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Lithium absetzen - Experiment oder Chance

Beitrag von Lithium30Jahre+ » Montag, 21.05.18, 18:44

Hallo allerseits,
als Bipo 1 nehme ich schon fast 33 Jahre Quillonorm retard 450 mg 1 1/2 und möchte nun meine Zukunft mehr "in Farbe leben". Vor 13 Jahren habe ich das Lithium von heute auf morgen nicht mehr genommen was natürlich in einem GAU, einer "Absetzpsychose" endete. Im April dieses Jahres ging ich einen Monat lang auf nur 1 Tablette zurück (1/2 weniger) und hab das "Schleusen öffnen" gut zu spüren bekommen. Das ganze habe ich in Eigenregie gemacht - mit Bedarfsmedikation Quetiapin und Temesta, weil ich schon 8 Monate keinen Kontakt zum neuen Psychiater habe. ( Der alte Psychiater ist leider in Pension gegangen) Hatte einmal Kontakt zu einem anderen "Schulpsychiater" und der gab mir ein Nocebo/eine Erfolgsquote von 5 %. Hab also nach etwas mehr als einem Monat wieder aufdosiert wei die Absetzerscheinungen viel zu stark waren. Jetzt weiß ich, dass die Reduktion um 1/3 viel zu groß war und dann stellt sich die Frage wie das ganze anzupacken ist. Positiv ist, dass sich "die Schleusen" nicht mehr ganz geschlossen haben und ich dadurch schon mehr Leben spüre. Hab Anfang Juni einen Termin beim neuen Psychiater der leider auch nur ein Schulpsychiater ist und mir dauernd alles Mögliche verschreiben möchte. Bin bereits in Pension und es geht mir relativ gut. Habe in den letzten drei Jahren als Fitness- und Gesundheitstrainer und wegen meiner Thematik auch als Genesungsbegleiter im sozial psychiatrischen Bereich gearbeiten. Mache auch Leistungssport im Bereich Laufen und bin sonst auch sehr aktiv - jedoch mit keinerlei manischen Tendenzen. Versuche nun mit dem Psychiater einen Konsens zu finden und möchte im Herbst eine Spiegelreduktion vom Lithium von 0,5 in Richtung 0,3 vornehmen. Hoffentlich bin ich mit meinem Vorhaben nicht alleine auf weitem Flur! Vielen Dank für Anregungen im Kampf gegen Windmühlen.

Liebe Grüße von
Lithium30Jahre+
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Reduktionsversuch am 5. April 2018 bis 9. Mai 2018 auf 450 mg - Aufdosierung auf 675 mg wegen gravierender Schlafprobleme, körperlicher Schwäche/Überreaktion mit Reizüberflutung trotz Bedarfsmedikation. (Quetiapin, 50 - 150 mg, Dominal Forte 40 - 80 mg, Lorazepam 1,0 mg) Hätte früher aufdosieren müssen denn es war schon recht kritisch. War leider auf mich allein gestellt denn ich habe keinen Psychiater meines Vertrauens. DIESER VERSUCH WAR EIN STANDARDFEHLER BEI DEM DIE SCHULPSYCHIATRIE MITVERANTWORTLICH IST WEIL SIE OFT NICHT BEREIT IST KOOPERATIV ZU BEGLEITEN !!! Mittlerweile unterstützt mich mein Arzt - zwar mit Widerwillen - bei meinem Reduktionsversuch.

Reduktion Lithium 675 mg: 3. Juni 2018/630 mg, 8. August 2018/600 mg
Standardmedikation: Lithium/Quillonorm retard 600 mg, Quetiapin 25 - 50 mg
Bedarfsmedikation: selten Dominal Forte 80 mg, sehr selten Lorazepam 1,0 mg

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Re: Lithium absetzen - Experiment oder Chance

Beitrag von Flummi » Montag, 21.05.18, 19:07

Hallo Lithium30+,

herzlich Willkommen im Forum.
Als ersten Schritt würde ich Dir vorschlagen, dass Du eine Signatur anlegst. Dann können Dich die Mitglieder besser beraten. Hier eine Hilfe dazu:
viewtopic.php?f=46&t=15035

Bitte gib auch an, was Du zum Bedarf eingenommen hast.

