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Jule2711: Absetzsymtome Paroxetin?

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Jule2711
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Registriert: Dienstag, 19.06.18, 9:33

Jule2711: Absetzsymtome Paroxetin?

Beitrag von Jule2711 » Dienstag, 19.06.18, 9:48

Liebe alle,
ich nehme seit ca. 8 Jahren täglich 40mg Paroxetin gegen eine generalisierte Angststörung. Aufgrund von Kinderwunsch möchte ich komplett absetzen. Habe im Februar angefangen langsam zu reduzieren und bin jetzt bei 20mg. Die ganze Zeit über habe ich keine großartige Veränderung/Absetzsymptome gemerkt. Doch seit ca. 3 Wochen habe ich plötzlich täglich mit Kopfschmerzen und Müdigkeit zu kämpfen. Ich schlafe zwar nachts immer 7-9 Stunden, fühle mich jedoch morgens und auch den kompletten restlichen Tag wie gerädert, die Augen sind schwer, der Kopf brummt, ich werde garnicht richtig wach. Irgendwie, als hätte ich die Nacht durchgsoffen und würde jeden Morgen mit einem Kater aufwachen. Gelenkschmerzen habe ich auch.
Das macht mir Sorgen, da ich nicht zuordnen kann, ob diese Symptome mit dem reduzieren zusammenhängen oder eine andere Ursache haben und ich besser zum Arzt gehen sollte. Würde deshalb gerne wissen, ob hier jemand während der Reduzierung mit gleichen/ähnlichen Symptomen zu kämpfen hatte?
Vielen Dank vorab und liebe Grüße,
Jule
Seit 2006 Angststörung mit Agoraphobie

Medikation / Symptome
2006-2008 täglich 20mg Escitalopram
2008 Wechsel auf 40mg Paroxetin
22.02.18 - 35mg ->keine Symptome
22.03.18 - 30mg -> keine Symptome
22.04.18 - 25mg ->keine Symptome
15.05.18 - 20mg -> seit 05.06.18 Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Verdauungsprobleme, Dünnhäutigkeit, Ohrenschmerzen

Jamie
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Re: Absetzsymtome Paroxetin?

Beitrag von Jamie » Dienstag, 19.06.18, 10:04

Hallo Jule, :)

du reduzierst viel zu schnell.
Für 40mg Paroxetin müsstest du mind. 2 Jahre an Ausschleichzeit einkalkulieren.
Du hast jetzt bereits in wenigen Wochen 50% der Dosis reduziert, das halten meist nicht einmal die Rossnaturen aus.

Du solltest sofort stoppen und deinem ZNS die Gelegenheit geben zu verschnaufen.

Je niedriger die Dosis bei SSRI, desto heikler wird es mit dem Absetzen, denn in niedrigen Dosierungen sind vergleichsweise die meisten Serotonintransporter belegt; das heißt vereinfacht ausgedrückt, dass die niedrigen Dosen die potentesten sind.

SSRI wie Paroxetin wirken teilweise stark pushend und antriebsteigernd. man kann auch sagen amphetaminartig, wenngleich sie keine sind. Dein Körper war jetzt eine gewisse Zeit sozusagen unter Dauerdampfantrieb. Gerade bei Paroxetin habe ich das schon öfters gelesen, dass die Leute dann beim Absetzen so dauermüde sind, dass sie kaum ihren Alltag bewältigen können, was verständlich ist, denn der Körper wurde über Monate oder Jahre künstlich dauergepusht.

Es ist wichtig dem nun eintretenden natürlichen Bedürfnis nach Ruhe nachzukommen.
ggf muss man auch über eine Aufdosierung auf 25mg nachdenken.

