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Liebe ADFDler,

wir wünschen Euch eine schöne Osterzeit mit möglichst entspannten Feiertagen und schönem Wetter.

Das Team ist während dieser Zeit u wahrscheinlich auch etwas länger anhaltend, aus verschiedenen Gründen personell stark unterbesetzt, so daß hauptsächlich nur administrative Aufgaben erledigt werden können.

Wir bitten Euch deshalb, verstärkt gegenseitig nach Euch zu schauen u zu unterstützen.

Danke für Euer Verständnis, liebe Grüße vom Team

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An unsere neuen Mitglieder: Bitte lest euch zunächst selbst in unsere grundlegenden Absetzinfos ein: Antidepressiva absetzen | Benzodiazepine absetzen | Neuroleptika absetzen

Nachtwind: Paroxetin und ich..bitte um Hilfe

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
:schnecke: Bitte lies unsere Forenregeln, bevor Du Dich registrierst.
Nachtwind
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Nachtwind: Ich bins wieder-immer noch Paroxetinentzug

Beitrag von Nachtwind »

Hallo zusammen,

nachdem meine Absetzgeschichte mit Paroxetin bereits 2018 begann, bin ich leider auch immer noch nicht durch mit dem Thema und bräuchte euren Rat.
Bitte verzeiht, dass meine Signatur mit den Schritten nicht aktuell ist, diese müsste ich noch überarbeiten und bin bisher noch nicht dazu gekommen.

Ich habe nun in den letzten Jahren in 10% Schritten reduziert, d.h. die Tablette geteilt, gefeilt und mit einer Feinwaage gewogen bzw. alles in eine entsprechende Umrechnungsexceltabelle eingetragen (welche ich in der Facebook-Gruppe fand).
Als ich wegen Corona länger frei hatte, hab ich einmal den Fehler gemacht und bin ungeduldig geworden und 1 mg runtergegangen. Ich dachte mir, es geht mir eh schlecht, also kann ich das alles auch beschleunigen, macht ja eh keinen Unterschied.
Das musste ich dann schnell mit heftigen Symptomen bezahlen, aber ich bin dann nach wenigen Tagen wieder auf die alte Dosis raufgegangen und habe weiterhin 10% reduziert. Das ist jetzt auch schon wieder fast ein Jahr her.
Zuletzt war ich auf 2,8 mg, aber die letzten Monate ging es mir oft so schlecht, dass ich fast täglich mit Brain Fog, Grübelzwängen, nächtlichen Schweißausbrüchen, Schlafstörungen, Angstzuständen und paranoidem Denken zu tun hatte(wenn ich draußen bin, fühle ich mich ständig bewertet und beobachtet..). Das war einfach kein Leben mehr, deswegen nehme ich aus Verzweiflung jetzt seit einigen Wochen wieder 5 mg. Seitdem geht es mir besser, auch wenn ich immer noch oft Grübelzwänge habe, aber es ist aushaltbar.

Doch ich weiß so langsam echt nicht mehr wie es weitergehen soll, also wie ich diese letzten 5 mg absetzen soll..?
Zudem nervt mich dieses ständige Feilen und abwiegen, was mit den kleinen Tabletten-Bröseln echt nicht einfach ist. Weiß jemand vielleicht, ob man das in einer Apotheke zusammen stellen lassen kann und ob das was kostet?

Ich habe natürlich viele Jahre Paroxetin genommen und bin zudem sehr sensibel. Schon eine Viertel Schlaftablette haut mich so um, dass ich den ganzen nächsten Tag müde und benommen bin.

