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Mondkatze: Venlafaxin nach 10 Jahren absetzen

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Mondkatze
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Mondkatze: Venlafaxin nach 10 Jahren absetzen

Beitrag von Mondkatze »

Hallo!
Ich bin froh, über das Buch "Antidepressiva absetzen" von Müller und Miltenberger auf dieses Forum gestoßen zu sein. Ich hoffe, ich komme endlich langsam, aber sicher zum Ziel, Trevilor ganz loszuwerden. Ich nehme seit 10 jahren venlafaxin. 5 der 10 Jahre habe ich 150 mg genommen und 5 Jahre 75. Nun möchte ich den endgültigen Schritt wagen und mit der Kügelchenmethode innerhalb von ca. einem Jahr auf Null zu kommen. Leider bestehen meine Kapseln nur aus 6 Kügelchen. D.h. ich musste direkt von 75 auf 62.5 runterdosieren. Die ersten Tage waren sehr hart, seit heute geht es wieder. Ich möchte das nun mindestens einen Monat noch beibehalten um dann die nächste Reduktion zu versuchen.
Liebe Grüße,
Mondkatze
Zuletzt geändert von Murmeline am 10.10.2018 09:49, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel ergänzt
Symptome: Verzweiflung, Suizidalität, selbstverletzendes Verhalten; Diagnose: Depression, Borderline
Medikation: Venlafaxin 150mg, seit 2008

Bisherige Absetzversuche: Venlafaxin 150 mg, nach ärztlicher Anweisung 2013 auf 75 mg reduziert; relativ problemlos, einige Wochen Stimmungsschwankungen; weiteres Reduzieren nicht getraut
Absetzverlauf: 30.12.17, 75 mg Startdosierung: ab 30.12.17: 62,5 mg; in den ersten Tagen Weinanfälle, Schwindel, Reizbarkeit. Nach einigen Tagen deutlich besser. Nach 3 Wochen vermehrt Schwindel (nahezu täglich). Verschwand nach einigen Tagen wieder.
13.2.18 Reduktion auf 50 mg. Vollkommen problemlos. 23.3.18 Reduktion auf 37.5 mg. Schrittweise Reduktion bis auf 0 mg am 31.7.18. Relativ problemlos (einige Tage Schwindel). Ab 3.10.18 absolute Hölle: Ununterbrochene Angstzustände bis hin zu Panik, Tag und Nacht (nie zuvor gehabt, also eindeutig Entzugssymptomatik). Ab 8.10.18 37.5 mg eingenommen, ab 10.10.18 noch zusammen mit Tavor, da die Angst noch zunahm.
Annanas
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Re: Venlafaxin nach 10 Jahren absetzen

Beitrag von Annanas »

Hallo Mondkatze :) , herzlich willkommen im ADFD!
Es ist ein wirklich guter Schritt, das Venlafaxin absetzen zu wollen!
Mondkatze hat geschrieben:Nun möchte ich den endgültigen Schritt wagen und mit der Kügelchenmethode innerhalb von ca. einem Jahr auf Null zu kommen. Leider bestehen meine Kapseln nur aus 6 Kügelchen. D.h. ich musste direkt von 75 auf 62.5 runterdosieren.
Für ein schonendes Absetzen müßtest du dir unbedingt Venlafaxin von einem der folgenden Hersteller besorgen: 1APharma, Hexal, neuraxpharm oder Winthrop (der Arzt muß auf dem Rezept das "aut idem" Kästchen ankreuzen, so daß du in der Apotheke auch genau dieses Medikament erhältst).

Wir empfehlen hier, 5 - 10% der letzten Dosis, alle 4 - 6 Wochen, abzusetzen - das ist dann nur mit dem Venlafaxin von einem der o.g. Hersteller möglich. Diese Kapseln enthalten viele, kleine Kügelchen mit denen man jede kleine oder auch krumme Dosierung hinbekommt.
Ein kleiner Tipp am Rande - laß dir, wenn möglich, nur die 37,5 mg Kapseln aufschreiben, so brauchst du in der Anfangsphase nur eine Kapsel zu zählen u. kannst die andere 37,5 mg Kapsel so einnehmen.

