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chrissiema: Ich möchte mich vorstellen... (Venlafaxin)

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chrissiema: Ich möchte mich vorstellen... (Venlafaxin)

Beitrag von chrissiema » Samstag, 09.06.18, 21:19

Hallo liebes Forum!

Ich wünschte, ich hätte euch schon früher in meinem Leben gefunden. Ich habe einiges erlebt, was ich nicht einordnen und erklären konnte. Ich erzähle mal von den "jüngsten" Ereignissen zuerst, meinem "letzten Abschnitt" mit Antidepressiva.
Ich habe Venlafaxin abgesetzt, die Dosierung war 225 mg (retard). Ich habe es davor ca 4-5 Jahre genommen. Über etwa 8 Wochen habe ich abdosiert(glaube ich. Dummerweise habe ich es nicht dokumentiert und mein Erinnerungsvermögen ist sehr verschwommen; aber ich weiß noch das genaue NULL-Datum. Das war der 09.10.2017) , und das war schon viel langsamer, als der Psychiater mir vorgeschlagen hatte. Ich sollte eigentlich Bupropion gleichzeitig eindosieren, habe aber entschieden, das nicht zu tun. Ich wollte "alles auf eine Karte setzten" und "zurück zu mir", ohne Medikamente (außer der Pille).
Ich wusste, dass ein Sturm auf mich zukommen wird, denn ein Mal hatte ich vergessen, ein neues Rezept zu besorgen übers Wochenende und ich habe zwei Tage mein Venla nicht genommen - das war ein sehr krasser Vorgeschmack, also war ich eigentlich darauf eingerichtet, was ungefähr passieren kann... Ich bin sehr wissbegierig und recherchiere viel (manchmal zu viel...das Internet kann ganz schön beängstigend sein), ich wusste also, dass Ärzte den ganzen Komplex, das ganze Thema, rundheraus leugnen, allenfalls zugeben "dass das Absetzen von Venlafaxin für manche Patienten etwas schwieriger ist". Aber ich bin auch ein Dickschädel und habe viel Therapie gemacht (wegen einer Borderline-Diagnose) und fühlte mich gut vorbereitet, meine Skills anzuwenden, meine erprobten Techniken, um die schlimme Zeit zu überstehen.

Was jedoch passiert ist... Ohne Worte. Wenn ich eure Seite schon gekannt hätte, wäre das anders gelaufen! So dachte ich, mit meinem Dickkopf und Perfektionismus DA MUSST DU JETZT DURCH!
Zu den Symptomen:
*Angszustände. Permanent das Gefühl, als wäre mein Gehirn im "Kriegsmodus", ständig unter Beschuss, ständig unter Strom, alles war plötzlich gefährlich, ich könnte ja krank werden, oder an den herumliegenden Bonbon Papieren ersticken, weil ich sie aus versehen einatme. Wenn jemand im TV gewürgt wurde, ist mir der Hals zu gegangen und ich habe derealisiert und eine Panikattacke bekommen. Ich hatte Angst, das Putzmittel im Bad mit meinem Mundwasser zu verwechseln. Alles zum Thema "ersticken" im entferntesten Sinne Panikattacken. (Anmerkung: Ich hatte früher schon damit zu kämpfen... aber das war vor 15 Jahren und seitdem war es auch eigentlich weg gewesen.) Das ging relativ schnell los, mit dem ganzen "Angstkomplex".
*Zittern
*Übelkeit
*Herzrasen, Engegefühl in der Brust (typische Angstzeichen halt)
*Zunächst: Heulphase (ich habe wegen Werbespots geheult, in denen glückliche Familien gezeigt werden und wegen meinem Leben und wegen einfach allem), danach: Wutphase (alles macht mich aggressiv, regt mich auf, geht mir auf den Zeiger)
*Suizidgedanken
*Tinnitus (das war mit das schlimmste. Ich hatte zwar vorher schon zwei Frequenzen, aber gut aushaltbar. Der Entzug hat das ganze dermaßen aufgedreht... und mir noch eine dritte Frequenz dazu eingebracht.
*Derealisation, das Gefühl, mich "von innen heraus" aufzulösen
*Zwanghaftes grübeln, und auch einfach lautes Denken, was kaum kontrollierbar ist. Die Inhalte kommen mir so vor, als würde mein Unterbewusstsein mir vor die Nase knallen, was ich tatsächlich will, oder auch nicht. Zum Beispiel "Mit deinem Freund wirst du niemals glücklich, er ist nicht der Richtige für dich, du musst hier endlich raus"... in der Art... jedenfalls etwas blöd, weil ich das jetzt nicht so ad hoc umsetzen kann, und mein Freund eigentlich sehr für mich da ist... und ich eigentlich versuchen möchte, ihn wieder an mich heran zu lassen... ja, also diese Gedanken sind nicht hilfreich. Nicht, dass ich Stimmen höre, das muss man klar differenzieren. Aber einfach Gedanken, die mich verrückt machen, vor allem, sobald ich versuche, mich zu entspannen, zb tagsüber hinzulegen. Dann dreht das Hirn extra laut alles auf, was zur Zeit problematisch ist.
*Schlafstörungen. Als ich noch Venla genommen habe, konnte ich 3-4 Mal am Tag schlafen und hatte Mühe, durch den Tag zu kommen. Jetzt ist es das Gegenteil: Ich würde so gerne die "Flucht" in den Schlaf nutzen, aber ich habe sofort Kopftheater, wenn mein Kopf das Kissen berührt, und diese Gedanken triggern die Angst. Und die Angst vor der Angst. Mein Nachtschlaf ist an und für sich okay. Abends bin ich hundemüde, einschlafen klappt ganz gut, nur werde ich jeden morgen zwischen 5 und 6 wach, habe direkt Herzrasen, Engegefühl in der Brust und diese "Zwangsgedanken". Ich bin mir nicht sicher, ob ich genug Schlaf bekomme. Ich bin tagsüber schon ziemlich müde und so langsam geht der Schlafmangel und die ganze Angst auch an meine körperliche Substanz.
*Merkwürdiges Körpergefühl... schlecht beschreibbar. Einfach so, als wäre ich "nicht ganz da", als würde ich mir beim Handeln zuschauen, obwohl ich nicht nach definition disoziiert bin, klar orientiert, ansprechbar. Von außen würde das keiner bemerken. Das hatte ich allerdings auch schon mit dem Venlafaxin!

