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Lilithsdaughter: Abilify und Zalasta (Aripiprazol und Olanzapin)

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Lilithsdaughter: Abilify und Zalasta (Aripiprazol und Olanzapin)

Beitrag von Lilithsdaughter » Mittwoch, 20.06.18, 10:28

Hallo,
bin auf euer Forum erst aufmerksam geworden, als ich bereits abgesetzt hatte. Nach 4 Jahren Psychopharmaka-Einnahme entschloss ich mich vor einem Jahr, diese aufgrund von massiven Nebenwirkungen endgültig abzusetzen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich weder das Buch "Psychopharmaka absetzen" von Peter Lehmann gelesen, noch kannte ich eure tolle Liste der diversen Absetzsymptome, geschweige denn euer ADFD-Forum. Zum Glück war ich noch so schlau, das Zalasta nicht abrupt abzusetzen, sondern über einen Zeitraum von einem halben Jahr auszuschleichen. Habe dabei aber den Fehler gemacht, die Abstände zwischen den einzelnen Tagen, an denen ich die Tabletten noch genommen habe, allmählich zu vergrößern. Das ging während der 6 Monate ganz gut, bis es mir dann, als ich die 0 erreicht hatte, schlagartig ganz schlecht ging. Eigentlich fing alles schon so um den 20. Dezember 2017 an. Silvester habe ich dann die letzte Vierteltablette Zalasta genommen. Ich hätte fast das Feuerwerk verpennt, weil ich durch eine Vierteltablette einmal wöchentlich so erschlagen war, dass ich kurz vor Mitternacht eingeschlafen bin. Überhaupt diese unendliche Müdigkeit auch tagsüber, die ich vier ganze Jahre erduldet habe, war der Hauptgrund, die Einnahme zu beenden. Zum Schluss habe ich mich nur noch alle paar Wochen aufraffen können, mal zu duschen und fast gar nicht mehr meine Wohnung verlassen. Das ist jetzt zum Glück alles Vergangenheit, aber seit nun schon einem halben Jahr plagen mich vielfältige, sich abwechselnde, in Phasen auftretende, mal stärker mal schwächer vorhandene Absetzsymptome, die ich alle aufschrieb, um so meine ganz persönliche Liste erstellen zu können. Im folgenden die Symptome, die ich seit 6 Monaten erlebe. Mittlerweile frage ich mich, wie lange die starken Muskelverhärtungen und Schmerzen noch anhalten werden. Würde gerne mal MSM ausprobieren, aber dann werde ich nie erfahren, wie lange die Absetzsymptome ohne Schmerzlinderung angehalten hätten. Und genau das ist mir wichtig, zu erfahren, was Psychopharmaka in meinem Körper angerichtet haben, während ich jahrelang wie benebelt im Dämmerschlaf gehalten wurde. Welche Diagnose ich hatte und meinen Werdegang werde ich noch in der Signatur ergänzen. Hier also meine persönliche Liste für alle, die sich darüber informieren wollen, was nach dem Absetzen auf einen zukommen kann:

Absetzsymptome Zalasta

1 Monat Druck-Kopfschmerzen
steinharter Nacken und Rücken
Bluthochdruck 196/121
Schlaflosigkeit
verschwommenes Sehen
Gesichtsrötung mit Wärmegefühl
Muskelverhärtung
Muskelschmerzen, wandernd
Übelkeit nach dem Essen
Müdigkeit
gesteigerter Appetit
gesteigertes sexuelles Interesse
Farbveränderung des Stuhls, gelblich und klebrig, säuerlich
Blähungen
längere Erkältung mit wandernden Halsschmerzen und trockenem Husten / Reizhusten / Temperatur
Grippe mit 39,5 Fieber und eitrigem Auswurf / Durchfall
Allergische Reaktion auf Gelomyrtol Forte (geschwollene Zunge)
Sinusitis
verstärkter unlöschbarer Durst
verminderter Appetit
nach 6 Wochen Grippe erneutes Fieber / 38,6
Grippedauer: 6,5 Wochen
nach Beendigung der Grippe nach 9 Tagen erneuter grippaler Infekt mit 38,0 Fieber, Dauer: 2 Wochen
unreine Haut im Gesicht
vergrößerte Leber
Muskelschmerzen im Bereich der LWS
Rebound: Asthma-Symptome wie Engegefühl im Hals
Wassereinlagerungen in den Beinen
Hitzewallungen
Menstruation nur 2 Tage und nur ganz schwach
3 Tage saurer Stuhl
aufgerissene Lippen und Hände, obwohl es sommerlich-warm ist
Zahnfleischschmerzen
Veränderter Geschmackssinn (Zahnpasta oder Walnüsse schmecken seltsam)
5 Stunden Schlaf pro Nacht

Ich hoffe inständig, dass mein Körper bald zur Ruhe kommt und wieder normal funktioniert!

