxepin-Absatzfrage

Beitrag von carlotta »

Hallo Fusselchen,

und wenn man im Entzug ist, dann steigt das Cortisol auch nicht nur auf normale Werte, sondern schießt regelrecht nach oben (sog. Fight-or-Flight-Reaktion). Daher kommt es auch, dass viele Betroffene unter frühmorgendlichem Erwachen leiden, häufig auch mit Angst und Panik.

Ein Tipp aus dem empfehlenswerten US-Forum survivingantidepressants.org lautet übrigens, abends komplexe Kohlenhydrate zu sich zu nehmen, die lange nachwirken und so einem zeitigen Erwachen vorbeugen könnten.

Liebe Grüße :group:
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Re: 3 Wochen Doxepin-Absatzfrage

Beitrag von Fusselchen »

Danke für die Tipps :hug:

Ich werde es testen. :pillowtalk:

Die Angst schwingt noch mit ob der Entzug zu kalt war aber naja...nach dieser Paradox sache wollte ich es einfach... mal schauen. Aber man hat mir Mut gemacht das es immer einen Weg gibt und dementsprechend eine Lösung egal was jetzt folgt :group:
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Re: 3 Wochen Doxepin-Absatzfrage

Beitrag von Fusselchen »

:hug:
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Re: 3 Wochen Doxepin-Absatzfrage

Beitrag von Fusselchen »

Hallo liebe Leute, ich bin es noch einmal..oder immernoch. Das Absetzen ist wirklich nicht ohne. Und ich möchte allgemein eine Frage stellen, vielleicht auch an jemand der Erfahrung hat. Zu meiner Schlafstörung entwickelte ich noch eine Angststörung...so das ich selbst vom im Bett liegen panisch wurde. Auf Grund dieser Panik wurde dann zum AD gegriffen. Erst das Doxepin und ergänzen das Clomipramin (wie aber schon bekannt..schnell angesetzt da ich mich micht weiter zu ballern wollte). Nun mit dem Absetzen ist alles irgendwie komisch und heute zb. Sind solche Zustände einfach so da und man bekommt Sie schlecht in den Griff da körperlich. Ich weiß nicht recht ob es vom Absetzen kommt und sich legt oder aber doch medikamentiv gearbeitet werden muss :( ich muss dazu sagen, dass meine Mutter 6 jahre lang unter Panik litt und am Ende nur durch Medikamention die alte wurde. All das verubsichert mich. Vielleicht hat jemand mit Erfahrung, gerade im Störungsgebiet, einen Tipp für mich. Ich steh am Anfang dieses Weges und ich weiß halt nicht ob es sich lohnt taff durch die Tage zu gehen trotz dieses unvorhersehbaren :( (also ja nichts ist vorhersehbar aber ich wisst wie ich es meine)

Über ein Feedback freue ich mich

<3
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Re: 3 Wochen Doxepin-Absatzfrage

Beitrag von carlotta »

Hallo Fusselchen,

wenn Symptome so direkt mit Dosisveränderungen auftauchen, ist es ganz eindeutig, dass sie daher kommen. Daraus lässt sich überhaupt nicht auf den Zustand einer etwaigen vorherigen Problematik schließen. Denn die Mittel sind unglaublich potent und können immense Veränderungen im ZNS auslösen.

Was noch mit Deiner vorherigen Problematik zu tun hat, kann man überhaupt erst ansatzweise sagen, wenn Du schon lange auf null bist. Aktuell ist das nicht möglich.

Es ist möglich, dass AD bei längerer Einnahme die ursprüngliche Problematik verschlimmern. Gerade auf den Schlaf können sie sich langfristig äußerst negativ auswirken.

Hier mal einige kritische Punkte zu AD, u. a. übrigens von Medizinern:
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?t=8507

Und hier ein aktuelles Interview mit einem Schweizer Arzt:
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 05#p205538

Das Interview gehört zu diesem Beitrag:
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=6&t=13594

Zu Deiner Mutter: Ich kenne die Hintergründe nicht. Bei Depressionen geht man davon aus, dass sie selbstlimitierend sind. Wie viel Placebo also bei der als hilfreich empfundenen Wirkung mitschwingt, kann niemand sagen. Laut Studienlage kommen AD nämlich kaum über die Wirkung von Placebo hinaus. Was manche Betroffene noch als hilfreich empfinden, ist die von ihnen verursachte Gefühlsabstumpfung. Die verhindert aber häufig, dass Probleme ursächlich aufgearbeitet werden können. Auf lange Sicht nimmt man also eine Menge gesundheitlicher Risiken bei zweifelhafter Wirksamkeit in Kauf plus Abhängigkeitspotenzial.

