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washaeltunsauf: Sertralin akute Probleme Abdosieren

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washaeltunsauf
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washaeltunsauf: Sertralin akute Probleme Abdosieren

Beitrag von washaeltunsauf » Dienstag, 15.05.18, 12:22

Hallo ihr Alle,
ich habe mich schon fleißig durch das Forum geklickt und hoffe ihr könnt mir auch so hilfsbereit bei meinem Anliegen helfen.

Ich nehme seit ich 16 bin Sertralin ein (bin jetzt 21), und habe immer wieder Versuche des Absetzens gestartet. War nebenbei immer in Therapie, allerdings konnte der Kern der Depression bzw. Auslöser etc. erst kürzlich festgestellt werden. Zuvor bin ich immer rückfällig geworden. Damals habe ich um Abzusetzen wöchentlich von 100 mg immer 25mg runterdosiert, sprich nach 4 Wochen war ich wieder bei 0. Ging immer erst gut, doch nach einigen Wochen war alles wieder beim Alten und das gleiche Spiel ging von vorne los.

Jetzt habe ich einen wirklich kompetenten Therapeuten gefunden, der mit mir eine antidepressive Lebensweise, sowie meine Vergangenheit er- und aufgearbeitet hat. Deshalb nun der erneute Versuch.

Mein Therapeut empfahl mir (wie hier auch so oft, habe ich leider erst jetzt gelesen) die Dosis seeehr langsam zu reduzieren. Mein Psychiater allerdings bestand darauf meine Dosis von 50 mg (die ich jetzt 1,5 Jahre am Stück nahm) auf 25 mg abzusetzen und dies 3 Monate durchzunehmen, um zu schauen was passiert. Stand jetzt: Kopfschmerzen, Schwindel, und vor allem massive Schlafprobleme, sodass ich heute Nach tatsächlich nicht eine Minute schlafen konnte.

Habe meinen Psychiater dann angerufen, seine Reaktion: weiter 25 mg und Schlafmittel verschrieben. Therapeuten kontaktiert: Auf 12,5 runtergehen, um die "Nebenwirkungen" wegzubekommen.

Ich bin einfach nur aufgeschmissen jetzt und weiß nicht, was ich machen soll. Angst davor nochmal in eine akute Depression zu verfallen habe ich eigentlich gar nicht. Aber diese Absetzsymptome machen mich gerade wirklich fertig und ich weiß nicht, wie ich am Besten weiter fortfahren soll jetzt, um diese Symptome so schnell wie möglich loszuwerden.

Psychiater dazu: Alles was nach 4 Wochen nicht weg ist, seien keine Absetzsymptome mehr. Da habe ich hier auch einiges gelesen, was gegen diese Aussage spricht. Und jetzt Schlaftabletten? Einerseits wäre ich froh, wenn ich nachts mal wieder ruhig schlafen könnte. Andererseits: Ist das jetzt wirklich eine Lösung ein Medikament abzusetzen, um ein anderes anzufangen einzunehmen? Was mich am meisten verwundert: Weder Psychiater noch Therapeut sprechen von erneuter Aufdosierung und die sollten es ja eigentlich am besten wissen oder?

Ich weiß nicht mehr weiter und wäre vor allem über Erfahrungsberichte mit ähnlichen Geschichten mehr als dankbar! :)
Zuletzt geändert von Gwen am Dienstag, 15.05.18, 12:50, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Sertralin akute Probleme Abdosieren