LG Lilithsdaughter
Zuletzt geändert von Gwen am Freitag, 22.06.18, 13:09, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Name im Titel ergänzt zur besseren Übersichtlichkeit im Forum
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18. Mai 2013 Klinikaufenthalt in der Psychiatrie, erst 2 Wochen auf der geschlossenen Station, dann weitere vier Wochen auf der normalen Station
Diagnose: Akute polymorphe psychotische Störung mit Symptomen einer Schizophrenie
In der Klinik:
Neuroleptika Haloperidol + Abilify, 20 mg
Tranquilizer Lorazepam
Zu Hause:
2013-2014 Abilify, 15 mg
2014-2017 Zalasta, 15 mg
Während der Einnahme der Neuroleptika aufgrund meiner (medikamenteninduzierten) massiven Müdigkeit und Antriebslosigkeit das Antidepressivum Venlafaxin, 37.5 mg verschrieben bekommen. Aufgrund meiner Zuzahlungsbefreiung noch in der Apotheke besorgt, aber zum Glück nie eingenommen
Juli-Dezember 2017 schrittweises Absetzen und allmähliches Ausschleichen von Zalasta, 15 mg auf 0, wahrscheinlich aber zu schnell durch Auslassen einzelner Einnahmetage und vierteln der Tabletten alle vier Wochen
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Jamie
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Re: Abilify und Zalasta

Beitrag von Jamie » Mittwoch, 20.06.18, 10:51

Hallo lilithsdaughter,

willkommen im Forum :)

Also mit der Medikation hat man dich ja total abgeschossen.
Zalasta (Olanzapin) sediert sehr stark und dann noch ein weiteres NL dazu.
Da wären einige nicht mehr aus dem Bett gekommen. :oops:
Das Aripiprazol nimmst du aber noch, oder?
Schlimm, dass man als Patient so ruhiggestellt wird, dass nicht mal mehr normale Körperpflege geht :(

Erst einmal Glückwunsch zum Durchgebissen-Haben :)

Absetzsymptome können Wochen, Monate und leider auch schlimmstenfalls Jahre andauern, dann nämlich, wenn der Entzug sich chronifiziert, worauf man aber leider kaum Einfluss hat.

Ich denke du musst diesen "Wettbewerb" nicht durchführen, dass du durchhalten willst um zu schauen, was der Körper so macht und wie lange es anhält, denn schlimmstenfalls hält es sehr sehr lange an und dann ärgerst du dich vielleicht nur, warum du nicht schon früher unterstützende Maßnahmen ergriffen hast (du schreibst ja von MSM).

Und obwohl ich gerade eben von unterstützenden Maßnahmen schrieb, ist es doch auch so, dass manchen Betroffenen überhaupt nichts hilft. Sie tragen hunderte oder tausende Euro zu Therapeuten, Heilpraktikern, in die Apotheke, investieren in Nahrungsergänzung etc... und irgendwie hilft alles nichts oder wird nicht vertragen.
Das solltest du im Hinterkopf haben.
Gerade ein gereiztes ZNS mag Entgiftungen (MSM) oft nicht so, weil zu eingreifend. Da müsste man ggf. auf Milderes ausweichen, zB Ölziehen.

Der Weg zur Heilung ist sehr individuell.

Ich möchte mir aber dennoch kurz zwei Sachen aus deinen Absetzsymptomen rauspicken, weil ich finde, dass das abgeklärt gehört. Du schreibst von Stuhlveränderungen und Leberschwellung. Ist das mal von einem Arzt geprüft worden?
Stuhlveränderungen können durch Probleme an Leber und Galle und Bauchspeicheldrüse verursacht werden, und eine Leber sollte nicht geschwollen sein. Ist da mal Blut abgenommen worden und Ultraschall gemacht worden? Ist das jetzt wieder OK?
Es kann auch sein, dass keine Gründe vorliegen, weswegen es so ist, dann ist es absetzbedingt, aber eine primäre organ. Ursache sollte ausgeschlossen werden, dazu ist die Leber zu wichtig.

Grüße und willkommen im Forum :)
Jamie
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Re: Abilify und Zalasta