Zudem können AD nicht heilen, nur (wenn's gut läuft) vorübergehend Symptome deckeln. Durch die Einnahme erhöht sich im Gegenteil die Sensitivität für weitere Depressionen/psychische Störungen im Laufe des Lebens. Dessen sollte man sich bewusst sein.

Es kann sein, dass die nächste Zeit holprig wird. Ich kann mich da nur wiederholen. Aber dafür hast Du die Chance (die in einem Fall recht groß ist), glimpflich und ohne längere Abhängigkeit aus der Sache rauszukommen. Was Du nun letztendlich daraus machst, bleibt Dir überlassen, die Entscheidung kann Dir keiner abnehmen.

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Re: 3 Wochen Doxepin-Absatzfrage

Beitrag von Fusselchen »

Liebe Carlotta ich bin immer so dankbar für deine Beiträge :hug:

Mir gehts irgendwie nur drum zu wissen, das es vom Absetzen kommt und es wieder vorbei geht oderman nicht völlig am Rad dreht. Die letzten Tage waren emotional gesehen sehr heftig. Gestern den ganzen Tag Angstzustände, die ich so nicht von mir kenne und heute bin ich plötzlich viel zu gut drauf. Ein enger Freund meinte heute nur zu mir “das meine manischen Tage bemerkenswert sind“, da wurde mir ein wenig schlecht und man denkt im ersten moment man sei plötzlich bi polar geworden. Beim Blick auf die Symptomliste beim Absetzen sah ich dann das sowas auch dazu gehört. Das beruhigte mich wieder ein wenig. Das Ding ist...wenn ich weiß das es alles Absetzsymptome sind und es wieder weggeht dann kann man es händeln...aber da ich da neu drin stecke hab ich Angst, dass ich wirklich irgendwas habe und es nie weggeht. Oder wirklich noch ne bi polare Störung vor liegt. Vielleicht kannst du mich da ein wenig beruhigen :( Das beweist für mich nur wie heftig das Zeug ist und eine Neueinnahme sinnlos ist. Schlafen konnte ich btw die Nacht auch ganz gut. Ohne AD

LG Fusselchen
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Re: 3 Wochen Doxepin-Absatzfrage

Beitrag von Murmeline »

Hallo Fusselchen,

da liegt sicher keine Bipolare Störung vor. Eher sowas wie eine substanzinduzierte Achterbahnfahrt. :o :? :roll:
Das wird sich idealerweise zeitnah wieder in ruhigere Bahnen finden.
Schlafen konnte ich btw die Nacht auch ganz gut. Ohne AD
Das war ja die Ausgangsproblemnatik, die zur Einnahme führte, oder? Freut mich, dass es diese Nacht so geklappt hat.

Grüße, Murmeline
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier
Claudiiii
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Re: 3 Wochen Doxepin-Absatzfrage

Beitrag von Claudiiii »

Hallo Fusselchen,

Die Symptome, die du hast sind sehr wahrscheinlich alle auf das Absetzen zurückzuführen. Wenn du magst, kannst du ja mal die einzelnen Symptome oben rechts in der Suche ingeben. Du wirst erstaunt sein, wie viele Leute die gleichen Probleme haben beim Absetzen wie du.

Ich habe gelesen, dass es von deiner Familie wenig Verständnis gibt, was das Absetzen und die Antidepressiva angeht. Zeig ihnen doch mal folgendes Video der Sendung Visite vom NDR.

http://www.ardmediathek.de/tv/Visite/An ... d=42554982

Bei meiner Familie hat diese 6-Minuten-Zusammenfassung viel Verständnis bewirkt. Jetzt werde ich unterstützt beim langsamen Absetzen und meine Symptome werden nicht abgetan. Vielleicht hilft es ja auch bei dir etwas. Das wäre schön.