Herzliche Grüße,
Claudia
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Re: Lithium absetzen - Experiment oder Chance

Beitrag von Flummi » Dienstag, 22.05.18, 10:05

Hallo Lithium30+,
vielen Dank für das Erstellen einer Signatur.

Habe ich das richtig gelesen: Du hast Quetiapin, Dominal und Lorazepam genommen (wie lange und wie häufig?) in dieser Zeit und sie haben nicht geholfen?
Ich bin mir da nicht sicher, ob das sinnvoll und gut ist, da auch diese Medikamente Probleme bereiten können. Vor allem, wenn sie keine Wirkung haben....

Vielleicht wird Dich dieser Thread interessieren:
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 51&t=13582 (Erfahrungsbericht Lithium absetzen)

Mein Mann setzt selbst gerade Lithium ab. Warum es vor fünf Jahren angesetzt wurde, ist allerdings völlig unklar und die Diagnose ist auch nicht richtig, in unseren Augen:
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 18&t=14265

Ansonsten kannst Du gern in der Suchfunktion rechts oben einmal "Lithium" einsetzen und findest sicher noch andere Infos.

Herzliche Grüße,
Claudia
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Re: Lithium absetzen - Experiment oder Chance

Beitrag von Lithium30Jahre+ » Dienstag, 22.05.18, 17:57

Hallo Claudia,

danke für die Links welche sehr interessant sind und ich teils schon kenne.

Laut Signatur nehme ich im optimalen Fall 25 mg Quetiapin als Schlafanstoß. Wenn dies nicht reicht nehme ich eher selten einen Bedarf - die letzte 50er Packung Lorazepam habe ich mir im November 2017 vom Hausarzt verschreiben lassen und ich hab immer noch 1/2 Packung. Mein neuer Psychiater möchte - aufgrund dem Trend gegen Benzos - mir keine verschreiben. Hätte mir dann nur ungern 20 Stück verschrieben und ich sagte “Die kann er behalten denn mein Hausarzt hat mehr Vertrauen und gibt mir eine 50er Packung.“ Stattdessen will dieser Psychiater mir alles “verkaufen“. Von Pregabalin (hab ich eine Zeit lang genommen) angefangen bis Strattera welches ich nach einem 10 Minutengespräch/mit Schnelltest trotz Kassenverschreibungspflicht bekommen hätte. (Habe bei mir selbst die ADHS Diagnose in Betracht gezogen.)

Beim Reduktionsversuch habe ich hauptsächlich nur nachts ca. 10 x Lorazepam genommen und Quetiapin von 75 - 150 mg und meistens 1/2 Dominal. Konnte aber trotzdem nicht genügend Schlaf finden ... Frage mich inwieweit Lithium für meine Schlafprobleme mit verantwortlich ist, denn durch die nächtliche Nierenaktivität muss ich spätestens nach 5 - 6 Stunden auf die Toilette und dann kann ich kaum mehr einschlafen. Sonst geht es mir recht gut - bis auf du die Mühe mit dem Schlaf. Wäre die Reduktion von nur 1/4 Quillonorm retard 450 mg optimaler gewesen, weil ich ja gleich die 0,5 mmol/l unterschreite?

Habe wie schon einmal erwähnt habe ich Anfang Juni (mein letzter Termin war Anfang September 2017) wieder einen Termin wo ich meinen Lithiumreduktionswunsch besprechen werde und dann werde ich sehen ob ich entsprechende Unterstützung bekommen. Geplant habe ich dann erst im Oktober/November 2018 mit einer sehr geringen Reduktion zu beginnen. Interessant ist auf alle Fälle dass die Reduktion von 1 Monat den “Schutz“ verringert hat - wobei ich darin die Chance einer Aktivierung der Selbstheilung sehe.

