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Buetzfeld: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Freitag, 27.04.18, 9:03

Hallo Anna,
danke für deine Mut machende Antwort. Ich hatte bei der Ersteinnahme von Citalopram schon massive Probleme. Sofort von 0 auf 20mg. War danach wochenlang außer Gefecht und arbeitsunfähig, Erst nach fast 10 Wochen wurde es auf einmal besser. Real gesehen ist es ja wirklich logisch, dass beim Ausschleichen sich der Körper erst wieder an die neue Situation anpassen muss. Mein Psychiater ist auch absolut keine große Hilfe. Der macht mir keinen Mut, sagt, dass ich nicht absetzen soll weil sonst die Depressionen wieder kommen. Was ist das für eine Art. Mein Problem ist, dass ich alles über bewerte und mir alle möglichen Krankheiten einbilde. Aber ich habe ja auch Symptome. Die sind manchmal so stark, dass ich kaum glauben kann, dass es nur von der Psyche kommen soll. meine Missempfindungen in den Füssen sind ja wirklich da. Es gab Zeiten da habe ich dem kaum Bedeutung beigemessen, doch momentan kreist sich schon beim Aufwachen morgens sofort alles darum und ich spüre es dann besonders deutlich.
LG
Buetzfeld
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02.04.2018
Reduzierung von 10-5mg Citalopram.
Nach wenigen Tagen Symptome: Taubheitsgefühle und Missempfindungen in den Füssen. Hypochondrische Befürchtungen und Grübeleien über mögliche andere Ursachen.
Am 17.05.2018
Symptome werden immer schlimmer, deshalb wieder auf 6 mg hochdosiert. Seitdem sind die Missempfindungen mit Brennen in den Füssen extrem verstärkt. Außerdem Antriebslosigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit. Ich schleppe mich durch den Tag und bin extrem unglücklich und hypochondrisch.
24.05.18
plötzlich einsetzende Besserung. Ängste und Panik sind verschwunden, die Dosierung mit 6 mg scheint gegriffen zu haben.
30.05.18
Das Fenster ist leider vorbei, die Missempfindungen in den Zehen, Füßen und Beinen werden wieder schlimmer. Die Ängste und Panik sind wieder da. Ich bin weinerlich und antriebslos.
Juni 2018
So ganz langsam wechseln sich leichte Fenster mit zum Teil noch heftigen Wellen ab. Geht es mir zum Teil tagelang ganz mies, ändert sich das Befinden dann plötzlich innerhalb einer Stunde. Ich hoffe auf zunehmende Stabilisierung. Die Fenster machen mir Mut, dass es tatsächlich nur Absetzsymptome sind und keine ernsthafte Krankheit.
Juli 2018
Ich schleppe mich mehr oder weniger nur dahin. Die Grübeleien werden immer schlimmer. Die Fenster sind sehr rar.
25.07.2918
Mit Beginn der extremen Hitzewelle wird alles schlimmer. Auf der Arbeit wird mir plötzlich ganz komisch. Habe das Gefühl umzukippen und Herzrasen. Urplötzlich sind alle Ängste von früher wieder da , da ich damals im Zuge der Depressionen diese Gefühle auch schon hatte.
Ich bekomme immer mehr Panik und Schwindelanfälle.
Die Fenster sind nur noch vereinzelnd da.
06.8.2018
Mir gehts so schlecht wie noch nie, obwohl ich vorgestern noch ein super Fenster hatte.
Erstmals zum Hausarzt, der mich 3 Tage krank schreibt.
Ich habe das Gefühl, dass mich jetzt erst, fast 4 Monate nach der Reduzierung von 10 auf 5mg die volle Breitseite des Entzuges erfasst. Wahrscheinlich so zeitverzögert, weil ich zwischendurch auf 6mg hochdosiert habe. Ich beschließe nochmal um 1mg auf 7mg hoch zu dosieren, um das schlimmste abfangen zu können.

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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Guglhupf » Freitag, 27.04.18, 9:32

Hallo Buetzfeld :)

mein Arzt hat mir auch immer erklärt, dass ich wohl ein Leben lang AD nehmen müsste ich würde ja selbst sehen, dass es mir sofort schlechter geht nach dem Absetzen. Komisch nur, dass die Symptome jedes Mal wieder weg waren nachdem ich die Tabletten weiternahm und zwar so kurze Zeit nach Wiedereinnahme, dass ganz klar war, dass der Medikamentenspiegel wieder passte. Ebenso traten immer Symptome auf, die ich nie zuvor im Leben hatte wie die berühmten Brainzaps.

Ich finde mich in deinen Schilderungen was das Gedankenrasen um mögliche Symptome und schlimme Krankheiten betrifft zu 100% wieder. Bei mir reichten Blähungen für Panikattacken :D war damals nur alles andere als lustig, weil das wirklich die Hölle ist und man sich nicht helfen kann. Egal welch eigentlich schlüssigen Beweis man dafür bekommt, dass man sicher nicht an einer schlimmen Krankheit leidet, man wird den belastenden Gedanken nicht los. Gerade deshalb würde ich dir auch dazu raten, nochmal um 1mg aufzudosieren, denn wie gesagt ist das in meinen Augen schon ein klares Absetzsymptom, ich hab's ja selbst gleich erlebt.