Beitrag von Gwen » Dienstag, 15.05.18, 12:48

Hallo washaeltunsauf,

herzlich Willkommen hier im Forum!
washaeltunsauf hat geschrieben:
Dienstag, 15.05.18, 12:22
Damals habe ich um Abzusetzen wöchentlich von 100 mg immer 25mg runterdosiert, sprich nach 4 Wochen war ich wieder bei 0. Ging immer erst gut, doch nach einigen Wochen war alles wieder beim Alten und das gleiche Spiel ging von vorne los.
Wenn Du Dich schon ein wenig eingelesen hast, wirst Du gesehen haben, dass das zu schnell war. Das zeitversetzte Auftreten von Absetzsymptomen kommt häufig vor.
washaeltunsauf hat geschrieben:
Dienstag, 15.05.18, 12:22
Mein Psychiater allerdings bestand darauf meine Dosis von 50 mg (die ich jetzt 1,5 Jahre am Stück nahm) auf 25 mg abzusetzen und dies 3 Monate durchzunehmen, um zu schauen was passiert.
Das spricht dafür, dass Dein Arzt leider wenig Ahnung vom Absetzen hat. Wir empfehlen, jeweils nur 5-10% zu reduzieren. Gerade wenn Du früher schon schnelle Absetzversuche hinter Die hast, reagiert der Körper oft sehr sensibel auf erneute Dosisänderungen. Direkt 50% zu reduzieren ist dann viel zu viel!
washaeltunsauf hat geschrieben:
Dienstag, 15.05.18, 12:22
Stand jetzt: Kopfschmerzen, Schwindel, und vor allem massive Schlafprobleme, sodass ich heute Nach tatsächlich nicht eine Minute schlafen konnte.
Das sind typische Absetzerscheinungen.
washaeltunsauf hat geschrieben:
Dienstag, 15.05.18, 12:22
Habe meinen Psychiater dann angerufen, seine Reaktion: weiter 25 mg und Schlafmittel verschrieben. Therapeuten kontaktiert: Auf 12,5 runtergehen, um die "Nebenwirkungen" wegzubekommen.
Ein Schlafmittel zusätzlich zu nehmen halte ich für keine gute Idee! Diese Medikamente machen ebenfalls abhängig und müssen dann auch ausgeschlichen werden. Die Empfehlung Deines Therapeuten halte ich ebenfalls für falsch. Es handelt sich unseren Erfahrungen nach nicht um Nebenwirkungen sondern um Entzugserscheinungen. Wenn Du jetzt schnell noch weiter reduzierst, werden die Symptome zunehmen.
washaeltunsauf hat geschrieben:
Dienstag, 15.05.18, 12:22
Alles was nach 4 Wochen nicht weg ist, seien keine Absetzsymptome mehr.
Das ist völliger Blödsinn! Absetzsymptome können viele Wochen und Monate anhalten! Gerade wenn kalt oder zu schnell abgesetzt wurde kann das sehr heftig sein. Ich will Dir damit keine Angst machen, sondern nur erklären, dass sich die Aussagen Deines Arztes und des Therapeuten absolut nicht mit den Erfahrungen der Betroffenen hier im Forum decken!
washaeltunsauf hat geschrieben:
Dienstag, 15.05.18, 12:22
Was mich am meisten verwundert: Weder Psychiater noch Therapeut sprechen von erneuter Aufdosierung und die sollten es ja eigentlich am besten wissen oder?
Sie sollten es wissen.... Die Realität, die ganz viele (ich auch!) hier im Forum erleben oder erlebt haben, ist, dass sie ganz falsch von den Ärzten beraten wurden da viele absolut keine Ahnung vom Absetzen haben!

Mein Rat wäre, dass Du die Dosis erhöhst, dann kannst Du selbst prüfen, ob sich die Symptome bessern. Bitte lies Dich in die Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein. Dort findest Du auch den Link zu den Infos zum Erstellen einer Signatur. Bitte erstell diese zeitnah, dann kann überlegt werden, wieviel Du erhöhen könntest.
viewtopic.php?f=18&t=12880
Und hier noch die FAQs viewtopic.php?f=19&t=9913