Herzliche Grüße
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Reduktionsversuch am 5. April 2018 bis 9. Mai 2018 auf 450 mg - Aufdosierung auf 675 mg wegen gravierender Schlafprobleme, körperlicher Schwäche/Überreaktion mit Reizüberflutung trotz Bedarfsmedikation. (Quetiapin, 50 - 150 mg, Dominal Forte 40 - 80 mg, Lorazepam 1,0 mg) Hätte früher aufdosieren müssen denn es war schon recht kritisch. War leider auf mich allein gestellt denn ich habe keinen Psychiater meines Vertrauens. DIESER VERSUCH WAR EIN STANDARDFEHLER BEI DEM DIE SCHULPSYCHIATRIE MITVERANTWORTLICH IST WEIL SIE OFT NICHT BEREIT IST KOOPERATIV ZU BEGLEITEN !!! Mittlerweile unterstützt mich mein Arzt - zwar mit Widerwillen - bei meinem Reduktionsversuch.

Reduktion Lithium 675 mg: 3. Juni 2018/630 mg, 8. August 2018/600 mg
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Bedarfsmedikation: selten Dominal Forte 80 mg, sehr selten Lorazepam 1,0 mg

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Re: Lithium absetzen - Experiment oder Chance

Beitrag von Flummi » Mittwoch, 23.05.18, 17:15

Hallo Lithium30+,

wenn Du etwas Geduld hast, dann ist das beste, jemand anderes schreibt hierzu noch etwas.
Ich kann dazu beitragen, dass mein Mann viel besser seit der Reduktion schläft, vorher war er manchmal bis 3 Uhr wach, nun geht er um 11 Uhr schlafen.
Er reduziert um eine Tablette, aber bei Rabin im Thread habe ich gelesen, dass man auch viertel Tabletten reduzieren kann. Das trägt halt immer das Risiko mit sich, dass zu einem starken Anfluten des Wirkstoffes und einer Lithium-Vergiftung kommen kann. Sollte man vielleicht wissen.

Ich persönlich würde keine anderen Medikamente nehmen, vor allem, wenn es nichts bringt. Das bringt den Körper zusätzlich durcheinander und Lorazepam hat ja auch ein Abhängigkeitsrisiko. Ist denn der Schlaf schlechter geworden oder ist er einfach so schlecht wie zuvor?

Das heißt, Quetiapin nimmst Du regulär, und bei Bedarf mehr?

Eine Frage habe ich noch: wie sind die Tabletten verteilt? 1-0-1/2 oder 1/2-0-1 (morgens-mittags-abends) Wie hast Du sie weggelassen? Abends oder morgens?

Herzliche Grüße,
Claudia
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Re: Lithium absetzen - Experiment oder Chance

Beitrag von padma » Donnerstag, 24.05.18, 13:38

hallo Lithium, :)

Schlafprobleme treten im Entzug sehr häufig auf. Ein Stück weit muss man sich damit arrangieren.
Entzugssymptome mithilfe anderer Medikamente zu deckeln, sehen wir hier sehr kritisch. Besser ist es die Dosisschritte kleiner zu machen (bei Lithium nicht so einfach), und/oder die Intervalle dazwischen zu verlängern.
Interessant ist auf alle Fälle dass die Reduktion von 1 Monat den “Schutz“ verringert hat - wobei ich darin die Chance einer Aktivierung der Selbstheilung sehe.
Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Wenn du dich mehr spürst, kannst du besser heilen. Allerdings sollte sehr behutsam, sprich langsam vorgegeangen werden, damit du nicht von Emotionen/Reizen überflutet wirst und Zeit hast alles zu verarbeiten und zu integrieren.

liebe Grüsse,
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Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


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Re: Lithium absetzen - Experiment oder Chance

Beitrag von Tabin » Mittwoch, 30.05.18, 19:59

Hallo Lithium 30+,

zu den Schlafproblemen unter Lithium: Also ich konnte während der Einnahme immer gut schlafen. Ich musste auch Nachts nicht vermehrt auf die Toilette. Ich hatte zum Glück generell keine Nebenwirkungen durch das Lithium, die bei längerer Einnahme ja aber durchaus entstehen können.
Vielleicht solltest du das mal noch genauer abklären lassen. Blutwerte z.B., ob mit deinen Nieren und der Schilddrüse alles ok ist.