Mein Kopf ist einfach völlig ausgerastet und jetzt, wo ich mich hier schon etwas eingelesen habe, weiß ich auch, warum.
Meinen Psychiater hat das nicht sooo interessiert. Der hat mir munter weitere Dinge aufgeschrieben, unter anderem Quetiapin als Notfallmedikation, und ich hatte auch noch Promethazin als Notfallmedikament da, das habe ich früher so 1-2 Mal im Jahr genutzt, in Dosierung von 10-15 mg, das hat gereicht. Ich habe mich aber geweigert, das Quetiapin auszuprobieren, weil das Promethazin sich für mich schon so nach "den Mund zugehalten bekommen, bis man umkippt" angefühlt hat, es hat mich halt nicht "sanft" beruhigt, die Angst gestillt, sondern mich einfach nur ausgeknipst, wogegen mein Bewusstsein sich noch in der Panik gewehrt hat, was sich sehr bedrohlich angefühlt hat. Ich dachte mir man kann den Teufel einfach nicht mit dem Belzebub austreiben. Ich wollte einfach Weg von der Chemiekeule.

Ich habe in meinem Leben natürlich noch weitere Medikationen gehabt, aber das kommt dann alles in meine Signatur. Angefangen hat meine "Karriere" mit Fluoxetin, 80 mg. Auch davon hatte ich bereits langzeitschäden - wie ich jetzt eben durch eure Informationen rückwirkend verstehen konnte.

Zustand jetzt: Weiterhin äußerst instabil, im Vordergrund steht die generalisierte Angste und Panikattacken, der Tinnitus ist weiterhin mein Begleiter (oder, Mehrzahl, alle drei Frequenzen). Teilweise so starke Verzweiflung, dass ich einfach nur heulen kann, dass ich denke, der Tod ist das Beste für mich und alle beteiligten. Ich habe die Regeln zu Suizidgedanken gelesen und distanziere mich ausdrücklich von Plänen. Das sind eben nur die depressiven Gedanken, die in den Schüben hochkommen, und obwohl sie sehr stark sind, meine Angst vorm Tod ist sehr, sehr viel stärker!
Insgesamt ist es aber stabiler als noch vor ein paar Wochen. Es ist natürlich auch eine Wellenbewegung. Gute Tage, schlechte Tage. Manchmal fühlt sich das leben sogar für ein paar Momente wieder bewältigbar an. Leider noch relativ selten.

Man muss dazu sagen: Meine Lebenssituation ist nicht stabil zur Zeit. Habe keine eigene Wohnung, seit über einem Jahr, wohne bei meinem Freund, den ich aber eigentlich gerne verlassen würde, bin 600 km weit weggezogen von der "heimat" (das war allerdings eher eine dämliche, impulsive und undurchdachte fluchtreaktion), der Wohnungsmarkt ist eine katastrophe, und ich habe massive Existenzängste, Zukunftsängste, weil ich seit meinem 15. Lebensjahr nicht mehr voll "arbeitsfähig" war. Immer Fehlzeiten in der Schule, abgebrochenes Studium etc, das würde hier den Rahmen sprengen. Ein Teil der Angst ist also durchaus berechtigt und real. Ich bin umgezogen, weil ich nen echt mega tollen Job angeboten bekommen habe... nach zwei Wochen im Dienst bin ich heulend morgens aufgestanden und konnte einfach nicht mehr. Aufgrund der Geschehenisse der letzten Jahre bin ich einfach...platt. Da ist zu viel unverarbeitet geblieben. UND mein "beste FReundin", mit der ich eigentlich eine WG machen wollte, hat mich hängen lassen und ist zu ihrem Ex zurück, d.h. aus der Traum von der Mädels-WG, auf die ich mich so gefreut hatte. Ich hatte mich auf ein "neues Leben" gefreut und innerhalb von 4 Wochen nach meinem Umzug ist das alles zusammengebrochen. Ich trauere noch darum. Denke "Hilfe, ich will mein eigenes LEBEN ZURÜCK!" ... Also musste ich jetzt über 1 Jahr in dieser "Zwischenlösung" wohnen, bei meinem Freund, mit dem ich damals aber auch erst frisch zusammengekommen bin (wie dämlich das ist, direkt bei ihm zu wohnen... aber war ja anders geplant...!) Dazu kommt: Ich habe ADHS (endlich diagnostiziert vor 3 Jahren, es zu wissen hat auf jeden Fall dazu beigetragen, einiges Rückwirkend zu verstehen und auch jetzt noch zu wissen, dass meine "Kopfkirmes", also die lauten Durcheinandergedanken, nicht unbegründet sind. Dagegen hatte ich auch Methylphenidad genommen, zuerst Medikinet, dann aber Ritalin, was ich aber auch letztes Jahr abgesetzt habe, allerdings schon in März, also NICHT gleichzeitig mit dem Venlafaxin Entzug. Im Nachhinein frage ich mich, was mich überhaupt geritten hat, diesen Entzug durchzuziehen, wo meine Situation doch so instabil war. Ich habe mich irgendwie bei meinem Freund letzten Sommer noch ziemlich sicher gefühlt und dachte "ja, es wird 6 Wochen richtig schlimm, aber danach pendelt es sich wieder ein"... so viel dazu. Es war eben ne Verkettung unglücklicher Umstände und unvorhergesehener Dauer und Heftigkeit des Entzugs. Jetzt weiß ich, ich hätte wieder eindosieren sollen - aber jetzt ist es halt 8 Monate her.

Ich habe einiges an Erfahrungen... manchmal fühle ich mich "schlauer" als so mancher Therapeut, oder Arzt, oder Psychiater, und dann noch rauszufinden, dass diese ganze "Antidepressiva-Mafia" tatsächlich existiert... also dieser Komplex, dass Ärzte diese Dinge tatsächlich vehement leugnen, einfach Patienten belügen etc, das ist natürlich schon gruselig. Aber vermutet habe ich das schon sehr lange. Es tut halt weh, diese "Sicherheit" aufzugeben, dass die Weißkittel dafür da sind, uns zu helfen, und dem auch zu vertrauen, diese "Anlaufstelle" zu haben. Mein Vertrauen in die Schulmedizin ist in diesem Bereich gleich Null. Wenn ich ein gebrochenes Bein habe, gehe ich natürlich weiterhin ins Krankenhaus ;)!