Gleich 12,5 mg abzusetzen, war schon ein recht großer Schritt, aber es kann evtl bei einer höheren Dosierung noch funktionieren.
Da du aber auch direkt mit Symptomen zu tun hattest, würde ich wirklich versuchen, an die Kapseln mit den Kügelchen zu kommen.

Manchmal treten die Absetzsymptome auch mit Verzögerung ein, ich setze auch Venlafaxin ab u. bei mir zeigte sich die Symptomatik erst verstärkt in der 3. Woche nach dem Absetzen.
Muß natürlich nicht zwangsläufig bei dir auch so sein - aber ich wollte die Gefahr nur kurz aufzeigen.

Ich schicke dir hier mal unseren Erste Hilfe-Absetzthread für AD mit, er enthält viele wichtige Infos und Erklärungen:
Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen

Ich wünsche dir ein gutes Gelingen u. einen guten Austausch hier im Forum.
Das hier ist jetzt dein Thread, hier kannst du alle deine Fragen u. Anmerkungen loswerden!

Liebe Grüße von Anna
Vorgeschichte:
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Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016
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13.12.20 13 Kügelchen (ca. 3,9 mg)
:arrow: Was finde ich wo im Forum?
Hinweis:
Meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und gründen sich auf Erfahrungswerten - meinen eigenen und denen anderer Betroffener sowie den wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.


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Jamie
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Re: Venlafaxin nach 10 Jahren absetzen

Beitrag von Jamie »

Hallo Mondkatze,

willkommen im Forum :).

Es ist schön, dass du dich dazu entschlossen hast dich vom Venlafaxin zu entwöhnen, aber du musst auch selbst die Voraussetzungen schaffen, damit der Entzug möglichst optimal verläuft und dazu gehört zum einen, dass du dir keine Frist setzt (1 Jahr) und zum anderen, dass du dir ein Präparat von einem anderen Hersteller verschreiben lässt.

Entzug verläuft nicht gradlinig und bei 75mg sind 1 Jahr als Absetzzeit zu kurz angesetzt, da man sich nach einem Absetzschritt (10%) ja 4-6 Wochen stabilisieren sollte, ehe es weiter geht.
Mach dir keinen Druck zu einem bestimmten Zeitpunkt fertig zu sein; das klappt unserer Erfahrung nach nie; da reicht es schon, dass eine saftige Magen-Darm-Grippe dazwischenkommt und alles kommt ins Trudeln. Handele und reagiere flexibel und sanft - dein ZNS lässt sich eh nicht zwingen.. :wink:

Zu den Kapseln. Dein Arzt muss dir bitte ein Rezept mit aut idem Kreuz über Venlafaxin von winthrop, hexal, neuraxpharm oder 1a pharma ausstellen; diese haben Präparate mit vielen Kügelchen.
Als allerersten Reduktionsschritt mag das, was du da jetzt gemacht hast, noch gehen, aber in Zukunft musst du wirklich kleinschrittiger vorgehen; die Mengen sind einfach zu groß, wenn du nicht wechselst und das gefährdet dein ganzes Absetzen.

Viele Grüße
Jamie

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Mondkatze
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Re: Venlafaxin nach 10 Jahren absetzen

Beitrag von Mondkatze »

Hallo!! Danke für eure Rückmeldung und Tipps! Wie zu erwarten, war es Jetzt auch bei mir so, dass es ab der 3. Woche heftiger wurde. Nun ist mir beinah jeden Tag für einige Stunden schwindelig. Ich habe gemerkt, dass Koffein das verschlimmert. Oft hilft mir Ingwertee, allerdings beeinträchtigt mich diese Symptomatik schon sehr, da ich in meinem Beruf häufig konzentriert schreiben muss und das dann einfach nicht möglich ist.
Ich habe eine Frage, vielleicht weiß das jemand von euch. Da ich ja Kügelchen rausnehme, bewahre ich immer die übrigen auf. "Lohnt" sich das überhaupt oder kann man das AD nur mit Kapsel einnehmen (Also nicht die Kugeln lose)? Danke euch! Ich werde nun erstmal eine Weile bei der Dosis bleiben, bis ich keine Probleme mehr habe.
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Re: Venlafaxin nach 10 Jahren absetzen