Ansonsten, wie Padma schon schrieb, treten Schlafprobleme oft bei Entzugserscheinungen auf, und eben psychischem Stress.

LG, Tabin
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Erfahrungen mit

Lithium (Quilonum retard 450).
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Atosil (Prometazin), Truxal (Chlorprotixen), Solian (Amisulprid), Zyprexa (Olanzapin).
Tavor (Lorazepam).
:whistle:

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Re: Lithium absetzen - Experiment oder Chance

Beitrag von Lithium30Jahre+ » Montag, 11.06.18, 20:01

Hallo allerseits - im speziellen Bipolar 1 Erkrankte/Erfahrene ohne Depressionen!

Habe vor kurzem ein komplettes großes Blutbild von meinem Hausarzt erstellen lassen: 33 Jahre Lithium und ausgezeichnete Werte - sogar der GFR bewegt sich zumindest im unteren Rahmen (Das hab ich mit Sicherheit meiner gesunden sportlichen Lebensweise zu verdanken!)

Der Lithiumspiegel ist wie immer - auch nach meinem Reduktionsversuch - wieder bei 0,5 mmol/l, finde jedoch dass durch den Reduktionsversuch die Lithium-Stratosphäre Löcher aufweist und wie schon erwähnt der Körper damit eine Selbstheilung versucht. Mit diesen Werten war ich bei meinem neuen Psychiater und ich glaube es gibt endlich eine Basis der Zusammenarbeit. Muss den Psychiater regelrecht nötigen um das zu bekommen was ich will. Nur wenn ich ihn "in die Ecke dränge" gibt es sinnvolle nicht pharmaorientierte Beiträge von ihm. Es geht mir teils sehr gut auch wenn ich mich nicht von ihm helfen lasse mit Pregabalin, Atomoxetin, ... er will mir "einem alten Fuchs" einfach alles verkaufen. Positive Empfehlungen von ihm: Lavendelkapseln, Singen, Musikinstrument spielen/lernen und auch bezüglich Lithium Reduktion (1/4 nur jeden 2. Tag) Im selben Zug versuchte er mir jedoch ein Antidepressivum unterzujubel wo ich doch so sensibel darauf reagiere und ich dessen Wirkung äußerst skeptisch betrachte. Werde mit einem erneute Reduktionsversuch im November (finde die kalte Jahreszeit ist zudem besser) starten wenn ich mich sehr ausgeglichen fühle, denn das Nebenwirkungsprofil von Lithium hat es ja doch in sich! Bin im Grunde genommen (trotz Rente) Leistungssportler/Laufsport mit einem Background als Gesundheits- und Fitnesstrainer und Erfahrung in der Peerarbeit. Im Leistungssport muss ich mich in Form bringen durch gute Regeneration, ... und das heißt ein guter effizienter Schlaf. Wenn ich mich also gut in Balance bringe gibt es zur Belohnung ein Stockerplatz oder ab und zu auch ein Sieg und das unter den vermeintlich Gesunden. Nur kann ich einfach unter Lithium zu wenig Freude empfinden und möchte deshalb mehr Farbe im Leben. WIE VIELE BIPOLAR 1 ERFAHRENE GIBT ES DIE OHNE PHASENPROPHYLAXE ZURECHT KOMMEN ???

