Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->


Liebe Mitglieder des ADFD, liebe Interessierte.
Aufgrund anhaltender Neuanmeldungen, Urlaubszeit und Unterbesetzung in den Teams sieht sich die Moderation leider gezwungen, das Forum temporär für Neuanmeldungen zu schließen.
Wir peilen einen Zeitraum von circa 8 Wochen an (ein Enddatum wird noch bekannt gegeben).
Wir bedauern diesen Schritt sehr, er ist aber nötig, um der Verantwortung füreinander, aber auch für unsere eigene Gesundheit, nachzukommen.

Neu-Interessierte finden alle wichtigen Infos rund ums Absetzen gut verständlich erklärt im öffentlich zugänglichen Teil des Forum.
Hier viewtopic.php?f=35&t=16516 findet ihr Antworten auf die wichtigsten Fragen und links zu weiterführenden Erläuterungen.

Die Teams des ADFD




Angst vorm Absetzen von Quetiapin überwinden

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
:schnecke: Bitte lies unsere Forenregeln, bevor Du Dich registrierst.
Antworten
Flox
Beiträge: 3
Registriert: Donnerstag, 19.10.17, 12:26

Angst vorm Absetzen von Quetiapin überwinden

Beitrag von Flox » Donnerstag, 19.10.17, 12:50

Hallo ihr Lieben,

mein Name ist Charlotte, ich bin 24 Jahre alt und wurde im Sommer 2015 auf Psychopharmaka gesetzt. Aus heutiger Sicht der größte Fehler meines Lebens. Anlass war die damalige Trennung von meinem langjährigen Freund und den typischen Liebeskummer-Problemen. Schlaflosigkeit, Traurigkeit, ganz klassisch eben. Mein Hausarzt deutete dies als Depression. :shock:

Sein erster Ansatz war es mich auf Opipramol zu setzen. Funktionierte anfangs auch super. Geschlafen hab ich wieder toll.
Aufgrund der Nebenwirkungen wurde ich dann vom Neurologen auf Amitriptylin gesetzt. Das ging leider auch nicht besonders lange gut. Ich bekam massives Herzrasen.
Also ging es weiter mit Mitrazipin. Leider wurde ich immer depressiver/trauriger. Und wurde dann auch noch auf Citalopram gesetzt.
Da ich mit Mitrazipin immer unruhigere Beine bekam (das Problem hatte ich vorher aber auch schon), musste ich es absetzen. Von Knall auf Fall und ich hatte knapp 2 Monate "Spaß" mit dem Entzug. Und einen Arzt, der mir immer wieder erklärte, dass Mitrazipin ja nicht abhängig mache.
Da ich dann natürlich nicht mehr schlafen konnte, bekam ich Quetiapin.

Mittlerweile ist etwas Zeit ins Land gegangen und ich fühle mich eigentlich wunderbar. Sodass ich nun versuche abzusetzen. Ich bin viel zu jung für diese Medikamente und bin immer mehr überzeugt, dass ich nie wirklich psychisch krank war, aber jetzt auf keinen Fall mehr bin. Meine Therapeutin hat mich in dem Gedankengang unterstützt. Ihr Fazit war relativ schnell, dass man einen jungen Menschen künstlich krank gemacht hat.

Citalopram habe ich mittlerweile von 20mg auf 5mg runtergeschlichen. Das klappt alles seehr problemlos und an der Stelle bin ich absolut zuversichtlich, dass ich das mit etwas Geduld einfach ausschleichen kann ohne große Probleme zu bekommen :party2:

Angst macht mit das Quetiapin. Aktuell nehme ich 50mg. Daran möchte ich auch erst schrauben, wenn das Citalopram abgesetzt ist. Großes Problem ist an der Stelle mein Kopf: Nach fast 2,5 Jahren mit Schlafmitteln ist der ziemlich überzeugt davon, dass ich ohne ja gar nicht schlafen kann. Mein Arzt ist mir da leider keine große Hilfe. Seine Meinung ist, dass beim Absetzen halt die Symptome wieder kommen. Der Satz ist aber sofort in meinem Kopf, wenn ich schon ans Absetzen denke.
Auf der anderen Seite möchte ich die Medikamente unbedingt loswerden. Ich bin so jung und mir geht es so gut. Ich hab schon ewig keine Probleme mehr mit dem Schlafen. Mittlerweile habe ich einen unbefristeten Job, bin mit dem Studium fertig und lebe in einer sehr harmonischen Beziehung mit meinem Freund. Einen besseren Zeitpunkt wird es wohl kaum geben :lol:

Ich hoffe, dass ich hier noch ein bisschen über das Absetzen lernen kann und ich durch Eure Geschichten hoffentlich mal irgendwann meinen Kopf in den Griff bekomme. Die Angst vor dem Absetzen ist dreimal schlimmer als meine Schlafstörungen jemals waren. In meinem Beruf (ich arbeite mit Kindern aus sozialen Brennpunkten) brauche ich einfach unbedingt meinen Schlaf um den kleinen Monsterchen immer souverän gegenüber stehen zu können. Die Angst, dass nicht zu 100% leisten zu können, macht mich kirre und hält mich vom Absetzen ab. :?

Liebe Grüße
Flox
Aktuell: 5mg Citalopram -> Ziel 0mg
50mg Quetiapin: nach Absetzen Citalopram soll auch dieses ausgeschlichen werden. Große Angst davor.

Aktuell keinerlei Symptome. Fröhlich, fit, gut gelaunt und ausgeschlafen :D

padma
Moderatorenteam
Beiträge: 21453
Registriert: Sonntag, 06.01.13, 17:04

Re: Angst vorm Absetzen von Quetiapin überwinden

Beitrag von padma » Donnerstag, 19.10.17, 17:26

hallo Charlotte, :)

willkommen im ADFD.
Anlass war die damalige Trennung von meinem langjährigen Freund und den typischen Liebeskummer-Problemen. Schlaflosigkeit, Traurigkeit, ganz klassisch eben. Mein Hausarzt deutete dies als Depression. :shock:
Liebeskummer gehört zum Leben mit dazu. Das ist keine Depression und keine psychische Krankheit. Es ist wirklich schlimm, wie leichtfertig Ärzte mit Psychopharmaka umgehen. Und du musst es jetzt ausbaden :frust:
Ich bin viel zu jung für diese Medikamente und bin immer mehr überzeugt, dass ich nie wirklich psychisch krank war, aber jetzt auf keinen Fall mehr bin. Meine Therapeutin hat mich in dem Gedankengang unterstützt. Ihr Fazit war relativ schnell, dass man einen jungen Menschen künstlich krank gemacht hat.
Das sehe ich auch so.
Citalopram habe ich mittlerweile von 20mg auf 5mg runtergeschlichen. Das klappt alles seehr problemlos und an der Stelle bin ich absolut zuversichtlich, dass ich das mit etwas Geduld einfach ausschleichen kann ohne große Probleme zu bekommen :party2:
Wie genau hast du reduziert? Auch wenn du bisher problemlos runter dosieren konntest, rate ich dir dennoch, von jetzt an mit der 10% Empfehlung (Reduktionen von höchstens 10 % alle 4 - 6 Wochen) weiter zu machen. Das ist für das ZNS am schonendsten.
Wenn du dein ZNS jetzt pfleglich behandelst, wird sich das auch positiv auf die spätere Quetiapinreduktion auswirken.
Mein Arzt ist mir da leider keine große Hilfe. Seine Meinung ist, dass beim Absetzen halt die Symptome wieder kommen.
Das ist völliger Quatsch, deine Schlafstörungen kamen ja durch den abrupten Entzug von Mirtazapin.
Was allerdings richtig ist, dass Schlafprobleme als Absetzsymptome auftreten können. Diese lassen sich zumeist im Rahmen halten, wenn man von Anfang an, langsam und behutsam ausschleicht.