Ich habe mir in den Kopf gesetzt, das durchzustehen. Mit den Mitteln, die mir zur Verfügung stehen, den "Alternativen". Ich möchte durch meine Erfahrungen anderen hier helfen, auch Mut machen, unterstützen, und mich noch über ein paar Themen austauschen, wo mich einfach eure Meinung und Ansicht interessiert, das werde ich im entsprechenden Unterforum tun (:

Soweit so gut, Danke für's lesen. Ich würde mich sehr über eure Gedanken zu meinem Entzug und jetziger Situation freuen und ich freue mich auf Beistand und Austausch (: Falls ich mal etwas schreibe, mit dem ihr hier nicht so konform geht, bitte ansprechen, ich bin sehr verständig und es ist mir wichtig, sachlich und differenziert Meinungsverschiedenheiten handzuhaben! :hug:
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*2013-2017 Einnahme Venlafaxin 225 retard, Nebenwirkungen: Sexuelle Funktionsstörungen, Müdigkeit/Erschöpfungsgefühle, Nachtschweiß, grausame Alpträume
*08/17 "Ausschleichen" von Venlafaxin 225 mg retard
*09.10.17 Dosis: 0
Seitdem Entzugserscheinungen.
Aktuelle Symptome :
*Tinnitus 3fach
*Angstzustände, Panikattacken
*Schlaflosigkeit
*Kaum was essen können
*Teilweise sehr aktive/euphorische Schübe tagsüber
*Schwankende Stimmung
*Weinanfälle, häufig mit Suizidgedanken
*Hoffnungslosigkeit
*Sensorische Überempfindlichkeit bei Gerüchen und auf der Haut (Bündchen an Socken zB), Licht und Lärmempfindlich
*Zwangsgedanken
*Erhöhte Durchlässigkeit und Ängste für zb gewaltvolle Szenen in Filmen, Umweltverschmutzung- "dünne Haut" - zb auch weinen bei Werbung mit glücklichen Familien, "nah am Wasser gebaut"

Jamie
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Re: Ich möchte mich vorstellen...

Beitrag von Jamie » Sonntag, 10.06.18, 14:07

Hallo Chrissima :)

willkommen hier :group:

Also du hast ja wirklich Schlimmes durchgemacht, du bist echt ein Kämpfer :fly: .

Aber in der Tat hätten wir versucht dich zu warnen ein so raschen Entzug durchzuführen, da die Folgen ein protrahierter Entzug sind, der Jahre dauern kann und mir scheint da bist du auch reingeraten.

Nun kann man nur noch den Entzug aussitzen und sich durch diese schwere Lebensphase durchwühlen.
*Merkwürdiges Körpergefühl... schlecht beschreibbar. Einfach so, als wäre ich "nicht ganz da", als würde ich mir beim Handeln zuschauen, obwohl ich nicht nach definition disoziiert bin, klar orientiert, ansprechbar. Von außen würde das keiner bemerken. Das hatte ich allerdings auch schon mit dem Venlafaxin!
Was du schwer in Worte fassen kannst (ist es auch) sind vermutlich Derealisation (DR) und Depersonalisation (DP).
Schau einmal, ob dir dieser Link weiterhilft:
viewtopic.php?f=50&t=15261

Was deine Lebenssituation betrifft, so ist diese natürlich schwierig.
Wie kommst du denn bislang über die Runden?

Eine Möglichkeit könnte es sein bei der Rentenversicherung Antrag auf befristete EM Rente zu stellen, die dann nach 2 Jahren auch in eine lebenslange umgewandelt werden kann.
Sollte das nicht klappen, weil nicht genug Beitragsjahre zusammenkommen, würde dann der Weg direkt zum Sozialamt führen, das dir das Existenzminimum UND Miete für eine Wohnung zahlen würde. Wenn du einen Schrieb vom Neurologen hättest, dass das Zusammenleben mit deinem Freund nicht mehr zumutbar ist und deinen gesundh. Zustand massiv verschlimmert, kannst du auch mit Wohnungsberechtigungsschein auf den Listen der Sozialwohnungen bei entsprechenden Wohnungsbaugesellschaften als Härtefall nach oben rutschen (bei mir war das so, wenn auch aus anderen Gründen als bei dir).

Da du wirklich einige Baustellen in deinem Leben hast, wirst du das alles step by step angehen müssen, natürlich immer nur so, wie es auch dein entzugsbedingter Zustand zulässt.

Kennst du ambulantes betreutes Wohnen? Ein Sozialarbeiter o.Ä. könnte dich unterstützen kommen. Es hat nichts mit Betreuung oder Entmündigung zu tun und du kannst auch in der Wohnung deines Freundes weiterleben, bis du eine neue Wohnung gefunden hast. Der Betreuer hilft dir bei der Organisation deines Lebens und kann dir auch bei der Suche einer neuen Wohnung helfen.

Viele Grüße
Jamie
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Re: Ich möchte mich vorstellen...

Beitrag von Ululu 69 » Sonntag, 10.06.18, 14:10

Hallo chrissiema, :)

herzlich willkommen hier im Forum.

Oh je, du hast wirklich schon viel durchmachen müssen, auch in Sachen Psychopharmaka.
Das tut mir sehr leid.
:hug:

Trotzdem klingst du für mich sehr stark und entschlossen, meine Respekt dafür.

Bei dir klingt es in der Tat danach, als würdest du dich nach dem viel zu schnellem Absetzen des Venlas in einem protrahierten Entzug befinden.
Deine Symptome sind sehr typisch, gerade auch der wellenartig Verlauf.
Da du nun aber bereits eine Weile auf 0 bist, ist es eher unwahrscheinlich dass du von dem Wiedereindosieren einer geringen Menge des Venlas profitieren würdest.

Was kannst du nun tun ?
Ehrlich gesagt nicht so viel. Dein Gehirn ist neuroplastisch, es ist in der Lage, sich selbst zu heilen und genau das tut es gerade. Typischerweise treten dabei sehr wechselhafte Symptome auf. :evil:

Du klingst jetzt nicht danach, dass du vor Panik völlig den Kopf verlierst, das ist gut so. Ruhe und Zeit und eine möglichst reizarme Umgebung sind jetzt die beste Unterstützung für dein heilendes zentrales Nervensystem.

Stöbere ruhig etwas hier im Forum. Du wirst sicher auch für dich hilfreiche Tipps und Erfahrungen finden.