Liebe Grüße
Lithium30Jahre+

P.S: Jetzt muss ich mein Medikament nehmen ... nämlich 1/2 Stunde cromatische Mundharmonika spielen. :-) Einen großen Dank an das adfd Forum für die äußerst wichtige Unterstützung!
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Lithium Reduktion hat am 23. Juni 2018 begonnen

Beitrag von Lithium30Jahre+ » Donnerstag, 05.07.18, 15:24

Ja liebe Leute,

habe am 23. Juni nun mit meiner Minimalstreduktion :schnecke: (1 mm von der 1/2 Tablette mit einem feinen Messer abtragen - in Zukunft mit einer Feinwaage) begonnen mit einem vorerst langfristigen Ziel von 675 mg auf 450 mg Lithiumcarbonat in zwei Jahren zu reduzieren. Obwohl meine Blutwerte vom Mai 2018 sehr gut waren - der GFR war gerade noch im Referenzbereich - habe ich mich dazu entschlossen meine Nieren zu entlasten und mehr Freude ins Leben zu bringen. Spüre von meiner Reduktion um eine 1/2 Tablette vom April - ein Monat lang - immer noch “eine Minderwirkung“ und das ist auch gut so. Der Psychiater würde sagen “Es wirkt nun nicht mehr so gut.“ - ich sage jedoch die natürliche Heilkraft nützt nun diese Möglichkeit eine Veränderung herbeizuführen.

Das Reduzieren oder Absetzen von Medikamente vergleiche ich gerne mit einer Waage. Auf der einen Seite nehme ich etwas weg und auf der Hand anderen Seite muss ich einen Ausgleich schaffen. Dabei setze ich Bausteine ein wie z.B. unter

https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=4&t=7721

beschrieben. Habe vor kurzem auch beschlossen keinen Schluck Alkohol mehr zu trinken um auch dessen Einfluss auf die Ionenkanäle, Schlaf, ... auszuschließen. (Habe in der Vergangenheit zwar sowieso relativ wenig getrunken.)

Es geht mir sonst sehr gut und kann recht erfolgreich an Laufwettkämpfen teilnehmen. Werde euch auf dem laufenden halten ...

Liebe Grüße und schönen Sommer :)

Lithium30Jahre+

P.S.: Mein Psychiater ist informiert und wird mich - zwar mit Widerwillen - begleiten.
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Re: Lithium absetzen - Experiment oder Chance

Beitrag von Flummi » Donnerstag, 02.08.18, 13:42

Hallo Lithium30+,

es ist gut, keinen Alkohol mehr zu trinken, denke ich. Das war ein entschiedender Schritt bei meinem Mann, denn in Kombination mit dem Lithium war das wie ein Rausch. dann hörte er wegen Tinnitus auf mit Rauchen und begann das Ausschleichen. (Ich verzichte ihm zuliebe auch auf Alkohol seit einem dreiviertel Jahr, also willkommen im Club!)
Er hatte übirgens einen schlechteren Schlaf mit Lithium, konnte selten gut einschlafen und war lange wach, lange geschlafen bis mittags. Nun geht er normal ins Bett und steht um 6 auf.

Er ist seit 2 Wochen ohne Lithium.

Alles Gute Dir!
Claudia
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Re: Lithium absetzen - Experiment oder Chance

Beitrag von Lithium30Jahre+ » Donnerstag, 02.08.18, 17:45

Hallo Claudia,

danke für deine Antwort und das “Alles Gute Dir“. Finde super dass du das mit deinem auch verzichten unterstützt. Sehe das wie ein großer Haufen Arbeit den es gilt langsam abzuarbeiten. Keinen Alkohol, Rauchen, Bewegung, Natur, Gesundheit, ... Es gilt mehr oder weniger einfach anzupacken. Von nichts kommt nichts und wie meine Oma sagte “ned lugg lo“ (nicht locker lassen)

Liebe Grüße
Lithium30Jahre+
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Reduktion Lithium 675 mg: 3. Juni 2018/630 mg, 8. August 2018/600 mg
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Lithium Reduktion seit 23. Juni 2018 - Zwischenbericht

Beitrag von Lithium30Jahre+ » Donnerstag, 02.08.18, 19:34

Hallo allerseits,

hoffe dass euere Homöostase gut funktioniert - bei mir habe ich den Eindruck, dass die Selbstregulation sehr bemüht ist was sich wie folgt zeigt: Hautausschlag seit Änderung des Lithiumspiegels, Harndrang in der Nacht, Geräuschempfindlichkeit, offenes System/“der bekannte Schwamm der austrocknet“

Es geht mir sonst recht gut - der Schlaf könnte etwas besser sein weil er ja durch den Harndrang unterbrochen/abgebrochen wird. Sonst bin ich fast sogar sehr zufrieden und es geht mir besser im Vergleich zum Mai/Juni 2018.