Und du siehst dann nach 2, 3 Wochen sehr schnell ob du dich stabilisiert. Danach kannst du kontrolliert ausschleichen. Ich habe seit dem kontrollierten Entzug nur noch nach jedem Reduktionsschritt Phasen in denen ich merke, dass der Körper arbeitet großteils lebe ich aber inzwischen trotz Reduktion symptomfrei! Wäre es also so wie der Arzt meinte, dass ich ein Leben lang AD nehmen müsste, könnte ich jetzt doch nicht symptomfrei sein bei der gleichen Dosis bei der ich vor 1 Jahr noch schlimme Panikphasen hatte ;-)

Ich wünsch dir viel Kraft und Versuche nicht zu googlen. Es gibt nur Krebs und schlimmste Krankheiten im Internet ;-)

Mir hat Achtsamkeitstraining und Meditation sehr geholfen ängstliche Zeiten zu überstehen. Magnesium und Passionsblumentee beruhigen mein gereiztes Nervensystem zusätzlich. Bei allem was du an Nahrungsergänzung probierst musst du aber bitte immer bedenken, dass jeder kleinste Krümel dein gereiztes Nervensystem zusätzlich aus der Bahn werfen kann. Deshalb immer ganz vorsichtig ausprobieren.

Und leider hilft nur viel Geduld.

Liebe Grüße
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Gwen » Freitag, 27.04.18, 10:00

Hallo buetzfeld,

ich kann mich Anna nur anschließen!
Buetzfeld hat geschrieben:
Freitag, 27.04.18, 9:03
Aber ich habe ja auch Symptome. Die sind manchmal so stark, dass ich kaum glauben kann, dass es nur von der Psyche kommen soll.
Symptome beim Absetzen kommen nicht nur von der Psyche sondern werden durch das Ungleichgewicht der Botenstoffe in Deinem Körper ausgelöst. Das Citalopram verändert ja Deinen Stoffwechsel. Und viele Vorgänge im Körper greifen ineinander, wenn man also an der einen Stelle was verändert, hat das Auswirkungen auf ganz viele andere Prozesse. Deshalb steht ja auch alles mögliche an Nebenwirkungen im Beipackzettel und deshalb haben wir hier ja beim Absetzen auch alle möglichen Symptome. Der Körper muss sich erst Mal wieder neu regulieren, sein Gleichgewicht wieder finden.
Deshalb macht auch das langsame Absetzen Sinn, um immer wieder nur kleine Veränderungen zu haben und die Anpassungsarbeiten auf viele kleine Schritte zu verteilen.

Viele Grüße Gwen
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Freitag, 27.04.18, 10:41

Hallo Gwen,
das was du geschrieben hast, leuchtet mir ein, ist verständlich. Letzten Montag ging es mir wider Erwarten richtig gut. Ich war fröhlicher und habe meine Symptome auch gar nicht so wahrgenommen. Ich habe hier schon von den sogenannten Fenstern gelesen und denke dass es sowas bei mir war. Da dachte ich schon dass ich die Phase von 10mg auf 5mg überwunden hätte. Ab Dienstag dann ja wie beschrieben wieder schlechter. Was denkst du, wie das mit den Fenstern zu erklären ist ? Wieso gibt es manchmal Tage wo alles bedeutend besser ist ?Ist dann der Stoffwechsel oder Hormonpegel plötzlich im grünen Bereich ? Warum am nächsten Tag nicht mehr. Das verstehe ich nicht ?
LG
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02.04.2018
Reduzierung von 10-5mg Citalopram.
Nach wenigen Tagen Symptome: Taubheitsgefühle und Missempfindungen in den Füssen. Hypochondrische Befürchtungen und Grübeleien über mögliche andere Ursachen.
Am 17.05.2018
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24.05.18
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30.05.18
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Murmeline » Freitag, 27.04.18, 12:46

Hallo Bützfeld,

Schau mal, hier gibt Psychiater Tom Bschor zu, dass die Forschung bis heute nicht genau weiß, wie Antidepressiva überhaupt wirken. viewtopic.php?p=132550#p132550

Auch warum es Im Entzugsprozess Wellen und Fenster gibt, ist nicht genau klar - und daran wird garnicht geforscht! Es ist aber eine Beobachtung aus den vielen Beschreibungen von Betroffenen.

Statt versuchen es verstehen zu wollen konzentriere dich besser drauf, die Fenster zu genießen!

Führst du ein Symptomtagebuch? Das kann helfen zu sehen, dass die Fenster wiederkehren und hoffentlich auch größer werden.

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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von StefanKremer377 » Sonntag, 29.04.18, 9:56

Hallo Buetzfeld,

das was du beschreibst kenne ich seid zwei Tagen auch. Mißempfindungen in den Füßen. Das sich mal ein Zeh komisch anfühlt kenne ich. Aber vor zwei Tagen ging es los, dass sich der Fußrücken komisch kalt anfühlt. Wie als wenn man die Tür offen lässt und ein stetiger Windhauch da rüber bläst. Bekam dann voll die Panik. Dachte auch an alle möglichen Krankheiten. Der Arzt machte irgendwelche Reflextests etc. Erwähnte dann auch wieder die Psyche....
Immer diese Schubladen. Nervt schon irgendwann. Werde das in Sachen Nervenbahnen mal abklären lassen.