Beitrag von Lilithsdaughter » Mittwoch, 20.06.18, 11:24

Dank' dir Jamie für deine schnelle Antwort. Ja, im Januar war ich wegen des sehr hohen Blutdrucks bei meiner Hausärztin. Die hat gleich auch einen Check-up gemacht. Da war alles so weit in Ordnung - auch die Leberwerte. Zu diesem Zeitpunkt war meine rechte Bauchseite auch noch nicht vergrößert, das habe ich erst nach durchstandener 6,5-wöchiger Grippe oder eben als Absetzsymptom Ende April bemerkt. Mittlerweile ist auch das wieder besser geworden, habe eine 4-wöchige Leberreinigung mit OPC, Mariendistel, viel frischem Löwenzahnsalat aus dem eigenen Garten und einer Ernährungsumstellung inkl. mehr Eiweiß und Omega 3 Fettsäuren gemacht. Seitdem gibt es bei mir jeden Morgen Eier zum Frühstück (enthalten Cholin, das den Fettabbau in der Leber fördert), mittags immer eine große Salatbeilage und abends regelmäßig Avocados aufs Brot bzw. eine Handvoll Walnüsse.
Ich tippe einfach mal auf ein weiteres Absetzsymptom, man muss da ja mit Vielem rechnen.
Abilify habe ich bloß im ersten Jahr nach dem Klinikaufenthalt verschieben bekommen, danach hat mich meine Neurologin auf Zalasta gesetzt, weil ich Abilify überhaupt nicht vertragen habe. Der Umstieg von 15 mg Abilify auf 15 mg Zalasta verlief absolut problemlos. Seit 1. Januar 2018 bin ich komplett auf 0. Psychiatrische Absetzsymptome habe ich gar keine, hatte auch nie wieder eine akute Psychose. Das ist jetzt immerhin schon 5 Jahre her. Ich tippe in meinem Fall darauf, dass ich vielleicht zu den 8% der an Schizophrenie Erkrankten gehöre, die lediglich eine einmalige akute psychotische Störung haben. Zumindest hoffe ich dies, da ich erst mit 43 Jahren betroffen war und vorher und auch jetzt keine psychiatrischen Erkrankungen hatte.
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Während der Einnahme der Neuroleptika aufgrund meiner (medikamenteninduzierten) massiven Müdigkeit und Antriebslosigkeit das Antidepressivum Venlafaxin, 37.5 mg verschrieben bekommen. Aufgrund meiner Zuzahlungsbefreiung noch in der Apotheke besorgt, aber zum Glück nie eingenommen
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takan
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Re: Abilify und Zalasta (Aripiprazol und Olanzapin)

Beitrag von takan » Donnerstag, 21.06.18, 2:03

Eine Akute psychotische Episode mit Symptomen einer Schizophrenie ist keine Schizophrenie. Da kann ich dich beruhigen, zumindest hat es damals meine Psychiaterin zu mir gesagt, dass es keine Schizophrenie ist.
Und generell hast du relativ lange die Medikamente genommen und dementsprechend länger ist auch das ausschleichen.
Es gibt unterschiedliche Methoden und Tabellen.
Bei 2 Jahren sollte man pi mal daumen 6 Monate ausschleichen und bei dir, mit 4 jahren über 1 Jahr oder länger hinweg.
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-Depression
-Psychotische Episode durch Cannabinoide
Differential Diagnose
akute polymoprohe psychotische Störung mit Symptomen einer Schizophrenie.
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-kombinierte Persönlichkeitstörung
-Psychische Verhaltungstörung durch Cannabionoide: Abhängigkeitsyndrom
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Lilithsdaughter
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Re: Abilify und Zalasta (Aripiprazol und Olanzapin)

Beitrag von Lilithsdaughter » Donnerstag, 21.06.18, 21:47

Dank' dir takan für deine Antwort. Dass eine akute psychotische Störung keine Schizophrenie bedeutet, weiß ich leider erst seit ein paar Monaten. Ich habe im Sommer 2017 sogar noch mit der Gewissheit, dass ich unter Schizophrenie leide, mit dem Absetzen begonnen.

Ich war in den vier Jahren einfach immer zu müde, um mich intensiver mit meiner Diagnose zu befassen. Irgendwie bin ich dann, als ich die Tabletten schon abgesetzt hatte, im Internet auf die Diagnose "vorübergehende akute psychotische Störung" gestoßen. Dazu erschien sogar mal ein Artikel in der Zeit.

Dass ich so viele Jahre dachte, ich hätte Schizophrenie, lag daran, dass ich damals in völliger Panik in die Psychiatrie gefahren wurde (den Notarzt hatte ich aber selbst gerufen, da ich Todesangst hatte), dort angekommen gegen meinen Willen mit Psychopharmaka behandelt wurde und für zwei Wochen in die geschlossene Abteilung gesperrt wurde. Obwohl ich einfach bloß Angst hatte, von anderen verfolgt zu werden. In der Klinik und auch im Anschluss bei meiner Psychiaterin ging man dann selbstverständlich davon aus, dass es sich in meinem Fall um Schizophrenie handelt.

Die Ärzte in der Klinik vermerkten nämlich noch eine Differenzialdiagnose und die lautete DD: Schizophrenie. Ich war aber total erstaunt, als erste Diagnose genau diejenige auf meinem Entlassungsbericht gefunden zu haben, die ich auch im Internet entdeckt hatte. Das war mir bis vor wenigen Monaten völlig unbekannt, dass man solch extreme psychotische Zustände durchleben kann, ohne ernsthaft an einer schweren psychiatrischen Erkrankung zu leiden. Kein Arzt hatte mich hierüber aufgeklärt. Differentialdiagnose bedeutet ja auch nur, dass es sich wahrscheinlich unter anderem um eine Schizophrenie handeln könnte. So nach dem Motto: die Zeit wird es zeigen!