Hier die wichtigsten Infos:
AD absetzen viewtopic.php?f=18&t=12880
NL absetzen viewtopic.php?f=32&t=12884
Großes Problem ist an der Stelle mein Kopf: Nach fast 2,5 Jahren mit Schlafmitteln ist der ziemlich überzeugt davon, dass ich ohne ja gar nicht schlafen kann
Wenn du ganz langsam in kleinen Schritten reduzierst, wird auch dein Kopf merken, dass Absetzen machbar ist.
Die Angst, dass nicht zu 100% leisten zu können, macht mich kirre und hält mich vom Absetzen ab. :?
Deine Arbeit ist sicherlich sehr fordernd, mein Respekt.
Niemand kann immer 100 % leistungsfähig sein, da ist dein Anspruch an dich zu hoch. Das wäre bestimmt ein wichtiges Thema für deine Therapie.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.


Flox
Beiträge: 3
Registriert: Donnerstag, 19.10.17, 12:26

Re: Angst vorm Absetzen von Quetiapin überwinden

Beitrag von Flox » Donnerstag, 19.10.17, 17:53

Dankeschön!

Genau, ich habe nach dieser 10%-Regel abgesetzt. Also der erste Sprung war halbieren, aber da hatte ich davor Magen-Darm und hätte da zwei Tage eh nix bei mir behalten. Das ging dann zum Glück problemlos. Jetzt aber in kleinen Schritten 10% Schritten alle vier Wochen. Ich will es wirklich ganz langsam und entspannt angehen. Aber das klappt wirklich komplett ohne Probleme.


Mit der Therapie bin ich (leider) durch (Therapeutin würde schwanger und es gibt erstmal keinen verfügbaren Ersatz). Aber ich hab gerade erst (August) angefangen zu arbeiten, das ist wohl einfach völlig normal und ich merke, dass ich da entspannter werde.
Aber beim Thema Schlaf bin ich völlig verkrampft. Es geht immer nur um diesen Teufelskreis "nicht schlafen - keine Leistung - Angst nicht schlafen zu können - nicht schlafen...". Dabei ist die Leistung rational gesehen nie mein Problem gewesen. Ich bin lediglich ein Mensch der viel Schlaf braucht. Aber die Zeit nehme ich mir und führe parallel gerade auch Schlafrituale mit progressiver Muskelentspannung ein.

Vielen Dank für die freundliche Begrüßung!
Aktuell: 5mg Citalopram -> Ziel 0mg
50mg Quetiapin: nach Absetzen Citalopram soll auch dieses ausgeschlichen werden. Große Angst davor.

Aktuell keinerlei Symptome. Fröhlich, fit, gut gelaunt und ausgeschlafen :D

Hunk89
Beiträge: 356
Registriert: Sonntag, 01.01.17, 17:10

Re: Angst vorm Absetzen von Quetiapin überwinden

Beitrag von Hunk89 » Donnerstag, 19.10.17, 19:06

Hallo Flox,

50mg Quetiapin werden wohl nicht so wild sein! Ich glaube da brauchst du keine Angst zu haben. Lass dir genug Zeit beim Ausschleichen. Viel Erfolg!

LG
Hunk
Medikament dosis morgens-dosis mittags-dosis abends-dosis nachts
Quetiapin Prolong 200-200-0-0
Quetiapin 0-0-0-300
Olanzapin 5-5-7,5-7,5
Venlafaxin 0-0-0-37,5
Trazodon 25-25-25-0
Metformin 500-500-500-500

Zu schnell reduziert:
Rückschlag auf 1000mg Seroquel
Und 25mg Zyprexa
Seroquel ca. alle 5-6 Monate jeweils um 100mg reduziert.
Letzte Reduktion Seroquel: 1. April: Reduziert von 800mg auf 700mg.
Wie es hier empfohlen wird ist es mir zu schnell :schnecke:

Moselaner
Beiträge: 117
Registriert: Mittwoch, 12.07.17, 13:28
Wohnort: Mittelmosel