Wenn du Fragen hast, stelle sie bitte hier in deinem Thread.

Ich wünsche dir einen guten Austausch.

LG Ute

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Re: Heute war ein schlimmer Tag...

Beitrag von chrissiema » Sonntag, 10.06.18, 22:11

Hallo, Danke für eure lieben Antworten (: Heute war ein ganz, ganz schlimmer Tag. Wieder mal ein "Wahnsinns-Anfall". Dabei schluchze und heule ich und benehme mich wie vom Teufel besessen, rede davon, dass ich endlich sterben will und dass ich das alles nicht mehr schaffe, und genau so fühlt es sich auch an. Ich weiß dann echt gar nix mehr, hinterfrage jeden Gedanken, es fühlt sich an wie wahnsinnig werden. Heute reiht sich Panikattacke an Panikattacke und lässt mir keine Luft zum atmen... Ich kenne diese ambulanten Hilfen. Ist beantragt, hatte ich früher auch schon Mal.

Ich möchte eigentlich auf keinen Fall in Frührente gehen. Der Gedanke, wirklich vollständig arbeitsunfähig zu sein, bringt mich um. Ich geh an der Vorstellung kaputt, nie mehr ein normales Leben führen zu können und der Gedanke, dass ich mich durch den viel zu schnellen Entzug selbst um einige Jahre meines Lebens gebracht habe, macht mich ebenfalls wahnsinnig. Ich habe Angst nie ein richtiges Leben haben zu können. Ich bin 30, ich wollte Kinder... ich hab solche Angst.

Was haltet ihr von pflanzlicher Unterstützung, oder Homöopathie? Hopfen, Baldrian, Passionsblume?
Und was denkt ihr zum Thema Notfallmedikament? Ich hatte ja schon geschrieben, dass ich das mega unangenehm finde, aber manchmal würde ich es trotzdem gerne nutzen können. Nicht oft, nicht mal einmal pro Woche, aber diese "Fluchtmöglichkeit" zu haben, würde mich auch den Rest der Zeit beruhigen.

Ein Symptom hab ich noch vergessen... aber das hab ich eh weil ich hochsensibel bin. Extreme sensorische Übersensitivität. Geräusche, Licht und vor allem: Gerüche (ich muss ständig von allem würgen, teils sogar von zu abgestandener Luft, wenn man morgens in die Küche kommt, wo über nacht das Fenster geschlossen war) und taktile Hautwahrnehmung. Schilder im Tshirt, Gummibund an Leggins und socken... es ist kaum möglich, normale Kleidung zu tragen... was auch wieder aufs Selbstbewusstsein schlägt, weil ich mich fühle wie der letzte Schlumpel.

Was versteht ihr unter einen Reizarmen Umgebung?
Danke für eure Arbeit hier!!! 🌻
*2013-2017 Einnahme Venlafaxin 225 retard, Nebenwirkungen: Sexuelle Funktionsstörungen, Müdigkeit/Erschöpfungsgefühle, Nachtschweiß, grausame Alpträume
*08/17 "Ausschleichen" von Venlafaxin 225 mg retard
*09.10.17 Dosis: 0
Seitdem Entzugserscheinungen.
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*Tinnitus 3fach
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*Schlaflosigkeit
*Kaum was essen können
*Teilweise sehr aktive/euphorische Schübe tagsüber
*Schwankende Stimmung
*Weinanfälle, häufig mit Suizidgedanken
*Hoffnungslosigkeit
*Sensorische Überempfindlichkeit bei Gerüchen und auf der Haut (Bündchen an Socken zB), Licht und Lärmempfindlich
*Zwangsgedanken
*Erhöhte Durchlässigkeit und Ängste für zb gewaltvolle Szenen in Filmen, Umweltverschmutzung- "dünne Haut" - zb auch weinen bei Werbung mit glücklichen Familien, "nah am Wasser gebaut"

chrissiema
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Re: Am Rand

Beitrag von chrissiema » Montag, 11.06.18, 7:18

Hey Leute
Ich bin ein Wrack. Heute konnte ich nicht mehr gut einschlafen. Die Intensität der Angst hat sich durch die "Erkenntnis" des protrahierten Entzugs so verstärkt. Ich leide sehr stark an Zwangsgedanken... was genau verursacht eigentlich diese Gedanken? Jedenfalls drehe ich gerade durch... Ich habe eben nicht einfach "nur" Ängste, ich habe diese beschissene Angst rund ums ersticken die sich Wege sucht... Gestern musste ich mich zum ersten Mal fast übergeben, vor lauter komischem Gefühl im Hals, und diese Ängste hab ich schon ewig, hatte ich schon als Kind... dann haben sie mich in Ruhe gelassen... und jetzt ist es wieder voll da... und noch schlimmer... Zb hab ich auch Angst vor Strohhalmen, seit paar Tagen. kennt ihr diese ganzen Horrorvideos von den Meerestieren, mit dem Plastik? Mein Hirn speichert solche Szenen und Bilder und wandelt sie in Angst um und Zwangsgedanken, die eben auf diese Angst abzielen.
Ich hab Angst, durch diese ganzen negativen Gedanken was kaputt zu machen, quasi, weil ja auch diese ganzen negativen Dinge, die wir zu uns sagen, unsere Psyche verändern, versteht ihr, was ich meine? Ich habe Angst, die totale "Patienten/Opferrolle" zu manifestieren... Ich glaube, solche Entzugserscheinungen sind ein Trauma für sich, oder? Wenn die ärztliche Versorgung wegfällt, damit ist man ja aufgewachsen. Dann fällt plötzlich so viel "Sicherheit" weg, etwas, worauf man gelernt hat, sich zu verlassen... Und jetzt bin ich abhängig von ein paar Leuten in einem Internetforum... bitte nicht falsch verstehen, ihr leistet Großartiges! Aber ihr wisst, wie ich es meine, da bin ich mir sicher. Heilt sich das Gehirn auch, wenn man grade nicht positiv denken kann? Wenn man nur denkt "ich schaff das nicht, was soll ich nur tun, es wird nie wieder gut, ich habe Angst"... ich schaffe das ganze "distanzieren" grade nicht, dieses,, oh da IST wieder die Angst" und so, ablenken klappt auch null... ich glaube ich habe einen Schock oder so... seitdem das gestern bei mir eingesickert ist, dass ich jetzt ausgeliefert bin und praktisch nichts tun kann...

