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Raus aus der Psychopharmakafalle - Der Blog für Betroffene und Interessierte

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Markus Huefner
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Raus aus der Psychopharmakafalle - Der Blog für Betroffene und Interessierte

Beitrag von Markus Huefner » Dienstag, 10.10.17, 9:48

Aloha,

mein Name ist Markus Hüfner. In meinem Blog die die-psychopharmaka-falle.de schreibe ich über meine Erfahrungen beim Absetzen von Psychopharmaka. Ich gebe wertvolle Tipps über den Umgang mit Entzugssymptomen und zeige einen erfolgreichen Weg aus der Psychopharmaka-Falle durch die Heilkraft der buddhistischen Psychologie.

Ich erzähle meine eigene Entzugsgeschichte »Bittere Pillen – Mein Weg aus der Psychopharmaka-Falle« und möchte jedem damit Mut machen, diesen schwierigen Weg zu gehen. Ich möchte damit aber auch darauf aufmerksam machen, wie leichtfertig heute Psychopharmaka verschrieben werden, ohne über mögliche Risiken und Nebenwirkungen aufgeklärt zu werden und was das für Konsequenzen für Betroffene haben kann. Wir brauchen ein Bewusstsein für diese Problematik in der Öffentlichkeit.

Dieser Blog soll dazu beitragen, dass ein solches Bewusstsein entsteht, im Namen aller Betroffenen.

Meine Geschichte
.
Stell Dir vor, Dein Leben gerät plötzlich aus den Fugen, nichts geht mehr, Du bist verzweifelt, ein dunkler Schatten legt sich über alles und saugt Dir die Lebensfreude aus. Du hast furchterregende Albträume und Panikattacken, die nicht mehr aufhören, denkst immer öfter darüber nach, Dir das Leben zu nehmen. Du suchst in Deiner Verzweiflung professionelle Hilfe, hoffst, dass man Dir überhaupt helfen kann, aus diesem tiefen Abgrund, in den Du gerade blickst, wieder herauszukommen. Du wünschst Dir, dass man zumindest Deinen Schmerz und Dein Leid sieht und anerkennt, Dir mit Mitgefühl und Verständnis begegnet.

Und dann geschieht das genaue Gegenteil.

Meine Entzugsgeschichte ist wahr. Ich habe sie so erlebt. Sie ist ein Beispiel dafür, was passieren kann, wenn Du Pech hast und in einer schlechten Psychiatrie landest. In einer Psychiatrie, in der der Patient der Willkür von Ärzten, Therapeuten und Pflegekräften ausgeliefert ist und im Grunde genommen entmündigt ist.

Das scheint besonders für Patienten zu gelten, die sich dieser Willkür nicht aussetzen wollen. Patienten die Wünsche und Bedürfnisse äußern, die über ihre Behandlung aufgeklärt werden möchten. Patienten, die die Gabe von Psychopharmaka kritisch sehen oder gar ablehnen.

2011 habe ich meine traumatischen Erlebnisse während eines fehlerhaften und traumatisch verlaufenden Entzuges von Benzodiazepinen in einer solchen Psychiatrie dokumentiert. Grundlage waren meine persönlichen Tagebuchaufzeichnungen und das Behandlungsprotokoll der Psychiatrie, die ich gegenübergestellt habe. Die Aufzeichnungen machen deutlich, wie es zu vermeidbaren Missverständnissen und sogar schweren Behandlungsfehlern kommen kann, wenn Patienten über vieles bzgl. ihrer Behandlung im Unklaren gelassen werden, statt sie ausführlich darüber aufzuklären und wenn man ihre Wünsche und Bedürfnisse ignoriert.

Als ich nach mehrwöchiger Behandlung in einer Tagesklinik, in der ich mehr als 2 Wochen regelmäßig Lorazepam (Tavor), ein Benzodiazepin mit 1,5 mg täglich bekam, freiwillig in die angeschlossene stationäre Psychiatrie ging, weil ich Angst hatte, mir etwas anzutun, wurde ich die ersten drei Tage auf kalten Entzug gesetzt (man setzte das Lorazepam sofort ab), obwohl ich bei der Aufnahme der leitenden Psychologin mitteilte, dass ich bereits seit 2 Wochen regelmäßig Lorazepam einnehmen würde und selbst im Beipackzettel von Tavor stehen würde, das man ein Benzodiazepin nach einer regelmäßigen Einnahme von mehr als 10 Tagen nicht plötzlich absetzen dürfe, da es sonst zu schweren Entzugssymptomen kommen könnte.

