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ich stelle mich vor (aktuell Reduktion Escitalopram)

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elefant
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ich stelle mich vor (aktuell Reduktion Escitalopram)

Beitrag von elefant » Dienstag, 12.06.18, 20:29

Hallo zusammen,

ich bin 37Jahre alt, weiblich. ich nehme seit 2001 mit kurzen Unterbrechungen, also meistens gescheiterte Absetzaktionen, und seit 2006 durchgehend Antidepressiva.
Angefangen mit Zoloft 50mg, dann statt Zoloft Citalopram 20mg, dann Citalopram 40mg, dann irgendwann zusätzlich Venlafaxin in Schritten aufdosiert auf 225mg. Zusätzlich zu Depressionen habe ich Multiple Sklerose, was im Moment mit Tysabri (monokonaler Antiköper, wirkt immunmodulierend) behandelt wird.

Vor 3 Jahren bin ich in einer Absetzverzweiflung (damals Venlafaxin reduziert (immer um die Hälfte) mit extremen Wut- und Schreianfällen, Gereiztheit, Appetitstörungen, Durchfall, Weinerlichkeit, Verzweiflung, meine Beziehung ist an diesen Extremzuständen fast zerbrochen) auf euer Forum gestoßen, was mir und meinem Partner wirklich eine große Unterstützung war. Endlich wurde verstehbar, was mit mir los ist. Der Psychiater hat sich das alles immer lächelnd angehört und nicht ernst genommen, haben sie halt noch die Grunderkrankung, nehmen sie es halt wieder…. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch 75mg Venlafaxin und war gerade in Schwierigkeiten wegen des Versuches auf 37,5mg zu reduzieren. Wir haben dann Kügelchen bzw. Tabs (z.B. Venlafaxin AbZpharm 150mg beinhaltet 3 Tabs) aus den Kapseln gezählt.
Wir haben uns aus einem länglichen Stück Plastik und einem 3-Kant-Lineal eine Kügelchenzählhilfe gebaut. Da konnte man die Kügelchen draufaufreihen und mit angeschnittener und geknickter alter Bonuspunktekarte sehr gut zum Zählen verschieben, ohne dass sie an den Fingern pappen bleiben ;-)
27.01.15: Heumann hatte 37,5mg Kapseln mit 3 Tabs drin. Wir haben es erstmal mit einer 37,5mg Kapsel mit einem Tab zusätzlich also 62,50mg versucht.
21.10.15: minus 10%, also 56,25mg
25.11.15: Erhöhung um 5 % auf 60mg
10.02.16: Reduktion auf 59,6mg
24.03.16: auf 58mg (4%)
14.04.17: auf 56,4mg (3%)
23.04.16: auf 54,8mg

Wieder 75mg wegen Todesfall in der Familie und ca. 5 halbe Tavor Expedit in zwei Monaten und eine ganze Tavor bei der Beerdigung.

08.04.17: von 75mg auf 71,25mg (5%) usw.
26.04.17: halb Venlafaxin, halb Citalopram (die Idee dahinter war, nicht mehr Kügelchen zu zählen, nur hat der Psychiater statt Escitalopram in Tropfen leider Citalopram verordnet und da gibt’s ja keine Tropfen).
Ab 11.5.17 20mg Citalopram.
15.06.17: 15mg Citalopram
Nicht so gut gelaufen, kurz wieder auf 20mg nach zwei Wochen, dann nochmal 15mg.
21.10.17: Citalopram 10mg+ Escitalopram 5mg
26.10.17: Citalopram 5mg + Escitalopram 10mg.
Auch 26.10.17 Beginn Sativex (gegen Spastik) und Absetzen Baclofen von 15mg auf Null in 6 Tagen.
Sativex ist ein THC/CBD-Präperat mit entsprechenden Nebenwirkungen. Wegen Schwindel und Ohnmacht also Sativex reduziert und Baclofen mit 2,5mg wieder angesetzt.
31.10.17: Citalopram weg, Escitalopram10 Tropfen bzw. mg
16.11.17: Escitalopram 7 Tropfen, da ich von Sativex eh so durch den Wind war, fiel dieser große Reduktionsschritt auch nicht mehr weiter ins Gewicht.
01.12.17: 6 Tropfen
11.12.17: 5 Tropfen (viel zu früh, ging gar nicht)
13.12.17: 6 Tropfen, nicht gut
02.02.18: wieder 7 Tropfen
04.04.18: 6 Tropfen, leider hatte ich nach zwei Tagen in zunehmender Intensität unter folgenden Symptomen zu leiden:
Angespanntheit, Stress, Erschöpfung, alles ist mir zu viel, Überforderungsgefühle, Weinerlichkeit.
23.04.18: wieder 7 Tropfen. Erkenntnis, wir müssen den Tropfen halbieren, irgendwie kleiner kriegen.

Laborbedarf Feinpipette „ratiopetta“ von ratiolab bestellt (Achtung bei Bestellung aufpassen, die DNAfreie Variante ist noch teurer).
7 Tropfen entsprechen ungefähr 300 Mikroliter.