Komisch finde ich nur, dass ich es vor dem Entzug nicht hatte, bzw heute nicht merke.
Ein nimmer endendes Buch

Lg
Stefan
2008 Schilddrüse wegen kalten Knoten komplett entfernt. Dan :whistle: ach PA ohne Ende. War per Du mit den Notärzten und Krankenhäusern. Schwindel, Herzrasen

2011 Einweisung in die Psychiatrie Schlüchtern für 4 Monate
Diagnosen: Schwere Depression/Burn Out, Hypochondrische Angststörung, angeblich Bipolar
Medikamente: Abilify, Citalopram, Seroquel, Mirtazapin, Zyprexa

2012 Tagesklinik Gelnhausen Citalopram 30 mg, Mirtazapin 15 mg zur Nacht

2014 Trennung der 15 jährigen Beziehung. Kinder leben bei Mutter. Tiefes Loch. Alkohol

Feb. 2016 Jobverlust durch massive Konzentrationsprobleme Einweisung in die Psychiatrie, Schlüchtern.
Diagnosen: wie gehabt plus ADHS im Erwachsenenalter.
Medikamente: Citalopram 30 mg, Strattera. Letzteres nicht vertragen. Selbstverletzungen

März 2016 Suizidversuch. 24 h Ingewahrsamnahme durch die Polizei in Psychiatrie Schlüchtern. 2,5 Promille

Mai 2016 Geburt meiner 3. Tochter mit neuer Partnerin

Aug 2016 Tagesklinik Gelnhausen. Citalopram 30 mg plus 20 mg Medikinet. Dadurch SD Werte im Keller. Starkes Herzstolpern, Angst, Panik, Schwindel. VierWochen Citalopram abgesetzt. Würde sich nicht mit Medikinet vertragen
Danach ständig Panik, Angst

Nov 2016 Reha in Bad Wildungen. Cita wieder rein qui 15 mg. Wirkte aber nicht mehr richtig.
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

April 2017 Beginn der beruflichen Reha (LTA)

Sept 2017 Einweisung in die Psychiatrie, Lohr
Nach vier Tagen Citalopram raus. Stattdessen Tianeptine, Duloxetin, Sertralin 50 mg Erneut Medikinet, Würde nicht auf die SD Werte gehen lt Oberarzt. Starke Herzrythmusstörungen. Langzeit EKG löste sich ständig das Kabel. Dadurch wohl verfälscht. Lt Oberarzt bräuchte ich einen Schrittmacher da 8 Sekunden Herzaussetzer.
Brach den Aufenthalt sofort ab und ging in ein normales Krankenhaus.
Vier Tage Untersuchungen. Alles in Ordnung. Keine Aussetzer. Verurteilten sogar im Abschlussbericht die Diagnose der Psychiatrie
Innerhalb 4 Tagen wurde das Sertralin 50 mg abgesetzt.

Seid Mitte November ohne AD.
Symptome:
Schwindel, Angst, Panik, Herzrasen, Zwänge.. 50 Mal Puls messen, starke Derealisation, Depersonalisation, Kopfschmerzen, starke Blähungen, Augendruck bei Bewegung der Augäpfel, Durchfall, Gereiztheit, kalte Hände und Füße, Kribbeln in den Beinen

Januar 18
Befinde mich jetzt wohl auch im Langzeit-Entzug:
Benommenheit, Gangunsicherheit, Schwäche in den Beinen, allgemein kraftlos, Schwindel... Warte auf die besagten Fenster, die ich soooo gerne weit öffnen würde
Februar 18
Seid Anfang Februar durchgehend Benommenheit, Schwindel, unregelmäßiger Herzschlag, Surren im rechten Ohr. Psychisch komischerweise recht stabil. Wutausbrüche
März 18
Extreme Krankheitsängste. Bislang aber nur eine Panikattacke. Speziell die Herz-Angst EKG o.B. Trotzallem Herzstolpern bei Anstrengung und Aufregung, Schwindelschläge, dauerhafte Benommenheit, DP/DR.
Verliere langsam den Mut das es wirklich "nur" der Entzug ist...
April 18
Körperliche Symptome unverändert. Besonders morgens schneller Puls, Schwindel, Benommenheit, Muskelschwäche.
2 Wochen Psychiatrie
Mai 18
Erneut 2 Wochen stationär. Garnicht so einfach ständig die Tabletten verschwinden zu lassen.
Neuerdings gibt es immer mal Stunden wo ich mich "wie früher fühle". Allerdings 10 Tage Welle.... 2 Std durchatmen.... Dann geht es von vorne los. Komisches Wellenmuster...
Seid 30.05. In der Tagesklinik

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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Sonntag, 29.04.18, 12:36

Hi Stefan,
Danke für deine Antwort. Ich kann sehr gut nachvollziehen was du durchmacht. Auch die zusätzlichen Belastungen. Ich habe auch 2 Kinder aus erster Ehe, die durch Manipulation der Mutter nichts mehr von mir wissen wollen. Einer der Gründe des Ausbruchs meiner Depressionen. Herzängste hatte ich davor en nasse, mit sehr starken Symptomen, alles psyhisch bedingt. Man kann sich bei der Vehemenz der Symptome oftmals gar nicht vorstellen, dass es nichts schlimmes Organisches ist. Diese Herzängste sind bei mir völlig verschwunden und so wird es bei dir auch eines Tages sein, glaube mir. Ich habe heute aus dem Nichts einen sehr schlechten Tag. Schwindel, Panik und massive Ängste und Symptome. Gestern ging's mir echt super. Verstehe wer das will. LG Buetzfeld
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Reduzierung von 10-5mg Citalopram.
Nach wenigen Tagen Symptome: Taubheitsgefühle und Missempfindungen in den Füssen. Hypochondrische Befürchtungen und Grübeleien über mögliche andere Ursachen.
Am 17.05.2018
Symptome werden immer schlimmer, deshalb wieder auf 6 mg hochdosiert. Seitdem sind die Missempfindungen mit Brennen in den Füssen extrem verstärkt. Außerdem Antriebslosigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit. Ich schleppe mich durch den Tag und bin extrem unglücklich und hypochondrisch.
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Juli 2018
Ich schleppe mich mehr oder weniger nur dahin. Die Grübeleien werden immer schlimmer. Die Fenster sind sehr rar.
25.07.2918
Mit Beginn der extremen Hitzewelle wird alles schlimmer. Auf der Arbeit wird mir plötzlich ganz komisch. Habe das Gefühl umzukippen und Herzrasen. Urplötzlich sind alle Ängste von früher wieder da , da ich damals im Zuge der Depressionen diese Gefühle auch schon hatte.
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06.8.2018
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Montag, 30.04.18, 9:00