was mach ich denn nur jetzt? ich weiß dass gedanken so mächtig sind und ich fürchte mich vor dieser Macht der Gedanken... ich hab irgendwie das Credo verinnerlicht, mich "gesund denken" zu müssen... und grade geht überhaupt nichts an positivem denken, das fühlt sich nur wie "schön reden" an...

bitte sagt mir, was man in so einer situation tun könnte? bin ich verrückt? eine verrückte Person, die wegen Zeugs aus dem Internet den Verstand verliert? Ein Hypochonder? Oder grenzt das schon an Psychose oder Schitzophrenie? Das ist auch eine meiner größten Ängste...
liebe Grüße!
*2013-2017 Einnahme Venlafaxin 225 retard, Nebenwirkungen: Sexuelle Funktionsstörungen, Müdigkeit/Erschöpfungsgefühle, Nachtschweiß, grausame Alpträume
*08/17 "Ausschleichen" von Venlafaxin 225 mg retard
*09.10.17 Dosis: 0
Seitdem Entzugserscheinungen.
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*Tinnitus 3fach
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*Teilweise sehr aktive/euphorische Schübe tagsüber
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*Weinanfälle, häufig mit Suizidgedanken
*Hoffnungslosigkeit
*Sensorische Überempfindlichkeit bei Gerüchen und auf der Haut (Bündchen an Socken zB), Licht und Lärmempfindlich
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Re: Ich möchte mich vorstellen... (Venlafaxin)

Beitrag von Clarissa » Montag, 11.06.18, 7:57

Hallo chrissiema.

Auf die Schnelle, ich habe nicht alles gelesen:

Ich kannte in meiner schlimmsten Zeit das ADFD (oder andere Foren) nicht, war voller panischer negativer Gedanken und bin trotzdem ein Stück weit geheilt.

Versuche, durchzuhalten und keine weiteren PP einzunehmen. Akzeptiere, daß es eben jetzt so ist, wie es ist, stemme Dich nicht allzusehr und kräftezehrend dagegen und gib Dir Zeit zur Heilung.

Viel Geduld, Akzeptanz und Durchhaltevermögen wünscht Dir mit teilnahmsvollen Grüßen Clarissa.
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JamieEva
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:

seit Mai 2015 EU-Rentnerin letztlich wegen der Entzugsproblematik

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Kaltabsetzen

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

aktuell im protrahierten Entzug (?) mit sehr unangenehmen, v.a. körperlichen Symptomen

Inzwischen fast 4 Jahre frei von Medikamenten. NR, keinerlei Alkohol und Koffein mehr, weil alles triggert. "Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt.

yberion45
Beiträge: 169
Registriert: Donnerstag, 11.01.18, 21:54
Wohnort: Köln

Re: Ich möchte mich vorstellen... (Venlafaxin)

Beitrag von yberion45 » Montag, 11.06.18, 16:45

Hey du,

Ich kann dir leider kein Tipp zum Entzug geben, außer das mir persönlich auffällt, dass ein Drogen Entzug dagegen ein Kinderspiel ist. Alles Gute und du wirst das schaffen.

Zum Thema Zwangsgedanken kann ich aber hoffentlich dir Linderung schaffen:

Ich geh mal davon auf, dass du vor dem Entzug nie Zwangsgedanken hattest, sonst müsste ich viel tiefer erklären.

Du hast eigentlich das bekommen, was ich vom Drogen Entzug bekommen habe zwangsgedanken. Bei mir sind jedoch auch andere Ursachen da(bin ein rein Zwängler)
Bei dir ist die Erklärung ganz einfach : dei. Zentrales Nervensystem tanzt samba und produziert dabei Zwangsgedanken, was auch vermutlich bisschen mit deinem seretonin zu tun hat. Also bei dir hat das rein Körperliche Ursachen und wird direkt verschwinden sobald dein Zentrales Nervensystem sich beruhigt. Praktisch brauchst du dagegen nichts zu machen. Es gibt aber auch Strategien, die dir trozdem helfen können, es auszuhalten. Da ich mal davon ausgehe, dass du nicht in der Lage bist zu joggen lass ich den Punkt mal weg.

Was du machen kannst, ist diese Zwangsgedanken zuzulassen. Also praktisch nicht drauf zu reagieren. Frage dich nicht nach warum weshalb wieso. Dabei kannst du versuchen je nach Thema diese Gedanken bis zum letzten Detail durch zu denken. Auch kannst du sie begrüßen oder direkt noch einen fordern. Zb:

Ich bin schwul hey da bist du ja endlich will direkt noch ein los. Wäre eine Möglichkeit oder ich hätte den Zwangsgedanken Inhalt, ich brauche nichts dagegen zu machen.

Diese Techniken sind Kognitive Übungen und werden bei Zwangs kranken angewendet. Auch wenn du nichts gegen die Gedanken zu unternehmen brauchst, kann es dir helfen. Du solltest sie aber konsequent bei jedem Zwangsgedanken anwenden. Mit der Zeit verlieren sie an starke und Macht.

Aber auch wenn du nichts machst, werden sie verschwinden sobald DEIN zns sich beruhigt hat.

LG yberion
Februar 2017:Diagnose : zwangsgedanken (post thc und amphetamine Syndrom)

01.05.2017 20mg Fluoxetin Libido Verlust
05.07.2017 Fluoxetin 20 mg und Tolvon 10 mg kalt abgesetzt
20 mg Citalopram libido wieder da, dafür Kopfschmerzen Wahrnehmung beeinträchtigt, je mehr ich mich bewege um so schlimmer NW
20.12.2017 - 5mg:15 mg Citalopram Nw besser, zwei Tage müde
02.02.2018 -5mg: 10 mg keine Symptome kaum Nebenwirkungen keine Gedanken
06.02.2018 mir geht es Super keine Symptome fast keine NW Wohlfühldosis
07.02.2018 Nebenwirkungen wieder da aber abgeschwächt als bei 15 mg sonst ganz gut keine Gedanken