Re: Angst vorm Absetzen von Quetiapin überwinden

Beitrag von Moselaner » Donnerstag, 19.10.17, 20:26

Liebe Flox,
erstmal freu ich mich darüber, dass du schon so weit mit dem absetzen von Citalopram bist. Glückwunsch. auch scheinst du bis jetzt alles richtig zu machen.
ich würde mir da nicht so viel sorgen machen bei 50mg Quetiapin. es gibt viele, die eine Tages Dosis von 300 mg bis 50 mg regelmäßig eingenommen haben. ja, ich weiß, man sollte nicht alles vergleichen, du machst aber einen sehr rationalen, vernünftigen Eindruck. wenn du es jetzt so ernsthaft u langsam ausschleichst ( 10 % alle 4 Wochen) wirst du merken, das es sehr leicht geht. wünsche dir von herzen, viel Erfolg, und schreib hier regelmäßig in deinem thread .
lg
m.
Hier die Krankengeschichte
I
► Text zeigen
Seit 01.06.17: 3,75 mg zopiclon
Seit 01.07.17: 1,875 mg Zopiclon
Seit 21.07 17: 1,5 mg Zopiclon
Seit 01.08.17: 1,125 mg Zopiclon
Seit 07.08.17: 0.9375 mg Zopiclon
14.8.17: 0,7 mg Zopiclon
21.8.17: 0,5 mg Zopiclon
28.8.17: 0,25mg Zopiclon
01.09.17: 0,1 mg Zopiclon
04.09.17: 0mg Zopiclon

Hier der Verlauf meines Entzugs:
► Text zeigen

Ululu
Moderatorenteam
Beiträge: 5987
Registriert: Donnerstag, 04.05.17, 17:43

Re: Angst vorm Absetzen von Quetiapin überwinden

Beitrag von Ululu » Freitag, 20.10.17, 10:10

Hallo Flox, :)

auch von mir noch herzlich willkommen im Forum, schön, dass du her gefunden hast und es ohne Medikamente versuchen willst.
Padma :) hat dir ja schon die wichtigsten Dinge dazu geschrieben.
Moselaner hat geschrieben: es gibt viele, die eine Tages Dosis von 300 mg bis 50 mg regelmäßig eingenommen haben. ja, ich weiß, man sollte nicht alles vergleichen, du machst aber einen sehr rationalen, vernünftigen Eindruck. wenn du es jetzt so ernsthaft u langsam ausschleichst ( 10 % alle 4 Wochen) wirst du merken, das es sehr leicht geht.
Hier möchte ich jetzt mal "reingrätschen".
Ob man vernünftig oder rational ist, hat leider mit dem Auftreten etwaiger Absetzsymptome mal so gar nichts zu tun.
Bei Absetzen gerät das Gehirn in ein Ungleichgewicht, weil ihm Stoffe entzogen werden, die vorher eine ganze Weile von außen zugeführt werden.
Das ist ein physiologisches Geschehen und kann schwere Symptome machen, es ist keine
psychische oder psychosomatische Sache, sondern eine körperliche.
Auch wenn die Auswirkungen auch im psychischen Wohlbefinden spürbar sein können.

Leider ist dies genau das Unverständnis, auf das viele von uns bei ihren behandelnden Ärzten stoßen.
Diese behaupten dann, man steigere sich in etwas hinein oder die Grunderkrankung wäre innerhalb von zwei Wochen wieder aufgetreten. :frust: :frust:

Das musste ich mal klarstellen.

LG Ute
► Text zeigen
7

Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Anikke
Beiträge: 1435
Registriert: Mittwoch, 05.07.17, 7:20