Vielleicht mag ja jemand was schreiben, wäre für jeden Rat dankbar :)
Diagnosen: selbstunsichere-vermeidende Persönlichkeitsstörung, soziale Ängste, wahnhaftes Denken, depressive Episoden, Zwangsstörung
2007: erster Klinikaufenthalt mit Paroxetin-Behandlung(60mg), Ende 2007 wieder abgesetzt, Schwindelattacken, aber überlebt ^^
2008: Klinikaufenthalt, erneut Paroxetin genommen, 2009 abgesetzt.
2012: Klinik, Paroxetin 40 mg, September 2012 abgesetzt->2-3 Tage heftige Schwindelattacken, dann wieder alles ok.
Seit Anfang 2013: 20 mg Paroxetin täglich
Erster Ausschleichversuch: 25.01.2018, von 20 mg auf 15mg(Tablette durchgebrochen)-28.01.2018.->Angst-/Panikgefühle, Derealisation
29.01.2018: kurzer Versuch auf 10 mg zu kommen, dann wieder auf 15mg wegen Schwindel, Schweißausbrüchen, Frieren, Übelkeit usw.
20.02.2018: erneuter Versuch mit 10 mg->Reizbarkeit, Kopfschmerzen, ansonsten keine nennenswerten Symptome(nächtliches Schwitzen schiebe ich auf meine Schilddrüsenerkrankung bzw. schlechte Einstellung)
14.03.2018-20.03.2018: 1. Absetzversuch mit 0mg Paroxetin->Panikattacken, keine Luft zu bekommen, starkes Frieren, nächtliches Schwitzen, Schwindelattacken, Herzstolpern, Angstgefühle, Heulkrämpfe(schwere depressive Stimmung), Magen-Darm-Probleme, surreal-Gefühl.
Am 20.03.2018 wegen Schwere der Symptome wieder 10 mg eingenommen.
20.03.2018-heute(31.03.2018):10 mg, immer wieder Herzstolpern, starkes Frieren, Erschöpfung, Vergesslichkeit, daher:
31.03.2018: zusätzlich zu den morgendlichen 10mg (Tablette) noch 5 mg Tropfen genommen, welche mir die Psychiaterin verschrieb.
Daraufhin bei gleichbleibender Dosis immer wieder Herzrhytmusstörungen.
30.03.18-16.04.2018: 14 mg, danach erhöht auf 15 mg wegen Panikattacken.
16.04.18-04.05.18: 15 mg danach langsam runterdosiert auf 10 mg, da nur leichte Beschwerden auftraten, erst wieder weiter runterdosiert als ich stabil war
24.05.18-14.06.18: 10 mg-> zeitweise depressive Stimmung, Frieren, Vergesslichkeit, Herzrhytmusstörungen, wurde mit zunehmender Zeit aber besser
seit 14.06.2018: 9 mg (in Tropfenform)-> starkes Benommenheitsgefühl, grippeähnliche Symptome, Schweißausbrüche, extreme Müdigkeit, Magen-Darm-Beschwerden, Druck im Kopf-Stirn-Bereich, Vergesslichkeit
seit 22.06.2018: mithilfe der Wasserlösemethode auf 9,5 mg
22.06.2018-23.07.2018: immer wieder ein wenig höher dosiert(bis 9,9 mg), doch mir ging es immer noch schlecht(starkes Benommenheitsgefühl, ständig das Gefühl neben sich zu stehen, depressive Verstimmungen, Kopfdruck usw.).
Rat aus FB-Gruppe bekommen: evtl. liegt es an der Umstellung von Tabletten auf Tropfen.
Möglicherweise ist 1 Tropfen nicht genau 1 mg(?).
Unter 10 mg Paroxetin in Tablettenform ging es mir vergleichsweise gut. Daher->
23.07.2018- Ende August: 10 mg Paroxetin (Tropfen) ab und an Panikattacken(keine Luft bekommen), ab und zu grippeähnliche Symptome (Halsschmerzen)
Ende August-20.09.2018: 9,9 mg -> (im Wechsel) grippeähnliche Symptome/Nase verstopft, Atemnot/Panikattacken, starke Erschöpfung/Müdigkeit, zwischendurch aber auch gute, beschwerdefreie Phasen
27.09.2018-aktuell: habe von den 20 ml (=1 Tropfen) nur noch 1 ml statt wie sonst 2 ml weggenommen(keine Ahnung wieviel mg das nun sind), dann endlich mal wieder ein paar Tage "normal" gefühlt
Niemandsland
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Re: Nachtwind: Ich bins wieder-immer noch Paroxetinentzug

Beitrag von Niemandsland »

Hallo Nachtwind,

willkommen zurück im Forum. Dein Beitrag wird demnächst mit deinem alten Thread zusammengefügt.
Ich kann mir gut vorstellen, dass das schnellere Absetzen zu deinem Symptomen geführt hat.

Im unteren Dosisbereich werden mehr Rezeptoren pro Reduzierung wieder freigesetzt und viele Betroffene müssen in kleineren Schritten (weniger als 10 %) und längeren Pausen (länger als 4 Wochen) reduzieren.

Vielleicht hätte auch auch eine geringere Aufdosierung gereicht, um die Symptome wieder zu reduzieren. Eine zu große Erhöhung kann das Nervensystem auch überfordern. Die besten Wege Entzugssymptome zu lindern, ist das Halten der aktuellen Dosis für längere Zeit oder zusätzlich eine kleine Aufdosierung.

Alle bekannten Absetzmethoden findest du hier erklärt: viewtopic.php?p=257753#p257753

Du hättest noch die Möglichkeit, auf ein Flüssigpräparat von Paroxetin zu wechseln oder deine Dosierungen in der Apotheke in Kapseln
anfertigen zu lassen, beides benötigt ein entsprechendes Rezept vom Arzt. Du kannst außerdem schrittweise Umstellen, damit der Wechsel des Präparates keine Probleme beschert.