Mittlerweile vertrete ich auch die Auffassung, dass ich die Psychopharmaka viel zu lange genommen habe. Ich hatte als vermeintliche Schizophrenie-Patientin einfach Angst, dass es ohne die Tabletten zu einer erneuten Psychose kommen würde. Hätte ich die Tabletten letztes Jahr nicht eigenmächtig abgesetzt, würde meine Psychiaterin mir diese noch bis an mein Lebensende weiterverschrieben haben.

Ich verstehe das im Nachgang überhaupt nicht. Eine akute psychotische Störung ist anscheinend etwas ganz anderes, als eine chronische Schizophrenie. Warum gingen alle von dieser vagen Differenzialdiagnose aus und nicht von der tatsächlich vorhandenen Situation, nämlich des sehr akuten, psychotischen Zustands? Warum war meine Psychiaterin der Meinung, ich müsste die Medikamente dauerhaft einnehmen, obwohl selbst in der Psychiatrie auf Station Broschüren auslagen, die von einer Einnahmedauer von 1-2 Jahren ausgingen, wenn es sich um die erste Psychose handelt?

Wie gesagt, alles spricht für die akute Form, da ich weiblich bin und diesen Ausnahmezustand erstmals mit 43 Jahren erlebte. Seitdem geht es mir psychisch wieder sehr gut. Das Wahnsinnige ist bloß, wie die Ärzteschaft und die Pharmaindustrie aus einem vorübergehenden, akuten Zustand, der unbehandelt nach max. 3 Monaten überstanden ist, eine mehrjährige Leidenszeit macht. Durch die Medikamente wurden mir jetzt schon 5 Jahre Lebenszeit geraubt, eben noch war ich Anfang 40, jetzt bin ich bald schon 50.

Genauso gut hätte ich mich an einen Anästhesisten mit der Bitte wenden können, mich die kompletten Jahre in meinen 40ern unter Vollnarkose zu setzen, damit ich möglichst wenig vom Leben mitbekomme! Ein gutes hat das Ganze jedoch: die Fehleinschätzung meiner Ärztin führte dazu, dass sie für mich die Erwerbsminderungsrente beantragte. Diese läuft seit August 2014, genießen kann ich das aber erst jetzt, mit einem klaren Verstand und einem wachen Geist - wenn da nicht noch die Absetzsymptome wären.
Zuletzt geändert von padma am Freitag, 22.06.18, 18:15, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Absätze wegen der besseren Lesbarkeit eingefügt
18. Mai 2013 Klinikaufenthalt in der Psychiatrie, erst 2 Wochen auf der geschlossenen Station, dann weitere vier Wochen auf der normalen Station
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Re: Abilify und Zalasta (Aripiprazol und Olanzapin)

Beitrag von takan » Freitag, 22.06.18, 3:29

Bei solchen Symptomen wird halt gerne Schizophrenie aufgedrückt. Bringt der Klinik und dem Psychiater mehr Geld ein, leider.
Leider gibt es auch keine Leitlinien die Verpflichtent sind für Psychiater, dann sehe das Ganze schon anders aus.

Es gibt zwei Möglichkeiten, du dosierst langsam, alle ca. 6 Wochen wieder hoch (und reduzierst alle 3+ Monate - 3-4 Wochen dauert es bis der Medikamentenspiegel sinkt), bis die Absetzsymptome wieder verschwinden, oder du sitzt es aus.

Und ein Tipp, versuch nicht jeden Tag an deine Diagnose etc. zu denken. Sowas belastet, spreche aus Erfahrung.
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Re: Abilify und Zalasta (Aripiprazol und Olanzapin)

Beitrag von Lilithsdaughter » Freitag, 22.06.18, 9:16

Das hat sich für mich jetzt schon gelohnt, mich hier im Forum anzumelden und nicht bloß mitzulesen, danke euch für eure Beiträge! Auch das, dass manche Diagnosen mehr Geld einbringen als andere, wusste ich bislang nicht. Es ist ja zwangsläufig so, dass chronische Erkrankungen zu einer Behandlungszeit auf Dauer führen und akute halt bloß zu einem oder mehreren kurzen Arztbesuchen. Aber dass man aus finanziellen Hintergründen schwere chronische Erkrankungen aufgedrückt bekommt, ist mir echt neu. Das wird natürlich tot geschwiegen, wie alles, was brisant ist.
Ich werde wohl mal ausprobieren, ob ich MSM als Nahrungsergänzungsmittel auch so gut vertrage wie OPC. Mal sehen, ob sich dadurch die Muskelschmerzen lindern lassen. Ansonsten halte ich mich an deinen Tipp, takan, nicht ständig daran zu denken.
18. Mai 2013 Klinikaufenthalt in der Psychiatrie, erst 2 Wochen auf der geschlossenen Station, dann weitere vier Wochen auf der normalen Station
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Re: Abilify und Zalasta (Aripiprazol und Olanzapin)