Folgende ausgleichende/unterstützende Maßnahmen habe ich getroffen:
:haha: keinen Alkohol :o weniger Kaffee und keinen nach 15:00 Uhr :whistle: regelmäßig mein Alternativmedikament Musikinstrument/Singen einnehmen :schnecke: Entschleunigung indem ich weniger in mein Wochenprogramm einplane, ab und zu Trainingsläufe und Wettkämpfe streichen (konnte mich zwar immer weit vorne platzieren es kostete aber zu viel Kraft/Energie) - also mehr auf meine innere Stimme höre. Ich frage mich selbst wie geht es dir und gib mir eine ehrliche Antwort. Was zeigt mein Manometer, Puls, ... was brauche ich jetzt, brauche ich Ruhe oder Aktivierung, ... Raus in den Garten/Natur, Barfußgehen, fast jeden Morgen ca. 20 Minuten Frühsport/Gymnastik, Atembeobachtung, Bemühung Tätigkeiten achtsam auszuüben, Gedankeanalyse,...

Habe mir eine Feinwaage gekauft und setzen die Lithiumeinnahme für ca. 2 Monate ab 08. August 2018 auf umgerechnet 600 mg an und versuche gleichzeitig die Einahme vom Quetiapin von 50 mg auf 25 mg zu senken.

Wünsche euch allen noch einen schönen Sommer unter dem Motto “die Natur heilt“.

Liebe Grüße : :)
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Re: Lithium absetzen - Experiment oder Chance

Beitrag von Flummi » Donnerstag, 02.08.18, 19:56

Hallo Lithium,

das klingt alles sehr gut.
Von einer Sache rät das Forum jedoch ab: gleichzeitiges Reduzieren zweier Medikamente. Das reizt das ZNS zu sehr und man weiß bei Problemen nicht, was von was kommt. Daher sagt man, erst eins nach dem anderen.

Wie sieht es mit Rauchen bei Dir aus? Bei meinem Mann stieg der Lithiumspiegel plötzlich, als er mit Rauchen aufhörte, so dass er ein Viertel weniger einnehmen konnte.

Lithium verursacht übrigens Polyurie, vermehrten Harndrang.

Viele Grüße,
Claudia
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Lithium30Jahre+
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Re: Lithium absetzen - Experiment oder Chance

Beitrag von Lithium30Jahre+ » Sonntag, 05.08.18, 12:51

Hallo Claudia, hallo Interessierte,

danke für das es klingt sehr gut bzw. für die Erinnerung “gleichzeitiges Reduzieren zweier Medikamente“. Das klingt sehr gut ist eine Motivation für mich, denn es gibt ja allgemein beim Absetzen von Psychopharmaka wenig verbündete. Habe persönlich Kontakt mit jemandem der beim Buch “Psychopharmaka absetzen“ von Peter Lehmann mitgewirkt hat und nun ohne Medikamente lebt. Zudem kenne ich auch noch andere Personen welche sich hauptsächlich durch eigene Kraft aus der Abhängigkeit von Psychopharmaka befreit haben - es sind aber aus meiner Sicht eher Einzelfälle denn die Schulpsychiatrie unterstützt dies wenig.