Ich habe seit nunmehr 3,5 Wochen das Citalopram von 10mg auf 5mg reduziert. Die Reaktionen sind merkwürdig und nicht z.B. anhand eines Musters nachvollziehbar. Vorgestern ging es mir super, ich hatte kaum Probleme und war voll belastbar. Gestern ging es mir sehr schlecht, allerdings standen nicht meine tauben Füsse im Vordergrund, sondern diesmal verstärktes Weinen und Schwindelgefühle. Heute morgen achte ich verstärkt auf Schwindelsymptome, außerdem ist mir sehr schlapp. Ich verbinde die ganzen Symptome leider immer noch mit hypochondrischen Vorstellungen. Diese Vielzahl an Symptomen sind ja auch in der AD-Absetz-Symptomliste aufgeführt. Ich denke auch, dass der Schritt von 10mg zu 5mg mit 50% vielleicht zu heftig auf einmal war. Auf der anderen Seite ist das jetzt ja 3,5 Wochen her und ich möchte auch nicht wieder hochdosieren. Ich hoffe auf ein Einpendeln. Ich möchte die 5mg gerne für einige Wochen halten und dann mit der Wasserlösemethode weiter auf 4,3,2,1 runtergehen. Vielleicht sind die Symptome auch aufgrund meiner starken Sensibilität und hypochondrischen Erwartungshaltung so stark ausgeprägt- Meine Missempfindungen in den Füssen sind zwar da, aber ich nehme sie heute kaum wahr und kann damit leben. Dafür ist heute die Selbstbeobachtung bezüglich Schwindel, Schwäche und Müdigkeit sehr ausgeprägt. Also täglich anderen Symptome und Intensitäten. Danke fürs Zuhören.
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Am 17.05.2018
Symptome werden immer schlimmer, deshalb wieder auf 6 mg hochdosiert. Seitdem sind die Missempfindungen mit Brennen in den Füssen extrem verstärkt. Außerdem Antriebslosigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit. Ich schleppe mich durch den Tag und bin extrem unglücklich und hypochondrisch.
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Juli 2018
Ich schleppe mich mehr oder weniger nur dahin. Die Grübeleien werden immer schlimmer. Die Fenster sind sehr rar.
25.07.2918
Mit Beginn der extremen Hitzewelle wird alles schlimmer. Auf der Arbeit wird mir plötzlich ganz komisch. Habe das Gefühl umzukippen und Herzrasen. Urplötzlich sind alle Ängste von früher wieder da , da ich damals im Zuge der Depressionen diese Gefühle auch schon hatte.
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Murmeline » Montag, 30.04.18, 9:32

Moin Bützfeld!

Das Symptome sich an kein Muster halten, in der Intensität schwanken und sich täglich abwechseln können liest man hier eigentlich ständig. Ich sehe auch, dass es für Mitglieder, die als Ausgangsproblematik mit hypochondrischen Sorgen zu tun hatten, sich damit besonders schwer tun.

Ich drücke dir die Daumen, dass es sich auch ohne kleine aufdosierung einpendelt. Eine längere Phase der Stabilisierung auf gleicher Dosis ist bestimmt sinnvoll. Ob 1mg Schritte dann passen, musst du sehen. Vielleicht macht auch eher ein Schritt von 0,5 hm erstmal Sinn.

Alles gute! Murmeline
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Mittwoch, 02.05.18, 7:56

Hallo zusammen,
bin heute Morgen wieder am Boden zerstört, genau im Gegensatz zu gestern, wo es mir richtig gut ging. Heute nur Grübeleien, Schwindelgefühle, mir steht alles bevor. Als wenn die Nacht einen "Reset" vorgenommen hat, obwohl ich super geschlafen habe. Kann nicht glauben, dass es "nur" die Absetzerscheinungen sind, hoffe dass es nicht die Depressionen wieder sind. Dieses ewige Auf und Ab zermürbt. Kann mir jemand Mut machen ?
LG Buetzfeld
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Mit Beginn der extremen Hitzewelle wird alles schlimmer. Auf der Arbeit wird mir plötzlich ganz komisch. Habe das Gefühl umzukippen und Herzrasen. Urplötzlich sind alle Ängste von früher wieder da , da ich damals im Zuge der Depressionen diese Gefühle auch schon hatte.
Ich bekomme immer mehr Panik und Schwindelanfälle.
Die Fenster sind nur noch vereinzelnd da.
06.8.2018
Mir gehts so schlecht wie noch nie, obwohl ich vorgestern noch ein super Fenster hatte.
Erstmals zum Hausarzt, der mich 3 Tage krank schreibt.
Ich habe das Gefühl, dass mich jetzt erst, fast 4 Monate nach der Reduzierung von 10 auf 5mg die volle Breitseite des Entzuges erfasst. Wahrscheinlich so zeitverzögert, weil ich zwischendurch auf 6mg hochdosiert habe. Ich beschließe nochmal um 1mg auf 7mg hoch zu dosieren, um das schlimmste abfangen zu können.

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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Gwen » Mittwoch, 02.05.18, 8:16

Moin buetzfeld,

"dieses ewige auf und ab" ist leider klassisch beim Absetzen und wird von vielen beschrieben. Hier findest Du einen Artikel, der sich mit der Frage "Absetzsymptome oder Grunderkrankung" beschäftigt viewtopic.php?f=19&t=9345

Ich weiß, du willst eigentlich nicht wieder höher dosieren, aber wenn Du Dich gerade so quälst würde ich Dir raten, doch noch Mal drüber nachzudenken. Es bringt Dir keinen Vorteil, das jetzt durchziehen zu wollen, zumal man es eben auch nicht mit "Willen" beeinflussen kann. Überleg Dir noch Mal, ob Du nicht 0,5 oder 1mg hoch gehst.