Bitte lese dich umfangreich ein, wie korrektes Absetzen geht:
viewtopic.php?f=18&t=12880 (Link eingefügt)

Ich erinnere mich übrigens an einen Paroxetinbetroffenen, der gleiche Probleme wie du hat/te.
Nikolaos.
Ich kopiere dir meine Antwort an ihn hier rein. Vielleicht möchtest du ihn auch mal in seinem Thread anschreiben?
Hallo Nikolaos :),

18 Jahre lang hast du deinen Körper mit dem SSRI in einen künstlich gepushten Zustand versetzt.
Das heißt, Antrieb, Energieleistung etc. künstlich erzeugt.

Dein Körper hat momentan überhaupt keine Ahnung mehr, was natürlicher Antrieb, natürliche Müdigkeit etc. sind. Er hat es schlichtweg verlernt.
Durch den Entzug und auch die Wiedereinnahme kommt das alles weiter durcheinander.

Dein Körper versucht sich zu regulieren.
Versuche diese extreme Müdigkeit und Erschöpfung doch erst einmal gar nicht so negativ zu bewerten.
Vielleicht IST dein Körper schlichtweg zutiefst erschöpft (?) - immerhin hast du ihn fast 20 Jahre künstlich getrieben.
SSRI und SNRI haben Komponenten von Amphetaminen - das ist jetzt überspitzt, wenn ich das so formuliere, aber ein wenig ist die Einnahme wie 20 Jahre auf Speed zu sein.
Da wäre jeder erschöpft danach.

Ich an deiner Stelle würde es beobachten und dem Körper das geben, was er braucht; sprich Ruhe, Schlaf, Erholung, Abhängen.

Grüße
Jamie
viewtopic.php?f=18&t=14637&p=251116&hil ... it#p251116


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Re: Absetzsymtome Paroxetin?

Beitrag von Jule2711 » Dienstag, 19.06.18, 13:16

Lieber Jamie,
ertsmal vielen Dank für die Rückmeldung. Ich habe schon befürchtet, dass ich zu schnell reduziere, aber da es die ganze Zeit so gut funktioniert hat, dachte ich, das wäre okay. Nun stellt sich ja tatsächlich die Frage, ob ich die momentanen Symptome einfach aussitzen muss, oder ggf. wirklich nochmal auf 25mg zurückgehe. Grundsätzlich komme ich mit der Müdigkeit und den Kopfschmerzen klar, muss gerade nicht viel leisten und der Urlaub steht unmittelbar bevor. Irgendwelche Ratschläge?
Merci und LG, Jule
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Re: Absetzsymtome Paroxetin?

Beitrag von Gwen » Dienstag, 19.06.18, 13:30

Hallo Jule,
bitte erstellen eine Signatur, dir man Deinen Medikamentenverlauf auf einen Blick sehen kann. Wir haben derzeit wieder sehr viele Neuanmeldung, da ist es schwierig, wenn man sich jeweils den kompletten Threads durchlesen muss.

Wie das geht und was drin stehen sollte findest Du hier: viewtopic.php?f=46&t=15035
Viele Grüße Gwen

PS: Jamie ist übrigens eine Frau ;-)
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Re: Absetzsymtome Paroxetin?

Beitrag von Mosilein » Dienstag, 19.06.18, 13:34

Hallo Jule,

ich habe ebenfalls Gelenkschmerzen. Damals unter Venlafaxin ganz schlimm und jetzt während der Reduktion von Sertralin auch. Damals hatte ich wirklich Angst, dass bei mir körperlich was im Argen liegt. Als ich Venlafaxin dann komplett weg gelassen hatte, waren die Schmerzen weg. Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, dass es tatsächlich zum Schluss der Absetzphase am schlimmsten bzw schwierigsten ist. Ich hatte nur noch ganz wenig Venlafaxin und dachte auch, es einfach ganz absetzen zu können. Denkste, war nix. Ich hätte da im Traum nicht mit gerechnet und es hat mich umgehauen. Also Vorsicht und immer schön laaaangsam (sollt ich mir auch mal zu Herzen nehmen!)