Beitrag von carlotta »

Hallo Mondkatze,

ja, es ist durchaus sinnvoll, die restlichen Kügelchen aufzubewahren bzw. wiederzuverwenden. Es ist ja auch ökologisch problematisch, so viele Arzneimittel zu entsorgen.

Allerdings musst Du die Kügelchen unbedingt IN einer Kapsel einnehmen. Dafür kannst Du Dir Leerkapseln besorgen (Apotheke vor Ort oder online), die Du dann entsprechend befüllst.

Gut, dass Du im Koffein einen Symptomtrigger ausmachen konntest. Kaffee ist ja im Entzug bei vielen ein Problem.

Und Ingwertee hilft mir übrigens auch sehr gut. :)

Sind die Symptome denn immer gleich stark oder hast Du auch symptomärmere Phasen?

Liebe Grüße :group:
Carlotta
"For the illicit drugs, we call this process addiction. For the prescribed medications, we call this process therapeutic." (Robert Whitaker)


"We need to stop harming each other in the false name of medicine." (Monica Cassani)


[spoil]Kurzabriss Verlauf:
viewtopic.php?f=18&start=140&t=12787&si ... fb#p266609
Seitdem nur unwesentlich mit dem Reduzieren weitergekommen, da längere Absetzpause.[/spoil]
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Re: Venlafaxin nach 10 Jahren absetzen

Beitrag von Mondkatze »

Liebe Carlotta,
danke für diesen sehr hilfreichen Tipp! Habe mir direkt Leerkapseln bestellt.
Zum "Glück" ist das mit dem Schwindel nicht jeden Tag, und wenn, "nur" einige Stunden. Es könnte schlimmer sein! Ich bin froh, dass ich gut schlafen kann und sich das Ganze nicht emhr auf meine Stimmung auswirkt. Ich persönlich habe das Gefühl, die (zugegebener Maßen moderaten) körperlichen Absetzerscheinungen besser ertragen zu können als die psychischen. Es gibt mir auch Kraft , hier zu sehen, dass es möglich ist und für alles eine Lösung gibt. Manchmal komm ich mir auch seltsam vor, dass man sich solche Infos in Foren holen muss und nicht vom Psychiater bekommt. Aber so ist es leider noch.
Liebe Grüße,
Mondkatze
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Re: Venlafaxin nach 10 Jahren absetzen

Beitrag von carlotta »

Hallo Mondkatze,

dass Du schlafen kannst, ist viel wert. :) Unter Schlafproblemen leiden ja so viele im Entzug, für mich persönlich gehören sie zu den einschränkendsten Symptomen. Im Schlaf kann sich der Körper ja gut regenerieren, das kommt auch dem Absetzprozess zugute.
Mondkatze hat geschrieben: 29.01.2018 14:08 Manchmal komm ich mir auch seltsam vor, dass man sich solche Infos in Foren holen muss und nicht vom Psychiater bekommt. Aber so ist es leider noch.
Da hast Du völlig recht. Genau genommen ist das ein Riesenskandal, dass die sog. Profis derart im Dunkeln tappen. Schließlich werden die von uns dafür bezahlt, auf dem aktuellen Stand zu sein und in Sachen Gesundheit adäquat weiterzuhelfen. Da wird sicher noch sehr viel Zeit ins Land gehen, bis sich was ändert.

Wer ansetzt, muss auch absetzen können, hat mal einer der wenigen kritischen Psychiater gesagt. Recht hat er!