Re: Angst vorm Absetzen von Quetiapin überwinden

Beitrag von Anikke » Freitag, 20.10.17, 10:38

liebe flox,
herzlich willkommen hier im forum.
ich kann deine Angst vor dem absetzen von Quetiapin voll gut nachvollziehen, auf dem Hintergrund deiner Geschichte.
du hättest Mirtazapin, das ich selbst gerade mühevoll absetzen, und dieses hast du quasi kalt abgesetzt und dadurch massive schlafprobleme bekommen, richtig?
und mit dem Quetiapin wurde das aufgefangen.
das Mirtazapin hat eine extrem sedierende Wirkung, es ist also gar kein Wunder dass du beim kalten absetzen schlafprobleme bekommen hast.
nun ist aber zum Glück die Situation völlig anders. du kannst in minischritten absetzen, und du kannst die absettschritte planen. ich z.b. mache meine absetzscgritre inner zum / am Wochenende und auch gerne im Urlaub, weil da etwaige schlafprobleme viel besser abgefangen werden können. wenn ich die regel mutbden 10% einhalte, kann ichbübrigens recht gut schlafen, der schlaf ist nur insgesamt leichter, aber das ist bei mir Normalzustand.
unter der Woche nehme ich ein baldrian-hopfen-präparat als ein- und durchschlafhilfe, damit klappt alles echt gut insgesamt.
hier im forum gibt es auch einen guten thread zu schlafhygiene, da bekommst du auch gute Tipps.
also nur Mut, du wirst das gut packen, wenn du kleine absetzschritte machst und diese in Phasen planst, in denen beruflich und privat nicht allzuviel anliegt :-)
hier kannst du alle deine fragen und unsicherheiten loswerden, du bekommst hier guten kompetenten Rat und Begleitung!
gutes gelingen wünscht
Anikke
► Text zeigen

micha68
Beiträge: 221
Registriert: Freitag, 11.08.17, 10:42
Wohnort: Rhein-Main

Re: Angst vorm Absetzen von Quetiapin überwinden

Beitrag von micha68 » Freitag, 20.10.17, 11:54

Hallo Charlotte,

auch von mir ein herzliches Willkommen!

Schön das du es schon soweit geschafft hast!

Ich schalte mich nur ein, weil ich auch Quetiapin absetze. Deshalb von mir der Tipp, sich die Wasserlösemethode anzuschauen. Ich finde das Quetiapin ist dazu gut geeignet. Ich gehe davon aus, das Du das unretardierte Quetiapin nimmst (falls nicht, müsste man erst umstellen...)- da kannst Du die 50mg zB. in 50ml Wasser auflösen und dann wirklich in 10% oder 5% Schritten reduzieren. Als ersten Schritt würde ich allerdings erstmal nur die Darreichungsform ändern. Also erstmal dann paar Abende die Wasserlösung nehmen, wenn das gut geht, dann langsam reduzieren.

Prima ist auch, das Du abends Entspannungsübungen machst! Mir hilft auch ein Baldrian-Hopfen Extrakt- aber das muss man individuell ausprobieren... Und schau mal in den Thread, den auch schon Anikke erwähnt hat mit der Schlafhygiene, vielleicht findest du da auch noch etwas...

Ich finde es prima, das Du gut auf Dich achtest! Und das Du die Psychopharmaka Gabe hinterfragst!

Ich wünsche Dir viel Erfolg beim weiteren Reduzieren und bei Fragen, diese einfach stellen, wir antworten gerne!
Alles erdenklich Liebe und Gute für Dich!
Micha
Reduktion von Valproinsäure retardiert/ Valpro Saft unretardiert/Quetiapin (Wasserlösemethode)
► Text zeigen
Seit März 2018 Medikamenten frei

Ich habe das Berliner Manifest unterschrieben und möchte Euch bitten auch zu unterschreiben: https://www.change.org/p/gesellschaft-p ... sychiatrie
Initiatorin SHG Psychiatrie-Erfahrene in der Landeshauptstadt Wiesbaden
:pillowtalk:

Flox
Beiträge: 3
Registriert: Donnerstag, 19.10.17, 12:26

Re: Angst vorm Absetzen von Quetiapin überwinden

Beitrag von Flox » Freitag, 20.10.17, 13:08

Nein, die Schlafprobleme waren die Ausgangsproblematik.


Mit Schlafhygiene hab ich mich schon intensiv beschäftigt.
Aktuell: 5mg Citalopram -> Ziel 0mg
50mg Quetiapin: nach Absetzen Citalopram soll auch dieses ausgeschlichen werden. Große Angst davor.