Seit 28.5.18 282Mikroliter (6% Reduktion)
11.06.18 kapiert, dass es wieder nicht geht: Brainzaps (zum ersten Mal überhaupt), Schwindel, Magenschmerzen, Vergesslichkeit, Konzentrationsschwäche, Gedankenabreißen, Nervosität, Gereiztheit, leichte Verstopfung, Einschlafstörungen.
Heute beim Hausarzt Blutentnahme zur Bestimmung des Wirkspiegels von Escitalopram (Idee des Psychiaters, er glaubt jetzt, ich könnte "slow-metabolizer" sein. Das würde bedeuten, dass man durch Kumulationseffekte einen sehr viel höheren Wirkspiegel hat, als man angesichts der eingenommenen Dosis denken würde)

Ab morgen mal 3 Mikroliter mehr

Weiß jemand was zu diesen Kumulationseffekten bei Slow-Metabolizern?

:schnecke:
Zuletzt geändert von Gwen am Mittwoch, 13.06.18, 11:54, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel um Wirkstoff ergänzt
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Re: ich stelle mich vor

Beitrag von Jamie » Dienstag, 12.06.18, 21:05

Hallo elefant :),

ich muss wirklich die Augen reiben, du nimmst / nahmst parallel phasenweise 3 SSRI / SNRI? :o

SSRI dürfen nicht mit anderen SSRI oder SNRI kombiniert werden wegen der Gefahr eines Serotoninsyndroms.
Ich kann nicht glauben, dass Menschen solche Kombinationen verordnet werden. :frust:

Vielleicht bist du kein poor metabolizer, sondern schlichtweg völlig serotonerg abgeschossen?
Es gehört meines Erachtens mal dringend dein Serotoninspiegel überprüft. (Test Urin / Blut möglich).

Wenn du einen erhöhten Citalopramspiegel hast, lässt das meines Erachtens keinen Rückschluss auf deinen Metabolisiertypus, da du bei dieser Horrorkombi an derart vielen serotnergen Arzneien sowieso möglicherweise erhöhte Citalopramwerte hast, da alle 3 AD auch um das gleiche Enzymsystem, das abbaut, konkurrieren.
Vom Sativex rede ich gar nicht, das interagiert womöglich mit.
Da würde sich dann also etwas möglicherweise anreichern, egal ob du schnell oder langsam metabolisierst.

Um wirklich zu prüfen, ob du ein schlechter (poor) metabolizer bist, kann ein Gentest auf CYP2D6 angeordnet werden. Dieses baut fast alle Antidepressiva ab.

Solltest du ein solcher sein, um deine Frage konkret zu beantworten, müssen alle Dosierungen nach unten angepasst werden, um Kumulationseffekte abzubauen und Nebenwirkungen zu reduzieren.

Grüße und willkommen im Forum
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Re: ich stelle mich vor

Beitrag von Gwen » Mittwoch, 13.06.18, 11:33

Hallo Elefant,

auch von mir herzlich Willkommen!
Mir ist eine Sache aufgefallen in Deinem Text:
elefant hat geschrieben:
Dienstag, 12.06.18, 20:29
Laborbedarf Feinpipette „ratiopetta“ von ratiolab bestellt (Achtung bei Bestellung aufpassen, die DNAfreie Variante ist noch teurer)
Ich kenne mich mit Feinpipetten nicht aus und weiß daher nicht, wie lange Du sie nutzen kannst.
Falls Du sie Mal austauschen musst, gibt es eine sehr einfache und kostengünstige Alternative: die Wasserlösemethode. Du kannst Dir in der Apotheke Spritzen kaufen (kosten ein paar Cent) und das Escitalopram einfach in einer vorher angemessenen Menge Wasser lösen und dann das, was Du reduzieren willst raus ziehen. Das machen sehr viele hier so und es funktioniert gut.

Viele Grüße Gwen
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Re: ich stelle mich vor (aktuell Reduktion Escitalopram)

Beitrag von elefant » Mittwoch, 13.06.18, 22:05

Hallo Jamie,
nein nicht drei gleichzeitig :D aber SNRI (Venlafaxin) und SSRI (Citalopram) zusammen. Ungewöhnlich, ja. Hatte die Geschichte, dass ich erst Citalopram hatte, dann Venlafaxin dazukam und ich Citalopram nicht losgeworden bin (da wusste ich noch nicht wieso das Absetzen nicht geht). Runterdosieren mach ich ja nun schon mal :schnecke: :) Bin gespannt auf den Wirkspiegel

Danke Gwen, von der Wasserlösemethode hatte mir die Apotheke abgeraten, sei zu ungenau, verteile sich nicht gleichmäßig im Wasser...wollte auf Nummer sicher gehen. Die Pipette hat so Einmalplastikaufsätze, kann ewig benutzt werden, nehme ich an.

Vielen Dank fürs Willkommen heißen und liebe Grüße
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Re: ich stelle mich vor (aktuell Reduktion Escitalopram)

Beitrag von Jamie » Donnerstag, 14.06.18, 7:29

Hallo, :)

reden wir tatsächlich vom Gleichen?

Du tust Escitalopramtropfen in ein Glas Wasser, rührst um und die Apotheke erzählt dir, der Wirkstoff würde sich nicht richtig verteilen?

Wofür nutzt du die Pipette? Tust du die in deine Escitalopramflasche und misst dadurch geringere Mengen ab - hab ich das richtig verstanden?

Woher weißt du, wieviel mg Wirkstoff du zu dir nimmst?

Grüße
Jamie
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