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Ein liebes Hallo und meine erste Frage (Chlorprothixen und Venlafaxin)

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Ein liebes Hallo und meine erste Frage (Chlorprothixen und Venlafaxin)

Beitrag von Hope2018 » Montag, 21.05.18, 21:18

Hallo und lieben Dank für die Aufnahme,

angemeldet habe ich mich für Fragen hauptsächlich für meine Tocher (16).
Ich selbst benutze seit etwa 4 Monaten Escitalopram.
Bleibe aber auch noch dabei.

Meine Tochter ist seit nunmehr 17 Wochen stationär in einem psychiatrischen Krankenhaus (Depressionen und Persönlichkeitsstörung Typ Borderline).
Nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschlossen sie diese Woche rauszuholen.
Da sie mit Beschluss da ist der noch bis Mitte Juni geht gegen ärztlichen Rat (nach einem ernsthaften Suizid Versuch).
Es wird einfach nicht genug gemacht und 17 Wochen ist eine sehr lange Zeit!
Aber das nur als Info vorab.
Sie nimmt zur Zeit Chlorprothixen 4 mal täglich.
Zum runter kommen und da sie Schlafstörungen hat.
Antidepressiva zur Zeit nicht. Das hatte sie 2 Tage vor ihrem Suizidversuch abrupt abgesetzt da sie aus der Klinik weggelaufen ist.
Geplant ist mit Neubeginn Venlafaxin.

Wir haben bald einen Termin in einer ambulanten Praxis.

Sollte ich sie morgen dann spontan mitnehmen haben wir natürlich kein Chlorprothixen da.
Einen Hausarzt haben wir natürlich.
Nun meine Frage (entschuldigt den langen Text aber ich denke die Hintergruundinfo ist wichtig).
Muss sie das Chlorprothixen ((Truxal oder Troxal) weiternehmen? Oder kann man das weg lassen? Schlafstörungen hat sie dennoch in letzter Zeit. Aber tagsüber ist sie runtergefahrener (am Wochenende ist sie immer 2 Tage und 1 Nacht daheim).

Danke euch für Infos vorab!
Liebe Grüße K.
Zuletzt geändert von Gwen am Dienstag, 22.05.18, 11:29, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel um Wirkstoffe ergänzt
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Re: Ein liebes Hallo und meine erste Frage

Beitrag von Katharina » Montag, 21.05.18, 22:28

Liebe Hope !


was immer deine Tochter gerade an Medikamenten nimmt jetzt bitte nichts abrupt absetzen

Es werden sich die anderen melden die sich mit Medikamenten besser auskennen

das kann ich nicht

jetzt gilt es Ruhe bewahren
wenn irgend möglich kein weiteres Medikament dazu

und eventuell eine Zweit und dritt Meinung

es gibt ambulante psychologische Zentren für Jugendliche vielleicht helfen Gespräche

das ist ein kleiner Trost
Ich wollte dir aber gerne etwas zur guten Nacht mitgeben schau einmal was an Gesprächsmöglichkeiten gibt

von Herzen alles liebe Katharina

Entschuldigung das ist hier etwas auf die Schnelle bleib in der Hoffnung es werden sich Wege finden
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Re: Ein liebes Hallo und meine erste Frage

Beitrag von padma » Montag, 21.05.18, 22:37

hallo Hope, :)

willkommen im ADFD.
Antidepressiva zur Zeit nicht. Das hatte sie 2 Tage vor ihrem Suizidversuch abrupt abgesetzt da sie aus der Klinik weggelaufen ist.
Es tut mir sehr leid zu hören, dass es deiner Tochter so schlecht geht. Möglicherweise wurde der Suizidversuch durch das abrupte Absetzen ausgelöst. Suizidalität und Handlungen sind bei AD sowohl eine mögliche NW als auch ein Entzugssymptom.
Muss sie das Chlorprothixen ((Truxal oder Troxal) weiternehmen? Oder kann man das weg lassen?
Je nachdem wie lange sie es nimmt, sollte es nicht abrupt weglassen sondern schrittweise abgesetzt werden. Das ist zum einen um Absetzsymptome möglichst zu verhindern und zum anderen, könnt ihr dann sehen, wie es ihr mit der Reduktion geht.
Ich würde versuchen ein Rezept von dem Hausarzt zu bekommen.
Geplant ist mit Neubeginn Venlafaxin.
Das sehe ich hochproblematisch, sie ist ja erst 16:
Venlafaxin Retard Sandoz darf normalerweise bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht angewendet werden. Sie sollten auch wissen, dass Patienten unter 18 Jahren ein erhöhtes Risiko auf Nebenwirkungen, wie Suizidversuche, Suizidgedanken und Feindseligkeit (vorwiegend Aggressionen, trotziges Verhalten und Wutausbrüche) aufweisen, wenn sie diese Art von Arzneimitteln einnehmen.
Außerdem ist die langfristige Sicherheit von Venlafaxin Retard Sandoz in Bezug auf Wachstum, Reifung sowie kognitive Entwicklung und Verhaltensentwicklung in dieser Altersgruppe noch nicht nachgewiesen worden.
https://beipackzetteln.de/venlafaxin

Alles Gute für morgen,

liebe Grüsse,
padma
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1.07.2018: 0,2 mg :schnecke:


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Re: Ein liebes Hallo und meine erste Frage

Beitrag von Hope2018 » Dienstag, 22.05.18, 9:22

Guten Morgen und vielen lieben Dank für eure ausführlichen Antworten.

Liebe Grüße K.