Fals du es probieren möchtest (erst wenn du wieder stabil bist) und Schwierigkeiten bei der Verschreibung bekommst, zeig deinem Arzt am besten diese offizielle, übersetzte Patienteninformation des englischen Berufsverbandes der Psychiater: https://adfd.org/austauschviewtopic.php ... 27#p401827
Darin wird der Entzug und Entzugserscheinungen erklärt und geraten "das Ärzte und Apotheker zusammenarbeiten sollten, um entsprechende kleine Dosierungen anzufertigen". Gerade für dein Medikament enthält die Patienteninformation ein entsprechendes Beispiel.

Zum Abwiegen mit der Feinwaage: Du kannst auch deine Dosis auch schon für 1-2 Wochen im Vorfeld vorbereiten und diese in einem verschlossenen Gefäß an einem kühlen, dunklen und trockenem Ort aufbewahren. Zusätzlich ist es am einfachsten sich die kleinstmögliche Tablettendosis (gleicher Hersteller!) verschreiben zu lassen. Dann muss man nicht zuviel abfeilen um auf die entsprechende Dosis zu kommen.

Ich stelle dir außerdem noch den aktuellen Begrüßungstext rein, da findest du sehr viele weitere Informationen.

Liebe Grüße

Niemandsland
Zuletzt geändert von Niemandsland am 08.04.2021 14:05, insgesamt 8-mal geändert.
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"Alt ist man erst, wenn man mehr Freude an der Vergangenheit hat als an der Zukunft!"

Euer Behandler erkennt Entzugssymptome nicht an? Zeigt ihm diese Patienteninformation -> viewtopic.php?p=401827#p401827
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Re: Nachtwind: Ich bins wieder-immer noch Paroxetinentzug

Beitrag von Niemandsland »

Hallo Nachtwind,

willkommen im ADFD.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander. Mit der Anmeldung hast du dich für gelebte Selbsthilfe und aktiven Austausch auf der Basis der bereitgestellten Informationen entschieden.

Im Forum ist der Selbsthilfeaspekt zentral. Es ist sehr wichtig, dass du dich bemühst, dir selbstständig die wichtigsten Informationen anzueignen. Wenn du in den nachfolgenden Verlinkungen nicht fündig wirst, benutze bitte auch die Suchfunktion (rechts oben auf der Seite - Lupensymbol).

Bitte beachte, dass im Forum keine medizinischen Ratschläge gegeben werden. Du entscheidest dich selbstverantwortlich, ob du etwas von den Erfahrungen anderer Betroffener umsetzen möchtest.

Auch Teammitglieder sind keine medizinischen oder psychologischen "Berater", "Profis", "Fachleute" oder "Experten"! Wie alle anderen Teilnehmer auch, sind sie selbst Betroffene oder Angehörige und beteiligen sich, soweit es ihre Kräfte zulassen, am Austausch und geben Erfahrungen weiter.

Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva und Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen

Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.

Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen

Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen Umgang mit dem Entzug und Gesundheit. Eine Übersicht über ausgewählte Themen findest du unter Was finde ich wo im Forum? Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

Uns ist ein freundlicher, wertschätzender Umgang im Forum sehr wichtig.
Dazu gehört, Beiträge mit einem "hallo" zu beginnen und einem Gruß zu beenden.
Wenn du dich für eine Antwort bedanken möchtest, kannst du auf den Daumen hoch Button rechts oben in dem jeweiligen Beitrag klicken.

Wenn du Kraftausdrücke verwenden willst, benutze dafür bitte den censored smiley, also z.B. sch :censored: Beachte bitte auch unsere Regeln.

Damit die Beiträge besser lesbar sind, füge bitte Absätze und Leerzeilen ein.

Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe dann etwas Geduld.

Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.

Dein Thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen/ Benzodiazepine absetzen/ Neuroleptika absetzen verschoben.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
liebe Grüße

Niemandsland
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Euer Behandler erkennt Entzugssymptome nicht an? Zeigt ihm diese Patienteninformation -> viewtopic.php?p=401827#p401827
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Re: Nachtwind: Paroxetin und ich..bitte um Hilfe

Beitrag von Straycat »

Hallo Nachtwind,

ich habe deinen neuen Beitrag und die Antworten darauf deinem Thread hinzugefügt.
Bitte schreibe immer hier weiter und eröffne keine neuen Threads - es wird sonst zu unübersichtlich. Danke :)

Liebe Grüße,
Cat
Meine Geschichte und mein Absetzweg:
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Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.
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