Viele Grüße Gwen
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Gwen für den Beitrag (Insgesamt 4):
JamiepadmamückeSeventhWave
Diagnose: schwere rezidivierende Depressionen
Escitalopram: aktuell 2,0mg (12.03.2018)
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Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

vindi74
Beiträge: 90
Registriert: Sonntag, 11.03.18, 17:36
Hat sich bedankt: 15 Mal
Danksagung erhalten: 90 Mal

Re: Sertralin akute Probleme Abdosieren

Beitrag von vindi74 » Dienstag, 15.05.18, 20:02

Hallo,
willkommen im Forum.
Gwen hat vollkommen recht. ich schließe mich dem auch an.
Du hast sehr lange AD genommen und u kannst es nicht von heute auf morgen oder in 4 Wochen absetzten.
Ein Akoholiker oder Drogensüchtiger wird auch langsam runter dosiert. mit der 5-10% regel fährst du sicherlich besser.
ich kann mir gut vorstellen das dein Therapeut noch nie das Medikament genommen hat.
Ich selbst ein Sertralin Opfer kann dir nur empfehlen das langsam zu machen. 5-10% Wasserlösmedothe oder Sertralin gibt es auch in flüssiger form.

du musst deinem Gehirn zeit geben sich daran zu gewöhnen ohne das Mittel auszukommen.

ich drücke dir die Daumen.
Schreib doch mal in die Signatur deinen Werdegang mit dem AD

Gruß Vindi
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor vindi74 für den Beitrag (Insgesamt 3):
Ululu 69padmamücke
als Kind NMU immer mal Brechanfälle gehabt mit Flushs
2009 Herzmuskelentzündung mit Herzstillstand (mit Folgeschäden)
2013 Gutartiger Darmtumor im Enddarm OP
2013 Leisten Hodenbruch OP
2014 4facher HWS Bandscheibenvorfall OP
2014 Vasektomie OP
2016 Verkapselung im Ellenbogen OP

immer mal wieder Darm Probleme, Hackfleisch und Gegrilltes sowie scharfes Essen enden auf der Toilette
2014 und 2016 in Asien mit heftigen Durchfällen Stationär behandelt.

seit mitte 2016 bewusst Depressiv klassisch verdrängt, seit der Therapie bewusst seit der Kindheit
02.2017 In Herzklinik eingeliefert wegen verdacht auf Herzinfarkt. Stress MRT war ok. Im nachhinein war es eine Panik Attacke.

04/2017- 07/2017 Deanxit glaube 10mg war Perfekt
07/2017-09/2017 Mirtazapin 15-30mg 14 Kilo zugenommen dauern Müde. Träge nicht auf die Reihe bekommen.
09/2017 Verhaltenstherapie geht jetzt nach Psychiatrie weiter ab 29.03.18
30.12.2017-23.02.2018 Trimiparin 3-5mg zum Schlafen.
02.01-20.02 Sertralin 25mg 5 Tage 50 mg
Auf anraten 2 Neurologen sofort abgesetzt am 20.2.

bis 15.2 alles Top dann Horror
Trockener Mund Übelheit, Druckschmerz Kopf, Appetitlosigkeit, Horror Alpträume Brain Zaps, Angst, Erregtheit, Zähneknirschen, Kribbeln Zittern, Aufmerksamkeitsmangel, Sehstörungen Pfeifen im Ohr, Erbrechen, Schweissausbrüche, Brustschmerzen, Unwohlsein, Pfeifender Atem, Harninkontinenz, Schwellungen, Kalter Schweiß, Heftiger Bewegungsdrang (Blasen gelaufen) Müdikkeit, Gedankenkreisen.
In den ersten 2 Tagen ohne Sertralin mit Diazepam 5 mg behandelt, dann quetiapin 25 mg am 23.02.18 2 1/2 genommen am 9.3. 2 Stück und am 10.03= 1
28.2 Psychiatrie 36 Stunden, 2 mal Venlafaxin Juckreiz am ganzen Körper.

bis 32.3.2018 Akute Ambulanz Station,
ab 29.3.18 Verhaltenstherapie die mir sehr gut tut.