Liebe Grüße :group:
Carlotta
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Seitdem nur unwesentlich mit dem Reduzieren weitergekommen, da längere Absetzpause.[/spoil]
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Re: Venlafaxin nach 10 Jahren absetzen

Beitrag von Mondkatze »

Hallo ihr Lieben.
Entschuldigt, dass meine Signatur nicht nicht aktuell ist. Ich werde das noch nachholen. Bin gerade bloß in akuter Not und muss drauflos schreiben.
Vorweg: ich weiß, dass ich einiges dumm gemacht habe beim absetzen. Vllt hilft es auch einigen, die das lesen, das nicht nachzumachen. Ich habe nach 10 Jahren Venlafaxin innerhalb von 7 Monaten abgesetzt , was, wie man weiß, viel zu schnell ist. Ich habe mich täuschen lassen, weil es so gut lief und dachte, es kann jetzt anscheinend schnell gehen. Also ich bin seit ende Juli auf 0. Das lief wie gesagt alles relativ okay bis letzte Woche Donnerstag. Seitdem habe ich permanent Angstzustände. Wirklich permanent. Heute Nacht ist es besonders schlimm, ich bin voller Panik aufgewacht. Seit Montag habe ich Venlafaxin wieder angesetzt, mit 37.5 mg.
Ich weiß, dass das alles komplett dumm war und ich das VIEL langsamer hätte machen sollen.
Nun mein Anliegen... könnt ihr mir bitte sagen, dass das wieder weggeht? Oder ob ihr Erfahrungswerte habt, wann es sich wieder bemerkbar macht, dass man das Zeug nimmt, und dadurch also die entzugssymptome nachlassen? Ich dachte, sobald ich es wieder einnehme, verschwindet die Angst. Wahrscheinlich die nächste Dummheit.
Ich hab auch Angst, mich nun an einen psychiatrischen Dienst zu wenden, weil sie mir dann sicher das nächste Medikament (tavor o.ä.) verschreiben und ich Angst habe, dass ich das dann auch noch mühsam absetzen muss. Wobei ich gerade einfach nicht weiß, was mir übrig bleibt.
Tut mir leid, dass ich so dämlich war..
Ich hoffe auf euren Rat..
Liebe Grüße,
Mondkatze
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Re: Venlafaxin nach 10 Jahren absetzen

Beitrag von reddie »

Liebe Mondkatze,

es tut mir leid, dass Du solche Ängste ausstehen musst. Ich habe mit Venlafaxin keine Erfahrungen. Aber ich habe hier im Forum häufig gelesen, dass auch eine Wieder-Eindosierung das ZNS reizt. Kannst Du vielleicht auf - sagen wir - 20 mg runtergehen und diese Dosierung eine Weile beibehalten? Du warst jetzt 2 Monate auf Null? Du kannst dann ja beobachten, wie sich Deine Symptome verhalten. Ich denke, Dein ZNS ist jetzt erstmal geschockt, dass es wieder Venla bekommt. Es braucht Zeit, sich anzupassen.

Ich wünsche Dir einen symptomarmen Tag!
reddie
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Re: Venlafaxin nach 10 Jahren absetzen

Beitrag von Jamie »

Hallo Mondkatze, :)

das sind leider gleich mehrere Fehler, die dir unterlaufen sind. :(
Nicht nur das schnelle Absetzen ist das Problem, sondern auch noch gleich die hohe Wiedereinnahme von 37,5mg.

Ich meine das nicht persönlich, aber wenn du das Forum kennst und merkst, dass es mies läuft mit dem Entzug, warum fragst du dann nicht wenigstens vorher oder zwischendrin nach? :?
Jetzt Schadensbegrenzung zu betreiben ist schrecklich schwierig für uns, denn die 37,5mg sind viel zu hoch gewählt gewesen.

Ich vermute es müsste niedriger sein, kann aber nicht sagen, ob dein ZNS durch die hohe Dosis jetzt schon so gereizt ist, dass man überhaupt nicht mehr unfallfrei runter kommt oder das Sinn macht.

Was hat sich denn verändert, seitdem du die 37,5mg nimmst? Welche Symptome wurden besser, welche schlechter? Oder alles nur noch verschlechtert?

Viele Grüße
Jamie
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