Liebe Grüße Andrea bzw Mosilein
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Diagnose Soziale Phobie, rezidivierende Depression, eher eine starke Traurigkeit während Kindheit und Jugend, mal mehr, mal weniger ausgeprägt. Die soziale Phobie besonders dann, wenn es um Autoritäten ging, somit Schwierigkeiten in der Schule und im Beruf. Trotzdem Studium der Sozialen Arbeit, Abschluss Diplom, Abitur Abendgymnasium parallel nach geholt.
Februar 2008 Beginn mit Citalopram. Einnahme ca. zwei Jahre, Höchstdosis 40mg. Wegen starker Gewichtszunahme Wechsel auf Solvex, 4mg, das nach zwei Monaten wieder abgesetzt wurde.
Wechsel im April 2010 zu Venlafaxin 37,5mg. Hochdosiert auf 100mg (mehr ertrug ich nicht!!), nach einigen Wochen wieder runter auf 50mg Kügelchenmethode).
Bis Ende Oktober 2012 runter dosiert, erst auf 37,5mg, dann weiter auf 12,5mg.
Absetzen Venlafaxin Ende Oktober 2012
. Absetzen erfolgte aufgrund meiner starken Gewichtszunahme und starker Gelenkschmerzen.
Es folgte eine lange Pause mit den üblichen Absetzsymptomen in den ersten zwei Wochen. Danach ging es mir ganz gut, bis Ende des Jahres 2012 Angstgefühle auftraten. Diese steigerten sich immer weiter und ich nahm ab Februar 2013 Opipramol bei Bedarf ein.
Zusätzlich ab März Sulpirid 25mg, dann 50mg ab Mai 2013. Absetzen des Sulpirids im Juni, danach Wechsel zu Moclobemid 150mg, abgesetzt nach 6 Tagen, es erfolgte Wechsel auf Fluoxetin, das nach zwei Tagen wieder abgesetzt wurde. Schließlich wieder Wechsel auf Venlafaxin 37,5 mg.
Diese Dosis wurde bis Dezember 2015 beibehalten. Wechsel auf Duloxetin 30mg aufgrund starker Gelenkschmerzen.
Einnahme Duloxetin bis 22. Januar 2018.
Seit dem 23. Januar 2018 Sertralin 25mg.
Ich weiß nicht, was Absetzsymptome vom Duloxetin und was Nebenwirkungen vom Sertralin sind.
Seit 1. Mai 2018 19mg Sertralin. Seit gestern (23.Mai) plötzlich leichte Angstgefühle bzw. innere Unruhe. Werde noch etwas warten und dann mit der Wasserlösemethode ganz langsam weiter reduzieren.
Ab dem 28. Mai Dosisreduktion auf 12,5mg. Diese Dosis werde ich jetzt eine ganze Weile so bei behalten und dann mit der Wasserlösmethode in 10%, wahrscheinlich eher in 5%Schritten abdosieren. Mir geht es eigentlich momentan recht gut. Allerdings hab ich häufig Herzrasen und bin etwas aggressiv. Ich kann damit aber leben. :party2:

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Re: Absetzsymtome Paroxetin?

Beitrag von padma » Donnerstag, 21.06.18, 17:53

hallo Jule, :)
Nun stellt sich ja tatsächlich die Frage, ob ich die momentanen Symptome einfach aussitzen muss, oder ggf. wirklich nochmal auf 25mg zurückgehe. Grundsätzlich komme ich mit der Müdigkeit und den Kopfschmerzen klar, muss gerade nicht viel leisten und der Urlaub steht unmittelbar bevor. Irgendwelche Ratschläge?
Du könntest leicht erhöhen, allerdings würde ich auf höchstens 22 mg gehen oder besser nur auf 21 mg. Wenn die Symptome erträglich sind, könntest du auch abwarten. Es hängt davon ab, wie belastend die Symptome sind.

Die weiteren Schritte sollten dann deutlich kleiner sein, nicht mehr als 2 mg. Und erst weiter reduzieren, wenn die Symptome grösstenteils weg sind.

liebe Grüsse,
padma
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Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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1.07.2018: 0,2 mg :schnecke:


Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
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