09.02.2018 Mir geht es super, keine Symptome und die Nebenwirkung sind noch da, aber sehr erträglich
17.02.2018 keine Absetz Symptome, Nebenwirkungen sehr schwach
20.02.2018 immer noch keine absetz Symptome, Nebenwirkungen da
01.03.2018 keine Absetz Symptome bekommen seid 3 Tagen sind die Nebenwirkungen gesunken. Ich vermute es liegt daran, dass ich jetzt jeden Tag jogge
05.03.2018 immer noch keine Probleme, aber Nebenwirkungen wieder etwas stärker. Keine Gedanken. Kann kaum abwarten bis zur nächsten Reduktion
23.03.2018 - 5mg: 5 mg mal sehen wie es wird bis jetzt ist nichts, aber auch zu früh
04.04.2018 Noch keine Symptome, mir geht es Super und die Nebenwirkung sind sehr gering. Von meiner Grunderkrankung keine Spur
10.04.2018 Noch keine Symptome. Mir geht es immer noch sehr gut und vom Zwang auch keine Spur. Bin leicht müde, liegt aber vom Wochenende noch, da ich wegen einem Paris Trip kaum geschlafen habe.
05.04.2018 seid heute 0 mg
28.04.2018 folgende Absetz Symptome sind verschwunden:
Übelkeit und Schwindel
Folgende Absetz Symptome habe ich noch:
Augen brennen, komische Wahrnehmung von mir selber und manchmal Kopfschmerzen und Matschig. Jedoch Wellen artig mal besser und mal schlechter.
26.06.2018 immer noch Absetz Symptome, die stündlich ihre Starke ändern aber Alltag tauglich bleibt. Wahrnehmung immer noch gestört. Seid 3 Tagen CBD seid 8 Tagen Mariendistelsamen und L-Tryptophan

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Re: Ich möchte mich vorstellen... (Venlafaxin)

Beitrag von chrissiema » Montag, 11.06.18, 18:52

yberion45 hat geschrieben:
Montag, 11.06.18, 16:45

Ich geh mal davon auf, dass du vor dem Entzug nie Zwangsgedanken hattest, sonst müsste ich viel tiefer erklären.
Danke! Doch, ich hatte schon öfter Zwangsgedanken. Aber schon ewig nicht mehr so schlimm wie momentan. Oder vielleicht überhaupt noch nie. Das sind einfach Gedanken, die auch die totale Angst auslösen, es geht ums ersticken, die Gedanken gehen immer in diese Richtung und lösen sofort die allerschlimmste Angst aus, fast schon derealisation.
Und sie sind immer irgendwie...sie lauern. Du verstehst vielleicht was ich meine...
Trotzdem danke für den Text!!!
*2013-2017 Einnahme Venlafaxin 225 retard, Nebenwirkungen: Sexuelle Funktionsstörungen, Müdigkeit/Erschöpfungsgefühle, Nachtschweiß, grausame Alpträume
*08/17 "Ausschleichen" von Venlafaxin 225 mg retard
*09.10.17 Dosis: 0
Seitdem Entzugserscheinungen.
Aktuelle Symptome :
*Tinnitus 3fach
*Angstzustände, Panikattacken
*Schlaflosigkeit
*Kaum was essen können
*Teilweise sehr aktive/euphorische Schübe tagsüber
*Schwankende Stimmung
*Weinanfälle, häufig mit Suizidgedanken
*Hoffnungslosigkeit
*Sensorische Überempfindlichkeit bei Gerüchen und auf der Haut (Bündchen an Socken zB), Licht und Lärmempfindlich
*Zwangsgedanken
*Erhöhte Durchlässigkeit und Ängste für zb gewaltvolle Szenen in Filmen, Umweltverschmutzung- "dünne Haut" - zb auch weinen bei Werbung mit glücklichen Familien, "nah am Wasser gebaut"

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Re: Ich möchte mich vorstellen... (Venlafaxin)

Beitrag von yberion45 » Montag, 11.06.18, 19:25

Hey du

Kann ich nachvollziehen ich leide an HOCD und der Gedanke ich bin schwul löste bei mir auch extrem Angst aus. Inzwischen ist dieser Gedanke wie eine Luft kommt und geht für ein paar Tage und sagt dann wieder halo.

Grundsätzlich hilft es den Gedanken zuzulassen beobachte ihn und ganz wichtig bewerte ihn nicht, er ist es nicht wert begrüß ihn lieber fordere noch mehr Zwangsgedanken Spiel mit ihm denke ihn bis zum Ende übertreibe ihn.

Gute Besserung
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01.05.2017 20mg Fluoxetin Libido Verlust
05.07.2017 Fluoxetin 20 mg und Tolvon 10 mg kalt abgesetzt
20 mg Citalopram libido wieder da, dafür Kopfschmerzen Wahrnehmung beeinträchtigt, je mehr ich mich bewege um so schlimmer NW
20.12.2017 - 5mg:15 mg Citalopram Nw besser, zwei Tage müde
02.02.2018 -5mg: 10 mg keine Symptome kaum Nebenwirkungen keine Gedanken
06.02.2018 mir geht es Super keine Symptome fast keine NW Wohlfühldosis
07.02.2018 Nebenwirkungen wieder da aber abgeschwächt als bei 15 mg sonst ganz gut keine Gedanken

09.02.2018 Mir geht es super, keine Symptome und die Nebenwirkung sind noch da, aber sehr erträglich
17.02.2018 keine Absetz Symptome, Nebenwirkungen sehr schwach
20.02.2018 immer noch keine absetz Symptome, Nebenwirkungen da
01.03.2018 keine Absetz Symptome bekommen seid 3 Tagen sind die Nebenwirkungen gesunken. Ich vermute es liegt daran, dass ich jetzt jeden Tag jogge
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Re: Ich möchte mich vorstellen... (Venlafaxin)

Beitrag von chrissiema » Montag, 11.06.18, 19:48

yberion45 hat geschrieben:
Montag, 11.06.18, 19:25
Hey du

Kann ich nachvollziehen ich leide an HOCD und der Gedanke ich bin schwul löste bei mir auch extrem Angst aus. Inzwischen ist dieser Gedanke wie eine Luft kommt und geht für ein paar Tage und sagt dann wieder halo.

Grundsätzlich hilft es den Gedanken zuzulassen beobachte ihn und ganz wichtig bewerte ihn nicht, er ist es nicht wert begrüß ihn lieber fordere noch mehr Zwangsgedanken Spiel mit ihm denke ihn bis zum Ende übertreibe ihn.