Viele Grüße Gwen
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von lakeSonne1 » Mittwoch, 02.05.18, 10:10

hallo buetzfeld :) ,

ich setzte auch seit längerem Citalopram ab (siehe Signatur) und hab dabei schon einige Erfahrung sammeln können.

Das du so mit Symptomen zu kämpfen hast, wundert mich überhaupt nicht.
du bist einfach viel zu schnell runter und was du jetzt durchmachst sind die Konsequenzen daraus.
Das kann durchaus auch noch länger dauern und schlimmer werden. Muss nicht, kann aber.

Ich bin gerade von 10mg erst auf 9,5 und dann auf 8,9mg runter (jeweils über 6 Wochen) und habe JEDESMAL Symptome (Schwindel, Übelkeit, Stimmungsschwankungen, Nadelstiche auf der Haut, Taubheitsgefühle Finger/Füße, Herzrythmusstörungen)).
Die Symptome gehen bei mir meist erst in der zweiten Woche einer Reduktion los und bleiben für ca. 2 Wochen, dann schwächen sie sich ab und verschwinden.

Man sieht, schon bei kleinen Schritten um die 5-10% können die Absetzsymptome einem ganz schön den Tag versauen :vomit: .
Vorallem im unteren Dosisbereich (bei Citaloram etwa ab 10mg) sollte man sehr vorsichtig runterdosieren.

Wenn du also keinen zwingenden Grund hast (Citalopram Unverträglichkeit / QT Intervall Verlängerung etc...), dann mach einfach langsamer.

Gruß,
lake
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2016: 20.3.16 -3.9.16 von 20 auf 15mg
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2017:
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2018:
2.1.2018: 10,0mg
.....Tag 1-15 Tag läuft sehr gut
.....Tag 17-20: Übelkeit / Brain Fog, neuro Emos, Einschlafstörung (Cortisolausschüttung) mit dicken, geröteten Händen
.....Tag21-22: Angst, Panik, Neuro-Emos
12.3.2018: 9,3mg
.....Tag 1-7 alles ok
.....Tag 8: zurück auf 9,5mg wg. starken Symptomen (Matschbirne, PA, Übelkeit, Zaps, Schlapp)
.....Tag 8-12 Heftige Symptome: Matschbirne, Zaps, PAs
.....13-30 ok
21.4.18: 8,9mg (d.h. Reduktion um 0,6mg)
.....Tag 0-5 ok
.....Tag 6: Neuro Aggressionen, Kopf+Nackenschmerzen, leichte Migräne
.....Tag 7-10 ok
.....Tag 10-16: heiße, dicke und rote Hände beim einschlafen und aufwachen, Migräne, Übelkeit, Matschbirne, Bodyzaps, Übelkeit, Nadelstiche auf Haut, Sehstörungen
.....Tag 17-21: heisse Hände bei Einschlafen
.....Tag 22-23: Angstzustände, leichte Depri
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Jamie » Mittwoch, 02.05.18, 10:39

Hallo buetzfeld, :)

ich kann dir nur empfehlen gesunden Menschenverstand walten zu lassen und wieder etwas aufzudosieren.
Wenn du dich bereits jetzt am Anfang deines Absetzprozesses durch einen zu großen Absetzschritt derart destabilisierst, dann legst du einen denkbar ungünstigen Baustein fürs Absetzen und wenn du Pech hast, fängst du dich über all die Zeit gar nicht mehr und leidest durchgehend.

Dass die Symptome schwanken ist typisch für den Entzug.
Das Forum blickt auf 13 Jahre gesammelte Erfahrungen in diesem Bereich zurück.
Es ist das klassische Absetzsymptom schlechthin, dass sich gute mit miesen Tagen abwechseln und auch die Symptome so bunt und vielfältig sind wie ein Blumenstrauß.

Denk noch mal drüber nach.

Alles Gute
Jamie
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Mittwoch, 02.05.18, 17:46