Was das gleichzeitige Reduzieren von Medikamenten betrifft sehe ich bei mir jedoch offener bzw. habe ich nicht richtig formuliert. Das Quetiapin setze ich bei mir in erster Linie für den Schlafanstoß ein und das regulierte ich sehr variabel je nach Müdigkeit. Fast jeder Mensch hat die Möglichkeit durch physische Belastung eine Müdigkeit herbeizuführen. Diese Entspannung/Erschlaffung kann jedoch auch vermeintlich einfach durch Psychopharmaka wie z. B. Pregabalin, ... herbeiführen wobei ich dann die entsprechenden Nebenwirkungen in Kauf nehmen muss. Aber auch durch Friede/Ruhe in mir durch eine “Glaubensaktivität“, Entspannungstraining (Jacobson, ...) kann ich zu einer sanften Müdigkeit beitragen.

Das mit dem Rauchen und der Einfluss auf Psychopharmaka ist nicht zu unterschätzen. Rauche schon lange nicht mehr denn wenn jemand Gesund werden möchte muss er auch dieses Sucht kontrollieren können. Sehe das Rauchen auch als Selbstmedikation des Körpers um die Wirkung/Nebenwirkungen von Psychopharmaka zu beeinflussen. Beim Clozapin ist der Einfluss des Rauchens besonders auch stark und spiegelbeeinflussend. Schlussendlich ist der Deal weniger Rauchen - weniger Medikamente.

Interessant ist auch die Polydipsie/vermehrtes Trinken und deine erwähnte Polyurie/vermehrter Harndrang welcher dadurch entsteht. Manche Medikamente wie die Psychopharmaka Lithium, Carbamazepin, Doxepin, ... verstärken den Durst. Darum ist es ja auch verständlich wenn anstelle von Wasser kalorienhaltige Getränke oder Essen zugeführt werden mit der Konsequenz einer starken Gewichtszunahme.

Wenn ich dann noch viel Sport betreibe heißt das noch mehr trinken und noch mehr ... Werde deshalb eventuell in der nächsten Zeit seit langem wieder einmal beim Nierenspezialist (Nephrologen) vorbeischauen obwohl ich mich frage was das ändern soll denn ich weiß ja selbst dass mein Wasserhaushalt gestört ist und ich deshalb meine Lithiumaufnahme senke. Deshalb werde ich - und ein Tipp auch an alle - VERMEHRT AUF DAS DURSTGEFÜHL HÖREN UND ENTSPRECHEND TRINKEN und am Abend bewusst wenig Trinken um die damit verbundenen Schlafprobleme zu beeinflussen.

Herzliche Grüße
Lithium
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Flummi
Diagnose: Bipolar 1 seit 1985
Symptome: 1985 manische Episode mit 4 Monate Klinikaufenthalt, 1991 mittelmäßige manische Episode unter einer Lithium Monotherapie induziert durch einem Badeurlaub mit Sport und übermäßigem Alkoholkonsum. 2004 erfolgte abrupte Einstellung der Lithiumeinnahme was einen GAU/Absetzpsychose zur Folge hatte.
Reduktionsversuch am 5. April 2018 bis 9. Mai 2018 auf 450 mg - Aufdosierung auf 675 mg wegen gravierender Schlafprobleme, körperlicher Schwäche/Überreaktion mit Reizüberflutung trotz Bedarfsmedikation. (Quetiapin, 50 - 150 mg, Dominal Forte 40 - 80 mg, Lorazepam 1,0 mg) Hätte früher aufdosieren müssen denn es war schon recht kritisch. War leider auf mich allein gestellt denn ich habe keinen Psychiater meines Vertrauens. DIESER VERSUCH WAR EIN STANDARDFEHLER BEI DEM DIE SCHULPSYCHIATRIE MITVERANTWORTLICH IST WEIL SIE OFT NICHT BEREIT IST KOOPERATIV ZU BEGLEITEN !!! Mittlerweile unterstützt mich mein Arzt - zwar mit Widerwillen - bei meinem Reduktionsversuch.

Reduktion Lithium 675 mg: 3. Juni 2018/630 mg, 8. August 2018/600 mg
Standardmedikation: Lithium/Quillonorm retard 600 mg, Quetiapin 25 - 50 mg
Bedarfsmedikation: selten Dominal Forte 80 mg, sehr selten Lorazepam 1,0 mg

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