Jamie
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Re: Ein liebes Hallo und meine erste Frage

Beitrag von Jamie » Dienstag, 22.05.18, 9:42

Hallo Hope2018, :)

bitte melde dich dann noch zu den ausstehenden Fragen.

Das Truxal darf nicht abrupt weggelassen werden.
Ob das Venlafaxin noch mal neu angesetzt werden sollte ist kritisch zu erörtern.
Wenn es abrupt weggelassen wurde, kann es Entzug auslösen und auch Suizidalität; möglicherweise war der Suizidversuch deiner Tochter ausgelöst durch das Weglassen des Venlafaxins; da müsste man überlegen, wie es da weiter geht.
Merkt sie denn irgendwelche anderen Absetzserscheinungen?

SSRI sind bei Kinder und Jugendlichen nicht zugelassen; man kennt ihren Einfluss auf das reifende Gehirn nicht. Es ist wirklich sehr problematisch.

Grüße
Jamie
...........SIGNATUR...............


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Re: Ein liebes Hallo und meine erste Frage

Beitrag von Hope2018 » Dienstag, 22.05.18, 11:51

Hallo Jamie,

sie bekam vorher Escitalopram 10 mg. Da das null Wirkung zeigte in den vielen Wochen war nun das Venlafaxin angedacht.
Dass das nicht Kindern gegeben werden sollte wurden wir aufgeklärt.
Aber bei einer Depression mit Entwicklung einer Persönlichkeitsstörung wissen wir uns auch nicht anders zu helfen.
Psychotherapie und Gruppentherapie sowie Achtsamkeitstraining bekommt sie zusätzlich.

Zu den Absetzsymtomen können wir nichts sagen.
Sie bekam bis einem Mittwoch Escitalopram 10mg.
Und an dem besagten Tag (Freitag also 2 Tage später) nahm sie in suizidaler Absicht 40 Neuraleptika (Quetiapin 200mg). Sie wurde kurz vor knapp gefunden.
Danach bekam sie sofort unter Vollnarkose eine Magenspiegelung mit Entfernung der restlichen Tabletten und kam auf die Intensivstation.
Sie war dementsprechend nicht ansprechbar.

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Re: Ein liebes Hallo und meine erste Frage (Chlorprothixen und Venlafaxin)

Beitrag von Gwen » Dienstag, 22.05.18, 12:57

Hallo Hope,

auch von mir herzlich Willkommen hier im Forum!

Kannst Du bitte noch eine Signatur mit dem Medikamentenverlauf Deiner Tochter anlegen? Dann hat man das direkt im Überblick und kann Dir genauer raten. Die Anleitung dazu findest Du hier: viewtopic.php?f=46&t=15035

Viele Grüße und einen guten Austausch,
Gwen
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Re: Ein liebes Hallo und meine erste Frage (Chlorprothixen und Venlafaxin)

Beitrag von padma » Dienstag, 22.05.18, 18:49

hallo Hope, :)
Dass das nicht Kindern gegeben werden sollte wurden wir aufgeklärt.
Aber bei einer Depression mit Entwicklung einer Persönlichkeitsstörung wissen wir uns auch nicht anders zu helfen.
Es ist natürlich eine sehr schwierige Situation.
Dennoch würde ich sowohl die Diagnose als auch den AD Vorschlag kritisch hinterfragen.

Diagnosen werden oft sehr leichtfertig gestellt. Das hat viele Gründe, einer ist, dass schwerere Diagnosen (wie z.B. Borderline) gerne gestellt werden, um einen längeren Aufenthalt in der Klinik gegenüber den Kassen zu rechtfertigen.

Gerade bei Jugendlichen ist eine mangelnde Impulskontrolle, Stimmungsschwankungen etc. ja ein Stück weit entwicklungsbedingt normal.

Hatte sie als sie diese Diagnose bekam, bereits Escitalopram genommen?
War sie da bereits in der Klinik? (Verhält man sich in einer Klinik nicht wunschgemäss, was man von einem Teenager ja nicht erwarten kann, kommt schnell noch eine Diagnose obendrauf.

Bzgl. der Depression: Wurde körperlich alles abgeklärt? Schilddrüsenwerte (TSH und fT3, fT4); ausführliches Blutbild mit B Vitaminen, Vit D?

Antidepressiva können nicht heilen, bestenfalls Symptome deckeln.
Schau mal in unseren Hintergrundsbereich, da findest du viele kritische Infos, Studien zu der Thematik.
Psychotherapie und Gruppentherapie sowie Achtsamkeitstraining bekommt sie zusätzlich.
Das ist der deutlich sinnvollere und auch nachhaltigere Weg.

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Re: Ein liebes Hallo und meine erste Frage (Chlorprothixen und Venlafaxin)

Beitrag von Flummi » Dienstag, 22.05.18, 19:41

Hallo Hope,

ich habe bei der Diagnose, die Du sagtest, ein bisschen ähnich gedacht wie Padma.

Eine Diagnose soll immer auch die Ernsthaftigkeit einer Situation erklären. Ich fühlte mich sehr getroffen und betroffen, als ich über mich eine Diagnose hörte. Auch schafft sie Ohnmacht bei den Angehörigen. So wandert die Verantwortung über eine Situation fast wie automatisch zu den Ärzten über.
Ich finde es sehr schön, dass Du Deine Tochter da rausholen möchtest, denn ich war meinen Eltern auch sehr dankbar, als sie der Ärztin sagten, sie möchten nicht so gern, dass ich wieder mal ins Krankenhaus komme. So richtig hat das nie was gebracht und man wird auch ein bisschen traumatisiert, fand ich.

Sicher ist sie zu Hause viel besser aufgehoben.

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