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Retardierte Kapseln teilen ist Placebo ???

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Nero
Beiträge: 1
Registriert: Donnerstag, 14.06.18, 9:32

Retardierte Kapseln teilen ist Placebo ???

Beitrag von Nero » Donnerstag, 14.06.18, 10:38

Bevor ich lange meine eigene Geschichte beschreibe, möchte ich gleich mit meinem Hauptgrund beginnen, warum ich nach einigem mitlesen mich hier angemeldet habe:

ich habe hier mehrfach gelesen, dass einige ja gute Erfahrungen mit dem teilen von retard Tabletten gemacht haben. Ich habe meinen Arzt darauf angesprochen, ob es Elontril nicht vielleicht auch als Tropfen gibt (nein) oder was mit Tablettenschneidern aus der Apotheke wäre. Mein Arzt (Chefarzt der Klinik!) meinte ja, kann man machen, dann bleibt aber nur der Placebo-Effekt!
Leute, die Gefahr ist nicht das schnelle anfluten (das würde man ja wohl merken), sondern das Medikament wird im Magen zersetzt bevor es über den Darm überhaupt wirken kann. So entsteht gefährliches Halbwissen aus Erfahrung.

Wer mit geteilten retardierten Tabletten klar kommt, kommt mit dem richtigen "Schalter im Kopf" auch ganz ohne klar!

mein Arzt hat mir jetzt vorgeschlagen, die 150mg Elontril nur jeden zweiten Tag (gerade Kalendertage) zu nehmen. fahre seit ein paar Tagen gut damit...

ich hatte in den Osterferien meine 200mg retard quetiapin halbiert und konnte es gar nicht fassen, wie krass so eine Reduktion wirken kann - kein Wunder, es war keine Reduktion, sondern ein absetzen!

bitte nehmt diese Information behutsam in die guidelines auf. 10% Reduktion ist bei retardierten Pillen leider nunmal einfach nicht drin!
Zuletzt geändert von padma am Donnerstag, 14.06.18, 11:05, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel mit Fragezeichen versehen, da die Aussage so nicht richtig ist
1/2006: 75mg Anafranil, 7,5mg Olanzapin (postpsychotische schizo-afektive Depression stationär, 4 Monate)
~3/2007: recht abruptes absetzen
~3-6/2008: neue Psychose, stationär 30mg Olanzapin, zur Entlassung 10mg Olanzapin, 10mg Anafranil
-bis ~2010 ausgeschlichen
- bis 10/2014 zunehmender Alkoholmissbrauch
- bis 2016 bei Bedarf (Schlaflosigkeit, wirre Gedanken) immer mal ein paar Tage 5-10mg Olanzapin und Zolpidem
- 7/2016 wegen anhaltendem, nicht hinnehmbaren Negativsymptomatik-Rezidiv Selbsteinweisung, verschiedene ADs getestet. Schließlich 200mg Sertralin, 200mg Quetiapin, 5mg Aripripazol, 150mg Elontril, z-drugs, Benzo zum Bedarf
- 4/2017: krasseste Psychose (man hätte mich in ein Gruselkabinett stecken können) ausgelöst durch 300mg Elontril, Geschlossene:akut: 6mg Glianimon, 6mg Tavor, 800mg Quetiapin, etc
-zur Entlassung schon 5/2017: 400mg Sertralin, 15mg Aripripazol, 0,5mg Tavor, 100mg Sertralin
- ambulant dazu: 150mg Elontril

Tavor kann ich gut bei Bedarf (sehr selten) nehmen, z-drugs nicht ganz so gut. von Elontril und Aripripazol will ich gar nicht unbedingt runter, aber vom Rest.

padma
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Re: Retardierte Kapseln teilen ist Placebo

Beitrag von padma » Donnerstag, 14.06.18, 11:03

hallo Nero, :)

dein Arzt irrt sich. Das kommt leider gar nicht so selten vor, dass Aussagen von Ärzten schlichtweg falsch sind.

Das Risiko beim Teilen von retardierten Tabletten ist das zu schnelle Anfluten. Der Wirkstoffspiegel steigt zu stark an, was schlimmstenfalls zu einer Intoxikation und eben auch zu verstärkten NW führen kann.

Schau mal bei Elontril in den Beipackzettel, da ist es auch so erklärt. Speziell bei Elontril gibt es beim Teilen das erhöhte Risiko von Krampfanfällen.

Ein weiteres Problem ist, dass nach dem starken Anstieg der Spiegel schnell wieder abfällt. So kommt es zu starken Spiegelschwankungen, was bereits zu Absetzsymptomen führen kann.

Die Zersetzung im Magen ist bei AD nicht das Problem. Tabletten bei denen das so ist, werden mit einem magensäureresistenten Überzug versehen. Diese dürfen nicht geteilt werden. Steht dann in der Packungbeilage, ist bei AD jedoch nicht der Fall.

Für Elontril gibt es keine wirklich gute Methode zu reduzieren, da muss jeder individuell herausfinden, mit was er am besten zurecht kommt
ich hatte in den Osterferien meine 200mg retard quetiapin halbiert und konnte es gar nicht fassen, wie krass so eine Reduktion wirken kann - kein Wunder, es war keine Reduktion, sondern ein absetzen!
Eine Halbierung reicht völlig aus um krasse Absetzsymptome hervor zu rufen. Wir raten hier allerdings von der Teilung von retardierten Quetiapin ab, weil es die Retardierung zerstört. Quetiapin steht in unretardierter Form zur Verfügung.

Unsere Empfehlungen hier sind sehr gut recherchiert. Bitte lese zuerst gründlich durch, was wir hier empfehlen.

Du wirst keine Empfehlung finden retardierte Tabletten zu teilen!
Anders sieht es aus bei Retardkapseln mit kleinen Pellets. Laut Aussage der Hersteller sind die einzelnen Kügelchen retardiert, bei der Entnahme von Kügelchen wird die Retardierung nicht beschädigt.

liebe Grüsse,
padma

P.S. ich habe deinen Titel mit Fragezeichen versehen, damit andere Teilnehmer nicht verwirrt werden.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor padma für den Beitrag (Insgesamt 3):
SeventhWaveArianrhodUlulu 69
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
1.07.2018: 0,2 mg :schnecke:


Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


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Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.


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