Beitrag von Gwen » Freitag, 22.06.18, 9:55

Hallo Lilithsdaughther,
Lilithsdaughter hat geschrieben:
Freitag, 22.06.18, 9:16
Aber dass man aus finanziellen Hintergründen schwere chronische Erkrankungen aufgedrückt bekommt, ist mir echt neu
Ob das tatsächlich so ist, ist ungewiss. Aber es gibt ein pauschalisiertes Psychiatrie Entgelt System (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Pauscha ... chosomatik) das derzeit in Deutschland eingeführt wird und das wie die DRGs in somatischen Kliniken regeln soll, wie viel Geld ein Behandlungstag kostet. Und diese Summen sind je nach Diagnose und erforderlichem Aufwand für die Behandlung natürlich unterschiedlich hoch.

Ein guter Arzt wird trotzdem keine falschen Diagnosen stellen. Aber das System kann natürlich ausgenutzt werden, wie es im somatischen Bereich auch vorkommt. Da werden dann unter Umständen zb Knie-OPs gemacht statt erst Mal andersweitig zu behandeln, weil die OP mehr Geld bringt.

Viele Grüße Gwen
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Re: Lilithsdaughter: Abilify und Zalasta (Aripiprazol und Olanzapin)

Beitrag von carlotta » Freitag, 22.06.18, 16:43

Hallo Ihr,
Gwen hat geschrieben:
Freitag, 22.06.18, 9:55
Lilithsdaughter hat geschrieben: Aber dass man aus finanziellen Hintergründen schwere chronische Erkrankungen aufgedrückt bekommt, ist mir echt neu
Ob das tatsächlich so ist, ist ungewiss. Aber es gibt ein pauschalisiertes Psychiatrie Entgelt System
Na ja, deutliche Hinweise mehren sich ja seit geraumer Zeit, dass da sogar auf Druck von Krankenkassen ordentlich an Diagnosen geschraubt wird (Stichwort Morbi-RSA), was mit Sicherheit nicht nur für den somatischen Bereich gilt, gerade die Psychiatrie bietet sich (mit ihren schwammigen, mithin durchaus unwissenschaftlichen Diagnosekriterien, siehe DSM-Manual) geradezu an, um Diagnosen zu "pimpen":
https://www.google.de/amp/s/www.zeit.de ... ungsbetrug

Die allgemeinen Tricksereien, von denen auch Gwen :) sprach, ziehen zudem auch recht weite Kreise und die Fallpauschalen bieten ja die Steilvorlage für solche Vorgehensweisen:
https://www.google.de/amp/www.spiegel.d ... 7-amp.html

Liebe Grüße
Carlotta
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Re: Lilithsdaughter: Abilify und Zalasta (Aripiprazol und Olanzapin)

Beitrag von Arianrhod » Freitag, 22.06.18, 21:07

Hallo Lilithsdaughter ( was für ein hübscher nick),

wenn man mit 43 eine wirklich plötzliche, spektakuläre wilde Psychose bekommt mit Notarzt und Angst und dem ganzen Programm - ist das höchst wahrscheinlich KEINE Schizo. Meistens kriegt man die in dem Alter nicht mehr und wenn , dann verläuft sie eher schleichend, mit sozialem Rückzug und seltsamen Verhalten .
Solche Psychosen wie du sie hattest, sind eine AKUTE PSYCHOTISCHE STÖRUNG.
Eine Schizo- Diagnose darf erst gestellt werden, wenn mindestens drei Erstrangsymptome über die Dauer eines Monats bestehen - aber da hält sich kein Arzt dran, und welche Klinik hat heutzutage so lange Zeit, den Patienten zu beobachten?
Das DD bedeutete in deinem Fall: Dauert die Psychose länger als einen Monat, ist es eine Schizophrenie, doch so war es in deinem Fall offensichtlich nicht.
ich habe diese Diagnose übrigens auch - steht in meiner Signatur - und bei mir wurde ähnlich unsauber diagnostiziert.
liebe Grüße Arianrhod
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Anikke
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Re: Lilithsdaughter: Abilify und Zalasta (Aripiprazol und Olanzapin)

Beitrag von Anikke » Samstag, 23.06.18, 9:29

hallo lillithsdaughter,
herzlich willkommen hier im forum :)
es entsetzt mich, wie mit dir bzgl der Diagnose und Medikation umgegangen wurde!!
umso mehr freut mich, dass du das leben wieder genießen kannst :)
ich möchte dir für die Muskelschmerzen noch einen Tipp geben, du könntest Magnesium einnehmen oder als "Öl" auf die haut auftragen. das wird von vielen hier vertragen u d lindert die Verspannungen etwas.
liebe grüße anikke
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escargot
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Re: Lilithsdaughter: Abilify und Zalasta (Aripiprazol und Olanzapin)

Beitrag von escargot » Samstag, 23.06.18, 18:03

Hallo lilithsdaughter,

wenn du eine Badewanne hast, könntest du auch Magnesiumflakes bei Amazon bestellen und ein bis zweimal die Woche ein Magnesiumbad nehmen.