In diesen ersten 3 Tagen hatte ich mehrere heftige Panikattacken täglich und schlimme Albträume über meinen eigenen Suizid. Ich war gut ein Dutzend Mal in diesen 3 Tagen beim Personal und wies immer und immer wieder darauf hin, dass ich vermutlich schon abhängig sei und man das Lorazepam wieder ansetzen müsse. Ich bat darum, in der Tagesklinik anzurufen, um das abzuklären.

Nichts davon geschah.

Ich wurde zunehmend gereizter und wütender, brachte meine Kritik, meine Wünsche aber stets sozial kompetent rüber, ohne jemanden persönlich anzugreifen oder zu beschimpfen. Nach drei Tagen entschloss man sich dann, das Lorazepam wieder anzusetzen.

Begründung: Ich wäre vermutlich doch schon abhängig.

Außerdem wurde ein reiner Lorazepamentzug gemacht, was nicht den Leitlinien entspricht, da ein reiner Lorazepamentzug sehr viel schlimmer ist, aufgrund der kurzen Halbwertszeit von Lorazepam (10-20 Std.). Stattdessen stellt man auf ein Benzodiazepin mit einer langen Halbwertszeit um, meist Diazepam (Halbwertszeit von 20-100 Std.). Gegen Ende der Behandlung erfuhr ich durch Zufall, dass man diese Vorgehensweise bei anderen Patienten sehr wohl angewendet hatte. Wir saßen gerade in der Gruppenvisite und eine Patientin berichtete darüber, dass ihr der Entzug seit der Umstellung von Lorazepam auf Diazepam sehr viel leichter viel. Ich war fassungslos und stellte in der Gruppenvisite die Psychologin, die die Visite leitete zur Rede, warum man bei mir nicht genauso vorgegangen war. Sie wich mir aus. Nach der Visite sagte sie zu mir, sie wisse nicht, warum man bei mir nicht genauso verfahren wäre.

Hätte man alles zuvor geschehene, den kalten Entzug für drei Tage, noch mit fehlendem Wissen oder Missverständnissen erklären können, bleibt mir für dieses Verhalten leider nur eine Erklärung:

Es geschah aus voller Absicht.

Ich hatte die leitende Psychologin und ihre Behandlungsmethoden, ihre Kompetenz infrage gestellt und kritisiert. Dies empfand sie offenbar als Verletzung ihres Selbstwertgefühls und sie sah sich genötigt, etwas zu tun, um ihr Selbstwertgefühl wieder aufzuwerten.

Das Selbstwertgefühl kann man nur durch zwei Handlungen wieder stärken:
  • man wertet sich selbst auf (meist durch positive Affirmationen, was selten gelingt) oder viel schlimmer,
  • man wertet den Anderen, der einem kritisiert hat, ab.
In meinem Fall hieß das, die leitende Psychologin machte mir den Entzug absichtlich so schwer wie möglich, damit sie sich wieder besser fühlen konnte. Daran habe ich keine Zweifel.

Seitdem ist die Selbstwertproblematik ein zentrales Thema meines Blogs, weil diese Problematik zu viel Leid führt. Zwei Beiträge sind mir daher besonders wichtig:

Warum Du Dein Selbstwertgefühl loslassen solltest

Die Suche nach Selbstwert

Meinen Wunsch im Anschluss an den Entzug wieder in die Tagesklinik zu gehen lehnte man ab, es gäbe keinen Behandlungsbedarf.

Rückfall und zweiter Entzug mit Hilfe von ACT

Wenige Wochen nach der Entlassung kam es zum zu erwartenden Rückfall. Erst im Frühjahr 2012 gelang mir der zweite Benzodiazepinentzug mithilfe der Akzeptanz- und Commitmenttherapie und einem Aktions- und Bereitschaftsplan. Aus diesen Erlebnissen entstand meine Motivation für den Blog.

Meine Motivation: Die Psychiatrie-Drehtür.

Die Leichtfertigkeit, mit der heutzutage Psychopharmaka gegeben und verschrieben werden, ist verantwortungslos.