Gute Besserung
ich weiß nicht wie es mir helfen soll mir vorzustellen, dass ich ersticke, das bis zum ende zu denken und so... das zerreißt mich von innen...
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*09.10.17 Dosis: 0
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*Angstzustände, Panikattacken
*Schlaflosigkeit
*Kaum was essen können
*Teilweise sehr aktive/euphorische Schübe tagsüber
*Schwankende Stimmung
*Weinanfälle, häufig mit Suizidgedanken
*Hoffnungslosigkeit
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Re: Ich möchte mich vorstellen... (Venlafaxin)

Beitrag von yberion45 » Montag, 11.06.18, 20:18

Die Idee dahinter ist, dass du erkennst das es nur in deinem Kopf abspielt. In deinem Fall könnte es ungefähr so aussehen. Ich habe Angst zu ersticken, OK die Möglichkeit zu ersticken wäre wenn ich zu lange unter Wasser bleibe aber die Wahrscheinlichkeit ist gleich 0 das das zu Hause passiert also passiert nichts.

Du kannst das so variieren je nach Gedanken gang.

LG yberion
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Re: Ich möchte mich vorstellen... (Venlafaxin)

Beitrag von chrissiema » Montag, 11.06.18, 21:30

yberion45 hat geschrieben:
Montag, 11.06.18, 20:18
Die Idee dahinter ist, dass du erkennst das es nur in deinem Kopf abspielt. In deinem Fall könnte es ungefähr so aussehen. Ich habe Angst zu ersticken, OK die Möglichkeit zu ersticken wäre wenn ich zu lange unter Wasser bleibe aber die Wahrscheinlichkeit ist gleich 0 das das zu Hause passiert also passiert nichts.

Du kannst das so variieren je nach Gedanken gang.

LG yberion
ok also bei mir passiert das so, dass ich zb denke "oh gott ich atme gleich dieses bonbonpapier hier ein" oder so. ich glaube in meinem beitrag im ersten hab ich ein paar beispiele genannt
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Re: Ich möchte mich vorstellen... (Venlafaxin)

Beitrag von yberion45 » Montag, 11.06.18, 22:20

Auch da könntest du versuchen :

OH Gott ich atme gleich dieses bonbon Papier ein und selbst dann müsste ich mich verschlucken damit ich ersticken die wahrscheinlich ist sehr gering, das ich gleich dieses Bonbonpapier einatmen plus mich dabei noch verschlucken. Da die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist, und ganz sicher bei 1% liegt wird nichts passieren. Bei. Nächsten mal kannst dann zur Abwechslung folgendes sagen oh Gott ich atme gleich diesen Bonbonpapier ein wie lächerlich ist das aber gitt das du da bist gib mir noch mehr!

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Situation spitzt sich zu!!! Hilfe!!

Beitrag von chrissiema » Dienstag, 12.06.18, 5:35

ich bin seit gestern im Krankenhaus. ich bin nur noch am zittern, ich komme nicht zur ruhe. ich kann nicht mehr schlafen, nichts mehr essen, ich bin nur noch rohes fleisch. ich bin körperlich am ende. denken stark eingeengt auf Ängste und Zwangsgedanken. weiß nicht mehr was ich tun soll, ich sehne mich nach einer "Erlösung". In form von Schlaf oder so. Den stationsarzt auf protrahierten Entzug angesprochen und "sowas gibt es nicht" (natürlich). Was zur Hölle soll ich tun? Help, please!!!
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Re: Ich möchte mich vorstellen... (Venlafaxin)

Beitrag von Jamie » Dienstag, 12.06.18, 7:53

Hallo chrissi, :)

wenn du im Krankenhaus bist, ist unsere Einflussmöglichkeit eher begrenzt.
Du wirst ja in gewissem Maße kooperieren müssen, sonst schmeißen die dich schnell raus.

Was heißt du bist im Krankenhaus? Auf einer allgemeinen internistischen Station oder in der Psychiatrie?

Du solltest dich nicht auf wilde Medikamentenexperimente einlassen; wenn es wirklich nicht ohne geht, dann nur niedrige Dosierungen, wobei auch das bei einem Entzugssyndrom sehr heikel ist.
Am ehesten wäre ein beruhigendes Benzo akzeptabel zur Abpufferung schlimmster Zustände (dafür wurden sie entwickelt), aber das darf man natürlich nicht täglich nehmen, sonst ist man nach zwei Wochen abhängig.

Zu überlegen ist auch eine Minidosis (0,5mg) Venlafaxin wieder einzunehmen und zu schauen, ob es deinen Entzug abfangen kann. Das ist aber nur mit der Kügelchenmethode möglich, dazu brauchst du ein Präparat mit vielen Pellets / Kügelchen, zB Venlafaxin 37,5mg retard von 1a pharma, hexal, winthrop oder neuraxpharm.
Aber da werden dich die Ärzte natürlich auslachen und vor allem müsstest du erst mal an das Präparat kommen :(.

Wenn es dir so schlecht geht, dann ist es vermutlich besser einen geschützten Raum wie eine Klinik aufzusuchen, aber da wirst du vermutlich viel Durchsetzungskraft brauchen, dass die dich nicht auf einen Medikamentencocktail setzen.

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Re: Ich möchte mich vorstellen... (Venlafaxin)

Beitrag von chrissiema » Dienstag, 12.06.18, 9:13

Danke Jamie. Ich bin notfallmäßig ins Krankenhaus für eine Krisenintervention, ich bin jetzt auf einer psychiatrischen Station untergebracht, mit Psychosepatienten, was total schrecklich ist, wie im Film. Ständig schreit einer rum oder läuft verwirrt über den Flur und flucht vor sich hin und sie sehen alle aus als wären sie heftig sediert. Das Badezimmer schimmelt und die Nachtwache hat die Bitte um ein entlastendes Gespräch abgelehnt, ich soll meine Notfallmedis nehmen oder mich zu den Patienten ins Raucherzimmer setzen. (ich rauche aber nicht!)... Ich habe noch Venlafaxin zuhause, ich glaub das sind Kapseln mit 3 Pellets drinne. Was haltet ihr denn von Homöopathie oder zb Baldrian etc? Ich weiß zb auch, dass mein Vitamin D Spiegel und der Eisenspiegel bei mir durchaus nachbesserungsbedarf haben... habe aber bisher nichts unternommen. Ich hab solche Angst. Vielleicht kann ich mich auf ne andere Station verlegen lassen. Was sagt ihr zum Thema Pille? Ich hatte überlegt, sie abzusetzen, aber dann dachte ich, das wäre wohl eher zusätzlich Stress für das Nervenkostüm? Was meinst du dazu?
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Re: Ich möchte mich vorstellen... (Venlafaxin)

Beitrag von carlotta » Dienstag, 12.06.18, 9:35

Hallo Chrissiema,

ich würde an der Pille jetzt nicht noch zusätzlich schrauben, das wäre eine zusätzliche Belastung für Dein Nervensystem. Hormonlage und Entzugsgeschehen sind eng verflochten.