Liebe Grüße
escargot
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DIAGNOSEN
02.2014 - 12.2016 Paranoid-halluzinatorische Schizophrenie
01.2017 - heute schizoaffektive Störung
05.2017 Schizophrenes Residuum

MEDIKATION
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Täglich :
Olanzapin 1,25 mg, Risperdal 2 mg, Tavor 1 mg
zudem 2 X 425 mg Passionsblume
800 mg Magnesium
Vitamin B12

Wöchentlich Globulis
Elaps Corallinus LM1 u. Tuberculinum (Koch) LM 3 jeweils 1 Tropfen mit Pipette in ein Glas Wasser, davon 1 Löffel nur
....
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seit 10.06.2018 - Olanzapin 1,25 mg, Risperdal 2 mg, Tavor 1 mg, Tavorbedarf 1 - 2 X wöchentlich 1-2 mg
13.06.2018 Schlafprobleme, optische Halluzinationen, optische u. akustische Reizsensitivität, schwere Übelkeit, Unwirklichkeitsgefühle, kolossale Erschöpfung, Orientierungsprobleme
18.06.2018 besser, nur noch optische u. akustische Reizsensitivität, Unwirklichkeitsgefühle
22.06.2018 starke Angstunruhe durch Familienprobleme, Reizsensitivität etwas weniger geworden, Erschöpfung
27.06.2018 nahezu symptomfrei! :)
30.06.2018 schwere Angstattacke u. anschl. Wahrnehmungsstörungen dann erschöpft, dann wieder nahezu symptomfrei
09.07.2018 bunte Flimmerpunkte vor Augen, Übelkeit und Erbrechen, Angstunruhe
11.07.2018 - immernoch Olanzapin 1,25 mg, R 2mg, T1 mg - akustische Wahrnehmungsstörungen, ansonsten nahezu symptomfrei

Lilithsdaughter
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Re: Lilithsdaughter: Abilify und Zalasta (Aripiprazol und Olanzapin)

Beitrag von Lilithsdaughter » Sonntag, 24.06.18, 10:32

Hallo Carlotta,

das sind ja zwei sehr interessante Artikel aus der Zeit und dem Spiegel, vielen herzlichen Dank für die Links!

Jetzt wird mir endlich alles klar, auch warum man damals bei mir in der Klinik aufgrund meiner akuten psychotischen Störung völlig unangebracht sehr teure Apparate-Medizin angewandt hat. Die haben allen Ernstes ein MRT gemacht und wollten auch noch Flüssigkeit aus dem Rückenmark entnehmen, was bei mir aber nicht funktioniert hat. Abgerechnet haben sie das wahrscheinlich trotzdem. 🙄

Am besten bleibt man bei diesem kranken System des Betrugs von Seiten der Krankenkassen, der Ärzte und der Krankenkassen gesund, aber das sagt sich ja leider so leicht. Vieles haben wir gar nicht in der Hand, so weiß ich bis heute nicht, was den völlig unerwarteten Ausbruch der Psychose überhaupt verursacht hat.

LG Lilithsdaughter
Zuletzt geändert von Lilithsdaughter am Sonntag, 24.06.18, 11:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Diagnose: Akute polymorphe psychotische Störung mit Symptomen einer Schizophrenie
In der Klinik:
Neuroleptika Haloperidol + Abilify, 20 mg
Tranquilizer Lorazepam
Zu Hause:
2013-2014 Abilify, 15 mg
2014-2017 Zalasta, 15 mg
Während der Einnahme der Neuroleptika aufgrund meiner (medikamenteninduzierten) massiven Müdigkeit und Antriebslosigkeit das Antidepressivum Venlafaxin, 37.5 mg verschrieben bekommen. Aufgrund meiner Zuzahlungsbefreiung noch in der Apotheke besorgt, aber zum Glück nie eingenommen
Juli-Dezember 2017 schrittweises Absetzen und allmähliches Ausschleichen von Zalasta, 15 mg auf 0, wahrscheinlich aber zu schnell durch Auslassen einzelner Einnahmetage und vierteln der Tabletten alle vier Wochen
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Re: Lilithsdaughter: Abilify und Zalasta (Aripiprazol und Olanzapin)

Beitrag von Lilithsdaughter » Sonntag, 24.06.18, 10:43

Hallo Arianrhod,

dank' dir für deinen Beitrag!