Es werden zum Teil Medikamente verschrieben, die nicht notwendig sind. Es werden gleich mehrere Psychopharmaka gleichzeitig gegeben, oft mit der gleichen Wirkung (mir wurden gleich zwei »Neuroleptika« gleichzeitig verschrieben, nach dem Motto »viel hilft viel«) ohne auf Wechselwirkungen hinzuweisen.

Der Patient gerät so schnell in eine Abhängigkeit von Psychopharmaka und der Psychiatrie an sich, denn teure Therapie wird in Kliniken oft durch billige Medikamente ersetzt. Medikamente allein können keine Therapie ersetzen und eine ambulante Psychotherapie zu bekommen ist schwierig und langwierig. Die nächste Krise ist so praktisch schon vorprogrammiert. Den Betroffenen bleibt nichts anderes übrig, als erneut in die Psychiatrie zu gehen. Dort beginnt dann das Ganze von vorn.

So geraten Viele unfreiwillig in ein System, aus dem ein Ausstieg nur schwer möglich ist, wenn überhaupt. Ich nenne das die »Psychiatrie-Drehtür«.

Dabei gilt: Verschreiben Ärzte Medikamente, müssen sie auf Risiken und Nebenwirkungen hinweisen. Diese Pflicht haben sie auch, wenn bereits der Beipackzettel des Präparats vor den Risiken warnt. Dies hat der BGH (Bundesgerichtshof) in einem Urteil (Az. VI ZR 289/03) entschieden.

Zum anderen zeigt meine Geschichte, dass die Kommunikation zwischen Ärzten, Therapeuten und Pflegekräften oftmals mangelhaft bzw. gestört ist. Der Eine weiß oft nicht, was der Andere tut. Der Leidtragende ist der Patient.

Gerade psychisch Kranke können oft nicht Ihre Wünsche und Bedürfnisse äußern. Sie trauen sich nicht Kritik zu äußern, wenn ihnen etwas nicht gut tut oder sie etwas nicht für richtig halten.

Das muss nicht so sein. Es gibt auch Kliniken, in denen das anders ist, die ein Leitbild haben, die sich dem Wohl des Patienten verpflichtet fühlen und ihm mit Verständnis und Mitgefühl begegnen. Ich würde mir wünschen, es gäbe ein solches Leitbild verpflichtend für alle Psychiatrien. Ich würde mir wünschen, das Personal einer Psychiatrie würde sich öfters in die Lage eines Patienten versetzen, der in größter Verzweiflung in die Klinik kommt und hofft, dass man ihm helfen wird. Ich würde mir wünschen, das Personal würde sich öfters fragen:

»Wie möchte ich behandelt werden, wenn ich mich in einer tiefen Lebenskrise befände?«
»Was würde ich mir wünschen?«

Sicher würde sich jeder wünschen, dass sein Schmerz gesehen und anerkannt wird und dass, das Personal Verständnis, Respekt, Geduld und Mitgefühl zeigt. Diese Werte sind schließlich Grundvoraussetzung dafür, dass der Patient sich mitteilt, über seine Probleme spricht und sich damit auseinandersetzt.

Nur so kann eine nachhaltige Genesung gelingen.

Es geht auch anders.

In der psychosomatischen Tagesklinik des »Zentrums für Seelische Gesundheit Berlin« beginnt jeder Tag mit einer Achtsamkeitsmeditation. Der Leiter der Einrichtung Prof. Dr. med. Götz Mundle sagt in einem Interview mit der Zeitschrift »Buddhismus aktuell«:
Der Kerngedanke hinter dieser Einrichtung ist, Achtsamkeit und Psychotherapie so zu verbinden, dass dies auch gelebte Wirklichkeit wird, und zwar für Patienten wie für Therapeuten. Wir beginnen den Tag deshalb gemeinsam mit einer Meditationsübung. Im Sitzen, in der Meditation, in der Achtsamkeit, sind wir alle Menschen, die wahrnehmen, die in Kontakt sind – das klingt sehr einfach, ist es aber nicht. Es ist eine Ebene, die uns alle verbindet. Wir finden uns in der Verbundenheit einer Gruppe wieder.
Ein Beispiel, das, Schule machen sollte, zum Wohle von Patienten, Therapeuten, Ärzten und Pflegekräften.

Zum Schluss möchte ich noch ein Mal betonen, dass ein Entzug nicht so laufen muss, wir sind alle Individuen, bei manch einem gibt es vielleicht gar keine Entzugssymptome, bei anderen nur leichte und bei manchen starke. Dies alles hängt von so vielen Faktoren ab, deshalb kann man meine Entzugsgeschichte gewiss nicht auf einen Benzodiazepinentzug allgemein übertragen.