Aktuell keinerlei Symptome. Fröhlich, fit, gut gelaunt und ausgeschlafen :D

Katja
Beiträge: 206
Registriert: Mittwoch, 17.05.17, 15:02

Re: Angst vorm Absetzen von Quetiapin überwinden

Beitrag von Katja » Freitag, 20.10.17, 18:16

Hallo Flox,

bei mir sind Schlafstörungen (vor allem Einschlafprobleme) auch die Ausgangsproblematik - also du bist zumindest nicht allein! :hug:

Ich hab allerdings nach 3 schlaflosen Nächten eine Psychose bekommen. Die ist aber von allein abgeklungen, nur dass anschließend mir auch die Trennung von meinem Freund so schwer zu schaffen gemacht hat, dass ich überfordert & mit Einschlafproblemen mich in der Psychiatrie vorgestellt habe - auch die Fehlentscheidung meines Lebens. Die haben mich auf zwei Antipsychotika eingestellt, eins davon zum Schlafen. Das habe ich grad auch angefangen abzusetzen, unglücklicherweise genau vor einem Bewerbungsgespräch, sodass ich auch prompt nicht einschlafen konnte. Aber ich glaube fest daran, dass es mir ein bisschen Geduld auch ohne Medikamente geht!

Ich drück dir die Daumen für dein Absetzen, du schaffst das sicher auch.

Liebe Grüße
Lolina
► Text zeigen

Arianrhod
Beiträge: 1951
Registriert: Sonntag, 15.11.15, 15:16

Re: Angst vorm Absetzen von Quetiapin überwinden

Beitrag von Arianrhod » Samstag, 21.10.17, 15:31

Hallo Flox,

Ärzte meinen es oft gut, wenn sie Quetiapin statt ein Schlafmittel von den Z-drugs verschreiben, weil "Quetiapin ja keine Abhängigkeit verursacht.".
Das ist leider falsch, Quetiapin macht sehr wohl abhängig, was man merkt, wenn man es wieder ausschleichen möchte.
Ich habe Quetiapin im Schneckentempo abgesetzt (über 2 Jahre) und hatte nur eine Weile Schlafprobleme, das war aber wirklich vorrübergehend und ich habe es mit einem Lavendelpräparat , das heisst Lasea, in den Griff bekommen. Die Idee hatte mein neuer Psychiater, er verschreibt das Patienten auch, denn warum immer mit Kanonen auf Spatzen schießen?
Mittlerweile schlafe ich 7-8 Stunden nachts, bin aber tagsüber wesentlich wacher als mit Quetiapin (bei mir hatte das doch einen Überhang tagsüber).
Also wenn du sehr langsam ausschleichst, ist es gut möglich, dass du wieder in einen normalen Schlafrhythmus findest,
liebe Grüße Arian
► Text zeigen

carlotta
Beiträge: 4431
Registriert: Dienstag, 17.04.12, 16:10

Re: Angst vorm Absetzen von Quetiapin überwinden

Beitrag von carlotta » Samstag, 21.10.17, 18:30

Hallo Arian,

nimmst Du das Lasea immer noch? Ich frage nur, weil Leute auch dabei schon von möglicher Abhängigkeit berichtet haben.

Ich habe es mal kurzzeitig genommen und dann wieder problemlos weggelassen, war aber wirklich nicht lange (auch um einer Gewöhnung vorzubeugen). Aber das heißt ja nicht unbedingt was, kann ja auch bei jedem anders sein.

Liebe Grüße :group:
Carlotta
"For the illicit drugs, we call this process addiction. For the prescribed medications, we call this process therapeutic." (Robert Whitaker)


"We need to stop harming each other in the false name of medicine." (Monica Cassani)

► Text zeigen

Arianrhod
Beiträge: 1951
Registriert: Sonntag, 15.11.15, 15:16

Re: Angst vorm Absetzen von Quetiapin überwinden

Beitrag von Arianrhod » Samstag, 21.10.17, 20:30

Hallo Carlotta,

nein, ich habe es nur 2 Wochen genommen. Es ist ja dann auch ziemlich teuer, denn mein Psychiater konnte mir nur ein Grünes Rezept geben., ujnd danach hatte sich mein Schlaf schon eingependelt, erst 5 -6 Stunden am Stück, dann 7- 8.
Ich war gerade auf der Produktseite, habe mir das hier durchgelesen:
Kann Lasea® abhängig machen oder zu einer Gewöhnung führen?
Nein! Lasea® hat keinerlei Abhängigkeits- oder Gewöhnungseffekte (im Sinne einer Dosissteigerung, um dieselbe Wirkung zu erreichen).