Sonst wünsche ich dir alles Gute. Das wird schon!
Liebe Grüße,
Claudi
Aufgrund von Panikattacken und Angst Venlafaxin bis 75mg eindosiert, außerdem 7,5mg Mirtazapin. Nach 1 Monat Beginn mit Absetzen, durch zu schnelles Absetzen extreme Symptome: Durchfall, Übelkeit bis zum Erbrechen, Traurigkeit, Angst und Panik schlimmer als je zuvor. Besserung durch erneutes Hochdosieren von Venlafaxin. Mirtazapin unter Qualen und Hartnäckigkeit losgeworden.

ab 08.07.16 37,5mg Venlafaxin
ab 15.07.16 75mg = Maximaldosis
ab 08.08.16 Beginn mit Absetzen
Nach viel zu schneller Reduktion (alle 4 Tage 12,5mg) und wieder minimalem Hochdosieren auf 25mg stabilisiert und auf Kügelchen-Präparat umgestiegen
20.10.16 55 Kügelchen 18mg
20.11.16 45 Kügelchen 15mg
15.12.16 35 Kügelchen 11,5mg
11.01.17 25 Kügelchen 6,9mg
08.02.17 15 Kügelchen 4,2mg
08.03.17 10 Kügelchen 2,8mg zu großer Schritt daher
09.03.17 12 Kügelchen 3,3mg schlimmste Symptome
11.05.17 13 Kügelchen 3,6mg Aufdosiert, da keine Stabilisierung in Sicht war
09.10.17 12 Kügelchen 3,3mg endlich weiter runter, seitdem kaum Symptome
10.10.17 11 Kügelchen 3,4mg (neue Packung mit weniger Kügelchen pro Kapsel)
11.11.17 10 Kügelchen 3,1mg
12.12.17 09 Kügelchen 2,8mg
18.01.18 08 Kügelchen 2,5mg
12.03.18 07 Kügelchen 2,2mg
25.04.18 06 Kügelchen 1,9mg
08.06.18 05 Kügelchen 1,6mg
20.07.18 04 Kügelchen 1,2mg
08.08.18 04 Kügelchen 1,1mg (neues Präperat mit mehr Kügelchen pro Kapsel)
22.08.18.03 Kügelchen 0,8mg
15.10.18 02 Kügelchen 0,5mg
04.12.18 01 Kügelchen 0,3mg
07.02.19 00 Kügelchen 0,0mg
Symptome nach (zu schneller) Reduktion am Morgen extrem und schrecklich: Nervosität, Anspannung, schneller Puls, Angst, Panik, extreme Blähungen, zeitiges Aufwachen, dann Durchfall, manchmal mit Übelkeit bis zum Würgen, teilweise Erbrechen.

Dann Symptome auch ganztägig verteilt: plötzliche Kraftlosigkeit, Müdigkeit, Gefühl das Gehirn schwitzt und ist warm, Unwirklichkeitsgefühl, vereinzelt Anflug von Panik, Traurigkeit, Weinerlichkeit, Pessimismus, wirre Träume.

Nachmittags ist es oft gut und es gibt auch Symptomfreie Tage, wenn ich dann endlich auf einer Dosis stabilisiert bin.

Immer wieder, auch außerhalb der schlimmen Wellen:
schmerzhafte Nacken- und Rückenverspannungen, ständig Blähungen und täglich Durchfall, selten kurzes aber schmerzhaftes Stechen im rechten Unterbauch, Schwindel, Kopfschmerzen

***Mittlerweile erfolgreich abgesetzt und völlig symptomfrei! Ich fühle mich super ohne Medikamente und besser als je zuvor. *** :party2:
Fusselchen
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Re: 3 Wochen Doxepin-Absatzfrage

Beitrag von Fusselchen »