Eines ist aber sicher: Es könnte viel mehr getan werden, um Behandlungsfehler zu vermeiden. Dafür bräuchte es verbindliche Richtlinien und Fortbildung von Klinikpersonal. Fakt ist, auch heute wird noch ein Drittel aller Benzodiazepin-Entzüge falsch gemacht.

Auch Antidepressiva können abhängig machen.

Die schlichte Weigerung von vielen Ärzten, insbesondere auch Psychiatern, dass auch Antidepressiva ein hohes Abhängigkeitspotenzial haben, dass Suizidrisiko stark erhöhen und zu aggressiven und gewalttätigen Verhaltensweisen führen können ist ebenso verantwortungslos und nur schwer zu vermitteln. Das diese Medikamente nur aufgrund des Placeboeffekts wirken, wie durch die Studie des Harvard Professors Irving Kirsch 2009 nachgewiesen, wird ebenso ignoriert.

Die Serotoninthese ist eine gigantische Lüge der Pharmaindustrie und hat sich durch deren jahrzehntelanges geschicktes Marketing geradezu in die Köpfe von Psychiatern eingebrannt. Diese These steht in jedem Fachbuch über Depressionen, sie wird an Universitäten gelehrt, auf Kongressen verbreitet und dient in Psychiatrien als Erklärungsmodell für Patienten mit Depressionen. Auch die beiden großen Selbsthilfe-Organiationen für von Depressionen Betroffene und deren Angehörige Die Deutsche Depressionsliga und die Deutsche Depressionshilfe propagieren in ihren Broschüren und auf ihren Websites diese These. Gemeinsam veranstalten sie jedes Jahr einen Patientenkongress auf dem sie die Serotoninthese als Erklärungsmodell für Depressionen propagieren und dass obwohl sich beide Organisationen als von der Pharmaindustrie unabhängig bezeichnen. Ich kann das nicht glauben.

Ich hatte beide Organisationen darauf angeschrieben und um Stellungnahme gebeten. Daraus entstand ein anregender E-Mail-Austausch, bei dem ich leider feststellen musste, dass beide Organisationen bei diesem Thema unbelehrbar sind und an ihren falschen Überzeugungen festhalten und dass obwohl beide Organisationen für sich in Anspruch nehmen alle Menschen mit Depressionen und deren Anliegen in der Öffentlichkeit zu vertreten. Da sie sich aber beharrlich weigern, die Risiken und Nebenwirkungen, das hohe Abhängigkeitspotenzial und die aggressiven und gewalttätigen Verhaltensweisen durch die Einnahme oder das Absetzen dieser Medikamente zu akzeptieren, vertreten sie in meinen Augen, meine Interessen und die von Menschen mit Depressionen, die schlimme Erfahrungen mit der Einnahme oder dem Absetzen von Antidepressiva gemacht haben nicht. Sie ignorieren diese Gruppe. Ich habe die vollständige E-Mail Korrespondenz mit beiden Organisationen auf meinem Blog als Beiträge publiziert:

Die Selbsthilfe-Organisation »Stiftung Deutsche Depressionshilfe« verschweigt in ihren Publikationen die Risiken und Nebenwirkungen durch SSRI-Antidepressiva

Die Deutsche DepressionsLiga e.V. verharmlost in Ihrer aktuellen Broschüre SSRI-Antidepressiva


Als ich 2013 das erste Mal versuchte Paroxetin (ein SSRI-Antidepressiva) abzusetzen (das ich seit 2009 einnehme), dachte ich, das wäre keine große Sache, schließlich hatte ich zwei schlimme aber erfolgreiche Benzodiazepinentzüge hinter mir und noch schlimmer als das konnte es nicht werden. Mittlerweile weiß ich, schlimmer geht immer. Im Vergleich zu den beiden Benzodiazepinentzügen gleicht der Entzug von Paroxetin einem Weg durch die Hölle und bisher habe ich den Ausgang noch nicht gefunden. Seitdem hängt an einer Pinnwand über meinem Schreibtisch ein Zitat von Winston Churchill:
Wenn Du durch die Hölle gehst, dann geh weiter.
Es soll mich motivieren mit dem Entzug von Paroxetin weiterzumachen, denn es stiehlt mir seit 7 Jahren mein Leben. Der letzte Versuch Paroxetin tropfenweise in Begleitung eines erfahrenen Psychiaters abzusetzen hat zu schlimmsten Entzugssymptomen geführt, die ich nur durch die erneute Einnahme von Benzodiazepinen ertragen konnte, sodass ich nun wieder abhängig davon bin.