Hallo "lake", Hallo "Jamie",

ich danke euch sehr für eure Antworten. Das mit dem Absetzen in höheren Regionen von 20mg auf 15mg und dann auf 10mg lief bei mir absolut symptomfrei ab, was meine Euphorie und meinen Ehrgeiz sehr gesteigert hat. Im Gegensatz zu früheren Absetzversuchen habe ich mir bis 10mg auch fast 1 Jahr Zeit gegeben. Es ist momentan noch nicht so, dass ich sage, ich könnte absolut nicht mehr. Wenn das wäre würde ich sofort wieder hochdosieren. Meine Fenstertage zwischendurch machen mir Mut. Die Symptome, sowohl in ihrer Intensität, Sprunghaftigkeit und Vielfalt kommen mir absolut bekannt vor. Ich hatte diese Symptome früher auch schon häufig. Damals hat es mir Angst gemacht und ich habe mich sehr reingesteigert. Das habe ich zur Zeit noch nicht so stark, gerade wenn ich weiß, dass es auch bessere Tage gibt. Allerdings weiß ich von früher nicht mehr so genau, ob ich die gleichen Symptome auch schon ohne Einnahme von Citalopram hatte, weshalb auch aufgrund psychischer Belastungen ja Depressionen diagnostiziert wurden oder ob die Ur-Symptome doch abgeschwächter waren. Ich glaube es war damals mehr eine Herzneurose (nehme seitdem Metroprolo-Betablocker). Das habe ich heute überhaupt nicht mehr, Die Einnahme von Citalopram hat mich jedesmal völlig umgehauen. Ich war wochenlang arbeitsunfähig, wegen der massiven Symptome, die jedesmal nach 10 Wochen verschwanden. Ich habe einen sehr starken Willen, arbeite jeden Tag in meinem Job und habe sonst gut wie keine Krankheitstage gehabt, jetzt schon seit 3 Jahren keinen einzigen. Sicher war ich damals froh, dass ich dann irgendwann unter Citalopram wieder arbeitsfähig gewesen bin. Aber im Laufe der Zeit haben mich verschiedene Dinge veranlasst, wieder über eine Reduzierung und Absetzen nachzudenken. Laut Beipackzettel soll man Citalopram nicht mit Metroprolol-Betablocker nehmen. Das hat mir kein Arzt gesagt, auf Nachfrage hieß es, dass es mir ja bislang auch nicht geschadet hätte. Dann habe ich die Geschichte mit den Zusammenhängen zwischen Citalopram und plötzlichem Herztod gelesen. Da kam die Erinnerung an meine frühere Herzneurose mit realen Rhythmusstörungen und Vorhofflimmern. Ein weiter Grund von Citalopram wegzukommen. Des weiteren die Neuropathien in den Füßen, Einschränkung der Libido etc. etc.. Ich sage mir, wenn ich solch massiven Probleme beim Einschleichen von Citalopram (0 auf 20mg ist ja eigentlich kein Einschleichen, sondern volle Dröhnung) solche Probleme gehabt habe, ist es sicherlich normal, dass ich das beim Ausschleichen auch haben werden.Allerdings werde ich die nächsten Schritte erst in einigen Monaten wagen und dann wie hier beschrieben um 1 oder 0,5 mg. Mir hilft dieses Forum hier allgemein, weil ich weiß dass das ganze Ausschleichen mit den vielfältigen Symptome ein normaler Prozess ist und dass ich nicht allein bin, sondern viele hier die gleichen Symptome haben. Darum allen, die mir zuhören und mir wertvolle Hilfe geben, ein ganz dickes Kompliment und DANKE !
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02.04.2018
Reduzierung von 10-5mg Citalopram.
Nach wenigen Tagen Symptome: Taubheitsgefühle und Missempfindungen in den Füssen. Hypochondrische Befürchtungen und Grübeleien über mögliche andere Ursachen.
Am 17.05.2018
Symptome werden immer schlimmer, deshalb wieder auf 6 mg hochdosiert. Seitdem sind die Missempfindungen mit Brennen in den Füssen extrem verstärkt. Außerdem Antriebslosigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit. Ich schleppe mich durch den Tag und bin extrem unglücklich und hypochondrisch.
24.05.18
plötzlich einsetzende Besserung. Ängste und Panik sind verschwunden, die Dosierung mit 6 mg scheint gegriffen zu haben.
30.05.18
Das Fenster ist leider vorbei, die Missempfindungen in den Zehen, Füßen und Beinen werden wieder schlimmer. Die Ängste und Panik sind wieder da. Ich bin weinerlich und antriebslos.
Juni 2018
So ganz langsam wechseln sich leichte Fenster mit zum Teil noch heftigen Wellen ab. Geht es mir zum Teil tagelang ganz mies, ändert sich das Befinden dann plötzlich innerhalb einer Stunde. Ich hoffe auf zunehmende Stabilisierung. Die Fenster machen mir Mut, dass es tatsächlich nur Absetzsymptome sind und keine ernsthafte Krankheit.
Juli 2018
Ich schleppe mich mehr oder weniger nur dahin. Die Grübeleien werden immer schlimmer. Die Fenster sind sehr rar.
25.07.2918
Mit Beginn der extremen Hitzewelle wird alles schlimmer. Auf der Arbeit wird mir plötzlich ganz komisch. Habe das Gefühl umzukippen und Herzrasen. Urplötzlich sind alle Ängste von früher wieder da , da ich damals im Zuge der Depressionen diese Gefühle auch schon hatte.
Ich bekomme immer mehr Panik und Schwindelanfälle.
Die Fenster sind nur noch vereinzelnd da.
06.8.2018
Mir gehts so schlecht wie noch nie, obwohl ich vorgestern noch ein super Fenster hatte.
Erstmals zum Hausarzt, der mich 3 Tage krank schreibt.
Ich habe das Gefühl, dass mich jetzt erst, fast 4 Monate nach der Reduzierung von 10 auf 5mg die volle Breitseite des Entzuges erfasst. Wahrscheinlich so zeitverzögert, weil ich zwischendurch auf 6mg hochdosiert habe. Ich beschließe nochmal um 1mg auf 7mg hoch zu dosieren, um das schlimmste abfangen zu können.

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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Freitag, 04.05.18, 11:06

Hallo zusammen,

Lagebericht nach 4 Wochen Citalopram-Reduzierung auf 5mg:

Ich merke jetzt doch schon deutlichere Absetzsymptome. War es am Anfang noch ziemlich stark die Missempfindung in Zehen und beiden Füßen, so hat es sich seit 3 Tagen auf ein nahezu permanentes Schwindelgefühl eingependelt, verbunden mit ständigen Grübeln und Nachlesen im Internet darüber. Allerdings habe ich die früheren Panikattacken nicht und ich bin auch weiterhin arbeitsfähig. Ich kann die Schwindelsymptome auch schwer beschreiben. Es ist kein Drehschwindel oder wie man es manchmal kennt, wenn man zu schnell aufsteht. Es ist vielmehr eine bleiernde Müdigkeit, ich bin einfach nicht so ganz wach und klar in Kopf und das äußert sich dann auch in Schwindelsymptomen. Dabei schlafe ich nachts super und auch wenn ich nachts mal kurz aufstehe um auf Toilette zu gehen, geht es mir relativ gut. Erst morgens beim Aufwachen kommen sofort wieder die Gedanken an den Schwindel . Beim Aufstehen und Frühstück geht es dann noch, aber wenn ich auf der Arbeit bin und Stress habe, wirds schlimmer mit den Schwindelgefühlen. Diese Schwindelsymptome hatte ich früher bevor ich AD genommen habe auch sehr stark. Immer in Verbindung mit starken psychischen Belastungen hatte. Dann aber auch mal Phasen ohne. Ich bilde mir ein und stelle mir quasi direkt vor, wie mein Gehirn versucht sich an die niedrigere Dosis anzupassen. Ich habe vor 4 Jahren ja schon einmal abgesetzt, damals hatte ich von 10mg auf 5mg keine Symptome, sondern erst nachdem ich 3 Monate auf 0 gewesen bin. Kann es daher sein, dass sich jedes Ausschleichen bei ein und derselben Person anders bemerkbar machen kann ? Ich denke, dass ich, wenn ich mich nicht soviel selber beobachten würde und ständig drüber nachdenken würde, nicht so starke Symptome hätte. Wie gesagt, ich kenne diese Symptome von früher und deshalb machen sie mir momentan zumindest noch nicht soviel Angst, weil es immer mit der Zeit wieder besser wurde.
LG Buetzfeld
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02.04.2018
Reduzierung von 10-5mg Citalopram.
Nach wenigen Tagen Symptome: Taubheitsgefühle und Missempfindungen in den Füssen. Hypochondrische Befürchtungen und Grübeleien über mögliche andere Ursachen.
Am 17.05.2018
Symptome werden immer schlimmer, deshalb wieder auf 6 mg hochdosiert. Seitdem sind die Missempfindungen mit Brennen in den Füssen extrem verstärkt. Außerdem Antriebslosigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit. Ich schleppe mich durch den Tag und bin extrem unglücklich und hypochondrisch.
24.05.18
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Jamie » Freitag, 04.05.18, 11:16

Hallo buetzfeld
Kann es daher sein, dass sich jedes Ausschleichen bei ein und derselben Person anders bemerkbar machen kann ? Ich denke, dass ich, wenn ich mich nicht soviel selber beobachten würde und ständig drüber nachdenken würde, nicht so starke Symptome hätte
Durchaus. Zu deiner ersten Frage.
Deswegen schreiben wir auch immer wieder, dass wenn ein Entzug oder ein sehr schnelles Absetzen einmal gut geht, das nicht heißt, dass das das nächste Mal auch so sein wird.
Es ist sogar so, dass es tendenziell immer schwieriger wird mit dem Absetzen.
Man kennt diesen Effekt als kindling effect bei den Benzos und für AD scheint das auch zu gelten.
Jedes Hin und Her mit den Dosen, jeder (versuchte) Entzug, jeder Medikamentenwechsel... kann das ZNS (still) reizen und wenn irgendwann der Tag X kommt, wo das ZNS nicht mehr mag, dann geht es mit den Problemen los.... besonders gerne beim AD ausschleichen...

Zu zweitem. Ständiges selbst-beobachten und drüber grübeln ist kontraproduktiv, das hast du richtig erkannt. Man ist so damit beschäftigt seinen Körper zu beobachten und zu analysieren, dass sprichwörtlich jeder Zwicker im Darm schon gefährlich erscheint.

Deswegen empfehlen wir solchen Leuten (gerne Menschen mit Angststörungen oder Hypochondrie), nach Möglichkeit ihren Körper eins zwei mal am Tag zu scannen, festzuhalten, was nicht OK ist und es auf die innere Beobachtungsliste zu setzen (ohne panisch zu werden), sich klar zu machen, dass das zu 99,9% Entzug ist und dann das Thema zu den Akten zu legen und erst dann wieder ran zu gehen, wenn sich was ändert oder man wirklich das Gefühl hat, dass da jetzt ein Arzt drauf gucken muss.

Existierende Symptome kleinzureden bringt aber nix. Der Entzug ist vermutlich auch da, wenn du die Symptome missachten würdest. Also finde eine gesunde Balance.

Grüße
und alles Gute
Jamie
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von lakeSonne1 » Freitag, 04.05.18, 13:29

hallo Leute,
.....auf die innere Beobachtungsliste zu setzen (ohne panisch zu werden), sich klar zu machen...
wenn das mal so einfach wäre... :?

...falls Panik eine willentliche Entscheidungsmöglichkeit wäre, das wäre wirklich cool :D .
Daß man sich quasi entscheiden kann Panik zu haben oder nicht, das geht nicht.
Damit wären ja 90% der Probleme von Angst-/Panikpatienten gelöst. :wink:

Gruß,
lake
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.....Tag 1-15 Tag läuft sehr gut
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Mittwoch, 09.05.18, 16:14

Hallo zusammen,

Lagebericht nach fast 5 Wochen Citalopram-Reduzierung auf 5mg:

Die Beschwerden sind im Großen und Ganzen besser geworden. Meine Schwindelgefühle sind fast verschwunden. Die Missempfindungen in Zehen und Füßen sind mal mehr mal weniger ausgeprägt, jedenfalls belastet mich das nicht mehr ganz so, weil ich nicht mehr so viel drüber nachdenke. Auch die psychischen Symptome, wie Weinen, extreme hypochondrische Befürchtungen, Angst haben stark nachgelassen. Dieser Zustand hält ich nun schon seit einigen Tagen stabil und ich habe die Hoffnung, dass ich den 50% Reduzierungsschnitt vielleicht so ganz langsam überwunden habe. Das gibt mir sehr viel Hoffnung und Auftrieb, zumal ich vor 1 Woche noch überlegt habe, noch einmal auf 6 mg hochzudosieren. Ich werde jetzt auf alle Fälle die 5 mg erst einmal weiter einnehmen. Ich habe mir vorgenommen nach meinem Urlaub im September den nächsten Schritt zu wagen. Dann mit der Wasserlösemethode auf 4 mg, wie es hier sehr gut beschrieben wird. Ich wünsche mir so sehr, dass ich jetzt im 3. Anlauf es schaffe, endlich von dem Citalopram wegzukommen.
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02.04.2018
Reduzierung von 10-5mg Citalopram.
Nach wenigen Tagen Symptome: Taubheitsgefühle und Missempfindungen in den Füssen. Hypochondrische Befürchtungen und Grübeleien über mögliche andere Ursachen.
Am 17.05.2018
Symptome werden immer schlimmer, deshalb wieder auf 6 mg hochdosiert. Seitdem sind die Missempfindungen mit Brennen in den Füssen extrem verstärkt. Außerdem Antriebslosigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit. Ich schleppe mich durch den Tag und bin extrem unglücklich und hypochondrisch.
24.05.18
plötzlich einsetzende Besserung. Ängste und Panik sind verschwunden, die Dosierung mit 6 mg scheint gegriffen zu haben.
30.05.18
Das Fenster ist leider vorbei, die Missempfindungen in den Zehen, Füßen und Beinen werden wieder schlimmer. Die Ängste und Panik sind wieder da. Ich bin weinerlich und antriebslos.
Juni 2018
So ganz langsam wechseln sich leichte Fenster mit zum Teil noch heftigen Wellen ab. Geht es mir zum Teil tagelang ganz mies, ändert sich das Befinden dann plötzlich innerhalb einer Stunde. Ich hoffe auf zunehmende Stabilisierung. Die Fenster machen mir Mut, dass es tatsächlich nur Absetzsymptome sind und keine ernsthafte Krankheit.
Juli 2018
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Ululu 69 » Donnerstag, 10.05.18, 11:38

Hallo Buetzfeld,

Das scheint doch in die richtige Richtung zu gehen bei dir, das freut mich.
Sei bitte nicht zu verzweifelt, wenn noch einmal etwas unbequemer Tage kommen, das ist in der Stabilisierungsphase häufiger der Fall. Oft verläuft die Heilung nicht linear.
Aber dass es dir jetzt besser geht, ist ein sehr gutes Zeichen.
Ich würde jetzt auch eine Weile warten bis zum nächsten Schritt, würde dann allerdings eher 0,5 mg absetzen, also 10 % deiner jetzigen Dosis.
Aber bis dahin ist ja noch etwas Zeit.

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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Freitag, 11.05.18, 11:54

Hallo Ululu 69,
die unbequemeren Tage haben sich seit gestern eingestellt. Meine Missempfindungen an den Füssen sind stärker geworden und ich meine auch sowas ein bisschen an Fingern, Händen und Armen zu spüren. Ganz leicht, aber ich als Hypochonder achte natürlich auch sehr darauf. Das trübt wieder ein bisschen die Stimmung. Ich versuche immer Erklärungen zu finden, warum das so sein kann. Ein paar Tage fast ohne Symptome und dann wieder verstärkt....ist das eigentlich schon erforscht, warum das so ist ? Oder spielen da alle möglichen klitzekleinen Faktoren mit rein, wie z.B. Wetter, Luftdruck, Schlaftiefe, Stress, Erholungszeiten, Grübeln etc. ? Die Schwindelgefühle sind dagegen kaum noch vorhanden.
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plötzlich einsetzende Besserung. Ängste und Panik sind verschwunden, die Dosierung mit 6 mg scheint gegriffen zu haben.
30.05.18
Das Fenster ist leider vorbei, die Missempfindungen in den Zehen, Füßen und Beinen werden wieder schlimmer. Die Ängste und Panik sind wieder da. Ich bin weinerlich und antriebslos.
Juni 2018
So ganz langsam wechseln sich leichte Fenster mit zum Teil noch heftigen Wellen ab. Geht es mir zum Teil tagelang ganz mies, ändert sich das Befinden dann plötzlich innerhalb einer Stunde. Ich hoffe auf zunehmende Stabilisierung. Die Fenster machen mir Mut, dass es tatsächlich nur Absetzsymptome sind und keine ernsthafte Krankheit.
Juli 2018
Ich schleppe mich mehr oder weniger nur dahin. Die Grübeleien werden immer schlimmer. Die Fenster sind sehr rar.
25.07.2918
Mit Beginn der extremen Hitzewelle wird alles schlimmer. Auf der Arbeit wird mir plötzlich ganz komisch. Habe das Gefühl umzukippen und Herzrasen. Urplötzlich sind alle Ängste von früher wieder da , da ich damals im Zuge der Depressionen diese Gefühle auch schon hatte.
Ich bekomme immer mehr Panik und Schwindelanfälle.
Die Fenster sind nur noch vereinzelnd da.
06.8.2018
Mir gehts so schlecht wie noch nie, obwohl ich vorgestern noch ein super Fenster hatte.
Erstmals zum Hausarzt, der mich 3 Tage krank schreibt.
Ich habe das Gefühl, dass mich jetzt erst, fast 4 Monate nach der Reduzierung von 10 auf 5mg die volle Breitseite des Entzuges erfasst. Wahrscheinlich so zeitverzögert, weil ich zwischendurch auf 6mg hochdosiert habe. Ich beschließe nochmal um 1mg auf 7mg hoch zu dosieren, um das schlimmste abfangen zu können.

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