Genau deswegen hatte ich das Doxepin genommen. Hatte aber gemerkt das ich es nicht brauche zum Schlafen und ich es alleine packen kann..der Beweiß sind ja die Nächte wo es mehr Schlaf gibt auch ohne AD. Diese Ersten Tage beweißen mir schon wie krass das Zeuch ist. Auch wenn mir leider keiner glaubt und man noch gesagt bekommt manische Tage zu haben oder die Depression voranschreite.... Man erkennt teilweise seine Gefühlswelt nicht wieder aber spührt irgendwie das man es selbst nicht ist. Ganz eklig. Ich hoffe einfach das alles irgendwie gut geht und der Spuk irgendwann beendet ist. Geht man mit Absatzsymptomen zum Arzt läuft man gefahr noch mehr zugepumpt zu werden weil die Absatzsymptome leider als depression etc. Zu deuten sind. Hoffentlich verzeiht mir mein ZNS. Die Fakten sprechen zu meinem gunsten :(

Danke für deine Antwort Claudi :) das beruhigt mich, und danke für das Video :hug:
Wegen Schlafstörungen und Ängstlichkeit im Bett vom 03.08.17~19.08.17// 10mg Doxepin (in dieser Zeit 2 mal sporadisch 20 g genommen)
20.08.17~24.08.2017//auf 5mg Doxepin reduziert
25.08.17// 0g Doxepin, da Paradoxreaktion
26.08.17// 2,5mg Doxepin, wieder Paradoxreaktion daher ab 27.08.17 auf 0 mg geblieben

Vom 17.08.17~19.08.17// Clomipramin (25mg>12,5mg>6,25mg>0mg)
Eva

Re: 3 Wochen Doxepin-Absatzfrage

Beitrag von Eva »

Hallo!

Tolles Video! Ich habe so etwas gerade auch mal für Benzos / Schlafmittel gesucht und bin direkt fündig geworden:

http://www.ardmediathek.de/tv/45-Min/Su ... d=39987538

Liebe Grüße, Pons
Murmeline
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Re: 3 Wochen Doxepin-Absatzfrage

Beitrag von Murmeline »

[offtopic]Liebe Leute,

wir haben einen Thread zu Medienbeiträgen, schaut dort gerne mal durch! (Sucht auf Rezept ist dort bereits verlinkt)
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 08#p175508

Besonders Wichtiges findet sich auch in den Hintergrundinformationen[/offtopic]
carlotta
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Re: 3 Wochen Doxepin-Absatzfrage

Beitrag von carlotta »

Hallo Fusselchen,

Du schreibst ja selbst, dass Du jetzt Symptome hast, die Du vorher gar nicht kanntest. Die kannst Du sowieso getrost als Entzugssymptome abhaken.

Aber auch wenn ältere Symptome wieder auftauchen (oft auch verschlimmert), können die mit dem Entzug zusammenhängen; dann spricht man von einem Rebound. Das Wiederauftreten ist dann nämlich rein durch das Absetzen ausgelöst (biochemische Veränderung im ZNS).

Das sind hochpotente Substanzen, die können das ZNS wirklich regelrecht erschüttern. Das braucht jetzt einfach viel Zeit und Ruhe, um sich wieder zu sortieren. Es kann auch nach einer besseren Phase noch mal eine Welle kommen, dann bitte nicht erschrecken, sondern als nachgelagerten Entzug einordnen. Das ist normal in dem Fall.

Übrigens bin ich unter SNRI-Einnahme auch manisch geworden, war ich vorher nie. Das trat auch noch mal kurz nach dem Absetzen auf (ist ja auch ein Absetzsymptom) und verschwand dann für immer.

Wie Du selbst schreibst, gerät man schnell in einen Teufelskreis, wenn man mit Entzugssymptomen zum Arzt geht, eben weil diese zumeist nicht erkannt werden und dann falsch behandelt, was das ZNS noch mehr schädigt. Daher landen einige Betroffene nach solchen Odysseen und mittendrin im PP-Karussell dann irgendwann verzweifelt bei Anlaufstellen wie dieser hier. Man kann sich da wirklich nur selbst sehr gut unabhängig informieren und sich damit selbst helfen.

Übrigens, gern geschehen. :)

Liebe Grüße :group:
Carlotta
"For the illicit drugs, we call this process addiction. For the prescribed medications, we call this process therapeutic." (Robert Whitaker)


"We need to stop harming each other in the false name of medicine." (Monica Cassani)


[spoil]Kurzabriss Verlauf:
viewtopic.php?f=18&start=140&t=12787&si ... fb#p266609
Seitdem nur unwesentlich mit dem Reduzieren weitergekommen, da längere Absetzpause.[/spoil]
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