Eine neue Behandlungsmethode

Seit Kurzem habe ich einen neuen Psychiater, der auch Orthomolekularmediziner ist und bei mir ein Serotonin-Defizit-Syndorm diagnostiziert hat. Ein Serotonin-Defizit-Syndrom kann auch durch die Langzeiteinnahme von Antidepressiva ausgelöst werden. Ein solches Syndrom behandelt man mit der Gabe von 5-HTP, einer Vorstufe von Serotonin, das natürlich in der Griffoniapflanze vorkommt. Diese Behandlungsmethode ist bisher kaum bekannt. Daher führe ich auf meinem Blog ein Tagebuch über die Behandlung, die schon nach kurzer Zeit zu deutlicher Besserung meines psychischen Zustandes geführt hat.

Mehr dazu auf meinem Blog.

Mein Weg: ACT und Die Heilkraft der buddhistischen Psychologie

Ich hinterfrage die Dinge gerne (Der, die, das, wer, wie, was, wieso, weshalb, warum, wer nicht fragt, bleibt dumm …). Ich versuche zu verstehen, wie Menschen, zu dem werden, was sie sind und warum es uns so schwer fällt, uns zu ändern? Dabei setzte ich mich mit der Hirnforschung, der Psychologie und der Philosophie auseinander. So bin ich zunächst auf die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (kurz ACT) gestoßen und mache eine solche Therapie seit einiger Zeit. Sie hilft mir sehr mit den Entzugssymptomen, der Depression und den körperlichen Beschwerden auf eine heilsamere Art umzugehen, vor allem freundlicher und mitfühlender mit mir selbst, gerade weil ich so sehr leide.

Wer sich tiefer mit ACT und dem Konzept von ACT aus Achtsamkeit, Akzeptanz, wertgeleitetes Handeln und Selbstmitgefühl auseinandersetzt wird als Grundlage dieser Therapie die Heilkraft der buddhistischen Psychologie entdecken. Auch weitere neuere Verhaltenstherapien wie die MBCT der Oxford Universität (Achtsamkeitsbasierende kognitive Verhaltenstherapie) oder CFT (Compassion Focused Therapy) basieren auf dieser Grundlage.

Seit ich mich mit dem Buddhismus beschäftige, weiß ich, dass alle Lebewesen frei von Leid sein wollen und dass das meiste Leid durch Gier, Hass, Verblendung und fehlendem Wissen oder Verstehen entsteht. Ich meditiere seit 5 Jahren, hauptsächlich Achtsamkeitsmeditation und »Liebende Güte«. Vor allem die Meditation der liebenden Güte hilft mir sehr dabei, allen Menschen mit mehr Verständnis und Mitgefühl zu begegnen, einschließlich mir selbst.

Dabei richte ich mein Leben an dem »buddhistischen Bekenntnis« der »Deutschen buddhistischen Union (DBU)« und den »Leitlinien des Zusammenseins« nach Thich Nhat Hanh aus.

Über einen Besuch auf meinem Blog würde ich mich freuen. Vielleicht findest Du dort ja Inspiration und neue Anregungen auf andere Art und Weise mit Deinen Problemen und Deinem Leid umzugehen.

Mögest Du A chtsam sein
Mögest Du B eharrlich sein
Mögest Du S elbstmitfühlend sein
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Mein Name ist Markus Hüfner,

ich bin Autor, Blogger, Webdesigner und Künstler. In meinem Blog https://die-psychopharmaka-falle.de/ schreibe ich über meine Erfahrungen mit der Heilkraft der buddhistischen Psychologie beim Absetzen von Psychopharmaka . Ich gebe wertvolle Tipps und zeige einen erfolgreichen Weg aus der Psychopharmaka-Falle durch das A-B-S-Konzept. Hier erzähle ich meine Entzugsgeschichte.

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Achtsam sein, Beharrlich sein, Selbstmitfühlend sein
Raus aus der Psychopharmaka-Falle durch die Heilkraft der buddhistischen Psychologie

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