Stand der Dinge 11.03
Arme Schlafen ein wenn ich auf dem Rücken liege und die auf den Bauch lege.
Abends sehe ich schlechter linkes Auge macht ein wenig Probleme.
Kann nichts Essen, wenn ich was Esse bekomme ich einen roten Kopf und Hitzewallungen Unkonzentriertheit. Kopfschmerzen.
Mir geht es schlechter als vor dem Sertralin. bei jedem Medikament ging es mir Schlechter hinterher.
20.03. angefangen Omeprazol,Amoxicillin, Clarithromycin zu nehmen.
Habe seit 2 Tagen wieder festen Stuhlgang. Habe 12 Kilo abgenommen. Essen fällt mir schwer. Esse Histamin arm habe aber Null Appetit.
23.03.18 Symptome wieder etwas Stärker. Antibiotikum abgesetzt. Morgens Hitzewallungen kribbeln in den Armen Juckreiz.
30.03.18 mir geht es seit ein paar Tagen viel besser, Flushs sind weg das Kribbeln und Zittern auch. Schlafe besser nur habe ich jetzt nachts Heißhunger, nehme ich aber in kauf.
Bin aktiver sitze lieber am Rechner als vorm Fernseher oder gehe in die Garage Basteln, Mein Geruchstrigger ist auch weg.
seit 4.4.18 wieder arbeiten....
Jetzt Histamin Intoleranz und Laktose Intolerant

WhenIam64
Beiträge: 1
Registriert: Donnerstag, 21.06.18, 19:09
Danksagung erhalten: 5 Mal

Re: Sertralin akute Probleme Abdosieren

Beitrag von WhenIam64 » Freitag, 22.06.18, 18:58

Hallo washaeltunsauf. Schöner Username übrigens: nix sollte uns aufhalten...

Ich nehme seit 16 Jahren Sertralin die meiste Zeit 100mg damals verordnet aufgrund einer Angststörung. Ansage war: Serotoninmangel im Gehirn. Ausgleich nötig evtl dauerhaft. Gegen die Angst und die Angst vor der Angst hat mir das Medikament nie geholfen. Nebenwirkungen im Rahmen daher Medikation nie hinterfragt.

Nach sehr hilfreichem Seminar bei Klaus Bernhard in Berlin (Panikattacken loswerden) sind mir viele Dinge klar geworden u.a. warum Therapien keinen Erfolg brachten und wie unsinnig Sertralin gegen meine Angstprobleme als Dauermedikation ist.

Habe in Rücksprache mit Psychiater im März erste Reduktion von 100mg auf 75 vorgenommen. 14 Tage Stimmungsschwankungen und Sehstörungen dann ok. Anfang Juni zweite Reduktion auf 50 mg. Deutlich mehr Nebenwirkungen die seit 3 Wochen anhalten u.a. Schwindel, Grippegefühl, Erschöpfung, Schlafstörungen. Der wesentliche Punkt für meinen ersten Beitrag in diesem Forum ist aber: die innere Unruhe, Nervosität und Ängstlichkeit die ich nun spüren kann fühlt sich definitiv völlig anders an als die Angst damals. Für mich ist die Ärzteaussage das sei ein Wiederaufflammen der Grunderkrankung eine Schutzbehauptung um sich vor einer Flut verunsicherter Patienten zu schützen. Das System hat keine Antwort! Ich werde weiter machen und reduzieren notfalls langsamer mit viel Geduld. Bin übrigens 58 und glaube daran dass es mir irgendwann ohne SSRI wieder richtig gut geht.

Euer Forum hilft denn von Ärzteseite erwarte ich mangels Wissen bzw. Bereitschaft das System infrage zu stellen nichts.

Kopf hoch!
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor WhenIam64 für den Beitrag (Insgesamt 5):
JamiemückereddiepadmaSeventhWave

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