Quelle lasea.de/service/fragen-und-antworten/
Das ist natürlich eine SEHR vage Antwort, die mir sagt: " Das Produkt macht nicht süchtig im Sinn :Ich will immer mehr von dem Stoff!, doch eine körperliche Gewöhnung kann schon eintreten."
Danke, Carlotta, für diesen Hinweis, mir war das nicht bewusst, so was finde ich aber enorm wichtig. Auch mit phytotherapeutischen Mitteln ist man also nicht immer auf der sicheren Seite.

Hier noch ein Hinweis auf seine Wirkung auf GABA ( Arzt meint eallerdings, dazu ist es zu schwach dosiert): https://blog.aromapraxis.de/2010/02/02/ ... gen-angst/
http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php ... 6l-Kapseln

Also gilt wohl auch hier: Nicht zu lange einnehmen,besser als ein Benzo ist es jedoch.

Ich mag Lavendel auch äußerlich, ich habe immer reines Lavendelöl im Haus und mache auch 1-2 Tropfen auf mein Kopfkissen, habe wirklich den Eindruck, dass ich besser das heißt tiefer schlafe damit.

liebe Grüße Arian
► Text zeigen

carlotta
Beiträge: 4431
Registriert: Dienstag, 17.04.12, 16:10

Re: Angst vorm Absetzen von Quetiapin überwinden

Beitrag von carlotta » Samstag, 21.10.17, 20:49

Hallo Arian,

erst mal sorry an Charlotte, wenn ich hier den Thread zweckentfremde, wobei es sich einfach thematisch angeschlossen hat. Evtl. abtrennen?
Arianrhod hat geschrieben:Das ist natürlich eine SEHR vage Antwort, die mir sagt: " Das Produkt macht nicht süchtig im Sinn :Ich will immer mehr von dem Stoff!, doch eine körperliche Gewöhnung kann schon eintreten."
Vor allem wissen wir ja alle, dass Hersteller diesbezüglich nicht unbedingt die sicherste Informationsquelle darstellen. Zudem ist das Produkt noch gar nicht so lange auf dem Markt, da fehlen ohnehin Langzeiterfahrungen.
Arianrhod hat geschrieben:Auch mit phytotherapeutischen Mitteln ist man also nicht immer auf der sicheren Seite.
Wem sagst Du das? Ich habe seit geraumer Zeit mehr Probleme, Johanniskraut zu reduzieren als ein TZA. Die letzte JK-Reduktion hat mich komplett umgehauen für längere Zeit und glaub mir, sie war vorsichtig (unterer Dosisbereich).
Arianrhod hat geschrieben:Also gilt wohl auch hier: Nicht zu lange einnehmen,besser als ein Benzo ist es jedoch.
Sehe ich auch so. (Sofern man es magenmäßig verträgt, ist ja bei ätherischen Ölen bei manchen so eine Sache.)
Arianrhod hat geschrieben:Ich mag Lavendel auch äußerlich, ich habe immer reines Lavendelöl im Haus und mache auch 1-2 Tropfen auf mein Kopfkissen, habe wirklich den Eindruck, dass ich besser das heißt tiefer schlafe damit.
Glaube ich Dir sofort, das berichten ja auch immer wieder Leute. Es ist halt durchaus potent, wie man sieht. Aber äußerlich dürfte das ja kaum ein Problem darstellen.

Liebe Grüße :group:
Carlotta
"For the illicit drugs, we call this process addiction. For the prescribed medications, we call this process therapeutic." (Robert Whitaker)


"We need to stop harming each other in the false name of medicine." (Monica Cassani)

► Text zeigen

Antworten