Du meinst also, erst wenn man drei Psychosen über die Dauer von einem Monat in seinem Leben hatte, kann überhaupt von einer Schizophrenie ausgegangen und diese guten Gewissens diagnostiziert werden?
Da so ein Werdegang viele Jahre dauern kann, muss man ja dann zwangsläufig davon ausgehen, dass die Anzahl der Diagnosen zu hoch angesetzt ist und die Zahl der tatsächlich von Schizophrenie Betroffenen deutlich geringer ist, als bisher angenommen.

LG Lilithsdaughter
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Re: Lilithsdaughter: Abilify und Zalasta (Aripiprazol und Olanzapin)

Beitrag von Lilithsdaughter » Sonntag, 24.06.18, 10:48

Hallo Anikke,

dank' dir für deinen Tipp!

Magnesium habe ich schon zusätzlich eingenommen, es hat aber leider keine Linderung gebracht. Bin sowieso der Meinung, dass ich ausreichend Magnesium mit meiner täglichen Nahrung aufnehme.

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Re: Lilithsdaughter: Abilify und Zalasta (Aripiprazol und Olanzapin)

Beitrag von Lilithsdaughter » Sonntag, 24.06.18, 11:01

Hallo escargot,

eine Badewanne wäre echt wünschenswert, habe leider aber bloß eine Dusche. Aber auch schon beim Duschen, wenn das warme Wasser über die verhärteten Muskelpartien läuft, merke ich eine kurzzeitige Linderung der Verspannungen. Leider ist die Wirkung dann oft nur von kurzer Dauer, da die schmerzlichen Verspannungen im Laufe des Tages wandern. Morgens wache ich zur Zeit mit einem steinharten Nacken auf, eine Stunde später können es aber schon Kopfschmerzen oder Schmerzen an der Lendenwirbelsäule sein. Was aber die ganzen 6 Monate gleich blieb, war das Phänomen, dass mir überwiegend nur die linke Körperhälfte weh tut. Und das wirklich von Kopf bis Fuß! Mal schmerzt der Unterarm, dann das Handgelenk, später der Oberarm oder der Ober- bzw. Unterschenkel.

Hat hier jemand schon mal Gleiches erlebt, dass die Muskelverspannungen bzw. -schmerzen sich hauptsächlich auf die linke Körperhälfte beziehen?

LG Lilithsdaughter
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Re: Lilithsdaughter: Abilify und Zalasta (Aripiprazol und Olanzapin)

Beitrag von Jamie » Sonntag, 24.06.18, 11:24

Hallo lilithsdaughter, :)

prinzipiell glaube ich, dass Schmerzen manchmal einfach willkürlich sind.
Und wenn sie eben vor allem auf der linken Körperhälfte auftreten, ist das eben so.

Im Entzug setzen sie sich auch gerne dort "fest", wo zB immer schon Vulnerabilitäten vorhanden waren, das kann beim einen der Kopfschmerz sein, beim anderen rebelliert der Magen, der immer schon empfindlich war usw.

Ich kann mir jetzt, außer durch Faktoren wie Statik und eben Nervenfasern, nicht organisch erklären, warum all deine Beschwerden links sitzen. Ich denke man darf es einfach akzeptieren.

Wenn man spirituell interessiert ist, kann man sich gerne mal mit der Bedeutung der Seiten auseinandersetzen:
https://www.lichtquelle-sole.com/energe ... perseiten/

Alles Gute
Jamie
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Re: Lilithsdaughter: Abilify und Zalasta (Aripiprazol und Olanzapin)

Beitrag von Arianrhod » Sonntag, 24.06.18, 12:27

Lilithsdaughter hat geschrieben:
Sonntag, 24.06.18, 11:01
Hallo escargot,

eine Badewanne wäre echt wünschenswert, habe leider aber bloß eine Dusche. Aber auch schon beim Duschen, wenn das warme Wasser über die verhärteten Muskelpartien läuft, merke ich eine kurzzeitige Linderung der Verspannungen. Leider ist die Wirkung dann oft nur von kurzer Dauer, da die schmerzlichen Verspannungen im Laufe des Tages wandern. Morgens wache ich zur Zeit mit einem steinharten Nacken auf, eine Stunde später können es aber schon Kopfschmerzen oder Schmerzen an der Lendenwirbelsäule sein. Was aber die ganzen 6 Monate gleich blieb, war das Phänomen, dass mir überwiegend nur die linke Körperhälfte weh tut. Und das wirklich von Kopf bis Fuß! Mal schmerzt der Unterarm, dann das Handgelenk, später der Oberarm oder der Ober- bzw. Unterschenkel.

Hat hier jemand schon mal Gleiches erlebt, dass die Muskelverspannungen bzw. -schmerzen sich hauptsächlich auf die linke Körperhälfte beziehen?

LG Lilithsdaughter
Hallo Lilithstochter,

mein Osteopath meint, oft sitzt das Problem rechts - das kann ein Bandscheibenvorfall sein oder eine Stenose oder eine Skoliose - aber weil die linke Seite den lieben langen Tag die Schwäche ausgleichen muss , ist die eben mehr belastet und tut weh.

ich habe vier Wirbelsäulen OPs links gehabt - aber rechts Hüftschmerzen, weil das stärkere Bein das linke schwächere Bein ausgleichen muss. Der Ausgleich geschieht nicht bewusst, sondern unwillkürlich.