Es kann gut sein, dass Du div. Vitalstoffmängel hast, das lösen die Medikamente gerne aus sowie deren Entzug. Allerdings werden im Entzug Substitutionen häufiger nicht vertragen, gerade bei Stoffen, die anregend wirken, wie Vitamin D3. Falls Du es versuchen möchtest, am besten immer nur Minimengen antesten, sodass sich bei Unverträglichkeit die Symptome in Grenzen halten.

Deine Schilderung klingt jetzt jetzt nicht danach, als ob Du Dich in der Klinik wohlfühlst bzw. dass die Dir tatsächlich eine Art "geschützten Raum" bieten können - im Gegenteil. Oder geht es nur um solche Dinge wie versorgt zu sein im Sinne von ein Essen zu bekommen o. Ä.? Oder einfach nicht allein zu sein?

Wenn man sich dort mit einem Entzugssyndrom nicht auskennt (was ja in der Psychiatrie leider immer noch eher die Regen ist denn die Ausnahme), wird man Dir dort auch nicht weiterhelfen können. Man kann allerdings mit medikamentösen Interventionen bei einem bereits angeschlagenen Nervensystem noch einiges verschlimmern, wenn man es ohne Sinn ind Verstand "behandelt", das erleben wir hier leider immer wieder, gerade im Zusammenhang mit Klinikaufenthalten.

Überleg Dir, ob der Aufenthalt dort nicht alles in allem mehr Stress bedeutet, als dass er Dich entlastet.

Eine vorsichtige Wiedereindosierung, wie von Jamie vorgeschlagen, wäre evtl. eine Option. Aber das kann man i. d. R. am besten auf eigene Faust daheim machen, solange es dafür keine ausgebildeten "Fachleute" gibt.

Liebe Grüße
Carlotta
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Re: Ich möchte mich vorstellen... (Venlafaxin)

Beitrag von chrissiema » Dienstag, 12.06.18, 10:09

Liebe Carlotta, Danke für die Antwort. Ich werde keine Medikamente zulassen, wobei die Versuchung sehr groß ist, weil mein Zustand mich echt zermürbt. Ich würde meiner Psychologin hier gerne einen Artikel zum protrahierten Entzug geben, am besten natürlich ein wissenschaftliches Paper oder so, hast du eine Idee, was da am besten geeignet sein könnte?
Und was ist mit Homöopathie? Ich bin komplett verunsichert... diese Unsicherheit ist maßgeblich mit Ursache für meine Angst, da bin ich mir sicher. Dieser "Du hast was, das keiner anerkennt und es könnte noch Jahre lang die Hölle sein und keiner weiß genau, was die Symptome doch etwas lindern könnte" macht mich total fertig. Haben wir vielleicht Dokumente zu meinen Themen, so ne Art Leitfaden? Ich lese immer schon vieles quer, aber manchmal triggern die Dinge, die ich lese, noch zusätzlich Angst.
*2013-2017 Einnahme Venlafaxin 225 retard, Nebenwirkungen: Sexuelle Funktionsstörungen, Müdigkeit/Erschöpfungsgefühle, Nachtschweiß, grausame Alpträume
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Re: Die dritte Nacht ohne Schlaf

Beitrag von chrissiema » Mittwoch, 13.06.18, 4:22

Ich bin jetzt die dritte Nacht ohne Schlaf. Zweite Nacht in der Klinik. Was soll ich nur tun? Ich komme immer an den Punkt, dass ich einschlummere, und dann reißt es mich hoch. Ich kann kaum was essen, bin total durch. Frage mich langsam, ob man diesen Teufelskreis überhaupt noch durchbrechen kann, und außerdem kenn ich genau diese Probleme von ganz früher. Als ob die Panik aus meinem Muskelgedächtnis abgerufen wird... Kann da nach drei Tagen nicht langsam auch irgendwie was durchknallen im Hirn? Ich hab keine Lust auf Psychose oder so. Fühlt sich eh schon mega merkwürdig an... hilfe!!!
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Re: Ich möchte mich vorstellen... (Venlafaxin)

Beitrag von Jamie » Mittwoch, 13.06.18, 8:39

Hallo,

du machst schweren Entzug durch und durch die Schlaflosigkeit wird das eh schon überreizte ZNS weiter gequält.
Schwere, lang anhaltende Schlaflosigkeit kann irgendwann psychotisch machen; aber nur bei Prädisposition. Ich habe keine Prädisposition dafür, sonst wäre mir das wohl passiert :oops:, aber nach Monaten ohne Schlaf wurde auch ich irgendwann wattig im Kopf und dann begannen leichte Halluzinationen.
Da wusste ich - jetzt wird es kritisch und es gab Benzos, die das sofort unterbrachen.
Leider resultierte daraus am Ende Abhängigkeit.

Noch etwas zu Schlafen und Psychose. Meine Erfahrung ist, dass es meist zuerst die Prädisposition für Manie und Psychose gibt und dann, wenn quasi das Geschehen am Rollen ist und die Leute euphorisch oder völlig aufgekratzt sind, die massive Schlaflosigkeit (Nächte durchmachen, das teilweise auch noch geil finden) einsetzt. Das wiederum heizt die Psychose an, bis die Leute irgendwann ´abdrehen´.

Schlaflosigkeit aufgrund anderer Umstände, wie zB bei dir oder auch bei mir, die einem zusetzt und immer schlimmer wird, endet weitaus weniger oft in einer Psychose als wenn sie durch ein psychotisches Verhalten, das zuvor existierte, begleitet wird.
Soll heißen: ich will dir etwas die Angst nehmen, dass du durchdrehen wirst. :hug:

Was macht die Klinik denn mit dir? Werden die Medikamente umgestellt?
Bekommst du irgendwas zum Schlafen? Gibt es Bedarfsbenzos?

Grüße
Jamie
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Jamie für den Beitrag (Insgesamt 2):
carlottapadma
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:arrow: Eure Mithilfe ist gefragt - wer benutzt die Wasserlösemethode?


:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): viewtopic.php?f=51&t=12478


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