Hast du mal einen Osteopathen draufsehen lassen? Da sie den Körper ganzheitlich sehen, können sie Fehlhaltungen und Verspannungen besser diagnostizieren und auch sanft behandeln.

Lilithsdaughter hat geschrieben:
Sonntag, 24.06.18, 10:43
Du meinst also, erst wenn man drei Psychosen über die Dauer von einem Monat in seinem Leben hatte, kann überhaupt von einer Schizophrenie ausgegangen und diese guten Gewissens diagnostiziert werden?
Drei Psychosen habe ich nicht geschrieben, sondern drei Erstrangsymptome :
PsychiatrieToGo erklärt das hier sehr gut: https://psychiatrietogo.de/2013/02/14/e ... schneider/

Alles andere ist eben eher KEINE Schizo, mag es noch so schräg sein :wink:

Lilithsdaughter hat geschrieben:
Sonntag, 24.06.18, 10:43
Da so ein Werdegang viele Jahre dauern kann, muss man ja dann zwangsläufig davon ausgehen, dass die Anzahl der Diagnosen zu hoch angesetzt ist und die Zahl der tatsächlich von Schizophrenie Betroffenen deutlich geringer ist, als bisher angenommen.
Das ist sogar länderspezifisch : In USA reichen zwei Wochen, wodurch es dort noch mehr Schizodiagnosen gibt als hierzulande.

liebe Grüße Arianrhod
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Re: Lilithsdaughter: Abilify und Zalasta (Aripiprazol und Olanzapin)

Beitrag von carlotta » Sonntag, 24.06.18, 14:04

Hallo Lilithsdaughter,

das mit der linken Seite ist interessant. Bei mir ist es seit dem Entzug so, dass ein Großteil meiner Beschwerden (Muskelschmerzen, körperliche Unruhezustände, Missempfindungen, Entzündungen, auch Hautprobleme etc.) hauptsächlich linksseitig auftreten und wenn beidseitig, dann links grundsätzlich um einiges schlimmer. Und die Tendenz hält sich hartnäckig über Jahre. :shock:

Ich kenne eine Betroffene, wo sich die Probleme (auch vielfältiger Ausprägung) hauptsächlich auf die rechte Körperhälfte konzentrieren.

Vor dem Entzug habe ich im Krankheitsfall so eine "Ausrichtung" auf eine Seite noch nicht erlebt.

Liebe Grüße
Carlotta
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Re: Lilithsdaughter: Abilify und Zalasta (Aripiprazol und Olanzapin)

Beitrag von escargot » Sonntag, 24.06.18, 17:28

Liebe lilithsdaugther,

ich war fast ein Jahr in Körperpsychotherapie und meine Therapeutin sagt, dass der seelische Schmerz sich sozusagen im Körper spiegele.

Bei mir sieht das so aus, dass ich allerdings rechtsseitig durch die Ängste eine chronische Schulterentzündung habe.

Man kann lernen, "locker zu lassen", aber ist der seelische Schmerz nicht behoben, wird der Körper ihn weiter spiegeln. Osteopathie kann ich auch empfehlen, der entdeckt ebenfalls die Blockaden. Allerdings arbeitet er wohl nicht an den Ursachen...

liebe Grüße
escargot
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DIAGNOSEN
02.2014 - 12.2016 Paranoid-halluzinatorische Schizophrenie
01.2017 - heute schizoaffektive Störung
05.2017 Schizophrenes Residuum

MEDIKATION
=> IMMER Bedarf max. 1-2 X wöchentl. 1-2 mg Tavor!

Täglich :
Olanzapin 1,25 mg, Risperdal 2 mg, Tavor 1 mg
zudem 2 X 425 mg Passionsblume
800 mg Magnesium
Vitamin B12

Wöchentlich Globulis
Elaps Corallinus LM1 u. Tuberculinum (Koch) LM 3 jeweils 1 Tropfen mit Pipette in ein Glas Wasser, davon 1 Löffel nur
....
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seit 10.06.2018 - Olanzapin 1,25 mg, Risperdal 2 mg, Tavor 1 mg, Tavorbedarf 1 - 2 X wöchentlich 1-2 mg
13.06.2018 Schlafprobleme, optische Halluzinationen, optische u. akustische Reizsensitivität, schwere Übelkeit, Unwirklichkeitsgefühle, kolossale Erschöpfung, Orientierungsprobleme
18.06.2018 besser, nur noch optische u. akustische Reizsensitivität, Unwirklichkeitsgefühle
22.06.2018 starke Angstunruhe durch Familienprobleme, Reizsensitivität etwas weniger geworden, Erschöpfung
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